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Das Eva-Prinzip (Teil I)

Dienstag 15. September 2009 von Eva Herman


Eva Herman

Das Eva-Prinzip

1. Verlust der Weiblichkeit

Wir Frauen haben viel erreicht. Wir leben in einer Zeit der unbegrenzten Möglichkeiten. Was darf es bitte sein? Abteilungsleiterin, Astronautin oder Bundeskanzlerin? Single, LebensgefĂ€hrtin, Ehefrau und „Nur-Mutter“? Wir können einfach zugreifen, im Supermarkt der WĂŒnsche ist alles zu haben. Brav, angepasst, unterdrĂŒckt war gestern. Eva ließ sich von der Schlange ĂŒberreden, verbotene FrĂŒchte abzupflĂŒcken, und seit sie ihrem Adam den Apfel reichte und beide vom Baum der Erkenntnis aßen, haben wir Frauen die Welt erobert. Wir entscheiden selbstbewusst, was wir wollen und nehmen uns, was wir kriegen können auf dem Markt der Möglichkeiten. Also alles in bester Ordnung! Oder?

Es stimmt, wir Frauen haben tatsĂ€chlich viel erreicht Wir marschieren im Stechschritt durch einen anstrengenden Alltag voller WidersprĂŒche. Wir sehnen uns verzweifelt nach Geborgenheit, Heim und Familie und kĂ€mpfen tĂ€glich unser einsames Gefecht in der mĂ€nnlich geprĂ€gten Arbeitswelt. Unsere Beziehungen zerbrechen immer schneller. Wir verzichten auf Kinder, und wenn wir doch welche haben, dann geben wir sie so schnell wie möglich in fremde HĂ€nde.

Der Spagat zwischen Privatleben und Karriere ist ein Extremsport, der uns aufreibt, statt uns zu beflĂŒgeln. Wir sind ĂŒberfordert, ausgelaugt und mĂŒde. Und fragen uns in stillen Momenten: Ist es das wert? Welchen Preis zahlen wir eigentlich dafĂŒr, emanzipiert und selbstbewusst zu sein? Sind wir ĂŒberhaupt noch Frauen? Oder haben wir unsere Weiblichkeit verloren?

Wer solche Fragen laut stellt, bricht ein Tabu. Der gilt als VerrĂ€ter an der Sache der Frau und muss mit Gegenwind rechnen in einer Gesellschaft, die nicht mehr zu diskutieren wagt darĂŒber, ob die Errungenschaften der Frauenbewegungen ĂŒberhaupt Errungenschaften sind. Aber die Sache ist zu wichtig, um sich einschĂŒchtern zu lassen. Zu wichtig, um einfach so weiterzumachen wie bisher. Denn es geht um unsere Zukunft, um die Zukunft unserer Kinder, um den Fortbestand unserer Gesellschaft. Werden wir tatsĂ€chlich aussterben, wird unser Land in wenigen hundert Jahren brachliegen? Im Moment sieht alles danach aus!

Wir sind im Begriff, uns selbst abzuschaffen. Und deshalb werden wir darĂŒber diskutieren und Wege suchen mĂŒssen, die uns aus der Sackgasse heraushelfen. Und zwar so schnell wie möglich. Die Diskussion geht jeden von uns an, denn wir alle tragen Verantwortung, jeder an seinem Platz in der Gesellschaft. Die heute noch Kinder sind, sie stehen morgen vor einer aussterbenden Welt. Und sie werden Fragen stellen, UNS werden sie sie stellen: Warum habt ihr das zugelassen? Was habt ihr uns angetan?

Und was bedeuten die so genannten gesellschaftlichen VerĂ€nderungen, auf die sich die Politik stets beruft, wenn es um nicht nachzuvollziehende Entscheidungen und Gesetze geht? Sie bedeuten nichts anderes, als dass auch die Menschen sich verĂ€ndern, wir alle verĂ€ndern uns! Und wir fragen oft nicht mehr, ob wir auch alles tun dĂŒrfen, was wir tun könnten. „Entwicklung“ nennen das die Einen. „Fortschritt“ – die Anderen.

Oder, wie der deutsche BundesprĂ€sident Köhler es in seiner Berliner Rede Ende MĂ€rz ausdrĂŒckte: „Wir leben in dieser modernen Globalwelt – doch die großen RĂ€der sind jetzt gebrochen, und wir erleben eine Krise, deren Auswirkungen das 21. Jahrhundert prĂ€gen kann.“

Wir leben in der modernen Zeit, welche als Konsequenz moderne Zahlen und Fakten aufweist. Doch nicht umsonst verĂ€ndert sich der Inhalt des Begriffs „modern“, wenn wir ihn auf der ersten Silbe betonen: Modern! Denn unsere Gesellschaft beginnt mit diesen einschneidenden VerĂ€nderungen vor sich hin zu modern, menschliche Strukturen sind im Verfall begriffen. Zu pessimistisch ausgedrĂŒckt?

