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Kirche, Corona und Staat: Man muß Gott mehr vertrauen als den Menschen

Donnerstag 27. Mai 2021 von Pfr. Dr. Stefan Felber


Pfr. Dr. Stefan Felber

Sehen Sie hier die Videoaufzeichnung des Vortrages.

1. Die „Oberen“ in der Bibel

„Es ist gut, auf den Herrn vertrauen und nicht sich verlassen auf Fürsten“ (Ps 118,9). „Verlasset euch nicht auf Fürsten; sie sind Menschen, die können ja nicht helfen. Denn des Menschen Geist muß davon, und er muß wieder zu Erde werden; dann sind verloren alle seine Pläne“ (Ps 146,3; vgl. Jes 31,3).

Fürsten sind Menschen. Ihre Pläne sind vergänglich wie von allen Normalsterblichen. Auch Fürsten sind auf Hilfe angewiesen. Sie sind sterblich und werden vor demselben Richter stehen wie alle Menschen. Das mag selbstverständlich klingen. Es war aber die biblische Offenbarung, die uns zu diesem Realismus geholfen hat. Ein realistischer, und d.h. immer auch: ein kritischer Blick auf die Obrigkeiten ist nämlich überhaupt nicht selbstverständlich. Und je mehr die Kenntnis der biblischen Offenbarung verloren geht, desto vertrauensseliger sind viele Menschen gegenüber der Obrigkeit. Je stärker das Christentum in Europa zurückweicht, desto stärker wird der Staat.

Der französische Philosoph Michel Foucault (1926–1984) sprach von der wachsenden Pastoralmacht des Staates[1]: Im 19. Jh. waren die Bildungs- und Sozialeinrichtungen meist noch in kirchlicher Hand. Im 20. Jh. hat der Staat diese nach und nach übernommen. Der Sozialstaat wird stärker, die freien Träger schwächer. Mutter Kirche hat abgenommen, Vater Staat hat zugenommen. Doch ist es weise, daß wir unsere Bildung, unsere Absicherung in die Hände von Vater Staat legen? Dieter Nuhr, der ZDF-Kabarettist, meinte kürzlich, Angela Merkel hätte die Bezeichnung „Mutti“ wohl zu wörtlich verstanden, denn jetzt dürfe er, obwohl erwachsen, nach 22 Uhr nicht mehr raus. Und wenn Annalena Baerbock nachfolge, so fürchtet Dieter Nuhr, dann wird auch noch das Taschengeld gekürzt!

Spaß beiseite. Es ist dem Psalmbeter höchster Ernst und zugleich höchste Freude zu bekennen: „Es ist gut, auf den Herrn vertrauen und nicht sich verlassen auf Fürsten.“

Ich war vergangenen Montag und Dienstag bei einer Tagung der Theologischen Fakultät Basel zum Verhältnis von Religion und Politik. Da sagte ein Nationalrat, ein hoher Politiker der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz: Unsere Freiheit ist menschengemacht – entsprechend groß ist unsere Verantwortung. Mit anderen Worten: Es liegt alles am Menschen. Das Problem ist: Wenn der Mensch sich selbst frei macht, dann kann er sich auch wieder unfrei machen. Wer wollte ihn daran hindern? Diese Konsequenz war dem Nationalrat offenbar nicht bewußt. In einer kurzen Publikumsdiskussion verwies ich darauf, daß die Freiheit des Menschen ihre Wurzeln im Christentum, letztlich bei Gott hatte und hat. Keine der 57 islamisch geprägten Nationen, keine hinduistisch geprägte, schon gar keine sozialistisch geprägte Nation gewährt dem Einzelnen so viel Entfaltungsfreiheit wie die christlich geprägten Länder![2] Darauf sagte der Nationalrat: Es gibt schon religiöse Wurzeln unserer Freiheit, aber die seien auch menschengemacht … Mit anderen Worten: Ist einmal unsere Freiheit, unser Friede, unser Wohlstand bedroht, dann muß ich doch wieder auf Menschen hoffen!

Nein, liebe Geschwister, NEIN! „Es ist gut, auf den Herrn vertrauen und nicht sich verlassen auf Fürsten!“ „Verlasset euch nicht auf Fürsten; sie sind Menschen, die können ja nicht helfen. Denn des Menschen Geist muß davon, und er muß wieder zu Erde werden; dann sind verloren alle seine Pläne.“

Der Blick der Bibel auf alle Obrigkeit ist viel kritischer und irdischer, als man das von der Umwelt Israels her erwarten würde. Hätte Gott nicht zu Mose und den Propheten des Alten Testaments gesprochen, so wären auch Israels Fürsten zu stolzen, goldbehängten Halbgöttern geworden. So war es nämlich überall in der Umwelt Israels. Denn wie tickten die Könige, die das junge Volk Israel in Ägypten kennenlernte? Über 3000 Jahre hinweg priesen sich die ägyptischen Pharaonen als Verkörperung des Hauptgottes Amun-Re. Die ägyptischen Könige beanspruchten, von oben nach unten zu kommen. Bei jeder Thronbesteigung wurde öffentlich verkündet: Ein Sohn des Re hat den Thron bestiegen! Die Pharaonen sahen sich an als gezeugt aus der himmlischen Welt und sie glaubten, am Ende ihres Lebens in die himmlische Welt erhoben zu werden. Dann wurden sie als Götter verehrt.

Das also, liebe Freunde, war das Land, das war der geistige Horizont, aus dem Gott das Volk Israel erlöst und herausgeführt hat. Gerade diese Königsideologie bot den Rahmen der Knechtschaft in Ägypten. „Ich bin der Herr, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft, geführt habe. Du wirst/sollst keine anderen Götter haben neben mir“ (2.Mose 20,1f.). Wenn wir uns vor Augen halten, was für ein hochentwickeltes System von Staatsreligion die Ägypter pflegten, wird klar, wie befreiend das Mosegesetz für das Volk Israel gewirkt hat. Und es wird klar, warum die Psalmen dieses Gesetz als so wunderbar befreiend und belebend, erfreuend und erleuchtend preisen. Es wird klar, warum auch das Neue Testament uns dieses Gesetz nicht madig, sondern lieb und erst verständlich macht, ja zeigt, wie es recht zu gebrauchen ist.

