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Bedroht die Schöpfungslehre die Humanität?

Dienstag 3. März 2009 von Jethro Lamprecht


Jethro Lamprecht

Bedroht die Schöpfungslehre die Humanität?
Eine Besinnung über die biblische Schöpfungsethik

Wie nie zuvor ist die biblische Schöpfungslehre in den letzten Jahren heftigen und erschreckenden Angriffen ausgesetzt gewesen. Sie wurde von Evolutionsvertretern als inhuman und als Gefahr für Menschenrechte, Freiheit und Demokratie bezeichnet, und sie bedeute einen Angriff auf die Menschenwürde. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, die Schöpfungsethik darzustellen. Zuvor sollen zum Vergleich wichtige Aspekte der Evolutionären Ethik in den Blick genommen werden; ein Gesamtüberblick wird hier nicht geboten. Das sei ausdrücklich betont.

Evolutionslehre und Ethik

Evolutionsvertreter können Ethikkataloge aufstellen und Ethik in die Tat umsetzen. Aber kann aus einem evolutionär gedeuteten Naturgeschehen eine Ethik begründet werden? Die Frage nach der Begründbarkeit der Ethik aus der Natur an sich fand innerhalb der Philosophie grundsätzlich ein Nein: Aus einem Sein kann kein Sollen zwingend abgeleitet werden. Solche Ableitungsversuche sind naturalistische Fehlschlüsse genannt worden. Nach Christian H. Krijnen „ist es logisch unzulässig, aus einer noch so großen Menge von Seinsaussagen auch nur eine einzige Sollensaussage abzuleiten. Eine genetische Analyse, die das Sein mit Hilfe von anderem Sein erklärt, gerät bei der Frage nach dem Sollen gleichsam an ihre natürliche Grenze.“ (1) Zunächst aber: Was ist mit Evolutionärer Ethik gemeint? Wegen der Vielfalt und partiellen Widersprüchlichkeit der Entwürfe (2) müssen in dieser Kurzdarstellung Schwerpunkte gesetzt werden und somit manche Gesichtspunkte unbeachtet bleiben. Die Evolutionäre Ethik ist nicht zu verwechseln mit dem Sozialdarwinismus, der Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten als naturgegeben und deshalb als richtig ansieht.

Laut Wikipedia (letzte Änderung 27.01.2009 um 15.54 Uhr) ist nach der Evolutionären Ethik moralisches Verhalten einem evolutionären Selektionsprozess unterworfen. Daher müssen die moralischen Prinzipien so gestaltet sein, dass sie dem Einzelnen oder der Gruppe einen Überlebensvorteil bringen.(3) (Verbirgt sich hier nicht ein Schluss vom Sein auf ein Sollen? Inwiefern kann denn aus einem naturalistisch und evolutionär gedeuteten Naturgeschehen die Norm des Lebens überhaupt und speziell die Norm des Überlebens von Einzelnen und Gruppen abgeleitet werden? Ergibt sich nicht mindestens in vielen Fällen aus dem Überlebensvorteil von Gruppen ein Überlebensnachteil von anderen Gruppen? Wird damit nicht Konkurrenzkampf, der oft mit Leid verbunden ist, und damit etwas Inhumanes als Basisnorm zugrunde gelegt?)

Wikipedia stellt ebendort fest, dass die Evolutionäre Ethik eine naturalistische Metaethik voraussetzt. Zu ergänzen ist: Diese Metaethik wiederum beruht auf einer naturalistischen Glaubensposition. Gerhard Vollmer, bedeutender Vertreter der Evolutionären Ethik, nennt entsprechende Voraussetzungen: Zur Erklärung moralischen Verhaltens bedarf es keiner Annahme eines übernatürlichen Eingriffs in der Geschichte des Menschen. Die Ethik benötigt keine absoluten Maßstäbe. Es gibt keine moralische Institution, die universell, verbindlich oder unfehlbar ist.(4) (Der die Evolutionäre Ethik bestimmende Glaube steht also in grundlegendem Widerspruch zum Schöpfungsglauben und ist offenbar atheistisch bzw. schriftfern.)

Bemerkenswert ist ein Zitat im Vorwort von Rolf Hille und Herbert H. Klement zu einem Sammelband zur theologischen Anthropologie. In diesem Zitat schimmern die naturalistische Voraussetzung und ethische Konsequenzen durch: „Rudolf Weth skizzierte die Position führender angelsächsischer Bioethiker so: ‘Die Annahme einer Menschenwürde … ist ein jüdisch-christliches, anthropozentristisches … Vorurteil. Demgegenüber geht ein vorurteilsfreies, natur- und biowissenschaftliches Denken davon aus, dass dem Menschen keine Vorrangstellung in der Kette alles Lebendigen zukommt, dass also menschliches Leben – wie alles durch Evolution entstandene Leben – grundsätzlich ohne Würde und Wert ist‘“.(5) Dass menschliches – „durch Evolution entstandenes“ – Leben „grundsätzlich ohne Wert und Würde ist“, ist auf gar keinen Fall „vorurteilsfreies, natur- und biowissenschaftliches Denken“! Es handelt sich hier nicht um objektives, weltanschaulich neutrales Denken, sondern um ein Werturteil, und alle Werturteile sind von Glaubensvoraussetzungen bestimmt. Diese sich als vorurteilsfreies wissenschaftliches Denken ausgebende Behauptung erweist sich bei näherer Betrachtung als abhängig vom Glaubensvorurteil einer naturalistischen Interpretation der Lebensgeschichte. Diese Bioethiker haben logische Konsequenzen einer naturalistisch-evolutionären Deutung des Lebens radikal und folgerichtig gezeigt: „Menschliches wie tierisches Leben ist grundsätzlich ohne Wert und Würde.“ Es dürfte wohl keinen Vertreter der Evolutionären Ethik geben, der nicht für Humanität plädierte. Aber wenn dem Menschen die Würde und dem Tier der Wert aus logischen Gründen abgesprochen werden muss, ist dem Grauen die Tür geöffnet. Dann müsste die naturalistische Natursicht, aus der sich diese logischen Gründe ergeben, einer gesamtgesellschaftlichen Kritik unterzogen werden und nicht länger der Schöpfungsglaube, der Würde und Wert des Lebens begründet!

