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Christen massakriert, Medien schauen weg

Mittwoch 11. September 2019 von Gatestone Institute


Gatestone Institute

„Im Amazonas-Regenwald, der fĂŒr den Planeten von entscheidender Bedeutung ist, wurde durch langes menschliches Eingreifen eine tiefe Krise ausgelöst, in der eine ‚Kultur der Verschwendung‘ (LS 16) und eine extraktivistische MentalitĂ€t vorherrschen“, erklĂ€rte der Vatikan. „Der Amazonas ist eine Region mit reicher BiodiversitĂ€t; er ist multiethnisch, multikulturell und multireligiös; er ist ein Spiegel der gesamten Menschheit, der, zur Verteidigung des Lebens, strukturelle und persönliche VerĂ€nderungen aller Menschen, Nationen und der Kirche erfordert.“

Deshalb ist eine Bischofssynode fĂŒr die Region Pan-Amazonas vom 6. bis 27. Oktober in Rom geplant. In einem Interview mit der italienischen Zeitung La Stampa sagte Papst Francis, dass eine der grĂ¶ĂŸten Herausforderungen fĂŒr die Amazonasregion die „Bedrohung fĂŒr das Leben der Bevölkerung und des Territoriums [sei], die sich aus den wirtschaftlichen und politischen Interessen der dominanten Sektoren der Gesellschaft ergibt“.

Das Programm der Amazonas-Synode in Rom spricht unter anderem von „lebensbedrohlich“, „Inkulturation und InterkulturalitĂ€t“, „extraktivistische Zerstörung“ und „indigene Völker“. Es gibt jedoch eine weitere Gruppe von „indigenen Völkern“, deren Leben „bedroht“ wurde und die unter existentieller physischer „Zerstörung“ leben. Es handelt sich um die verfolgten Christen, und der Vatikan sollte ihnen die nĂ€chste Synode widmen.

„Sie verlangten von ihm, Christus zu verleugnen, und als er sich weigerte, schnitten sie ihm die rechte Hand ab; dann weigerte er sich [wieder], sie schnitten bis zum Ellbogen. In dem er sich weigerte, bevor sie ihm in Stirn, Hals und Brust schossen“, erzĂ€hlte ein nigerianischer Christ, Enoch Yeohanna, kĂŒrzlich ĂŒber den Mord an seinem Vater im Jahr 2014. Der Prozess gegen nigerianische Christen wurde als „ein globaler Alptraum“ definiert. Aber es geschieht in vielen LĂ€ndern.

„Die Verfolgung von Christen auf der ganzen Welt ist eines der großen Übel unserer Zeit“, schrieb Pater Benedikt Kiely, der GrĂŒnder von Nasarean.org, die sich der Hilfe fĂŒr verfolgte Christen widmet.

„Die Mainstream-Medien sind bemerkenswert still ĂŒber Angriffe auf Christen. In der gleichen Woche, in der der schreckliche Angriff auf die Moschee in Christchurch, Neuseeland, stattfand — ein abscheuliches und skrupelloses Verbrechen — wurden in Nigeria mehr als zweihundert Christen getötet. Letzteres wurde in den Nachrichten kaum erwĂ€hnt. Es gab keine MĂ€rsche fĂŒr getötete Christen, kein KirchenglockengelĂ€ut, das von Regierungen angeordnet worden wĂ€re, keine ‚Je suis Charlie‘-T-Shirts… keine öffentliche Empörung.“

Die Terroristen von Boko Haram haben kĂŒrzlich christlichen Frauen die Ohren abgeschnitten, nachdem sie sie bei einem nĂ€chtlichen Überfall auf eine hauptsĂ€chlich christliche Stadt im Norden Kameruns aus ihren HĂ€usern geholt hatten. Die Organisation Barnabas Fund erklĂ€rte, dass „die islamistischen Extremisten in HĂ€user einbrachen, die Frauen packten und sie an den Stadtrand von Gagalari im Bezirk Yagoua schleppten, wo sie jedem Opfer ein Ohr abschnitten“. Wenige Tage spĂ€ter, ebenfalls in Kamerun, wurde der BibelĂŒbersetzer Angus Fung zu Tode geschlachtet und seiner Frau der Arm abgeschnitten. Dann wurde ein katholischer Priester, David Tanko, in Nigeria getötet und sein Auto und sein Körper in Brand gesteckt. Letzten Monat wurde ein weiterer nigerianischer Priester, Paul Offu, ermordet. Im vergangenen Jahr waren zwei katholische Priester und 13 GlĂ€ubige bei einem einzigen Angriff in Nigeria unter den Opfern.

