Gemeindenetzwerk

Ein Arbeitsbereich des Gemeindehilfsbundes

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Zur Segnungsdiskussion

Sonntag 7. Januar 2018 von Prof. Dr. Rainer Mayer


Prof. Dr. Rainer Mayer

1.) Ausgangsfrage

Weshalb hat die Diskussion um die kirchliche Trauung von hs-Lebenspartnerschaften ein so großes Gewicht und warum beschäftigen sich Synoden und Kirchenleitungen so intensiv damit? Gibt es nicht wichtigere Fragen auf dogmatisch-ethischem Gebiet und in pastoraltheologischer Sicht? Wo, wann und warum ist ein „status confessionis“ gegeben?  Den ganzen Beitrag lesen »

Kategorie: Gemeinde, Gesellschaft / Politik, Sexualethik, Theologie

Statt Berechnung – Der fröhliche Tausch. Selbstgerechtigkeit oder Umkehr zu Jesus Christus?

Mittwoch 27. Dezember 2017 von Prof. Dr. Rainer Mayer


Prof. Dr. Rainer Mayer

Die erste der 95 Thesen Martin Luthers vom 31. Oktober 1517 lautet: „Da unser Herr und Meister Jesus Christus spricht: Tut Buße!, will er, dass das ganze Leben seiner Gläubigen eine stete und unaufhörliche Buße sein soll.“ Diese These ist wie eine Überschrift mit Doppelpunkt. Die weiteren Thesen entfalten diese Grundaussage. Was ist gemeint? Wenn das ganze Leben eines Christen eine stete und unaufhörliche Buße sein soll, dann geht es um eine grundsätzliche innere Haltung und neue Einstellung Gott gegenüber. Man kann mit Gott nämlich nicht im Kaufmannsschema rechnen und gegenrechnen nach dem Motto: Du gibst mir Vergebung, ich gebe dir „gute Werke“. Vielmehr ist alles, wirklich alles, reines Gnadengeschenk, sowohl die Vergebung selbst als auch die daraus fließenden guten Taten. Den ganzen Beitrag lesen »

Kategorie: Seelsorge / Lebenshilfe, Theologie

Postmoderne und gesellschaftliche Zukunft

Donnerstag 1. Dezember 2016 von Prof. Dr. Rainer Mayer


Prof. Dr. Rainer Mayer

In der Postmoderne wird die Vernunft entthront. Denn eine wichtige postmoderne These lautet, dass es nicht die eine Wahrheit gibt, um die gerungen werden muss, sondern dass unendlich viele Verständnisse von Wahrheit existieren. Deshalb müsse, so die Folgerung, nicht länger um Wahrheitsansprüche gerungen werden. Die Vielfalt als solche wird gefeiert. Wer eine These vertritt, die in sich selbst widersprüchlich ist, lässt sich im Horizont postmodernen Denkens keineswegs dadurch umstimmen, dass er auf die Vernunftwidrigkeit seiner Meinung hingewiesen wird. (Z.B. bei der Gender-Ideologie, nach der es unendlich viele frei variable „Geschlechter“ gibt, während gleichzeitig homosexuelle Neigungen als unveränderlich angeboren gelten.) Den ganzen Beitrag lesen »

Kategorie: Gesellschaft / Politik, Sexualethik

Recht und Grenze historisch-kritischer Arbeit an der Bibel

Freitag 5. Februar 2016 von Prof. Dr. Rainer Mayer


Prof. Dr. Rainer Mayer

1. Warum dies Thema?

Mancher mag fragen: Warum dies Thema? Es wurde reichlich behandelt. Die historisch-kritische Arbeitsweise gilt als wissenschaftlicher Standard an den Theologischen Fakultäten und gleichfalls als maßgebende Voraussetzung für die kirchliche Verkündigung. Andere exegetische Methoden werden entsprechend abqualifiziert oder nur insofern geduldet, als man sogenannte Pietisten oder Evangelikale, die Kritik an der Alleinstellung historisch-kritischer Arbeitsweise üben[1], aus pragmatischen Gründen einbinden und nicht verlieren will, weil sie den Kern der Kirchentreuen, die Basis der Gemeinden bilden. Den ganzen Beitrag lesen »

Kategorie: Gemeinde, Kirche, Theologie

Was kann die Gemeinde heute von Dietrich Bonhoeffer und der Bekennenden Kirche lernen?

