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Zehn Gefahren der Theistischen Evolutionslehre

Montag 24. August 2009 von Prof. Dr.-Ing. Werner Gitt


Prof. Dr.-Ing. Werner Gitt

Zehn Gefahren der Theistischen Evolutionslehre

Die atheistische Formel fĂŒr Evolution ist: Evolution = Materie + Evolutionsfaktoren (Zufall und Notwendigkeit + Mutation + Selektion+ Isolation + Tod) + sehr lange Zeiten. In der theistischen Variante kommt noch Gott dazu: Theistische Evolution = Materie + Evolutionsfaktoren (Zufall und Notwendigkeit + Mutation + Selektion + Isolation +Tod) + sehr lange Zeiten + Gott. In diesem System ist Gott nicht der allmĂ€chtige Herr aller Dinge, dessen Wort von allen Menschen ernst genommen werden muß, sondern er wird in die Evolutionsphilosophie integriert. Das fĂŒhrt zu zehn Gefahren fĂŒr Christen. (1)

Gefahr Nr. 1: Die Verdrehung des Wesens Gottes

Die Bibel offenbart uns Gott als unseren Vater im Himmel, der absolut vollkommen (MatthĂ€us 5,48), heilig (Jesaja 6,3) und allmĂ€chtig (Jeremia 32,17) ist. Der Apostel Johannes lĂ€ĂŸt uns wissen, daß Gott Liebe, Licht und Leben ist (1. Johannes 4,16; 1,5; 1,1-2) ist. Alles, was dieser Gott erschafft, wird als „sehr gut“ (1. Mose 1,31) und „vollkommen“ (5. Mose 32,4) beschrieben. Die Theistische Evolutionslehre gibt eine falsche Darstellung vom Wesen Gottes, weil ihm Tod und Grausamkeiten als Schöpfungsprinzipien zugeschrieben werden. (Auch der sog. „Progressive Kreationismus“ lehrt, daß es Tod und Schrecken viele Millionen Jahre vor dem SĂŒndenfall gegeben hat).

Gefahr Nr. 2: Gott wird zum LĂŒckenbĂŒĂŸer unverstandener PhĂ€nomene

Nach biblischer Lehre ist Gott der Urheber aller Dinge. “So haben wir doch nur einen Gott, den Vater, von welchem alle Dinge sind … und einen Herrn Jesus Christus, durch welchen alle Dinge sind und wir durch ihn“ (1. Korinther 8,6). In der Theistischen Evolutionslehre bleibt aber fĂŒr Gott als Wirkraum nur jener Teil ĂŒbrig, den die Evolutionslehre mit ihren Mitteln nicht erklĂ€ren kann. So wird er zum LĂŒckenbĂŒĂŸer jener PhĂ€nomene, fĂŒr die es noch keine Deutung gibt. Das fĂŒhrt zu der Ansicht: „Gott ist also nicht absolut, er evolviert selbst – er ist Evolution.“ (2)

Gefahr Nr. 3: Die Preisgabe zentraler Aussagen der Bibel

Die gesamte Bibel ist voller Zeugnisse, daß wir es bei dem Schriftwort mit einer von Gott autorisierten Quelle der Wahrheit zu tun haben (2. Timotheus 3,16); dabei ist das Alte Testament ein unbedingt notwendiges VerbindungsstĂŒck zum Neuen Testament, vergleichbar mit einer Zufahrtsstraße zur Autobahn. (Johannes 5,39). Der biblische Schöpfungsbericht sollte nicht als Mythos, als Parabel oder als Allegorie angesehen werden, sondern als ein historischer Bericht, weil er biologische, astronomische und anthropologische Tatsachen in lehrhafter Form enthĂ€lt. In den Zehn Geboten begrĂŒndet Gott die sechs Arbeitstage und den Ruhetag fĂŒr uns mit seinem im Schöpfungsbericht beschriebenen Handeln von gleicher Zeitdauer (2. Mose 20,8-11). Jesus bezieht sich im Neuen Testament wiederholt auf Fakten der Schöpfung (z.B. MatthĂ€us 19,4-5).

