Gemeindenetzwerk

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Lehrt die Bibel die Geistestaufe als „zweite Erfahrung“?

Freitag 6. Juni 2014 von Johann Hesse


Johann Hesse

Vorwort

In dieser Untersuchung soll die biblische Lehre von der Taufe mit dem heiligen Geist untersucht werden. In der Untersuchung wird das pfingstlich-charismatische[1] Verst├Ąndnis der Geistestaufe als einer zweiten, der Wiedergeburt zeitlich nachgeordneten Erfahrung im Lichte der Bibel betrachtet. Es werden zuerst diejenigen Bibelstellen angef├╝hrt und erl├Ąutert, auf denen die pfingstlich-charismatische Lehre der Geistestaufe beruht. Es soll dabei besonders auf die Ausf├╝hrungen von W. Margies und R. Ulonska eingegangen werden. Es wird gezeigt werden, da├č die umstrittenen Stellen eine solche Lehre nicht begr├╝nden k├Ânnen, weil sie einer gr├Â├čeren Auslegungsbandbreite unterliegen und nicht einseitig im Sinne der pfingstlich-charismatischen Theologie interpretiert werden d├╝rfen. Vor allem aber, weil das biblische Gesamtzeugnis der Interpretation der besagten Stellen im Sinne der Geistestaufe als zweiter Erfahrung g├Ąnzlich widerspricht.

Diese Darstellungsweise wird mit besonderer Ber├╝cksichtigung der Auslegungen von A. Kuen und D. Bruner ausgef├╝hrt werden. Auf diese Diskussion folgt eine genaue Betrachtung der biblischen Verhei├čungen des heiligen Geistes, die erkennen lassen wird, da├č die Geistestaufe stattfindet, wo ein Mensch aus dem Stand der Verlorenheit in den Stand der Gnade und der Kindschaft Gottes gelangt. Die Geistestaufe findet demnach in der Wiedergeburt statt. Diese Ergebnisse werden durch das klare Zeugnis der Briefe des Neuen Testaments untermauert und weiter ausgebaut. In den Schlu├čbemerkungen werden dann allgemeine S├Ątze der biblischen Lehre der Geistestaufe formuliert.

Abgrenzung

In dieser Arbeit kann nicht auf die ganze Bandbreite der verschiedenen Positionen ├╝ber die Lehre von der Geistestaufe eingegangen werden. Diese Arbeit beschr├Ąnkt sich auf die absolute Grundlagendiskussion, die durch die pfingstlich-charismatische Theologie aufgeworfen wird. Es wird auch nicht m├Âglich sein, in die semantische Analyse einzusteigen. Doch kann hier gesagt werden, da├č die Vielfalt der biblischen Ausdr├╝cke eine chronologische Trennung nach semantischer Klassifizierung von Wiedergeburt und Geistestaufe unm├Âglich macht. Au├čerdem wird es nicht m├Âglich sein, auf das Ph├Ąnomen des begleitenden Sprachengebets einzugehen. Es sei nur daraufhingewiesen, da├č die Bibel den Empfang der Geistestaufe nicht an das Sprachengebet koppelt.[2] Au├čerdem wird es in dieser Arbeit nicht m├Âglich sein, auf Erf├╝llungen mit dem Geist nach Apg. 4,31 einzugehen, die unerwartet und ungesucht nach Gottes Gnaden zu verschiedenen Zeiten geschenkt werden. Au├čerdem wird es in dieser Arbeit als selbstverst├Ąndlich vorausgesetzt, da├č der Christ jederzeit nach Eph. 5,18 durch st├Ąndige Erf├╝llung mit dem heiligen Geist sein Leben mit dem auferstandenen Herrn lebt.

Die Problemstellung

Der Begriff ÔÇ×GeistestaufeÔÇť ist in dieser Form nicht in der Bibel zu finden. Es ist aber klar, da├č er von der Ank├╝ndigung des Johannes abgeleitet wird: ÔÇ×Ich taufe euch mit Wasser; es kommt aber einer der ist st├Ąrker als ich……; der wird euch mit dem heiligen Geist und mit Feuer taufen.ÔÇť (Luk. 3,16) Durch die Kirchengeschichte hindurch wird der Begriff Geistestaufe nicht verwendet und taucht erst in der j├╝ngeren Kirchengeschichte in den Heiligungsbewegungen des 18. und 19. Jahrhundert auf[3]. Erst in der Pfingstbewegung des 20. Jahrhundert entsteht eine systematische Theologie der Geistestaufe als zweite Erfahrung oder zweite Segnung nach Taufe und Wiedergeburt.[4]

In dieser Arbeit werden zwei grundverschiedene Ansichten ├╝ber das biblische Geschehen der Taufe mit dem heiligen Geist gegen├╝bergestellt. Auf der einen Seite steht die pfingstliche und teilweise charismatische Betrachtungsweise. Sie lehrt, da├č die Taufe mit dem heiligen Geist die Bekehrung voraussetzt. Erst kommt das Heil und dann erst die Taufe mit dem heiligen Geist.[5] So vertritt W. Margies die Ansicht, da├č ÔÇ×die Erf├╝llung mit Gottes Geist in einer bestimmten Zeitfolge zur Wiedergeburt erfolgen mu├č, n├Ąmlich so, da├č sie sich immer zeitlich nachgeordnet ereignet.ÔÇť[6] Der Pr├Ąses des Bundes freikirchlicher Pfingstgemeinden Reinhold Ulonska schreibt: ÔÇ×Die Geistestaufe ist nicht die Gabe der Gotteskindschaft, sondern eine Gabe an Gotteskinder.ÔÇť[7] F├╝r ihn kann die Geistestaufe von der Heilserfahrung unterschieden werden[8] und ist inhaltlich eine Ausr├╝stung zum Dienst.[9] D. Bruner[10] zitiert die Beschreibung von McGee:

ÔÇ×The New Testament appears to indicate as an unmistakeable historical fact that after the first entry of the spirit in regeneration there can be and should be also a special personal reception by believers of the Holy Spirit in his original and unique person. This experience is called the baptism in the Holy Spirit and its purpose is not to impart life, but to impart power. Its characteristic accompaniments are not fruits, but gifts.ÔÇť

Somit ist klar, da├č der Begriff Geistestaufe eine zweite Erfahrung nach der Wiedergeburt darstellen soll. Dieser Geistestaufe geht es nicht um Reinwaschung von S├╝nden und Erkenntnis Christi als Heiland und Herr, sondern sie setzt jenes voraus, um dann dem Christen in zeitlicher Nachordnung die ganze F├╝lle und Kraft[11] zum Dienst im Reich Gottes zu schenken.

Auf der anderen Seite wird die Geistestaufe v├Âllig anders verstanden und gelehrt. Die Geistestaufe beinhaltet nach dieser Auffassung, sowohl die Heilszueignung in der Wiedergeburt, als auch die Ausr├╝stung f├╝r den Dienst im Reich Gottes. Diese Auffassung weist daraufhin, da├č es in der ganzen heiligen Schrift nirgendwo eine Lehre der zweiten Erfahrung oder eine Aufforderung zum Erlangen einer solchen ÔÇ×zweiten SegnungÔÇť gibt. Alfred Kuen schreibt: ÔÇ×Die Geistestaufe ist das vollst├Ąndige Geschehen, das den Tod des alten Menschen mit Christus wie auch die Auferweckung des neuen Menschen mit ihm einschlie├čt.ÔÇť[12]

Das Ergebnis dieser Arbeit wird zeigen, da├č der letztgenannte Standpunkt der biblischen Lehre von der Taufe mit dem heiligen Geist entspricht. Die zuerst beschriebene Position ist im Lichte des biblischen Gesamtzeugnis nicht haltbar und mu├č von den Gemeinden als falsche Lehre erkannt werden. Die Spaltungen, die diese Lehre in der Christenheit hervorgerufen hat, sind un├╝bersehbar. Die Vertreter der pfingstlich-charismatischen Theologie der Geistestaufe vernachl├Ąssigen ihren Auftrag, die Gemeinden im Glauben an Christus zu st├Ąrken und sie versuchen vermeintliche oder tats├Ąchliche geistliche Defizite zu beheben, indem sie scheinbar geistliche Segnungen versprechen, die von den Verhei├čungen und den Lehren der Bibel abweichen. Dadurch lenken sie die Aufmerksamkeit des Christen ungewollt von der Erkenntnis Christi, dem Zentrum der Taufe mit dem Heiligen Geist, ab. Das Kreuz Christi wird dem Zentrum der Geistestaufe entnommen und durch Versprechungen von mehr Vollmacht, gesegneterem Dienst, mehr Frucht und Gehorsam und dem Empfang der F├╝lle der Geistesgaben ersetzt. Dabei wird verkannt, da├č all dies in Christus bereits vorhanden ist und dem Christen diese Segnungen im Glauben zuteil werden. Christus ist der Inhalt der Geistestaufe. Wo Christus in der Wiedergeburt empfangen wird, da wird auch die Geistestaufe geschenkt und im Glauben dankbar angenommen.