Ein kleiner Auszug von Fakten, die uns in den Nachrichten tÀglich begegnen:

– WĂ€hrend im Jahr 1990 in Deutschland ĂŒber eine halbe Million Ehen geschlossen wurden, genauer 516.388, waren es im Jahr 2005 noch 388.451 Ehen.

– WĂ€hrend die Scheidungsrate im Jahr 1990 nicht ganz ein Viertel, also 23,8 Prozent betrug, waren 2005 ĂŒber die HĂ€lfte aller Ehepaare, genauer, 51,9 Prozent betroffen, meistens ĂŒbrigens durch das Unzufriedenwerden der Ehefrauen mit ihren MĂ€nnern.

– Das dauerhafte Stechen der Trennungsschmerzen in den Kinderseelen, wenn Mutter und Vater auseinander gehen und die daraus entstehenden Folgen fĂŒr das eigene Partnerschafts-Verhalten spĂ€ter nimmt mittlerweile verheerende Ausmaße an. Es zieht Bindungslosigkeit Generationen ĂŒbergreifend nach sich.

– Das ZusammenwĂŒrfeln von Kindern aus Scheidungsfamilien in sog. Patchworkfamilien, in denen nur selten der neu erhoffte Frieden einkehrt, steigt an.

– Die von der Erziehung völlig ĂŒberforderten Alleinerziehenden nehmen stetig zu.

– Die unendlichen ZerwĂŒrfnisse zwischen Jugendlichen mit ihren Eltern oder auch der heute 40–60 jĂ€hrigen mit ihren nun alten und hilfsbedĂŒrftig werdenden Eltern – oft mit totaler Abkehr voneinander unter gegenseitigen Schuldzuweisungen.

– Die dauerhaft sinkende Geburtenrate (derzeit 1,35), die Ende letzten Jahres den tiefsten Stand der Nachkriegsgeschichte erreicht hat, und uns unfĂ€hig macht, uns selbst zu erhalten, wird uns schon in absehbarer Zeit zum Aussterben zwingen.

– Ferner fast vierzig Prozent der MĂ€nner bis vierzig Jahre, die nicht heiraten, keine Kinder haben und keine Verantwortung mehr ĂŒbernehmen wollen.

– Die zahlreichen Frauen, die sich desgleichen hĂ€ufig gegen Kinder und fĂŒr die ErwerbstĂ€tigkeit entscheiden (etwa 40%).

– Die nur noch achtzehn Prozent Kinder, die in Hamburger Haushalten leben, 15 %  in MĂŒnchen.

– Die immer weniger erfolgreichen Jungen und MĂ€nner, die unser Land zu verzeichnen hat, sie befinden sich in einer auffĂ€lligen und deutlichen Leistungskrise, dazu gehören:

– Die fĂŒnfzehn Prozent weniger mĂ€nnlichen Abiturienten, als wir weibliche haben, sorgen fĂŒr eine dramatische Verschiebung der weiblichen und mĂ€nnlichen LeistungstrĂ€ger von morgen.

– Die achtzig Prozent der jungen Menschen ohne Schulabschluss, die mĂ€nnlichen Geschlechtes sind, Tendenz steigend.

Ebenso schauen wir auf:

– Epidemisch ansteigende Depressionsraten.

– Epidemisch ansteigende, psychologisch bedingte Fettleibigkeit und Magersucht bei Kindern und Jugendlichen.

– Die stĂ€ndig anwachsenden Gewalt- und Krawallexzesse der Jugendlichen (noch nicht so schlimm wie in England/Schottland, wo alleine in Glasgow innerhalb eines Dreivierteljahres 51 Kinder von Kindern ermordet wurden)

– Die stark ansteigenden Alkoholexzesse bei Kindern und Jugendlichen bis hin zum Komasaufen, sind keine Großstadterscheinung alleine mehr, sondern bitterer Zeitgeist allerorten.

– Frauen ĂŒberholen die MĂ€nner, MĂ€dchen hĂ€ngen die Jungs ab, weiblich und mĂ€nnlich stehen sich irritiert bis kĂ€mpferisch gegenĂŒber.

Dies alles sind Zeichen unserer modernen Zeit! Diese moderne Zeit schreibt uns vor, dass wir nun zu den fortschrittlichen Menschen gehören, die sich durch politisch verordnete Gleichstellungspolitik und Gender Mainstreaming undiskutiert von ihrem schöpfungsgemĂ€ĂŸen Auftrag zu entfernen haben.

Schöpfung – dieser selten benutzte Begriff ist altmodisch geworden, muss dem sich ins Unermessliche steigernden Konsumrausch weichen, die Ehrfurcht vor dem Leben verblasst – angesichts eines sich ewig drehenden Hamsterrades, in welchem wir inzwischen treten und treten, um den GlobalisierungsansprĂŒchen von Gewinnmaximierung und Kostensenkung nachzukommen! Eine unendliche Spirale, die nun bereits erste, tiefe Risse zeigt.

