Gemeindenetzwerk

Ein Arbeitsbereich des Gemeindehilfsbundes

Vom fruchtlosen und fruchtbaren Leben

Donnerstag 19. Januar 2017 von Dr. Joachim Cochlovius


Dr. Joachim Cochlovius

Einmal sprach ich mit einem evangelistisch aktiven jungen Mann über seinen Dienst. Er war traurig, weil sich in letzter Zeit trotz intensiver Bemühung niemand bekehrt hatte. Er meinte, sein Dienst sei ohne Frucht und begann, an sich und an Gott zu zweifeln. Ähnliches hört man immer wieder. Christen messen den Sinn ihres Lebens allein an der Frage, ob sie jemand zum Glauben geführt haben oder nicht. Und sie werden traurig, wenn das nicht der Fall war. Ich denke, dass sich hier ein falsches Verständnis von „Frucht“ eingeschlichen hat, das unbedingt korrigiert werden sollte. Den ganzen Beitrag lesen »

Kategorie: Allgemein

Die Gesellschaft lebt in der Illusion der Entgrenzung

Dienstag 17. Januar 2017 von Gabriel Stängle


Gabriel Stängle

Wenn heute von Vielheit gesprochen wird, ist Konformismus gemeint: Bei Ehe, Familie und Person stehen die Identitäten zur Diskussion.

Bundesaußenminister Frank Walter Steinmeier beschrieb in einem Artikel in der FAZ vom 5.11.2016 eindrücklich eine „tödliche Gefahr für unser politisches Gemeinwesen“. Die aktuellen Debatten würden nicht mehr auf der Grundlage von Fakten geführt. Die digitale Revolution und mit ihr das Schrumpfen von Zeit und Raum führe zu objektiven Überforderungen und produziere Gegenreaktionen: „Angst vor Identitätsverlust, Rückbesinnung auf Nation, Ethnie, Religion, auf das, was leichter Sicherheit und festen Boden unter den Füßen verschafft.“ Was Steinmeier hier in erstaunlicher Offenheit formuliert, ist der Krisenzustand einer Politik der Entgrenzung. Den ganzen Beitrag lesen »

Kategorie: Allgemein

Ungeklärt: Verantwortung für das Leben oder Beihilfe zum Suizid?

Montag 16. Januar 2017 von Institut für Demographie, Allgemeinwohl und Familie e. V.


Institut für Demographie, Allgemeinwohl und Familie e. V.

Alter, Behinderung, Schmerz und Krankheit sind unabweisbare Realitäten des menschlichen Lebens, wenngleich ihre gesellschaftliche Bewertung historisch und kulturell variiert. Sind sie ein Moment der conditio humana oder bloß Defizite, die dem Leben letztlich die Würde rauben? Unter Berufung auf Autonomie erschien etwa Gunther Sachs der Suizid als eine verlockende Alternative, wie er in seinem Abschiedsbrief zum Ausdruck brachte: „Der Verlust der geistigen Kontrolle über mein Leben wäre ein würdeloser Zustand, dem ich mich entschlossen habe, entschieden entgegenzutreten.“ Den ganzen Beitrag lesen »

Kategorie: Gesellschaft / Politik, Lebensrecht

Christentum und Kreuz

Freitag 13. Januar 2017 von Hermann von Bezzel (1861-1917)


Hermann von Bezzel (1861-1917)
Ein Vortrag zu Eisenach gehalten am Sonntag Estomihi 1912

Verehrte Anwesende!

Heute vor 366 Jahren ist in Eisleben der Mann gestorben, dessen Andenken mit Ihrer schönen Stadt aufs Innigste verbunden ist. Wir gedenken unseres Lehrers Martin Luther als eines Zeugen, der im Glauben redet, obgleich er gestorben ist, und wissen, daß sein Glaube nicht diplomatisches Festhalten an bestimmten Traditionen war, durch das er sich und seine Kirche der kaiserlichen Gunst empfehlen wollte, auch nicht Befangenheit in scholastischen Formeln, die sein Lebenlang wie Ketten um die Füße schleiften, sondern die frohe Zuversicht eines Mannes Gottes, der das festhält, was er erlebt hat und immer wieder, was er festhält, erleben will. Den ganzen Beitrag lesen »

Kategorie: Kirche, Theologie

Wahrheit und Toleranz

Mittwoch 11. Januar 2017 von Dr. Jürgen Spieß


Dr. Jürgen Spieß

Nach Lessing haben alle Religionen einen gemeinsamen Kern. Dieser Kern ist die tätige Liebe. Streitobjekt in der Ringparabel aus Lessings Stück „Nathan der Weise“ sind drei Ringe, bei denen man nicht mehr feststellen kann, welcher der echte Ring ist. In dieser Parabel erben drei Brüder einen Ring; die drei Ringe sehen alle gleich aus, aber nur einer ist echt. Es stellt sich schließlich auch heraus, dass es unbedeutend ist, welcher Ring der echte ist. Der Kern der drei Religionen Christentum, Judentum und Islam ist tätige Liebe. Man kann in der Liebe tätig sein, egal, ob der Ring, den man trägt (bzw. die Religion, an die man glaubt), echt ist oder nicht. Man braucht ihn dazu nicht. Dieses Bild von den drei Ringen hat viele Zuschauer und Leser bis heute überzeugt. Den ganzen Beitrag lesen »

Kategorie: Theologie, Weltreligionen

Glauben Christen und Muslime an den gleichen Gott?

