Gemeindenetzwerk

Ein Arbeitsbereich des Gemeindehilfsbundes

Drucke diesen Beitrag Drucke diesen Beitrag Artikel empfehlen Artikel empfehlen

Andacht zum Reformationsfest

Mittwoch 31. Oktober 2012 von Elias Schrenk (1831-1913)


Elias Schrenk (1831-1913)

„Dem aber, der nicht mit Werken umgeht, glaubt aber an den, der die Gottlosen gerecht macht, dem wird sein Glaube gerechnet zur Gerechtigkeit.“ (R├Âmer 4, 5)

Wir gedenken am heutigen Festtag mit der ganzen evangelischen Christenheit des Hauptsegens, den uns die Reformation gebracht hat: Es ist die Rechtfertigung durch den Glauben. Die Werkgerechtigkeit hatte alles ├╝berwuchert, denn Gottes Wort war unter den Scheffel gestellt und Menschens├╝nden waren an seine Stelle getreten.

Da kam Dr. Martin Luther und mit ihm die anderen Reformatoren und setzten Gottes Wort wieder auf den Leuchter und zeigten uns wieder den klaren Heilsweg, sodass wir wieder mit der apostolischen Kirche bekennen: Aus Gnaden sind wir selig geworden durch den Glauben, und dasselbe nicht aus uns; Gottes Gabe ist es; nicht aus den Werken, auf dass sich nicht jemand r├╝hme (Eph. 2, 8.9). Darum muss das Reformationsfest ein Dankfest sein aus vollem Herzen. Wir k├Ânnen unseren Gott nicht genug loben, dass er die Gottlosen gerecht macht durch den Glauben an Jesus Christus! Diese Lehre allein bringt Frieden mit Gott in die Herzen und Gewissen hinein, sie macht getrost und fr├Âhlich im Leben und Sterben. Wenn wir heute aus vollem Herzen dem Herrn danken f├╝r den Segen der Reformation, so erf├╝llt uns tiefer Schmerz, sehen zu m├╝ssen, wie unsere evangelische Kirche die G├╝ter der Reformation immer mehr preisgibt. Der Unglaube hat unter uns ├╝berhand genommen; Gottes Wort ist Gegenstand menschlicher Kritik geworden, und die Grundpfeiler der evangelischen Wahrheit wanken. Noch nie ist die evangelische Kirche in so gro├čer Gefahr gewesen wie jetzt. Darum gilt es f├╝r jeden evangelischen Christen, sich heute zu dem├╝tigen vor Gott und ihm aufs Neue zu geloben, treu an Gottes Wort festzuhalten, damit das lautere Evangelium auch ferner unserem Volk erhalten bleibe. Wir wollen heute den Herrn im Glauben bitten: Gib deiner Kirche treue Zeugen, die fest zu deinem Worte stehen und es mit Beweisung des Geistes und der Kraft verk├╝ndigen. Wehre allem Unglauben und erhalte unseren Kindern das lautere Evangelium.

Dank sei Dir, dass Du trotz aller menschlichen Untreue den Leuchter Deines Wortes, uns noch nicht weggenommen hast. Amen.

Quelle: „Suchet in der Schrift. Andachten f├╝r jeden Tag von Elias Schrenk“. Bielefeld 2012

 

Drucke diesen Beitrag Drucke diesen Beitrag Artikel empfehlen Artikel empfehlen

Dieser Beitrag wurde erstellt am Mittwoch 31. Oktober 2012 um 8:00 und abgelegt unter Kirche, Predigten / Andachten.