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Hirtenamt und Lebenszeugnis

Montag 14. Januar 2013 von Gemeindehilfsbund


Gemeindehilfsbund

Hirtenamt und Lebenszeugnis
Zur Frage der Ehescheidung kirchlicher AmtstrÀger

1. Angesichts der unvermindert hohen Scheidungsrate in unserem Land gehört es zum Vorrecht der christlichen Gemeinde, den hohen Wert der Ehe als lebenslanges TreuebĂŒndnis zwischen Mann und Frau vorzuleben und zu bezeugen. Keine andere zwischenmenschliche Institution ist in der Lage, so viele Grunderfahrungen an gegenseitiger FĂŒrsorge und gemeinsamer KrisenbewĂ€ltigung sowie von Heimat, Treue und Geborgenheit zu vermitteln wie die Ehe. Christen wissen, daß sich in der Ehe das TreueverhĂ€ltnis Christi zu seiner Gemeinde abbildet (Eph. 5,32). Dieses Wissen gibt ihnen Hoffnung und Kraft, auch in schwierigen Zeiten an ihrer Ehe festzuhalten, aber es ĂŒbertrĂ€gt ihnen auch Verantwortung, mit Gottes Hilfe ihre Ehen immer wieder zu stĂ€rken.

2. FĂŒr verheiratete Christen gilt das Gebot Jesu, daß sie ihre Ehe nicht scheiden sollen (1. Kor. 7,10f.). Das neutestamentliche Scheidungsverbot erscheint heute vielen als hartherzig bzw. zu streng. Aber es beruht auf der Sichtweise Jesu, daß Gott die Ehe gestiftet und lebenslang angelegt hat. „Was Gott zusammengefĂŒgt hat, soll der Mensch nicht scheiden“ (Mt. 19,6). Jesus lĂ€ĂŸt fĂŒr seine Nachfolger nur einen einzigen Grund fĂŒr die Ehescheidung gelten, und zwar wenn „der Fall von Unzucht“ vorliegt, womit vor dem jĂŒdischen Hintergrund des MatthĂ€usevangeliums wahrscheinlich eine Ehe innerhalb enger Verwandtschaftsgrade gemeint ist (Mt. 5,32; 19,9). Wer die Ehe nicht als göttliche Stiftung, sondern nur als einen zwischenmenschlichen Vertrag ansieht, wird sie grundsĂ€tzlich auch als scheidbar ansehen. Christen dĂŒrfen jedoch die Sicht Jesu annehmen und eine Ehescheidung fĂŒr sich ausschließen.

3. Die zunehmenden Ehescheidungen in christlichen Gemeinden, auch unter kirchlichen AmtstrĂ€gern, sind ein Warnsignal, das deutlich auf fehlende Eheseelsorge hinweist. Wer sich in einer Ehekrise befindet, braucht umfassende und kompetente Hilfe. Oft ist in Krisen der Blick auf Jesus Christus verdunkelt. Da gilt es dann, ihn als den Herrn, welcher der Weg ist, neu zu begreifen und anzunehmen. Es ist nicht die Aufgabe der christlichen Gemeinde, Scheidungswillige in ihrer Absicht zu bestĂ€rken, sondern im Gegenteil, ihnen Mut zu machen, an ihrer Ehe festzuhalten und die Ursachen der Ehekrise zu beseitigen. Dabei kann auch eine vorĂŒbergehende Trennung erwogen werden. Vor allem ist es die vorrangige geistliche Pflicht der Gemeinde, fĂŒr Ehen in Krisensituationen FĂŒrbitte zu tun und ihnen beizustehen.

4. Kirchliche AmtstrĂ€ger, zumal im Bischofsamt, sind Vorbilder fĂŒr die Gemeinde. Wenn sie ihre Ehe scheiden lassen, schaden sie der Gemeinde, weil sie den Stiftungscharakter der Ehe verletzen. Sie schaden ihrem Dienst, weil sie bei Trauungen die biblische Sicht von der lebenslangen Dauer der Ehe nicht glaubwĂŒrdig bezeugen können. Und sie schaden der Berufung der Gemeinde, als Lichter in der Welt zu leuchten (Phil. 2,15). Andererseits ist es eine starke Ermutigung fĂŒr die Gemeinde, ein wichtiger Beitrag fĂŒr die GlaubwĂŒrdigkeit des pastoralen Dienstes und ein deutliches Signal fĂŒr die Welt, wenn sie sich nach durchstandener Krise wieder neu zu ihrer Ehe bekennen oder, falls die Scheidung schon erfolgt sein sollte, einander wieder heiraten. Jede geheilte Ehe, zumal von AmtstrĂ€gern, ist in unserer Welt ein starkes Zeugnis fĂŒr die Kraft des christlichen Glaubens.

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Montag 14. Januar 2013 um 6:43 und abgelegt unter Ehe u. Familie, Gemeinde, Kirche.