Die wichtigste Instanz der Evolutionären Ethik ist nach Gerhard Vollmer „die Vernunft … auch die Vernunft ist ja – jedenfalls nach naturalistischer Auffassung – ein natürliches Vermögen des Menschen … dieses Vermögen, mit dem uns die Evolution … ausgestattet hat“.(6) Vollmer wünscht sich den Beitrag der Vernunft zur Ersparnis von Leid.(7) (Es gibt verschiedene Vernunftverständnisse. In jedem Fall ist Vernunft eine interpretierende, erkenntnisbildende Instanz. Erkenntnisse [richtige oder falsche] sind aber ausnahmslos abhängig von ethischer [guter oder böser] Entscheidung, sei sie bewusst oder nicht. Bei jeder Erkenntnisbildung nämlich steht der Mensch in der Entscheidung zwischen den Erkenntnistugenden wie Wahrheitswillen, Sorgfalt usw. oder ihrer Verweigerung, sei diese bewusst oder nicht. Noch tiefer gefasst prägen unausweichlich Glaubenspositionen wie z. B. Atheismus, Materialismus, Naturalismus, Theismus die Erkenntnissyteme. Vernunft ist ohne die nichtnatürlichen Dimensionen von Glaube und Ethik gar nicht sinnvoll denkbar. Damit ist ein naturalistisches Vernunftverständnis sinnlos. Die wichtigste Instanz der Evolutionären Ethik ist also nicht die Vernunft, sondern ein Glaube, der den biblischen Schöpfergott ablehnt. Eine ausschließlich vom naturalistischen Glauben geprägte Vernunft wird keinen Beitrag zur Ersparnis von Leid bringen können.)

Gerhard Vollmer: „Wer den Menschen Vorschriften machen möchte, muß wissen, was ihnen abverlangt und zugemutet werden kann. Deshalb ist Wissen über die biologische Natur des Menschen unverzichtbar, und um solches Wissen bemüht sich die Evolutionäre Ethik.“(8) (Hier stellt sich die Frage, ob es notwendig ist, auf die die Naturgeschichte naturalistisch inter-pretierende Evolutionsbiologie zurückzugreifen. Kann nicht die Medizin, die Psychologie und die empirisch arbeitende Humanbiologie besser abgesicherte und genauere Ergebnisse liefern? Und weiß nicht der Schöpfer am besten, was dem Menschen abverlangt und zugemutet werden kann?)

Der Philosoph Kurt Bayertz kommt gegen Ende seiner Untersuchung zu einem ernüchternden Ergebnis: Die Bedeutung der evolutionären Sicht für das Verstehen von Moral wird man als eher gering einzustufen müssen.(9) Noch geringer aber dürfte die Bedeutung der Evolutionären Ethik durch die neuen Forschungsergebnisse der Epigenetik geworden sein (siehe unten). Die in dem Sammelband „Gut und Böse in der Evolution“ zu Wort kommenden Vertreter der Evolutionären Ethik, zu denen auch Gerhard Vollmer gehört, lehnen den naturalistischen Fehlschluss ab: Aus Fakten folgen keine Normen.(10) „Die Tatsachen der Evolution allein … lehren uns noch nicht, was gut und böse, was richtig und falsch … ist. … Insbesondere ist die ethisch-moralische Forderung, wir sollten für die Menschheit als Ganzes etwas tun, eine Grundnorm, die nicht aus der Evolutionsbiologie … abgeleitet werden kann.“(11) (Wohl aber aus der Schöpfungsethik!) Gerhard Vollmer sagt eindeutig, dass man der Evolution keine moralischen Maßstäbe entnehmen kann und dass Evolution, Arterhaltung und Artenvielfalt keine Werte für sich sind.(12) (Artenvielfalt und Arterhaltung sind aber Werte der Schöpfungsethik!)

Gleichwohl ist trotz der logischen Unmöglichkeit versucht worden, Ethik evolutionär zu begründen. Robert. J. Richards bemüht sich dabei, den Verdacht auf den naturalistischen Fehlschluss auszuräumen und behauptet: Wir können kohärent und vernünftig moralische Werte von Fakten herleiten.(13) [Dagegen wendet sich Hubertus Busche und zeigt grundlegende Begründungsaporien in Richards‘ Argumentation auf.(14)] Und Dagmar Schmitz will angesichts einer wertepluralistischen Gesellschaft an der Evolutionären Ethik festhalten, obwohl diese „an der … metaethischen Bedeutung evolutionsbiologischer Erkenntnisse“ versagt hat und obwohl sie „wegen der absehbaren gesellschaftlichen Konsequenzen als fragwürdig“ erscheint! (15)

Krijnen zeigt in seiner Argumentation: a) Ob etwas Gegebenes, etwa eine postulierte evolutionäre Entwicklung oder eine erforschte Verhaltensdisposition, als gut qualifizierbar ist, liegt nicht im Gegebenen selbst. b) Weil die Evolutionäre Ethik Vernunft nur naturalistisch als Gegebenes unter anderem Gegebenen einstufen kann, schließt sie somit auch den Typus von Vernunft als Subjekt aus, der absolute Ethik vermitteln könnte. So kann das Resultat aus a) und b) nur lauten, dass das unumgängliche Begründen der Eigenbestimmtheit des ‚Guten‘ und damit echtes Begründen von Ethik durch die Evolutionäre Ethik gar nicht möglich ist.(16) Angesichts dieses Ergebnisses stellt sich nun die Frage, ob denn die Schöpfungslehre ein Subjekt beinhaltet, das absolute Ethik vermitteln kann.

