Gemeindenetzwerk

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Wahlempfehlung für AfeT-Freunde

Mittwoch 23. September 2009 von Dr. Christian Herrmann


Dr. Christian Herrmann

Wahlempfehlung für Afet-Freunde

Ich möchte auf Anregung eines Freundes hin alle AfeT-Freunde und deren Angehörige und Freunde eindringlich darum bitten, an der Bundestagswahl am 27.9.2009 teilzunehmen und auch andere dazu zu ermutigen. Bitte lassen Sie sich nicht von der medialen Berichterstattung in Rundfunk und Fernsehen beeinflussen (Langeweile des Wahlkampfs, Schüren von Ängsten u.s.w.), sondern überlegen Sie ganz klar, welcher Wahlausgang für die Evangelikalen relativ als der beste erscheinen könnte. Meines Erachtens geht es darum, dass die Unionsparteien CDU / CSU so stark wie möglich werden und ohne sie nicht regiert werden kann. Dafür möchte ich mehrere Gründe nennen:

–  Die Unionsparteien sind es, die am stärksten und teilweise auch als die einzigen für einen positiven gesellschaftlichen Einfluss des Christentums eintreten: z.B. Religionsunterricht in den Schulen, theologische Fakultäten an staatlichen Universitäten, Förderung aber auch kirchlicher Schulen, Kindergärten, Hochschulen durch den Staat, Anerkennung evangelikaler Ausbildungsstätten (am stärksten in Hessen unter persönlicher Federführung von CDU-Ministern). Wie das Gegenteil aussieht, kann man am rot-roten Senat in Berlin sehen, der nicht nur den Religionsunterricht auf den fakultativen Bereich zurückdrängt, sondern auch kirchliche Schulen stark benachteiligt und viele Gelder zugunsten ideologischer rein staatlicher Angebote umschichtet.

–  Die Unionsparteien treten mit dem Subsidiaritätsprinzip strukturell als die einzigen für die Bedeutung der Instanzen zwischen Individuum und Gesamtgesellschaft ein, also für Familie, Verein, Einzelbetrieb u.s.w.. Damit hängt zusammen: das Zueinander von Freiheit und Verantwortung bzw. Bindung und ein wirtschaftspolitischer Kurs der Mitte (zwischen Individualismus und Kollektivismus).

–  Die Unionsparteien halten als die einzigen am Ehegattensplitting und am strukturellen Abstand zwischen der Ehe und anderen Lebensformen fest sowie am Zueinander von Ehe und Familie. Ohne die Unionsparteien wird es hier zu rechtlichen Verschlechterungen kommen, zumal auch die FDP hier dieselbe Position vertritt wie die Linken.

–  Die Unionsparteien setzen sich zwar für einen Ausbau von Kinderbetreuungsangeboten ein, aber eben auch für die Förderung eigener Erziehung durch die Eltern (z.B. Landeserziehungsgeld in Thüringen und Baden-Württemberg).

–  Die Unionsparteien haben gegen starke Widerstände zum ersten Mal seit langem einen Fortschritt in Deutschland in Sachen Lebensschutz erreicht (Pflichtberatung in Konfliktfällen wegen Spätabtreibung). Das reicht zwar in keiner Weise aus, aber die Tendenz als solche ist die richtige und könnte bei einer starken Union verfestigt und verstärkt werden.

–  Die Union tritt gegen Extremismus von rechts und links ein und für Meinungsfreiheit, eben auch der Evangelikalen. Deswegen wurde z.B. gegen starke Widerstände das Christival in Bremen durch Ursula von der Leyen gefördert.

–  Die Unionsparteien haben durch ihr Abstimmungsverhalten und durch Klagen beim BVG alles gegen die Einführung der eingetragenen Lebenspartnerschaften unternommen, was möglich war. Sie sind unter den im Bundestag vertreteten Parteien auch die einzigen, die gegen ein Adoptionsrecht homosexueller Paare eintreten.

–  Ohne die Unionsparteien in der Regierung wird sich das gesellschaftliche Klima noch weiter in den (aggressiv) säkularen Bereich hinein verschieben und wird es noch schwerer werden, bestimmte Meinungen mit Bezugnahme auf den christlichen Glauben oder christliche Ethik zu begründen. Auch muss dann mit der Besetzung weiterer Spitzenposten in Rundfunk und Fernsehen durch dezidiert kirchendistanzierte Personen gerechnet werden. Denkbar ist z.B. auch eine strafrechtliche Verfolgung von Äußerungen gegen Homosexualität wie in Schweden (bis zu vier Jahre Haft).

–  Von taktischen Überlegungen unterschiedlicher Art ist abzuraten. Die Ergebnisse für kleine Parteien unter 1 % werden nicht beachtet und fallen völlig unter den Tisch. Die kleinen christlichen Parteien ziehen Stimmen aus dem konservativen Lager ab und erleichtern so ein Klima, das den eigenen Anliegen und vielleicht auch der eigenen Existenz (Christenverfolgung?!) feindlich gegegenüber steht. Die Wahl der FDP (um z.B. eine große Koalition zu verhindern) führt ggf. nur zu einer Stärkung des liberalen Elements in einer schwarz-gelben Koalition (mit einem viel zu starken gelben Anteil, der in der Gesellschaftspolitik von den Auffassungen der Roten und Grünen nicht weit entfernt ist). Von einer Wahl der Grünen ist ebenfalls abzuraten (etwa wegen der Option Schwarz-Grün), weil die Grünen in ihrer großen Mehrheit immer mit der SPD zusammen gehen wollen wird und den Evangelikalen besonders feindlich gegenüberstehen.

Von Dr. Christian Herrmann ist im Mai 2009 das Buch „Gott und Politik“ erschienen (Brockhaus-Verlag). Zum Thema „Christliche Politik“ hat er sich in einem gleichnamigen Exkurs im dritten Band „Wahrheit und Erfahrung“ geäußert: Christian Herrmann (Hg.), Wahrheit und Erfahrung. Themenbuch zur Systematischen Theologie. Band 3: Heiliger Geist, Kirche, Sakramente, Neuschöpfung. Brockhaus-Verlag 2006.

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Mittwoch 23. September 2009 um 7:42 und abgelegt unter Gesellschaft / Politik.