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Masada: Die letzte Festung

Freitag 23. Oktober 2015 von Bruce Scott


Bruce Scott

Gegen Ende des Jahres 72 n. Chr. erblickt ein j├╝discher Mann, der auf Masada gerade seinen Wachdienst verrichtet, eine herannahende Staubwolke. Ihm ist klar, dass dies nur eines bedeuten kann: Die R├Âmer kommen! Sofort schl├Ągt er Alarm. Damit erwacht die letzte Festung des j├╝dischen Widerstandes zum Leben. Der Krieg ist nun auch in Masada angekommen. Masada (bedeutet wahrscheinlich ÔÇ×FestungÔÇť) ist ein imposanter 396m hoher Tafelberg. Er befindet sich am s├╝dwestlichen Ufer des Toten Meeres. Es ist eine nat├╝rliche Festung mit steilen Felsw├Ąnden und einem schroffen Gel├Ąnde. Masada ist nur auf einem Weg ÔÇô schwer zug├Ąnglich ÔÇô erreichbar: ├╝ber den sich hinaufwindenden Schlangenpfad auf der Ostseite.

W├Ąhrend der Zeit der Hasmon├Ąer (ca. 150-76 v. Chr.) wurde Masada zuerst eine j├╝dische Festung. Sp├Ąter erweiterte der K├Ânig Herodes die Verteidigungsanlagen auf eindrucksvolle Art und Weise (37-31 v. Chr.). Eine 1.372 m lange zweifache Steinmauer, an manchen Stellen bis zu sechs Meter hoch, umgrenzte den oberen Bereich des Plateaus. ├ťber 30 T├╝rme und vier Tore wurden in die Mauer eingef├╝gt. Damit er in seinem W├╝stenversteck nicht auf eine externe Versorgung angewiesen war, lie├č Herodes Wasserzisternen anlegen, die bis zu 39.644 m3 Wasser fassen konnten. Au├čerdem wurden so viele Waffen gelagert, um bis zu 10.000 Mann ausr├╝sten zu k├Ânnen. Die R├Âmer stationierten dann nach dem Tod des Herodes ├╝ber einen Zeitraum von etwa hundert Jahren eine Garnison auf Masada.

Die Sikarier

Innerhalb der j├╝dischen Bev├Âlkerung Israels bildete sich in dieser Zeit unter anderem eine Gruppe heraus, die ├Âffentlich den Aufstand gegen Rom propagierte und einzig und allein Gott Gehorsam leisten wollte. Anh├Ąnger dieser Gruppe/Sekte wurden als Sikarier bezeichnet (lat. sica, bedeutet geschwungener Dolch). Einige Historiker sind der Meinung, dass die Sikarier zu den Zeloten geh├Ârten.

Im Jahr 66 n. Chr. gelang es einer Gruppe Aufst├Ąndischer heimlich auf das Plateau zu gelangen, wo sie die dort stationierten r├Âmischen Soldaten ermordeten. Als Jerusalem im Jahr 70 n. Chr. erobert wurde, gelang es einigen j├╝dischen ├ťberlebenden nach Masada zu fliehen. Bis zum Beginn der Belagerung, durch die R├Âmer gegen Ende des Jahres 72 n. Chr., war die Zahl der j├╝dischen Bev├Âlkerung auf Masada auf ca. 967 M├Ąnner, Frauen und Kinder angestiegen.

Die Belagerung

Nach der E800px-Israel-2013-Aerial_21-Masadaroberung Jerusalems starteten die R├Âmer ihre S├Ąuberungsaktionen. Zwei Festungen in j├╝discher Hand, das Herodion und die Festung Mach├Ąrus, wurden schnell ├╝berrannt. Masada wurde dem neuen Prokurator Flavius Silva ├╝berlassen.

Dieser marschierte mit der 10. Legion, weiteren Hilfstruppen und Tausenden von j├╝dischen Gefangenen, die als Sklaven f├╝r die Versorgung mit Essen und Wasser sorgen mussten, nach Masada. Der ganze Tross mag etwa 10.000-15.000 Menschen umfasst haben.

Als Silva den Fu├č der Festung erreichte, war er von der gewaltigen Aufgabe, die vor ihm lag, keineswegs eingesch├╝chtert. Seine erste Ma├čnahme bestand darin, jegliche Fluchtm├Âglichkeit der Aufst├Ąndischen zu verhindern. Dazu lie├č er eine drei Kilometer lange und zwei Meter dicke Mauer rund um das Bergmassiv bauen. In Phase zwei ging es darum, die Verteidigungsmauern oben auf dem Plateau zu durchbrechen.

Ihm war klar, dass eine l├Ąngerfristige Belagerung erfolglos sein w├╝rde, da die Menschen oben auf Masada f├╝r lange Zeit ├╝berleben konnten, weil sie nicht auf eine externe Versorgung angewiesen waren. Deshalb lie├č er an der westlichen Seite eine riesige Rampe aufsch├╝tten. Nachdem diese fertiggestellt war, brachten die R├Âmer ihre Kriegsmaschinerie in Stellung und attackierten die Verteidigungsmauer. Ein typischer r├Âmischer Rammbock bestand aus einem Holzbalken mit einer Eisenspitze, in Form eines Widderkopfes. Dieser Balken war mit Seilen an einer Vorrichtung befestigt. Den Soldaten war es deshalb m├Âglich, den Balken nach hinten zu ziehen und ihn mit gro├čer Kraft nach vorn zu sto├čen. Nur wenige Mauern oder T├╝rme konnten diesem massiven Angriff standhalten.

