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Studie widerlegt Transkind-Mythos

Donnerstag 25. April 2024 von Stiftung Zukunft CH


Stiftung Zukunft CH

GeschlechtsverĂ€ndernde Therapien und Operationen an Kindern und Jugendlichen sind umstritten. LĂ€ngst weisen kritische Wissenschaftler und Jugendpsychiater darauf hin, dass Geschlechtsverunsicherung bei vielen Kindern- und Jugendlichen ein vorĂŒbergehendes PhĂ€nomen ist. Eine niederlĂ€ndische Langzeitstudie belegt nun empirisch, dass sich Geschlechtsverunsicherung bei den meisten jungen Menschen „auswĂ€chst“.

Das Thema Transgender ist in aller Munde. Angeheizt durch eine Lobby, die viel mediale UnterstĂŒtzung erfĂ€hrt, können Kinder und Jugendliche in der Schweiz und in Deutschland immer frĂŒher ihr Geschlecht Ă€ndern. Der Deutsche Bundestag hat am 12. April 2024 das „Selbstbestimmungsgesetz“ angenommen. Bereits 14-JĂ€hrige dĂŒrfen nun ĂŒber eine Änderung ihres Geschlechtseintrags und ihres Vornamens entscheiden. Transgender im Kinder- und Jugendalter wird zu einem Mythos hochstilisiert, der weder angezweifelt noch kritisiert werden darf. Die am 17. Februar 2024 publizierte, niederlĂ€ndische Langzeitstudie „Entwicklung der geschlechtsspezifischen Unzufriedenheit im Jugend- und frĂŒhen Erwachsenenalter“ klassifiziert diesen Trend nun als bedenklich. Die in den „Archives of Sexual Behavior“ veröffentlichten Ergebnisse belegen, dass Geschlechtsverunsicherung im Kindes- und Jugendalter in den allermeisten FĂ€llen eine vorĂŒbergehende Phase darstellt.

Je Àlter, desto weniger Geschlechtsverunsicherung

Forscher der UniversitĂ€t Groningen untersuchten fĂŒr die Studie ĂŒber einen Zeitraum von 15 Jahren 2772 Jugendliche zwischen elf und 26 Jahren. Die Studienteilnehmer entstammten einer Stichprobe, die sowohl klinisch wie auch fĂŒr die hollĂ€ndische Bevölkerung reprĂ€sentativ ist. Die Kinder und Jugendlichen wurden wĂ€hrend der Studiendauer sechsmal gefragt, ob sie gerne dem anderen Geschlecht angehören wĂŒrden. 78 Prozent der Befragten zeigten weder als Jugendliche noch als Erwachsene Unzufriedenheit mit dem eigenen Geschlecht. 19 Prozent berichtete im Jugendalter ĂŒber Geschlechtsunzufriedenheit, jedoch nicht mehr im frĂŒhen Erwachsenenalter. Bei lediglich zwei Prozent stieg die Unzufriedenheit im Laufe der Zeit an. Generell scheint Geschlechtsverunsicherung gekoppelt zu sein mit mangelnder Selbstsicherheit und labiler psychischer Gesundheit.

Die Kernaussage der sechsmaligen Befragung lÀsst sich somit wie folgt zusammenfassen: Zweifel an IdentitÀt und Geschlecht kommen insbesondere in der PubertÀt hÀufig vor, gehen bei psychisch gesunden jungen Menschen jedoch von alleine wieder vorbei. Dass sowohl in der Schweiz wie auch in Deutschland an einer stetig zunehmenden Anzahl von Kindern und Jugendlichen noch immer geschlechtsverÀndernde Eingriffe vorgenommen werden, ist aufgrund dieser Erkenntnisse ein Skandal.

Kritik an TGNS-Leitfaden

Ebenfalls kritisiert werden muss im Licht der neuen Studie auch der Leitfaden, den das Transgender Netzwerk Schweiz (TGNS) an Schweizer Schulen und Bildungseinrichtungen verbreitet. Wie Zukunft CH in einem offenen Brief an das EDI sowie an die kantonalen Bildungsdepartemente kritisierte, vertritt der Leitfaden unwissenschaftliche AnsĂ€tze. Statt verunsicherten jungen Menschen ein breites Angebot an Hilfe anzubieten, empfiehlt das TGNS, Kinder und Jugendliche in ihrer noch unreifen SelbsteinschĂ€tzung zu bestĂ€tigen und bei geschlechtsverĂ€ndernden Massnahmen zu unterstĂŒtzen. Bedauerlicherweise befolgen nicht wenige Schweizer Schulen die Empfehlungen des TGNS-Leitfadens – teilweise sogar gegen den Willen der Erziehungsberechtigten, wie die Elternvereinigung AMQG berichtet.

