Gemeindenetzwerk

Ein Arbeitsbereich des Gemeindehilfsbundes

Gedanken zur aktuellen Friedensethik

Montag 24. April 2023 von Pfr. Dr. Ulrich Kronenberg


Pfr. Dr. Ulrich Kronenberg

Das Datum des 24. Februar 2022 stellt eine Zäsur dar. An diesem Tage brach mit vielen anderen fragwürdigen modernen Glaubensbekenntnissen das Credo der evangelischen Friedensethik zusammen: das fragwürdige theologische Konstrukt des sog. Gerechten Friedens erhielt den Todesstoß. All die Sirenengesänge des modernen Pazifismus, der auch in die Evangelische Kirche eingedrungen ist, entpuppten sich als das, was sie realiter sind: ein schöner Tagtraum von Utopisten, der jedoch gnadenlos an der Realität einer Welt scheitert, die eben leider (!) nicht so ist, wie man sich das gewünscht hatte. Die sog. Machbarkeit des Völkerfriedens ist und bleibt ein Irrtum. Seit einem Jahr kann man dies nur behaupten, wenn man die Wirklichkeit ausblendet und sich weiterhin in den Utopismus flüchtet.

Seit diesem Tag, den der Bundeskanzler zurecht als Zeitenwende[1] bezeichnet hat, kam es zur Äußerung verschiedener friedensethischen Aussagen, die zeigen, dass hier nach wie vor keine einheitliche Linie in der evangelischen Friedensethik gefunden werden kann, da die unterschiedlichen Standpunkte miteinander unvereinbar sind.[2] Dies ist seit Jahrzehnten eine betrübliche Tatsache und wird sich vermutlich in Zukunft kaum ändern, da die ideologisch-pazifistische Haltung einen Punkt erreicht hat, der scheinbar keine Umkehr zulässt.

Die politischen Fragen, die seit Ausbruch des Krieges in der Ukraine erörtert werden, Unterstützung der Ukraine durch Waffenlieferung etwa, haben ihren Niederschlag in verschiedenen friedensethischen Äußerungen kirchenleitender Personen gefunden,[3] die in summa mangels Einmütigkeit an der Ernsthaftigkeit zweifeln lassen – ganz im Gegensatz zur DBK, die in dieser Frage unisono spricht.[4] Einen guten Überblick dieser diversen Äußerungen bietet Ulrich Frey im Pfarrerblatt.[5] Konsequenterweise kann man hier auf das mangelnde und immer weiter schwindende Interesse der Medien an dieser Form kirchlicher Lebensäußerungen verweisen. Selbst die Äußerungen[6] des neuen ‚Friedensbeauftragten der EKD‘, Friedrich Kramer‘,[7] verhallen weithin im medialen Blätterwald und zeugen von der Hilflosigkeit einer immer abstruser gewordenen ‚Lehre‘ der Friedensethik, die seit Jahrzenten mühsam entwickelt und konstruiert wurde.[8]

Diese rührt m.E. aus der mangelnden Unterscheidung von Gottesfrieden (pax Dei) und Frieden der Welt. (pax mundi) her: wenn kein Frieden mit Gott besteht[9] haben alle menschlichen Friedensbemühungen keine Verheißung[10].

Die Ereignisse der Realpolitik haben alles theologisch fragwürdige Ideologisieren, wie es zur Routine einer elfenbeinturmartig gezüchteten Wohlstandstheologie geworden ist, überholt.[11] Außer den gesinnungsethischen nörgelnden Forderungen und Mahnungen kann man nur zu der sehr ernüchternden Erkenntnis kommen, dass hier friedensethisch abgedroschenes Stroh serviert wird, welches den Hauch der 80er Jahre ausströmt. Auch der Gutwilligste kann nicht umhin, die Absurdität zu erkennen, in welche wir uns friedensethisch verrannt haben. Gut gemeinte Mitmachaktionen durch Blumensamen[12] oder Menschenketten[13] werden dem Grauen des Krieges nicht gerecht und zeugen von der Realitätsferne der Verantwortlichen, die sich durch Betroffenheitsbekundungen, Mahnen und Warnen auszeichnen – und sich darin weithin erschöpfen. Dies wird dem Ernst der Lage und auch der theologischen Tiefe des Krieges m.E. nicht gerecht.