Schöpfungslehre und Ethik

Das Subjekt (‚Vernunft‘, ‚Logos‘, ‚Ich‘ usw.) ist als geltungslogische Größe zu fassen und nicht als Sein wie im naturalistischen Evolutionsdenken. Es ist absolut und unbedingt. Mit dem Menschsein ist die Würde verbunden, ethische Normen zu bestimmen. Die Moralität von Handlungen ist nicht durch deren eigenes Sein qualifiziert, sondern durch ihre Beziehung zu ethischen Geltungsprinzipien (Normen).(17) Hier kann sich aber die grundlegende philosophische Frage aufdrängen: „ … aus welchem Grund fließt echte Gutheit für unser Wollen, Tun und Lassen?“ (18) Diese Frage führt gleich zur nächsten: Bringt der Mensch aus sich selbst echte Gutheit und wahre Vernunft hervor? Die Geschichte lässt daran zweifeln. Auf jeden Fall kann der Mensch das erforderliche Hervorbringen moralischer Qualität nicht garantieren.

Dagegen kann der Logos als Subjekt Ethik begründen. Nach Heraklit ist der Logos das ewige Weltgesetz, nach dem alles geschieht, und Norm des Denkens. Bei Platon ist der Logos die begründende Rede im Gegensatz zum erzählenden Mythos. Philon lehrt den Logos als Schöpfungsmittler, als Mittler zwischen Gott und Welt. Für Dionysios von Alexandreia (2. Jh. v. Chr.) bedeutet Logos u. a. Gott. Im Neuen Testament und in der Theologie meint Logos Jesus Christus, das Wort Gottes, die Offenbarung, die Botschaft des Evangeliums.(19) In Joh 1,3 ist der Logos das Wort, das das Universum und alles Leben erschuf. (Interessanterweise erscheint der Logosbegriff griechischer Denker als Annäherung an den später im Neuen Testament offenbarten Logos.)

Allein aus dem offenbarten Logos fließt echte Gutheit für das Wollen, Tun und Lassen. Denn Gott ist heilig und Liebe. In der biblischen Sprache „ist Gott bereits ein moralisch bedeutsamer Begriff. Wir sprechen von dem Schöpfer und Herrn des Universums, der als solcher letztgültige Autorität über jedes Geschöpf besitzt. Wir sprechen von dem Gott der vollkommenen Liebe und der vollkommenen Gerechtigkeit, der gerade durch sein Wesen die ethischen Maßstäbe für andere setzt. Wir sprechen von Gott, dem Erlöser, dem wir dankbare Treue schulden.“ (20) Gott selbst und mit ihm die Schöpfungslehre als Teil seines Wortes begründet und bringt Moral hervor. Die Evolutionslehre kann dies nicht leisten.

Krone der Schöpfung ist der Mensch als Mann und Frau, gleichwertig und verschiedenartig, zum Ebenbild Gottes geschaffen. Die Gottesebenbildlichkeit ist ein nicht mehr zu steigerndes Maß der Menschenwürde. Hans-Jürgen Peters schreibt: „In der Debatte um die Thesen des australischen Philosophen Peter Singer ist deutlich geworden, dass die letzte Begründung einer … für alle geltenden Menschenwürde nur auf dem Hintergrund der jüdisch-christlichen Tradition gegeben werden kann.“ (21) Keine Religion, keine Ideologie und kein weltanschauliches System vertritt eine so hohe Würde und einen so hohen Wert des Menschen wie der Schöpfungsbericht.

Nicht nur die Menschheit als Ganze, jeder einzelne Mensch hat vor Gott einen Wert: Die Haare auf dem Haupt sind alle gezählt (siehe Mt 10,30).(22) Aber: „Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei“ (1Mo 2,18). Gott schuf den Menschen als Mann und Frau und damit auch als Einzelmenschen gemeinschaftsbedürftig und -fähig und mit unterschiedlichen auf gegenseitige Ergänzung hin entworfenen Gaben ausgestattet. Diese menschliche Begabtheit und Bedürftigkeit in geistiger, emotionaler und leiblicher Hinsicht ermöglicht die Konkretion der Liebe, die ihre letzte und notwendige Quelle in Gott hat.

Aus der Gottesebenbildlichkeit ergibt sich die Notwendigkeit und Verpflichtung zu einem liebenden und gerechten Umgang in Achtung und Respekt gegenüber den Menschen aller Rassen einschließlich den Andersdenkenden. Missachtung der Menschenwürde und Rassismus bedeuten ein Angriff auf den Schöpfer, der den Angreifenden zur Rechenschaft ziehen wird. Damit ist die Schöpfungslehre beste Grundlage für Menschenwürde und Überwindung des Rassismus.

