Gemeindenetzwerk

Ein Arbeitsbereich des Gemeindehilfsbundes

VOR 444 JAHREN: „BRINGT SIE ALLE UM!“

Donnerstag 25. August 2016 von Holger Lahayne


Holger Lahayne

Terror in europäischen Großstädten wie Paris droht zum Alltag zu werden. Alle haben dabei noch die Bilder der Anschläge vom 13. November vergangenen Jahres im Kopf, bei denen 130 Menschen getötet wurden. Eine ungewohnte Angst macht sich auf dem Kontinent breit. Doch auch, wenn nun die Propheten der Apokalypse Auftrieb erfahren, sollte man nicht vergessen, welches außergewöhnlich hohe Niveau an persönlicher Sicherheit und Zivilisation des Zusammenlebens wir erreicht haben. Gerade deshalb ist jeder Tote bei Bombenanschlägen und Massakern so schmerzhaft. Ein Blick in die Geschichte von Paris zeigt, dass man dort in der Vergangenheit schon weitaus Schlimmeres hat durchmachen müssen. In der Nacht vom 23. auf den 24. August vor genau 444 Jahren floss das Blut nicht nur in einzelnen Cafés oder einem Konzertsaal der Hauptstadt Frankreichs, sondern auf so gut wie allen Straßen; nicht einhundert Unschuldige, sondern Tausende mussten 1572 ihr Leben lassen. Eine königliche Hochzeit mündete in das Blutbad der Bartholomäusnacht. Den ganzen Beitrag lesen »

Kategorie: Christentum weltweit

Angst vor religiösen Gegensätzen – Die EKD zieht falsche Schlüsse aus Martin Luthers Antijudaismus

Mittwoch 24. August 2016 von Prof. Dr. Dorothea Wendebourg


Prof. Dr. Dorothea Wendebourg

Seit Jahren, seit das zum Lutherevent verengte Reformationsjubiläum die Kalender des offiziellen deutschen Protestantismus beherrscht, kommt das Thema „Luther und die Juden“ immer wieder auf den Tisch des Hauses, wird in Reden, Vorträgen, Tagungen, Büchern, wissenschaftlichen Aufsätzen und Zeitungsartikeln, auf Podien, Synoden und Bischofskonferenzen traktiert. Dabei ist unstrittig: Die judenfeindlichen Schriften des Wittenberger Reformators sind für den Protestantismus eine schwere Hypothek. Und wie die deutsche evangelische Kirche mit ihnen in verschiedenen Phasen ihrer Geschichte umging, vor allem in der dunkelsten, der Zeit des „Dritten Reiches“, kann nur ein Gegenstand der Scham sein. Den ganzen Beitrag lesen »

Kategorie: Kirche, Theologie

Thesen zur Diskussion um das Pfarrdienstrecht

Dienstag 23. August 2016 von Pfr. Karl Baral


Pfr. Karl Baral

Im Vorfeld der Entscheidung unserer württ. Landessynode über das EKDPfarrdienstrecht, insbesondere wegen dessen § 39, und die Diskussion über Zulassung von Homopaaren in Pfarrhäusern, möchte ich folgende Thesen zu bedenken geben:

1. Nach dem Augsburger Bekenntnis (CA) Artikel 7 wird die Kirche konstituiert durch die reine Verkündigung des Evangeliums und die rechte Verwaltung der Sakramente, nicht durch „menschliche Traditionen, Riten und Zeremonien, die durch Menschen eingeführt wurden.“ Den ganzen Beitrag lesen »

Kategorie: Kirche, Sexualethik, Theologie

Berufen zur Freiheit!