An keiner Stelle in der Bibel gibt es Hinweise darauf, daß der Schöpfungsbericht anders als ein Tatsachenbericht zu verstehen sei. Dieser sinngetreue Weg, die Bibel zu lesen, fĂŒr den Jesus, die Propheten und die Apostel eintraten, wird durch die Theistische Evolutionslehre untergraben. Die biblisch bezeugten Geschehnisse werden auf mythische Sprachbilder reduziert, und die biblische Botschaft wird nicht mehr als Wahrheit angenommen.

Gefahr Nr. 4: Der Verlust des SchlĂŒssels, um Gott zu finden

Die Bibel beschreibt den Menschen nach dem SĂŒndenfall als ein in der SĂŒnde durch und durch verstricktes Wesen (Römer 7,18-19). Nur diejenigen, die begriffen haben, daß sie sĂŒndig und verloren sind, werden den Retter suchen, der „kam, um zu retten, was verloren ist“ (Lukas 19,10). Die Evolutionslehre kennt aber keine SĂŒnde im biblischen Sinne der Zielverfehlung (gegenĂŒber Gott). Sie macht die SĂŒnde bedeutungslos, und das ist genau das Gegenteil dessen, was der Heilige Geist tut, der „die SĂŒnde sĂŒndig macht.“ Wenn die SĂŒnde als ein harmloser Evolutionsfaktor angesehen wird, hat man den SchlĂŒssel verloren, um Gott zu finden; das Problem kann nicht gelöst werden, indem man „Gott“ zum Evolutionsszenario hinzufĂŒgt.

Gefahr Nr. 5: Die Menschwerdung Gottes wird relativiert

Die Menschwerdung Gottes in seinem Sohn Jesus Christus gehört zu den Grundlehren der Bibel. Die Bibel bezeugt, „das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns“ (Johannes 1,14), und „Jesus Christus … wurde als ein Mensch erfunden“ (Philipper 2,5-7). (3)

Gefahr Nr. 6: Die biblische Basis fĂŒr das Erlösungswerk JESU wird als Mythos betrachtet

Der Bibel zufolge war der SĂŒndenfall des ersten Menschen ein reales Ereignis und die Ursache dafĂŒr, daß die SĂŒnde in die Welt kam. „Derhalben wie durch einen Menschen die SĂŒnde in die Welt gekommen und der Tod durch die SĂŒnde, so ist der Tod zu allen Menschen durchgedrungen, weil sie alle gesĂŒndigt haben“ (Römer 5,12). Die Theistische Evolutionslehre erkennt aber Adam weder als ersten Menschen noch als einen direkt von Gott „aus Erde vom Acker“ (1. Mose 2,7) Geschaffenen an. Die meisten Vertreter der Theistischen Evolutionslehre betrachten den Schöpfungsbericht lediglich als eine mythische ErzĂ€hlung ohne geistliche Bedeutung. Aber nach biblischer Lehre stehen der SĂŒnder Adam und der Retter Jesus in gleichem RealitĂ€tsbezug (Römer 5,16-18). Deshalb untergrĂ€bt jede theologische Betrachtung, die Adam mythologisch sieht, die biblische Basis fĂŒr das Erlösungswerk von Jesus.

