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Unser Ja zu Gottes Ebenbild als Mann und Frau

Dienstag 29. Juli 2014 von Administrator


Votum von Pastoren des BEFG (Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland) zum Thema HomosexualitÀt vom Mai 2014

Vor unseren Augen vollzieht sich ein tiefgreifender gesellschaftlicher Wandel. Zielstrebig wird HomosexualitĂ€t in Politik, Medien und LehrplĂ€nen in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses gerĂŒckt. Dabei geht es oft nicht mehr um Lösung drĂ€ngender Probleme oder die gesellschaftliche Proportion des Themas, sondern um die Umsetzung eines neuen Menschenund Gesellschaftsbildes: Programmatisch wird der HeterosexualitĂ€t die HomosexualitĂ€t als gleichwertig zur Seite gestellt, werden Ehe und Familie umdefiniert, wĂ€hrend jede Infragestellung davon als Diskriminierung oder Homophobie bezeichnet wird. Diese Entwicklung betrifft uns Christen ganz unmittelbar. Denn unser Bild vom Menschen, unsere Werte und Ethik, unser VerstĂ€ndnis von Gemeinde, grĂŒnden ganz auf der Bibel, beziehen sich aber auf das gesellschaftliche Umfeld, in dem wir unseren Glauben leben und in das wir das Evangelium von Jesus Christus hinein zu sagen haben. Und so begrĂŒĂŸen wir, dass sich das PrĂ€sidium des BEFG mit dieser Entwicklung auseinandersetzt und dazu auch die Gemeinden in dem „Offenen Brief“ anregt (Februar 2013).

Unbefriedigend ist jedoch, dass das PrĂ€sidium selbst keine klaren Überzeugungen findet und auch der Bundesgemeinschaft eine ambivalente Kompromiss-Linie vorschlĂ€gt:

  • HomosexualitĂ€t werde in der Bibel zwar als SĂŒnde bezeichnet und nirgends positiv erwĂ€hnt, dĂŒrfe aber nicht von Nachfolge, Taufe oder Gemeinde ausschließen.
  • Homosexuelle Menschen könnten getauft werden und mitarbeiten, einer Ordination aber stĂŒnde es entgegen, wenn sie ihre Orientierung offen ausleben und sie „werbend vertreten“ (OB, S.5).

 Darum halten wir demgegenĂŒber fest und bekennen:

 1. [Liebe zu jedem Menschen] Die Heilige Schrift spricht jedem Menschen eine gleiche, unverĂ€ußerliche und unverlierbare WĂŒrde zu. Das Wissen um diese WĂŒrde und die uns von Jesus gebotene NĂ€chstenliebe leiten uns, jeden zu achten und zu lieben, ungeachtet seiner politischen Überzeugung, Herkunft, sexuellen Orientierung oder Religion. Darum begegnen wir jedem Menschen mit Aufgeschlossenheit und Wohlwollen; wir lehnen jede Diskriminierung ab und nehmen von Diskriminierung betroffene Personen in Schutz.

 2. [Menschenbild] Die Heilige Schrift entfaltet fĂŒr uns die unĂŒberbietbar wertschĂ€tzende Sicht Gottes auf jeden Menschen als „Ebenbild Gottes“, sowie auf seine gottgegebene, heterosexuelle Wesensbestimmung als Mann und Frau (Gen. 1,27). An diesen zentralen Aussagen halten wir mit Freude fest. Damit bestreiten wir die Ansicht, diese seien nicht so wichtig fĂŒr den Glauben und das christliche Leben, und wir grenzen uns von widersprechenden Sichtweisen aus Soziologie oder Psychologie ab. Insbesondere weisen wir die andernorts geĂ€ußerte Vorstellung zurĂŒck, es gebe verschiedene „Schöpfungsvarianten“ von Menschen (homosexuell, bisexuell etc.), die nach ihren unterschiedlichen Neigungen leben mĂŒssten.

3. [SexualitĂ€t, Ehe und Familie] Wir halten daran fest, dass Gott Mann und Frau fĂŒreinander geschaffen hat, dass gelebte SexualitĂ€t ihren rechtmĂ€ĂŸigen Platz in der Ehe zwischen Mann und Frau hat und dass nicht verheiratete Gemeindeglieder zu einem sexuell enthaltsamen Leben aufgerufen sind. Damit lehnen wir die Sicht ab, auch gleichgeschlechtliche Beziehungen oder Partnerschaften könnten Gottes Willen entsprechen oder Ehe und regulĂ€re Familie sein.

