Gemeindenetzwerk

Ein Arbeitsbereich des Gemeindehilfsbundes

Archiv für die 'Kirchengeschichte' Kategorie

Vortrag beim Regionaltreffen des Gemeindehilfsbundes: „Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert.“ (Mt 10,34)

Donnerstag 1. Juli 2021 von Dr. Klaus-Rüdiger Mai


Dr. Klaus-Rüdiger Mai

Vor fünfhundert Jahren reiste Martin Luther nach Worms, um dem Reichstag seine theologischen Positionen, die doch so viel Diskussion und Aufregung in der christlichen Welt hervorgerufen haben, zu erläutern. Auch wenn der Kaiser ihm geschrieben hatte: „Ehrsamer, Lieber, Andächtiger! Nachdem Wir und die Stände des heiligen Reiches, die jetzt hier versammelt sind, uns vorgenommen und entschlossen haben, der Lehre und Bücher halber, die vor einiger Zeit von dir herausgegeben wurden, Erkundigung von dir einzuholen und diese zu bekommen, haben Wir dir für dein Herkommen und später wieder von hier zu deiner sicheren Bleibe Unser und des Reichs freie, ungeschmälerte Sicherheit und Geleit gegeben. Das senden Wir dir hiermit zu, mit dem Begehren, du mögest dich demnächst aufmachen, und zwar so, dass du in einundzwanzig Tagen, wie es unser Geleit bestimmt, mit Gewissheit hier bei uns sein mögest und nicht ausbleibst. Du sollst dir auch um keine Gewalt oder Unrecht Sorgen machen. Karl V.“, lagen doch die Vorstellungen über die Art und Weise des Auftritts vor dem Reichstag weit auseinander. Den ganzen Beitrag lesen »

Kategorie: Kirche, Kirchengeschichte, Theologie

„Ihr nehmt solche, die in der Gemeinde nichts gelten, und setzt sie zu Richtern. Euch zur Schande muß ich das sagen“ (1. Kor 6,4–5). Luthers Lehre von den zwei Regierweisen Gottes und das Verhältnis von Kirche und Staat heute

Dienstag 15. Juni 2021 von Pfr. Dr. Stefan Felber


Pfr. Dr. Stefan Felber

Die Entdeckung der Glaubensgerechtigkeit allein aus Gnaden steht in der Mitte von Luthers theologischen Denkens und Verkündigens. Als Mitte seiner Ethik gilt seine Lehre von den zwei Regierweisen Gottes, die jedem anhand seines Standes bzw. Standortes Orientierung für sein Handeln in der Welt gibt.[1] Wenn wir heute Luther mit der Frage nach dem Verhältnis von Kirche und Obrigkeit lesen, entsteht aus meiner Sicht der Eindruck einer bleibenden Aktualität. Den ganzen Beitrag lesen »

Kategorie: Gesellschaft / Politik, Kirche, Kirchengeschichte, Theologie

Martin Luther auf dem Reichstag in Worms am 18. April 1521

Sonntag 18. April 2021 von Martin Luther (1483-1546)


Martin Luther (1483-1546)

Erhabenster Herr und Kaiser, durchlauchtigste Fürsten, gnädigste Herren! Zu der mir gestern Nachmittag festgesetzten Zeit erscheine ich gehorsam und bitte um der Barmherzigkeit Gottes willen, Eure Majestät und Eure Herrschaften wollen geruhen, diese Sache der – wie ich hoffe -Gerechtigkeit und Wahrheit gnädig anzuhören, und es mir gütig nachsehen, wenn ich aus meiner Unerfahrenheit jemandem den gebührenden Titel nicht gebe oder auf irgendeine Weise gegen höfischen Brauch und Verhalten verstoße. Auf die erste jener zwei von mir gestern durch Eure geheiligte Majestät vorgelegten Fragen – ob ich die verlesenen, unter meinem Namen verbreiteten Schriften als die meinigen anerkenne und ob ich sie weiter vertreten oder widerrufen wolle – habe ich sofort die klare Antwort gegeben, bei der ich auch bleibe und in Ewigkeit bleiben werde. Den ganzen Beitrag lesen »

Kategorie: Christentum weltweit, Gemeinde, Kirche, Kirchengeschichte

Kirchenaustritt

Samstag 24. Oktober 2020 von Lutz Scheufler


Lutz Scheufler

Die Frage nach dem Kirchenaustritt begegnet mir seit einigen Jahren immer häufiger. Das hat mit den Fehlentwicklungen in den EKD-Kirchen zu tun. Einige fragen interessiert, andere verunsichert. Für manche scheint es ihr persönlicher Missionsbefehl zu sein, gläubige Christen aus den EKD-Kirchen „herauszuretten“. Hier gibt es einige Punkte, warum mir der Kirchenaustritt aktuell nicht möglich ist: Den ganzen Beitrag lesen »

Kategorie: Gemeinde, Kirche, Kirchengeschichte, Seelsorge / Lebenshilfe

Graf Zinzendorf und die Wiederherstellung des messianischen Judentums im 18. Jahrhundert

Freitag 26. Juni 2020 von Beit Sar Shalom Evangeliumsdienst e.V.


Beit Sar Shalom Evangeliumsdienst e.V.