1.┬á Die Grundlagen der Lehre ├╝ber die Geistestaufe als ÔÇ×zweite ErfahrungÔÇť

1.1  Die Bekehrung der Jünger Jesu

Die Pfingstbewegung nimmt an, da├č die J├╝nger beim Empfang des Heiligen Geistes zu Pfingsten bereits gl├Ąubige Christen waren. Sie beruft sich dabei auf verschiedene Stellen, wie z.B. Joh. 15,3; 17,14; Luk. 10,20.[13] Insbesondere verweist man aber auf Joh. 20, 22[14]. Nach der Auferstehung bl├Ąst Jesus die versammelten J├╝nger an und sagt: ÔÇ×Nehmt hin den heiligen Geist.ÔÇť Nun nimmt man an, dies w├Ąre der eindeutige Beweis f├╝r die Wiedergeburt der J├╝nger. Aus dieser Annahme folgt dann der Schlu├č, da├č die J├╝nger zu Pfingsten die Geistestaufe als zweite Erfahrung erlebten.

Luk. 22,32 macht es deutlich, da├č f├╝r Jesus die Bekehrung Petri ein zuk├╝nftiges Ereignis sein w├╝rde. In Apg. 11,15 vergleicht Petrus die Geistestaufe des Kornelius mit seiner eigenen Geistestaufe. Bei der Geistestaufe des Kornelius sehen wir in klarer und eindeutiger Weise, wie Geistestaufe und Bekehrung zum rettenden Glauben ein einziges Geschehen darstellen. Petrus zieht nun die Parallele zu seiner eigenen Erfahrung: ÔÇ×Wenn nun Gott ihnen die gleiche Gabe gegeben hat wie auch uns, die wir zum Glauben gekommen sind an den Herrn Jesus Christus: Wer war ich, da├č ich Gott wehren konnte.ÔÇť Der Kontext verschmelzt Pfingsten, Geistestaufe und gl├Ąubig werden durch die Analogie zu Kornelius in eine Einheit. Auch die ├ťbersetzung des Partizips macht eine Gleichsetzung von Geistesempfang und gl├Ąubig werden des Petrus zu Pfingsten m├Âglich.[15] Nach der Beschreibung des Petrus kann also die von Jesus angek├╝ndigte Bekehrung sehr wohl an Pfingsten stattgefunden haben.

Unterst├╝tzung erh├Ąlt diese Auslegung dadurch, da├č Jesus selber das Kommen des Geistes untrennbar an seinen Weggang von der Erde verbunden hat:[16] ÔÇ×Denn wenn ich nicht weggehe, kommt der Beistand nicht zu euch.ÔÇť (Joh. 16,7)[17] Das Anblasen ist also nach Joh. 16,7 nicht der Empfang des Geistes im Sinne von Wiedergeburt und Bekehrung. Anhand des Beispiels der Bitte Jesu um Verherrlichung in Johannes 17,5 weist Carson daraufhin,[18] da├č Jesus im Imperativ ein Geschehen beschreibt, welches aber keineswegs sofort geschieht. Auch wenn es als ein pr├Ąsentisches Ereignis ausgedr├╝ckt ist, wird es erst in der Zukunft geschehen. Carson weist auch auf das Verhalten der J├╝nger nach diesem Ereignis hin: Keineswegs zeigen sie die Fr├╝chte des Geistes und den Bekennermut, den wir von den Christen nach Pfingsten kennen; wie vor dem Ereignis des ÔÇ×AnblasensÔÇť treffen sich die J├╝nger immer noch hinter geschlossenen T├╝ren, wahrscheinlich aus Angst vor den Juden wie es Vers 19 berichtet. Thomas wird gl├Ąubig, ohne da├č er den verhei├čenen Geist durch Anblasen empf├Ąngt.[19] Wiederum kann man aber auch hier nicht von Bekehrung oder Wiedergeburt sprechen, da der Geist nach Joh. 16,7 und Apg. 2,33 noch im Zeichen der Verhei├čung steht, und wir dieses gl├Ąubig werden bereits aus Joh. 2,11 u.a. kennen. Carson zeigt auch auf, da├č die J├╝nger wieder zu ihrem erlernten Beruf zur├╝ckkehren.[20] Der Heilige Geist sollte sie aber an alles erinnern (Joh. 14,26), was Jesus sie gelehrt hatte. Petrus erinnerte sich offensichtlich nicht, da├č er zu einem Menschenfischer werden sollte (Mt. 4,19). Erst an Pfingsten sehen wir, was der verhei├čene Geist in den J├╝ngern bewirken w├╝rde. Erst hier sehen wir vollm├Ąchtiges Leben aus Gott und Eifer f├╝r die Sache des Herrn.

Wie kann das Anblasen dann verstanden werden? Blocher schreibt: ÔÇ×Jesus vollzieht hier eine prophetische Geste, die die Verhei├čung best├Ątigt, ohne sie noch zu erf├╝llen.ÔÇť[21] So wie Jesus seinen eigenen Opfertod im Pr├Ąsens prophetisch beschreibt: ÔÇ×Das ist mein Leib der f├╝r euch gegeben ist….dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das f├╝r euch vergossen istÔÇť (Luk. 22,19-20), kann auch das Partizip Aorist[22] von Joh. 20,22 im Pr├Ąsens ├╝bersetzt werden und dennoch prophetisch verstanden werden.[23]

Wenn wir also nach der Bekehrung der J├╝nger fragen, dann verweisen uns mehrere Indizien auf das Pfingstgeschehen. Das Anblasen Jesu mu├č anhand des Gesamtzeugnis (Luk. 22,19-20; Joh. 16,7; Apg. 2,33) als prophetische Geste aufgefa├čt werden.

1.2  Die Bekehrung der Samaritaner

Der Bericht aus Apg. 8 ist die andere Hauptst├╝tze der Pfingstlichen Lehre ├╝ber die Geistestaufe. Margies schreibt zum Beispiel:

ÔÇ×Es gibt im gesamten Neuen Testament kaum eine genauere Beschreibung davon, wie sich die Wiedergeburt an den H├Ârern des Wortes vollzieht….,aber auch keine deutlichere Erw├Ąhnung des geistlichen Mangels, wenn Geisteserf├╝llung und Geistestaufe noch ausstehen. So beantwortet dieses Kapitel nicht nur die Frage nach dem Verh├Ąltnis von Wiedergeburt und Geistesempfang, es hebt auch gleichzeitig hervor, wie wichtig diese zweite Erfahrung ist.ÔÇť[24]

Tats├Ąchlich haben wir es in dieser Perikope mit einer au├čergew├Âhnlichen Situation zu tun. In Apg. 8 haben wir den einzigen biblischen Bericht in dem Geistestaufe und das gl├Ąubig werden auseinanderfallen.[25] Wohlgemerkt: In allen anderen F├Ąllen haben wir es mit einem einzigen Geschehen zu tun.[26] M. Green[27] folgert, da├č da wo Apostelgeschichte 8 zum Schl├╝ssel f├╝r das Verh├Ąltnis von Wiedergeburt und Geistestaufe wird, alle anderen Stellen nicht mehr schl├╝ssig erkl├Ąrt werden k├Ânnen. An diesem Punkt mu├č auch ein wichtiges hermeneutisches Prinzip genannt werden welches besagt, da├č unklare Stellen der Bibel im Lichte der klaren Stellen erkl├Ąrt werden m├╝ssen. Bez├╝glich des Verh├Ąltnisses von Wiedergeburt und Geistestaufe k├Ânnen wir nicht die eine Abweichung in Apg. 8 zum Erkl├Ąrungsschl├╝ssel f├╝r alle anderen Stellen machen. Aus diesem Grunde werden wir im folgenden versuchen, eine Erkl├Ąrung f├╝r die Geschehnisse in Samarien zu finden.

