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Juristen fordern Verbot des Bluttests auf Trisomie 21

Donnerstag 30. August 2012 von Juristen-Vereinigung Lebensrecht (JVL)


Juristen-Vereinigung Lebensrecht (JVL)

Juristen fordern Verbot des Bluttests auf Trisomie 21

In einem Schreiben an die Freiburger RegierungsprĂ€sidentin SchĂ€fer hat der Vorsitzende der Juristen-Vereinigung Lebensrecht e. V. (JVL) in Köln Bernward BĂŒchner erneut ein Verbot des von der Konstanzer Firma „Livecodexx“ entwickelten Bluttests gefordert. „Ich teile die Auffassung des Bonner Rechtswissenschaftlers Professor GĂ€rditz, dass ein solches Verbot nach Paragraf 26 des Medizinproduktegesetzes sehr wohl möglich ist“, so BĂŒchner, ehemals Vorsitzender Richter am Verwaltungsgericht in Freiburg.

Dieses Gesetz verbiete es, Medizinprodukte in den Verkehr zu bringen oder anzuwenden, wenn durch sie die Sicherheit und die Gesundheit der Patienten, Anwender oder Dritter unmittelbar oder mittelbar gefĂ€hrdet werden könnten. „Eine solche GefĂ€hrdung“, heißt es in dem Schreiben BĂŒchners, „geht von dem vorgeburtlichen Bluttest auf Trisomie 21 zweifellos aus. Denn er dient einzig und allein dem Zweck, eine Trisomie 21 festzustellen oder auszuschließen und im ersteren Fall den Embryo wegen seiner Behinderung zu töten.“

Bereits im Embryonalstadium seiner Entwicklung sei der Mensch TrĂ€ger der MenschenwĂŒrde und des Rechts auf Leben und deshalb zweifellos auch Dritter im Sinne des Medizinproduktegesetzes. „Wegen einer Behinderung darf er nicht getötet und so in der schwerstmöglichen Form diskriminiert werden“, so BĂŒchner.

AusdrĂŒcklich widerspricht der JVL-Vorsitzende der von dem Mainzer Rechtsprofessor Hufen vertretenen Ansicht, ein Verbot des Tests sei „unzumutbar und unverhĂ€ltnismĂ€ĂŸig“. Ohne ein solches Verbot könne nĂ€mlich die GefĂ€hrdung der Embryonen mit Trisomie 21 nicht verhindert werden. Anders als Professor Hufen ist Bernward BĂŒchner ĂŒberzeugt: „Der Lebensschutz des Embryos hat Vorrang vor dem Informationsinteresse der Eltern.“ Dementsprechend halte es auch das Bundesverfassungsgericht fĂŒr geboten, den Eltern in der FrĂŒhphase der Schwangerschaft die Information ĂŒber das Geschlecht des Kindes vorzuenthalten.

Juristen-Vereinigung Lebensrecht e. V. (Köln)
Postfach 50 13 30, 50973 Köln; Tel. 0221 / 13 44 78
www.juristen-vereinigung-lebensrecht.de
E-Mail: info@juristen-vereinigung-lebensrecht.de

JVL, Pressemeldung vom 13. August 2012

 

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Donnerstag 30. August 2012 um 9:20 und abgelegt unter Lebensrecht, Medizinische Ethik.