Wie aus der Gottesebenbildlichkeit die Menschenwürde fließt, so ist die Menschenwürde Quelle für die Menschenrechte. In der Gründungsurkunde der USA wird erklärt, dass „alle Menschen von ihrem Schöpfer mit bestimmten unveräußerlichen Rechten ausgestattet seien.“ (23) Die Menschenrechte sollen die äußere Freiheit ermöglichen und schützen. Durch die äußere Freiheit können erst die lebensdienlichen Wirkungen hoher Moral wie der Schöpfungsethik zur weit reichenden Entfaltung kommen. Einfacher und etwas verkürzt formuliert: Freiheit ist notwendig, damit eine hohe Moral praktiziert werden darf. (Gerade dieses wird Christen in Herrschaftssystemen, die nicht auf dem Boden der Bibel gewachsen sind oder aber deren Boden verlassen, partiell verwehrt.) „Heutzutage ist ersichtlich, daß die M. (= Menschenrechte, d. Verf.) weltweit am ehesten in demokratischen Staaten christl. Tradition geschützt werden.“ (24) Äußere wie innere Freiheit ist unverzichtbar dafür, dass die mit der Gottesebenbildlichkeit und der Menschenwürde zusammenhängende Verantwortlichkeit angemessenen Ausdruck finden kann.

„Seid fruchtbar und mehrt euch!“ (1Mo 1,28) Die Schöpfungsethik muss eine Ethik des Lebens sein, denn das Leben ist der Wille des Schöpfers. Dies zeigt sich auch darin, dass Mensch und Tier nur pflanzliche Nahrung zu sich nehmen sollte (1Mo 1,29f). Seit dem Einbruch des Bösen im Sündenfall aber steht das Leben unter dem Zeichen der Bedrohung und des Todes. Es ist Gericht Gottes, dass der Mensch und die Tierwelt den Konsequenzen des Bösen – Bedrohung und Tod – ausgeliefert sind. „Die universale Existenz des Bösen erfordert ethische Entscheidungen … Jede Ethik soll und kann nicht mehr zum Ziel haben, als dem Erhaltungswillen Gottes an der alten Schöpfung zu dienen.“ (25) Die zehn Gebote – vom Theologen Friedrich Beißer Schutzgebote genannt (26) – dienen der Ermöglichung und Bewahrung menschlichen Lebens in der gefallenen Schöpfung.(27) Die Artenschutzethik findet ihre Begründung u. a. in dem nach Arten unterteilten Schöpfungswerk und in dem größten Artenschutzprojekt der Geschichte, nämlich der Arche. (Die Ethik des Artenschutzes kann aus der Evolutionslehre nicht zwingend abgeleitet werden.)

Die Verantwortungsethik hat eine humanisierende Wirkung. Dadurch dass der Schöpfungsbericht den Menschen in die Verantwortung gegenüber Gott, dem Schöpfer, stellt, gewinnt das Verantwortungsbewusstsein für einen würdigen und angemessenen Umgang mit den Mitmenschen sowie mit der Tier- und Pflanzenwelt und der unbelebten Schöpfung, den natürlichen Ressourcen, stärkste Begründung und Motivation. Die verbreitete Behauptung, die Weisung „Macht euch die Erde untertan“ (nach 1Mo 1,28) sei Aufforderung zum Raubbau an der Natur, ist völlig abwegig und verdreht den Sachverhalt. Dem Menschen ist das Bebauen und Bewahren aufgetragen (1Mo 2,15). So bietet der Schöpfungsbericht auch die Grundlage für die Arbeitsethik. Zur Schöpfungsethik gehören auch der Dank (vgl. Röm 1,21) und die Dankbarkeit für die Gaben der Schöpfung. Dankbarkeit leistet einen Beitrag zur seelischen und körperlichen Gesundheit.

Der Theologe Adolf Schlatter hat wichtige Zusammenhänge zwischen Schöpfung und Ethik erschlossen. Nach seiner Überzeugung verkörpert sich im Sein der Schöpfung eine sittliche Ordnung. Weil die Schöpfung durch Ordnungen strukturiert wird, ist auch die Ethik an diese Ordnungen gebunden: Die sittliche Freiheit hat da ihre Grenzen, wo sie einer Bejahung, Bewahrung und Entfaltung des Geschaffenen zuwiderläuft.(28)

Vielleicht mag der Einwand erhoben werden, dass im Falle der Schöpfungsordnungen doch wie in der Evolutionären Ethik aus dem Sein ein Sollen zu begründen versucht worden sei. Was ist darauf zu antworten? In der Evolutionären Ethik wird die Natur als Materie-Dynamik verstanden. Dagegen ist die Schöpfung in der Schöpfungsethik nicht bloße materielle Natur, sondern qualifiziert als stetes Werk Gottes, dessen heiliger Wille das Geschaffene bestimmt. Das Leben ist eindeutig der Wille Gottes, auch wenn es durch das Gericht Gottes in Gestalt des Todes begrenzt ist. Die Schöpfungslehre kann somit Ethik begründen.