Zuallererst mu├č gefragt werden, was mit dem gl├Ąubig werden gemeint ist? So wissen wir aus der Zeit Jesu auf Erden, da├č man sehr wohl an ihn gl├Ąubig werden konnte, ohne schon mit dem Geist getauft und wiedergeboren zu sein.[28] W. de Boor und J. Dunn meinen, da├č das ÔÇ×an Philippus glaubenÔÇť ein Hinweis auf die mangelnde Bu├čbereitschaft der Samaritaner ist.[29] Interessant ist aber vor allem, da├č auch Simon zum Glauben kommt und sich taufen l├Ą├čt (V13). Sp├Ąter wird aber klar, da├č er keineswegs Bu├če getan hatte (V21-22). Er war zwar zum Glauben gekommen und getauft worden, hatte aber noch nicht Bu├če getan, war also auch noch nicht wiedergeboren. Lukas, wenn er in Apg. 8 von ÔÇ×gl├Ąubig werdenÔÇť spricht, beschreibt also keineswegs zwingend den Eingang in das Reich Gottes durch die Wiedergeburt.

Der Bericht verlangt es nicht, die Wiedergeburt auf die Zeit vor den Empfang des heiligen Geistes zu legen. Die besondere Behandlung des Simon zeigt auch, da├č eine Wiedergeburt eben gerade nicht m├Âglich ist, wo der heilige Geist nicht empfangen wurde. Es entsteht keine Frucht der Bu├če, trotz des Begriffes ÔÇ×gl├Ąubig werdenÔÇť und vollzogener Taufe.

Sollte aber dennoch an einer Trennung von Wiedergeburt und Geistestaufe aufgrund dieses einen Berichtes festgehalten werden, m├Âchte ich auf die Beobachtungen von F.D. Bruner aufmerksam machen:

ÔÇ×It should be noticed first that the remedy for the absence of the holy Spirit was not sought or found, according to this text in any disposition or action of the Samaritans. The Samaritans are asked no questions and they are placed under no commands. The problem lies not with the Samaritans. The discovery of insufficient commitment on the part of any parties or a finding of the imperfect fulfilling of any conditions must be imported into the text, they cannot be exported from it.ÔÇť[30]

Hier werden keine gl├Ąubigen Christen aufgefordert, um die zweite Erfahrung der Geistestaufe zu bitten. Hier wird nirgendwo gelehrt, da├č wiedergeborene Christen sich nun nach etwas ausstrecken sollen. Hier handelt allein Gott, indem er ganz bewu├čt, zielgerichtet und im gro├čen Unterschied zu allen anderen Bekehrungen in der Apostelgeschichte das Fallen seines Geistes verz├Âgert. Es sollte bedacht werden, da├č dieses wahrscheinlich aus heilsgeschichtlichen Gr├╝nden geschah. So argumentiert B. Kaiser,[31] da├č mit dem Senden der Apostel aus Jerusalem die Apostolizit├Ąt der samaritanischen Gemeinde gesichert werden sollte. Das Geschehen sollte als eine einmalige und spezifisch-offenbarungsgeschichtliche Situation interpretiert werden. Durch die apostolische Handauflegung und den Empfang des Geistes wurde die samaritanische Gemeinde sachlich und rechtlich an die Jerusalemer Urgemeinde und den Leib Christi angebunden. Kuen stellt die besondere Beziehung von Samaritanern und Juden in den Vordergrund seiner Argumentation. Nach Mt. 15,24 war Jesus nur zu den verlorenen Schafen Israels gesandt worden. Jetzt passierte das Unerh├Ârte, da├č auch das verha├čte Mischvolk der Samaritaner in den Leib Christi eingef├╝gt werden sollte. Es ist gut m├Âglich, da├č die in der Apostelgeschichte einmalige Verz├Âgerung des Geistesempfanges besonders herausgestellt wird, um sowohl den Zeugen von Jesu Tod und Auferstehung, als auch den Samaritanern die Eingliederung von Juden und Samaritanern in den einen Leib Christi deutlich zu machen.[32] Das gleiche Argument wird auch von Bruner vertreten:

ÔÇ×The drama of the Samaritan affair included among its purposes the vivid and visual dismantling of the wall of enmity between Jew and Samaritan and the preservation of the precious unity of the church of God through the unique divine ÔÇ×interceptionÔÇť and then prompt presentation of the Spirit in the presence of the apostles.ÔÇť[33]

Bruner macht au├čerdem deutlich, da├č in der gesamten Apostelgeschichte die Einheit von Taufe und Geistestaufe gelehrt und praktiziert wird.[34] Er sieht in dieser Ausnahme die Best├Ątigung der Regel. Lukas dr├╝ckt durch das ÔÇ×nur getauftÔÇť und ÔÇ×den noch nicht gefallenen GeistÔÇť aus, da├č hier ein au├čerordentliches Geschehen stattfand. Was normalerweise zusammengeh├Ârt – Taufe und Geistestaufe – tritt hier mit kurzer Verz├Âgerung voneinander getrennt auf und wird umgehend durch das au├čergew├Âhnliche Senden der Apostel wieder verkn├╝pft. Gerade aber weil Samaria eine Ausnahme darstellt, kann die Theologie der Pfingstbewegung die Regel der Einheit von Glaube, Taufe und Geistestaufe in der Apostelgeschichte nicht au├čer Kraft setzen.

1.3  Die Ephesusjünger

ÔÇ×Paulus kam nach Ephesus, findet dort einen Kreis von J├╝ngern und fragt: ÔÇ×Habt ihr den heiligen Geist empfangen, als ihr gl├Ąubig wurdet?ÔÇť Diese Frage ist f├╝r manch einen Christen von heute nicht zu verstehen.ÔÇť[35] Mit dieser Beschreibung begr├╝ndet Ulonska die Notwendigkeit einer zweiten Erfahrung durch die Taufe mit dem heiligen Geist. Nicht erw├Ąhnt werden die genaueren Einzelheiten dieser Begebenheit in Apg. 19. Lukas macht es unmi├čverst├Ąndlich klar, da├č die Ephesusj├╝nger noch nicht durch die Bu├čpredigt im Sinne von Apg. 2,38-40 gerettet waren. Sie sind gl├Ąubig im Sinne der Johannestaufe. Es ist m├Âglich, da├č sie diese nicht recht verstanden hatten.[36] Immerhin hatte Johannes erkl├Ąrt, da├č derjenige, der nach ihm kommen w├╝rde, mit Geist taufen werde. Dennoch haben diese J├╝nger noch nicht von diesem Geist geh├Ârt. Oder aber sie wissen, da├č der Geist kommen soll, haben aber noch nicht von der Erf├╝llung der Verhei├čung geh├Ârt. Die Erf├╝llung ist aber mit dem stellvertretenden Tod Christi, Auferstehung, Himmelfahrt und Pfingsten verbunden. Wo aber das Wissen dieser Zusammenh├Ąnge fehlt, ist auch der Glaube kein rettender Glaube. Deshalb ist es logisch, da├č Paulus den J├╝ngern die Johannestaufe noch genauer auslegt und lehrt, da├č die T├Ąuflinge an Jesus glauben sollten. Der verhei├čene Geist wird wie ├╝berall in der Bibel in Verbindung mit der Lehre ├╝ber Jesus Christus gegeben und empfangen. Der Mangel an heiligem Geist wird durch weitere Lehre ├╝ber das Werk Christi behoben. So schreibt Bruner,[37] da├č der Heilige Geist niemals getrennt von Jesus empfangen wird.