Wie konnte es dazu kommen? Lassen Sie uns kurz in die 68-siebziger Jahre blicken: ZunĂ€chst waren es einige Intellektuelle, Zeitgeistler und Feministinnen, die aus dem sozialistischen Gleichheitsgedanken vom Einkommen und dem Ende der Klassengesellschaft zum nur noch einzigen Gedanken von der Gleichheit fĂŒr Frauen gelangten. Wohlgemerkt, es waren nur einige wenige, aber sie waren die Meinungsmacher! Sie schrieben in Zeitungen, Magazinen, BĂŒchern – und sie grĂŒndeten EMMA. Sie beeinflussten die öffentliche Meinung nachhaltig – bis heute.

Es waren natĂŒrlich nicht die MĂŒtter dieser Welt, die fĂŒnf Kinder haben und in die Kirche gehen, sondern Intellektuelle mit guten Jobs. Sie hatten alle Freiheit – und sie hatten Macht. So sagten sie und uns: So muss man es machen! Jeder las es. Niemand sagte, Kinder zu haben sei ein bereicherndes Erlebnis, das uns wachsen lĂ€sst, und das man auf keinen Fall missen sollte. Niemand sagte das!

Das war die Zeit, die unsere Gesellschaft nachhaltig zu verÀndern begann. Weltweit. Es war auch die Zeit, in der die Frauen begannen, die MÀnner in Frage zu stellen. Und in der MÀnner begannen, die Achtung vor den Frauen zu verlieren.

Profitieren konnten und können bis heute alle diejenigen, die ein gutes Einkommen erzielen. Die Frau oder der Mann am Fließband, oder in Teilzeit gehört sicher nicht dazu. Gleichzeitig erschuf der Feminismus die Idee der befreiten und emanzipierten Frau, die wirtschaftlich nicht von einem Mann abhĂ€ngt. UnabhĂ€ngigkeit hieß die Zaubervokabel, doch fĂŒr die meisten Frauen und MĂ€nner, die fĂŒr ein Gehalt arbeiten, wird die finanzielle UnabhĂ€ngigkeit begleitet vom Gehorsam gegenĂŒber der macht des Vorgesetzten, mit allem, was in der heutigen, globalisierten Arbeitswelt dazu gehört, ebenso von der Unterwerfung unter Terminzwang, von der UnterwĂŒrfigkeit gegenĂŒber Kunden und Chefs, von der stĂ€ndig wachsenden Unsicherheit des modernen Arbeitsplatzes. Ausnahmen sind – wie erwĂ€hnt, die Leute an der Spitze der Wirtschaftspyramide, in der Politik, Kultur, in den Medien, im Management, eben DIE Berufseliten, die von sich alleine sprechen, wenn sie „ErmĂ€chtigung durch die Arbeit“ propagieren. Die können das auch, denn SIE erleben in der Tat ein hohes Maß an UnabhĂ€ngigkeit. Nicht so: ALLE ANDEREN! Die auf den unteren RĂ€ngen!

Das also, die Ziele des Feminismus, der 68-er Elite, der Frankfurter Schule, war der erste, bedeutende Schritt in Richtung Ebnung der erwerbstĂ€tigen Frau. Der zweite, wichtige und triftige Grund: Es fehlt an Geld! FrĂŒher schon, doch heute erst recht!

Da sind die jungen Menschen, die gerade ihr Leben planen und ihre WĂŒnsche umsetzen möchten. Sie sind belastet durch ZukunftsĂ€ngste, sei es im Beruflichen wie im Privaten. Sie möchten eine Ausbildung beginnen oder studieren, doch sind sie unsicher, ob sich das alles noch lohnt, wenn es ohnehin zu wenige ArbeitsplĂ€tze gibt. Sie wollen Kinder, doch sie zögern mehr und mehr angesichts der wirtschaftlich unsicheren VerhĂ€ltnisse.

Da ist die mittlere Altersklasse, beeinflusst durch die Nachkriegsgeneration und die Achtundsechziger, schwankend zwischen Ideologien, Illusionen und EnttĂ€uschungen. Sie haben oft neue Wege ausprobiert, haben sich von eingefahrenen Mustern gelöst und versucht, der Generation der Eltern etwas entgegenzusetzen. Nicht immer ist das gelungen, und nicht immer endete das Experiment erfolgreich. Stattdessen ist das BedĂŒrfnis nach Orientierung stĂ€rker denn je.

Und da sind schließlich die Ă€lteren Menschen. Sie fĂŒhlen sich noch jung und mĂŒssen doch damit leben, dass sie fĂŒr zu alt befunden werden, zu alt fĂŒr den Beruf und fĂŒr das gesellschaftliche Miteinander. HĂ€ufig werden sie in Senioren- und Pflegeheime abgeschoben. Wie kann es sein, fragen sie sich hĂ€ufig, dass sich ihre Kinder und Enkelkinder nicht mehr zustĂ€ndig fĂŒr sie fĂŒhlen, warum handeln sie anscheinend verantwortungslos, warum lassen sie keine grĂ¶ĂŸere Bindung erkennen?

