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Stiftung „Ja zum Leben“ Stiftungspreis 2007

Mittwoch 6. Juni 2007 von Pastor Jens Motschmann


Pastor Jens Motschmann

Stiftung „Ja zum Leben“ verleiht Stiftungspreis 2007 an Christa Meves

Laudatio

Verehrte, liebe GrÀfin Westphalen,
verehrte, liebe Christa Meves!
Meine sehr verehrten Damen und Herren!

Im vergangenen Herbst fragte GrĂ€fin Westphalen an, ob ich bereit wĂ€re, anlĂ€sslich der Verleihung des Stiftungspreises 2007 der Stiftung „Ja zum Leben“ an Christa Meves die Laudatio zu halten. Über diese Bitte freute ich mich und vor allem darĂŒber, dass Christa Meves, die seit vielen Jahren Tausenden und Abertausenden wie ein guter Engel mit Rat und Tat zur Seite steht und unzĂ€hlige Frauen und MĂ€nner ermutigt hat fĂŒr das „Ja zum Leben“, dass diese Frau nun diese besondere Auszeichnung bekommen soll.

Aber zugleich durchfuhr mich eine Beklemmung: Was soll man denn bei einer solchen Ehrung sagen, was nicht schon alle wissen? Und was wĂ€re da alles aus einem so reichen Leben und Werk zu nennen? Wo anfangen – wo aufhören? Andere PreistrĂ€ger mĂŒssen in aller Regel erst einmal einer breiteren Öffentlichkeit bekanntgemacht werden. Man hat vielleicht schon einmal ihren Namen gehört, aber da kann man als Laudator InformationslĂŒcken schließen. Christa Meves dagegen muss nicht bekannt gemacht werden, muss zumindest in diesem Kreis nicht vorgestellt werden. Jeder von uns kennt sie. Jeder von uns liebt sie. Jeder von uns hat sich irgendwann mit ihr auseinandergesetzt.  Jeder von uns verdankt ihr ganz wesentliche Einsichten.

Aber auch das, was wir schon kennen, braucht gelegentlich eine Stimme, die gar nicht viel Neues sagt, sondern das schon Bekannte noch einmal bewusst macht.

Jeder von uns hat BĂŒcher von Christa Meves gelesen, hat ihre spannenden, informativen und aufrĂŒttelnden VortrĂ€ge miterlebt, hat vielleicht auch die Wochenzeitung „Rheinischer Merkur – Christ und Welt“ nicht zuletzt deshalb abonniert, weil Christa Meves von 1978 bis 2006 Mitherausgeberin und Kolumnistin dieser renommierten Zeitung war.

„Manipulierte Maßlosigkeit“ war eines ihrer ersten BĂŒcher. Über hundert BĂŒcher sollten es werden mit einer Gesamtauflage in deutscher Sprache von 6 Millionen, nicht mitgerechnet die Übersetzungen ihrer Werke in andere Sprachen, sogar ins Japanische und Chinesische. Und der schöpferische Strom fließt und fließt immer noch ununterbrochen zu unserer Freude.

„Manipulierte Maßlosigkeit“, um auf diese Sammlung von VortrĂ€gen zurĂŒckzukommen, war meine erste Begegnung mit Christa Meves. Ich habe als junger Pastor dieses Buch geradezu verschlungen! Es erschien 1971, wurde zum Bestseller und hat inzwischen 42 Auflagen erreicht! Unglaublich, aber wahr! Es ist ein prophetisches Buch. Die damaligen Prognosen, die das Buch enthĂ€lt, haben sich erfĂŒllt. Christa Meves hat darin die Lebensphilosophie der Achtundsechziger, ihre antiautoritĂ€re PĂ€dagogik und die Folgen dieses Denkens erschĂŒtternd klarsichtig und warnend beschrieben.

Heute sehen wir: es ist eingetroffen, was da steht â€žĂŒber die Schwierigkeit im Wohlstand glĂŒcklich zu sein“, ĂŒber die „Neurotische Verwahrlosung – ein Teilaspekt des Jugendproblems“, ĂŒber die „Verunsicherte Weiblichkeit“, ĂŒber die „Abgeschaffte Schuld“, um nur einige der BeitrĂ€ge aus diesem Buch zu nennen.

Es muss fĂŒr Dich ein sonderbares GefĂŒhl sein – dieses Schwanken zwischen der Genugtuung, dass man recht behalten hat mit seinen Analysen und Prognosen und der Trauer darĂŒber, dass es tatsĂ€chlich so gekommen ist und nun so unendlich viele Menschen mit ihrem Leben nicht oder nur schwer zurechtkommen.