Vier Christen wurden in Burkina Faso kĂŒrzlich wegen des Tragens von Kreuzen ermordet. „Die Islamisten kamen und zwangen alle, sich mit dem Gesicht auf den Boden zu legen“, erzĂ€hlte Bischof Laurent BirfuorĂ© DabirĂ© von der Diözese Dori.

„Dann durchsuchten sie sie. Vier Personen trugen Kruzifixe. Also töteten sie sie, weil sie Christen waren. Nachdem die Islamisten sie ermordet hatten, warnten sie alle anderen Dorfbewohner, dass, wenn sie nicht zum Islam konvertierten, auch sie getötet wĂŒrden.“

Hunderte von Christen, darunter 433 Kinder, „stehen Angriffen oder der Flucht vor wĂŒtenden islamistischen Extremisten in Mali gegenĂŒber“, wo im Juni 100 MĂ€nner, Frauen und Kinder in Sobame Da, einem hauptsĂ€chlich christlichen Dorf, abgeschlachtet wurden.

David Curry, der PrĂ€sident von Open Doors, einer amerikanischen Nichtregierungsorganisation (NGO), die die Verfolgung von Christen beobachtet, hat christliche Frauen als „die am meisten verfolgte Gruppe der Welt“ definiert. Ihre UnterdrĂŒckung und VerstĂŒmmelung ist erstaunlich. In Nigeria hĂ€lt Boko Haram immer noch ein entfĂŒhrtes MĂ€dchen, Leah Sharibu, fest. Sie hĂ€tte zusammen mit ihren MitschĂŒlerinnen freigelassen werden können, aber Leah weigerte sich, ihrem christlichen Glauben abzuschwören. Christliche Frauen werden auch in Pakistan entfĂŒhrt und versklavt. „Jedes Jahr werden mindestens tausend MĂ€dchen entfĂŒhrt, vergewaltigt und zur Bekehrung zum Islam gezwungen, ja sogar gezwungen, ihre Peiniger zu heiraten“, sagte Tabassum Yousaf, ein katholischer Anwalt, der mit der italienischen NGO St. Egidio verbunden ist. Dies ist auch in Ägypten ein immer wiederkehrendes Muster, wo christliche Frauen vor einer „Epidemie von EntfĂŒhrungen, Vergewaltigungen, SchlĂ€gen und Folterungen“ stehen.

Die berĂŒhmteste dieser verfolgten christlichen Frauen, Asia Bibi, verbrachte zu Unrecht wegen „Blasphemie“ fast ein Jahrzehnt in pakistanischen GefĂ€ngnissen – die meiste Zeit in der Todeszelle – bevor sie freigelassen wurde. Im Mai wurde sie nach Kanada geflogen, wo sie mit ihrer Familie wiedervereint wurde. Laut Bibi:

„Als meine Töchter mich im GefĂ€ngnis besuchten, weinte ich nie vor ihnen, aber nachdem sie wieder aus dem GefĂ€ngnis weggegangen waren, weinte ich allein, erfĂŒllt von Schmerz und Trauer. Ich habe dauernd an sie gedacht und daran, wie sie wohl leben.“

Die Satelliten der NASA beobachteten die BrĂ€nde im Amazonasgebiet und veranlassen die WeltenfĂŒhrer, sich fĂŒr den Schutz des Regenwaldes einzusetzen. Aber das Verbrennen, Zerhacken und Morden von Christen wird nicht von Satelliten verfolgt, und ihr Leid wird nicht auf unseren Fernsehern ĂŒbertragen und kann nicht in unseren Zeitungen nachgelesen werden. TatsĂ€chlich scheint es im Westen, als ob die Verfolgung von Christen gar nicht stattfindet. Der Vatikan, Papst Franziskus, andere Geistliche und die Medien haben die Wahl: ein Licht auf diese verfolgten Christen zu werfen oder der vorsĂ€tzlichen Blindheit beschuldigt zu werden.

Giulio Meotti, Kulturredaktor fĂŒr Il Foglio, ist ein italienischer Journalist und Autor.

 

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Mittwoch 11. September 2019 um 10:54 und abgelegt unter Christentum weltweit.