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Kirche, Corona und Staat: Man muß Gott mehr vertrauen als den Menschen

Donnerstag 27. Mai 2021 von Pfr. Dr. Stefan Felber


Pfr. Dr. Stefan Felber

Sehen Sie hier die Videoaufzeichnung des Vortrages.

1. Die „Oberen“ in der Bibel

„Es ist gut, auf den Herrn vertrauen und nicht sich verlassen auf FĂŒrsten“ (Ps 118,9). „Verlasset euch nicht auf FĂŒrsten; sie sind Menschen, die können ja nicht helfen. Denn des Menschen Geist muß davon, und er muß wieder zu Erde werden; dann sind verloren alle seine PlĂ€ne“ (Ps 146,3; vgl. Jes 31,3).

FĂŒrsten sind Menschen. Ihre PlĂ€ne sind vergĂ€nglich wie von allen Normalsterblichen. Auch FĂŒrsten sind auf Hilfe angewiesen. Sie sind sterblich und werden vor demselben Richter stehen wie alle Menschen. Das mag selbstverstĂ€ndlich klingen. Es war aber die biblische Offenbarung, die uns zu diesem Realismus geholfen hat. Ein realistischer, und d.h. immer auch: ein kritischer Blick auf die Obrigkeiten ist nĂ€mlich ĂŒberhaupt nicht selbstverstĂ€ndlich. Und je mehr die Kenntnis der biblischen Offenbarung verloren geht, desto vertrauensseliger sind viele Menschen gegenĂŒber der Obrigkeit. Je stĂ€rker das Christentum in Europa zurĂŒckweicht, desto stĂ€rker wird der Staat.

Der französische Philosoph Michel Foucault (1926–1984) sprach von der wachsenden Pastoralmacht des Staates[1]: Im 19. Jh. waren die Bildungs- und Sozialeinrichtungen meist noch in kirchlicher Hand. Im 20. Jh. hat der Staat diese nach und nach ĂŒbernommen. Der Sozialstaat wird stĂ€rker, die freien TrĂ€ger schwĂ€cher. Mutter Kirche hat abgenommen, Vater Staat hat zugenommen. Doch ist es weise, daß wir unsere Bildung, unsere Absicherung in die HĂ€nde von Vater Staat legen? Dieter Nuhr, der ZDF-Kabarettist, meinte kĂŒrzlich, Angela Merkel hĂ€tte die Bezeichnung „Mutti“ wohl zu wörtlich verstanden, denn jetzt dĂŒrfe er, obwohl erwachsen, nach 22 Uhr nicht mehr raus. Und wenn Annalena Baerbock nachfolge, so fĂŒrchtet Dieter Nuhr, dann wird auch noch das Taschengeld gekĂŒrzt!

Spaß beiseite. Es ist dem Psalmbeter höchster Ernst und zugleich höchste Freude zu bekennen: „Es ist gut, auf den Herrn vertrauen und nicht sich verlassen auf FĂŒrsten.“

Ich war vergangenen Montag und Dienstag bei einer Tagung der Theologischen FakultĂ€t Basel zum VerhĂ€ltnis von Religion und Politik. Da sagte ein Nationalrat, ein hoher Politiker der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz: Unsere Freiheit ist menschengemacht – entsprechend groß ist unsere Verantwortung. Mit anderen Worten: Es liegt alles am Menschen. Das Problem ist: Wenn der Mensch sich selbst frei macht, dann kann er sich auch wieder unfrei machen. Wer wollte ihn daran hindern? Diese Konsequenz war dem Nationalrat offenbar nicht bewußt. In einer kurzen Publikumsdiskussion verwies ich darauf, daß die Freiheit des Menschen ihre Wurzeln im Christentum, letztlich bei Gott hatte und hat. Keine der 57 islamisch geprĂ€gten Nationen, keine hinduistisch geprĂ€gte, schon gar keine sozialistisch geprĂ€gte Nation gewĂ€hrt dem Einzelnen so viel Entfaltungsfreiheit wie die christlich geprĂ€gten LĂ€nder![2] Darauf sagte der Nationalrat: Es gibt schon religiöse Wurzeln unserer Freiheit, aber die seien auch menschengemacht 
 Mit anderen Worten: Ist einmal unsere Freiheit, unser Friede, unser Wohlstand bedroht, dann muß ich doch wieder auf Menschen hoffen!

Nein, liebe Geschwister, NEIN! „Es ist gut, auf den Herrn vertrauen und nicht sich verlassen auf FĂŒrsten!“ „Verlasset euch nicht auf FĂŒrsten; sie sind Menschen, die können ja nicht helfen. Denn des Menschen Geist muß davon, und er muß wieder zu Erde werden; dann sind verloren alle seine PlĂ€ne.“

Der Blick der Bibel auf alle Obrigkeit ist viel kritischer und irdischer, als man das von der Umwelt Israels her erwarten wĂŒrde. HĂ€tte Gott nicht zu Mose und den Propheten des Alten Testaments gesprochen, so wĂ€ren auch Israels FĂŒrsten zu stolzen, goldbehĂ€ngten Halbgöttern geworden. So war es nĂ€mlich ĂŒberall in der Umwelt Israels. Denn wie tickten die Könige, die das junge Volk Israel in Ägypten kennenlernte? Über 3000 Jahre hinweg priesen sich die Ă€gyptischen Pharaonen als Verkörperung des Hauptgottes Amun-Re. Die Ă€gyptischen Könige beanspruchten, von oben nach unten zu kommen. Bei jeder Thronbesteigung wurde öffentlich verkĂŒndet: Ein Sohn des Re hat den Thron bestiegen! Die Pharaonen sahen sich an als gezeugt aus der himmlischen Welt und sie glaubten, am Ende ihres Lebens in die himmlische Welt erhoben zu werden. Dann wurden sie als Götter verehrt.

Das also, liebe Freunde, war das Land, das war der geistige Horizont, aus dem Gott das Volk Israel erlöst und herausgefĂŒhrt hat. Gerade diese Königsideologie bot den Rahmen der Knechtschaft in Ägypten. „Ich bin der Herr, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft, gefĂŒhrt habe. Du wirst/sollst keine anderen Götter haben neben mir“ (2.Mose 20,1f.). Wenn wir uns vor Augen halten, was fĂŒr ein hochentwickeltes System von Staatsreligion die Ägypter pflegten, wird klar, wie befreiend das Mosegesetz fĂŒr das Volk Israel gewirkt hat. Und es wird klar, warum die Psalmen dieses Gesetz als so wunderbar befreiend und belebend, erfreuend und erleuchtend preisen. Es wird klar, warum auch das Neue Testament uns dieses Gesetz nicht madig, sondern lieb und erst verstĂ€ndlich macht, ja zeigt, wie es recht zu gebrauchen ist.