Ich habe mir zur Vorbereitung auf diesen Tag noch einmal die Biographie von Christa Meves vorgenommen: „Mein Leben.“ Es ist spannend, diesen Lebensbericht zu lesen. Es ist spannend, dabei zu erleben, wie ein einzelner Mensch mit der Leidenschaft seines Denkens, mit der FĂ€higkeit seines Könnens, mit der Liebe seines Herzens und mit dem Vertrauen in die FĂŒhrung Gottes zum Leuchtturm so vieler Menschen werden konnte. „Herausgefordert vom Zeitgeist“ lautet der Untertitel dieses Lebensberichtes.

Kleine Zwischenfrage: Wer oder was ist eigentlich der Zeitgeist?

Goethe hat ihn folgendermaßen definiert:

„Wenn eine Seite nun besonders hervortritt, sich der Menge bemĂ€chtigt und in dem Grade triumphiert, dass die entgegengesetzte sich in die Ecke zurĂŒckziehen und fĂŒr den Augenblick im stillen verbergen muss, so nennt man jenes Übergewicht den Zeitgeist, der dann auch eine Zeitlang sein Wesen treibt.“

In die Ecke hast Du Dich allerdings nie zurĂŒckgezogen. Das könnte dem Zeitgeist so passen:

Christa Meves still in einer Ecke ihres Hauses in Uelzen.

FĂŒr Dich war es immer völlig klar:

Man muss diese Spannung aushalten zwischen der Stille, in der wir unsere Gedanken sammeln und zu Papier bringen und dem Kampf, dem wir uns dann beherzt stellen, dem Geisteskampf im Sinne von Epheser 6, angetan mit der WaffenrĂŒstung Gottes und dadurch unverletzbar. Es ist in der Tat ein erhebendes GefĂŒhl, wenn auf einen geschossen, aber man nicht getroffen wird, jedenfalls nicht so, dass man aus dem Kampf ausscheiden mĂŒsste.

Wenn wir uns diesem Kampf nicht stellen wĂŒrden, dĂŒrften wir uns auch nicht wundern, wenn der Zeitgeist immer dreister wird und noch lĂ€nger sein Wesen oder besser sein Unwesen treibt. Du hast Deinen Widerstand gegen den Zeitgeist selbst so beschrieben:

„Ich ging also in die Öffentlichkeit und sagte den Ärzten, dass sie die MĂŒtter anders beraten mĂŒssten, und zwar bereits im Wochenbett, dass Mutter und SĂ€ugling auch dort schon zusammengehören.

Sie schĂŒttelten die Köpfe; sie, die Klugen, hatten dergleichen auf den UniversitĂ€ten nicht gelernt. Und warum sollte man die Wöchnerinnenstationen, die sich durch die EinfĂŒhrung der Flaschennahrung so viel einfacher gestalteten, nun einer unsicheren Theorie wegen umĂ€ndern?

Ich ging zu den Lehrern, denen ich prophezeite, dass sich aufgrund dieser Gegebenheiten ein enormes Absinken der LeistungsfĂ€higkeit der Kinder zeigen wĂŒrde. Ganze SĂ€le voller PĂ€dagogen haben mich wegen dieser Prognose schallend ausgelacht. Heute lacht keiner mehr.

Die Schul-SchwÀchlinge sind Legion.

Ich bin zu den Politikern gegangen, damals noch nach Bonn zu einem sogenannten ‚Hearing’, und habe gesagt, dass unser liberales Staatswesen, das uns so wert, so teuer ist, in Frage gestellt werden wĂŒrde, wenn wir eine Generation von labilen, kriminellen, sĂŒchtigen Verwahrlosten herangezogen haben wĂŒrden.

Ich stellte die Prognose, dass besonders die DiebstahlskriminalitĂ€t durch diese kollektive Erkrankung der jungen Generation (frustrierte und verwöhnte Kinder werden nĂ€mlich habgierig) unbeherrschbar werden wĂŒrde. Sie wollten es bedenken – und dabei blieb es.“ (1)

Man kann es erst recht kaum fassen, wenn man hört, dass diese kritische Distanz nicht nur aus dem politischen, linksideologisch eingefĂ€rbten Milieu kam, sondern teilweise aus der eigenen Kirche, die ja fĂŒr Dich bis in die achtziger Jahre hinein die evangelische Kirche war.