Und die Kinder: MĂŒssen wir uns nicht endlich fragen: Welchen Wert haben sie in unserer Gemeinschaft? Sind sie am Ende nur noch Dekoration? Der I- Punkt auf der Karriereleiter? Etwas, das man sich so nebenbei leistet, wenn man alles andere erreicht hat? Und das man wahlweise weggibt oder wieder abholt, je nachdem, wie es gerade in den Kram passt? Es sieht ganz danach aus. Aber auf Zierrat kann man verzichten. Und genau das tun immer mehr MĂŒtter.

Dass immer weniger Frauen – und Akademikerinnen ĂŒberdurchschnittlich selten – Kinder wollen, ĂŒber 40 Prozent, sollte uns ebenso beschĂ€ftigen. Nur zu deutlich treten die GrĂŒnde fĂŒr das langsame Aussterben der Deutschen zutage. Klar, nach Meinung vieler ist die Politik Schuld, die fehlende Kinderbetreuung zum Beispiel, mangelnde Teilzeitangebote, zu wenig Erziehungsgeld.

Die Politiker geben den Ball zurĂŒck und fordern, die Menschen sollten mehr Eigenverantwortung fĂŒr ihre Lebensplanung ĂŒbernehmen. Gleichzeitig reden sie von der ErwerbstĂ€tigkeit der Frau und von 750.000 KrippenplĂ€tzen als den Allheilmitteln, die alles retten sollen. Dabei weiß jeder einigermaßen Interessierte lĂ€ngst, dass das Gegenteil der Fall ist. Selbst der engste Mitarbeiter von Frau von der Leyen, Prof. Hans Bertram, musste vor wenigen Wochen einrĂ€umen, dass man am Ende mit seinem Latein sei und tatsĂ€chlich nicht mehr mit Bestimmtheit sagen könne, ob KrippenplĂ€tze und ErwerbstĂ€tigkeit wirklich die Geburtenzahlen steigern wĂŒrden. Im letzten Halbjahr erreichte Deutschland die tiefste Geburtenrate seit der Nachkriegsgeschichte.

Die Unternehmen winden sich ebenso unter der Forderung nach familiengerechten Arbeitsbedingungen. Frauen bemĂ€ngeln, die laschen MĂ€nner seien Schuld, die MĂ€nner wiederum verdĂ€chtigen uns, nicht genĂŒgend zu tun, um all unsere Ziele gleichzeitig zu erreichen. Außerdem, so ist immer wieder zu hören, liege es an der Antibabypille oder anderen VerhĂŒtungsmitteln, was uns zusehends dezimiere.

Es brodelt mĂ€chtig in Deutschland – und in Europa! Und bei dieser Problematik ist das alte Spiel zu beobachten, dass jeder dem anderen die Verantwortung zuschieben möchte. Neu ist daran, dass wir Frauen bewusst oder unbewusst viel verhĂ€ngnisvoller an der Kinderlosigkeit und am gesellschaftlichen Niedergang mitgewirkt haben, als wir es zugeben wollen. Doch die Zahlen, Fakten und Erkenntnisse der vergangen Jahre sprechen fĂŒr sich.

Wir sollten aufrĂ€umen mit den schönen LebenslĂŒgen und zu einer ehrlichen Bestandsaufnahme bereit sein. Wie viel Arbeit vertrĂ€gt eine Frau, ohne zu leiden und ohne ihre FamilienplĂ€ne zu belasten? Wie gut ist fĂŒr uns ein Doppelleben wirklich durchfĂŒhrbar? Können wir mit Recht Begriffe wie Freiheit und Selbstverwirklichung anfĂŒhren, wenn wir uns die berufliche TĂ€tigkeit von Frauen anschauen? Welche UnterstĂŒtzung, welche Wahlfreiheit, schenkt uns die Politik dabei?

Sprechen wir Klartext: Die meisten Frauen können meist gar nicht frei entscheiden, ob sie zu Hause bleiben wollen oder arbeiten gehen mĂŒssen, und zwar allein aus wirtschaftlichen GrĂŒnden. Das ist nicht Freiheit, es bedeutet UnterdrĂŒckung! Die Befreiung der Frau, ihre Emanzipation, fĂŒr die sie lange hart kĂ€mpfte und die als GrundsĂ€ule ihres SelbstverstĂ€ndnisses beschworen wird, existiert ĂŒberhaupt nicht. Unsere materiell und global orientierte Gesellschaft, die kaum noch individuelle Interessen berĂŒcksichtigt, hat sich die feministischen GlaubenssĂ€tze einverleibt und benutzt sie nun als Alibi, um Frauen aus der Familie zu reißen und sie auf den Arbeitsmarkt zu treiben. Ohne RĂŒcksicht auf Bindungen, Partnerschaften, Kinder.

Es gibt nur noch zwei Maxime, die von Bedeutung sind und nach denen unser gesamtes Denken ausgerichtet wird: Gewinn und Kostensenkung. „Wir leben nun einmal in einer materialistischen Welt“, schrieb mir einmal eine empörte Leserin. „Und dieser mĂŒssen wir uns anpassen.“ Ich bin da völlig anderer Meinung. Wir sind die materialistische Welt, wir machen sie selbst dazu. Genauso haben wir aber auch die Chance, uns diesen Mechanismen zu entziehen, wenn wir es nur wollen.

