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Eine Leuchte des Herrn ist des Menschen Geist; er durchforscht alle Kammern des Innern. (SprĂŒche 20,27)

Sonntag 8. Juni 2014 von Jörgen Bauer


Jörgen Bauer

Falsche Verheißungen der Hirnforschung? Unter dieser Überschrift erhielt ich dieser Tage folgende Mitteilung der Evangelischen Zentralstelle fĂŒr Weltanschauungsfragen: „Die Hirnforschung wurde in den letzten Jahren massiv ausgebaut. Im vergangenen Jahr hat etwa die EuropĂ€ische Union eine Milliarde Euro an Forschungsmitteln fĂŒr das „Human Brain-Projekt“ bereitgestellt. Vor 10 Jahren hatten fĂŒhrende Neurowissenschaftler mit einem „Manifest der Hirnforschung“ fĂŒr Aufsehen gesorgt. Darin prophezeiten sie ihrer Disziplin großartige Fortschritte in Diagnostik, Therapie und Grundlagenforschung. Zum zehnten Jahrestag des Manifests hat nun eine Gruppe von Neurobiologen, Psychiatern, Psychologen und Philosophen eine ernĂŒchternde Bilanz gezogen. In ihrem „Memorandum Reflexive Neurowissenschaft“ kritisieren sie, dass die Ziele des Manifests verfehlt worden seien, Bewusstsein und Denken biologisch erklĂ€ren zu können.“ Ende Zitat.

Was mich immer wieder verwundert, sind die beharrlichen und unnĂŒtzen Versuche, Psychisches und Geistiges biologisch, will heißen auf materieller Grundlage, als Folge komplizierter nervlicher Schaltungen und RĂŒckkopplungseffekte erklĂ€ren zu wollen. Die Vorstellung dabei ist die, dass ab einer bestimmten KomplexitĂ€t, Geist und Bewusstsein, als „Systemeigenschaft“ von selbst auftreten, vergleichbar mit einem Generator, bei dessen Inbetriebnahme plötzlich, gewissermaßen aus dem Nichts, Strom entsteht, der vorher nicht da war.

TatsÀchlich entsteht hier nichts aus dem Nichts, sondern es findet eine Umwandlung von einer Kraft in eine andere statt. Z.B. Wasserkraft in Strom, wobei wir allerdings nicht wissen, warum das letztlich möglich ist und was elektrischer Strom wirklich ist, denn das kann auch ein Elektroingenieur nicht erklÀren.

Aber zurĂŒck zum Geist und zum Bewusstsein: Auch die kompliziertesten und verschachtelsten VerknĂŒpfungen können weder Geist noch Bewusstsein erzeugen. Material, egal ob biologisch oder anorganisch, bleibt immer nur Material, unfĂ€hig zur Selbsterkenntnis.

Hirnforscher, die hier weiter sind, kommen zu dem Schluss, dass es das nicht- materielle Bewusstsein ist, das sich des Gehirns als Organ bedient und dieses entsprechend programmiert. Wie das sein kann und funktioniert, wird wohl fĂŒr immer ein RĂ€tsel bleiben, ebenso wie das RĂ€tsel des Lebens, das möglicherweise eng mit Geist und Bewusstsein zusammenhĂ€ngt. Geist und Bewusstsein wird man im Gehirn aus dem prinzipiell gleichen Grund nicht finden können, aus dem man auch im Auge kein Licht finden kann.

Im Schöpfungsbericht steht geschrieben, dass Gott, dem aus dem Ackerboden geformten Menschen seinen Odem – was Odem ist, wissen wir nicht – einblies und der Mensch dadurch ein lebendiges Wesen wurde. So hat der Mensch und damit alle seine Organe, einschließlich des Gehirns, einmal eine materielle Grundlage, weil er aus Erde gemacht ist – wobei auch die Materie mit ihren wundervollen und rĂ€tselhaften Eigenschaften, Gottes Schöpfung ist – und einmal eine immaterielle Grundlage, die unmittelbar von Gott herkommt und den Menschen ausmacht. Dieses Bild vom Menschen durchzieht die gesamte Bibel.

Um zu keinen falschen SchlĂŒssen zu gelangen: Der Dualismus der griechischen Philosophie, von der „edlen Seele“ und dem unwerten Leib, in dem die „edle Seele“ gefangen ist, entspricht nicht dem biblischen Menschenbild Leib, Geist und Seele des Menschen sind durch den SĂŒndenfall gleichermaßen verdorben und dem Gericht Gottes verfallen. Da ist nichts von einem „göttlichen Funken“ im Menschen, aus dem heraus er sich selbst veredeln und erlösen könnte. Trotzdem kann der Geist des Menschen, seine göttliche Herkunft, der ihn zum Ansprechpartner Gottes macht, nicht verleugnen. Damit wird vielleicht auch erklĂ€rbar, warum sich Gott so um die Menschen bemĂŒht, dass ER sie um jeden Preis retten will und warum die eigentliche Heimat des Menschen bei Gott im Himmel ist.

Und weil der Mensch auch ein geistiges Wesen und auf Ewigkeit ausgerichtet ist, ist er auch fĂŒr den Heiligen Geist, dessen an Pfingsten gedacht wird, empfĂ€nglich.

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Sonntag 8. Juni 2014 um 17:09 und abgelegt unter Predigten / Andachten.