Gemeindenetzwerk

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Andacht: Haben wir die beste aller Gaben?

Dienstag 24. Dezember 2013 von Pfr. Ernst Modersohn (1870-1948)


Pfr. Ernst Modersohn (1870-1948)

„Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, da sie geb├Ąren sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.“ (Lukas 2, 6.7)

Was f├╝r eine beschwerliche Wanderung war es, die Joseph mit Maria von Nazareth nach Bethlehem machte! Und wie beschwerlich war das Suchen, als sie nun in Bethlehem angekommen waren und sich nach einem Raum umsahen, wo sie bleiben konnten. Alles ├╝berf├╝llt! Nirgends ein Platz f├╝r sie. Es blieb endlich nur die Herberge ├╝brig, in der die Leute ab- und zugingen. Da – am Eingang des Stalles fanden sie ein Pl├Ątzchen, wo sie bleiben konnten. Hier wurde der Heiland der Welt geboren. Auf Heu und Stroh, in einer Futterkrippe f├╝r das Vieh, war sein erstes Lager in dieser Welt.

Wie bezeichnend war das f├╝r ihn! Kein Raum f├╝r ihn, das stand schon ├╝ber seiner Geburt. Kein Raum f├╝r ihn, das war auch die ├ťberschrift ├╝ber seinem Leben. Er mu├čte von sich selber sagen: ┬╗Die F├╝chse haben Gruben, und die V├Âgel unter dem Himmel haben Nester, aber des Menschen Sohn hat nicht, da er sein Haupt hinlege.┬ź So arm ging er durch das Land, da├č er manchmal drau├čen unter dem gestirnten Himmel und dem Tau der Nacht hat liegen m├╝ssen. Und kein Raum war f├╝r ihn, als er starb. Ausgesto├čen von den Menschen, so hing er am Kreuz von Golgatha, zwischen Himmel und Erde. Wie ergreifend, wie ersch├╝tternd: da kommt der Eingeborene vom Vater, voller Gnade und Wahrheit – und die Menschen, zu deren Errettung aus der Macht Satans er gekommen ist, haben keinen Raum f├╝r ihn.

Aber, wie es damals war, so ist es noch heute. Wie viele, die keinen Raum f├╝r ihn haben in ihrem Haus und Herzen! Zwar ├Ąu├čerlich sieht es nicht danach aus. In der H├╝tte wie im Palast wird Weihnachten gefeiert, der Geburtstag Jesu. ├ťberall werden Weihnachtslieder laut. Und doch, wenn man recht zusieht, merkt man, da├č man zwar den Geburtstag Jesu mitfeiert, f├╝r das Geburtstagskind selber aber keinen Platz und keine Gedanken hat. Man kann andern sch├Âne Gaben schenken und sich selber beschenken lassen, aber f├╝r die eine gro├če, kostbare Gabe Gottes hat man keinen Raum. Die braucht man nicht. Die lehnt man ab. Man hat ein Christentum ohne Christus. Man nennt sich einen Christen, aber man folgt dem Heiland der Welt nicht nach. Man feiert Christi Geburtstag, aber man erlebt seine Geburt nicht im eigenen Herzen und Leben. Das Spr├╝chlein hat recht: ┬╗W├Ąr‘ Christus hundertmal in Bethlehem geboren und nicht in dir, du gingest doch verloren!┬ź

Aber, was hilft uns das Weihnachtsfest mit all seinen Gaben, wenn wir die beste aller Gaben nicht haben! Darum frage ich dich: Hast du schon dem Christkind dein Herz aufgetan, da├č es ihm zum Kripplein wurde? Nur damit kannst du Weihnachten recht feiern, im Geist und in der Wahrheit, wenn Christus in dir geboren wird.

Pfarrer Ernst Modersohn

Quelle: T├Ągliche Stille, Andachten f├╝r jeden Tag, VLM Bad Liebenzell

Ernst Modersohn war der j├╝ngere Bruder des Landschaftsmalers Otto Modersohn. Er studierte evangelische Theologie und wurde Pfarrer und Evangelist. Modersohn war au├čerdem Vorstandsmitglied des Gnadauer Verbandes, des Jugendbundes f├╝r entschiedenes Christentum und des Gemeinschafts-Diakonieverbandes sowie Mitbegr├╝nder des Pfarrergebetbundes.

 

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Dienstag 24. Dezember 2013 um 10:57 und abgelegt unter Predigten / Andachten.