Einerseits war es der Wunsch des Rates der EKD eine solche prominente Persönlichkeit wie Christa Meves in ihren Reihen zu haben. Also wurde sie in die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland berufen. Von 1973 bis 1984 gehörte sie als berufenes Mitglied der EKD-Synode an, zu ihrer Freude auch Prof. Dr. Joachim Illies, Zoologe, Leiter eines Max-Planck-Institutes und bekennender Christ, Freund der Familie Meves und geistiger Mitstreiter von Christa Meves. In dem von beiden herausgegebenen Briefwechsel „Unterwegs” kann man eine erschĂŒtternde Passage lesen. Sie betrifft die Diskussion, die Mitte der siebziger Jahre in der EKD-Synode ĂŒber die Neufassung des Paragraphen 218 gefĂŒhrt wurde.

„Wir beide haben damals zwar unsere Stimmen in der Synode erhoben. Aber doch lange nicht laut genug, leise in gepflegter Rede, mit sachlicher Argumentation, schweigend, nachdem die Rednerliste geschlossen war, brav den Spielregeln des Parlaments gehorchend, obgleich der Ungeheuerlichkeit der Sache doch nur eines angemessen gewesen wĂ€re: dass man geschrieen, geschrieen, geschrieen hĂ€tte gegen alles LĂ€uten der Glocke des Herrn PrĂ€ses, dass man schreiend um sich geschlagen hĂ€tte aus dem Saal getragen werden mĂŒssen. Aber zu so viel Tapferkeit reicht es bei mir eben nicht. Es ist gut, dass ich ins zweite Glied habe zurĂŒcktreten dĂŒrfen.” (2)

Diese Passage ist sehr eindrucksvoll, wie alles, was Du schreibst. Doch sie gefĂ€llt mir nicht so ganz. Vor allem nicht dieser Satz: „Aber zu so viel Tapferkeit reicht es bei mir eben nicht.”

Darf ich so tapfer sein, an dieser Stelle vor lauter Meves-AnhĂ€ngern eine etwas andere Meinung zu diesem Punkt zu Ă€ußern?

Du bist eine so wunderbar tapfere Frau! HĂ€ttest Du so geschrieen, dass man Dich hĂ€tte hinaustragen mĂŒssen, wĂ€re das vermutlich kein zusĂ€tzlicher Dienst fĂŒr Dein Zeugnis gewesen.

Im Gegenteil. Ich fĂŒrchte, Du hĂ€ttest es damit Deinen Kritikern zu leicht gemacht, so dass sie hĂ€tten sagen können: „Seht her: diese Frau ist doch nicht ernst zu nehmen, sie ist, was wir schon immer gesagt haben, eine Fanatikerin.“

Nein, so leicht dĂŒrfen wir es unseren Gegnern nicht machen!

Sie haben Dich bekĂ€mpft, auch in der eigenen Kirche. Das war bitter: Sie haben Dich als „Flurschaden” hingestellt. In den „NEK-Mitteilungen” der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche wurde vor dem angeblich „reaktionĂ€ren, antiemanzipatorischem Erziehungs- undGesellschaftsideal” der Christa Meves gewarnt.

Damals bahnte sich die Hinwendung zur katholischen Kirche an, die 1987 vollzogen wurde.

Das schmerzte – bei allem VerstĂ€ndnis fĂŒr diesen Schritt – manche evangelischen Freunde, aber die tiefe innere Verbundenheit mit Dir blieb bestehen.

Ein besonders eindrucksvolles Beispiel fĂŒr diese Verbundenheit sind die Tagungen des „Freundeskreises Christa Meves” auf der Burg Rothenfels, gelegentlich auch an anderen Orten, die Christen beider Konfessionen zu einem intensiven Gedankenaustausch zusammenfĂŒhren und Stellungnahmen zu aktuellen ethischen Fragen herausgeben.

Evangelische und katholische Christen danken Gott gemeinsam fĂŒr das Wirken von Christa Meves.

Ehe, Familie, Kindererziehung – das sind Deine Arbeitsfelder. Das sind Bereiche unseres Lebens, von denen viel fĂŒr unser aller Leben abhĂ€ngt. Das sind Bereiche, in denen manches oder sogar vieles besser werden mĂŒsste.