Schauen wir einmal ins Königsgesetz, 5.Mose 17! Das Israel, das gerade die ägyptische Obrigkeit und ihre Selbststilisierung zur Genüge kennengelernt hatte, hörte vor dem Einzug nach Kanaan im Mosegesetz: Wenn du einen König haben willst, sollst du einen von deinen Brüdern zum König machen, „nicht irgendeinen Ausländer, der nicht dein Bruder ist“ (V. 15). Das war nicht Rassismus, sondern Realismus: Es mußte einer sein, der mit Israel aufgewachsen ist, der seine Traditionen und seinen Glauben kannte und teilte. Also einer von deinen Brüdern, einer aus deinem Volk. Mit anderen Worten: Die Könige fielen nicht vom Himmel, sondern wurden von unten nach oben berufen. Und so kam es: König Saul wurde berufen, als er die Esel seines Vaters suchte. ‚Von einem, der auszog, Esel zu suchen, und ein Königtum fand‘ (1.Sam 9)! König David empfing seine Berufung, als er die Schafe hütete. Er, der kleinste in der Familie, wäre beinahe von allen anderen vergessen worden, als der Prophet Samuel zur Familie kam und den Auserwählten suchte. David spricht sein Volk an mit „Meine Brüder und mein Volk“ (1.Chronik 28,2). Er wurde von der Schafherde geholt und als der kleinste – „es ist noch übrig der jüngste“ (1.Samuel 16,11) – ins Königshaus berufen. „Ich habe dich von der Weide hinter den Schafen weggenommen, daß du ein Fürst über mein Volk Israel sein solltest“: Das steht zweimal in der Bibel (2.Sam 7,8; 1.Chr 17,7), außerdem gibt es noch Echos davon in den Psalmen, im Buch Exodus, in den Samuelbüchern, bei Hesekiel, Micha und Amos[3] – Stellen, die wir allzu leicht überlesen, weil uns die Menschlichkeit des Königs so selbstverständlich geworden ist. Die unabhängigen Propheten ermahnten die Könige des Nordreiches Israel zur Bescheidenheit, z.B. König Bascha: „Weil ich dich aus dem Staub [also nicht nur von der Herde, sondern noch tiefer!] erhoben habe und zum Fürsten gemacht über mein Volk Israel und du doch wandelst in dem Wege Jerobeams und mein Volk Israel sündigen machst, daß sie mich erzürnen durch ihre Sünde, siehe, so will ich ausrotten Bascha und sein Haus und will dein Haus machen wie das Haus Jerobeams …“ (1.Kön 16,2f.; vgl. 14,7).

Zwischenergebnis: Der König Israels war ein normales Mitglied des Volkes. Kein Übermensch!

Möglicher Einwand: Auch im Alten Testament finden wir eine Vorstellung von der Gottessohnschaft des Königs, und auch dort an prominenter Stelle. Es ist die sogenannte Nathanweissagung an David:

2.Sam 7,14–15: „Ich will sein Vater sein, und er soll mein Sohn sein. Wenn er sündigt, will ich ihn mit Menschenruten und mit menschlichen Schlägen strafen; aber meine Gnade soll nicht von ihm weichen, wie ich sie habe weichen lassen von Saul, den ich vor dir weggenommen habe.“

Haben sich die Könige seit David also doch zu so einer Art Göttlichkeit aufgeschwungen wie die ägyptischen Kollegen? Keineswegs. Denn was lesen wir hier? Im gleichen Atemzug, in dem die Adoption des Inthronisierten zum Sohn Gottes verheißen wird, taucht auch schon das Problem seiner Sünde und die Notwendigkeit seiner Züchtigung auf. Es wird von vornherein erwartet, daß das Leben des Königs bis zum Tod ganz in irdischen Bahnen verläuft und auch irdisch endet. Der Pharao kehrt nach seinem Tod zu seinem himmlischen Vater zurück und wird dann göttlich verehrt. Im Alten Testament hingegen findet sich nichts von postmortaler Verklärung oder Anbetung des Königs. Schon gar nicht finden wir eine höfliche Zurückhaltung der Propheten oder Priester, weil der König wegen seiner „Göttlichkeit“ nicht kritisierbar wäre. Und wenn sie zurückhaltend waren, dann versündigten sich Propheten und Priester, wie u.a. die Bücher Hosea und Jeremia zeigen! Also ganz im Gegenteil! Die Sünden und Torheiten der Könige Israels werden schamlos protokolliert. David schreibt sogar selbst darüber (Bußpsalm Ps 51, vgl. 32). Auch die besten Könige (man denke nur an Salomo) sind von Fleisch und Blut, gieren nach Geld und Sex, fürchten die Feinde mehr als den Herrn, waren voller Angst und voller Sorge um ihr Image. Deshalb konnten sie ja so gefährlich werden – und deshalb hatten die Propheten alle Hände voll zu tun, sie zum Gesetz Gottes zurück zu führen.

Es gibt noch mehr Gründe, die uns nötigen, das kritische Bild der Obrigkeit, das wir von der Bibel empfangen, von ihren heidnischen Gegenstücken scharf zu unterscheiden. Ich nenne noch drei! Den ersten habe ich bereits angedeutet, möchte ihn aber noch ein wenig ausführen: Die Sohn-Gottes-Beziehung des Königs ist ihm nicht von Geburt an gegeben. Das „Heute habe ich dich gezeugt“ in Ps 2,7 bezieht sich auf die Einsetzung des Königs in sein Amt (V. 6). Der König darf seine besondere Beziehung zu Gott erst mit seiner Einsetzung glauben, dann aber auch bezeugen. In Ps 2,6–7 hören wir, wie Gott spricht (ausdrücklich gegen das Toben der Völker gerichtet):

„»Ich aber habe meinen König eingesetzt auf meinem heiligen Berg Zion.«“

Dann – ein Dialog zwischen Gott und König! – spricht der eingesetzte König:

„Kundtun will ich den Ratschluß des Herrn. Er hat zu mir gesagt: »Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt.«“ (Ps 2,6f.).

Also: Der Zionskönig ist nur durch Adoption, nicht von Ewigkeit her Sohn Gottes – das bleibt Jesus Christus vorbehalten, der die Sohneszusage erst im vollen Sinne erfüllt (Hebr 1,5f.; 5,5f.).

Ein Professor für Altes Testament hielt mir dazu entgegen, Psalm 2 habe einen phönizischen Mythos übernommen. Ich fragte ihn, ob der unmittelbare Kontext im Psalm für die Deutung nicht relevanter seist als die Hypothese von einem phönizischen Mythos. Seine kurze Antwort lautete: „Weil es mythisch ist“. Also weil die Rede von einer Zeugung auch anderswoher als Mythos bekannt sei, müsse es in Ps 2 ebenfalls mythisch – Gott als physischer Vater des Königs – gemeint sein. Nun, ich halte das nicht für überzeugend. Der Zusammenhang spricht klar von der Einsetzung, der Inthronisation des Königs auf dem Zion. Der König hat das „Heute“ der Einsetzung als Wort über sich – also als hör- und sprachfähiger Mensch (nicht als Fötus oder gar vorgeburtlich) – selbst gehört und kann es nun bezeugen.

Das ist das „Heute“, und damit ist auch die „Zeugung“ an dieser Stelle zu verstehen wie das Zum-Glauben-Kommen durch das Wort Gottes, das ja im Neuen Testament ebenfalls als zeugender Same bezeichnet wird (1.Petr 1,23–25).