Donnerstag 16. April 2015 von Prof. Dr. Rainer Mayer


Prof. Dr. Rainer Mayer

„Wenn nicht alles täuscht, so stehen wir heute in einem Glaubenskampf, einem Kirchenkampf, gegenüber dem der Kirchenkampf im ‚Dritten Reich‘ nur ein Vorhutgefecht war. Das Unheimliche dabei ist, daß dieser heutige Kirchenkampf vielfach kaum erkannt, ja allermeist verharmlost wird und unter Tarnworten wie ‚Pluralismus‘ voranschreitet.“

– Bischof Hermann Dietzfelbinger (1908-1984) als EKD-Ratsvorsitzender am 19. Februar 1971 vor der EKD-Synode in Berlin-Spandau – [1] Den ganzen Beitrag lesen »

Kategorie: Kirche, Theologie

Gibt es einen „gerechten Krieg“?

Mittwoch 18. Februar 2015 von Prof. Dr. Rainer Mayer


Prof. Dr. Rainer Mayer

Chaosmächte und die Lehre vom „gerechten Krieg“

1.  Zur Situation

Nach dem Ende des Ost-West-Gegensatzes mit der gegenseitigen atomaren Bedrohung im „kalten Krieg“ erwachte international die Hoffnung auf eine friedlichere Zeit. Nun aber müssen wir erkennen, dass die Welt keineswegs friedlicher wurde. Das Gegenteil trat ein. Staaten zerfielen. Es entstanden neu regionale „heiße“ Kriege. Diese wirken sich jedoch nicht nur begrenzt aus. Weltweite Verwerfungen entstehen. In Europa zeigte sich dies zunächst im Kosovo-Konflikt. Im Nahen Osten hat sich die Situation äußerst zugespitzt. Es begann im Irak mit dem Sturz von Saddam Hussein durch das Eingreifen der USA. Seither verfällt das Land mehr und mehr ins Chaos. Vollends seit Beginn des „arabischen Frühlings“, vielfach vom Westen begrüßt, nehmen in diesen Ländern die militärischen Konflikte zu. In Libyen toben Stammeskämpfe. In Syrien erheben sich verschiedene Gruppen gegen die Assad-Regierung. Sie bekämpfen sich aber auch gegenseitig, meist im Namen des Islam. Den ganzen Beitrag lesen »

Kategorie: Gesellschaft / Politik, Theologie

Intolerante Toleranz?

Freitag 4. Juli 2014 von Prof. Dr. Rainer Mayer


Prof. Dr. Rainer Mayer

Grundlegendes zum Problem und zur Situation

In den westlichen Gesellschaften gilt die Toleranzforderung weitgehend als selbst­verständlich, oft wird sie aber in oberflächlicher Weise erhoben. Toleranz wird dabei erstens verwechselt mit Indifferenz, also mit Gleichgültigkeit und Mangel an eigener Überzeugung. Verantwortliches Engagement kann auf diese Weise nicht entstehen. Ein Defizit wird als Toleranz bezeichnet und zur Tugend gemacht.

Eine weitere Wurzel oberflächlicher Toleranzforderung geht auf die fortschreitende Individualisierung der Lebensverhältnisse zurück. Jeder soll tun und lassen können, was er will. Individuelle Entfaltung ist aber nur möglich auf der Grundlage eines Sets an Ge­meinsamkeiten, die nicht zur Disposition stehen. Wo jeder tun und lassen kann, was ihm beliebt, ist die Gemeinschaft gestört. Der Stärkere wird sich auf Kosten des Schwächeren durchsetzen. Toleranz dieser Art führt auf Dauer zum Anarchismus. Wieder wird ein Defizit zur Tugend erklärt. Den ganzen Beitrag lesen »

Kategorie: Gesellschaft / Politik, Weltreligionen

Gleichgeschlechtliche Partnerschaften im Pfarrhaus – Protestantisches Profil oder Kirche als Kopie?

