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Gottes Segen fĂŒr Mann und Frau. Das biblische Wort und seine Infragestellung durch den Feminismus.

Montag 23. Juli 2012 von Dr. Joachim Cochlovius


Dr. Joachim Cochlovius

Dieser Beitrag ist keine umfassende Darstellung der biblischen Aussagen zu den Geschlechtern und auch keine eingehende Auseinandersetzung mit dem Feminismus, sondern eine kurze Besinnung auf das biblische Schöpfungszeugnis von Mann und Frau und ein zusammenfassender Hinweis auf die wichtigsten Vertreterinnen des Feminismus. Außerdem gibt er einige Eckpunkte zur biblisch-theologischen Bewertung des Feminismus.

1   Gottes Segen fĂŒr Mann und Frau

1.1 Der Schöpfungssegen (1 Mose 1,26ff)

Mann und Frau werden von Gott in einmaliger Weise gesegnet. Kein Engel, aber der Mensch ist zur Ebenbildlichkeit Gottes, also zu seiner ReprĂ€sentanz erschaffen. Am Menschen soll man erkennen und ermessen, wer Gott ist, eine wunderbare Auszeichnung! Ein zweiter Aspekt des Schöpfungssegens ist die Fruchtbarkeit. Dass Mann und Frau gewĂŒrdigt sind, die Menschheit zu vermehren, erscheint als eine ganz besondere Gabe, wenn man die hohe Berufung des Menschen zur Ebenbildlichkeit bedenkt. Die vielfĂ€ltige Perversion des Fruchtbarkeitssegens durch Abtreibung, Pornographie und Unzucht zeigt, dass der Widersacher Gottes an der Zerstörung dieses Segens ein großes Interesse hat. Der dritte Aspekt des Schöpfungssegens ist die Einsetzung von Mann und Frau zum Herrschen ĂŒber die Natur und Kreatur. Diese Segnung ist nichts weniger als die Übertragung des Königtums Gottes auf die Menschheit. Es ist eindeutig, dass dieser dreifache Schöpfungssegen dem Mann wie der Frau in gleicher Weise gilt.

1.2  Der Erhaltungssegen (1 Mose 1,31)

MĂ€nner und Frauen sind optimal ausgestattet fĂŒr ihre ihnen von Gott ĂŒbertragenen Aufgaben, und zwar in körperlicher, seelischer und geistiger Hinsicht. Das Qualifikationsurteil Gottes am Ende der Sechs-Tage-Schöpfung „Siehe, es war sehr gut“ sollte eigentlich alle gegenseitigen Degradierungen der Geschlechter ein fĂŒr alle Mal verbieten. Weder MĂ€nner noch Frauen haben Anlaß zu MinderwertigkeitsgefĂŒhlen und geschlechtsspezifischen Stolz. Die Schwerpunktbegabungen des Mannes (rationale Wirklichkeitsaneignung, lineare Arbeitsstrukturierung, prinzipielle Ordnung der Lebensvielfalt, Sachlichkeit, schöpferische Impulskraft) statten ihn optimal aus fĂŒr seine Verpflichtung zum „Hauptsein“, also zu Verantwortung, Schutz und FĂŒrsorge fĂŒr seine Frau und Kinder (vgl. 1 Kor 11,3). Die Schwerpunktbegabungen der Frau (intuitive Wirklichkeitsaneignung, parallele Arbeitsstrukturierung, situationsbezogene Ordnung der Lebensvielfalt, personale StĂ€rke, gestalterische Impulskraft) helfen ihr, ihre Bestimmung auszufĂŒllen, „Hilfe“ zu sein im umfassenden Sinn des Wortes (vgl. 1 Mose 2,18). Das „Hilfesein“ der Frau ist dabei ganz umfassend gemeint: Gott versetzt sie in die Lage, ihrem Mann zu helfen, seine Verantwortung wahrzunehmen.