ÔÇ×For it is the SpiritÔÇÖs ministry that the gospel be the gospel of Jesus Christ and not the gospel of the Holy Spirit and that the Spirit be received not because he is specifically sought but because Jesus Christ is proclaimed. ÔÇ×The missing Holy SpiritÔÇť is supplied not through new information about the Holy Spirit, but through the ÔÇ×missing LordÔÇť.ÔÇť

Weil die Ephesusj├╝nger in einer speziellen heilsgeschichtlichen Schnittstelle stehen und von Paulus als Gl├Ąubige im Sinne der Johannestaufe angesehen werden, sind sie kein Beispiel f├╝r Christen, die nach der Wiedergeburt die Taufe mit dem Heiligen Geist empfingen.

1.4  Die Bekehrung des Saulus

Die Bekehrung des Saulus ist f├╝r viele Pfingstler ein Beweis f├╝r die Richtigkeit ihrer Lehre.[38] Drei Tage nach seiner Bekehrung vor Damaskus empf├Ąngt Paulus den heiligen Geist in Damaskus. Als Beweis f├╝r seine Bekehrung wird angef├╝hrt, da├č er den Anweisungen Jesu gehorchte,[39] da├č er Jesus seinen Herrn nannte,[40] und da├č Hananias Paulus ÔÇ×BruderÔÇť nennt.[41] Das letztere ist nat├╝rlich kein Argument, da Juden sich nat├╝rlich untereinander als Br├╝der betitelten. Auch im NT kann ÔÇ×BruderÔÇť, sowohl den j├╝dischen, als auch den christlichen Bruder bezeichnen.[42] Au├čerdem ist Gehorsam und die Benutzung des Titels ÔÇ×HerrÔÇť kein Argument, wenn man bedenkt, da├č sogar D├Ąmonen Jesus mit ÔÇ×Sohn GottesÔÇť anredeten und ihm gehorsam waren.[43]

Wann fand die Wiedergeburt des Paulus statt? Dazu finden wir einen genauen Bericht in Apg. 22,16. Hananias sagt zu Paulus: ÔÇ×Und nun, was z├Âgerst du? Steh auf und rufe seinen Namen an und la├č dich taufen und deine S├╝nden abwaschen.ÔÇť So gibt uns der mehrfache Bericht der Bekehrung des Paulus die gew├╝nschte Information: Die Wiedergeburt mit Taufe, Abwaschung der S├╝nden, Anrufung des Herrn und dem Empfang des Geistes fallen auf ein und dasselbe Geschehen in Damaskus. Und zwar drei Tage nach dem Zerbruch des Paulus vor Damaskus in der Begegnung mit dem auferstandenen Herrn. Somit kann die Bekehrung des Paulus nicht als St├╝tze f├╝r eine Theologie der zweiten Erfahrung herangezogen werden.

2.  Eine Theologie der Geistestaufe

2.1┬á Die Geistestaufe als Verhei├čung des alten Bundes

Im Alten Testament finden wir den Schl├╝ssel zum Verst├Ąndnis der Ank├╝ndigung des Johannes: ÔÇ×der wird euch mit dem heiligen Geist taufen.ÔÇť Die Geistestaufe darf auf keinen Fall losgel├Âst von den Verhei├čungen des Alten Testaments interpretiert werden. Israel sollte seinem heiligen Gott ein heiliges Volk sein (3. Mose 11,44). Das AT beschreibt ein Volk, das dieser geforderten Gerechtigkeit und Heiligkeit nicht entsprach. Das AT versprach aber auch einen neuen Bund (Jer. 31,31-33; Hes. 37,26; 34,25), den Messias, sowie die Ausgie├čung des Geistes Gottes ├╝ber sein Volk. In Hesekiel 36,26 lesen wir:

ÔÇ×Und ich will euch ein neues Herz und einen neuen Geist geben und will das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes geben. Ich will meinen Geist in euch geben und will solche Leute aus euch machen, die in meinen Geboten wandeln.ÔÇť

Dieser Geist sollte Israel von all seiner Unreinheit erl├Âsen (Hes. 36,29), er sollte reinigendes Wasser sein (Hes. 36,25), die Folge seiner Ausgie├čung aus der H├Âhe w├╝rden Recht und Gerechtigkeit bedeuten (Jes. 32,15-16), und bei seiner Ausgie├čung sollte geschehen: ÔÇ×Wer des Herrn Namen anrufen wird, der soll errettet werden.ÔÇť (Joel 3,1-5)[44] Im Lichte dieser Verhei├čungen kann man die eigentliche und biblische Bedeutung der Taufe mit dem heiligen Geist erkennen. Durch die Taufe mit dem heiligen Geist werden wir in Gottes heiliges, gereinigtes, gerechtes und von neuem geborenes Volk aufgenommen. Wer dagegen die Geistestaufe auf das Erhalten einer volleren und vollkommenen Dienstausr├╝stung reduzieren m├Âchte, widerspricht damit grundlegend den Verhei├čungen unseres Gottes im Alten Testament und hat den eigentlichen Inhalt der Geistestaufe nicht erkannt.

2.2┬á Die Verhei├čung des Geistes und sein Werk bei Johannes

Das Wesen der Taufe mit dem heiligen Geist kann aus den Verhei├čungen aus dem Alten und Neuen Testament erkannt werden. Das Johannesevangelium ist das Evangelium in dem uns das Werk des Geistes besonders ausf├╝hrlich beschrieben wird. Im 14. Kapitel erfahren wir, da├č Jesus uns den heiligen Geist verhei├čt, genau wie es Johannes der T├Ąufer vorhergesagt hat. Dieser Geist ist nun ein facettenreicher Geist. Sein Empfang kann keineswegs auf eine Kraft und Dienstaur├╝stung reduziert werden. Er ist uns ein Tr├Âster oder Beistand (Joh. 14,16). Er ist der Geist der Wahrheit (Joh. 14,17). Er ist also der, der uns die Wahrheit ├╝ber unsere Verlorenheit und das rettende Opfer des Gottessohnes am Kreuz aufdeckt Er wird die J├╝nger alles lehren und sie an alles erinnern (Joh. 14,26). Johannes trennt in seinem Evangelium die Wiedergeburt nicht von der Taufe mit dem heiligen Geist. Am Anfang des Evangeliums steht die Verhei├čung dessen, der mit dem Geist tauft (Joh. 1,33). In den nachfolgenden Kapiteln wird uns Jesus das Werk des Geistes genauer erkl├Ąren und damit die Verhei├čung des T├Ąufers mit Inhalt f├╝llen. Er k├╝ndigt an, da├č wir genau durch diesen Geist wiedergeboren werden m├╝ssen (Joh. 3,5). Dieser Geist bewirkt das Werk der Wiedergeburt, indem er den Menschen die S├╝nde des Unglaubens an den Christus aufdeckt; er zeigt ihm die Gerechtigkeit des Wegganges Christi zum Vater, und er ├Âffnet uns die Augen f├╝r die Verurteilung des Satans (Joh. 16,8-11). Sehr wichtig ist auch, da├č dieser Geist kein anderes Ziel hat, als allein Jesus Christus zu verherrlichen. Wer mit dem heiligen Geist getauft ist, wird die Verherrlichung Jesu Christi als sein oberstes Lebensziel geschenkt und aufgetragen bekommen. Wer ernsthaft nach dem genauen Inhalt der durch Johannes den T├Ąufer angek├╝ndigten Taufe mit dem heiligen Geist sucht, wird in der pfingstlich-charismatischen Literatur andere Erkl├Ąrungen finden als die, die Jesus uns im Evangelium des Johannes gibt. Jesu Erkl├Ąrungen ├╝ber das Wesen und Wirken des heiligen Geistes f├╝llen den Begriff Geistestaufe eindeutig und unmi├čverst├Ąndlich aus. Aus Jesu Erkl├Ąrungen geht eines nicht hervor: Da├č Wiedergeburt und Geistestaufe zwei verschiedene Vorg├Ąnge oder Erfahrungen sind. Er macht im Gegenteil klar, da├č die Wiedergeburt durch den heiligen Geist geschieht, und da├č dieser Vorgang durch die Verhei├čungen des Alten und des Neuen Testaments abgedeckt ist. Diese verhei├čen uns einen Geist aus der H├Âhe, der zur Errettung ├╝ber uns ausgegossen wird. Geistestaufe und Wiedergeburt beschreiben also beide verschiedene Aspekte des verhei├čenen Werk der Erl├Âsung.