Gefahr Nr. 7: Der Verlust des biblischen Zeitmaßstabes

Die Betrachtung der Zeitachse der Bibel, auf der die Weltgeschichte ablĂ€uft, ist fĂŒr das grundlegende biblische VerstĂ€ndnis sehr wichtig. Diese Zeitachse kann weder in die Vergangenheit noch in die Zukunft hinein beliebig verlĂ€ngert werden. Sie hat einen definierten Anfangspunkt, den 1. Mose 1,1 markiert und ebenso einen Endpunkt, bei dem die Existenz des physikalischen PhĂ€nomens Zeit aufhört (MatthĂ€us 24,14). Der gesamte Schöpfungsakt dauerte sechs Tage (2. Mose 20,11). Das Alter der Schöpfung kann abgeschĂ€tzt werden anhand der StammbĂ€ume, die in der Bibel aufgezeichnet sind (Achtung: Nicht exakt berechenbar). Es liegt in der GrĂ¶ĂŸenordnung von einigen tausend Jahren, aber nicht von Milliarden von Jahren. Auf den markantesten Punkt der bisherigen Weltgeschichte weist uns Galater 4,4 hin: „Als aber die Zeit erfĂŒllt war, sandte Gott seinen Sohn.“ Das geschah vor etwa 2000 Jahren. Das Kommen Jesu in Macht und Herrlichkeit wird das grĂ¶ĂŸte Ereignis in der Zukunft sein. Die Vertreter der Theistischen Evolutionslehre (und der Progressiven Schöpfungslehre) verwerfen den biblischen Zeitmaßstab zugunsten der durch die Evolutionslehre gegebenen Zeitachse, die Milliarden von Jahren in der Vergangenheit und in der Zukunft umfaßt (dafĂŒr gibt es keine ĂŒberzeugenden physikalischen Grundlagen). Das kann zu zwei Fehlern fĂŒhren:

1. Die Bibel muß nicht in allen ihren Aussagen ernst genommen werden.

2. Die gebotene Wachsamkeit im Blick auf die Wiederkunft Jesu kann verloren gehen.

Gefahr Nr. 8: Der Verlust des Schöpfungsdenkens

Wir können der Bibel wesentliche Schöpfungskonzepte entnehmen. Dazu gehören: Gott schuf Materie ohne Ausgangssubstanz. Gott schuf zuerst die Erde, und am vierten Schöpfungstag stellte er den Mond, unser Sonnensystem, unsere Milchstraße und alle sonstigen Gestirne des Universums dazu. Diese Reihenfolge ist nicht vereinbar mit allen Ideen der „kosmischen Evolution“, wie etwa der „Urknall“-Idee. Die Theistische Evolution ignoriert die biblischen Schöpfungsprinzipien und trĂ€gt dafĂŒr evolutives Gedankengut in die Bibel hinein; dadurch wird das Allmachtshandeln Gottes bei der Schöpfung verneint.

Gefahr Nr. 9: Die Fehldeutung der Wirklichkeit

Die Bibel trĂ€gt das Siegel der Wahrheit; alle ihre Aussagen sind wahr – ob es sich um Glaubens- oder Heilsfragen, um Fragen des tĂ€glichen Lebens oder um wissenschaftliche Belange handelt. Die Vertreter der Evolutionslehre wischen das alles zur Seite; so sagt Richard Dawkins: „Nahezu alle Völker haben ihre eigenen Schöpfungsmythen entwickelt, und die Schöpfungsgeschichte der Bibel ist lediglich der Mythos, der zufĂ€llig von einem bestimmten nahöstlichen Hirtenvolk ĂŒbernommen wurde. Sie hat keinen bedeutenderen Status als der Glaube eines bestimmten westafrikanischen Stammes, daß die Welt aus Ameisenexkrementen geschaffen wurde.“ (4) Wenn die Evolutionslehre falsch ist, dann arbeiten zahlreiche Wissenschaften auf falscher Basis. Wenn sie evolutionĂ€re Gedanken zugrunde legen, deuten sie die RealitĂ€t falsch. Das gilt noch viel mehr fĂŒr eine Theologie, die abweicht von dem, was die Bibel sagt und die Evolution willkommen heißt!

Gefahr Nr. 10: Das Ziel wird verfehlt

In keinem anderen Buch der Weltgeschichte finden wir so viele und so wertvolle Zielsetzungen fĂŒr die Menschen, als in der Bibel. Zum Beispiel:

1. Wir Menschen sind das göttliche Ziel der Schöpfung (1. Mose 1,27 -28).

2. Wir Menschen sind das Ziel der göttlichen Erlösung (Jesaja 53,5).

3. Wir Menschen sind das Ziel der Sendung des Sohnes Gottes (1. Johannes 4,9).

4. Wir sind das Ziel des göttlichen Erbes (Titus 3,7).

5. Wir haben den Himmel als vorgegebenes Ziel (1. Petrus 1,4).

Im Evolutionssystem hingegen ist kaum etwas so verpönt wie die Zielhaftigkeit. „Niemals verlaufen die Anpassungen in der Evolution aufgrund eines Programmes zielgerichtet, deshalb können sie auch nicht als teleonomisch bezeichnet werden.“ (5) Deshalb ist ein Glaubenssystem wie die Theistische Evolutionslehre, die Zielhaftigkeit mit Nicht-Zielhaftigkeit vereinen will, ein Widerspruch in sich.