Montag 22. August 2016 von Pfr. Bernhard Ritter


Pfr. Bernhard Ritter

Als 1789 die Französische Revolution mit ihrer Losung „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ die Bühne der Geschichte betrat und mit euphorischer Leidenschaft den Adel Frankreichs hinwegfegte, wusste niemand, wie sich die Geschichte weiter entwickeln würde. Sehr schnell übernahmen die neuen Herren den verlotterten Lebensstil ihrer Vorgänger. Sie erfinden die Guillotine, die Maschine zur Herstellung der Gleichheit. Erst wird der König geköpft, dann der Adel, dann die Mächtigen der Kirche, dann die Girondisten (= die gemäßigten Revolutionäre), danach selbst die, die ihre Meinung gegen die Revolutionäre oder „Mutlosigkeit“ äußerten, zum Schluss selbst die treibenden Kräfte, die Jakobiner. Mit der Hinrichtung Robespierres (1794) naht die Stunde Napoleons. Die napoleonischen Kriege mit ihren ungeheuren Menschenopfern finden nun bald in ganz Europa statt… Den ganzen Beitrag lesen »

Kategorie: Gesellschaft / Politik

Zum biblischen Zeugnis über Homosexualität

Freitag 19. August 2016 von Bischof i.R. Prof. Dr. Ulrich Wilckens


Bischof i.R. Prof. Dr. Ulrich Wilckens

Das biblische Zeugnis

Es gibt in der Bibel zwar nur wenige Stellen, an denen von Homosexualität ausdrücklich die Rede ist. Aber sie stimmen darin überein, dass gleichgeschlechtlicher Verkehr Gottes Willen widerspricht. Im Alten Testament gilt nach 3.Mose 18,22 und 20,13 als „Gräuel“, wenn „ein Mann bei einem Manne liegt wie bei einer Frau“. Das strikte Verbot steht zum Schluss einer Reihe von Formen unerlaubten Geschlechtsverkehrs im Umkreis der Familie und Sippe. Bei heidnischen Völkern war Geschlechtsverkehr unter Männern – wie auch mit Tieren (V. 23) – durchaus üblich, in Israel galt es als „schändlicher Frevel“, den das Volk Gottes grundsätzlich zu meiden hat. Darum steht die ganze Verbotsreihe am Anfang und am Schluss unter der Überschrift des heiligen Namens Gottes: „Ich bin der Herr, euer Gott“ (2.Mose 3,14; 20,2). Überdies zeigt die Geschichte von Abrahams Neffen Lot (1.Mose 19), dass sexuelle Gewalt gegen Männer in einer Stadt wie Sodom geradezu zum Herrschaftsanspruch Einheimischer gegen Fremde gehörte. Den ganzen Beitrag lesen »

Kategorie: Gesellschaft / Politik, Kirche, Sexualethik, Theologie

Da gibt es keinen Kompromiss!

Donnerstag 18. August 2016 von Pfr. Ulrich Parzany


Pfr. Ulrich Parzany

Das Kirchenfernsehen der Württembergischen Kirche hat aus Anlass des Christopher-Street-Day in Stuttgart einen Beitrag produziert, der die gegensätzlichen Überzeugungen innerhalb der Kirche zeigt. Pfarrer Martin Hirschmüller, der auch zum Vorstand der mit unserem Netzwerk verbundenen Pfarrerarbeitsgemeinschaft CONFESSIO gehört, bezieht darin klare Position. Die Gegenposition wird von einer Pfarrerin vertreten. Sie drängt auf eine Entscheidung der Landessynode in ihrem Sinne und damit auf eine Änderung der bisher in der Württembergischen Kirche geltenden Ablehnung der Segnung oder Trauung gleichgeschlechtlicher Paare. Den ganzen Beitrag lesen »

Kategorie: Gesellschaft / Politik, Kirche, Sexualethik

Buchempfehlung: Zwölf Köpfe der Reformation, LIT-Verlag, Münster 2016, 166 Seiten, 19,90 €.

Dienstag 16. August 2016 von Administrator


411gcPXtTPL._SX345_BO1,204,203,200_Am 31. Oktober 2017 jährt sich der Thesenanschlag der 95 Thesen Martin Luthers an der Schlosskirche zu Wittenberg zum 500. Mal. Das kommende Jahr wird bestimmt sein von Feierlichkeiten zum Reformationsjubiläum, bei denen es immer wieder um Martin Luther gehen wird. Dabei wird gerne übersehen, dass Martin Luther nicht alleine stand. Die Reformation hat eine Vorgeschichte und sie ereignete sich in mehreren europäischen Ländern unter dem Einfluss einer ganzen Reihe von prägenden Persönlichkeiten. Pfarrer Hans-Gerd Krabbe stellt in seinem Buch insgesamt zwölf dieser Persönlichkeiten vor und erklärt ihren Einfluss auf den Gang der Reformation, stellt ihre Biographie und Theologie vor und beleuchtet auch die Beziehungen untereinander. Den ganzen Beitrag lesen »

Kategorie: Buchempfehlungen, Kirche, Rezensionen, Theologie

Sind Evangelikale schießwütige Mörder?