Schauen wir einmal ins Königsgesetz, 5.Mose 17! Das Israel, das gerade die Ă€gyptische Obrigkeit und ihre Selbststilisierung zur GenĂŒge kennengelernt hatte, hörte vor dem Einzug nach Kanaan im Mosegesetz: Wenn du einen König haben willst, sollst du einen von deinen BrĂŒdern zum König machen, „nicht irgendeinen AuslĂ€nder, der nicht dein Bruder ist“ (V. 15). Das war nicht Rassismus, sondern Realismus: Es mußte einer sein, der mit Israel aufgewachsen ist, der seine Traditionen und seinen Glauben kannte und teilte. Also einer von deinen BrĂŒdern, einer aus deinem Volk. Mit anderen Worten: Die Könige fielen nicht vom Himmel, sondern wurden von unten nach oben berufen. Und so kam es: König Saul wurde berufen, als er die Esel seines Vaters suchte. ‚Von einem, der auszog, Esel zu suchen, und ein Königtum fand‘ (1.Sam 9)! König David empfing seine Berufung, als er die Schafe hĂŒtete. Er, der kleinste in der Familie, wĂ€re beinahe von allen anderen vergessen worden, als der Prophet Samuel zur Familie kam und den AuserwĂ€hlten suchte. David spricht sein Volk an mit „Meine BrĂŒder und mein Volk“ (1.Chronik 28,2). Er wurde von der Schafherde geholt und als der kleinste – „es ist noch ĂŒbrig der jĂŒngste“ (1.Samuel 16,11) – ins Königshaus berufen. „Ich habe dich von der Weide hinter den Schafen weggenommen, daß du ein FĂŒrst ĂŒber mein Volk Israel sein solltest“: Das steht zweimal in der Bibel (2.Sam 7,8; 1.Chr 17,7), außerdem gibt es noch Echos davon in den Psalmen, im Buch Exodus, in den SamuelbĂŒchern, bei Hesekiel, Micha und Amos[3] – Stellen, die wir allzu leicht ĂŒberlesen, weil uns die Menschlichkeit des Königs so selbstverstĂ€ndlich geworden ist. Die unabhĂ€ngigen Propheten ermahnten die Könige des Nordreiches Israel zur Bescheidenheit, z.B. König Bascha: „Weil ich dich aus dem Staub [also nicht nur von der Herde, sondern noch tiefer!] erhoben habe und zum FĂŒrsten gemacht ĂŒber mein Volk Israel und du doch wandelst in dem Wege Jerobeams und mein Volk Israel sĂŒndigen machst, daß sie mich erzĂŒrnen durch ihre SĂŒnde, siehe, so will ich ausrotten Bascha und sein Haus und will dein Haus machen wie das Haus Jerobeams 
“ (1.Kön 16,2f.; vgl. 14,7).

Zwischenergebnis: Der König Israels war ein normales Mitglied des Volkes. Kein Übermensch!

Möglicher Einwand: Auch im Alten Testament finden wir eine Vorstellung von der Gottessohnschaft des Königs, und auch dort an prominenter Stelle. Es ist die sogenannte Nathanweissagung an David:

2.Sam 7,14–15: „Ich will sein Vater sein, und er soll mein Sohn sein. Wenn er sĂŒndigt, will ich ihn mit Menschenruten und mit menschlichen SchlĂ€gen strafen; aber meine Gnade soll nicht von ihm weichen, wie ich sie habe weichen lassen von Saul, den ich vor dir weggenommen habe.“

Haben sich die Könige seit David also doch zu so einer Art Göttlichkeit aufgeschwungen wie die Ă€gyptischen Kollegen? Keineswegs. Denn was lesen wir hier? Im gleichen Atemzug, in dem die Adoption des Inthronisierten zum Sohn Gottes verheißen wird, taucht auch schon das Problem seiner SĂŒnde und die Notwendigkeit seiner ZĂŒchtigung auf. Es wird von vornherein erwartet, daß das Leben des Königs bis zum Tod ganz in irdischen Bahnen verlĂ€uft und auch irdisch endet. Der Pharao kehrt nach seinem Tod zu seinem himmlischen Vater zurĂŒck und wird dann göttlich verehrt. Im Alten Testament hingegen findet sich nichts von postmortaler VerklĂ€rung oder Anbetung des Königs. Schon gar nicht finden wir eine höfliche ZurĂŒckhaltung der Propheten oder Priester, weil der König wegen seiner „Göttlichkeit“ nicht kritisierbar wĂ€re. Und wenn sie zurĂŒckhaltend waren, dann versĂŒndigten sich Propheten und Priester, wie u.a. die BĂŒcher Hosea und Jeremia zeigen! Also ganz im Gegenteil! Die SĂŒnden und Torheiten der Könige Israels werden schamlos protokolliert. David schreibt sogar selbst darĂŒber (Bußpsalm Ps 51, vgl. 32). Auch die besten Könige (man denke nur an Salomo) sind von Fleisch und Blut, gieren nach Geld und Sex, fĂŒrchten die Feinde mehr als den Herrn, waren voller Angst und voller Sorge um ihr Image. Deshalb konnten sie ja so gefĂ€hrlich werden – und deshalb hatten die Propheten alle HĂ€nde voll zu tun, sie zum Gesetz Gottes zurĂŒck zu fĂŒhren.

Es gibt noch mehr GrĂŒnde, die uns nötigen, das kritische Bild der Obrigkeit, das wir von der Bibel empfangen, von ihren heidnischen GegenstĂŒcken scharf zu unterscheiden. Ich nenne noch drei! Den ersten habe ich bereits angedeutet, möchte ihn aber noch ein wenig ausfĂŒhren: Die Sohn-Gottes-Beziehung des Königs ist ihm nicht von Geburt an gegeben. Das „Heute habe ich dich gezeugt“ in Ps 2,7 bezieht sich auf die Einsetzung des Königs in sein Amt (V. 6). Der König darf seine besondere Beziehung zu Gott erst mit seiner Einsetzung glauben, dann aber auch bezeugen. In Ps 2,6–7 hören wir, wie Gott spricht (ausdrĂŒcklich gegen das Toben der Völker gerichtet):

„»Ich aber habe meinen König eingesetzt auf meinem heiligen Berg Zion.«“

Dann – ein Dialog zwischen Gott und König! – spricht der eingesetzte König:

„Kundtun will ich den Ratschluß des Herrn. Er hat zu mir gesagt: »Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt.«“ (Ps 2,6f.).

Also: Der Zionskönig ist nur durch Adoption, nicht von Ewigkeit her Sohn Gottes – das bleibt Jesus Christus vorbehalten, der die Sohneszusage erst im vollen Sinne erfĂŒllt (Hebr 1,5f.; 5,5f.).

Ein Professor fĂŒr Altes Testament hielt mir dazu entgegen, Psalm 2 habe einen phönizischen Mythos ĂŒbernommen. Ich fragte ihn, ob der unmittelbare Kontext im Psalm fĂŒr die Deutung nicht relevanter seist als die Hypothese von einem phönizischen Mythos. Seine kurze Antwort lautete: „Weil es mythisch ist“. Also weil die Rede von einer Zeugung auch anderswoher als Mythos bekannt sei, mĂŒsse es in Ps 2 ebenfalls mythisch – Gott als physischer Vater des Königs – gemeint sein. Nun, ich halte das nicht fĂŒr ĂŒberzeugend. Der Zusammenhang spricht klar von der Einsetzung, der Inthronisation des Königs auf dem Zion. Der König hat das „Heute“ der Einsetzung als Wort ĂŒber sich – also als hör- und sprachfĂ€higer Mensch (nicht als Fötus oder gar vorgeburtlich) – selbst gehört und kann es nun bezeugen.

Das ist das „Heute“, und damit ist auch die „Zeugung“ an dieser Stelle zu verstehen wie das Zum-Glauben-Kommen durch das Wort Gottes, das ja im Neuen Testament ebenfalls als zeugender Same bezeichnet wird (1.Petr 1,23–25).