Unser Land ist keine abstrakte, anonyme Konstruktion, sondern jeder Einzelne von uns ist Teil dieser Gemeinschaft. Wir bestimmen mit, wir gestalten unser Leben, lassen UmstÀnde zu oder verhindern Entwicklungen. Jeder Mensch trÀgt durch sein eigenes Verhalten dazu bei. Und wer glaubt, er allein könne nichts ausrichten, der irrt sich gewaltig.

Viele Faktoren sind dafĂŒr verantwortlich, dass unsere Gesellschaft sich zurzeit in einer Krise befindet. Eines jedoch ist sicher: Wir können nur dann etwas verĂ€ndern, wenn wir es wirklich wollen. Dazu mĂŒssen wir aber erkennen, wie notwendig und wie dringend eine Umkehr ist. Heute, jetzt, und nicht morgen oder ĂŒbermorgen.

Wir Menschen haben die Möglichkeit zur freien Entscheidung, Doch wie nutzen wir diese Freiheit? Hat sie uns glĂŒcklicher gemacht, zufriedener? Hetzen nicht gerade wir Frauen unter großem Druck diffusen Vorstellungen hinterher? Der Wunsch, einen Partner zu finden, mit ihm Kinder zu haben, sie zu bemuttern und aufzuziehen, das mag man als Instinkt abtun, der von der Schöpfung vielleicht einmal so geplant wurde, dem wir uns jedoch heute nicht mehr unterwerfen mĂŒssen. Doch was haben wir dem entgegenzusetzen? Ist es wirklich so erstrebenswert, als Single durchs Leben zu gehen? Als allein erziehende Mutter? Als rastlose Managerin einer Familie, die Mann und Kind wegorganisiert, um sich im Arbeitsleben zu beweisen? Ist es das, was uns der Verstand diktiert?

Es stellt sich heraus, dass wir noch weitaus mehr vergessen haben als unsere ursprĂŒnglichen SehnsĂŒchte. Auch die Intuition wird immer stĂ€rker verdrĂ€ngt, jene wunderbare Gabe, mit der wir Menschen ausgestattet wurden, vor allem die Frauen. Wir alle kennen dieses „BauchgefĂŒhl“. Wir spĂŒren einfach, was gut und richtig ist, was uns glĂŒcklich macht oder was gefĂ€hrlich werden kann, UnglĂŒck heraufbeschwört. Doch die Stimme der Intuition wird immer wieder ĂŒbertönt vom Kampfgeschrei der Einpeitscherinnen, die uns ein mĂ€nnliches Rollenbild aufzwingen wollen: Ihr wollt alles? Gut so! Euch steht auch alles zu! Lasst euch nicht auf das Frausein reduzieren! Nehmt, was ihr kriegen könnt! VerdrĂ€ngt GefĂŒhle, SehnsĂŒchte, WĂŒnsche, klappt das Visier herunter und kĂ€mpft wie MĂ€nner! Werdet die perfekten Egoistinnen!

Das große Ganze gerĂ€t dabei aus dem Blick. Verantwortung fĂŒr die Gesellschaft mag niemand mehr ĂŒbernehmen. Jeder denkt zuerst an sich selbst. Die ichbezogenen LebensentwĂŒrfe sind lĂ€ngst akzeptiert – und verfestigen sich mehr und mehr zur Norm. Welche junge Frau erntet denn heute Anerkennung, wenn sie bekennt, sie möchte einfach nur heiraten und Kinder bekommen? Sie gilt als rĂŒckstĂ€ndig, beschrĂ€nkt, fantasielos und oftmals auch als berechnend, weil man ihr unterstellt, sie wolle nur versorgt werden. Dass sie aber damit selbstlose und gesellschaftlich wertvolle Arbeit leistet, auch wenn kein großes BĂŒro und keine beeindruckende Gehaltsabrechnung das dokumentieren, auf diese Idee kommt kaum jemand.

Wir haben mit der Ordnung der Dinge gebrochen und zerbrechen nun selbst daran. Seltsamerweise sind die MĂ€nner nur am Rande davon berĂŒhrt. Ihre Rolle hat sich nicht wesentlich verĂ€ndert. Allenfalls hat uns der Feminismus verunsicherte Softies beschert, die sich aus ihrer Verantwortung zurĂŒckziehen, eine bemerkenswerte Entwicklung, auf die ich in einem eigenen Kapitel eingehen werde. Viele MĂ€nner lehnen Frau und Familie ab und tummeln sich in der Erfolgs- und Spaßgesellschaft, wĂ€hrend die letzten MĂ€nner traditioneller PrĂ€gung als SpĂ€tmachos verhöhnt werden. Von Frauen!