Dienstag 10. Januar 2017 von Dr. Rolf Hille


Dr. Rolf Hille

Deutschland ist durch den Terroranschlag in Berlin aufgewühlt. Sind wir dem Islamismus und seiner Gewaltbereitschaft ausgeliefert? Was kann unsere freiheitliche Gesellschaft gegen die Bedrohung tun? Die Fragen, die hier zu stellen sind, lassen sich nicht von den religiösen Hintergründen ablösen. Für Christen gilt es, sowohl für ein friedliches Zusammenleben einzutreten, als auch eindeutig am christlichen Glaubensbekenntnis und der Geltung des Missionsbefehls festzuhalten. Den ganzen Beitrag lesen »

Kategorie: Kirche, Theologie, Weltreligionen

„Dein Bruder wird auferstehen“ (Joh 11,23) – Über die Auferstehungshoffnung der Christen

Sonntag 8. Januar 2017 von Dr. Joachim Cochlovius


Dr. Joachim Cochlovius

Dass die Menschen sterben müssen, ist eine Allerweltsweisheit. Dass aber ein Mensch sagt „Ich kann sterben“, das hört man nicht oft. Als junger Vikar wurde ich einmal zu einem sterbenden Mann gerufen. Die Angehörigen hatten angerufen, er wolle das Abendmahl empfangen. Ich war aufgeregt, denn wir hatten im Predigerseminar zwar einiges über gottesdienstliche Abendmahlsfeiern gehört, aber nicht, wie wir einem Sterbenden begegnen sollten. Der Mann begrüßte mich freundlich. Er sagte: Wissen Sie, Sie sind ja ein junger Vikar, das ist nicht so leicht für Sie, einem sterbenden alten Mann das Richtige zu sagen. Ich habe deswegen alles für Sie vorbereitet. Dort liegt die Bibel, da bitte ich Sie mir, die angestrichenen Stellen vorzulesen. Hier ist das Stark’sche Gebetsbuch, da habe ich schon die entsprechenden Seiten aufgeschlagen. Und jetzt bitte ich Sie, dass wir gemeinsam „Jesus, meine Zuversicht“ singen. Und wissen Sie: Ich kann sterben. Den ganzen Beitrag lesen »

Kategorie: Allgemein

Predigt zum Epiphaniasfest über Luk 2,41-52

Dienstag 3. Januar 2017 von Martin Luther (1483-1546)


Martin Luther (1483-1546)

Und seine Eltern gingen alle Jahre gen Jerusalem auf das Passafest. Und da er zwölf Jahr alt war, gingen sie hinauf denn Jerusalem, nach Gewohnheit des Festes. Und da die Tage vollendet waren, und sie wieder zu Hause gingen, blieb das Kind Jesus zu Jerusalem, und seine Eltern wussten es nicht. Sie meinten aber, er wäre unter den Gefährten, und kamen eine Tagereise und suchten ihn unter den Freunden und Bekannten. Und da sie ihn nicht fanden, gingen sie wiederum gen Jerusalem und suchten ihn. Und es gab sich nach drei Tagen, fanden sie ihn im Tempel sitzen mitten unter den Lehrern, dass er ihnen zuhörte und sie fragte. Und alle, die ihm zuhörten, verwunderten sich seines Verstandes und seiner Antwort. Und da sie in sahen, entsetzten sie sich. Und seine Mutter sprach: Mein Sohn, warum hast du uns das getan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht. Und er sprach zu ihnen: Was ist es, dass ihr mich gesucht habt? Wisset ihr nicht, dass ich sein muss in dem, dass meines Vaters ist? Und sie verstanden das Wort nicht, dass er mit ihnen redete. Und er ging mit ihnen hinab und kamen gen Nazareth und war ihnen untertan. Und seine Mutter behielt alle diese Worte in ihrem Herzen. Und Jesus nahm zu an Weisheit, Alter und Gnade bei Gott und den Menschen. (Luk 2,41-52) Den ganzen Beitrag lesen »

Kategorie: Allgemein

Predigt über die Jahreslosung 2017 „Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.“ (Hesekiel 36,26)

Samstag 31. Dezember 2016 von Johann Hesse


Johann Hesse

Der allmächtige Gott stellt seinem Volk Israel und auch uns eine schonungslose Diagnose: „Ich will das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen“ (Hes 36,26). Gott sagt, dass die Israeliten und wir mit ihnen steinerne Herzen in uns tragen. Das Herz jedes Menschen ist in Gottes Augen nicht warm und lebendig, sondern kalt und tot. Weil der natürliche Mensch durch die Sünde von Gott getrennt und damit von der Quelle des Lebens abgeschnitten ist, trägt er kein lebendiges Herz in sich. Von Natur aus tragen wir Herzen aus Stein in uns. Den ganzen Beitrag lesen »

Kategorie: Allgemein, Predigten / Andachten

„Nun lässt du deinen Diener in Frieden fahren“

Freitag 30. Dezember 2016 von Holger Lahayne


Holger Lahayne

Er signierte seine Bilder nicht wie seine Landsleute Jan Vermeer oder Frans Hals, sondern nur mit dem Vornamen – bewußt im Stil der großen Italiener von Leonardo über Raffael bis Tizian. Rembrandt van Rijn hatte früh eine erfolgreiche Karriere als Maler begonnen, wirtschaftlich schnell großen Erfolg und entsprechendes Selbstbewusstsein. Mit Geld konnte der Künstler aber schlechter als mit dem Pinsel umgehen. 1656 konnte Rembrandt den Bankrott nur durch Verkäufe seiner Sammlungen vermeiden. Bis an sein Lebensende plagten ihn Schulden. Den ganzen Beitrag lesen »

Kategorie: Predigten / Andachten