Der zweite Beleg dafĂŒr, daß das Alte Testament es verbietet, den Königen Göttlichkeit zuzuschreiben, liegt in den Namen der Könige Israels. Diese Namen drĂŒcken ein Handeln Gottes am König oder sonst eine frommes Zeugnis aus, aber nie seine Göttlichkeit oder VerehrungswĂŒrdigkeit. „Hiskia“ etwa bedeutet „Jahwe stĂ€rkt ihn“, „Joschafat“: „Jahwe schafft Recht“, „Jotam“: „Jahwe ist vollkommen“ usw. Am nĂ€chsten kommen der Ă€gyptischen Vorstellung noch „Abia“: „Jahwe ist (mein) Vater“, vergleiche auch den HeerfĂŒhrer „Joab“: „Jahwe ist Vater“. Ganz anders die Ă€gyptischen Könige: Ihre Namen enthielten immer ein „Re“: Re ist im König erschienen. Ein Beispiel: Um der Zersplitterung des Landes zu wehren, nannte sich der letzte König der 2. Dynastie „Horus-Seth Chasechemui“ (ca. 2684–2657 v. Chr.). Er verband die Götternamen Seth und Horus mit seinem eigenen Namen und behauptete so: Die beiden MĂ€chte sind – in mir! – erschienen. Entsprechend hieß die Königin „Die Horus und Seth schaut“. Oder: Die bedeutendste Herrscherpersönlichkeit der 12. Dynastie war Sesostris I. (ca. 1956–1910 v. Chr.), „der Mann der mĂ€chtigen Göttin“ usw. usf.

Und hier der letzte Grund fĂŒr die Nichtgöttlichkeit der Obrigkeitspersonen: Der „Sohn Gottes“-Begriff ist im Alten Testament, bevor er auf den König Anwendung findet, lĂ€ngst anderweitig besetzt: Die Beziehung des ganzen Volkes Israel zu Jahwe ist das der Sohnschaft, und Jahwe ist sein Vater. Das kommt in frĂŒheren und in weit mehr Belegstellen zum Ausdruck als in denen fĂŒr den König!

2.Mose 4,22f.:

„Und du sollst zu ihm sagen: So spricht der Herr: Israel ist mein erstgeborener Sohn;
und ich gebiete dir, daß du meinen Sohn ziehen lĂ€ĂŸt, daß er mir diene.
Wirst du dich weigern, so will ich deinen erstgeborenen Sohn töten.“

(Dies wird ausgerechnet dem Pharao ausgerichtet, der sich selbst als Sohn Gottes verherrlichen ließ!)

Das reiche Zeugnis des Neuen Testaments von der Kindschaft aller GlÀubigen zu Gott, ihrem Vater, und vom königlichen Priestertum der Gemeinde wird hier vorbereitet.

Joh 1,12f.: „Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, denen, die an seinen Namen glauben, die nicht aus dem Blut noch aus dem Willen des Fleisches noch aus dem Willen eines Mannes, sondern von Gott geboren sind.“

Grund und Grenze der Obrigkeit nach Römer 13

Was von diesem Abschnitt sattsam bekannt ist und allzu oft zitiert wird, ist der Gehorsam. Jeder sei untertan 
  Haben wir uns eine bequeme Untertanenhaltung angewöhnt? Sehen wir genauer hin, ergibt sich ein differenziertes Bild.

Es ist ĂŒbrigens interessant: Gegen die 68er und die Anarchisten haben die Christen noch den Gehorsam gegenĂŒber dem Staat verteidigt. Jetzt, wo die 68er in der Regierung sitzen, mĂŒssen wir uns klar machen, daß man der Regierung eben nicht unkritisch vertrauen kann!

Was sagt nun Paulus in Römer 13 ĂŒber die Obrigkeit? Ich fasse mich kurz und fokussiere auf zwei Dinge: Er begrĂŒndet die obrigkeitliche Kompetenz (das war Teil unserer Verteidigung gegen diejenigen, die die Regierung umstĂŒrzen wollten, v.a. von politisch linker Seite) und grenzt sie zugleich ein – das brauchen wir heute, wo die 68er an der Macht sind, das brauchte die Bekennende Kirche, als die Nationalsozialisten an der Macht waren.

  1. Die BegrĂŒndung: Die Obrigkeiten sind von Gott eingesetzt. Das gilt sogar fĂŒr Kaiser Nero (regierte 54–68 n. Chr.). Dessen Greuel geschahen zwar erst nach Abfassung des Briefes (56 oder 58 n. Chr., Brand Roms 64 n. Chr.), aber zur Macht kam er, nachdem seine Mutter Agrippina seinen VorgĂ€nger und Adoptivvater Klaudius hatte vergiften lassen. Er kam also durch Mord zur Macht. Auch der neue Statthalter der Provinz Syrien, der Paulus durch Antiochia verbunden ist, verdankte seine Stellung der Vergiftung des VorgĂ€ngers (Tacitus). Ähnliches wĂ€re von Tiberius u.a. zu berichten. Dennoch: „es sind keine Obrigkeiten außer von Gott; wo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott angeordnet“ (V. 1). Wenn also diese korrupten und unterdrĂŒckerischen Regime von Gott sind, dann sind alle Regierungen zunĂ€chst einmal durch den Willen Gottes an die Macht gelangt. Im Sinne der meisten modernen Versuche, die Macht des Staates zu begrĂŒnden, z.B. durch den Willen des Volkes, ist diese Einsetzung also nicht zu verstehen. Es liegt, sagt Luther, „Gott nichts daran, wo ein Reich herkommt, er will’s dennoch regiert haben“![4]
  2. Die Eingrenzung: Obrigkeiten sind Diener und erhalten AutoritĂ€t von Gott dazu, daß sie das Recht durchsetzen, notfalls mit einem speziellen Werkzeug, das der Kirche nach dem vorangehenden Abschnitt (Röm 12) gerade nicht zur VerfĂŒgung steht: dem Schwert (potestas gladii). Mit „das Recht“ kann nicht jedes beliebige, von Menschen gesetzte („positive“) Recht gemeint sein. Vielmehr geht es um die objektiven Vorgaben (oder zumindest den Rahmen) der Schöpfungsordnung, die in den Zehn Geboten konkretisiert sind (vgl. 13,8–10).[5] Die Obrigkeit hat eben nicht neu zu definieren, welche Handlungen gut oder böse seien. Dies ist ihr vielmehr vorgegeben. Sie soll diejenigen belohnen, die Gutes tun, und die bestrafen, die Böses tun (13,4). Diese Kompetenz setzt auch Johannes der TĂ€ufer voraus, wenn er römischen Soldaten sagt: „Tut niemandem Gewalt oder Unrecht und laßt euch genĂŒgen an eurem Sold“ (Lk 3,14)[6], ebenso Jesus, wo er an Recht und Logik appelliert: „Habe ich ĂŒbel geredet, so beweise, daß es ĂŒbel ist; habe ich aber recht geredet, was schlĂ€gst du mich?“ (Joh 18,23).

Es wĂ€re noch vieles aus beiden Testamenten zusammenzutragen! In dem Buch, das nun im Juli beim Freimund-Verlag erscheinen soll, habe ich das auf etwa 60 Seiten eingehender entfaltet („‚Kein König außer dem Kaiser‘? Warum Kirche und Staat durch Zivilreligion ihr Wesen verfehlen“).