2.3  Die heilsgeschichtliche Positionierung der Ankündigung der Geistestaufe

Die Ank├╝ndigung der Geistestaufe steht in der wichtigen Periode des ├ťbergangs vom alten zum neuen Bund. Johannes der T├Ąufer hat eine Schl├╝sselfunktion als Stimme in der W├╝ste und als der, der den Weg des Herrn ebnet. In diesem Kontext mu├č die Ank├╝ndigung der Geistestaufe interpretiert und verstanden werden. Johannes k├╝ndigt das Werk des Messias an und ebnet so den Weg des Herrn. Seine Ank├╝ndigung bringt zwei Linien des Gesetzes und der Propheten zusammen, die vorher Parallel nebeneinander standen. Im Alten Testament werden der Messias und der heilige Geist getrennt voneinander verhei├čen. Man kann nicht eindeutig erschlie├čen, da├č der Messias auch die Ausgie├čung des Geistes bewirken w├╝rde. Es war allein klar, da├č der Messias selber mit dem Geist gesalbt sein w├╝rde (Jesaja 42,1). Dennoch zeigen die AT-Verhei├čungen der Geistausgie├čung, die wir in 2.1 untersuchten, da├č sie sich nicht unmittelbar an die Person des Messias banden. Genau dies tut aber Johannes, der dem Volk Israel klar und deutlich vor Augen stellt, da├č in der Person Jesu Christi die beiden verhei├čenen Linien des Alten Testamentes zur Vollendung kommen. Mit dem Begriff der Geistestaufe bindet er die verhei├čene, heilende und rettende Ausgie├čung des Geistes Gottes an die Person und das Werk Jesu Christi.

So ist auch darauf zu achten, da├č wir den Begriff ÔÇ×taufenÔÇť, nicht von den spektakul├Ąren Erfahrungsberichten der Pfingstbewegung, sondern von Johannes dem T├Ąufer her interpretieren. Was genau bedeutet denn der Vorgang des Taufens bei Johannes dem T├Ąufer? In Apg. 19,4 erl├Ąutert Paulus: ÔÇ×Johannes hat getauft mit der Taufe der Bu├če.ÔÇť Predigt und Taufe des Johannes beinhalteten den Ruf: ÔÇ×Tut Bu├če, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen.ÔÇť(Mt. 3,2) Wenn also Johannes sagt: ÔÇ×Ich taufe euch mit Wasser zur Bu├če; der aber nach mir kommt; der wird euch mit dem heiligen Geist und Feuer (zur Bu├če!)[45] taufenÔÇť, dann sagt er damit, da├č der Inhalt der Taufe auch bei Jesus die Umkehr sein wird. Wo Johannes mit Wasser zur Umkehr tauft, da tauft Jesus mit dem heiligen Geist zur Umkehr. Es kann daraus geschlossen werden, da├č Geistestaufe und Umkehr verschiedene Seiten der einen Errettung des Menschen in der Annahme des gekreuzigten Herrn bezeichnen.

2.4  Wie empfange ich die Taufe im heiligen Geist?

Auf diese wichtige Frage gibt die Bibel eine klare und eindeutige Antwort. So lesen wir bereits in der Verhei├čung des Geistes bei Johannes, da├č der Geist durch den Glauben empfangen wird: ÔÇ×Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt, von dessen Leib werden Str├Âme lebendigen Wasser flie├čen.ÔÇť Die NIV ├╝bersetzt: ÔÇ×Whoever believes in me,ÔÇť womit betont wird, da├č tats├Ąchlich alle die glauben diesen heiligen Geist empfangen und zwar aus Glauben zum Glauben. Es ist sch├Ân zu sehen, da├č der Herr keine, absolut gar keine andere Bedingung f├╝r den Empfang des Geistes stellt. Ganz wie Luther sagt: ÔÇ×Glaubst du, so hast du.ÔÇť In der Pfingstpredigt des Petrus begegnet uns eine klare Vorgabe zum Empfang des Geistes: ÔÇ×Kehrt um, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung euer S├╝nden, so werdet[46] ihr empfangen die Gabe des heiligen Geistes.ÔÇť Die Sprache des Apostel ist deutlich: Ohne Umkehr zu Christus kein Heil, ohne Umkehr zu Christus keine Taufe mit dem Geist. Der Apostel spricht ├╝ber den Empfang des Geistes ganz klar und eindeutig im Kontext der Errettung. Das Versprechen des Geistes ist eingerahmt von Hinweisen auf die Errettung (2,38; 2,40). Gott kennt keine anderen Bedingungen f├╝r die Geistestaufe: Die Verhei├čung gilt allen, die Gott ruft, (2,39) und die Verhei├čung erf├╝llt sich durch Vollzug von Umkehr und Taufe.

Diese Theologie des Geistempfanges wird uns denn auch in den Briefen des NT begegnen. So lesen wir bei Paulus in Galater 3,2[47]: ÔÇ×Das allein will ich von euch erfahren: Habt ihr den Geist empfangen durch des Gesetzes Werke oder durch die Predigt vom Glauben?ÔÇť Paulus legt hiermit fest: Der Christ empf├Ąngt den Geist und damit auch die Taufe mit dem Geist genau da, wo die Predigt vom Glauben Wiedergeburt und Glauben bewirkt. Dieselbe Botschaft begegnet uns auch im Brief an die Epheser (Epheser 1,13):

ÔÇ×Denn in ihm seid auch ihr, die ihr das Wort der Wahrheit geh├Ârt habt, n├Ąmlich das Evangelium von eurer Seligkeit-in ihm seid auch ihr, als ihr gl├Ąubig wurdet, versiegelt worden mit dem heiligen Geist, der verhei├čen ist, welcher ist das Unterpfand unseres Erbes, da├č wir sein Eigentum w├╝rden zum Lob seiner Herrlichkeit.ÔÇť