Der zweite Beleg dafür, daß das Alte Testament es verbietet, den Königen Göttlichkeit zuzuschreiben, liegt in den Namen der Könige Israels. Diese Namen drücken ein Handeln Gottes am König oder sonst eine frommes Zeugnis aus, aber nie seine Göttlichkeit oder Verehrungswürdigkeit. „Hiskia“ etwa bedeutet „Jahwe stärkt ihn“, „Joschafat“: „Jahwe schafft Recht“, „Jotam“: „Jahwe ist vollkommen“ usw. Am nächsten kommen der ägyptischen Vorstellung noch „Abia“: „Jahwe ist (mein) Vater“, vergleiche auch den Heerführer „Joab“: „Jahwe ist Vater“. Ganz anders die ägyptischen Könige: Ihre Namen enthielten immer ein „Re“: Re ist im König erschienen. Ein Beispiel: Um der Zersplitterung des Landes zu wehren, nannte sich der letzte König der 2. Dynastie „Horus-Seth Chasechemui“ (ca. 2684–2657 v. Chr.). Er verband die Götternamen Seth und Horus mit seinem eigenen Namen und behauptete so: Die beiden Mächte sind – in mir! – erschienen. Entsprechend hieß die Königin „Die Horus und Seth schaut“. Oder: Die bedeutendste Herrscherpersönlichkeit der 12. Dynastie war Sesostris I. (ca. 1956–1910 v. Chr.), „der Mann der mächtigen Göttin“ usw. usf.

Und hier der letzte Grund für die Nichtgöttlichkeit der Obrigkeitspersonen: Der „Sohn Gottes“-Begriff ist im Alten Testament, bevor er auf den König Anwendung findet, längst anderweitig besetzt: Die Beziehung des ganzen Volkes Israel zu Jahwe ist das der Sohnschaft, und Jahwe ist sein Vater. Das kommt in früheren und in weit mehr Belegstellen zum Ausdruck als in denen für den König!

2.Mose 4,22f.:

„Und du sollst zu ihm sagen: So spricht der Herr: Israel ist mein erstgeborener Sohn;
und ich gebiete dir, daß du meinen Sohn ziehen läßt, daß er mir diene.
Wirst du dich weigern, so will ich deinen erstgeborenen Sohn töten.“

(Dies wird ausgerechnet dem Pharao ausgerichtet, der sich selbst als Sohn Gottes verherrlichen ließ!)

Das reiche Zeugnis des Neuen Testaments von der Kindschaft aller Gläubigen zu Gott, ihrem Vater, und vom königlichen Priestertum der Gemeinde wird hier vorbereitet.

Joh 1,12f.: „Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, denen, die an seinen Namen glauben, die nicht aus dem Blut noch aus dem Willen des Fleisches noch aus dem Willen eines Mannes, sondern von Gott geboren sind.“

Grund und Grenze der Obrigkeit nach Römer 13

Was von diesem Abschnitt sattsam bekannt ist und allzu oft zitiert wird, ist der Gehorsam. Jeder sei untertan …  Haben wir uns eine bequeme Untertanenhaltung angewöhnt? Sehen wir genauer hin, ergibt sich ein differenziertes Bild.

Es ist übrigens interessant: Gegen die 68er und die Anarchisten haben die Christen noch den Gehorsam gegenüber dem Staat verteidigt. Jetzt, wo die 68er in der Regierung sitzen, müssen wir uns klar machen, daß man der Regierung eben nicht unkritisch vertrauen kann!

Was sagt nun Paulus in Römer 13 über die Obrigkeit? Ich fasse mich kurz und fokussiere auf zwei Dinge: Er begründet die obrigkeitliche Kompetenz (das war Teil unserer Verteidigung gegen diejenigen, die die Regierung umstürzen wollten, v.a. von politisch linker Seite) und grenzt sie zugleich ein – das brauchen wir heute, wo die 68er an der Macht sind, das brauchte die Bekennende Kirche, als die Nationalsozialisten an der Macht waren.

  1. Die Begründung: Die Obrigkeiten sind von Gott eingesetzt. Das gilt sogar für Kaiser Nero (regierte 54–68 n. Chr.). Dessen Greuel geschahen zwar erst nach Abfassung des Briefes (56 oder 58 n. Chr., Brand Roms 64 n. Chr.), aber zur Macht kam er, nachdem seine Mutter Agrippina seinen Vorgänger und Adoptivvater Klaudius hatte vergiften lassen. Er kam also durch Mord zur Macht. Auch der neue Statthalter der Provinz Syrien, der Paulus durch Antiochia verbunden ist, verdankte seine Stellung der Vergiftung des Vorgängers (Tacitus). Ähnliches wäre von Tiberius u.a. zu berichten. Dennoch: „es sind keine Obrigkeiten außer von Gott; wo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott angeordnet“ (V. 1). Wenn also diese korrupten und unterdrückerischen Regime von Gott sind, dann sind alle Regierungen zunächst einmal durch den Willen Gottes an die Macht gelangt. Im Sinne der meisten modernen Versuche, die Macht des Staates zu begründen, z.B. durch den Willen des Volkes, ist diese Einsetzung also nicht zu verstehen. Es liegt, sagt Luther, „Gott nichts daran, wo ein Reich herkommt, er will’s dennoch regiert haben“![4]
  2. Die Eingrenzung: Obrigkeiten sind Diener und erhalten Autorität von Gott dazu, daß sie das Recht durchsetzen, notfalls mit einem speziellen Werkzeug, das der Kirche nach dem vorangehenden Abschnitt (Röm 12) gerade nicht zur Verfügung steht: dem Schwert (potestas gladii). Mit „das Recht“ kann nicht jedes beliebige, von Menschen gesetzte („positive“) Recht gemeint sein. Vielmehr geht es um die objektiven Vorgaben (oder zumindest den Rahmen) der Schöpfungsordnung, die in den Zehn Geboten konkretisiert sind (vgl. 13,8–10).[5] Die Obrigkeit hat eben nicht neu zu definieren, welche Handlungen gut oder böse seien. Dies ist ihr vielmehr vorgegeben. Sie soll diejenigen belohnen, die Gutes tun, und die bestrafen, die Böses tun (13,4). Diese Kompetenz setzt auch Johannes der Täufer voraus, wenn er römischen Soldaten sagt: „Tut niemandem Gewalt oder Unrecht und laßt euch genügen an eurem Sold“ (Lk 3,14)[6], ebenso Jesus, wo er an Recht und Logik appelliert: „Habe ich übel geredet, so beweise, daß es übel ist; habe ich aber recht geredet, was schlägst du mich?“ (Joh 18,23).

Es wäre noch vieles aus beiden Testamenten zusammenzutragen! In dem Buch, das nun im Juli beim Freimund-Verlag erscheinen soll, habe ich das auf etwa 60 Seiten eingehender entfaltet („‚Kein König außer dem Kaiser‘? Warum Kirche und Staat durch Zivilreligion ihr Wesen verfehlen“).