Die Sikarier wussten das und bauten deshalb eine zweite Mauer aus Holz mit einer Zwischenf├╝llung aus Erde. Bei dieser Art von Mauer waren die Rammb├Âcke nur wenig effektiv. Jedoch wies diese neue Mauer eine grundlegende Schwachstelle auf: Sie konnte brennen. Silva wies seine Truppen an, brennende Fackeln auf die Holzmauer zu werfen. Innerhalb kurzer Zeit fing sie Feuer und als sie lichterloh brannte, wurde den Sikariern klar, dass sie den Krieg verloren hatten.

Der Selbstmord

Anstatt in die Festung zu st├╝rmen, zogen sich laut des Berichtes von Josephus Flavius die r├Âmischen Legion├Ąre ├╝ber Nacht in ihr Lager zur├╝ck, um dann am n├Ąchsten Morgen den letztendlichen Angriff zu starten.

In dieser Nacht ├╝berzeugte der Anf├╝hrer der Sikarier, Eleazar ben Yair seine Kameraden, dass es besser sei, in Freiheit zu sterben, anstatt von den R├Âmern gefoltert zu werden. Der Massenselbstmord wurde der Sklaverei vorgezogen. Voller Trauer und mit gro├čem Schmerz nahm jeder der M├Ąnner das Leben seiner Frau und Kinder. Durch das Los wurden 10 M├Ąnner ausgew├Ąhlt, um alle anderen M├Ąnner zu t├Âten. Davon wurde dann ein Einziger ausgew├Ąhlt, um die restlichen Neun zu t├Âten, den Palast, in den sie sich zur├╝ckgezogen hatten, anzuz├╝nden und sich schlussendlich selbst umzubringen.

In der Morgend├Ąmmerung str├Âmten die r├Âmischen Truppen durch die zerst├Ârte Mauer. Auf dem Plateau war es unheimlich still. Zwei Frauen und f├╝nf Kinder traten hervor, die das n├Ąchtliche Gemetzel ├╝berlebt hatten, weil sie sich in einer Zisterne versteckt hatten. Sie berichteten den R├Âmern, was die Sikarier getan hatten. Die Soldaten glaubten dem Bericht erst, als sie im niedergebrannten Palast die ├ťberreste der Leichen erblickten. Dieses Geschehen ereignete sich am 15. Nissan 73 n. Chr. (j├╝d. Kalender), dem ersten Tag der unges├Ąuerten Brote.

Die Bedeutung

Heute gedenkt der Staat Israel ÔÇô die einzige Demokratie im Nahen Osten ÔÇô an das Geschehen in Masada. Es geht dabei nicht um die Sikarier, sondern es geht um den Gedanken, das Prinzip, welches dahintersteht. In der Nationalhymne wird die Sehnsucht jedes j├╝dischen Menschen ausgedr├╝ckt, seitdem die R├Âmer die Mauern Masadas durchbrochen haben: ÔÇ×Zu sein ein freies Volk, im Land Zion und in Jerusalem.ÔÇť

Wahre Befreiung und Freiheit kann jedoch nicht mit irdischen Mitteln erlangt werden. Viele Menschen setzten ihr Vertrauen in eine ÔÇ×FestungÔÇť, anstatt in Gott selbst. Solche Festungen k├Ânnen andere Menschen, Orte oder Dinge sein. Dabei verlassen diese Menschen die Quelle des lebendigen Wassers und graben stattdessen l├Âchrige Zisternen, die kein Wasser halten (Jer. 2,13). Solches Verhalten f├╝hrt auf keinen Fall zur Befreiung, sondern zum Tod, der ewigen Trennung von Gott.

Doch es gibt einen Ausweg. Jesus, der Messias, verk├╝ndigte: ÔÇ×Jesus antwortete ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Jeder, der die S├╝nde tut, ist ein Knecht der S├╝nde. Wenn euch nun der Sohn frei machen wird, so seid ihr wirklich frei.ÔÇť (Joh. 8,34.36). Durch Seinen stellvertretenden Tod und Seine Auferstehung hat ER bewiesen, dass ER unsere Erl├Âsung ist. IHM nicht zu glauben ist gleichbedeutend mit geistlichem Selbstmord. Der K├Ânig David erkannte dies und erkl├Ąrte: ÔÇ×Er sprach: Der HERR ist mein Fels, meine Burg und mein Retter; Gott ist mein Fels, in dem ich mich berge, mein Schild und das Horn meines Heils, meine sichere Festung und meine Zuflucht, mein Retter, der mich von Gewalttat befreit!ÔÇť (2. Sam. 22,2-3).

David hatte in Gott Seine Festung gefunden. Wir auch?

Bruce Scott (Friends of Israel, USA)

Entnommen aus: Zeitschrift AKTUELL Nr. 4-2015, Seite 20-21; mit freundlicher Genehmigung von Bibel-Center, Freie Theologische Fachschule, 58339 Breckerfeld

Bildnachweis: Wikipedia, Masada

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Freitag 23. Oktober 2015 um 14:49 und abgelegt unter Allgemein.