Paulus macht hier sehr deutlich, da├č der Empfang des Geistes keine zweite Erfahrung darstellt, sondern ein einmaliges Ereignis ist. In Christus sein, gl├Ąubig sein, das Wort der Wahrheit h├Âren und versiegelt werden mit dem Heiligen Geist sind ein und dasselbe. Zeitliche Abfolgen, die Margies[48] und andere, wie oben beschrieben, f├╝r notwendig erkl├Ąren, kennt ein Apostel Paulus nicht. Wo Vertreter der pfingstlich-charismatischen Lehre einen geistlichen Mangel predigen,[49] da predigt ein Apostel Paulus die vollkommene und ewige Versiegelung. Auch der 1. Brief an die Thessalonicher bezeugt, da├č das Evangelium im Geiste Gottes zu uns kommt (1,5). Wer also h├Ârt und glaubt, der empf├Ąngt den Heiligen Geist. Im Titusbrief macht Paulus deutlich, da├č der Heilige Geist tats├Ąchlich in der Wiedergeburt empfangen wird[50](3,5). Paulus beschreibt wie die Rettung aus dem verdorbenen Leben ohne Gott stattfindet: ÔÇ×Er machte uns selig…..durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung im heiligen Geist, den er ├╝ber uns reichlich ausgegossen hat durch Jesus Christus unseren Heiland.ÔÇť Wiedergeburt und die Ausgie├čung des Geistes ├╝ber den verlorenen Menschen sind verschiedene Aspekte des einen Geschehen der Errettung. Rettung findet dort statt, wo der heilige Geist die Wiedergeburt bewirkt, und der Geist ├╝ber den Gl├Ąubigen ausgegossen wird. Nach der pfingstlich-charismatischen Darstellung wird der Geist aber eben nicht zur Errettung ├╝ber Verlorene ausgegossen, sondern wird auf bereits Errettete nach einer gewissen Zeit ausgegossen, damit sie kraftvoller und vollm├Ąchtiger als Christen leben k├Ânnen.[51] Dieser Meinung widerspricht die Bibel, die Wiedergeburt, Erneuerung und Ausgie├čung jeweils an das Werk der Errettung aus der Verlorenheit bindet. Das kraftvolle und vollm├Ąchtige Leben nach biblischer Lehre sind Fr├╝chte des Geistes und des Glaubens.

2.5  Die vollkommene Erfüllung mit dem heiligen Geist

Die Versprechungen, die von Vertretern der pfingstlich-charismatischen Theologie an die Geistestaufe gebunden werden, haben oftmals zum Inhalt, da├č die volle Durchdringung mit dem heiligen Geist in der Wiedergeburt noch nicht gegeben ist.[52] Der Christ ist nur durch den Geist erneuert worden[53] und mu├č jetzt noch die Taufe mit dem Geist erleben, um die ganze F├╝lle des Geistes zu bekommen und wirklich voll und ganz von ihm durchdrungen zu werden. Paulus widerspricht solchen Versprechungen und zeigt, da├č alle durch den einmaligen Empfang des Geistes bereits v├Âllig durchtr├Ąnkt sind: ÔÇ×Denn wir sind durch einen Geist alle zu einem Leib getauft,…… und sind alle mit einem Geist getr├Ąnkt.ÔÇť (1. Kor. 12,13) Zum Leib Christi geh├Âren wir, wenn wir den Geist Christi bekommen haben (R├Â. 8,9). Der Korintherbrief erg├Ąnzt diesen Zustand mit der Aussage, da├č ÔÇ×alleÔÇť durch einen Geist in Christus hineingetauft wurden. Und diese Taufe[54] war keineswegs eine halbe Sache, sondern eine v├Âllige und vollkommene Durchtr├Ąnkung und Durchdringung des Christen durch den Geist Gottes. Am Beginn des Korintherbriefes dankt Paulus Gott f├╝r die ganze F├╝lle der Gaben der Korinther (1. Kor. 1,6-7). Er macht diese Gabenf├╝lle ausdr├╝cklich abh├Ąngig vom Zeugnis Christi, das in den Korinthern stark geworden ist. Paulus lehrt nicht, da├č die F├╝lle der Gaben in einer der Wiedergeburt zeitlich nachgeordneten Erfahrung zu erwarten w├Ąre, sondern er beschreibt die Gabenf├╝lle als eine nat├╝rliche Konsequenz des festen Glaubens an Christus.

Ein weiteres starkes Argument f├╝r die einmalige und vollst├Ąndige Erf├╝llung mit dem Heiligen Geist ist die Personalit├Ąt des heiligen Geist.[55] Der Heilige Geist ist keine undefinierbare Wunderkraft, sondern er ist die dritte Person des allm├Ąchtigen Gottes. Der Christ wurde auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes getauft (Mt. 28,19). Allein in dieser Taufformel kommt die Einheit von Bekehrung zu Christus und vollem Empfang des Geistes in der Geistestaufe zum Ausdruck.[56] Wer nach der Lehre Jesu getauft ist, darf den Worten des Herrn volles Vertrauen schenken und glauben, da├č er die ganze Person des Geistes empfangen hat. Eine Person empf├Ąngt man nicht in Raten oder in verschiedenen Stufen. Wer den Geist Christi hat, der hat die ganze Person und die ganze F├╝lle des Geistes geschenkt bekommen.

3.0  Beurteilung

Die Grundlage der pfingstlich-charismatischen Theologie der Geistestaufe befindet sich vor allem in der Apostelgeschichte. Es konnte gezeigt werden, da├č die Bekehrung der J├╝nger auf Pfingsten datiert werden mu├č. Den Empfang des Geistes der Ephesusj├╝nger bezeichnete den Punkt der Wiedergeburt und der christlichen Taufe von Johannesj├╝ngern. Die Bekehrung des Paulus kann eine Trennung von Wiedergeburt und Geistestaufe nicht begr├╝nden. Die Bekehrung der Samaritaner ist in der Diskussion die einzige Stelle, die eine Unregelm├Ą├čigkeit im Verh├Ąltnis von Glauben und Geistesempfang aufzeigt. Nach den Grundlinien der Hermeneutik mu├č eine unklare Bibelstelle durch die klaren Bibelstellen und das Gesamtzeugnis der Bibel erkl├Ąrt werden. Wer an der pfingstlich-charismatischen Interpretation der Samariaperikope festh├Ąlt, kommt in Erkl├Ąrungsnotstand gegen├╝ber dem ganzen Zeugnis der Apostelgeschichte und der biblischen Gesamtbotschaft. Wir d├╝rfen daraus schlie├čen, da├č in Samaria Gott allein aus heilsgeschichtlichen Gr├╝nden die Verz├Âgerung des Geistes bis zur Ankunft der Apostel aus Jerusalem bestimmt hat. Wir k├Ânnen und d├╝rfen solch eine Verz├Âgerung nicht kopieren, solange sie nicht dem Gesamtzeugnis der Bibel entspricht. In der pfingstlich-charismatischen Theologie der Geistestaufe erkennt man den menschlichen Versuch, die Ereignisse in Samaria nachzuahmen und theologisch zu begr├╝nden. Tats├Ąchlich aber ist die Samariaperikope die Ausnahme, die die Regel der biblischen Bekehrungszeugnisse best├Ątigt.

Im weiteren Verlauf der Arbeit konnte anhand der Verhei├čungen des Alten Testaments ein biblisches Verst├Ąndnis der Geistestaufe entwickelt werden. Die pfingstlich-charismatische Interpretation der Geistestaufe stimmt mit den Verhei├čungen des alten Bundes nicht ├╝berein.[57] Die verhei├čene Ausgie├čung des Geistes w├╝rde die Rettung aus Schuld und die Umkehr zu Gott bewirken. Die Bibel macht deutlich, da├č dies in der Wiedergeburt stattfindet. Somit ist die Geistestaufe nach dem Verst├Ąndnis des Alten Testaments eine Ausgie├čung des Geistes zur Errettung in der Wiedergeburt. Ebenso ist den Propheten des Alten Bundes eine zweistufige, chronologisch differenzierte Ausgie├čung des Geistes nicht bekannt. Auch die Verhei├čungen des Johannes verhei├čen einen Geist der Erkenntnis ├╝ber das Werk Christi. Eine Geistestaufe nach dem Verst├Ąndnis der Pfingstlich-charismatischen Theologie kennt das Johannesevangelium nicht.

Es wurde dann auf die herausragende Pers├Ânlichkeit und Stellung des Bu├čt├Ąufers Johannes hingewiesen. Johannes verbindet die Messias- und die Geistesverhei├čungen des alten Bundes in der Person Jesu Christi. Damit macht er unmi├čverst├Ąndlich klar, da├č Geist und Christus ein und dasselbe Werk vollbringen werden. Es ist das Werk der Errettung aus ewiger Verdammnis und das Geschenk des ewigen Lebens, welches Christus und der Geist Gottes bewirken. Nach dem Verst├Ąndnis des T├Ąufers ist die Taufe und somit auch die Taufe mit dem heiligen Geist eine Taufe der Umkehr zum ewigen Leben. Diese Errettung findet nach biblischer Lehre in der Wiedergeburt statt. Geistestaufe und Wiedergeburt sind also verschiedene Aspekte desselben Heilshandeln Gottes am Menschen.