1.3 Das Versagen von Mann und Frau (1 Mose 3)

Nach dem Fall werden Mann und Frau nicht verflucht (wie Satan und der Ackerboden), sondern geschlechtsspezifisch gestraft. Die körperliche Arbeit des Mannes wird mĂŒhsam, ebenso die Schwangerschaft der Frau. DarĂŒber hinaus wird die Frau an ihre ursprĂŒngliche Aufgabe verwiesen, ihrem Mann eine Hilfe zu sein. Nicht die UnabhĂ€ngigkeit von Gott soll sie anstreben, sondern ihrem Mann umfassend beizustehen, wĂ€hrend er angewiesen wird, im liebevollen Sinn „Herr“ fĂŒr sie zu sein, also Verantwortung fĂŒr sie zu ĂŒbernehmen (1 Mose 3,16-19). Trotz des Falls segnet Gott MĂ€nner und Frauen weiterhin. Durch die Vertreibung schĂŒtzt er sie vor den Folgen einer Unsterblichkeit als SĂŒnder. Er verleiht beiden SchamgefĂŒhl, d.h. Schutz vor dem sexuellen Egoismus anderer. Und er gibt ihnen mit den Tierfellen einen prophetischen Hinweis auf ihr Angewiesensein auf das Blut Christi zur Vergebung ihrer SĂŒnden.

1.4 Die Deformation des Schöpfungssegens durch den Fall

Seit dem Fall verfehlen sowohl der Mann als auch die Frau immer wieder ihre gottgewollte Bestimmung des Haupt- und Hilfeseins. Der Mann neigt dazu, sein Hauptsein als Legitimation zum Beherrschen der Frau zu mißbrauchen, woraus immer wieder unglĂŒckliche Ehe- und FamilienverhĂ€ltnisse entstehen. Die oft dramatischen Ehe- und FamilienverhĂ€ltnisse im Alten Testament sprechen eine deutliche Sprache. Nicht ohne tiefe Sinnhaftigkeit klingt das A.T. aus mit der Verheißung einer Versöhnung zwischen VĂ€tern und Söhnen durch „den Sohn“ (Mal3,13f). Die Frau neigt dazu, ihr Hilfesein und ihre Schwerpunktbegabungen als Instrumentarium fĂŒr ihre Dominanz ĂŒber den Mann zu mißbrauchen. Alttestamentliche Beispiele: Sara gebietet Abraham, Isebel gebietet Ahab – so wie Eva Adam geboten hat, von der Frucht zu essen. Auch Hiobs Frau ist hier zu erwĂ€hnen, die ihren leidenden Mann verspottet anstatt ihm zu helfen. Gleichzeitig findet sich im A.T. auch das Bild einer ĂŒberraschend selbststĂ€ndigen und im Glauben gefestigten und fröhlichen Frau (Spr 31,10-31), an das im N.T. angeknĂŒpft wird. Über die alttestamentlichen Familiendramen darf man jedoch nicht zu hart urteilen. Gott hatte sich noch nicht als Vater offenbart. Der Sohn, in dem Versöhnung der Geschlechter und Generationen möglich ist und der gleichzeitig Urbild des liebevollen Mannes war, war noch nicht erschienen.

1.5 Die Erneuerung des Schöpfungssegens durch den Glauben an Jesus Christus

Das Neue Testament zeigt, dass Gott den Schöpfungssegen fĂŒr Mann und Frau niemals zurĂŒckgezogen hat, sondern dass dieser nur ĂŒberdeckt war – durch die SĂŒnde. Jetzt, im Glauben an Jesus Christus, wird es den MĂ€nnern wieder möglich, ihre Verantwortung als „Haupt“ zu entdecken und zu praktizieren. Christus selber wird fĂŒr sie Urbild und Leitbild des erlösten Mannes (1 Kor 11,3; Eph 5,25). Und ebenso wird es den Frauen im Glauben an Jesus Christus möglich, mit Gottes Weisheit das große Potential an Begabungen zu entdecken, das in ihrer Berufung zum Hilfesein steckt. Sie lernen verstehen, dass sie den SchlĂŒssel zur Seele ihres Mannes haben und dass sie es sind, die berufen sind, ihm zu helfen, ein liebender, verantwortungsbewußter Mann und Vater zu werden.