Das Gesetz des Alten Testaments zählt nach Auffassung Schlatters zur Schöpfungsordnung und ist in der Schöpfung begründet. Zu den Schöpfungsordnungen gehören u. a. Ehe (29), Familie, Volk, der Ruhetag im Wochenrhythmus. Gesetz und Schöpfung entsprechen sich. Nicht das geschöpfliche Wesen des Menschen, sondern seine Sündhaftigkeit steht im Widerspruch zum Gesetz. Dieses drückt das uneingeschränkte Wohlgefallen Gottes am Guten und sein uneingeschränktes Missfallen am Bösen aus. Das Gute beinhaltet die Gerechtigkeit und die Liebe. Die Liebe überbietet die Gerechtigkeit und stiftet Gemeinschaft. Gerechtigkeit und Liebe benötigen zu ihrer Verwirklichung einer ethischen Reflexion, da beide inhaltlich von der Schöpfungswirklichkeit und von der jeweiligen geschichtlichen Situation abhängen. Anders formuliert: Das Moralische ist das Seins- und Situationsgerechte. Die Liebe in ihrer Selbstlosigkeit ist den Christusgläubigen als Wirkung der Erlösung geschenkt und eröffnet Erkenntnis.(30)

Es ist lohnenswert, die Bedeutung des letzten Satzes näher zu entfalten. Zunächst zu seinem Hintergrund: Wie schon gesagt, führte der Sündenfall die Schöpfung einschließlich des Menschen unter die Macht des Bösen und des Todes. Der Sündenfall war ein Versuch des Menschen, aus dem Angewiesensein auf Gottes Weisung auszubrechen. Der Mensch wollte und will sich selbst an die Stelle Gottes setzen und selbst entscheiden, was gut und böse ist. Die Folge ist aber eine erhebliche Beeinträchtigung des menschlichen Erkenntnisvermögens und daher ein noch stärkeres Angewiesensein auf ethische Orientierung durch Gott. Erkenntnis ist immer von Ethik abhängig. Das Nein gegenüber den Schöpfungsordnungen lässt nicht nur schuldig werden, sondern auch scheitern.

Angesichts dieser Tragik des Menschen eröffnet Gott den Weg zu einer Neuschöpfung. Sie vollzieht sich beim wahrhaft an Jesus Christus Glaubenden in Bekehrung und Wiedergeburt. Der Wiedergeborene hat sein Leben willentlich der Herrschaft Gottes unterstellt.(31) „Wo … die Feindschaft des Menschen gegen Gott durch die im Glauben an Jesus Christus geschenkte Versöhnung in Frieden umgewandelt ist, da erwächst aus diesem neuen Verhältnis zu Gott und der damit gegebenen Gegenwart des Geistes stets neu weltüberwindende Kraft zum Tun des Guten in allen Bereichen menschlichen Lebens.“ (32) Am beeindruckendsten zeigt sich die weltüberwindende Kraft Gottes im wiedergeborenen Menschen wohl in der Feindesliebe. Ohne diese bliebe die Schöpfungsethik unvollständig. Warum? Mt 5,44f begründet die Feindesliebe aus dem Schöpferhandeln Gottes: „Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde; segnet, die euch fluchen; tut wohl denen, die euch hassen; bittet für die, so euch beleidigen und verfolgen, auf daß ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel; denn er läßt seine Sonne aufgehen über die Bösen und über die Guten und läßt regnen über Gerechte und Ungerechte.“

Wie schon erwähnt, eröffnet Liebe Erkenntnis. Hass dagegen verhindert Erkenntnis. Liebe beinhaltet in diesem Zusammenhang die bestmögliche und heiligste Zugewandtheit zum Erkenntnisobjekt. Ist das Erkenntnisobjekt etwa eine irreführende Theorie, ist Liebe zur Wahrheit und zum Guten eine Voraussetzung zum Durchschauen ihrer Verführungskraft. Liebe lässt das Erkenntnisobjekt zur Darstellung kommen und versucht nicht, ein eigenes Vorurteil ihm gegenüber durchzusetzen. In diesem Verzicht auf „interpretatorische Überwältigungsakte“ (H. Hempelmann) verzichtet sie auf Macht und gewinnt so Erkenntnis.

Das Phänomen „Erkenntnis“ lässt sich auch aus einer mit dem eben Gesagten eng verwandten Perspektive betrachten: Ziel und höchste Form der Erkenntnis ist die Wahrheit. Wahrheitsethik ist im Schöpfungsbericht enthalten: Das Wort der Wahrheit führt ins Leben; Lüge und Betrug der Schlange (1Mo 3) – und ihrer menschlichen Nachahmer – führen in Not und letztlich in den Tod. Die Schöpfungslehre ist nicht wissenschaftsfeindlich, sondern stellt im Gegenteil eine Ethik bereit, die Wissenschaft erst ermöglicht: So erfordert die Rechenschaftspflicht gegenüber dem heiligen und allwissenden Schöpfer Sachlichkeit, Sorgfalt, Ehrlichkeit, Wahrheitswille, Wahrheit, Wahrhaftigkeit usw. Gewollte Ignoranz, Betrug, Verfälschung, Verdrehung, Wort-, Satz- und Themenmanipulation, Verleumdungen Andersdenkender, Leugnung bewiesener Tatsachen sowie andere interpretatorische Überwältigungsakte sind mit der Schöpfungslehre unvereinbar. Ohne das Glaubenswissen um die Rechenschaftspflicht vor dem heiligen Gott hat die Ethik keine stabile Grundlage. Daher ist es kein Wunder, dass die Kette unsachlicher, verunglimpfender Aussagen zur Schöpfungslehre und zu ihren Vertretern nicht abreißen will; Feindschaft gegen den Schöpfer kann ja nicht nur keine Erkenntnis- und Wissenschaftsethik hervorbringen – diese Feindschaft reduziert sie auch!