Anhand der Arbeit an den Briefen des Neuen Testaments konnte herausgestellt werden, da├č der Mensch den verhei├čenen Geist und damit die Taufe mit dem Geist durch die Predigt vom Evangelium des gekreuzigten Herrn im Glauben empf├Ąngt. Die Briefe lehren niemals, da├č ein zweites Ereignis, welches Geistestaufe genannt wird, der Wiedergeburt zeitlich nachgeordnet stattfinden mu├č. Durch die Geistestaufe sind wir in den Leib Christi aufgenommen worden. Die Geistestaufe ist demnach das Ereignis, da├č am Anfang unseres Leben als Kinder Gottes und als Glieder des Leibes steht. Die Ergebnisse der Arbeit an den Briefen des Neuen Testaments schlie├čen eine Geistestaufe als zweite Erfahrung aus. Zurecht mu├č also auch daraufhin gewiesen werden, da├č ein Verlangen nach der Geistestaufe, nachdem man in den Leib Christi eingef├╝gt wurde, ein Verlangen im Bereich des Unglaubens[58] darstellt. Es ist der fleischliche Versuch, in den Besitz von einer Segnung zu kommen, die im Leib Christi bereits geschenkt ist und durch die der Christ ├╝berhaupt erst in den Leib eingef├╝gt wurde.[59]

3.1┬á Lehrs├Ątze ├╝ber die Geistestaufe

Abschlie├čend k├Ânnen auf der Grundlage der oben gef├╝hrten Diskussion folgende Lehraussagen ├╝ber das Wesen der Geistestaufe gemacht werden: Die Geistestaufe ist keine Erfahrung, die der Wiedergeburt und Errettung des Menschen in Christus zeitlich nachgeordnet werden kann. Die Geistestaufe kann nicht durch das Erf├╝llen irgendwelcher Bedingungen erlangt werden, die ├╝ber Umkehr und Glaube hinausgehen. In ihrem Inhalt ist sie nicht zuallererst Gaben- und Kraftausr├╝stung zu einem vollm├Ąchtigen Dienst im Reiche Gottes. Die Geistestaufe hat Jesus Christus und sein Werk am Kreuz zum Inhalt. Die Geistestaufe ist immer Taufe mit dem heiligen Geist zur Umkehr. Nur wer die Geistestaufe empf├Ąngt kann aus der Verdammnis zum ewigen Leben errettet werden, denn in der Geistestaufe wird Christus im Glauben und zum Glauben empfangen. Wiedergeburt, Umkehr und Geistestaufe sind verschiedene Aspekte desselben rettenden Handeln Gottes am Menschen. Mit der Geistestaufe wird der verlorene Mensch in den Leib Christi hineingetauft. Die christliche Wassertaufe ist im biblischen Sinne ein einmaliges Gnadengeschenk Gottes, welches den Eingang und die volle Aufnahme in den Leib Christi bezeichnet. Die Geistestaufe ist ebenso ein einmaliges Gnadengeschenk Gottes und mu├č von diesem Taufverst├Ąndnis her verstanden werden. Die Geistestaufe wird demnach da empfangen, wo ein Mensch durch Umkehr von ewiger Verdammnis in den Leib Christi zu ewigem Leben und zur Verherrlichung Gottes in Christus aufgenommen wird. Wer mit dem heiligen Geist getauft wurde darf also mit Paulus sagen: ÔÇ×Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; Das Alte ist vergangen, siehe Neues ist geworden.ÔÇť

Johann Hesse, Pro-Seminararbeit im Fach Systematische Theologie an der Freien Theologischen Akademie Gie├čen

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[1] Der Vereinfachung wegen, werde ich diesen Ausdruck benutzen. Es sollte beachtet werden, da├č gro├če Teile der charismatischen Bewegung die Pfingsttheologie der Geistestaufe nicht ├╝bernommen haben.

[2] Denn: Apg. 2,38-40; 1. Kor. 12,30, 1. Johannes 4,2

[3] H. K├Ągi-Studer, ÔÇ×GeistestaufeÔÇť, Evangelisches Lexikon f├╝r Theologie und Gemeinde, Hg. H. Burkhardt, U. Swarat, Band 2, (Wuppertal: R. Brockhaus, 1993):693

[4] Ebd.,S. 693

[5] J.R. Williams, ÔÇ×Baptism in the Holy SpiritÔÇť, Dictionary Of Pentecostal and Charismatic Movements, Hg. S.M. Burgess, G. B. McGee, 3., ├╝berarb. Auflage (Grand Rapids, Michigan: Zondervan Publishing House, 1989):42

[6] W. Margies, Geistestaufe?, 4. Auflage, Schriftenreihe der Gesch├Ąftsleute des Vollen Evangeliums, Internationale Vereinigung Band 7 (Urbach: STIWA, 1991):29

[7] R. Ulonska, Geistesgaben in Lehre und Praxis, 4. Auflage (Erzhausen: Leuchter Verlag, 1993):21

[8] Ebd.:S. 20

[9] Ebd.:S. 21

[10] F.D. Bruner, A Theology of the Holy Spirit, The Pentecostal Experience and the New Testament Witness (Grand Rapids, Michigan: Eerdmans, 1976): 75

[11] Apg. 1,8 soll dann diese Kraftausr├╝stung begr├╝nden. Selbstverst├Ąndlich bekommt aber jeder, der den Geist Christi hat, genau jene Kraft aus der H├Âhe zum Zeugnis f├╝r die Botschaft Jesu. Der Geist Christi ist der Geist der Liebe und der Kraft (2. Tim. 3,7). In Epheser 3,14-17 gibt uns der Geist Kraft zum Glauben an Christus und zur Verwurzelung und Gr├╝ndung in der Liebe. Kraft im NT ist nicht zuallererst spektakul├Ąre, nach au├čen sichtbare Manifestation.

[12] A. Kuen, Der Heilige Geist, ├╝bers. aus dem frz. von D. Nicolaus (Wuppertal: Brockhaus, 1980):88

[13] Williams, Dictionary Of Pentecostal and Charismatic Movements, S. 42

[14] Margies, Geistestaufe, S. 33

[15] Das Partizip pisteusasin kann hier mit ÔÇ×als wirÔÇť(Menge)/ÔÇťdie wirÔÇť(Luther)/ÔÇťnachdem wirÔÇť(v. Siebenthal) zum Glauben gekommen sind, ├╝bersetzt werden.

[16] Kuen, Der Heilige Geist, S. 32

[17] Auch unterst├╝tzt durch Petrus in Apg. 2,33

[18] D.A. Carson, The Gospel according to John (Leicester:Inter-Varsity Press, 1991):653

[19] Ebd.

[20] Ebd.

[21] zitiert aus: Kuen, Der Heilige Geist, S. 33

[22] Der zeitlose Imperativ Aorist (labete) kann sogar auch Futurisch ├╝bersetzt werden.

[23] Kuen, Der Heilige Geist, S. 34

[24] Margies, Geistestaufe, S. 44

[25] Noch im selben Kapitel, kommt der ├Ągyptische K├Ąmmerer zum Glauben, ohne da├č eine Verz├Âgerung der Geistestaufe von Lukas berichtet wird. Fr├Âhlich zieht der ├ägypter in seine Heimat ohne eine zweite Erfahrung verk├╝ndet zu bekommen.. Lukas kann mit dem Vorgang der Taufe all das beschreiben, was zum Heil und zum vollm├Ąchtigen Leben im Geist n├Âtig ist.