1.6 Die apostolische Anleitung

Die beste Anleitung zur Wiederentdeckung des göttlichen Segens fĂŒr Mann und Frau gibt der Apostel Paulus in Eph 5,22-33. Er fordert dort nicht einfach die MĂ€nner und Frauen auf, ihre gottgewollte Bestimmung zu praktizieren, sondern er setzt interessanterweise bei ihren geschlechtsspezifischen Schwachstellen ein. Die MĂ€nner, die notorisch selbstverliebt sind (auch als Christen!), werden aufgefordert, bei Christus uneigennĂŒtzige Liebe zu lernen. So wie Christus sich ganz fĂŒr seine Gemeinde hingibt und sie tĂ€glich mit himmlischen und irdischen GĂŒtern und Gaben versorgt, so soll der Mann sich fĂŒr seine Frau hingeben und ihr in all ihren  Lebensbereichen Liebe, Schutz und FĂŒrsorge schenken. Diesem Ziel wird er nur nĂ€herkommen durch eine enge Glaubensgemeinschaft mit Christus. Wie nötig erscheint angesichts dieser großen Herausforderung eine geistliche Erweckung unter christlichen MĂ€nnern! Die Frauen wiederum, die aufgrund ihrer mehr praktischen Schwerpunktbegabungen dem Mann in der BewĂ€ltigung des Alltags meist ĂŒberlegen sind, neigen dazu, sich ĂŒber ihn zu erheben und ihn zu dominieren, ein nicht nur in alttestamentlichen Zeiten, sondern auch heute vielfach anzutreffender Tatbestand. Sie werden vom Apostel aufgefordert, Unterordnung zu lernen, d.h. auf ihr Dominanzstreben zu verzichten, so wie auch die Gemeinde sich gern und willig Christus unterstellt, weil sie weiß, wieviel Gutes er ihr tut. Beiden, MĂ€nnern und Frauen, werden Lernprozesse zugemutet, aber in Aussicht steht ein spannendes, gegenseitiges Nehmen und Geben und die beglĂŒckende Erfahrung des Segens Gottes.

2  Die Infragestellung der biblischen Zuordnung der Geschlechter durch den Feminismus

2.1 Die Hauptquellen des Feminismus

Der moderne Feminismus ist lĂ€ngst zu einer weltumspannenden Bewegung geworden, die weithin die Gestalt einer Kulturrevolution angenommen hat. In den westlichen LĂ€ndern sind viele Lebensbereiche unter seinen Einfluß gekommen: Gesetzestexte, Konsumindustrie, Medienpolitik, Sprachgebrauch, Theologie u.a. Er wird von vielen Quellen gespeist, von denen die einflußreichsten kurz erwĂ€hnt seien. Der Sozialismus erhob sich schon frĂŒh gegen die soziale AbhĂ€ngigkeit der Frau vom Mann (August Bebel, Die Frau und der Sozialismus 1883). Der Neomarxismus kritisierte die christlich-bĂŒrgerliche Familienstruktur, weil sie autoritĂ€r sei und autoritĂ€tshörige Charaktere produziere (Max Horkheimer, AutoritĂ€t und Familie 1936). Der Existenzialismus wollte die Frau zu einem selbstbestimmten Lebensentwurf ohne gesellschaftliche Rollenbilder fĂŒhren (Simone de Beauvoir, Das andere Geschlecht. Sitte und Sexus der Frau 1949).

2.2 Die Frauenrechtsbewegung

Das radikale amerikanische „Women’s Liberation Movement“ stellte in den 70er Jahren des letzten Jahrhundert im wesentlichen vier Forderungen auf: Befreiung der Frau von der Tyrannei der Fortpflanzung, die ökonomische UnabhĂ€ngigkeit der Frauen und Kinder, einen selbstbestimmten gesellschaftlichen Platz von Frauen und Kindern („Nieder mit der Schule“), absolute sexuelle Selbstbestimmung von Frauen und Kindern (Shulamith Firestone, The Dialectic of Sex 1970). In abgeschwĂ€chter und verĂ€nderter Form gelangten diese Forderungen nach Europa und lösten u.a. die „Stern“-Kampagne „Ich habe abgetrieben“ (1971) aus. Es kam zur Bildung von feministischen Verlagen und FrauenhĂ€usern und allmĂ€hlich zu einem gesellschaftlichen VerĂ€nderungsprozeß.