Neue Forschungen zur Epigenetik

haben bisherige Vorstellungen der Wissenschaft zum Einsturz gebracht. Soziale Erfahrungen, Ernährung, Drogen, positive wie negative Lebensführung, das Erleiden von bösen Handlungen beeinflussen nicht nur das Seelische, sondern auch das Erbmaterial zum Positiven wie zum Negativen.(33)

Die Auffassung, der Mensch sei Sklave seiner Gene, ist also falsch.(34) „Das Leben des Menschen und sein Erbgut stehen in einem dynamischen, wechselseitigen und planvollen Verhältnis.“ (35) Hier wird neben der Geschöpflichkeit die große Verantwortung des Menschen für sein Tun und Lassen deutlich, seine Hoheit als Gottes Ebenbild, das durch seine guten wie bösen Entscheidungen sein Erbmaterial und das von anderen Menschen zum Guten wie zum Schlechten beeinflussen kann. „Die Welt ist dualistisch geschaffen, als eine unsichtbare geistige und eine sichtbare physische Welt. Aber es ist die geistige Welt, welche die physische Welt letztlich bestimmt.“ (36) Die ethischen Konsequenzen aus den neuen Forschungen zur Epigenetik stützen die biblische Schöpfungsethik auf eindrückliche Weise.

Einige tragische Folgen der Verwerfung der Schöpfungslehre

Der Schöpfungsbericht betont deutlich, dass der Mensch gegenüber dem Schöpfer für sich selbst verantwortlich ist und mitverantwortlich für den Nächsten, die Lebewesen und die Erde. Beobachten lässt sich jedoch eine allgemein zunehmende Weigerung, Verantwortung zu übernehmen. Je mehr sich der Mensch vom Schöpfer und mithin von der Schöpfungslehre entfernt, desto unfähiger ist er auch, verantwortlich zu leben, ja zu leben überhaupt. Er ist gefangen in der Todeskultur des Egoismus. Er kennt bzw. versteht die Schöpfungsordnungen nicht und meint, sie beseitigen zu können. „Gegenüber der daraus entstehenden Selbstzerstörung des Menschen muß deutlich gemacht werden, daß Gottes Gebote aus seiner Zuwendung zum Menschen erwachsen sind, daß sie ihn schützen und ihm wahrhaftiges Leben ermöglichen wollen. Nicht Autonomie, sondern Theonomie garantiert Leben.“ (37) In engem Zusammenhang mit dem hier Gesagten steht auch das Folgende:

Die Verwerfung der biblischen Schöpfungslehre stellt die Menschenwürde auf ein niedrigeres, viel schwächeres Niveau, kann keinen ausreichend wirksamen Beitrag gegen Menschenverachtung leisten und bedroht letztlich die Menschenrechte. Besonders deutlich ist der Zusammenhang zwischen der Ablehnung der Schöpfungslehre und der Einschränkung des Menschenrechts ungeborener Menschen auf Leben zu sehen. Der Philosoph Robert Spaemann sagt: „In der Zulassung der Abtreibung im vollen Licht der Öffentlichkeit steckt heute ein Grad von Menschenverachtung, wie er in keiner archaischen Gesellschaft möglich wäre. … der nackte Wille, den Tötungsfreiraum zu verteidigen‘“ stehe hinter den Argumenten der Abtreibungsbefürworter.(38) Freiraum zum Leben gibt dagegen das Wort des Schöpfers „Seid fruchtbar und mehrt euch!“

Die Schöpfungslehre ist Widerspruch gegen jede Ideologie und wird darum massiv diffamiert. Die Evolutionslehre dient als Stütze und Schutzpanzer gegen die Bedrohtheit der Ideologien durch die Schöpfungslehre. Alle Ideologien, von den gemäßigten wie dem Humanismus bis hin zu den totalitären, führen zu einem Humanitätsdefizit im Vergleich zu einer konsequent praktizierten Schöpfungsethik. Dieses Humanitätsdefizit ist in allen Fällen erheblich und geht in manchen Fällen ins Unermessliche. Daher erweist sich die Evolutionslehre in ihrer Stützfunktion für die Ideologien als Bremserin der Humanität. Im Darwinismus und in den Ideologien wird Gott dem Schöpfer und Richter, der die Humanität erst ermöglicht und die Inhumanität richten wird, mit Nachdruck keinen Platz gelassen. Der Historiker Hugo Staudinger stellt inhumane Folgen des Darwinismus in der Geschichte dar.(39)

Für Friedrich Nietzsche (1844-1900) hatte der Darwinismus eine „entsetzliche Consequenz“. Hand in Hand mit der Verwerfung des Glaubens an Gott geht die Heraufkunft des Nihilismus als Schicksal Europas: Es gibt keinen Gott und kein ewiges Sittengesetz; der Mensch gilt als Tier.(40) Weil nach Nietzsche der Glaube an Gott untergraben ist (durch D. F. Strauss‘ Bibelkritik und Darwin), muss die Moral einfallen.(41) Er sprach von einer sich daraus ergebenden „ungeheuren Logik von Schrecken“: „Diese lange Fülle und Folge von Abbruch, Zerstörung, Untergang, Umsturz, die nun bevorsteht“.(42)

Die Anerkennung der geschichtlichen Wahrheit des Schöpfungsberichts würde der in ihm befindlichen (Schöpfungs-)Ethik höchste Autorität verleihen. Indem aber die EKD ohne Sachzwang dem Schöpfungsbericht die geschichtliche Wahrheit abspricht und ihn als theologische Interpretation eines Naturgeschehens einstuft, schwächt sie erheblich die Basis für die Moral und dürfte daher mitverantwortlich sein für einen Teil der Inhumanität gegenwärtiger Gesellschaft.