Ich fasse die biblischen Überlegungen zusammen:

  1. „Ich bin der Herr, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft, gefĂŒhrt habe“ (2.Mose 20,2): Gott offenbart sich, sein Recht und sein Heil nicht nur einzelnen Menschen, sondern gerade auch im GegenĂŒber zum Staat und zu Staaten. Er kann sein Volk preisgeben oder befreien und erretten aus der Hand aller GroßmĂ€chte der biblischen Zeit: der Ägypter, Assyrer, Babylonier, Perser und Römer (von den kleineren Nachbarstaaten Israels abgesehen[7]).
  2. Der Glaube, den das Volk Israel, geprĂ€gt durch seine Zeit in Ägypten, durch die Erfahrungen der Plagen, des Auszugs, geprĂ€gt vor allem durch die Sinai-Offenbarung und die WĂŒstenwanderung – bzw. durch die MosebĂŒcher – mitbrachte, unterscheidet sich von der Ă€gyptischen Religion markant: Israel war viel diesseitiger orientiert, pflegte keinen Totenkult, keinen Herrscherkult, kein weibliches Priestertum. Diese (trotz gewisser Gemeinsamkeiten) völlig andere Gestalt der israelitischen gegenĂŒber der Ă€gyptischen Religion gegen alle religionswissenschaftliche Wahrscheinlichkeit ist ein starkes Indiz fĂŒr das Eingreifen des redenden Gottes in einem Meer von stummen, aber politisch und religiös sehr einflußreichen Götzen.
  3. Nach dem Neuen Testament sind die dem BĂŒrger ĂŒbergeordneten MĂ€chte gottgegebene, aber vorlĂ€ufige, ja im Argen liegende Gebilde (Eph 6,12; 1.Joh 5,19). Sie werden von Christen also weder prinzipiell negiert noch kritiklos hingenommen. Anders als die Zeloten zahlen Christen Steuern nicht zĂ€hneknirschend, sondern als Gottesdienst. Die Steuer dem Staat, das Leben Gott: Von Gleichrangigkeit beider kann keine Rede sein, ein staatlicher TotalitĂ€tsanspruch ist von vornherein abgewiesen.[8] „Man muß Gott mehr gehorchen als den Menschen!“ (Apg 4,19; 5,29)
  4. Von Staatsbeamten muß nicht Förderung und Privilegierung irgendeiner Religion erwartet werden, im Gegenteil: Religion ist nicht Aufgabe der Herrschenden! Auch ein heidnischer Staat besitzt ein relatives Wissen um Gut und Böse. Was das Gute und das Böse ist, ist dem Staat im Wesentlichen vorgegeben und nicht neu zu erfinden (Röm 13,3f., Konkretion durch die Gebote des Dekalogs: V. 8–10).
  5. Deswegen können nur Recht und Gerechtigkeit die Legitimationsgrundlage des Staates bilden, nicht ein König, der angeblich das Heil bringt wie in Ägypten oder bei den Phöniziern oder in Assyrien oder in Rom, nicht das Volk, kein Nationalismus und keine Geschichtsphilosophie (wie im Marxismus). Anerkennt der Staat diese Vorgegebenheit, dann kann er sein, was er im Wesen sein soll: Rechtsstaat (wie Augustin betonte) und darin Gottes Diener. FĂŒr das Recht, fĂŒr das Gute und gegen das Böse ist ihm Macht (griech. exousia) von oben her gegeben (Joh 19,11; Röm 13,1), also nicht von unten her, sei es vom Volk oder in der besonderen Eignung einzelner FĂŒhrer. Das Recht Gottes begrĂŒndet und begrenzt den Staat. Solange der Staat dies anerkennt, haben Christen in ihm jedenfalls fĂŒr ihr Christsein nichts zu fĂŒrchten.
  6. Er ist von oben her, aber sein Standort ist nicht oben, sondern unten. Die MosebĂŒcher erwuchsen in Abgrenzung zur pharaonischen Selbstvergottung, das Neue Testament in Abgrenzung zum römischen Kaiserkult, um dessentwillen ungezĂ€hlte Christen in den Tod gingen. Man denke auch an den kommunistischen Personen- und Parteikult! Diese StaatsĂŒberhöhungen waren Versuche, den eigenen Standort ins ĂŒberirdische zu erheben, und sie sind zugleich modellhaft fĂŒr das Wirken der antichristlichen Tiere von Offb 13ff.

Die christliche Erwartung an den Staat wirkt im Vergleich zum antiken wie zum heutigen GefĂŒge höchst sparsam. Paulus sieht das staatliche Gewaltmonopol begrenzt auf die Durchsetzung von Recht und Frieden. Der Kult gehört definitiv nicht zu den staatlichen Aufgaben. Ein guter Staat ist nicht Wohlfahrts- oder Sozialstaat, der eine gleichmĂ€ĂŸigere Verteilung von GĂŒtern, Bildung oder die Hebung der Gesundheit erzwingt (Nanny- oder Bevormundungsstaat, „Nudging“). Hier wĂŒrde das Gewaltmonopol fĂŒr alle möglichen, auch wechselnden Zwecke mißbraucht werden, die willkĂŒrlich von Obrigkeit oder Volk festgelegt werden.

  1. Christen werden ihrem Staat in kritischer SolidaritĂ€t zugewandt sein, d.h. ein WĂ€chteramt wahrnehmen, wie er sich zu den göttlichen Ordnungen verhĂ€lt. Es ist der Liebesdienst der Kirche am Staat, seinen Vertretern die göttliche Schöpfungs- und Erhaltungsordnung mit allem Ernst der Gebote zu sagen, sie ĂŒber das Gesetz staunen (5.Mose 4) oder daran scheitern zu lassen (2.Kön 17; 24f.). Schon Sokrates hat in seiner Verteidigungsrede (Apologie) Ă€hnlich argumentiert.
  2. Die Verhaltensweisen des Pilatus und des Judentums beim Prozeß Jesu offenbaren AbgrĂŒnde des Menschseins: AbgrĂŒnde, die der Religion wie dem Staat möglich werden, wenn ihre Vertreter die Verpflichtung zur Wahrheit – hier: die Unschuld des Angeklagten – unter die Verpflichtung zum sozialen Frieden stellen. Pilatus fĂŒrchtet Menschen mehr als er dem Recht Ehre gibt; so wird sein Staat zum Spielball wechselnder Interessen. Nicht mehr das Recht, sondern die Angst und die Gunst regieren.

Indem die jĂŒdischen FĂŒhrer sagen – ihrerseits sich anbiedernd – „Wir haben keinen König außer dem Kaiser“ (Joh 19,15), verabschieden sie sich von der Messias- und Erlösungshoffnung des Alten Testaments. Sie legen ihre Zukunft in die Hand eines heidnischen Staates. Jesu TrĂ€nen ĂŒber sein Volk und die herannahende Zerstörung Jerusalems sind wohlbegrĂŒndet.

  1. Der Staat ĂŒberschreitet seine Grenzen, wenn er religiös-ideologisch auf Glauben und Gewissen seiner BĂŒrger zugreift (Staatsreligion, Zivilreligion), sein Gewaltmonopol zur Expansion der Landesgrenzen mißbraucht oder seine ZustĂ€ndigkeit auf immer mehr Felder von Gesellschaft, Familie, Rechtschreibung, Genderideologie und erst recht durch Eingriffe in den Gottesdienst ausdehnt. Aus dem Rechtsstaat wird dann der Gewaltstaat. Seien wir wachsam!
  2. Jesu AnkĂŒndigung, daß die JĂŒnger vor FĂŒrsten und Könige geschleppt werden „um meinetwillen, ihnen und den Völkern zum Zeugnis“ (Mt 10,18) besagt nicht, die Kirche werde immer vom Staat verfolgt werden, wohl aber, daß sie immer damit zu rechnen hat. Tut sie es?

Alle MĂ€chte dieser Erde stehen unter dem Auferstandenen, der sie ihrer Macht entkleidet hat (Kol 2,15; vgl. 1.Kor 15). Das durch die Menschwerdung Jesu nahe gekommene Gottesreich stellt alle weltlichen Ordnungen unter einen „eschatologischen Vorbehalt“, ihre LegitimitĂ€t bleibt vorlĂ€ufig, ja auf göttlichem PrĂŒfstand.