MĂ€nner scheinen fĂŒr viele Frauen lĂ€ngst nicht mehr zu einem erfĂŒllten Leben dazuzugehören. Seit die traditionellen LebensentwĂŒrfe vom FamilienglĂŒck als unzeitgemĂ€ĂŸ hingestellt wurden, bestimmen Scheidungen, Singlefrauen mit Kindern, die bewusst auf das Zusammenleben mit dem Erzeuger verzichten, unser Gesellschaftsbild. Noch bestehende Partnerschaften und Ehen sind dagegen zum Schlachtfeld mutiert. Ein tĂ€glicher Kampfplatz, auf dem unsere letzten KrĂ€fte vergeudet werden. FĂŒnf Minuten, so fanden Soziologen heraus, sprechen deutsche Paare tĂ€glich miteinander, mehr nicht. Und in diesen fĂŒnf Minuten wird vornehmlich um familiĂ€re Rechte und Pflichten gerangelt. Was heißt: Man lebt im Clinch oder aneinander vorbei.

Ein Ă€lterer Leser schrieb mir in einem langen Brief unter anderem folgenden Satz: „Meine Großtante, eine sehr feine, alte Dame, prophezeite mir vor ĂŒber dreißig Jahren, als der Feminismus sich seinen Weg bahnte: ‚Die Emanzipation wird die MĂ€nner unhöflicher machen.“ Diese Frau hatte die richtige Ahnung. Man könnte sogar vorsichtig fragen: Verlieren die MĂ€nner am Ende die Achtung vor uns Frauen?

Wir Frauen sind Heldinnen und zugleich Opfer der neuen Lebensformen. Wir verdrĂ€ngen gern, dass wir biologisch gesehen eine andere Rolle als MĂ€nner haben. Durch unsere von der Natur angelegte Unterschiedlichkeit der Geschlechter funktionieren wir anders, fĂŒhlen anders, lieben anders und reagieren anders als MĂ€nner. Was aber tun wir, weil wir ja so emanzipiert und fortschrittlich sind? Wir orientieren uns stattdessen an der mĂ€nnlichen Rolle. Unsere emotionalen, „weichen“ Eigenschaften, die unsere Gesellschaft so dringend fĂŒr einen gesunden, harmonischen Ausgleich benötigt, drĂ€ngen wir in den Hintergrund. Liebe und Zuwendung bleiben zunehmend auf der Strecke. Wir rĂŒsten uns hoch mit mĂ€nnlichen Verhaltensformen, werden streitsĂŒchtig, aggressiv, unerbittlich im Überlebenskampf.

Und was geschieht mit unseren Kindern, sofern wir denn ĂŒberhaupt noch welche haben? Sie leiden. Stumm, selbstverstĂ€ndlich, denn kaum jemand nimmt ihre Interessen wahr. Kinder haben keine Lobby. Keine Gewerkschaft legt Zeiten fest, wie lange sie ihre Eltern sehen dĂŒrfen, kein Politiker interessiert sich dafĂŒr, ob sie sich gut entwickeln, ob sie zu selbstbewussten, liebevollen, verantwortlichen Menschen heranwachsen.

Erst dann, wenn Kinder mit Messern und Pistolen zur Schule gehen, wenn sie ihre Lehrer bespucken, krankenhausreif schlagen und jede Erziehung verweigern, erhebt sich ein Lamento. Es ist bei uns politisch korrekt geworden, dass Kinder unter drei Jahren institutionell betreut werden. Niemand stört sich daran, dass Babys, die wenige Monate alt sind, in fremde HĂ€nde gegeben werden, weil die Mutter wieder arbeitet, vielleicht aus einem wirtschaftlichen Druck heraus oder aber, weil sie „etwas fĂŒr sich tun“ will.

In den vergangen Jahren verbrachte ich einen großen Teil meiner Zeit mit dem Studium der Entwicklung von Kindern. Dabei besuchte ich zahlreiche Kongresse und Symposien von KinderĂ€rzten und -psychologen, Soziologen, Entwicklungsbiologen und Bindungsforschern. Bei der Recherche zu meinen BĂŒchern fiel mir auf: Kaum anderswo in der zivilisierten Welt ist es um das Ansehen der Kinder derartig schlecht bestellt wie bei uns in Deutschland. Ihre Rechte auf Bindung und NĂ€he zu den Eltern werden missachtet und beiseite geschoben, ja, sie sind nicht einmal im Grundgesetz verankert, wodurch wir uns von den meisten LĂ€ndern in der ganzen Welt unterscheiden.

Kinder, die keine liebevolle Zuwendung erleben dĂŒrfen, entwickeln sich jedoch nachweislich anders als solche aus intakten Familien. Studien darĂŒber gibt es genug. Doch die passen nicht ins Bild der „modernen“, leistungsbetonten Gesellschaft mit emanzipierten, berufstĂ€tigen Frauen – und werden deswegen auch nicht beachtet. Solange wir unsere Kinder aber so nachlĂ€ssig behandeln, wie wir es zurzeit tun, und solange dieses Verhalten nicht diskutiert und verĂ€ndert wird, werden wir keinen Frieden in unserer Gesellschaft haben. Gewalt, Unsicherheit, KĂ€lte und Bindungslosigkeit werden unsere Dauerbegleiter sein.

