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Great Reset – Hoffnung für die Welt?

Montag 17. Mai 2021 von Pfr. Hans-Otto Graser


Pfr. Hans-Otto Graser

„Covid-19: The Great Reset“ – lautet der Titel eines im Sommer 2020 erschienen Buches von Prof. Klaus Schwab (Gründer u. Vorstandsvors. des Weltwirtschaftsforums) und dem Wirtschaftswissenschaftler Dr. Thierry Malleret. Deutscher Titel: „Covid- 19: Der große Umbruch“. Auslöser zur Abfassung dieses Werkes war, wie schon der Titel andeutet, die weltweite, nahezu alle Bereiche verändernde Corona-Pandemie. Dabei lässt sich nicht leugnen, dass die Autoren die Weltsituation treffend analysieren. Und ihr Fazit? Klimawandel, Luftverschmutzung, Müllhalden, soziale Ungerechtigkeit, Ungleichheit, Epidemien etc. etc. fordern von uns allen ein radikales Umdenken, und das nicht erst seit Corona. Schon lange weisen Wissenschaftler darauf hin, dass unser Planet Erde irgendwann kollabiert, wenn nicht entschiedene Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Um diese Maßnahmen geht es beim „großen Umbruch“.

„Wir stehen an einem Scheideweg. Ein Weg wird uns in eine bessere Welt führen: integrativer, gerechter und respektvoller gegenüber Mutter Natur. Der andere wird uns in eine Welt führen, die der gleicht, die wir gerade hinter uns gelassen haben – nur schlimmer und ständig von bösen Überraschungen bedroht. Wir müssen also den richtigen Weg wählen. Die bevorstehenden Herausforderungen könnten folgenschwerer sein, als wir uns bisher vorzustellen wagten – ebenso könnten wir jedoch auch besser für einen Umbruch gewappnet sein, als wir es bisher zu hoffen gewagt hatten“ (S. 300). Mit dieser Bemerkung am Schluss ihres Buches zeigen Schwab und Malleret m.E. deutlich die Richtung an. Die Corona-Pandemie könnte also als Chance für einen Neustart hin zu einer besseren Welt eine wichtige Rolle spielen. Die Erreichung dieses Zieles (bessere Welt) habe sich die Elite aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft ja schon seit langem zur Aufgabe gemacht. Angesichts zahlloser globaler Bedrohungen führe kein Weg an einer globalen Veränderung (Transformation) vorbei. Und die Corona-Krise – so bedrohlich sie auch sei – sie könne und werde den Übergang in ein „neues Zeitalter“ beschleunigen.

Wie reagiert Schwab nun auf Kritik an seinem Buch?

„Jeder, der dieses Buch liest, sieht, dass es eine Analyse der Folge der Pandemie ist, die grundsätzliche Trends aufzeigt, und nicht ein Rezeptbuch für einen totalen Überwachungsstaat oder ein marxistisches System“ (Schwab, Schweizerische Weltwoche, 20.1.2021).

Allerdings ist Schwab fest davon überzeugt, dass der Glaube an die Rückkehr zur alten Normalität nach der Pandemie eine Illusion ist. Auf dem Weg zum „Great Reset“ wäre das ein verhängnisvoller Rückschritt. Nichts wird nach der Covid-19-Pandemie mehr sein, wie es war. Wir müssen uns auf eine völlig neue „Normalität“ mit manchen Einschränkungen einstellen. Dieses Opfer wird von uns verlangt, weil der große Umbruch anders nicht gelingen kann.

Es wäre nun unfair, Schwab bei der Verteidigung seines Buches Unehrlichkeit zu unterstellen. Doch die Frage muss erlaubt sein, ob der große Umbruch ohne Totalüberwachung überhaupt möglich ist. Wer das Buch liest, kann nicht übersehen, dass ein schnelles Vorantreiben der Digitalisierung zur Erreichung des gesteckten Zieles (Great Reset) als unerlässlich vorausgesetzt wird. Und wenn von einer globalen Ordnungsmacht als Antwort auf die globalen Probleme die Rede ist (S.131), dürfte das auf einen geplanten generellen und notwendigen Systemwechsel bzw. eine „Neue Weltordnung“ hinweisen.

Doch wie dem auch sei, das Ziel einer „Neuen Weltordnung“ haben sich die Mächtigen der Erde schon lange vor Corona gesteckt. Die Corona-Pandemie scheint dabei aber ein willkommener Antreiber auf dem Weg zu diesem Ziel zu sein. Welche ideologische oder vielleicht auch religiöse Ausrichtung   die „Neue Weltordnung“ schlussendlich bestimmen wird, bleibt abzuwarten.

