Gemeindenetzwerk

Ein Arbeitsbereich des Gemeindehilfsbundes

Drucke diesen Beitrag Drucke diesen Beitrag Artikel empfehlen Artikel empfehlen

Rudolf Willeke, Offener Brief an den BundesprÀsidenten

Samstag 9. Januar 2010 von Administrator


Hochgeehrter Herr BundesprÀsident,

viele BĂŒrger wie ich schĂ€tzen Sie sehr als ReprĂ€sentanten unseres Rechtsstaats, als moralische Instanz unserer Gesellschaft und als „pater familias“ einer leidgeprĂŒften christlichen Lebensgemeinschaft. Ihre Weihnachtsansprache mit dem PlĂ€doyer fĂŒr eine „Kultur der Achtsamkeit“ ist vielen aus der Seele gesprochen, weil sie sich gegen die Verrohung des zwischenmenschlichen Umgangs ausspricht. Sehr viele werden Ihnen dankbar sein und aus Dankbarkeit antworten. Sie haben dem ethischen Staat Reverenz erwiesen.

Mir kam beim Hören Ihrer sehr besorgten und bewegenden Ansprache in den Sinn, daß die „Kultur der Achtsamkeit“ seit 1968 verstĂ€rkt die „Ehe-Familie“ und das „Kindeswohl“ aus dem Auge verliert. Das ZerrĂŒttungsprinzip im Scheidungsrecht fördert die Auflösung der Familie – Urzelle der Kirche, der Gesellschaft und des Staates – in ihre Bestandteile. Fast jede zweite Ehe wird mittlerweile geschieden. Die rund 200.000 Scheidungen hinterlassen Jahr fĂŒr Jahr 150.000 meist sehr junge Scheidungswaisen, denen aus psychologisch-pĂ€dagogischer Perspektive eine traurige Biographie als Heim-Kind, als „Single“ ohne Bruder oder Schwester, als Stief-Kind, oft jahrelang als „Match-Ball“ zwischen den streitenden Partnern oder als unter die Armutsgrenze fallender Hartz-IV-EmpfĂ€nger bevorsteht. Statt des „Naturrechts auf Pflege und Erziehung durch Eltern“ bleibt den vernachlĂ€ssigten Waisen nur ein privatrechtlicher Anspruch auf Geld; sie erreichen ĂŒberwiegend nicht die ihren Begabungen entsprechenden SchulabschlĂŒsse und vergrĂ¶ĂŸern die Zahl der Unzivilisierten und ScheidungstĂ€ter von morgen.

Das Gesetz zur „Eingetragenen Partnerschaft“ von 2001 widerspricht dem Sittengesetz (Art. 2, 1 GG) und widerspricht dem Art 6 GG, dem ethischen Staat, denn sie reproduziert nicht die Gesellschaft – und sie lĂ€ĂŸt den Staat leerlaufen. Der revidierte § 218 verweigert rd. 350.000 Kindern im Mutterleib das „Recht auf Leben“, opfert das verfassungsrechtlich garantierte Recht auf Leben dem „Recht auf Selbstbestimmung“ und stellt damit einen Tiefschlag gegen die „Kultur der Achtsamkeit“ gegenĂŒber den SchwĂ€chsten unserer Rechtsgemeinschaft dar. Der Staat legalisiert das Unrecht und verzichtet auf Strafe bei Rechtsverletzung.

Die genannten und nichtgenannten familienfeindlichen Gesetze bestreiten oder ignorieren, daß es höheres Recht gibt als das staatlich gesetzte; sie entkernen den Art. 6 GG unserer Verfassung. Es wĂŒrde uns Deutschen zur Ehre gereichen, im Dienste der „Kultur der Achtsamkeit“ und im Einsatz fĂŒr eine „gerechte Weltordnung“ die Goldene Liste des Weltkulturerbes mit dem Mont Saint-Michelle, der Zeche Zollverein und dem Stadtbild wie der Frauenkirche von Dresden um die „Ehe-Familie“ zu verlĂ€ngern, sind doch die Bauherren und Bauarbeiter dieser bewundernswerten Bauwerke aus ehrbaren Ehe-Familien hervorgegangen, von ihnen gepflegt, erzogen und kultiviert worden. Ersatzweise mĂŒĂŸte die bĂŒrgerliche Familie des Art. 6 GG in die Rote Liste der aussterbenden Arten in den globalen Vergletscherungs-, Überflutungs- und WĂŒstenregionen aufgenommen werden.

FĂŒr wen sollen wir  die „Zukunft der Menschheit“ sicherer machen, die „Bewahrung der Schöpfung“ propagieren und die „Klimakatastrophe“ (Kyoto/Kopenhagen) zurĂŒckdrĂ€ngen, wenn sich die Ehe-Familie auflöst und den freiheitlichen Staat totlaufen lĂ€ĂŸt, der die Eingetragene Partnerschaft unter den „besonderen Schutz“ und ihre Diskriminierung unter Strafe stellt?

Ich wĂŒnsche Ihnen unter dem Schutz des Allerhöchsten ein gutes Jahr 2010
mit besten GrĂŒĂŸen aus MĂŒnster!

Ihr MitbĂŒrger
Rudolf Willeke
MĂŒnster, 27.12.2009

 

Drucke diesen Beitrag Drucke diesen Beitrag Artikel empfehlen Artikel empfehlen

Dieser Beitrag wurde erstellt am Samstag 9. Januar 2010 um 12:03 und abgelegt unter Gesellschaft / Politik.