Wenn wir von messianischem Judentum in der Antike und der Neuzeit sprechen, beziehen wir uns auf eine religiöse Tradition, in der Juden sich dazu bekannten, Jesus als Messias Israels nachzufolgen, und dabei weiterhin innerhalb der Sphäre des Judentums lebten. Gemeinschaften solcher Juden existierten in den ersten vier Jahrhunderten unserer Zeitrechnung im Land Israel, in Syrien und jenseits davon. Den ganzen Beitrag lesen »

Kategorie: Kirchengeschichte

„Aus Wasser und Geist“

Dienstag 2. Juni 2020 von Holger Lahayne


Holger Lahayne

„Die Taufe ist ein Bad der Wiedergeburt“

Nach Beginn der Reformation um 1517/19 dauerte es gerade ein Jahrzehnt, bis sich drei Hauptströme der Evangelischen bildeten. Die Hauptursache war, dass Schweizer um Zwingli sowie Oberdeutsche wie Bucer in Straßburg eine andere Lehre der Sakramente als Luther und seine Anhänger im Norden entwickelt hatten. Beim Religionsgespräch in Marburg im Jahr 1529 konnten beide Seiten im Punkt des Abendmahls zu keiner Einigung finden, die ein Zusammengehen hätte möglich gemacht. In der Schweiz selbst trennten sich die Täufer ab 1525 von den anderen Evangelischen. Sie sahen die Taufe gläubiger Erwachsener durch Untertauchen als Pflicht der Christen an. Den ganzen Beitrag lesen »

Kategorie: Kirche, Kirchengeschichte, Theologie

Ein unerwarteter Besuch – 75 Jahre Kriegsende

Freitag 8. Mai 2020 von Bischof Hans-Jörg Voigt (D.D.)


Bischof Hans-Jörg Voigt (D.D.)

Vor 75 Jahren ging der bis dahin schrecklichste aller Weltkriege in Europa zu Ende. Der leitende Geistliche der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK), Bischof Hans-Jörg Voigt D.D. (Hannover), hat aus diesem Anlass eine persönliche Stellungnahme verfasst.

„In Groß Oesingen besteht eine der Heidegemeinden der heutigen Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK): Wenige Monate nach der bedingungslosen Kapitulation der Deutschen Wehrmacht saßen wenige Pfarrer der damaligen Evangelisch-Lutherischen Freikirche zusammen. Man schrieb den 1. November des Jahres 1945. Der Ortspfarrer Martin Hein und Pfarrer Hans Kirsten (damals Hannover) waren unter den Anwesenden. Der bis dahin schrecklichste aller Kriege, der je von deutschem Boden ausgegangen war, war gerade wenige Monate mit einer Niederlage und der Unterzeichnung der Kapitulation zu Ende gegangen. Den ganzen Beitrag lesen »

Kategorie: Christentum weltweit, Gesellschaft / Politik, Kirchengeschichte

„Christus aber ist da, damit wir nicht allein sind“ – Martin Luther über die Pest in Wittenberg (1527)

Montag 16. März 2020 von Martin Luther (1483-1546)


Martin Luther (1483-1546)

„Die Pest hat hier zwar angefangen, aber sie ist recht gnädig. Die Furcht und die Flucht der Leute…davor ist jedoch erstaunlich, so daß ich eine solche Ungeheuerlichkeit des Satans vorher noch nicht gesehen habe. So sehr erschreckt (er die Leute), ja er freut sich, die Herzen so verzagt zu machen, natürlich damit er diese einzigartige Universität zerstreue und verderbe, welche er nicht ohne Ursache vor allen anderen haßt. Jedoch sind während der ganzen Zeit der Pest bis auf diesen Tag nicht mehr als 18 Todesfälle gewesen einschließlich derer, die innerhalb der Stadt waren, Mädchen und Kinder und alles mitgezählt. In der Fischervorstadt…hat sie heftiger gewütet, in unserem Stadtteil…ist noch kein Todesfall, obwohl alle Toten da begraben werden. Den ganzen Beitrag lesen »

Kategorie: Allgemein, Kirche, Kirchengeschichte, Seelsorge / Lebenshilfe

Schon die Gesinnung wird verfolgt

Mittwoch 26. Februar 2020 von Institut für Demographie, Allgemeinwohl und Familie e. V.


Institut für Demographie, Allgemeinwohl und Familie e. V.

»Die Stunde des Thomas Morus« – diese Worte haben einen doppelten Sinn: sie besagen, dass Thomas Morus seine Stunde hatte: seine Entwicklung, seinen Wirkungskreis, sein Schicksal, das durch sein Verhalten in einer konkreten Lebens- und auch Geschichtskonstellation bestimmt wurde. Sie impliziert aber auch, dass das Zeitlose und Allgemeine jener Konstellation seine Stunde zu unserer Stunde macht. Was dieses Allgemeine und Zeitlose ist, will der Untertitel des Buches »Einer gegen die Macht« ausdrücken. Den ganzen Beitrag lesen »

Kategorie: Gesellschaft / Politik, Kirchengeschichte

Hermeneutische Demut

Mittwoch 12. Februar 2020 von Holger Lahayne


Holger Lahayne

Der Zürcher Reformator Huldrych Zwingli starb 1531 auf dem Schlachtfeld bei Kappel. Bald danach wurde der noch junge Heinrich Bullinger zu seinem Nachfolger als Hauptpastor des evangelischen Zentrums in der Schweiz gewählt. Über vier Jahrzehnte konnte er in Zürich wirken. Nicht zuletzt durch seine zahlreichen Schriften und Briefe wurde er zu einer Schlüsselfigur der Reformation in Europa und ein – wie wir heute sagen würden – wichtiger Netzwerker. Den ganzen Beitrag lesen »

Kategorie: Kirchengeschichte, Theologie