Ich fasse die biblischen Überlegungen zusammen:

  1. „Ich bin der Herr, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft, geführt habe“ (2.Mose 20,2): Gott offenbart sich, sein Recht und sein Heil nicht nur einzelnen Menschen, sondern gerade auch im Gegenüber zum Staat und zu Staaten. Er kann sein Volk preisgeben oder befreien und erretten aus der Hand aller Großmächte der biblischen Zeit: der Ägypter, Assyrer, Babylonier, Perser und Römer (von den kleineren Nachbarstaaten Israels abgesehen[7]).
  2. Der Glaube, den das Volk Israel, geprägt durch seine Zeit in Ägypten, durch die Erfahrungen der Plagen, des Auszugs, geprägt vor allem durch die Sinai-Offenbarung und die Wüstenwanderung – bzw. durch die Mosebücher – mitbrachte, unterscheidet sich von der ägyptischen Religion markant: Israel war viel diesseitiger orientiert, pflegte keinen Totenkult, keinen Herrscherkult, kein weibliches Priestertum. Diese (trotz gewisser Gemeinsamkeiten) völlig andere Gestalt der israelitischen gegenüber der ägyptischen Religion gegen alle religionswissenschaftliche Wahrscheinlichkeit ist ein starkes Indiz für das Eingreifen des redenden Gottes in einem Meer von stummen, aber politisch und religiös sehr einflußreichen Götzen.
  3. Nach dem Neuen Testament sind die dem Bürger übergeordneten Mächte gottgegebene, aber vorläufige, ja im Argen liegende Gebilde (Eph 6,12; 1.Joh 5,19). Sie werden von Christen also weder prinzipiell negiert noch kritiklos hingenommen. Anders als die Zeloten zahlen Christen Steuern nicht zähneknirschend, sondern als Gottesdienst. Die Steuer dem Staat, das Leben Gott: Von Gleichrangigkeit beider kann keine Rede sein, ein staatlicher Totalitätsanspruch ist von vornherein abgewiesen.[8] „Man muß Gott mehr gehorchen als den Menschen!“ (Apg 4,19; 5,29)
  4. Von Staatsbeamten muß nicht Förderung und Privilegierung irgendeiner Religion erwartet werden, im Gegenteil: Religion ist nicht Aufgabe der Herrschenden! Auch ein heidnischer Staat besitzt ein relatives Wissen um Gut und Böse. Was das Gute und das Böse ist, ist dem Staat im Wesentlichen vorgegeben und nicht neu zu erfinden (Röm 13,3f., Konkretion durch die Gebote des Dekalogs: V. 8–10).
  5. Deswegen können nur Recht und Gerechtigkeit die Legitimationsgrundlage des Staates bilden, nicht ein König, der angeblich das Heil bringt wie in Ägypten oder bei den Phöniziern oder in Assyrien oder in Rom, nicht das Volk, kein Nationalismus und keine Geschichtsphilosophie (wie im Marxismus). Anerkennt der Staat diese Vorgegebenheit, dann kann er sein, was er im Wesen sein soll: Rechtsstaat (wie Augustin betonte) und darin Gottes Diener. Für das Recht, für das Gute und gegen das Böse ist ihm Macht (griech. exousia) von oben her gegeben (Joh 19,11; Röm 13,1), also nicht von unten her, sei es vom Volk oder in der besonderen Eignung einzelner Führer. Das Recht Gottes begründet und begrenzt den Staat. Solange der Staat dies anerkennt, haben Christen in ihm jedenfalls für ihr Christsein nichts zu fürchten.
  6. Er ist von oben her, aber sein Standort ist nicht oben, sondern unten. Die Mosebücher erwuchsen in Abgrenzung zur pharaonischen Selbstvergottung, das Neue Testament in Abgrenzung zum römischen Kaiserkult, um dessentwillen ungezählte Christen in den Tod gingen. Man denke auch an den kommunistischen Personen- und Parteikult! Diese Staatsüberhöhungen waren Versuche, den eigenen Standort ins überirdische zu erheben, und sie sind zugleich modellhaft für das Wirken der antichristlichen Tiere von Offb 13ff.

Die christliche Erwartung an den Staat wirkt im Vergleich zum antiken wie zum heutigen Gefüge höchst sparsam. Paulus sieht das staatliche Gewaltmonopol begrenzt auf die Durchsetzung von Recht und Frieden. Der Kult gehört definitiv nicht zu den staatlichen Aufgaben. Ein guter Staat ist nicht Wohlfahrts- oder Sozialstaat, der eine gleichmäßigere Verteilung von Gütern, Bildung oder die Hebung der Gesundheit erzwingt (Nanny- oder Bevormundungsstaat, „Nudging“). Hier würde das Gewaltmonopol für alle möglichen, auch wechselnden Zwecke mißbraucht werden, die willkürlich von Obrigkeit oder Volk festgelegt werden.

  1. Christen werden ihrem Staat in kritischer Solidarität zugewandt sein, d.h. ein Wächteramt wahrnehmen, wie er sich zu den göttlichen Ordnungen verhält. Es ist der Liebesdienst der Kirche am Staat, seinen Vertretern die göttliche Schöpfungs- und Erhaltungsordnung mit allem Ernst der Gebote zu sagen, sie über das Gesetz staunen (5.Mose 4) oder daran scheitern zu lassen (2.Kön 17; 24f.). Schon Sokrates hat in seiner Verteidigungsrede (Apologie) ähnlich argumentiert.
  2. Die Verhaltensweisen des Pilatus und des Judentums beim Prozeß Jesu offenbaren Abgründe des Menschseins: Abgründe, die der Religion wie dem Staat möglich werden, wenn ihre Vertreter die Verpflichtung zur Wahrheit – hier: die Unschuld des Angeklagten – unter die Verpflichtung zum sozialen Frieden stellen. Pilatus fürchtet Menschen mehr als er dem Recht Ehre gibt; so wird sein Staat zum Spielball wechselnder Interessen. Nicht mehr das Recht, sondern die Angst und die Gunst regieren.

Indem die jüdischen Führer sagen – ihrerseits sich anbiedernd – „Wir haben keinen König außer dem Kaiser“ (Joh 19,15), verabschieden sie sich von der Messias- und Erlösungshoffnung des Alten Testaments. Sie legen ihre Zukunft in die Hand eines heidnischen Staates. Jesu Tränen über sein Volk und die herannahende Zerstörung Jerusalems sind wohlbegründet.

  1. Der Staat überschreitet seine Grenzen, wenn er religiös-ideologisch auf Glauben und Gewissen seiner Bürger zugreift (Staatsreligion, Zivilreligion), sein Gewaltmonopol zur Expansion der Landesgrenzen mißbraucht oder seine Zuständigkeit auf immer mehr Felder von Gesellschaft, Familie, Rechtschreibung, Genderideologie und erst recht durch Eingriffe in den Gottesdienst ausdehnt. Aus dem Rechtsstaat wird dann der Gewaltstaat. Seien wir wachsam!
  2. Jesu Ankündigung, daß die Jünger vor Fürsten und Könige geschleppt werden „um meinetwillen, ihnen und den Völkern zum Zeugnis“ (Mt 10,18) besagt nicht, die Kirche werde immer vom Staat verfolgt werden, wohl aber, daß sie immer damit zu rechnen hat. Tut sie es?

Alle Mächte dieser Erde stehen unter dem Auferstandenen, der sie ihrer Macht entkleidet hat (Kol 2,15; vgl. 1.Kor 15). Das durch die Menschwerdung Jesu nahe gekommene Gottesreich stellt alle weltlichen Ordnungen unter einen „eschatologischen Vorbehalt“, ihre Legitimität bleibt vorläufig, ja auf göttlichem Prüfstand.

