Gemeindenetzwerk

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Ostergewißheit

Sonntag 4. April 2010 von Pastor Heinrich Kemner (1903-1993)


Pastor Heinrich Kemner (1903-1993)

Ostergewißheit

In einer Vorlesung sprach Karl Barth einmal davon, daß das Osterereignis eine schmale historische Breite habe. Wenn man die Kette der Osterzeugen überschaut, besonders die im ersten Korinther 15 genannten, ist das wahrlich keine schmale Breite. Im Jahre 62, als Paulus den Korintherbrief schrieb, lebten nicht nur einige Frauen, die dem Auferstandenen begegnet waren, sondern wahrscheinlich waren noch viele hundert Zeugen am Leben von den erwähnten 500 Brüdern, die dem Auferstandenen begegnet waren. Aber wie dem auch sei, das Osterereignis, als das Wichtigste der Weltgeschichte, wird nicht dadurch überzeugender, daß man die Kette menschlicher Zeugen möglichst breit fächert und mit wissenschaftlicher Gründlichkeit das Für und Wider abwägt. Das Osterereignis ist für jeden, der in Jesus von Nazareth den Christus Gottes entdeckt und durch ihn zum lebendigen Glauben findet, das Postulat der christlichen Existenz überhaupt. Den ganzen Beitrag lesen »

Kategorie: Predigten / Andachten, Theologie

Wie ein Lamm zur Schlachtung

Mittwoch 31. März 2010 von Pastor Heinrich Kemner (1903-1993)


Pastor Heinrich Kemner (1903-1993)

Wie ein Lamm zur Schlachtung

Wenn auf meinem Elternhof ein Schwein geschlachtet wurde, mußte ich als Junge immer dabei sein. Ich sehe noch, wie der Schlachter kam, einen Schlaghammer in der Hand, umgeschnallt einen Riemen, an dem der Köcher mit den Messern hing. Das Schlachtschwein wurde aus dem Stall geholt, dann gebunden, und wenn es auf dem Boden lag, kam der Betäubungsschlag, im Notfall auch ein zweiter. Bis dahin quiekte das Schwein entsetzlich und wehrte sich, so daß man es festhalten mußte. Bei diesem Schlachtfest war es immer meine Aufgabe, den Schwanz des Schweines zu halten. Ich kam mir ungeheuer wichtig vor. Für meinen Dienst durfte ich nachher den Schwanz feierlich essen. Ich habe bei einer Schlachtung eigentlich nie besonderes Mitleid mit dem Tier empfunden, auch nicht, wenn auf dem Hof einmal ein Bulle geschlachtet wurde. Die Ursache lag nach meiner Meinung darin, daß sich die Tiere wehrten. Eben dadurch wurde der Tatendrang geweckt und das Mitleid schwand. So kann ich mir nur erklären, daß ich oft teilnahmslos dabei war. Den ganzen Beitrag lesen »

Kategorie: Predigten / Andachten, Theologie

Gogarten oder der Kampf gegen die Eitelkeit

Freitag 5. Februar 2010 von Pastor Heinrich Kemner (1903-1993)


Pastor Heinrich Kemner (1903-1993)

Gogarten oder der Kampf gegen die Eitelkeit

In den schwersten aller Konflikte geriet ich aufgrund einer charakterlichen Schwäche, mit der der Herr nun offensichtlich einmal fertig werden wollte, so kräftig stieß er mich darauf: es war eine kleine, aber nicht unwirksame Eitelkeit. Sie führte mich an den Rand einer Selbsttäuschung, die meinem Leben eine völlig andere Wendung zu geben im Begriff war.

Während meines Studiums hatte mich neben Karl Barth besonders auch Gogarten beeindruckt. So versuchte ich nach dem Kriege mit letzterem neue theologische Kontakte aufzunehmen. Aus der Lektüre seiner Schriften glaubte ich schließen zu dürfen, dass er den modernen Menschen in seiner Denknot verstehe und ihn nun so abzuholen und anzusprechen suche, dass es zu einer Begegnung mit der zentralen Mitte des Evangeliums komme. Den ganzen Beitrag lesen »

Kategorie: Allgemein, Theologie

Andacht: „Hier ist mehr als Jona“

Donnerstag 29. Oktober 2009 von Pastor Heinrich Kemner (1903-1993)


Pastor Heinrich Kemner (1903-1993)

„Hier ist mehr als Jona“
Andacht über Matthäus 12,41 

» … denn sie taten Buße nach der Predigt des Jona. Und siehe, hier ist mehr als Jona.« (Matthäus 12,41)

Am letzten Abend einer Evangelisation kommt ein Mann zum Glauben an Christus. Den Anstoß gab, wie er mir erzählte, sein einziger Sohn: Am dritten Abend der Evangelisation fragt der Vater ihn, was er sich für den folgenden Tag zum Geburtstag wünsche. Er war geneigt, ihm jeden Wunsch zu erfüllen, weil sein Sohn gerade mit gutem Erfolg das Abitur bestanden hatte. Der Junge schaute zum Vater auf: »Wenn ich bitten darf, Vater, dann tu mir die Liebe und geh an meinem Geburtstag mit in die Verkündigung. Seit gestern abend kann ich beten und kenne Jesus Christus. Dann wünsche ich mir noch zum Geburtstag, daß ich ab morgen ein Tischgebet sprechen darf.« Den ganzen Beitrag lesen »

Kategorie: Predigten / Andachten