Nicht die biblische Schöpfungslehre ist also eine Bedrohung der Humanität, der Freiheit und der Menschenrechte! Sondern es ist genau umgekehrt: Die Verdrängung der Schöpfungslehre durch die Evolutionslehre schüttet diese Quelle der Ethik und der Humanität zu. Übrigens: Keiner war und ist so sehr Opfer von Verunglimpfungen und Menschenrechtsverletzungen wie das Volk der Juden, das die Heilige Schrift einschließlich des Schöpfungsberichts hervorbrachte, und Christen, die in schriftgemäßer Weise an die Wahrheit der Heiligen Schrift einschließlich des Schöpfungsberichts glauben.

Nach der Entwicklung in den letzten Jahren zu urteilen, wird die Schöpfungslehre wohl auch zukünftig aufgrund der Aktivität eines Teils der Evolutionsvertreter gesellschaftlich diskriminiert und von Gleichbehandlung ausgeschlossen werden – zum Nachteil der Gesellschaft.

Neuschöpfung und Ethik

Das weiter oben schon angesprochene Thema der Neuschöpfung des Menschen soll wegen seiner Wichtigkeit am Schluss noch einmal aufgegriffen werden. Wiedergeborene Christen sind eine neue Schöpfung. „Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur“, bezeugt Paulus in 2Kor 5,17. Weil der Geist Gottes in den Wiedergeborenen lebt, „wird ihr ethisches Handeln auf eine höhere Ebene gehoben. Durch Gottes Wort haben sie tiefere Einsicht in die Unterscheidung von Gut und Böse und auch die Qualifikation zum Handeln nach richtiger Erkenntnis.“ (43)

„Denn aus Gnade seid ihr selig geworden durch Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es, nicht aus Werken, damit sich nicht jemand rühme. Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, daß wir darin wandeln sollen“ (Eph 2,8-10).

Anmerkungen

1 Christian H. Krijnen (Katholieke Universiteit, Nijmegen, NL): Die Moralität der Natur und die Natur der Moralität: Kritische Bemerkungen zur Evolutionären Ethik, http://www.bu.edu/wcp/Papers/TEth/TehtKrij.htm, S. 2 (27.03.05)

2 Siehe Kurt Bayertz (Hrsg.): Evolution und Ethik, Stuttgart 1993

3 Vgl. Evolutionäre Ethik – Wikipedia; vgl. auch: Evolutionäre Ethik

4 Vgl. Gerhard Vollmer: Möglichkeiten und Grenzen einer evolutionären Ethik, in: Kurt Bayertz: a. a. O., S. 128f

5 Rolf Hille und Herbert H. Klement: Vorwort, in: Rolf Hille und Herbert H. Klement (Hrsg.): Ein Mensch – was ist das? Zur theologischen Anthropologie, Wuppertal 2004, S. 4 (ohne Quellenangabe)

6 Gerhard Vollmer: Wollen – Können – Dürfen. Aspekte einer Evolutionären Ethik, In: Sigurd Martin Daecke, Carsten Bresch (Hg.): Gut und Böse in der Evolution. Naturwissenschaftler, Philosophen und Theologen im Disput, Stuttgart 1995, S. 81

7 Vgl. ebd

8 ebd.

9 Vgl. Kurt Bayertz: Evolution und Ethik. Größe und Grenzen eines philosophischen Forschungsprogramms, in: Kurt Bayertz: a. a. O., S. 32

10 Vgl. Sigurd Martin Daecke: Einleitung, in: Sigurd Martin Daecke, Carsten Bresch (Hg.): a. a. O., S. 11

11 Gerhard Vollmer: Wollen – Können – Dürfen. Aspekte einer Evolutionären Ethik, In: Sigurd Martin Daecke, Carsten Bresch (Hg.): a. a. O., S. 79

12 Vgl. Gerhard Vollmer: Möglichkeiten und Grenzen einer evolutionären Ethik, a. a. O., S. 129

13 Robert J. Richards: Evolutionäre Ethik, revidiert und gerechtfertigt, in: Kurt Bayertz (Hrsg.): Evolution und Ethik, Stuttgart 1993, S. 168-198

14 Vgl. Hubertus Busche: Ethischer Naturalismus ohne Fehlschluß? Die Evolutionäre Ethik von Robert J. Richards, in: „Philosophia naturalis“ – Heft 2 (1999), http://www.klostermann.de/zeitsch//phna_362.htm (27.03.05)

15 Dagmar Schmitz: Biologische Grenzen der Moral? Historische Entwicklung, philosophische Positionsbestimmung und heuristische Leisungsfähigkeit einer Evolutionären Ethik in der Medizin (Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Fakultät für Klinische Medizin Mannheim, Dissertations-Kurzfassung), http://archiv.ub.uni-heidelberg.de/volltextserver/volltexte2002/2753/pdf/diss01-029.pdf-, (27.03.05)

16 Vgl. Krijnen: a. a. O., S. 2-4. Die Evolutionäre Ethik ist Teilgebiet des Ethischen Naturalismus. Dieser wird kritisiert von dem Philosophen Vittorio Hösle in dem Kapitel „Über die Unmöglichkeit einer naturalistischen Begründung der Ethik“, S. 104 – 124 seines Buches „Die Philosophie und die Wissenschaften“, München 1999. Ebenso von dem Philosophen Andreas Bartels in „Grundprobleme der modernen Naturphilosophie“, Paderborn 1996, S.199. Der Philosoph Peter Strasser verwirft eine Ethikbegründung auf der Basis der biologischen Evolutionstheorie und kritisiert Argumentationen von Richard Dawkins („Das egoistische Gen“) zum Verhältnis Natur – Ethik in: Der Weg nach draußen. Skeptisches, metaphysisches und religiöses Denken, Frankfurt am Main 2000, S. 222-228

17 Vgl. Christian H. Krijnen: a. a. O., S. 3f (Die geltungslogische Argumentation von Krijnen ist in diesem Aufsatz stark verkürzt wiedergegeben.)