  1. Der christliche Gehorsam gegenüber dem Staat ist unbedingt, aber nicht unbegrenzt: unbedingt hinsichtlich des Staates als Institution, aber inhaltlich nicht unbegrenzt, sondern begrenzt durch Gottes Gebote (Röm 13,8–10), ferner zeitlich begrenzt durch den bald wiederkommenden Christus als Herrn aller Herren (V. 11–14).
  2. In der Obrigkeit begegnen uns fehlbare und sterbliche Menschen, auf die Juden und Christen nicht vertrauen sollen.[9] Politik ist ein menschliches, irdisches Geschäft, nicht ein religiöses. Beanspruchen Herrscher und Staaten die Stelle Gottes, z.B. indem sie das kirchliche Personal bestimmen, gottesdienstliches Leben inhaltlich füllen, reglementieren oder auch verhindern wollen, werden sie zu Dämonen, gewinnen antichristliche Züge, und verfallen dem Gericht.[10] Dann nimmt das Geschehen von Offb 13ff. seinen Lauf.

2. Die verworrene Lage, aus der unsere Frage überhaupt erwächst

Seit der großen nationalistischen Täuschung und Enttäuschung haben wir uns über viele Jahre daran gewöhnt, daß wir eine Obrigkeit haben, die mehr oder wenig verläßlich ist. Eine Obrigkeit, die tut, was eine Obrigkeit tun soll: für Recht und Frieden zu sorgen.

Das hat auch gut zu Römer 13 gepasst: Die Obrigkeit soll die Guten belohnen und die Bösen bestrafen. Was gut und was böse ist, ist ihr, wie gesagt, vorgegeben.

Doch Obrigkeiten geraten immer wieder auf Abwege und beginnen, selbst zu definieren, was gut und was böse ist. Im Prinzip war das immer so, wie unsere Erinnerung an Ägypten und Rom gezeigt hat. Selbst gewisse Themen, die heute dabei tangiert werden, kamen in der Antike vor: Homosexualität bzw. „Ehe für alle“, Familie, Gender, Rechtschreibreform, materielle und kulturelle Enteignung durch Migration, Enteignung durch Schuldenvergemeinschaftung usw.

Dazu kommt ein geistiger Vorgang, der einem den Atem raubt, wenn man sich die Dimension klar macht: Da die Kirche als selbstbewußtes Gegenstück ausfällt, macht sich Obrigkeit zum Selbstversorger bei ihrer Selbstbegründung, ihren Zielen, ihren Mitteln, ihrer Ethik (Hermann Lübbe sprach von „legitimitätspolitischen Selbstversorgern“, mehr hierzu im angekündigten Buch). Wer das Falsche rät, fliegt aus dem Ethikbeirat (so kürzlich in München geschehen). Manche wundern sich, warum die Bindekräfte in der Gesellschaft schwächer werden, die Institutionen wanken, die Politiker schwanken. Doch wer im Blätterwald der Gegenwart etwas herumkommt und die Widersprüche sieht, wundert sich nicht:

  • Im Januar 2020 noch hörte man in öffentlich-rechtlichen Medien, daß diejenigen, die das neue Corona-Virus für gefährlich halten, Verschwörungstheorien anhingen (27.1.2020 Bayerischer Rundfunk, 30.1.2020 ZDF Heute-Journal). Ab März 2020 war es genau umgekehrt: Mit der Gefährlichkeit des Virus wurde der Lockdown begründet. Diejenigen, die das Virus für weniger gefährlich hielten als die Regierung, waren nun die Verschwörungstheoretiker.
  • Es soll demokratisch zugehen.
    Doch wenn die Falschen die Richtigen wählen, dann sind die Richtigen plötzlich die Falschen. Thüringen! (Eine Wahl zum Ministerpräsidenten wurde ungültig gemacht durch das „Unverzeihlich!“ der Kanzlerin).
    In der jüdischen Rundschau heißt es: Unser Parlament hat 709 Mitglieder, soll aber am besten nur noch eine Meinung haben – die der Regierung (nach Dirk Maxeiner, zitiert von Dr. Rafael Korenzecher, Jüdische Rundschau 3.3.2021).
  • Jeder soll seine Meinung frei äußern dürfen.
    Doch Schauspieler, Sportler und Mieter, die sich regierungskritisch äußern, werden gekündigt oder mit Kündigung bedroht. Als der Präsident der renommierten Harvard University, Larry Summers, äußerte, die Untervertretung weiblicher Forscher in den mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern könnte auch auf natürliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern zurückführbar sein, ertönte der Schlachtruf „Male chauvenist!“ Eine sachliche Diskussion wurde an den Rand gedrängt, und der Druck wurde so groß, daß der Präsident schließlich zurücktrat.[11] Vergebung gibt es in diesem Bereich nicht, nicht einmal im kirchlichen Bereich, denken wir nur an den sächsischen ehemaligen Landesbischof Carsten Rentzing.
  • Bei „Black Lives Matter“ dürfen Tausende demonstrieren, aber Demos gegen die Corona-Maßnahmen werden verboten. Das gilt für alle drei deutschsprachigen Länder. In der Schweiz haben gerade 5000 Fans die Meisterschaft ihres Eissportvereins Zug frenetisch gefeiert. Sie standen eng zusammen, lagen sich in den Armen, bzgl. Gesichtsmasken war Fehlanzeige. Michael Bubendorf vom Verein Verfassungsfreunde fragt zu Recht: „Kein Problem für die Behörden. Kein Problem für die Polizei. Kein Problem für die Massenmedien. Wenn solches Verhalten an Demonstrationen gezeigt wird, dann regnet es Tränengas und es hagelt Verbote. Merken die Politiker das nicht?“[12] Denn große Demonstrationen wurden in den vergangenen Wochen verboten und von den Veranstaltern daraufhin abgesagt.
  • Die Deutschen sollen elektrisch fahren, aber zugleich ihre Kraftwerke ausknipsen.
  • Sie wollen künftige Generationen retten, aber sie kriegen keine Kinder mehr.
  • Sie glauben, sie seien Vorreiter in ihren Klimaanstrengungen und merken nicht, daß weltweit kaum jemand hinterherreitet.
  • Die Regierung erhöht die Schulden, um Schulden bei sich und anderen Ländern begleichen zu können.
    Margaret Thatcher (angeblich): „Das Problem am EU-Sozialismus ist, daß ihm irgendwann das Geld der Deutschen ausgeht.“[13]
  • Die Europäische Zentralbank vermehrt das Geld ins Unermeßliche, wodurch die Aktienkurse der großen Unternehmen steigen, aber die Zombies immer mehr werden, und die Lage der kleinen Unternehmen immer bedrohlicher wird.
  • Der Föderalismus wird durch die Ministerpräsidenten im Verein mit der Kanzlerin zu Grabe getragen, wie Richter Manfred Kölsch sagt, der gerade sein Bundesverdienstkreuz zurückgegeben hat.
  • Es besteht angeblich Lehrfreiheit für Wissenschaftler, aber ihre Sprache und Äußerungsfreiheit wird immer enger reguliert. Der Staat greift nicht durch, wenn die Antifa Vorlesungen verhindert.
  • Bei vielen Organspenden wird getötet, um Tote zu vermeiden.
  • Der Mensch soll so frei sein, daß man ihm gerne auch beim Sterben behilflich sein darf. Selbstbestimmt Leben – fremdbestimmt Sterben?