[26]Siehe dazu:Apg. 2,41; 4,4; 8,36-39; 10,43-44; 13,43.48; 17,4;1Kor1,7;  5,14;  6,7;  9,42; 11,21; 13,12; 14,1.21; 16,14.34; 17,11.12.34

[27] zitiert aus Kuen, Der Heilige Geist, S. 61

[28] siehe dazu: Joh. 2,11; 7,31

[29] zitiert aus: Kuen, Der Heilige Geist, S. 53

[30] Bruner, A Theology of the Holy Spirit, S. 174

[31] B. Kaiser, Apostelgeschichte Teil 2, Vahrenwalder Bibeltage am 15.03.1998

[32] Kuen, Der Heilige Geist, S.54/ Bruner, A Theology of the Holy Spirit, S. 175

[33] Bruner, A Theology of the Holy Spirit, S. 176

[34] Bruner, A Theology of the Holy Spirit, S. 178

[34] Williams, Dictionary Of Pentecostal and Charismatic Movements, S. 42

[35] Ulonska, Geistesgaben in Lehre und Praxis, S. 18

[36] Kuen, Der Heilige Geist, S. 59

[37] Bruner, A Theology of the Holy Spirit, S. 210

[38] Margies, Geistestaufe, S. 49

[39] Ulonska, Geistesgaben in Lehre und Praxis, S. 17

[40] Margies, Geistestaufe, S. 49

[41] Ebd., S. 49

[42] Kuen, Der Heilige Geist, S. 57

[43] Lukas 8,28

[44] Apg. 2,38-40

[45] Mein Einschub.

[46] Der Empfang des Geistes ist im Futur. Das ist kein Hinweis auf eine zeitlich nachgeordnete Geistestaufe (Margies, Geistestaufe?, S. 39), sondern besagt, da├č f├╝r die Zuh├Ârer das Werk der Errettung und der Empfang des Geistes noch ausstehen.

[47] So auch Gal. 3, 14

[48] So f├╝hrt Margies, Geistestaufe?, S.79, Galater 4,6 als Beweis f├╝r die zeitliche Nachordnung. Longenecker schreibt im WBC: Clearly ÔÇ×hotiÔÇť here is causal, building on the expressions of 3,26 and 4,5 . The statement is declarative of the ChristianÔÇÖs status: ÔÇ×You are sonsÔÇť. Paul is not here setting out stages in the Christian life, wether logical or chronological. Rather, his emphasis is on the reciprocal relation or correlational nature of sonship and the reception of the spirit. Longenecker beweist, da├č Paulus keine zeitliche Abfolge aufstellen will, weil er vorher in Gal. 3,2-5, 14b, 26 zuerst vom Empfang des Geistes im Glauben spricht, um von da zur Kindschaft durch den Glauben zu kommen. Auch R├Âmer 8,15-17 macht deutlich, da├č ohne Empfang des Geistes auch keine Kindschaft vorhanden sein kann.

[49] Margies, Geistestaufe?, S. 45: Der wiedergeborene Christ hat noch nicht die ganze Ausstattung an Kraft und Geist , durch die er seinen Herrn verherrlichen kann.

[50] Siehe auch 1. Kor. 6,11

[51] Nach biblischer Lehre werden Kraft und Vollmacht des Christen im Glauben an Christus geschenkt.

[52] Margies, Geistestaufe?, S. 25:. ÔÇ×Nach unser Sicht ist die Erf├╝llung mit Gottes Geist (Im Verst├Ąndnis von Margies der Wiedergeburt zeitlich nachgeordnet) ein Angebot, das den Gehorsam nicht er├╝brigt, sondern ihn in weiten Bereichen erst erm├ÂglichtÔÇť Mein Zusatz: Daraus ergibt sich mangelnder Gehorsam und auch Ungehorsam des einfachen wiedergeborenen Christen.

Margies, Geistestaufe?, S. 141: ÔÇ×TrockeneÔÇť Charismatiker gegen├╝ber geistgetauften Charismatikern lassen eine….. Einbu├če an Stabilit├Ąt, an missionarischem Eifer und auch an Originalit├Ąt erkennen. ÔÇ×Viele Charismatiker …, die die Erfahrung der Geisteserf├╝llung gemacht haben, aber nicht des Zungenredens m├Ąchtig sind, also nicht im Geist getauft sind, gehen allm├Ąhlich der spezifischen Segnungen des Geistesempfanges verlustig und verlieren auch nach und nach die Kraft, die empfangene Freiheit und Gel├Âstheit im Glauben, Denken und F├╝hlen aufrechtzuerhaltenÔÇť.

[53] Margies, Geistestaufe?, S. 82

[54]G.R. Beasley-Murrey, Baptism in the New Testament (Carlisle, Paternoster Press 1997):171: On the one hand this indicates that the spirit is given to all and is not reserved for a privileged elite in the church; on the other hand it clearly rules out any interpretation of baptism which requires it to be complemented by a later rite for the impartation of the spirit

[55] Kuen, Der Heilige Geist, S. 49

[56] Bruner, A Theology of the Holy Spirit, S. 189: ÔÇ×Baptism in Acts is the inclusive term for all the facts of personal salvation: the message of the gospel, repentance, forgiveness, the gift of the Holy Spirit and reception into the church.ÔÇť

[57] Und mu├č sich somit im Lichte von 5. Mose 20,18 verantworten.

[58] Bruner, A Theology of the Holy Spirit, S.238: ÔÇ×It appears to be historically true that every supplement to faith has within itself the almost irresistable tendency of becoming eventually a specific advancement beyond faith and thus to become the goal of a purportedly higher Christian type. Faith itself then becomes but a step in the right direction.ÔÇť

Bruner zieht au├čerdem die Parallele zu den Galatern, die im Fleische vollenden wollen, was im Glauben bereits gegeben wurde. Er warnt vor der Gefahr sich durch die Versprechungen der Pfingsttheologie in eine fleischliche Erwartungshaltung zu begeben, die in letzter Konsequenz ├╝ber den Glauben hinausf├╝hren mu├č.

[58] R├Âmer 8,9

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Bibliographie

Beasley-Murrey, G.R. Baptism in the New Testament. Paternoster Press, 1997.

Bruner, Frederick Dale. A Theology of the Holy Spirit: The Pentecostal Experience and the New Testament Witness. Grand Rapids, Michigan: Eerdmans, 1976.

Carson, D. A. The Gospel according to John. Leicester: Inter-Varsity Press, 1991.

Haubeck, Wilfried; von Siebenthal, Heinrich. Neuer Sprachlicher Schl├╝ssel Zum Griechischen Neuen

Testament: Matth├Ąus-Apostelgeschichte. 2Bd. Gie├čen: Brunnen Verlag, 1997.

K├Ągi-Studer. H. ÔÇ×GeistesaufeÔÇť. Evangelisches Lexikon f├╝r Theologie und Gemeinde. Hg. H. Burkhardt, U. Swarat. Band 2. Wuppertal: R. Brockhaus, 1993: 693-695.

Kuen, Alfred. Der Heilige Geist. ├╝bers. aus dem frz. von D. Nicolaus. Wuppertal: Brockhaus, 1980.

Longenecker, Richard. Galatians. World Biblical Commentary, Band 41. Dallas: WordBooks, 1990.

┬áMargies, Wolfhard. Geistestaufe? 4. Auflage. Schriftenreihe der Gesch├Ąftsleute des Vollen

Evangeliums, Internationale Vereinigung Band 7. Urbach: STIWA, 1991.

 Ulonska, Reinhold. Geistesgaben in Lehre und Praxis. 4. Auflage. Erzhausen: Leuchter Verlag, 1993.

Williams J.R.. ÔÇ×Baptism in the Holy SpiritÔÇť. Dictionary Of Pentecostal and Charismatic

Movements. Hg. S.M. Burgess, G. B. McGee. 3., ├╝berarb. Auflage. Grand Rapids, Michigan: Zondervan Publishing House, 1989: 40-48.

 

 

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Freitag 6. Juni 2014 um 10:02 und abgelegt unter Theologie.