IdentitÀtskrisen in der Adoleszenz normal

Die Verfasser der niederlĂ€ndischen Studie schreiben: „Die Ergebnisse der aktuellen Studie könnten Jugendlichen dabei helfen zu erkennen, dass es in diesem Alter normal und auch relativ hĂ€ufig ist, Zweifel an der eigenen IdentitĂ€t und der eigenen GeschlechtsidentitĂ€t zu haben.“ Die Erkenntnis, dass geschlechtsspezifische Unzufriedenheit in der frĂŒhen Adoleszenz hĂ€ufig vorkommt, könnte insbesondere Medizinern, die hauptsĂ€chlich mit betroffenen Kindern und Jugendlichen arbeiten, neue Perspektiven eröffnen. Der umfassendere Überblick ĂŒber die Bandbreite der Entwicklungsmuster der GeschlechtsidentitĂ€t in der Allgemeinbevölkerung und bei Kindern in jugendpsychiatrischer Betreuung fordert klar zu mehr Differenzierung und ZurĂŒckhaltung in der Behandlung auf.

Deutsches Selbstbestimmungsgesetz ist eine Katastrophe

Vor dem Hintergrund der Studie muss noch ein weiterer Blick auf das deutsche Selbstbestimmungsgesetz geworfen werden. Laut diesem ist der Geschlechtseintrag eines Menschen kĂŒnftig „nur vom Geschlechtsempfinden der antragstellenden Person abhĂ€ngig“. Dass ein Empfinden generell von sehr vielen Faktoren abhĂ€ngt, dĂŒrfte jedem klar sein. Dass das Geschlechtsempfinden konkret im Laufe eines Lebens schwanken kann, belegt die Studie. Das Gesetz behauptet, dieser Tatsache dadurch Rechnung zu tragen, dass Erwachsene nach einer Sperrfrist von einem Jahr ihren Geschlechtseintrag erneut Ă€ndern können. Diese Sperrfrist gilt jedoch explizit nicht fĂŒr Jugendliche. Bedeutet das nun, dass MinderjĂ€hrige ihren Geschlechtseintrag nur einmal Ă€ndern können – oder beliebig oft? Beides wĂ€re verheerend. Eine einmalige Änderungsmöglichkeit erzeugt den Druck, bei der Entscheidung bleiben zu mĂŒssen, auch wenn sich die Geschlechtsverunsicherung legt. Beliebig hĂ€ufige Änderungsmöglichkeiten stellen den Jugendlichen vor die permanente Frage, fĂŒr welches Geschlecht er sich nun entscheiden möchte.

Dieses katastrophale neue Gesetz steht damit im Widerspruch zur aktuellen Forschungslage, die klar belegt, dass Jugendliche vor allem eines brauchen: eine normale Entwicklung in ihrem eigenen, naturgegebenen Körper.

Um Kinder und Jugendlich vor fehlerhaften Trans-Diagnosen und deren irreversiblen Folgen zu schĂŒtzen hat Zukunft CH das sechsseitige Infobulletin „Im Fokus ‚Trans‘-Kind“ sowie das ausfĂŒhrlichere Infodossier „Transkind: Im falschen Körper geboren?“ erstellt. Beide können, auch in grösseren Verteilmengen, ĂŒber das Bestellformular oder unter Tel. 052 268 65 00 bestellt werden. (Bestellungen aus dem Ausland nur bei Übernahme des Portos)

Von Regula Lehmann und Ursula Baumgartner

Quelle: www.zukunft-ch.ch, 22.4.2024

 

Dieser Beitrag wurde erstellt am Donnerstag 25. April 2024 um 11:00 und abgelegt unter Gesellschaft / Politik, Seelsorge / Lebenshilfe, Sexualethik.