4. [HomosexualitĂ€t] In der Heiligen Schrift findet HomosexualitĂ€t keinerlei WertschĂ€tzung, und wird stets als SĂŒnde bezeichnet, die der Schöpfungsbestimmung des Menschen widerspricht. Auch der von Gott geschaffene menschliche Leib mit seiner sichtbaren Geschlechtlichkeit verweist nur Mann und Frau aufeinander. DemgemĂ€ĂŸ lehnen wir die Meinung ab, die biblischen Aussagen zur HomosexualitĂ€t betrĂ€fen nur heidnische oder pĂ€dophile Praktiken (OB, S.3), und wĂŒrden homosexuelle Beziehungen, die in Liebe gelebt werden, nicht betreffen. Das ernstnehmend halten wir homosexuelles Verhalten fĂŒr eine SĂŒnde, die im Widerspruch zu Gottes Willen und zur Nachfolge von Jesus Christus steht. Die homosexuelle Neigung jedoch, die nicht ausgelebt wird, ist fĂŒr uns kein letztes Kriterium, das Gottes Willen widerspricht oder von der Nachfolge ausschließt. Christen mit dieser Neigung sind aufgerufen, enthaltsam zu leben, wie es auch anderen Personengruppen gilt.

5. [Seelsorge] Wir erkennen die Not, die homosexuell orientierte Menschen in sich selbst, durch die Gesellschaft und auch unter Christen erleben. In Liebe nehmen wir sie an und begleiten sie in dieser Not. Dabei bezeugen wir ihnen, dass Jesus Christus Vergebung, Erneuerung und wahres Leben schenkt, die auch wir selbst bei ihm suchen. Darum befĂŒrworten wir auch seelsorgerliche Begleitung fĂŒr Menschen mit homosexueller Neigung, und vermitteln denen Beratungsangebote, die dies wĂŒnschen.

6. [Gemeinde] Wir heißen in unseren Gemeinden jeden als Mitglied willkommen, der das Evangelium von Rettung, Umkehr und Lebenserneuerung durch Jesus Christus annimmt und das durch Taufe und seine LebensfĂŒhrung bezeugt. Darum befĂŒrworten wir, dass auch homosexuell empfindende, aber enthaltsam lebende Menschen im Rahmen einer seelsorgerlichen Begleitung getauft werden und nach Maßgabe unserer Gemeinden mitarbeiten können. In der Gemeinde wollen wir als Verheiratete und enthaltsam Lebende einander stĂ€rken, unterstĂŒtzen, fĂŒreinander beten und in unseren SchwĂ€chen tragen. Keiner von uns ist besser als der andere und jeder braucht den anderen! Gleichgeschlechtlichen Sexualverkehr als etwas angeblich Gutes, Verpartnerung oder Segnung homosexueller Beziehungen aber lehnen wir in der Gemeinde ab. Homosexuelles Verhalten steht fĂŒr uns, wie auch viele andere SĂŒnden, im Widerspruch zur Nachfolge von Jesus Christus. Anderslautende Entscheidungen von Gemeinden oder des Bundesrates können wir darum in unseren Gemeinden nicht annehmen.

7. [Gesellschaft] Uns ist bewusst, dass HomosexualitĂ€t gesellschaftlich neu bewertet wird, so dass unsere Haltung missverstanden oder entstellend interpretiert werden kann. Darum achten wir mit Sorgfalt darauf, unsere doppelte Wertbindung verstĂ€ndlich zu machen, die Liebe zu Gott und seinem Wort, ebenso wie die Liebe zu unserem – auch homosexuellen – NĂ€chsten. Und wir erhoffen VerstĂ€ndnis fĂŒr unseren Glauben, der viele Wege der sĂ€kularen Gesellschaft nicht mitgehen kann und den Respekt, den wir selbst anderen LebensentwĂŒrfen entgegen bringen.

„So sieht also der Dienst aus, den Gott uns ĂŒbertragen hat, und deshalb lassen wir uns nicht entmutigen. (
) Wir greifen nicht zu betrĂŒgerischen Mitteln und verfĂ€lschen Gottes Botschaft nicht. Im Gegenteil, weil wir uns Gott gegenĂŒber verantwortlich wissen, machen wir die Wahrheit bekannt, und gerade dadurch empfehlen wir uns dem Gewissen jedes einzelnen Menschen.“ (2. Kor. 4,1-2)

Im Mai 2014

Erstunterzeichner: Christian Pestel (Pastor der EFG Weinheim), Claus-Heinrich Albertsen (Pastor der EFG Hemsbach), Miguel Castro (Pastor der EFG Mannheim, span. Gemeinde), Jörg LĂŒling (Pastor der EFG Lampertheim), Erhard Wank (Pastor iR.)

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Dienstag 29. Juli 2014 um 9:58 und abgelegt unter Ehe u. Familie, Gesellschaft / Politik, Sexualethik.