In kaum einer anderen Epoche als der heutigen wird so viel ĂŒber Werte und Zusammenhalt diskutiert, ĂŒber die SelbstverstĂ€ndlichkeiten, die uns abhanden gekommen sind. Auch wenn dies ein erster Schritt zu einer Umkehr sein könnte, die uns vom Kampfgetöse der Feministinnen wegfĂŒhrt, erkennen wir doch gleichzeitig die Hoffnungslosigkeit, Zerstörung und Desillusionierung, die um sich gegriffen haben.

Wissen wir eigentlich noch, was uns wirklich glĂŒcklich machen könnte? Was unserem Dasein Sinn verleiht? Ist es ein Leben mit Kindern oder ohne, mit MĂ€nnern oder nicht, wĂŒnschen wir uns ĂŒberhaupt das, was man eine Familie nennt? Oder ist es die berufliche Selbstverwirklichung, die uns immer noch reizt, ohne eine Antwort auf die Frage zu haben, was spĂ€ter einmal sein wird?

Welche Rolle spielen wir Frauen wirklich? Und was sind wir jenseits aller Rollen? Welche FĂ€higkeiten machen uns aus und mĂŒssen gelebt werden, damit wir uns entwickeln können? Haben wir leichtfertig Verhaltensweisen angenommen, die uns in die falsche Richtung fĂŒhren? Werden wir unserer Verantwortung noch gerecht? Ist es Zeit, die wahre Bestimmung der Weiblichkeit zu erkennen und in unserer Gesellschaft zu installieren, um uns zu retten? Sind Adam und Eva fĂŒr immer aus dem Paradies vertrieben oder können und sollten wir das Rad der Geschichte zurĂŒckdrehen? Und wenn ja, in welcher Weise?

Es klingt absurd, aber es ist nicht von der Hand zu weisen: Wir Frauen haben vergessen, dass wir Frauen sind. Wir haben in vieler Hinsicht unsere Weiblichkeit verloren, das, was uns ausmachen könnte. Wir marschieren im Nadelstreifen durch eine kĂŒhle MĂ€nnerwelt und unterdrĂŒcken unsere GefĂŒhle. Wir kĂ€mpfen, anstatt aufzubauen. Und wir vereinsamen, statt das zu tun, was wir am besten können: ein warmes Nest bauen, Netzwerke anlegen, einen Schutzraum zu bieten in einer rĂŒcksichtsloser werdenden Welt.

Wenn wir uns auf unsere wahren StĂ€rken besinnen, können wir die Welt verĂ€ndern. Große Worte? Vielleicht. Aber es sind nun mal Frauen, die durch soziale und emotionale Intelligenz ein menschlicheres Zusammenleben gestalten können. Ohne uns Frauen in den Himmel heben zu wollen: Wir haben eine ungeheure Kraft, die wir neu entdecken können. Sie wirkt ohne Machtspiele, denn sie will nicht siegen, sondern aufbauen. Sie will nicht wegdrĂ€ngen, sondern versöhnen. Wer, wenn nicht wir Frauen, sollen einen Gegenentwurf zu einer Welt des Konkurrenzkampfes, der Lieblosigkeit und der rĂŒcksichtslosen Ausbeutung entwickeln?

Eva ist nicht Adam, auch wenn die Feministinnen uns gern einreden wollen, dass Gleichberechtigung auch Gleichheit bedeutet. Wir Frauen sind anders. Machen wir uns auf, dieses Anderssein zu entdecken und zu kultivieren. Deswegen sollten wir nicht weiter mit den selbstverstĂ€ndlich gewordenen Waffen kĂ€mpfen – weder gegen MĂ€nner noch gegen Frauen, die sich fĂŒr emanzipiert halten.

2. Die Rolle der Politik

Wenn man sich die Bestandsaufnahme von eben nĂ€her ansieht, entstehen Fragen: Wohin fĂŒhrt das alles? Und was bedeutet dieser Fortschritt eigentlich fĂŒr uns – fĂŒr jeden Einzelnen? Heute – und vor allem auch morgen? Heißt Fortschritt in diesem Zusammenhang nicht eher, dass wir fortschreiten – von jenem System, welches uns Menschen ĂŒber tausende Jahre lang das Überleben sicherte? Durch die Einrichtung der Ehe, durch Familien mit Kindern, durch die ethischen und moralischen Grundwerte wie Treue und Verantwortung, durch unseren Glauben, unsere Kultur und Tradition?

Leider sind die politischen Bestrebungen zurzeit alles andere als Hoffnung gebend. Im Gegenteil, es wird derzeit nichts getan, um die verheerenden Entwicklungen etwa zu stoppen. Das Gegenteil ist der Fall. Im Koalitionsvertrag unserer derzeitigen Bundesregierung von CDU, CSU und SPD steht der folgenschwere Satz, der als Richtschnur fĂŒr die politischen Ziele gilt und der das derzeitige Handeln auf allen politischen Ebenen deutlich erklĂ€rt:

„Kinder dĂŒrfen kĂŒnftig kein Hemmnis mehr sein fĂŒr Beruf und Karriere“.