  1. Der christliche Gehorsam gegenĂŒber dem Staat ist unbedingt, aber nicht unbegrenzt: unbedingt hinsichtlich des Staates als Institution, aber inhaltlich nicht unbegrenzt, sondern begrenzt durch Gottes Gebote (Röm 13,8–10), ferner zeitlich begrenzt durch den bald wiederkommenden Christus als Herrn aller Herren (V. 11–14).
  2. In der Obrigkeit begegnen uns fehlbare und sterbliche Menschen, auf die Juden und Christen nicht vertrauen sollen.[9] Politik ist ein menschliches, irdisches GeschĂ€ft, nicht ein religiöses. Beanspruchen Herrscher und Staaten die Stelle Gottes, z.B. indem sie das kirchliche Personal bestimmen, gottesdienstliches Leben inhaltlich fĂŒllen, reglementieren oder auch verhindern wollen, werden sie zu DĂ€monen, gewinnen antichristliche ZĂŒge, und verfallen dem Gericht.[10] Dann nimmt das Geschehen von Offb 13ff. seinen Lauf.

2. Die verworrene Lage, aus der unsere Frage ĂŒberhaupt erwĂ€chst

Seit der großen nationalistischen TĂ€uschung und EnttĂ€uschung haben wir uns ĂŒber viele Jahre daran gewöhnt, daß wir eine Obrigkeit haben, die mehr oder wenig verlĂ€ĂŸlich ist. Eine Obrigkeit, die tut, was eine Obrigkeit tun soll: fĂŒr Recht und Frieden zu sorgen.

Das hat auch gut zu Römer 13 gepasst: Die Obrigkeit soll die Guten belohnen und die Bösen bestrafen. Was gut und was böse ist, ist ihr, wie gesagt, vorgegeben.

Doch Obrigkeiten geraten immer wieder auf Abwege und beginnen, selbst zu definieren, was gut und was böse ist. Im Prinzip war das immer so, wie unsere Erinnerung an Ägypten und Rom gezeigt hat. Selbst gewisse Themen, die heute dabei tangiert werden, kamen in der Antike vor: HomosexualitĂ€t bzw. „Ehe fĂŒr alle“, Familie, Gender, Rechtschreibreform, materielle und kulturelle Enteignung durch Migration, Enteignung durch Schuldenvergemeinschaftung usw.

Dazu kommt ein geistiger Vorgang, der einem den Atem raubt, wenn man sich die Dimension klar macht: Da die Kirche als selbstbewußtes GegenstĂŒck ausfĂ€llt, macht sich Obrigkeit zum Selbstversorger bei ihrer SelbstbegrĂŒndung, ihren Zielen, ihren Mitteln, ihrer Ethik (Hermann LĂŒbbe sprach von „legitimitĂ€tspolitischen Selbstversorgern“, mehr hierzu im angekĂŒndigten Buch). Wer das Falsche rĂ€t, fliegt aus dem Ethikbeirat (so kĂŒrzlich in MĂŒnchen geschehen). Manche wundern sich, warum die BindekrĂ€fte in der Gesellschaft schwĂ€cher werden, die Institutionen wanken, die Politiker schwanken. Doch wer im BlĂ€tterwald der Gegenwart etwas herumkommt und die WidersprĂŒche sieht, wundert sich nicht:

  • Im Januar 2020 noch hörte man in öffentlich-rechtlichen Medien, daß diejenigen, die das neue Corona-Virus fĂŒr gefĂ€hrlich halten, Verschwörungstheorien anhingen (27.1.2020 Bayerischer Rundfunk, 30.1.2020 ZDF Heute-Journal). Ab MĂ€rz 2020 war es genau umgekehrt: Mit der GefĂ€hrlichkeit des Virus wurde der Lockdown begrĂŒndet. Diejenigen, die das Virus fĂŒr weniger gefĂ€hrlich hielten als die Regierung, waren nun die Verschwörungstheoretiker.
  • Es soll demokratisch zugehen.
    Doch wenn die Falschen die Richtigen wĂ€hlen, dann sind die Richtigen plötzlich die Falschen. ThĂŒringen! (Eine Wahl zum MinisterprĂ€sidenten wurde ungĂŒltig gemacht durch das „Unverzeihlich!“ der Kanzlerin).
    In der jĂŒdischen Rundschau heißt es: Unser Parlament hat 709 Mitglieder, soll aber am besten nur noch eine Meinung haben – die der Regierung (nach Dirk Maxeiner, zitiert von Dr. Rafael Korenzecher, JĂŒdische Rundschau 3.3.2021).
  • Jeder soll seine Meinung frei Ă€ußern dĂŒrfen.
    Doch Schauspieler, Sportler und Mieter, die sich regierungskritisch Ă€ußern, werden gekĂŒndigt oder mit KĂŒndigung bedroht. Als der PrĂ€sident der renommierten Harvard University, Larry Summers, Ă€ußerte, die Untervertretung weiblicher Forscher in den mathematisch-naturwissenschaftlichen FĂ€chern könnte auch auf natĂŒrliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern zurĂŒckfĂŒhrbar sein, ertönte der Schlachtruf „Male chauvenist!“ Eine sachliche Diskussion wurde an den Rand gedrĂ€ngt, und der Druck wurde so groß, daß der PrĂ€sident schließlich zurĂŒcktrat.[11] Vergebung gibt es in diesem Bereich nicht, nicht einmal im kirchlichen Bereich, denken wir nur an den sĂ€chsischen ehemaligen Landesbischof Carsten Rentzing.
  • Bei „Black Lives Matter“ dĂŒrfen Tausende demonstrieren, aber Demos gegen die Corona-Maßnahmen werden verboten. Das gilt fĂŒr alle drei deutschsprachigen LĂ€nder. In der Schweiz haben gerade 5000 Fans die Meisterschaft ihres Eissportvereins Zug frenetisch gefeiert. Sie standen eng zusammen, lagen sich in den Armen, bzgl. Gesichtsmasken war Fehlanzeige. Michael Bubendorf vom Verein Verfassungsfreunde fragt zu Recht: „Kein Problem fĂŒr die Behörden. Kein Problem fĂŒr die Polizei. Kein Problem fĂŒr die Massenmedien. Wenn solches Verhalten an Demonstrationen gezeigt wird, dann regnet es TrĂ€nengas und es hagelt Verbote. Merken die Politiker das nicht?“[12] Denn große Demonstrationen wurden in den vergangenen Wochen verboten und von den Veranstaltern daraufhin abgesagt.
  • Die Deutschen sollen elektrisch fahren, aber zugleich ihre Kraftwerke ausknipsen.
  • Sie wollen kĂŒnftige Generationen retten, aber sie kriegen keine Kinder mehr.
  • Sie glauben, sie seien Vorreiter in ihren Klimaanstrengungen und merken nicht, daß weltweit kaum jemand hinterherreitet.
  • Die Regierung erhöht die Schulden, um Schulden bei sich und anderen LĂ€ndern begleichen zu können.
    Margaret Thatcher (angeblich): „Das Problem am EU-Sozialismus ist, daß ihm irgendwann das Geld der Deutschen ausgeht.“[13]
  • Die EuropĂ€ische Zentralbank vermehrt das Geld ins Unermeßliche, wodurch die Aktienkurse der großen Unternehmen steigen, aber die Zombies immer mehr werden, und die Lage der kleinen Unternehmen immer bedrohlicher wird.
  • Der Föderalismus wird durch die MinisterprĂ€sidenten im Verein mit der Kanzlerin zu Grabe getragen, wie Richter Manfred Kölsch sagt, der gerade sein Bundesverdienstkreuz zurĂŒckgegeben hat.
  • Es besteht angeblich Lehrfreiheit fĂŒr Wissenschaftler, aber ihre Sprache und Äußerungsfreiheit wird immer enger reguliert. Der Staat greift nicht durch, wenn die Antifa Vorlesungen verhindert.
  • Bei vielen Organspenden wird getötet, um Tote zu vermeiden.
  • Der Mensch soll so frei sein, daß man ihm gerne auch beim Sterben behilflich sein darf. Selbstbestimmt Leben – fremdbestimmt Sterben?