Wir können es doch nicht einfach hinnehmen, dass wir ein sterbendes Volk sind, dass auf den Schulhöfen immer wieder Gewalt aufbricht, dass so viele Menschen psychisch krank sind inmitten einer Wohlstandsgesellschaft, dass jungen Eltern, die ein Kind bekommen und sich mit unbÀndiger Freude auf ihre Elternschaft einstellen, von der Politik vermittelt wird: es ist besser, wenn Euer Kind in einer Krippe aufwachsen kann. Wir können das alles nicht einfach hinnehmen.

„Wo aber Gefahr ist, wĂ€chst das Rettende auch.“ So hat es Friedrich Hölderlin gedichtet. („Patmos“)

Man darf dann allerdings auch nicht die Augen verschließen vor der Gefahr und vor allem: man muss Alternativen aufzeigen.

Christa Meves hat diese Alternativen aufgezeigt. Sie hat auf wissenschaftlicher Grundlage und geprĂ€gt aus christlichem Geist eine Anthropologie entwickelt, die auf der Ätiologie von Konrad Lorenz und der Neo-Analyse der zwanziger Jahre des vorigen Jahrhunderts aufbaut.

Sie hat ein Konzept vom Menschen entwickelt, geprĂŒft an Forschungen der PĂ€dagogik, der Verhaltensforschung, der Genetik, der Entwicklungspsychologie, der Tiefenpsychologie von Freud bis Jung.

Dieses weit gefĂ€cherte Wissen hat in der Anthropologie von Christa Meves in dem Maße Eingang gefunden, wie es sich als hilfreich-praktikabel und heilend erwiesen hat.

Dieses Konzept wurde nicht ausschließlich am grĂŒnen Tisch rein theoretisch entwickelt, sondern immer auch umgehend in der eigenen Praxis erprobt. Damit wurden Voraussetzungen geschaffen, die es Millionen Menschen ermöglichen, ein glĂŒckliches Leben zu fĂŒhren.

Die GrundĂŒberlegungen dazu sind relativ einfach zu erfassen und nachzuvollziehen; Jeder Mensch wird bestimmt vom Nahrungstrieb und vom Bindungstrieb. Beide Triebe sind notwendig, um zu leben und zu ĂŒberleben. Aber – so Christa Meves: „Die Erfindungen des technischen Zeitalters machten es erstmals in der Menschheitsgeschichte möglich vom Urkonzept abzuweichen und Kinder ohne die absolute Vollhingabe der Mutter groß zu bekommen. Mit ErsatzprĂ€paraten der Muttermilch ließ sich das ermöglichen – und so ließen sich auch die Neugeborenen zunehmend mehr aus der LeibnĂ€he der Mutter abtrennen und an vielerlei andere, verschiedene, auch professionelle Bezugspersonen delegieren.“

Damit kommen beide Triebe – der Nahrungs- und der Bindungstrieb – zu kurz. Das wiederum erhöht die AnfĂ€lligkeit fĂŒr neurotische Depressionen, vermindert die Liebes- und ArbeitsfĂ€higkeit und steigert einen unzufriedenen, gierigen, aggressiven Charakter. Sowohl die Tierverhaltensforschung als auch die neuere Hirnforschung kommt zu analogen SchlĂŒssen. Letztere bestĂ€tigt, dass Wachstum und Entwicklung des Gehirns nicht nur durch genetische Veranlagung und Eiweißzufuhr maßgeblich beeinflusst wird, sondern durch Zuneigung, ja Liebe durch eine gleichbleibende Bezugsperson.

Die Konsequenzen aus diesen Forschungsergebnissen hat Christa Meves in unzĂ€hligen Publikationen dargestellt. Um diese Ergebnisse recht vielen Menschen in leicht fasslicher Form zugĂ€nglich zu machen, entstand dieses Faltblatt „Die Familie ist unaufgebbar! Die Familie braucht Hilfe, damit wir Zukunft haben!“, das vom Verein „Verantwortung fĂŒr die Familie“ verteilt wird.

Wie vielen Menschen ist mit diesen RatschlĂ€gen bereits geholfen worden? Wie vielen muss noch geholfen werden! Wie vielen Menschen in unserem Lande mĂŒssen noch die Augen geöffnet werden fĂŒr diese ZusammenhĂ€nge!

Man kann sagen: es ist erfreulich, dass diese Thematik inzwischen auch in der Politik grĂ¶ĂŸtmögliche Beachtung findet. Es ist sicherlich gut und richtig, dass jetzt intensivere Vorkehrungen getroffen werden, um Kinder, die von akuter Verwahrlosung bedroht sind, durch staatliche Einrichtungen aufzufangen. Aber vielen Politikern mĂŒssen noch die Augen dafĂŒr geöffnet werden, dass sie die eigentlichen Ursachen fĂŒr derartige Verwahrlosungen erkennen.