Eine sehr bittere Einsicht der Ereignisse seit dem 24.2.2022 ist die Erkenntnis: Frieden ist von Menschen weder zu schaffen noch zu erhalten. Die Kriegsrealität hat den hehren Fortschrittsglauben, dass Frieden ‚machbar‘ ist, wie Franz Alt 1983 sehr populär behauptet hat,[14] zur wohlgemeinten Floskel werden lassen, die wohl eher einem Igel das Staubwischen beibringen wird, als das dieses Wunschdenken noch länger ernst genommen werden wird.[15]

Die zunehmende Bedeutungslosigkeit unserer evangelischen Kirche geht mit der vermeintlich pazifistischen Ideologisierung der Friedensethik einher. M.E. hängt dies damit zusammen, dass das Wort Gottes, die Bibel, das uns über Krieg und Frieden sehr umfangreich belehrt, in der Vergangenheit zu sehr zur Marginalie degradiert wurde und eine Selektivtheologie die Fülle der biblischen Aussagen bewusst ignoriert hat und so der pazifistische Wunsch der Vater des Gedankens wurde. Vor den Trümmern dieser Wohlstandstheologie stehen wir heute und sind deshalb gerufen, neu nach dem Worte Gottes zu fragen. Biblisch gesprochen: (Hos 6,1) „Kommt und lasst uns zum HERRN umkehren! Denn er hat zerrissen, er wird uns auch heilen; er hat geschlagen, er wird uns auch verbinden.“

Im Alten Testament wird eine vergleichbare Situation geschildert: als das Gottesvolk von den babylonischen Kriegern bedroht wird und Nebukadnezar vor den Toren Jerusalems steht, sendet der verzweifelte König Zedekia zum vorher verfolgten und verhassten Propheten Jeremia mit der Bitte um Hilfe. In der Situation erkennt er, dass die sirenenhaften Prophezeiungen seiner pazifistischen Hofprediger falsch sind, dass nur ein echtes Gotteswort ihm Hilfe schaffen kann.[16] Man kann es auf die Frage nach wahrer und falscher Prophetie zuspitzen: ich verweise hier auf die entsprechenden Bibelworte[17], die zeigen, dass diese aktuelle Entwicklung kein singulärer Vorgang ist.[18]

Wie die Geschichte lehrt, wird dieses Nicht-Ernst-Nehmen nicht folgenlos bleiben und die jüngsten Austrittswellen sprechen hier eine mehr als deutliche Sprache. Eine Kirche, die Tempolimits für Automobile beschließt und theologischen fragwürdigen gesellschaftspolitischen Akteuren[19] eine diesen nicht zustehende Bühne bietet für ihre verqueren Thesen des menschengemachten Weltunterganges, darf sich wundern, wenn ihnen die Mitglieder schwinden, die mit derartiger Form der utopischen Gesellschaftspolitik nichts mehr zu tun haben möchten.[20] Man kann es mit dem Propheten Jeremia deutlich sagen: was können sie Weises lehren, wenn sie des Herrn Wort verwerfen?[21] Hier sind wir als Kirche trotz (oder gerade wegen?) allem gutgemeinten Bemühen in dieser vermeintlichen Weisheit zu theologischen Narren[22] geworden und das spürt der ‚normale Mensch‘, der die Realität dieser Welt sehr deutlich wahrnimmt, ganz genau. Die aktuellen Krisen zeigen schmerzlich, dass das kirchliche Schönwettergerede im Sturmwind der Wirklichkeit einer gefallenen Welt nicht gerecht wird.

Friedensethisch werden wir als Kirche in Zukunft nur ernst genommen werden, wenn die biblischen Aussagen in ihrer Weite und klaren Tiefe bedacht und gewürdigt werden. So ist hier m.E. unbedingt zu betonen, dass Krieg und alles damit zusammenhängende Elend zum Wesen einer gefallenen Welt gehören und somit der weltgeschichtliche ‚Normalfall‘ sind. Dieser Zustand, der uns in den letzten Jahrzehnten fremd geworden ist, steht nun wieder klar vor der Tür und alle idealistischen Illusionen über Menschenbild und Weltzustand verschwinden wie eine Fatamorgana. Rö 1,22 ist diesbezüglich m.E. ein Schlüsselwort, das bedacht werden will.

