Gemeindenetzwerk

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„Den Horror feiern?“

Montag 26. Oktober 2015 von Arno Backhaus


Arno Backhaus

Warst Du schon mal in eine Massenkarambolage auf der Autobahn mit 15 Toten verwickelt? Das ist Horror pur!

Wurdest Du als Kind von deinem Onkel oder einem anderen Mann sexuell missbraucht? Das ist Horror pur!

Kennst Du das Gefühl, vom Arzt mitgeteilt zubekommen, dass Du Gehirntumor und noch etwa ein Jahr Lebenserwartung hast? Das ist Horror pur!

Hast Du schon mal in Israel oder im Irak eine Bombenexplosion mitbekommen, und gesehen wie K├Ârper zerfetzt und K├Ârperteile durch die Luft fliegen?┬áDas ist Horror pur!

Warst Du schon mal in der Türkei in Urlaub, und durch ein Erdbeben brach das Hotel über dir zusammen? Das ist Horror pur!

Warst du schon mal an der Gedenkst├Ątte Dachau, in dem Ort an dem die Nationalsozialisten eines ihrer brutalen Konzentrationslager eingerichtet hatten?┬áDas ist Horror pur!

Hast Du Lust, diese Ereignisse und Erlebnisse zu feiern? Warum machst Du dann bei Halloween mit, bei der der Horror und das Schrecken gefeiert wird? Warum unternimmst Du dann nichts gegen diesen Schwachsinn und diese Brutalit├Ąt von Halloween?

Wie ist Halloween entstanden?

Der Halloween-Brauch stammt urspr├╝nglich aus dem keltischen Raum: in der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November verabschiedeten sich die Druiden vom Sommer -der Jahreszeit der G├Âttin- und feierten die Herrschaft des Todesf├╝rsten Samhain, der w├Ąhrend des Winters regiert. Im keltischen Kalender symbolisiert dieser Tag den Jahreswechsel. Obwohl dieser Brauch noch aus den Zeiten vor Christus stammt, wurde er auch noch bis in die ersten Jahrhunderte unserer Zeitrechnung exzessiv zelebriert. Da in dieser Nacht nach keltischem Glauben das Leben (der Sommer) die Herrschaft f├╝r ein halbes Jahr an den Tod (den Winter) abgibt, glaubte man, da├č es ein besonders g├╝nstiger Moment w├Ąre, damit sich die Toten unter die Lebenden mischen k├Ânnen. Man glaubte, da├č sich die Toten┬á f├╝r ein Jahr lang den K├Ârper eines Lebenden suchen. Daher wurden Ihnen Opfer gebracht, damit sie nicht den eigenen K├Ârper ausw├Ąhlten.

Au├čerdem glaubte man, dass die Trennwand zwischen der Welt der Toten und der Lebenden an diesem Abend besonders d├╝nn ist und man daher besonders einfach mit den Toten in Kontakt treten kann. Um diesen Kontakt besonders einfach herstellen zu k├Ânnen, wurde gefeiert und den Toten allerlei Leckereien angeboten, auf dass sie gerne und f├╝r kurze Zeit auf die Erde zur├╝ck kehren sollten. So wollte man auch nach dem Tod von Verwandten den Kontakt zu ihnen aufrecht erhalten.

Es war ein gro├čes Fest, mit Lagerfeuer und Festmahl. Aufgrund des Jahreswechsels wurde meditiert und Voraussagungen f├╝r das n├Ąchste Jahr gemacht: Es ging um Krieg, Frieden, Politik, Ernten und Krankheiten. Den G├Âttern wurden Opfer dargebracht, um sie m├Âglichst gn├Ądig zu stimmen.

Die Iren haben diesen Brauch etwas abgewandelt. Sie haben sich in dieser Nacht m├Âglichst schrecklich angezogen und verkleidet, damit die Toten und Geister an Ihnen vorbeigehen und sie nicht als Lebende erkennen. Die Masken und Verkleidungen dienten zur Abschreckung.

Christianisierung Halloweens

Mittlerweile ist Allerheiligen ein ÔÇ×christlicherÔÇť Brauch geworden. Bis dahin war es allerdings ein langer harter Kampf. Die Menschen waren zwar relativ leicht davon zu ├╝berzeugen, die damals neue Religion, das Christentum, anzunehmen, allerdings haben Sie oft an Ihren alten heidnischen Br├Ąuchen und Traditionen festgehalten. Um die Gl├Ąubigen vor S├╝nden zu bewahren wurden die alten Br├Ąuche einfach christianisiert.

Im Jahre 837 verf├╝gte Papst Gregor IV, dass an Samhain ebenfalls Tote geehrt werden sollten. So setzte man f├╝r den 1. November Allerheiligen an und am darauf folgenden Tag Allerseelen. Dies hatte zur Konsequenz, da├č sich die einfachen Menschen nicht umstellen mussten und man sagen konnte, man habe erfolgreich die heidnischen Br├Ąuche bek├Ąmpft.

Gerade im keltischen Raum lie├č sich allerdings die Feier im urspr├╝nglichen – heidnischen – Sinne nicht vertreiben. Im 16. Jahrhundert entstand der eigentliche Name Halloween. Die protestantische Kirche f├╝hrte den Namen All Hallowed Evening ein. Bis zu diesem Zeitpunkt war die eigentliche Halloween-Nacht noch nicht christlich aber durch diese spezielle Betitelung war der Brauch endg├╝ltig christianisiert.

In Amerika kehrte man zum alten Brauchtum von Halloween zur├╝ck. Das Fest wurde modernisiert und mit der Zeit hat es seine jetzige Form angenommen: ein herzlich wenig christliches Fest, bei dem sehr vielen heidnischen Br├Ąuchen gefr├Ânt wird. Kinder ziehen verkleidet durch die Stra├čen und Klingen an den H├Ąusern, um um S├╝├čigkeiten zu bitten. Hierbei wird der typische Spruch: „Trick or Treats“ (Streiche oder S├╝├čes) gerufen. Entsprechend dem Spruch werden den Kindern unterschiedlichste S├╝├čigkeiten zugesteckt, falls nicht wird den Hausbesitzern ein Streich gespielt.

Arno Backhaus

Quelle: Der etwas andere Njus-L├Ątter, Oktober 2015

www.arno-backhaus.de

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Montag 26. Oktober 2015 um 13:07 und abgelegt unter Gesellschaft / Politik.