Das „Ja zum Leben“, fĂŒr das sich die Stiftung gleichen Namens seit Anfang der neunziger Jahre einsetzt, dieses „Ja zum Leben“ braucht ein doppeltes Ja:

das Ja der Eltern zum Kind, damit es ĂŒberhaupt geboren und nicht abgetrieben wird, aber auch

das Ja der Eltern zu einem Leben mit dem Kind.

Dieses gemeinsame Leben mit dem Kind zu fördern sollte die vordringlichste Aufgabe aller BemĂŒhungen um die Familie und auch aller Familienpolitik sein!

Denn viele Menschen sind jahrelang durch die Überbetonung der Selbstverwirklichung bindungsschwach, wenn nicht gar bindungsunfĂ€hig geworden und verunsichert im Blick auf alles, was mit Ehe, Familie und Kindern zusammenhĂ€ngt.

Wir mĂŒssen ihnen helfen, dass sie die Erkenntnisse von Christa Meves aufnehmen. Dazu bedarf es von unserer Seite einer großen Geduld, um den vom Zeitgeist verfĂŒhrten Menschen den guten Weg zu zeigen.

Manche von uns benutzen zu ihrer persönlichen Andacht das LosungsbĂŒchlein der Herrnhuter BrĂŒdergemeine. In diesem BĂŒchlein stehen fĂŒr jeden Tag des Jahres ein alttestamentliches und ein neutestamentliches Wort. FĂŒr den heutigen Tag steht dort aus dem Neuen Testament der Satz aus dem Jakobusbrief: „Wisst, dass euer Glaube, wenn er bewĂ€hrt ist, Geduld wirkt.“ (3)

Diese Geduld wĂŒnsche ich uns allen, dass wir in unserem Geisteskampf nicht resignieren und bitter werden. Wir wollen vielmehr weiterhin MĂ€nner und Frauen ermutigen, das Miteinander in der Familie gegen alle sonstigen ZwĂ€nge, die es ja gibt, möglichst intensiv zu leben.

Es gibt ja bereits eine FĂŒlle von positiven RĂŒckmeldungen. Nur ein Beispiel, das ich selbst vor ein paar Tagen erlebt habe: Als ich in die Praxis eines Arztes kam, den ich bis dahin noch gar nicht kannte, sah er ein Buch in meiner Hand: „Mein Leben“ von Christa Meves. Ich hatte die Zeit im Wartzimmer mit dieser LektĂŒre verbracht. Nun sah er das Buch und etwas neugierig fragte er: „Darf ich wissen, was das fĂŒr ein Buch ist?“ „Das ist ein Buch von Christa Meves! Kennen Sie Christa Meves?“

Darauf der Arzt: „Und ob ich Sie kenne! Sie mĂŒssen wissen, dass ich nach Meves erzogen worden bin. Meine Mutter hat bestimmt zwanzig BĂŒcher von ihr zu Hause!“ Ich sagte ihm, dann wĂŒrden ihr noch ca. 80 BĂŒcher fehlen! Er lachte fröhlich und wollte dieses Buch unbedingt seiner Mutter zu Pfingsten schenken.

Diese erfreulichen RĂŒckmeldungen ĂŒberwiegen bei weitem, wenn der Name Christa Meves fĂ€llt. Überall dort, wo Menschen Dich aufgesucht, Deinen Rat gesucht und bekommen haben, ĂŒberall dort, wo Du zu VortrĂ€gen eingeladen wurdest, hast Du dankbare, oft geradezu ĂŒberwĂ€ltigend positive Resonanz gefunden. Das gilt auch von Deiner ĂŒberwĂ€ltigend großen Lesergemeinde! Deine BĂŒcher und AufsĂ€tze haben unzĂ€hlig vielen Menschen geholfen. Sie sind wissenschaftliche fundiert geschrieben, aber auch fĂŒr den sog. Laien verstĂ€ndlich und aus dem prallen Leben Deiner Praxis als Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin wirklichkeitsbezogen. Du hast doch fĂŒr das Ja zum Leben vieles bewirkt, dass Eltern Deinen ErziehungsratschlĂ€gen folgen, dass MĂŒtter wieder mehr stillen, dass es ein Karenzjahr fĂŒr sie gibt, dass das Rooming-in auf den Wöchnerinnenstationen eingefĂŒhrt worden ist.