18 A. a. O., S. 1

19 Art. „Logos“ (Friedo Ricken) in: Lexikon der Erkenntnistheorie und Metaphysik, hrsg. von Friedo Ricken, München 1984, S. 109 und Art. „Logos“ (Matthias Gatzemeier) in Enzyklopädie Philosophie und Wissenschaftstheorie, Bd. 2, hrsg. v. Jürgen Mittelstraß, Stuttgart 2004, S. 704f

20 Arthur F. Holmes: Wege zum ethischen Urteil. Grundlagen und Modelle, Wuppertal 1987, S. 74

21 Hans-Jürgen Peters: Menschenbilder der Gegenwart. Zur Alltagsanthropologie, in: Rolf Hille und Herbert H. Klement (Hrsg.): a. a. O., S.324

22 vgl. Arthur F. Holmes: a.a.O., S. 82

23 A.a.O., S. 83

24 Art. „Menschenrechte“ (Rainer Mayer) in: Evangelisches Lexikon für Theologie und Gemeinde (ELThG), Bd. 2, hrsg. von Helmut Burkhardt und Uwe Swarat in Zusammenarbeit mit Otto Betz, Michael Herbst, Gerhard Ruhbach, Theo Sorg, Wuppertal 2. Aufl. 1998, S. 1329

25 Claus-Dieter Stoll: Partikularität und Universalität in der Ethik des Alten Testaments, in: Helmut Burkhardt (Hrsg.): Begründung ethischer Normen. Bericht von der 5. Theologischen Studienkonferenz des Arbeitskreises für Evangelikale Theologie (AfeT) vom 9.-12. September 1987 in Tübingen, Wuppertal 1988, S. 75 u. 76

26 Vgl. Friedrich Beißer: Biblischer Schöpfungsglaube und die Begründung ethischer Normen, in: Helmut Burkhardt (Hrsg.): a. a. O., S. 36

27 Siehe auch Joachim Cochlovius: Gottes ausgestreckte Hände. Eine Auslegung der Zehn Gebote, Nürnberg 2007

28 Vgl. Werner Neuer: Schöpfung und Gesetz bei Adolf Schlatter, in: Helmut Burkhardt (Hrsg.): a. a. O., S. 121f

29 Nur die Einehe entspricht dem Schöpferwillen wie auch den wahren Bedürfnissen der Menschen. Die Polygamie hat negative Folgen. Siehe Art. „Polygamie“ (Joachim Cochlovius) in: ELThG, a. a. O., S. 1582f

30 Vgl. Werner Neuer: a. a. O., S. 125-127

31 Vgl. Helmut Burkhardt: Wie kommen wir zu einer biblischen Ethik? In: Helmut Burkhardt u. a. (Hrsg.): Jahrbuch für evangelikale Theologie, 7. Jahrgang, 1993, Wuppertal und Zürich 1993, S. 39

32 ebd.

33 Vgl. Thomas Lachenmaier: Weder Müll noch Zufall, in: factum Magazin 1/09, S. 14ff

34 Vgl. Thomas Lachenmaier: Freiheit und Verantwortung, in: factum Magazin 1/09, S. 18

35 ebd.

36 A. a. O., S.19

37 Lutz E. von Padberg: Ethik im Spannungsfeld von Selbstverwirklichung und Gottesorientierung, Bad Liebenzell 1989, S. 53

38 A. a. O., S. 20. Darin enthaltenes Zitat aus idea-Spektrum 19/88, S. 7

39 Vgl. Hugo Staudinger: Die Wirkungen Darwins und des Darwinismus, in: Georg Masuch/Hugo Staudinger (Hrsg.): Geschöpfe ohne Schöpfer? Der Darwinismus als biologisches und theologisches Problem, Wuppertal 1987, S. 25-46. Vor dem Hintergrund der inhumanen Wirkungen erscheint der Titel „Danke, Darwin!“ in der angesehenen Wochenzeitung „DIE ZEIT“ vom 31.12.2008 geradezu als makaber. Der Titel lässt sich wohl interpretieren als ein Gebet: „Danke, Darwin, dass du uns erlöst hast vom Gott der Bibel!“

40 Vgl. Edith Düsing: Nietzsches Darwin-Schock. Zur Diagnose des gegenwärtigen Nihilismus und seiner Ursachen im 19. Jahrhundert (Der Untergang des christlichen Abendlandes – Nietzsches Diagnose), S. 5-7, http://www.professorenforum.de/volumes/v01n01/artikel3/duesing.htm (08.04.05)

41 Vgl. Friedrich Nietzsche: Die fröhliche Wissenschaft. Mit einem Nachwort von Ralph-Rainer Wuthenow, Frankfurt am Main und Leipzig 1982, 1. Aufl. 2000, S. 219

42 ebd.

43 Lutz E. von Padberg: a.a.O., S. 54

Verden/Aller, den 03.03.2009

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Dienstag 3. März 2009 um 20:19 und abgelegt unter Schöpfung / Evolution.