Hier, im Herzen des Neuen Testaments, sagt Paulus in drastischer Schärfe, woher das Unglück rührt: wir sind dem Nichtigen verfallen und haben unsere Gedanken zum Maß der Dinge gemacht und dem unverständigen bösen Herz[23] freien Lauf gelassen. Dieses kommt, wenn ich das Wort ernst nehme aus der Tatsache, dass Gott nicht mehr Gott sein sollte und wir ihm für alle seine Wohltaten nicht gedankt haben. Gerade meine Generation hat unglaubliche Wohltaten Gottes erfahren dürfen: gegen Ende des 6. Lebensjahrzehntes haben wir das Kriegsgräuel niemals erfahren müssen. Wir durften in Frieden, Sicherheit und Wohlstand aufwachsen und leben in Zuständen, die noch vor wenigen Dekaden völlig undenkbar waren und die so in dieser Form noch niemals einer Generation geschenkt waren. Mein Großvater lebte von 1905 bis 1987. Als er in meinem Alter war, hatte er bereits zwei Weltkriege und zwei Inflationen hinter sich und war einfach nur dankbar, dass er mit seiner Familie diesen Wahnsinn hat überleben dürfen. Diese dankbare Haltung trug ihn bis an sein Lebensende.

Haben wir in ‚den fetten sieben Jahren‘ dafür jemals wirklich gedankt, dass Gott uns das so hat wiederfahren lassen oder sind wir nicht wie das undankbare Gottesvolk geworden, von dem uns das Lied des Mose berichtet?[24] Diese harte Gotteswort gegen sein auserwähltes Volk kommt mir wie eine Zustandsbeschreibung unserer degenerierten Zeit[25] vor. Durch die Propheten hat Gott sein Volk immer wieder davor gewarnt, ihn in den fetten sieben Jahren zu vergessen.[26] Dem Vergessen Gottes – auch bei äußerlich bestehender Religiosität – folgt unweigerlich der sittlich/moralische Verfall mit allerlei Missständen und der sich anschließende unweigerliche Untergang: die ganze Schärfe der prophetischen Verkündigung im 8. Jahrhundert hat die Tatsache vor Augen, dass allen Missständen und Fehlentwicklungen der Abfall von Gott und seinem Wort vorausgeht – dem äußeren Abfall geht der innere voran.[27] So auch friedensethisch: der äußeren Friedlosigkeit im Großen wie im Kleinen geht immer die Empörung/Revolte gegen Gott voraus: ‚sie haben es aufgegeben, auf den Herrn zu achten‘ (Hos 4,10b). Dieser Missachtung folgt dann alles Weitere. Hosea hat als Grund der Irreführung des Gottesvolkes den ‚Geist der Hurerei‘ klar benannt.[28]

Der Gang der Geschichte des Gottesvolkes hat die Konsequenzen solcher Haltung klar aufgezeigt. Hier stehen wir vor dem Krieg als der Strafe/Heimsuchung Gottes.[29] Wenn ich das Wort dieses Gottes ernst nehme, dann kann ich nicht umhin zu erkennen, dass Krieg in all seinen Formen und Auswirkungen die Folge dieser verkehrten und undankbaren Haltung sind. Worte wie Jes 45,7 oder Off 6,4 zeigen uns klar, dass Gott der Urheber dieser Entwicklung ist und es gehört eine nicht geringe theologische Arroganz gegenüber dem Wort Gottes dazu, dies zu leugnen. Hier ist deshalb unbedingt ein besserer Weg zu suchen als der derzeit beschrittene: hier geht es im letzten Grunde um nichts Geringeres als um Glauben oder Unglauben – Misstrauen oder Vertrauen gegen Gott. Der Prophet Hesekiel, der dem Gottesvolk den Fall Jerusalems im Auftrage Gottes vorhergesagt hatte, erlebte diesen Zustand, als der ‚Entronnene‘ (פָּלִיט, ἀνασῴζω) zu ihm kam und Meldung von den Ereignissen machte, dass die Vorhersage sich bewahrheitet hatte. Hes 33,21f berichtet davon.[30]

