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ErklÀrung des Lippischen Gemeinschaftsbundes zu aktuellen Entwicklungen in unserer Landeskirche

Freitag 9. Oktober 2015 von Lippischer Gemeinschaftsbund e.V.


Lippischer Gemeinschaftsbund e.V.

Die Lutherische Klasse in der Lippischen Landeskirche hat fĂŒr ihren Bereich öffentliche Segnungsgottesdienste fĂŒr gleichgeschlechtliche Partnerschaften eingefĂŒhrt. Vorrausetzung ist die grundsĂ€tzliche Zustimmung des jeweiligen Kirchenvorstandes. Dies ist bereits in einigen Kirchengemeinden der Fall. Der Synode unserer Landeskirche liegt die Forderung vor, eine Ă€hnliche Regelung fĂŒr den reformierten Bereich zu beschließen. Angesichts dieser bestĂŒrzenden Entwicklung bekrĂ€ftigt der Lippische Gemeinschaftsbund die zentralen Aussagen seiner ErklĂ€rung vom 30.09.2004:

Segnung gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften –
eine Stellungnahme

  1. Die Debatte um Segenshandlungen der Kirche an gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften ist uns von gesellschaftlichen KrĂ€ften her aufgezwungen. Dabei beobachten wir einen Umkehrungseffekt der Beweislast. Wer christliche MaßstĂ€be in dieser Gesellschaft aufrechterhalten will, wird zwangslĂ€ufig zum Anwalt des scheinbar Überkommenen.
  2. In der Frage nach Segnung gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften geht es nicht um eine ethische Frage, bei deren Beantwortung man sich so oder so verhalten könnte, sondern wir haben eindeutige biblische Aussagen, die nach wie vor Grundlage unseres Glaubens sind und ĂŒber die wir nicht hinaus können. Die Frage nach unserem Bekenntnis zur Bibel ist hier berĂŒhrt.
  3. In der Bibel wird praktizierte Gleichgeschlechtlichkeit durchgĂ€ngig verworfen. Die biblische Verwerfung der HomosexualitĂ€t ist kein Randthema, sondern sie steht in innerem Zusammenhang zur Schöpfungslehre (Röm 1,18 ff.), zur EschatologieÂč (1. Kor 6,9 ff.), zum Sinaibund (3. Mose 18,22; 20,13) und zur Lebensordnung des neuen Bundes (1. Tim 1,9f.).
  4. Das Trachten des Menschen ist böse von Jugend auf. Darin sind alle Menschen gleich. Gerechtfertigt sind wir vor Gott nicht dadurch, dass wir ethisch verantwortlich leben und unseren NĂ€chsten lieben, sondern durch die Heilstat Gottes in Jesus Christus, sofern wir an ihn glauben. Dieser im Glauben ergriffene IndikativÂČ zieht aber den ImperativÂł nach sich: „Gehe hin und sĂŒndige hinfort nicht wieder.” Die Bibel kennt im Hinblick auf die Geschlechtlichkeit zwei Lebensformen: Ehe und Enthaltsamkeit. Alle anderen Formen, in denen Menschen Geschlechtlichkeit leben, werden verworfen. Als Christen haben wir uns gegenseitig auf dem Weg des Glaubens zu stĂ€rken durch Ermahnung, FĂŒrbitte und Zuspruch. Dabei muss SĂŒnde beim Namen genannt werden.
  5. Kann eine sexuelle Praxis, die grundlegend und in den zentralen ZusammenhĂ€ngen der Heilsgeschichte von der Bibel verworfen wird, von einer Kirche gesegnet werden, die sich auf die Bibel als Grundlage beruft? Wir meinen Nein! Segen ist eine Gabe Gottes. Der Segen Gottes darf nicht dazu missbraucht werden, gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften gesellschaftlich zu legitimieren. Eine wie auch immer gestaltete Begleitung gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften in einem Gottesdienst kann sich der Verwechslung mit der Eheschließung und dem damit gegebenen Segen kaum entziehen. Wir sind deshalb gegen eine solche gottesdienstliche Begleitung.

Der Vorstand des Lippischen Gemeinschaftsbundes

 

AnknĂŒpfend an diese frĂŒhere Stellungnahme erklĂ€rt der Lippische Gemeinschaftbund angesichts der aktuellen Entwicklungen:

Mit einer Verankerung der Segnungsgottesdienste fĂŒr gleichgeschlechtliche Partnerschaften im Gesetz unserer Landeskirche

– entfernt sich unsere Kirche von ihren eigenen Grundlagen: Dem Wort Gottes der Heiligen Schrift und dem Zeugnis der Bekenntnisschriften,

– bricht sie mit der Mehrheit der Weltchristenheit in Vergangenheit und Gegenwart.

– wird sie ihrem eigentlichen seelsorgerlichen Auftrag an den betroffenen Menschen nicht wirklich gerecht.

Daher bitten wir die Verantwortlichen in unserer Landeskirche eindringlich, sich neu auf das biblische Zeugnis von Ehe und Familie zu besinnen und den eingeschlagenen Weg zu verlassen.

Alle Christen, die unsere Sorge teilen, ermutigen wir, ihre Bedenken gegenĂŒber ihren Superintendenten, Pfarrern, KirchenĂ€ltesten und Synodalen klar zu Ă€ußern.

Christen, die in Gewissensnot sind, weil in ihrer Gemeinde eine Segnung gleichgeschlechtlicher Paare eingefĂŒhrt wurde, weisen wir auf die Möglichkeit hin, sich in eine bibel- und bekenntnistreue Gemeinde unserer Landeskirche umpfarren zu lassen und diese in ihrem Zeugnis fĂŒr das Wort Gottes zu unterstĂŒtzen.

Wir wissen auch um die Christen, die im Blick auf ihre Kirchenmitgliedschaft in Gewissensnot geraten, wenn unsere Landeskirche auf dem eingeschlagenen Weg fortfÀhrt.

Bad Salzuflen-Retzen am 02.10.2015              

Der Gemeinschaftsrat des Lippischen Gemeinschaftsbundes

Lippischer Gemeinschaftsbund e.V.

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Anmerkungen:

  1. Eschatologie = Lehre von den letzten Dingen, die kommen werden.
  2. Indikativ = Heilsstand im Glauben, symbolisiert durch die Taufe
  3. Imperativ = Heiligung im Glauben, gelebt in der Nachfolge
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Dieser Beitrag wurde erstellt am Freitag 9. Oktober 2015 um 16:35 und abgelegt unter Ehe u. Familie, Kirche, Sexualethik.