Ein Philosoph (Gunnar Kaiser) hat im April 2021 nur in Bezug auf Corona die folgende Reihe von Widersprüchen zusammengestellt, um die Unzuverlässigkeit der Politik zu dokumentieren:

  1. Der Gesundheitsminister sagt: Nicht zu viel testen, damit man nicht zu viel falsch positive Ergebnisse hat, ein halbes Jahr später werden die Testzahlen verzigfacht, Schnelltests auf den Markt gebracht, Schüler sollen sich fast täglich selbst testen.
  2. Der Gesundheitsminister sagt: Es war ein Fehler, den Einzelhandel zu schließen, das wird nicht wieder passieren. Und ein paar Monate später wird der Einzelhandel erneut geschlossen.
  3. Der Gesundheitsminister sagt: Das Virus macht an geschlossenen Grenzen nicht halt. Ein Jahr später sind fast alle Grenzen geschlossen.
  4. Der Staatsvirologe sagt: Mit Masken hält man die Pandemie nicht auf. Ein halbes Jahr später tragen sogar die Kinder in den Grundschulen Masken.
  5. Der Staatsvirologe sagt: Als Normalbürger soll man nicht mit der ständigen Angst vor Infektionen herumlaufen. Und ein paar Jahre später sollen alle Menschen jederzeit so handeln, als wären sie infiziert.
  6. Der Präsident der Bundesbehörde für Gesundheitsfragen sagt: Je mehr wir impfen, um so mehr Varianten werden auftreten.
    Nachdem man dann massenhaft geimpft hat, treten Varianten auf, mit denen man dann den nächsten Lockdown rechtfertigt.
  7. Einer der Ministerpräsidenten fordert, Politiker wegen ihrer Vorbildfunktion mit AstraZeneca zu impfen. Und am selben Tag werden die Impfungen mit AstraZeneca vorsorglich ausgesetzt.
  8. Die Kanzlerin sagt im Okt. 2020: Es stehen vier schwere Monate bevor, bis wir es überstanden haben. Im März 2021 sagt sie das gleiche bis Juni!
  9. Die Kanzlerin sagt im Nov. 2020: Nur noch ein paar Wochen anstrengen!
    Im Frühling jedoch ist immer noch Lockdown. Man spricht nun von einem Dauerlockdown bis Herbst.
  10. Keine Übersterblichkeit zu haben wird dem Lockdown verdankt.
    Aber daß zum Beispiel Bayern so hohe Fallzahlen hatte, war trotz des Lockdown der Fall.
  11. Wenn du bei der Impfung Begleiterscheinungen hast, ist es ein Zeichen dafür, daß sie wirkt. Wenn du aber keine hast, gilt es als Zeichen dafür, wie verträglich sie ist.
  12. Wir hatten in diesem Winter weniger schwere Atemwegserkrankungen, angeblich weil die Menschen zu Hause bleiben und brav Masken tragen. Im gleichen Zeitraum stiegen aber die Corona-Fallzahlen und die Inzidenzwerte, angeblich weil die Menschen sich nicht an die Maßnahmen halten.
  13. Wir haben eine Pandemie mit einem schweren akuten Atemwegssyndrom, aber das Statistische Bundesamt spricht von einem niedrigen Niveau an schweren Atemwegserkrankungen im vergangenen Winter.
  14. Wir impfen Millionen, um bald wieder frei zu sein. Aber die Geimpften müssen trotzdem in Quarantäne, weil nicht erwiesen ist, ob sie noch infektiös sein können.
  15. Junge Menschen müssen an fast allen Schulen einen Selbsttest machen; Testverweigerer werden isoliert und vom Schulgelände entfernt, die negativ getesteten dürfen aber die Maske immer noch nicht ablegen. Ist die Maske zu einer Uniform eines Kults geworden ist, die man nicht mehr ablegen darf, obwohl sie ihre ursprüngliche Schutzfunktion gar nicht mehr erfüllt?

Soweit Gunnar Kaiser. Selbst wenn man hier den einen oder anderen Punkt streichen möchte, so viel ist klar, der Psalm hat Recht: „nicht sich verlassen auf Fürsten …“!

Man könnte die Liste der „kognitiven Dissonanzen“ jedoch leicht noch verlängern, und es gibt ja einige Magazine, die diese Dinge fleißig sammeln. Daß wir an diesen Dingen leiden, zeigt immerhin, daß wir uns noch nicht abgewandt und zurückgezogen haben. Es sind Dinge, über die ein Dialog geführt werden muß, ein freier Dialog, nicht einer, bei dem man rasch in die Ecke gestellt wird: „Klimaleugner“ und „Coronaleugner“, was ja ein wenig den Beigeschmack von „Holocaustleugner“ hat.

Wann merken wenigstens die Christen, daß man dem Staat nicht einfach vertrauen kann? Viele haben es schon gemerkt. Tatsächlich haben erschreckende 42%, so das Meinungsforschungsinstitut INSA im April, das Vertrauen in die Politik „komplett“ verloren.[14] Karl Richard Ziegert schrieb 2013 im letzten Satz seiner Studie über die deutsche Zivilreligion als Verrat an Luther ganz drastisch: Der „seit längerem nun auch transnational ausgreifende neue deutsche Staatsidealismus ist nicht einmal einen Schritt weit entfernt vom Abgrund der totalitären Versuchung, in dem jede Art selbstbezüglicher Hypermoral untergehen muss, die ihre Begrenztheiten nicht mehr wahrnimmt – und die dann auch kein Hindernis mehr sein kann für Unrecht, Gewalt und Unmenschlichkeit“ (S. 406 = Schluß des Buches).

Es haben also schon viele gemerkt. Aber in meinem Umfeld gibt es noch viele, auch Christen, die noch nicht gemerkt haben, daß ihre Freiheit auf dem Spiel steht. Ich erwähnte vorhin die akademische Tagung in Basel, veranstaltet von der Theologischen Fakultät, zum Verhältnis von Religion und Politik. Die Tagung fand in der Peterskirche und online statt. Zwei Tage lang wurden viele Politikfelder dabei bedacht: Gender, Migration, Klima, Armut, Verteilungsgerechtigkeit, Kirchensteuer und jeweils die Rolle der Kirche. Doch die staatlichen Corona-Maßnahmen, die doch die Kirchen einschneidend betroffen haben, wurden von keinem einzigen der etwa ein Dutzend Referenten, die ich gehört habe, überhaupt erwähnt, geschweige denn problematisiert, obwohl alle mit Masken und mit Abständen verteilt in der Kirche saßen!

Vielleicht hilft es, wenn man sich mal vor Augen hält, wie der Staat in den letzten Monaten in den kirchlichen Bereich hineingefunkt hat.