Die Geschichte des Gottesvolkes und auch die unserer Kirche lehrt es mehr als eindeutig, dass dem Abfall von diesem Gott, der sich in Gesetz und Evangelium, in Verheißung und Erfüllung, offenbart hat und der sich als der lebendige (חַי־אָ֣נִי)[31] und handelnde Gott bezeugt hat, immer die Katastrophe folgt.

Nach dem Zusammenbruch Deutschlands 1945 wurde von vielen tief sehenden und glaubenden Menschen diese Katastrophe als klare Folge der Sünde gegen das erste Gebot verstanden und interpretiert. Hier sei exemplarisch auf die Beschreibung Helmut Thielickes Erleben beim Untergang der Stadt Stuttgart verwiesen.[32] Theologisch ließ ihn – und viele andere Männer seiner Generation – das Erlebte klar erkennen, dass es sich um die verdiente Strafe Gottes handelte, die als Konsequenz für die Selbstvergottung der nationalsozialistischen Hybris erfolgte. Theologisch gesprochen: die Sünde wider das Erste Gebot.

Die theologische Sackgasse der aktuellen Friedensethik ist m.E. symptomatisch für die geistig-geistliche Lage unserer evangelischen Kirche und weist uns, wenn wir es ernst nehmen (und das sollten wir dringend) zu Buße und Umkehr – modern gesprochen zum Kurswechsel der gegenwärtigen Irrfahrt. Nachdem unsere Kirche im vergangenen Jahr fast drei Prozent Mitglieder verloren hat, können wir so nicht weitermachen, denn wenn sich dieser Prozess fortsetzt wird es uns in 30 Jahren nicht mehr geben – die Studie der EKD ‚#projektion 2060 – Die Freiburger Studie zu Kirchenmitgliedschaft und Kirchensteuer‘ wurde damit übe Nacht zur Makulatur.[33]

An diesem Punkte klar zu sehen – so schmerzlich es auch ist nach all den wohlgemeinten Bemühungen der vergangenen Jahrzehnte – ist das Gebot der Stunde. Helmut Matthies hat es auf den Punkt gebracht: ‚Wechseln wir mal die Themen‘![34] Unsere Zeit braucht endlich klare Worte.

Pfr. Dr. Ulrich Kronenberg

[1] https://www.bundesregierung.de/resource/blob/992814/2131062/78d39dda6647d7f835bbe76713d30c31/bundeskanzler-olaf-scholz-reden-zur-zeitenwende-download-bpa-data.pdf?download=1

[2] https://www.evangelisch.de/inhalte/212695/22-02-2023/ein-jahr-krieg-der-ukraine-kurschus-einsatz-von-waffen-nur-fuer-ende-der-gewalt

[3] https://www.ekd.de/kurschus-zum-jahrestag-des-russischen-angriffskriegs-77513.htm https://www.ekd.de/kurschus-waffen-liefern-und-um-gespraeche-mit-russland-bemuehen-77727.htm

[4] https://katholisch.de/artikel/43879-deutsche-bischoefe-betonen-selbstverteidigungsrecht-der-ukraine?utm_source=Newsletter&utm_medium=E-Mail&utm_campaign=NL+2309 https://www.dbk.de/fileadmin/redaktion/diverse_downloads/presse_2023/2023-041a-Anlage1-FVV-Dresden-Pressebericht_Ukraine-Erklaerung.pdf

[5] https://www.pfarrerverband.de/pfarrerblatt/aktuelle-beitraege?tx_pvpfarrerblatt_pi1%5Baction%5D=show&tx_pvpfarrerblatt_pi1%5Bcontroller%5D=Item&tx_pvpfarrerblatt_pi1%5BitemId%5D=5590&cHash=942072f4d899b7fa5ee3564626d17ea6