Freitag 15. April 2011 von Prof. Dr. Rainer Mayer


Prof. Dr. Rainer Mayer

Gleichgeschlechtliche Partnerschaften im Pfarrhaus – Protestantisches Profil oder Kirche als Kopie? Dogmatisch-ethische Besinnung mit Bezug auf die Beschlüsse der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Evang.-Luth. Kirche in Bayern (ELKiB)

Am Mittwoch, 10. November 2010, nahmen die 126 Mitglieder der Synode der EKD ein vom Rat vorgelegtes neues Pfarrdienstgesetz (PfDG) einstimmig an. Der § 39 mit der Überschrift „Ehe und Familie“ lautet in Absatz 1: „Pfarrerinnen und Pfarrer sind auch in ihrer Lebensführung im familiären Zusammenleben und in ihrer Ehe an die Verpflichtungen aus der Ordination (§ 3 Absatz 2) gebunden. Hierfür sind Verbindlichkeit, Verlässlichkeit und gegenseitige Verantwortung maßgebend.“

In den „Erläuterungen“ heißt es dazu: „Der Begriff ‚familiäres Zusammenleben’ ist hingegen [im Unterschied zu dem der Ehe und Familie] bewusst weit gewählt. Er umfasst…jede Form des rechtsverbindlich geordneten Zusammenlebens von mindestens zwei Menschen… Damit ermöglicht es Absatz 1 den Gliedkirchen und gliedkirchlichen Zusammenschlüssen insbesondere, ihre jeweilige, häufig in engagierten Diskussionen errungene Praxis zum Umgang mit eingetragenen Lebenspartnerschaften ohne erneute Diskussion fortzusetzen.“ Bitte hier weiterlesen.

Kategorie: Kirche, Sexualethik

Die Unverfügbarkeit des menschlichen Lebens

Freitag 12. März 2010 von Prof. Dr. Rainer Mayer


Prof. Dr. Rainer Mayer

Die Unverfügbarkeit des menschlichen Lebens

1. Der Mensch auf der Suche nach sich selbst
So weit wir die Geschichte kennen, hat es immer Menschenbilder gegeben, mit deren Hilfe die Menschen sich in der Welt orientierten. Allerdings gilt es als besonderes Kennzeichen der Neuzeit, dass unser Zeitalter das erste ist, „in welchem der Mensch sich völlig und rückhaltlos problematisch geworden ist, in dem er nicht mehr weiß, wer er ist und zugleich an seiner eigenen schmerzhaften Unkenntlichkeit leidet“[1]. Jürgen Moltmann spricht vom „verborgenen Menschen“[2]. Martin Heidegger stellte zwei Dinge fest. Einerseits: „Keine Zeit hat so viel und so Mannigfaltiges vom Menschen gewusst wie die heutige.“ Andererseits: „Aber auch keine Zeit wusste weniger, was der Mensch sei, als die heutige.“[3] Schon Dostojewski schrieb: „Die Ameise kennt die Formel ihres Ameisenhaufens, die Biene die Formel ihres Bienenstocks… Nur der Mensch kennt seine Formel nicht.“[4]

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Kategorie: Lebensrecht, Theologie

Die Bedeutung historisch-kritischer Arbeit im Rahmen biblischer Hermeneutik

Montag 20. Juli 2009 von Prof. Dr. Rainer Mayer


Prof. Dr. Rainer Mayer

Die Bedeutung historisch-kritischer Arbeit im Rahmen biblischer Hermeneutik
Stellungnahme zur historisch-kritischen Methode, ihrem begrenzten Recht und ihrer notwendigen Grenze

Die historisch-kritische Arbeit an biblischen Texten hat eine Berechtigung insofern, als sie die historische Fragestellung (was wurde damals von wem zu wem in welcher Situation gesagt?) wach hält. Denn die Bibel gibt Zeugnis von der Gottesoffenbarung in der Geschichte. Die historisch-kritische Exegese ist jedoch von historischer Exegese zu unterscheiden. – Warum? Den ganzen Beitrag lesen »

Kategorie: Theologie