Schlußbetrachtung

Die Schöpfungslehre und die Evolutionslehre sind so sehr verschieden, daß eine Harmonisierung völlig unmöglich ist. Die Vertreter der Theistischen Evolutionslehre versuchen, die beiden Lehren zu vereinen, aber solch ein Synkretismus reduziert die Botschaft der Bibel bis zur Bedeutungslosigkeit. Es ist klar zu erkennen: Die Theistische Evolutionslehre findet keinerlei Halt in der Bibel.

Literaturverzeichnis

Dieser Artikel wurde bearbeitet nach dem 8. Kapitel, Die Auswirkungen der Theistischen Evolutionslehre‘ des Buches „Schuf Gott durch Evolution?“ von Prof. Dr. Werner Gitt, Christliche Literaturverbreitung e.V., Postfach 11 01 35 in 33661 Bielefeld

Anmerkungen

1. Entnommen aus: Werner Gitt, Schuf Gott durch Evolution?

2. E. Jantsch, Die Selbstorganisation des Universums, MĂŒnchen, 1979, S. 412

3. Hoimar von Ditfurth, Wir sind nicht nur von dieser Welt, MĂŒnchen, 1984, S. 21-22

4. Richard Dawkins, The Blind Watchmaker, Penguin Books, London, 1986, S. 316

5. H. Penzlin, Das Teleologie-Problem in der Biologie, Biologische Rundschau, 25 (1987), S. 7-26 und S. 19

Was gehört zur Theistischen Evolution?*

Die folgenden BasissĂ€tze der Evolutionslehre werden auch von der Theistischen Evolutionslehre ĂŒbernommen:

Das Grundprinzip Evolution wird vorausgesetzt. – Evolution ist ein universales Prinzip. – BezĂŒglich der naturgesetzlichen Wirksamkeit gibt es keinen Unterschied zwischen der Entstehung der Erde und des Lebens und den darauf folgenden Entwicklungen (UniformitĂ€tsprinzip). – Die Evolution setzt naturgesetzliche Prozesse voraus, die eine Höherorganisation vom Einfachen zum Komplexen, vom Unbelebten zum Belebten und von niederen zu höheren Lebensformen erlauben. – Die TriebkrĂ€fte der Evolution sind Mutation, Selektion, Isolation und Annidation. – Weitere unverzichtbare Faktoren sind Zufall und Notwendigkeit, lange Zeitepochen, ökologische VerĂ€nderungen und Tod. – Die Zeitachse wird so verlĂ€ngert, daß jeder so viel Zeit ansetzen kann, wie er fĂŒr den Evolutionsprozeß als notwendig erachtet. – Die Gegenwart ist der SchlĂŒssel zur Vergangenheit. – Der Übergang vom Unbelebten zum Belebten ist fließend. Evolution ist ein noch in ferner Zukunft anhaltender Vorgang.

Zu diesen BasissÀtzen der Evolutionslehre kommen bei der Theistischen Evolutionslehre noch drei BasissÀtze hinzu:

1. Gott schuf durch Evolution.

2. Die Bibel liefert keine brauchbaren oder gar verbindlichen DenkansĂ€tze, die fĂŒr die heutige wissenschaftliche Arbeit verwendbar wĂ€ren.

3. Evolutionistische Aussagen haben Vorrang vor biblischen Aussagen. Die Bibel muß neu interpretiert werden, wenn sie dem heutigen evolutiven Weltbild widerspricht.

* Dieser Abschnitt wurde dem Buch von Werner Gitt, Schuf Gott durch Evolution? S. 14-18 und S. 26-27 entnommen.

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Montag 24. August 2009 um 12:15 und abgelegt unter Schöpfung / Evolution.