3. Eingriffe der Obrigkeit in den Gottesdienst

Wenn Staatsorgane einen Gottesdienst stören oder verhindern, zeigt sich am deutlichsten, welche Gefahr droht. Bitte sagen wir nicht: Das sind ja alles Sonderfälle, irgendwelche Spezialfälle ohne überregionale Bedeutung. Ich wäre mir da nicht so sicher. Sophie Scholl, deren 100. Geburtstag wir gerade gefeiert haben, soll gesagt haben: „Der größte Schaden entsteht durch die schweigende Mehrheit, die nur überleben will, sich fügt und alles mitmacht.“

Hier also ein paar Beispiele! Wir alle kennen die neuen Reglementierungen des Obs und des Wies von Gottesdiensten: Teilweise gar kein Gottesdienst vor Ort, teilweise nur per Online-Übertragung. Teilweise werden die Zahlen der Teilnehmer beschränkt, das Singen verboten oder eingeschränkt auf Profi-Sänger oder eingeschränkt auf Singen mit Gesichtsmaske. Untersagt oder abgesagt sind Kirchenkaffee, Seniorennachmittage, Gemeindeausflüge usw. Zurück zum Gottesdienst: Gesangbücher werden nicht ausgeteilt, Abstände werden gefordert, Desinfektion von Händen und Bänken, und zu allem Übel werden die Namen der Teilnehmer noch aufgeschrieben und im Notfall ans Gesundheitsamt weitergereicht usw. Und hier bitte ganz konkret:

  • Essen: Polizei löst freikirchlichen Gottesdienst auf (20.12.2020)
  • Herford: Gottesdienst einer Freikirche von Polizei aufgelöst (2.1.2021)
  • Lingen/Papenburg: Gebetsstunde mit 15 Personen aufgelöst (5.1.2021)
  • Lahr: Polizei beendet Gottesdienst in Freikirche (17.1.2021)
  • Essen: Gottesdienst einer Freikirche aufgelöst (21.1.2021)
  • Freudenstadt: Gottesdienst einer freien Gemeinde aufgelöst (31.1.2021)
  • Zimmern ob Rottweil: Gottesdienst einer Freikirche aufgelöst (7.2.2021)
  • Edmonton, Kanada: Corona-Regeln missachtet – Pastor im Gefängnis (10.3.2021)
  • Balham, Großbritannien: Polizei beendet Karfreitagsgottesdienst unter Strafandrohung (03.04.2021)
  • Hannover: Gerichtsurteil bestätigt Singverbot (gegen Klage der Gemeinde von Wolfgang Nestvogel).
  • Minden-Lübbecke: Gottesdienst nur noch mit Corona-Test und max. 60 min, Anmeldung und Rückverfolgbarkeit auch bei privaten Treffen (27.4.2021)
  • Minden: Eilantrag von 16 Gemeinden gegen strenge Auflagen für Gottesdienste abgewiesen (6.5.2021)
  • Schloß Holte-Stukenbrock Baptistengemeinde: Ordnungsamt bricht Bethaus-Tür auf nach einer Denunziation (5.5.2021)

Die meisten dieser Beispiele habe ich aus idea notiert. Die Einzelheiten der Vorgänge vor Ort spare ich mir hier. Die Interpretation aber, die ich aus der Summe erhebe, ist die: Die Versammlungs-, Demonstrations-, Bewegungs- und vor allem die Religionsfreiheit ist nicht mehr uneingeschränkt gegeben.

Grundgesetz, Artikel 4:

(1) Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.

(2) Die ungestörte (!) Religionsausübung wird gewährleistet.

Im Namen der Sicherheit schränkt der Staat Grundfreiheiten ein oder gewährt sie wieder – je nach Gutdünken einer bestimmten Expertenschicht.

Was nun?

4. Auf welche Weise gehorchen wir Gott mehr als den Menschen? Welche Aufgaben ergeben sich für den Gemeindehilfsbund?

Einige Gedanken dazu hat der GHB bereits in den letzten Ausgaben des „Aufbruch“ veröffentlicht (November 2020 und März 2021).

Mich bewegen insbesondere die folgenden Punkte:

  1. Der Gottesdienst darf nicht ausfallen, jedenfalls nicht ersatzlos.[15]
    Ausgerechnet bei diesem zentralen Bereich der Gemeindearbeit haben die staatlichen Maßnahmen der letzten Monate bei den Kirchen in der westlichen Hemisphäre eine unglaubliche Trägheit, Faulheit, ja Konformismus und, wie Laschet sagte, eine Art Staatsfrömmigkeit ans Licht gespült. Man will systemrelevant sein … doch es kommt Systemkonformismus heraus.
  2. Die Arbeit an der biblischen Gründung
    Das ist ein weites Feld, aber unerläßlich, wenn eine Gemeinde gemeinsam und mit Klarheit und Gewißheit vorwärts gehen will: Gute biblische Lehre pflegen, um unsere Sicht von Staat und Kirche bis hin zur endzeitlichen Überhöhung des Staates zu festigen. Ebenso eine biblische Gründung unserer Sicht vom Gottesdienst als dem zentralen und einzigartigen Vollzug, in dem sich Kirche ereignet. Doch die Themen Liturgie, Gottesdienst und das Verhältnis von Kirche und Staat sind in der theologischen Ausbildung vielfach unterbelichtet.
  3. Unsere Verkündigung
    Wir bezeugen nach innen und außen, daß die Würde des Menschen nicht nur in seiner irdisch-leiblichen Gesundheit bestehen kann.
    Wir bezeugen nach innen und außen, daß auf dem Opferaltar der neuen Corona-Religion unsere grundgesetzlich garantierten Grundfreiheiten nicht geopfert werden dürfen: Meinungsfreiheit, Versammlungsfreiheit, Freie Berufsausübung, Religionsfreiheit, Medizinische und soziale Selbstbestimmung.
    Wir bezeugen nach innen und außen, daß der Staat nach dem Willen Gottes und den Worten der ersten Barmer Theologischen Erklärung die Aufgabe hat, für Recht und Frieden zu sorgen, daß er dabei den Geboten Gottes untertan bleiben muß und nicht selbst neu zu definieren hat, was z.B. Ehe ist.
    Damit erteilen wir jeder staatlich oder gesellschaftlich gelenkten Zivilreligion eine entschlossene Absage.
  4. Unser Lebenszeugnis
    Wir sind bereit, für unser Zeugnis und unsere Freiheit zu leiden. Wäre von vornherein ein klarer und breiter(er) Widerstand gegen die Gottesdienst-Verbote und ‑einschränkungen erfolgt, dann wären vielleicht ein paar Dutzend Pastoren im Gefängnis gelandet, Bußgelder wären gezahlt worden usw. Aber es wären deutlich mehr Menschen deutlich schneller wach gerüttelt worden.
  5. Kontakte und Beziehungen pflegen
    Ein Hirte muß unterwegs sein, alt und jung besuchen, sammeln, verfügbar sein, Hauskreise bilden und neu zusammensetzen, anleiten und begleiten. Brechen andere Kontakte weg, darf er sich und dürfen die Gemeindeältesten sich um so weniger zurückziehen. Nehmen wir uns Luther und Zwingli zu Pestzeiten zum Vorbild!
    Gerade die Kinder- und Jugendarbeit darf nicht ersatzlos immer weiter verschoben werden. Wir versündigen uns an der nächsten Generation!
  6. Ziviler Ungehorsam
    Entschlossener und gemeinsam durchgehaltener Widerstand an den Stellen, an denen der Staat mit Zwangsmaßnahmen den Gottesdienst regulieren will, ist geboten. Entsprechend 1.Kor 6 ist zu sagen: Wenn der Staat schon dafür unzuständig ist, innergemeindliche Streitigkeiten zu regeln, hat er erst recht keine Kompetenz, den Lobpreis der Gemeinde zu regulieren. Wenn irgendwo, dann muß die Gemeinde in ihrem Gottesdienst frei bleiben. Ist sie das dort nicht, so ist es mit der Freiheit überhaupt vorbei. Die verfolgten Christen weltweit wissen es. Wir werden es vielleicht in unserer Generation noch in größerer Breite erleben.
    Ziviler Ungehorsam kann m.E. bedeuten, daß wir gewisse Bestimmungen nicht einhalten: Teilnehmerregistrierung, Teilnehmerzahlbeschränkung, Einschränkung des Singens.
    Wo Denunzianten zu erwarten sind, müssen Gemeinden Wege finden, dennoch physisch zusammen zu kommen, um ohne die Gegenwart staatlicher Aufpasser Gottes Wort zu hören und die Sakramente zu feiern. Geschieht dies nicht mehr, hat sie als Gemeinde aufgehört zu existieren.
  7. Pastoren
    … stehen in einer anstrengenden, herausfordernden Zeit. Sie tragen die größte Verantwortung und müssen auch bereit sein, dafür zu leiden.
    Sie müssen sich nicht nur mit digitalen Formaten befassen, sondern auch damit, ihre Schäfchen zu sammeln, die sich im digitalen Bereich verlieren und deren Zugehörigkeit zur lokalen Gemeinde einschläft. Eine ebenso enge Ersatz-Bindung an eine Online-Gemeinde wird sich nicht einstellen, allenfalls aus einem Gefängnis heraus, sollte von dort her überhaupt Internet-Verkehr möglich sein. (Siehe meine Thesen im November-Heft des Aufbruchs 2020.)
  8. Für den GHB empfiehlt sich die Ausarbeitung einer Handreichung mit Hinweisen, auf welche Weise Gemeindeleitungen in der Zeit des immer kontrollbedürftigeren Staates ihr Gemeindeleben außerhalb der staatlichen Kontrolle aufrecht erhalten können.

