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Kurze Betrachtungen zu den sieben Schöpfungstagen (1. Teil)

Sonntag 21. Juli 2019 von Dr. Joachim Cochlovius


Dr. Joachim Cochlovius

Der biblische Schöpfungsbericht ist ein weltgeschichtliches Dokument ersten Ranges. Im hebrĂ€ischen Urtext ist er sorgfĂ€ltig komponiert. Kurz und prĂ€zise fasst er die gewaltigen VorgĂ€nge der Erschaffung von Himmel und Erde in einer wunderbar poetischen Sprache zusammen. Man könnte auch von einem Schöpfungsgedicht sprechen. FĂŒr Jesus stand die Erhabenheit dieses Dokuments fest. Er sah keinen Anlass, an der göttlichen Urheberschaft oder an der Wahrheit des Textes zu zweifeln. Im Gegenteil, immer wieder wies er seine Zuhörer darauf hin, „wie es am Anfang war“ (z.B. Mt 19,4). In sieben Betrachtungen werde ich die Geschehnisse an den sieben Schöpfungstagen kurz nachzeichnen.

Der Schöpfungsbericht beginnt mit der Aussage „Am Anfang“. Wir können hier festhalten, dass Gott damit die Zeit erschaffen hat. Wer einen solchen Anfang setzt, der lĂ€sst die Zeit beginnen. Die Zeit ist also eine erschaffene GrĂ¶ĂŸe. Sie ist der Schöpfung mit auf den Weg gegeben. „Zeit“ ist also keine absolute GrĂ¶ĂŸe. Wenn die Schöpfung vergeht, gibt es keine Zeit in unserem Sinn mehr. Wenn wir diese Welt verlassen, treten wir ein in eine Dimension, in der es keine irdische Zeit gibt.

Der Himmel und die Erde sind nicht von selbst entstanden, sondern sie sind von Gott erschaffen. Im HebrĂ€ischen wird hier der Gottesbegriff „Elohim“ gebraucht. Gemeint ist der Dreieinige Gott, wie aus den nĂ€chsten Versen deutlich wird. Gott der Vater erschafft. Er erschafft durch sein Wort. Aus dem Prolog des Johannesevangeliums wissen wir, dass Christus das Wort ist. Der Vater erschafft also durch den Sohn. Nichts anderes steht in Hebr 1,2. Und wenn es in 1 Mose 1,2 heißt, dass der Geist Gottes ĂŒber dem Wasser schwebte, dann wird sofort klar, dass die Schöpfung zum Leben berufen ist, denn der Geist Gottes schenkt das Leben. Der Urheber der gesamten Schöpfung ist also der Dreieinige Gott.

Am ersten Tag werden Himmel und Erde erschaffen. Da die Himmelskörper erst am 4. Tag erschaffen werden, kann hier unter „Himmel“ zunĂ€chst nur der leere Raum gemeint sein. Zeit und Raum sind also die allerersten Großtaten Gottes. Beim Raum haben wir an unseren dreidimensionalen Raum zu denken, der dieser Schöpfung wie auch die Zeit mitgegeben worden ist. Wenn einmal bei Jesu Wiederkunft die Gestalt der jetzigen Schöpfung untergeht, wird auch der dreidimensionale Raum aufhören. Wie die Dimensionen auf der neuen Erde aussehen werden, wissen wir nicht.

Unsere Erde trÀgt den Stempel des ersterschaffenen Himmelskörpers an sich. Dass sie ein einmalig bevorzugter Himmelskörper ist, wird aber nicht nur durch die Schöpfungsakte dokumentiert, sondern vor allem auch durch die Tatsache, dass Jesus Christus, das menschgewordene Wort Gottes, auf diese unsere Erde gekommen ist. Hier hat er gelebt, hier ist er gekreuzigt worden und ist auferstanden, hierher wird er wiederkommen, wenn Gottes Stunde gekommen ist.