[6] https://www.evangelisch.de/inhalte/212083/06-02-2023/ekd-friedensbeauftragter-panzerlieferung-ist-neue-eskalationsstufe

[7] https://www.evangelische-friedensarbeit.de/ueber-uns/der-friedensbeauftragte-der-ekd

[8] https://www.mdr.de/religion/erfurt-augustinerkloster-ekd-kramer-friedenskonferenz-ukraine-krieg-100.html

[9] Jes 59,8 Sie kennen den Weg des Friedens nicht, und Unrecht ist auf ihren Pfaden. Sie gehen auf krummen Wegen; wer auf ihnen geht, der hat keinen Frieden.

[10] Es ist kein Zufall, dass der Prophet Jesaja den zweiten Teil seines Buches genau durch das Wort von der Friedlosigkeit der Gottlosen gliedert: vgl. Jes 48,22 und 59,8. Darauf verweist Delitzsch in seinem bis heute hochaktuellen Jesaja Kommentar: ‚Keinen Frieden, spricht Jahve, gibt’s für die Gottlosen — so schließt der 1. Teil der 27 Reden 48, 22. Der 2. Teil schließt 57, 21 erregter und volltönender: Keinen Frieden, spricht mein Gott, gibt’s für die Gottlosen. Und am Schluss des 3. Teils 66, 24 lässt der Prophet. die Form des Kehrverses fallen und veranschaulicht in grauenerregenden Zügen das friedlose Endgeschick der Gottlosen: ihr Wurm wird nicht sterben und ihr Feuer nicht verlöschen und werden sein ein Scheusal allem Fleische, wie am Schlusse des 5. Psalm Buchs die kurze Form der Beracha verlassen wird und ein ganzer Ps., das Halleluja 150, ihre Stelle vertritt‘. (Kommentar über das Buch Jesaja. BK 3,1 Leipzig4 1889. S. 399)

[11] https://www.evangelisch.de/inhalte/211876/01-02-2023/bischof-zu-ukraine-krieg-kramer-appelliert-un-muss-aktiver-werden

[12] https://www.ekd.de/mitmach-aktion-hoffnung-saeen-76995.htm

[13] https://www.sternsinger.de/menschenkette/ https://www.ndr.de/nachrichten/mecklenburg-vorpommern/Waren-Menschenkette-fuer-Frieden-und-gegen-Waffenlieferungen,friedensdemo146.html https://www.friedenskette23.de/unterstuetzer

[14] Alt, Franz: Frieden ist möglich. Die Politik der Bergpredigt. München 1983.

[15] https://www.landeskirche-hannovers.de/evlka-de/presse-und-medien/nachrichten/2023/02/2023-02-20_1

[16] Jakob Kroeker stellt die in seiner Auslegung des Buches Jeremia sehr deutlich heraus: ‚Es waren in der Geschichte in der Regel schwere Notzeiten, wenn der Thron den Weg zum Tempel fand und Machthaber das Wort der Propheten hören wollten. Solch ein Weg wurde aber selten ohne politische Berechnung gegangen. … Es gehört das mit zu dem souveränen Walten Gottes in der Geschichte, dass die Welt in den Tagen ihrer Not und Hoffnungslosigkeit die Knechte Gottes suchen muss, die sie in den Zeiten ihrer Stärke stäupen ließ und sie um ihres Wortes willen in den Stock legte“.[16] Das lebendige Wort S. 187f.

[17] Jer 6,14; 14,13: Hes 13,10;

[18] 2. Petr 2,1 Es waren aber auch falsche Propheten unter dem Volk, wie auch unter euch falsche Lehrer sein werden, die verderbenbringende Parteiungen heimlich einführen werden, indem sie auch den Gebieter, der sie erkauft hat, verleugnen. Die ziehen sich selbst schnelles Verderben zu.

[19] https://www.ekd.de/evangelische-kirche-sucht-gespraech-mit-letzter-generation-76170.htm https://www.evangelisch.de/inhalte/207957/08-11-2022/letzte-generation-auf-ekd-synode-klimaaktivistin-bittet-um-hilfe-der-kirche

[20] David Wengenroth hat hier erfrischend deutliche Worte gefunden: https://www.idea.de/artikel/das-schweigen-der-praeses

[21] Jer 8,9.