„Es ist gut, auf den Herrn vertrauen und nicht sich verlassen auf Fürsten“ (Ps 118,9).

„Verlasset euch nicht auf Fürsten; sie sind Menschen, die können ja nicht helfen. Denn des Menschen Geist muß davon, und er muß wieder zu Erde werden; dann sind verloren alle seine Pläne“ (Ps 146,3).

Dann bleibt nur noch der Plan Gottes. Wir müssen vor Gott erscheinen, vor dem Richterstuhl Christi. Und dann wird sich zeigen, was gut und was böse war, soweit es hier noch nicht ans Licht gekommen ist.

Man muß Gott mehr gehorchen, mehr vertrauen als den Menschen.

Bleiben Sie gesegnet.

Pfr. Dr. S. Felber (www.stefan-felber.ch), Krelingen 15.5.2021

Hier kommen Sie zur Video-Fassung dieses Vortrages auf Youtube.
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Zum Weiterdenken:

Hör-Tipp:

Nestvogel, Wolfgang: Weltherrschaft als neue Weltordnung (Vortrag vom 13.5.2021), unter  https://www.youtube.com/watch?v=vFcF-cBWttM oder zum Herunterladen unter https://www.dropbox.com/s/cl4cue9zxqzby6g/Nestvogel%20W.%2C%205%20brisante%20Entwicklungen%2C%2013.5.2021.mp4?dl=0

Lese-Tipp:

Dreher, Rod: Live not by Lies. A Manual for Christian Dissidents, New York 2020 (vgl. hierüber https://theoblog.de/rod-dreher-ein-handbuch-fuer-christliche-dissidenten/36679/?highlight=dreher).

[1] Vgl. M. Foucault: Sicherheit, Territorium, Bevölkerung. Vorlesung am Collège de France, 1977–1978, Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft Bd. 1808, Frankfurt am Main 62019, bes. 173–200 (Literaturangabe aus H. Hempelmann: Schwache Kirche unter den Verheißungen eines starken Gottes. Wie die Kirche Zukunft gewinnen kann, in: ThBeitr 52, 2/2021, 78–97, hier 84).

[2] Genaueres bei H. Stückelberger: Demokratie, Freiheit und christliche Werte. Liebe heilt die Gesellschaft, Niederbüren, Winterthur 2020.

[3] Ps 78,70f.; 113,7f.; Ex 3,1ff.; 1.Sam 2,7f.; 17,15; 2.Sam 5,1f.; Hes 34,23f.; Mi 5,2–4; Amos 7,15; Mt 4,18–22.

[4] M. Luther, An den christlichen Adel, in: WA 6, S. 464, Z. 4.

[5] Vgl. S. Felber, Gesetz der Freiheit, Neuendettelsau 2020.

[6] Die akademische Exegese ist m.W. zurückhaltender, in Röm 13 Begrenzungen für staatliche Rechtsetzung bzw. Rechtsprechung zu erkennen. Mir scheint es jedoch nicht nur vom Text her, sondern auch sachlich geboten zu sein.

[7] Vgl. Ps 136,10–24; die Geschichtspsalmen (bes. 78; 105; 106) und die weitgespannten und kritischen Blicke der Propheten über die Nachbarn Israels.

[8] Cullmann aaO. 25f.

[9] Ps 62,10; 118,8–9; 146,3; Jes 2,22; 30,2; 31,1; 36,6; Hes 29,7; Hos 5,13; Hiob 12,21; 34,18.

[10] Vgl. Dan 3+6; 2.Thess 2; Offb 13.

[11] Lüscher, Thomas F.: Political Correctness oder das Ende der Aufklärung, in: Kardiovaskuläre Medizin 21, 11/2017, S. 270–273.

[12] https://verfassungsfreunde.ch/Der-EVZ-ist-Meister?mc_cid=4dc5dea8d8&mc_eid=f74b936bce (12.05.2021.

[13] “The trouble with Socialism is that eventually you run out of other people’s money.” Genaueres unter https://falschzitate.blogspot.com/2018/06/das-problem-eu-sozialismus-ist-dass-ihm.html (13.05.2021).

[14] Idea Spektrum 14/2021, S. 6.

[15] Lux, Friedemann: Untergang oder Neustart. Die Evangelikalen in Deutschland nach einem Jahr Corona, 2021, S. 3: „Wer oder was herrscht denn in einer Gemeinde, die auf die leibhafte „Gemeinschaft der Heiligen“ verzichtet und ihre Mitglieder auf das Internet verweist? Christus oder der Staat? Gottvertrauen oder Angst vor dem neuen Gott, der sich COVID-19 nennt?“

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Donnerstag 27. Mai 2021 um 10:29 und abgelegt unter Corona, Gemeinde, Gesellschaft / Politik, Kirche.