2.3 Die feministische Theologie

Etwa zeitgleich drang dieses emanzipatorische Gedankengut in die Theologie ein. Bekannte Vertreterinnen feministischer Theologie sind: Mary Daly, Beyond God the Father 1973, eine blasphemische Totalabrechnung mit dem Christentum. Zitat: „Die Vorstellung von einem einzigartigen mĂ€nnlichen Erlöser kann als weitere Legitimation fĂŒr die mĂ€nnliche Überlegenheit gelten. Mann kann sie in der Tat als eine Verewigung der ErbsĂŒnde der patriarchalen Religion im Dienste des Patriarchats selber ansehen“. Ferner Rosemary R. Ruether: Das Christentum habe von Anfang an das Weibliche und Leibliche abgelehnt. So sei es schließlich zu unserer weltzerstörenden mĂ€nnlich inspirierten Technisierung gekommen. Um mit dieser globalen Schuld fertig zu werden, halte man im Christentum an der These eines gnĂ€digen Gottes fest, der dem SĂŒnder die Schuld vergibt. Oder Elisabeth Moltmann-Wendel: Frauen mĂŒĂŸten lernen, die Bibel als Befreiungsbuch zu lesen. Statt Theologie sollte Theophantasie geĂŒbt werden. VerschĂŒttete biblische Traditionen mĂŒĂŸten aufgedeckt werden, biblische Gestalten – ohne Christologie –neu interpretiert werden. Frauen mĂŒĂŸten den Mut aufbringen, frauenfeindliche Aussagen der Bibel anzulehnen. Patriarchale Metaphern wie Sohn, Vater, Herr mĂŒĂŸten durch weibliche ersetzt werden. Es gelte, die ganze Bibel aus einem ganzheitlichen weiblichen LebensgefĂŒhl neu zu deuten.

2.4 Einige Daten zum wachsenden Einfluß des Feminismus in der evangelischen  Kirche

1992 wurde Maria Jepsen zur weltweit ersten Bischöfin in einer evang.-luth. Kirche berufen. 1993 wurden zwei feministische Leiterinnen in das Frauenforschungs- und Bildungszentrum der EKD in Gelnhausen berufen. 1996 strich der Bremer Landesverband der Evang. Frauenhilfe den Namen Jesus Christus aus der Satzung, weil sich aus ihm eine mĂ€nnliche Herrschaft ableiten lasse. 2001 wurde mit BĂ€rbel Wartenberg-Potter eine zweite feministische Bischöfin berufen. Im selben Jahr strich der Evang. Kirchentag den Begriff „Herr“ aus den Bibeltexten. 2003 Einrichtung eines Lehrstuhls fĂŒr Feministische Theologie an der Augustana-Hochschule der Evang.-Luth. Kirche in Bayern. 2006 Erste Auflage der „Bibel in gerechter Sprache“ (4. Aufl. 2011). Seit den 80er Jahren des verg. Jahrhunderts kam es zu zahlreichen Besetzungen kirchlicher Medien-, Bildungs- und Öffentlichkeitspositionen mit Feministinnen.

3  Eckpunkte biblisch-theologischer Beurteilung des Feminismus

3.1 Die Berufung des Menschen zur Ebenbildlichkeit

Der Feminismus bestreitet die Notwendigkeit einer Erlösung des Menschen durch Gott. Ein Buchtitel von Elisabeth Moltmann-Wendel ist Programm: „Ich bin gut – Ich bin ganz – Ich bin schön“. Das Evangelium wird interpretiert als Botschaft vom Gut-sein des Menschen. Gott soll entdeckt werden „als Sein, das unser Sein umfaßt, als Freude, als FĂŒlle, in Natur und Schöpfung“, so könne der Mensch ganz und heil werden. Dies ist ein Konzept zur Selbsterlösung des Menschen. Eine Erneuerung des Schöpfungssegens durch den Glauben an Jesus Christus ist in diesem Konzept nicht nötig. Eine folgerichtige Feststellung lautet: „FĂŒr mich hĂ€tte Jesus nicht zu sterben brauchen“ (Christa Mulack in einem Interview mit dem Deutschen Allgemeinen Sonntagsblatt 1998).