Montag 15. August 2016 von Martin-Bucer-Seminar


Martin-Bucer-Seminar

1. Die Süddeutsche Zeitung erklärt Evangelikale zu schießwütigen Mördern

Zu den billigsten und erfolgversprechendsten Verleumdungen Andersdenkender gehört derzeit, sie mit IS und islamistischem Terrorismus in einen Topf zu werfen. Während es fast schon normal geworden ist, dass Diktatoren in aller Welt unliebsame Bewegungen und Kräfte zu Terroristen oder deren Nährboden erklären, verblüfft es doch, dass das auch in Deutschland geschieht, unter anderem neuerdings wieder mit den Evangelikalen, und dabei eine völlig unschuldige Menschengruppe seit drei Jahrzehnten per Sippenhaft verunglimpft werden, nach dem Motto: Steter Tropfen höhlt den Stein. Den ganzen Beitrag lesen »

Kategorie: Gesellschaft / Politik

Jesus weint über Jerusalem, Predigt am Israelsonntag über Lukas 19,41-44

Freitag 12. August 2016 von Prädikant Wolfgang Wilke


Prädikant Wolfgang Wilke

Seit der Reformationszeit denkt die Kirche mit dem „Israelsonntag“, Anfang August, in besonderer Weise an das Volk Israel und daran, dass Jesus ja selbst diesem Volk angehört. Israel steht wie kein anderes Volk in der Kritik der Weltöffentlichkeit und wird auch wie kein anderes Volk von einer Übermacht an Feinden bedroht, die es sich zum Ziel gesetzt haben, Israel vom Erdboden auszulöschen. Das ist allerdings nicht neu. Es gab noch nie eine Zeit in der Geschichte, in der Israel ein Liebling der Völker war. Bei der Beurteilung der aktuellen politischen Situation betrachten wir Israel immer nur durch das aktuelle Zeitfenster. Es fehlt uns oft der Durchblick. Wir sehen die Dinge nicht im Zusammenhang der Heilsgeschichte Gottes mit Seinem Volk und Seiner gesamten Schöpfung. Den ganzen Beitrag lesen »

Kategorie: Gemeinde, Kirche, Predigten / Andachten

Von der Not und der Kunst zu überzeugen

Mittwoch 10. August 2016 von Holger Lahayne


Holger Lahayne

Heutzutage jemandem direkt zu sagen, dass man eine vorgetragene Meinung für falsch hält, gilt weithin als intolerant. Daniel von Wachter nahm diese postmoderne Haltung jüngst in einem Interview unter die Lupe: „Es hat keinen Sinn, zu sagen: ‘Wenn jemand das anders sieht als ich, dann hat er ebenfalls recht.’ Das ist ein Widerspruch, es ist unvernünftig, so etwas zu sagen.“ Es ist „unlogisch, wenn ich etwas glaube und das Gegenteil auch für richtig halte.“ Der Philosoph warnt davor, Wahrheit und Logik gegen die Liebe auszuspielen, nach dem Motto: es sei liebevoll, Widersprüche „auszuhalten“; „damit ich mehr Liebe übe, darf ich niemandem mehr widersprechen“. Sicher soll man anderen seine Position nicht mit Gewalt aufzwingen, und man soll sich auch in Gemeinden nicht wegen jeder Meinungsverschiedenheit trennen. „Aber es ist töricht zu sagen: ‘Ich meine X, aber ich will nicht sagen, dass Nicht-X falsch wäre’.“ Von Wachter ist überzeugt, dass „es sogar liebevoller [ist], wenn ich versuche, ihn zu überzeugen, weil ich ja will, dass der andere auch die Wahrheit, also die richtige Auffassung erlangt.“ Den ganzen Beitrag lesen »

Kategorie: Kirche, Theologie, Weltreligionen