Ein Philosoph (Gunnar Kaiser) hat im April 2021 nur in Bezug auf Corona die folgende Reihe von WidersprĂŒchen zusammengestellt, um die UnzuverlĂ€ssigkeit der Politik zu dokumentieren:

  1. Der Gesundheitsminister sagt: Nicht zu viel testen, damit man nicht zu viel falsch positive Ergebnisse hat, ein halbes Jahr spĂ€ter werden die Testzahlen verzigfacht, Schnelltests auf den Markt gebracht, SchĂŒler sollen sich fast tĂ€glich selbst testen.
  2. Der Gesundheitsminister sagt: Es war ein Fehler, den Einzelhandel zu schließen, das wird nicht wieder passieren. Und ein paar Monate spĂ€ter wird der Einzelhandel erneut geschlossen.
  3. Der Gesundheitsminister sagt: Das Virus macht an geschlossenen Grenzen nicht halt. Ein Jahr spÀter sind fast alle Grenzen geschlossen.
  4. Der Staatsvirologe sagt: Mit Masken hÀlt man die Pandemie nicht auf. Ein halbes Jahr spÀter tragen sogar die Kinder in den Grundschulen Masken.
  5. Der Staatsvirologe sagt: Als NormalbĂŒrger soll man nicht mit der stĂ€ndigen Angst vor Infektionen herumlaufen. Und ein paar Jahre spĂ€ter sollen alle Menschen jederzeit so handeln, als wĂ€ren sie infiziert.
  6. Der PrĂ€sident der Bundesbehörde fĂŒr Gesundheitsfragen sagt: Je mehr wir impfen, um so mehr Varianten werden auftreten.
    Nachdem man dann massenhaft geimpft hat, treten Varianten auf, mit denen man dann den nÀchsten Lockdown rechtfertigt.
  7. Einer der MinisterprÀsidenten fordert, Politiker wegen ihrer Vorbildfunktion mit AstraZeneca zu impfen. Und am selben Tag werden die Impfungen mit AstraZeneca vorsorglich ausgesetzt.
  8. Die Kanzlerin sagt im Okt. 2020: Es stehen vier schwere Monate bevor, bis wir es ĂŒberstanden haben. Im MĂ€rz 2021 sagt sie das gleiche bis Juni!
  9. Die Kanzlerin sagt im Nov. 2020: Nur noch ein paar Wochen anstrengen!
    Im FrĂŒhling jedoch ist immer noch Lockdown. Man spricht nun von einem Dauerlockdown bis Herbst.
  10. Keine Übersterblichkeit zu haben wird dem Lockdown verdankt.
    Aber daß zum Beispiel Bayern so hohe Fallzahlen hatte, war trotz des Lockdown der Fall.
  11. Wenn du bei der Impfung Begleiterscheinungen hast, ist es ein Zeichen dafĂŒr, daß sie wirkt. Wenn du aber keine hast, gilt es als Zeichen dafĂŒr, wie vertrĂ€glich sie ist.
  12. Wir hatten in diesem Winter weniger schwere Atemwegserkrankungen, angeblich weil die Menschen zu Hause bleiben und brav Masken tragen. Im gleichen Zeitraum stiegen aber die Corona-Fallzahlen und die Inzidenzwerte, angeblich weil die Menschen sich nicht an die Maßnahmen halten.
  13. Wir haben eine Pandemie mit einem schweren akuten Atemwegssyndrom, aber das Statistische Bundesamt spricht von einem niedrigen Niveau an schweren Atemwegserkrankungen im vergangenen Winter.
  14. Wir impfen Millionen, um bald wieder frei zu sein. Aber die Geimpften mĂŒssen trotzdem in QuarantĂ€ne, weil nicht erwiesen ist, ob sie noch infektiös sein können.
  15. Junge Menschen mĂŒssen an fast allen Schulen einen Selbsttest machen; Testverweigerer werden isoliert und vom SchulgelĂ€nde entfernt, die negativ getesteten dĂŒrfen aber die Maske immer noch nicht ablegen. Ist die Maske zu einer Uniform eines Kults geworden ist, die man nicht mehr ablegen darf, obwohl sie ihre ursprĂŒngliche Schutzfunktion gar nicht mehr erfĂŒllt?

Soweit Gunnar Kaiser. Selbst wenn man hier den einen oder anderen Punkt streichen möchte, so viel ist klar, der Psalm hat Recht: „nicht sich verlassen auf FĂŒrsten 
“!

Man könnte die Liste der „kognitiven Dissonanzen“ jedoch leicht noch verlĂ€ngern, und es gibt ja einige Magazine, die diese Dinge fleißig sammeln. Daß wir an diesen Dingen leiden, zeigt immerhin, daß wir uns noch nicht abgewandt und zurĂŒckgezogen haben. Es sind Dinge, ĂŒber die ein Dialog gefĂŒhrt werden muß, ein freier Dialog, nicht einer, bei dem man rasch in die Ecke gestellt wird: „Klimaleugner“ und „Coronaleugner“, was ja ein wenig den Beigeschmack von „Holocaustleugner“ hat.

Wann merken wenigstens die Christen, daß man dem Staat nicht einfach vertrauen kann? Viele haben es schon gemerkt. TatsĂ€chlich haben erschreckende 42%, so das Meinungsforschungsinstitut INSA im April, das Vertrauen in die Politik „komplett“ verloren.[14] Karl Richard Ziegert schrieb 2013 im letzten Satz seiner Studie ĂŒber die deutsche Zivilreligion als Verrat an Luther ganz drastisch: Der „seit lĂ€ngerem nun auch transnational ausgreifende neue deutsche Staatsidealismus ist nicht einmal einen Schritt weit entfernt vom Abgrund der totalitĂ€ren Versuchung, in dem jede Art selbstbezĂŒglicher Hypermoral untergehen muss, die ihre Begrenztheiten nicht mehr wahrnimmt – und die dann auch kein Hindernis mehr sein kann fĂŒr Unrecht, Gewalt und Unmenschlichkeit“ (S. 406 = Schluß des Buches).

Es haben also schon viele gemerkt. Aber in meinem Umfeld gibt es noch viele, auch Christen, die noch nicht gemerkt haben, daß ihre Freiheit auf dem Spiel steht. Ich erwĂ€hnte vorhin die akademische Tagung in Basel, veranstaltet von der Theologischen FakultĂ€t, zum VerhĂ€ltnis von Religion und Politik. Die Tagung fand in der Peterskirche und online statt. Zwei Tage lang wurden viele Politikfelder dabei bedacht: Gender, Migration, Klima, Armut, Verteilungsgerechtigkeit, Kirchensteuer und jeweils die Rolle der Kirche. Doch die staatlichen Corona-Maßnahmen, die doch die Kirchen einschneidend betroffen haben, wurden von keinem einzigen der etwa ein Dutzend Referenten, die ich gehört habe, ĂŒberhaupt erwĂ€hnt, geschweige denn problematisiert, obwohl alle mit Masken und mit AbstĂ€nden verteilt in der Kirche saßen!

Vielleicht hilft es, wenn man sich mal vor Augen hÀlt, wie der Staat in den letzten Monaten in den kirchlichen Bereich hineingefunkt hat.