3.2 Die Zuordnung von Mann und Frau

Der Feminismus definiert Mann und Frau nicht polar und einander zugeordnet, sondern androgyn, d.h. mit mĂ€nnlichen und weiblichen Anteilen. Geschlechtsspezifische Eigenarten, die Gott in der Schöpfung von Mann und Frau angelegt hat und die beide zur Wahrnehmung ihrer Bestimmung entdecken und einsetzen dĂŒrfen, geraten völlig aus dem Blick. „Frauen und MĂ€nner sollen endlich aufhören, sich gegenseitig zu ergĂ€nzen“ (Doris Strahm, Aufbruch zu neuen RĂ€umen. Eine EinfĂŒhrung in die feministische Theologie 1987). Statt dessen werden lesbische Verbindungen toleriert bzw. gefördert. Der Feminismus erweist sich mit dieser Positionierung als schöpfungsblind und schöpfungsfeindlich.

3.3 Das Hilfe-sein der Frau

Der Feminismus deutet die fraulichen StĂ€rken nicht kommunikativ, d.h. als fĂŒr andere Menschen gegeben, sondern isoliert und selbstbezogen. „Kehren wir uns zurĂŒck – weg von den patriarcharlischen Werten und Normen, die uns ĂŒbergestĂŒlpt sind, weg von der SĂŒnde, dem Mann zu dienen. Entdecken wir uns wieder, unsere Instinkte, unsere GefĂŒhle, unser GerechtigkeitsgefĂŒhl, unsere Weisheit, unsere Liebe“ (Elisabeth Moltmann-Wendel). Dies ist nicht das biblische kommunikative Menschenbild, sondern die Ideologie der Selbstbestimmung, die dem Existenzialismus und Neomarxismus entspringt. Damit wird der Frau der Blick auf ihre eigenen schöpfungsmĂ€ĂŸigen StĂ€rken verbaut, durch die sie in die Lage versetzt wird, ihrem Mann zu helfen, ein verantwortungsbewußter Mann zu werden, und im weiteren Sinn gemeinschaftsstiftend und gestaltend zu wirken. Das Ergebnis dieses fraulichen Egozentrismus sind frustrierte Frauen, unausgereift bleibende MĂ€nner und viele Kommunikationsdefizite in der Gesellschaft.

3.4 Der Segen Gottes fĂŒr Mann und Frau

In der feministischen Theologie wird die Ermahnung Gottes an Eva, sich dem Herr- und Hauptsein Adams zu unterstellen (1 Mose 3,16), als Legitimation des Patriarchalismus gedeutet. Damit geht Hand in Hand eine Sehnsucht nach dem Matriarchat, das fĂŒr frĂŒhe Kulturen der Menschheit postuliert wird. „In diesen frĂŒhen Zivilisationen fand die ganzheitliche Weltsicht ihren zentralen Ausdruck in der öffentlichen Feier des Neujahrtages, bei dem die gesamte Menschheit und Natur den jĂ€hrlichen Tod und die Auferstehung des Kosmos aus dem Urchaos erlebte“ (Rosemary R. Ruether). In dieser esoterisch-pantheistischen Weltsicht wird das Frau- und Muttersein dermaßen verklĂ€rt, daß es ZĂŒge des Heils annimmt. Die Frau und Mutter wird zur Erlöserin der Menschheit. Dass der ganze Kosmos teil hat am gefallenen Status des Menschen und dass weder durch den Mann und die MĂ€nnlichkeit allein noch durch die Frau und die Weiblichkeit allein ideale LebensverhĂ€ltnisse hergestellt werden können und schon gar nicht eine Erlösung geschehen kann, wird nicht gesehen. Statt zur Anbetung des Schöpfers zu fĂŒhren, praktiziert der theologische Feminismus eine Anbetung des Geschöpfs. MĂ€nner und Frauen sind zur Ebenbildlichkeit Gottes hin erschaffen. Darin besteht der ihnen unwiderruflich mit auf den Weg gegebene Segen Gottes. Nur in der Gestaltwerdung Christi in ihrem Leben, wie es dann geschieht, wenn sie an ihn glauben, gibt es fĂŒr sie einen Weg zum Heil.

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Montag 23. Juli 2012 um 21:28 und abgelegt unter Allgemein.