Nun heißt es, dass die Erde zunĂ€chst „wĂŒst und leer“ war (hebr. tohuwabohu). Man muss hier nicht an ein Chaos denken, auch nicht an lange ZeitrĂ€ume. Es genĂŒgt die Vorstellung einer ganz und gar dunklen und mit Wassermassen bedeckten Erdkugel. Wasser ist also das erste Element, das Gott erschaffen hat. Der Wert und die Bedeutung des Wassers sind kaum zu ermessen. Wasser ist das Lebenselixier schlechthin. Der Mensch besteht aus 70% Wasser. Zu wenig Wasserzufuhr, besonders im Alter (die sog. Dehydratation) zieht das Sterben nach sich.

Nun folgt in V. 3 das majestĂ€tische Reden Gottes „Es werde Licht“. Bis heute ist die Naturwissenschaft auf der Suche nach dem Wesen des Lichts. Die Erde, die durch den Geist Gottes das Leben eingehaucht bekommen hat, erhĂ€lt nun die Voraussetzung fĂŒr die dauernde LebensfĂ€higkeit der Kreaturen durch das Licht. Ohne Wasser und Licht ist Leben nicht möglich. Aber das natĂŒrliche Licht weist ĂŒber sich hinaus auf das Licht, das der Mensch braucht, um Gott zu erkennen. Paulus zieht in 2 Kor 4,6 einen Vergleich zwischen dem natĂŒrlichen und dem geistlichen Licht, die das natĂŒrliche und das geistliche Leben bedingen. Gott sieht, dass das Licht gut war (hebr. tow). Das hebrĂ€ische Wort bezeichnet etwas als schön und zweckmĂ€ĂŸig zugleich. Was Gott erschafft, trĂ€gt Spuren seiner Schönheit. Und es ist immer mit Sinn und FunktionalitĂ€t ausgestattet. Seit dem SĂŒndenfall, seitdem also der Durcheinanderbringer am Werke ist, sind die Spuren der Schönheit und FunktionalitĂ€t der Schöpfung allerdings oft ĂŒberdeckt und schwer oder gar nicht mehr zu entdecken.

Nachdem Gott das Licht erschaffen hat, hĂ€lt er trotzdem an der Finsternis fest. Auch sie behĂ€lt ihren Platz in der guten Schöpfung Gottes. Viele menschliche Organe funktionieren nur in der Dunkelheit. Regeneration und Schlaf brauchen die Nacht. Gott richtet Tag und Nacht ein, obwohl die Himmelskörper einschließlich von Sonne und Mond als LichttrĂ€ger und Lichtspender erst am vierten Tag erschaffen werden. Das Licht war also in den ersten Tagen noch nicht an die Sonne gebunden. Wie das Licht weist auch der Tag ĂŒber sich hinaus. Einmal sagt Jesus, dass er wirken muss, solange es Tag ist (Joh 9,4). Wenn der erhöhte Herr wirkt, ist es „Tag“. Lasst uns ihn bitten, dass er uns, unserem Land und dieser Welt noch viele „Tage“ in diesem Sinn gibt.


Zur Vertiefung:
J. Cochlovius, Wie es war im Anfang. Die biblische Urgeschichte. 2. Aufl. 88 Seiten, 5,00 Euro zuzĂŒglich Versandkosten.
J. Cochlovius, Vom Frauenschuh zum KĂ€nguru. BilderstreifzĂŒge durch die Schöpfung. 2. Aufl. 216 Seiten mit 580 Bildern vom Verfasser. 15,00 Euro zuzĂŒglich Versandkosten.
J. Cochlovius, DVD-Set „Die sieben Schöpfungstage“. Sieben Folgen  auf Video je 25 Min. auf zwei DVD. 20,00 Euro zuzĂŒglich Versandkosten.
Die BĂŒcher und das DVD-Set können ĂŒber die GeschĂ€ftsstelle des Gemeindehilfsbundes bezogen werden: MĂŒhlenstr. 42, 29664 Walsrode. Tel.: 05161/911330. Email: info@gemeindehilfsbund.de

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Sonntag 21. Juli 2019 um 21:02 und abgelegt unter Gemeinde, Predigten / Andachten, Schöpfung / Evolution, Theologie.