3. Eingriffe der Obrigkeit in den Gottesdienst

Wenn Staatsorgane einen Gottesdienst stören oder verhindern, zeigt sich am deutlichsten, welche Gefahr droht. Bitte sagen wir nicht: Das sind ja alles SonderfĂ€lle, irgendwelche SpezialfĂ€lle ohne ĂŒberregionale Bedeutung. Ich wĂ€re mir da nicht so sicher. Sophie Scholl, deren 100. Geburtstag wir gerade gefeiert haben, soll gesagt haben: „Der grĂ¶ĂŸte Schaden entsteht durch die schweigende Mehrheit, die nur ĂŒberleben will, sich fĂŒgt und alles mitmacht.“

Hier also ein paar Beispiele! Wir alle kennen die neuen Reglementierungen des Obs und des Wies von Gottesdiensten: Teilweise gar kein Gottesdienst vor Ort, teilweise nur per Online-Übertragung. Teilweise werden die Zahlen der Teilnehmer beschrĂ€nkt, das Singen verboten oder eingeschrĂ€nkt auf Profi-SĂ€nger oder eingeschrĂ€nkt auf Singen mit Gesichtsmaske. Untersagt oder abgesagt sind Kirchenkaffee, Seniorennachmittage, GemeindeausflĂŒge usw. ZurĂŒck zum Gottesdienst: GesangbĂŒcher werden nicht ausgeteilt, AbstĂ€nde werden gefordert, Desinfektion von HĂ€nden und BĂ€nken, und zu allem Übel werden die Namen der Teilnehmer noch aufgeschrieben und im Notfall ans Gesundheitsamt weitergereicht usw. Und hier bitte ganz konkret:

  • Essen: Polizei löst freikirchlichen Gottesdienst auf (20.12.2020)
  • Herford: Gottesdienst einer Freikirche von Polizei aufgelöst (2.1.2021)
  • Lingen/Papenburg: Gebetsstunde mit 15 Personen aufgelöst (5.1.2021)
  • Lahr: Polizei beendet Gottesdienst in Freikirche (17.1.2021)
  • Essen: Gottesdienst einer Freikirche aufgelöst (21.1.2021)
  • Freudenstadt: Gottesdienst einer freien Gemeinde aufgelöst (31.1.2021)
  • Zimmern ob Rottweil: Gottesdienst einer Freikirche aufgelöst (7.2.2021)
  • Edmonton, Kanada: Corona-Regeln missachtet – Pastor im GefĂ€ngnis (10.3.2021)
  • Balham, Großbritannien: Polizei beendet Karfreitagsgottesdienst unter Strafandrohung (03.04.2021)
  • Hannover: Gerichtsurteil bestĂ€tigt Singverbot (gegen Klage der Gemeinde von Wolfgang Nestvogel).
  • Minden-LĂŒbbecke: Gottesdienst nur noch mit Corona-Test und max. 60 min, Anmeldung und RĂŒckverfolgbarkeit auch bei privaten Treffen (27.4.2021)
  • Minden: Eilantrag von 16 Gemeinden gegen strenge Auflagen fĂŒr Gottesdienste abgewiesen (6.5.2021)
  • Schloß Holte-Stukenbrock Baptistengemeinde: Ordnungsamt bricht Bethaus-TĂŒr auf nach einer Denunziation (5.5.2021)

Die meisten dieser Beispiele habe ich aus idea notiert. Die Einzelheiten der VorgÀnge vor Ort spare ich mir hier. Die Interpretation aber, die ich aus der Summe erhebe, ist die: Die Versammlungs-, Demonstrations-, Bewegungs- und vor allem die Religionsfreiheit ist nicht mehr uneingeschrÀnkt gegeben.

Grundgesetz, Artikel 4:

(1) Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.

(2) Die ungestörte (!) ReligionsausĂŒbung wird gewĂ€hrleistet.

Im Namen der Sicherheit schrĂ€nkt der Staat Grundfreiheiten ein oder gewĂ€hrt sie wieder – je nach GutdĂŒnken einer bestimmten Expertenschicht.

Was nun?

4. Auf welche Weise gehorchen wir Gott mehr als den Menschen? Welche Aufgaben ergeben sich fĂŒr den Gemeindehilfsbund?

Einige Gedanken dazu hat der GHB bereits in den letzten Ausgaben des „Aufbruch“ veröffentlicht (November 2020 und MĂ€rz 2021).

Mich bewegen insbesondere die folgenden Punkte:

  1. Der Gottesdienst darf nicht ausfallen, jedenfalls nicht ersatzlos.[15]
    Ausgerechnet bei diesem zentralen Bereich der Gemeindearbeit haben die staatlichen Maßnahmen der letzten Monate bei den Kirchen in der westlichen HemisphĂ€re eine unglaubliche TrĂ€gheit, Faulheit, ja Konformismus und, wie Laschet sagte, eine Art Staatsfrömmigkeit ans Licht gespĂŒlt. Man will systemrelevant sein 
 doch es kommt Systemkonformismus heraus.
  2. Die Arbeit an der biblischen GrĂŒndung
    Das ist ein weites Feld, aber unerlĂ€ĂŸlich, wenn eine Gemeinde gemeinsam und mit Klarheit und Gewißheit vorwĂ€rts gehen will: Gute biblische Lehre pflegen, um unsere Sicht von Staat und Kirche bis hin zur endzeitlichen Überhöhung des Staates zu festigen. Ebenso eine biblische GrĂŒndung unserer Sicht vom Gottesdienst als dem zentralen und einzigartigen Vollzug, in dem sich Kirche ereignet. Doch die Themen Liturgie, Gottesdienst und das VerhĂ€ltnis von Kirche und Staat sind in der theologischen Ausbildung vielfach unterbelichtet.
  3. Unsere VerkĂŒndigung
    Wir bezeugen nach innen und außen, daß die WĂŒrde des Menschen nicht nur in seiner irdisch-leiblichen Gesundheit bestehen kann.
    Wir bezeugen nach innen und außen, daß auf dem Opferaltar der neuen Corona-Religion unsere grundgesetzlich garantierten Grundfreiheiten nicht geopfert werden dĂŒrfen: Meinungsfreiheit, Versammlungsfreiheit, Freie BerufsausĂŒbung, Religionsfreiheit, Medizinische und soziale Selbstbestimmung.
    Wir bezeugen nach innen und außen, daß der Staat nach dem Willen Gottes und den Worten der ersten Barmer Theologischen ErklĂ€rung die Aufgabe hat, fĂŒr Recht und Frieden zu sorgen, daß er dabei den Geboten Gottes untertan bleiben muß und nicht selbst neu zu definieren hat, was z.B. Ehe ist.
    Damit erteilen wir jeder staatlich oder gesellschaftlich gelenkten Zivilreligion eine entschlossene Absage.
  4. Unser Lebenszeugnis
    Wir sind bereit, fĂŒr unser Zeugnis und unsere Freiheit zu leiden. WĂ€re von vornherein ein klarer und breiter(er) Widerstand gegen die Gottesdienst-Verbote und ‑einschrĂ€nkungen erfolgt, dann wĂ€ren vielleicht ein paar Dutzend Pastoren im GefĂ€ngnis gelandet, Bußgelder wĂ€ren gezahlt worden usw. Aber es wĂ€ren deutlich mehr Menschen deutlich schneller wach gerĂŒttelt worden.
  5. Kontakte und Beziehungen pflegen
    Ein Hirte muß unterwegs sein, alt und jung besuchen, sammeln, verfĂŒgbar sein, Hauskreise bilden und neu zusammensetzen, anleiten und begleiten. Brechen andere Kontakte weg, darf er sich und dĂŒrfen die GemeindeĂ€ltesten sich um so weniger zurĂŒckziehen. Nehmen wir uns Luther und Zwingli zu Pestzeiten zum Vorbild!
    Gerade die Kinder- und Jugendarbeit darf nicht ersatzlos immer weiter verschoben werden. Wir versĂŒndigen uns an der nĂ€chsten Generation!
  6. Ziviler Ungehorsam
    Entschlossener und gemeinsam durchgehaltener Widerstand an den Stellen, an denen der Staat mit Zwangsmaßnahmen den Gottesdienst regulieren will, ist geboten. Entsprechend 1.Kor 6 ist zu sagen: Wenn der Staat schon dafĂŒr unzustĂ€ndig ist, innergemeindliche Streitigkeiten zu regeln, hat er erst recht keine Kompetenz, den Lobpreis der Gemeinde zu regulieren. Wenn irgendwo, dann muß die Gemeinde in ihrem Gottesdienst frei bleiben. Ist sie das dort nicht, so ist es mit der Freiheit ĂŒberhaupt vorbei. Die verfolgten Christen weltweit wissen es. Wir werden es vielleicht in unserer Generation noch in grĂ¶ĂŸerer Breite erleben.
    Ziviler Ungehorsam kann m.E. bedeuten, daß wir gewisse Bestimmungen nicht einhalten: Teilnehmerregistrierung, TeilnehmerzahlbeschrĂ€nkung, EinschrĂ€nkung des Singens.
    Wo Denunzianten zu erwarten sind, mĂŒssen Gemeinden Wege finden, dennoch physisch zusammen zu kommen, um ohne die Gegenwart staatlicher Aufpasser Gottes Wort zu hören und die Sakramente zu feiern. Geschieht dies nicht mehr, hat sie als Gemeinde aufgehört zu existieren.
  7. Pastoren
    