Das alles geht nicht zuletzt auch auf Deinen unermĂŒdlichen Einsatz zurĂŒck. Welche eine Lebensarbeit, welch eine Lebensleistung!

Wenn ich daran denke, wie viele GesprĂ€che Du in den vergangenen fĂŒnfzig Jahren in Deiner Praxis gefĂŒhrt hast, wie viele Gutachten Du verfasst hast, wie viele AufsĂ€tze (weit ĂŒber 2000!), wie viele Briefe von Dir in all den Jahren beantwortet wurden. Irgendwo las ich: allein im Zeitraum von 1971-1981 hast Du mehr als 60.000 Briefe persönlich beantwortet. Und dann die vielen BĂŒcher und VortrĂ€ge! Und seit zwei Jahren auch noch die Einrichtung eines Eltern-Collegs, einer Elternschule.

Man fragt sich unwillkĂŒrlich, woher nimmst Du diese Kraft her, dass wir Dich heute mit Deinen ĂŒber 80 Jahren so strahlend vor uns sehen?

Das ist Gnade, ein Geschenk Gottes. Aber dazu gehört auch, dass man gut organisiert ist durch ein hohes Maß an Selbstdisziplin und durch ein hohes Maß an Geborgenheit.

Ich denke dabei an Deine Familie, die Dich umgibt: Ich denke an Deinen unvergessenen wunderbaren Mann Dr. Harald Meves, dem Du so vieles verdankst. Ich denke an Deine Kinder und Enkel. Ich denke an Deine Mitarbeiterinnen im Hause, an Deine Freunde, den immer weiter anwachsenden Freundeskreis von inzwischen mehr als 7.000 Mitgliedern und Gleichgesinnten in allen Kontinenten der Welt.

Ich denke auch an manche Anerkennung, die Du in der Öffentlichkeit erfahren hast, Auszeichnungen, wie z.B. das Bundesverdienstkreuz, das Große Verdienstkreuz des NiedersĂ€chsischen Verdienstordens und 2005 das Komturkreuz des Gregoriusordens durch Papst Benedikt XVI. Der heutige Preis der Stiftung Ja zum Leben ist nun die 16. Ehrung. Auch das ist eine BestĂ€tigung, eine StĂ€rkung auf Deinem Weg!

Vor allem aber war es Dein Glaube, der Dich gerade in Zeiten der Anfechtung getragen und gestĂ€rkt hat. Die Geborgenheit an der Seite des Guten Hirten, die Dankbarkeit gegenĂŒber Gott hat Dich so spĂŒrbar geleitet, begleitet und in allem getragen.

Auch wenn es anders gemeint war, hat die grĂŒn-alternative „tageszeitung“ (taz) etwas Richtiges geschrieben, als sie Dich im April dieses Jahres so bezeichnet hat „die alttestamentarisch-bibelfromme Autorin Christa Meves”. (4)

Ja, diese Frau ist eine wĂŒrdige PreistrĂ€gerin der Stiftung „Ja zum Leben“. Ich danke Ihnen, verehrte GrĂ€fin Westphalen, dass Sie diese Entscheidung mit Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern so getroffen haben. Und wir alle danken Christa Meves, dass sie fĂŒr uns alle einen so großen Dienst fĂŒr das Ja zum Leben getan hat und tut.

Gott segne und behĂŒte Dich auch weiterhin auf Deinem Weg!

Literatur:

1 Meves, Ch.: Mein Leben – Herausgefordert vom Zeitgeist. 1999, S. 119

2 Meves,Ch.; Illies, J.: Unterwegs. Ein Briefwechsel in der Not unserer Zeit.1980, S. 169

3 Jakobus 1,3

4 taz, 27. April 2007

WeiterfĂŒhrende Literatur:

Meves, Ch.: Mein Leben – Herausgefordert vom Zeitgeist. 2.Aufl. Resch Verlag.

Meves, Ch.: Manipulierte Maßlosigkeit. 42.Auflage, Christiana Verlag.

Meves, Ch.: VerfĂŒhrt. Manipuliert. Pervertiert. 3.Auflage, Resch Verlag.

Meves, Ch.: Trotzdem: Mut zur Zukunft. 2.Auflage, Resch Verlag.

V e r a n t w o r t u n g  f ĂŒ r  d i e  F a m i l i e  e . V.

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Mittwoch 6. Juni 2007 um 14:46 und abgelegt unter Ehe u. Familie.