[22] Rö 1,22.

[23] Gen 6,5; 8,21 und die zugehörigen Stellen.

[24] Dtn 32,15–18 ‚Da wurde Jeschurun fett und schlug aus. Du wurdest fett, dick, feist! Und er verwarf den Gott, der ihn gemacht, und verachtete den Fels seiner Rettung. 16 Sie reizten ihn zur Eifersucht durch fremde <Götter>, durch Gräuel kränkten sie ihn. 17 Sie opferten den Dämonen, die nicht Gott sind, Göttern, die sie nicht kannten, neuen, die <erst> vor kurzem aufgekommen waren, die eure Väter nicht verehrten. 18 Den Felsen, der dich gezeugt, täuschtest du und vergaßest den Gott, der dich geboren‘.

[25] Jer 5,12 Sie haben den HERRN verleugnet und gesagt: Er ist nicht da. Kein Unglück wird über uns kommen, Schwert und Hunger werden wir nicht sehen.

[26] Hosea 4,6 Mein Volk ist dahin, weil es ohne Erkenntnis ist. Denn du hast die Erkenntnis verworfen; darum will ich dich auch verwerfen, dass du nicht mehr mein Priester sein sollst. Du vergisst (שׁכח) das Gesetz deines Gottes; darum will auch ich deine Kinder vergessen.

Hos 13,6 Aber als sie geweidet wurden, dass sie satt wurden und genug hatten, erhob sich ihr Herz; darum vergessen sie mich.

[27] Dies wird z.B. in der Verkündigung Hoseas deutlich: vgl. Kap. 4. Carl Keil arbeitet dies sehr deutlich heraus.  BK 3,4. Leipzig3 1888. S. 52-60 zur Stelle.

[28] Hosea 4,12 Mein Volk befragt sein Holz, und sein Stab soll ihm antworten; denn der Geist der Hurerei (ר֤וּחַ זְנוּנִים֙ ,πνεύματι πορνείας) verführt sie, dass sie mit ihrer Hurerei ihrem Gott weglaufen.

Hosea 5,4 Ihre bösen Taten lassen es nicht zu, dass sie umkehren zu ihrem Gott; denn sie haben einen Geist der Hurerei (ר֤וּחַ זְנוּנִים֙ , πνεῦμα πορνείας) in ihrem Herzen, und den Herrn kennen sie nicht.

[29] Ez 14,21 Denn so spricht der Herr, HERR: Ja, wenn ich nun meine vier bösen Gerichte, Schwert und Hunger und böse Tiere und die Pest, gegen Jerusalem entsende, um aus ihm Menschen und Vieh auszurotten!

[30] Und es geschah im zwölften Jahr unserer Wegführung, im zehnten <Monat>, am Fünften des Monats, da kam ein Entkommener aus Jerusalem zu mir und sagte: Die Stadt ist geschlagen! Und die Hand des HERRN war am Abend über mich gekommen vor der Ankunft des Entkommenen, und er hatte meinen Mund geöffnet auf <den Augenblick> hin, als jener am Morgen zu mir hereinkam. So wurde mein Mund <wieder> geöffnet, und ich war nicht mehr stumm.

[31] Der Terminus des lebendigen Gottes findet sich in BHS in dieser Form 22-mal: vgl. z.B. Hes 33,11.27; Zef 2,9. LXX übersetzt dies durch Ζῶ ἐγώ: vgl. z.B. Dtn 32,40!

[32] Thielicke, Helmut: Zu Gast auf einem schönen Stern. Erinnerungen. Hamburg4 1984. S. 160-213.

[33] https://www.ekd.de/projektion2060-die-freiburger-studie-kirchenmitgliedschaft-68205.htm

[34] https://www.idea.de/artikel/zeitenwende-wechseln-wir-mal-die-themen

Dieser Beitrag wurde erstellt am Montag 24. April 2023 um 9:00 und abgelegt unter Gesellschaft / Politik, Kirche, Theologie.