 stehen in einer anstrengenden, herausfordernden Zeit. Sie tragen die grĂ¶ĂŸte Verantwortung und mĂŒssen auch bereit sein, dafĂŒr zu leiden.
    Sie mĂŒssen sich nicht nur mit digitalen Formaten befassen, sondern auch damit, ihre SchĂ€fchen zu sammeln, die sich im digitalen Bereich verlieren und deren Zugehörigkeit zur lokalen Gemeinde einschlĂ€ft. Eine ebenso enge Ersatz-Bindung an eine Online-Gemeinde wird sich nicht einstellen, allenfalls aus einem GefĂ€ngnis heraus, sollte von dort her ĂŒberhaupt Internet-Verkehr möglich sein. (Siehe meine Thesen im November-Heft des Aufbruchs 2020.)
  8. FĂŒr den GHB empfiehlt sich die Ausarbeitung einer Handreichung mit Hinweisen, auf welche Weise Gemeindeleitungen in der Zeit des immer kontrollbedĂŒrftigeren Staates ihr Gemeindeleben außerhalb der staatlichen Kontrolle aufrecht erhalten können.

„Es ist gut, auf den Herrn vertrauen und nicht sich verlassen auf FĂŒrsten“ (Ps 118,9).

„Verlasset euch nicht auf FĂŒrsten; sie sind Menschen, die können ja nicht helfen. Denn des Menschen Geist muß davon, und er muß wieder zu Erde werden; dann sind verloren alle seine PlĂ€ne“ (Ps 146,3).

Dann bleibt nur noch der Plan Gottes. Wir mĂŒssen vor Gott erscheinen, vor dem Richterstuhl Christi. Und dann wird sich zeigen, was gut und was böse war, soweit es hier noch nicht ans Licht gekommen ist.

Man muß Gott mehr gehorchen, mehr vertrauen als den Menschen.

Bleiben Sie gesegnet.

Pfr. Dr. S. Felber (www.stefan-felber.ch), Krelingen 15.5.2021

Hier kommen Sie zur Video-Fassung dieses Vortrages auf Youtube.
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Zum Weiterdenken:

Hör-Tipp:

Nestvogel, Wolfgang: Weltherrschaft als neue Weltordnung (Vortrag vom 13.5.2021), unter  https://www.youtube.com/watch?v=vFcF-cBWttM oder zum Herunterladen unter https://www.dropbox.com/s/cl4cue9zxqzby6g/Nestvogel%20W.%2C%205%20brisante%20Entwicklungen%2C%2013.5.2021.mp4?dl=0

Lese-Tipp:

Dreher, Rod: Live not by Lies. A Manual for Christian Dissidents, New York 2020 (vgl. hierĂŒber https://theoblog.de/rod-dreher-ein-handbuch-fuer-christliche-dissidenten/36679/?highlight=dreher).

[1] Vgl. M. Foucault: Sicherheit, Territorium, Bevölkerung. Vorlesung am CollĂšge de France, 1977–1978, Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft Bd. 1808, Frankfurt am Main 62019, bes. 173–200 (Literaturangabe aus H. Hempelmann: Schwache Kirche unter den Verheißungen eines starken Gottes. Wie die Kirche Zukunft gewinnen kann, in: ThBeitr 52, 2/2021, 78–97, hier 84).

[2] Genaueres bei H. StĂŒckelberger: Demokratie, Freiheit und christliche Werte. Liebe heilt die Gesellschaft, NiederbĂŒren, Winterthur 2020.

[3] Ps 78,70f.; 113,7f.; Ex 3,1ff.; 1.Sam 2,7f.; 17,15; 2.Sam 5,1f.; Hes 34,23f.; Mi 5,2–4; Amos 7,15; Mt 4,18–22.

[4] M. Luther, An den christlichen Adel, in: WA 6, S. 464, Z. 4.

[5] Vgl. S. Felber, Gesetz der Freiheit, Neuendettelsau 2020.

[6] Die akademische Exegese ist m.W. zurĂŒckhaltender, in Röm 13 Begrenzungen fĂŒr staatliche Rechtsetzung bzw. Rechtsprechung zu erkennen. Mir scheint es jedoch nicht nur vom Text her, sondern auch sachlich geboten zu sein.

[7] Vgl. Ps 136,10–24; die Geschichtspsalmen (bes. 78; 105; 106) und die weitgespannten und kritischen Blicke der Propheten ĂŒber die Nachbarn Israels.

[8] Cullmann aaO. 25f.

[9] Ps 62,10; 118,8–9; 146,3; Jes 2,22; 30,2; 31,1; 36,6; Hes 29,7; Hos 5,13; Hiob 12,21; 34,18.

[10] Vgl. Dan 3+6; 2.Thess 2; Offb 13.

[11] LĂŒscher, Thomas F.: Political Correctness oder das Ende der AufklĂ€rung, in: KardiovaskulĂ€re Medizin 21, 11/2017, S. 270–273.

[12] https://verfassungsfreunde.ch/Der-EVZ-ist-Meister?mc_cid=4dc5dea8d8&mc_eid=f74b936bce (12.05.2021.

[13] “The trouble with Socialism is that eventually you run out of other people’s money.” Genaueres unter https://falschzitate.blogspot.com/2018/06/das-problem-eu-sozialismus-ist-dass-ihm.html (13.05.2021).

[14] Idea Spektrum 14/2021, S. 6.

[15] Lux, Friedemann: Untergang oder Neustart. Die Evangelikalen in Deutschland nach einem Jahr Corona, 2021, S. 3: „Wer oder was herrscht denn in einer Gemeinde, die auf die leibhafte „Gemeinschaft der Heiligen“ verzichtet und ihre Mitglieder auf das Internet verweist? Christus oder der Staat? Gottvertrauen oder Angst vor dem neuen Gott, der sich COVID-19 nennt?“

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Donnerstag 27. Mai 2021 um 10:29 und abgelegt unter Corona, Gemeinde, Gesellschaft / Politik, Kirche.