Die mit großem Applaus überschüttete Ansprache des chinesischen Staatschefs Xi Jinping beim diesjährigen Weltwirtschaftsforum könnte allerdings ein wenig Licht in das Ganze bringen. Würden sich seine Ideen und Vorschläge zur Verbesserung der Weltsituation tatsächlich durchsetzen, wäre das ideologische Fundament der „Neuen Weltordnung“ ein Weltsozialismus in einem zwar neuen, dem Anschein nach sehr menschenfreundlichen, aber keineswegs weniger totalitären Gewand, als wir es von China kennen.  Dabei scheut sich der chinesische Diktator nicht, die Volksrepublik als großes, nachahmenswertes Vorbild für eine neue, bessere und gerechtere Welt hinzustellen. Und selbstverständlich ist Xi Jinping bereit, zur konkreten Umsetzung des „großen Neustarts“ mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln beizutragen.

Nun müssen wir uns natürlich vor übereilten Endzeitspekulationen hüten. Aber was sich derzeit auf rasante Weise weltweit ereignet, ruft zur Wachsamkeit auf.  Wer immer am Ende dieses Zeitalters als „Tier aus dem Abgrund“ (Antichrist – Offb 13) die Weltbühne betritt, liegt noch im Verborgenen. Aber sein Auftreten scheint näher zu rücken. Der antichristliche Geist bereitet dem kommenden Weltherrscher schon seit langem den Weg.  Und vielleicht ist die Zeit für sein Erscheinen heute reifer denn je. Die Mächtigen haben sich ja ernsthaft vorgenommen, die Welt so rasch wie möglich aus ihren chaotischen, sich von Tag zu Tag verschlimmernden Zuständen zu befreien und in eine bessere Welt zu transformieren. Nach ihrer Überzeugung gibt es keine Alternative zu einer radikalen Neugestaltung der Welt unter einer Weltregierung und mit einer „Neuen Weltordnung“. Deshalb gibt es auch keine Alternative zum großen Umbruch, dem Umbruch, der allerdings keinen Widerstand dulden darf, soll er erfolgreich sein. Nur so lassen sich schließlich auch die harten Corona-Maßnahmen erklären, die, wie allseits bekannt, enormen wirtschaftlichen Schaden anrichten und viel Leid verursachen. Doch um des hohen Zieles willen müssen wir in der Übergangszeit bereit sein, Opfer zu bringen. Daran lässt Schwab in seinem Buch keinen Zweifel. Aber vermutlich muss auch hier der Zweck die Mittel heiligen, Mittel allerdings, die an totalitäre Regierungsformen erinnern.

Und was heißt das Ganze nun für uns Christen? Natürlich haben wir nichts gegen gerechtere soziale Strukturen, eine sauberere Umwelt, gesündere Luft, den Schutz der Natur und ein friedlicheres Miteinander. Ganz im Gegenteil! Aber wir dürfen den Traum gottloser Machthaber vom Bau eines bis zum Himmel ragenden Turmes unter keinen Umständen mitträumen. Es ist der antichristliche Geist, der ohne Gott ein „Paradies“ auf Erden schaffen will. Als Nachfolger von Jesus Christus warten wir aber nicht auf die neue, „heile“ Welt unter einer neuen, antichristlichen Weltregierung und mit einer neuen Weltordnung, sondern auf den wiederkommenden König und Herrn Jesus Christus. Er allein kann und wird aufrichten, was den Mächtigen der Erde, angefangen beim Turmbau zu Babel bis in unsere Tage, nicht gelungen ist und auch in Zukunft nicht gelingen wird: ein Reich des Friedens und der Gerechtigkeit – sein ewiges Königreich.

Darum kann vor dem Liebäugeln mit dem Great Reset nur gewarnt werden. Letztendlich läuft das ganze Vorhaben auf einen antichristlichen Weltstaat unter einer antichristlichen Regierung hinaus. Einen wirklichen Neustart wird es erst geben, wenn Jesus wiederkommt. Deshalb ist nicht der große Umbruch bzw. Neustart (Great Reset) unsere Hoffnung bzw. die Hoffnung für die Welt, sondern der wiederkommende Herr und Heiland Jesus Christus.

Pfr. Hans-Otto Graser, Wurmberg

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Montag 17. Mai 2021 um 9:20 und abgelegt unter Gesellschaft / Politik.