Dies ist der Grund, warum alle GesetzesĂ€nderungen, Neuvorlagen und Entscheidungen in Deutschland heute gegen die Familie, gegen Kinder und gegen die Ehe als natĂŒrlicher Partnerschaftsform entschieden werden, doch FÜR die ErwerbstĂ€tigkeit der Frau, die den volkswirtschaftlichen Nutzen zu stĂ€rken hat und die jetzt den Facharbeitermangel auffangen soll. Und FÜR die Fremdbetreuung in Kinderkrippen, die nicht danach fragt, wie es den Kleinen dabei seelisch geht und welche enormen Risiken auf sie zukommen durch Fremdbetreuung.

In MatthĂ€us 18, Vers 6, finden wir die Worte Jesu Christi, die eindeutiger nicht ausfallen könnten – er spricht ĂŒber die Kinder und ihr Wohlergehen: „Wer aber Ärgernis gibt einem dieser Kleinen, die an mich glauben, dem wĂ€re besser, dass ein MĂŒhlstein an seinen Hals gehĂ€ngt und er ersĂ€uft wĂŒrde im Meer, wo es am tiefsten ist.“ Und es ist, als ob der Gottessohn auch die heutige Zeit im Blick hatte, als er anfĂŒgte: „Weh der Welt der Ärgernis halben. Es muss ja Ärgernis kommen; doch weh dem Menschen, durch welchen Ärgernis kommt.“

Ich möchte noch einmal den Satz aus dem Koalitionsvertrag unserer derzeitigen Bundesregierung dagegen halten:

„Kinder dĂŒrfen kĂŒnftig kein Hemmnis mehr sein fĂŒr Beruf und Karriere“.

Woher kommt eine derartig flĂ€chendeckende, gesellschaftsvernichtende und vor allem unchristliche Grundeinstellung? Welche Nöte stecken dahinter? Die HauptgrĂŒnde sind zunĂ€chst einfacher als man denkt. Es fehlt an Geld!

Die deutschen Sozialabsicherungssysteme wie Rentenkasse, Pflege- und Krankenversicherung und viele gesellschaftliche StĂŒtzsysteme mehr sind leer – und nicht „sischer“. Wer heute seine RentenbeitrĂ€ge brav einzahlt, kann nicht davon ausgehen, dass seine Rente morgen gesichert ist. Im Gegenteil: Wir wissen heute bereits genau, dass in zwanzig Jahren eine kleine Gruppe junger Menschen fĂŒr eine immer grĂ¶ĂŸer werdende Gruppe alter Menschen gerade stehen muss, sie pflegen soll und zahlen muss.

Deswegen mĂŒssen die Frauen ran, und zwar ALLE! Sie sollen arbeiten gehen und ihre eigenen BeitrĂ€ge bezahlen, ebenso ihre Steuern. Um den kranken Staat zu stĂŒtzen. Um dem billionenschwer verschuldeten Staat nicht zur Last zu fallen, indem sie nur zu Hause bleiben und sich „nur“ um ihre Kinder und den Haushalt kĂŒmmern! Und auch der Gesellschaft dĂŒrfen sie natĂŒrlich nicht zur Last fallen. Sie dĂŒrfen keine Schmarotzer sein in dieser bienenfleißigen, erfolgsorientierten Welt, oder, wie die Bundesfamilienministerin es im siebten Familienbericht 2006 formulierte, hedonistisch in den Tag hinein leben.

Außerdem sind sie natĂŒrlich billige ArbeitskrĂ€fte: Immer noch 23 Prozent weniger Geld verdienen sie als ihre mĂ€nnlichen Mitbewerber. Dies sind die GrĂŒnde, warum Frauen heute in Deutschland auf jeden Fall (!) erwerbstĂ€tig sein mĂŒssen, und deswegen ist es altmodisch und unmodern geworden, Hausfrau und Mutter zu sein. Deswegen werden Hausfrauen und MĂŒtter inzwischen gesellschaftlich und politisch diskriminiert, finanziell ohnehin. Deswegen fallen alle Umfragen merkwĂŒrdigerweise  fĂŒr den Beruf und gegen die Familie aus. Wir haben sie geprĂŒft, sie sind manipulativ und suggestiv, die meisten sind „frisiert“!

Und deswegen ist es ĂŒbrigens heute auch an der Tagesordnung, dass im linksfeministischen Lager der Begriff „Mutter“ direkt mit dem Nationalsozialismus in Zusammenhang gebracht wird. Um ihn zu beseitigen! Denn sie, die MĂŒtter, erhalten in unserem Lande weder fĂŒr ihre Arbeit Anerkennung in Form einer monatlichen Bezahlung, noch irgendwelche steuerlichen Entlastungen, und auch fĂŒr die Rentenabsicherung taugt diese „freiwillige“ TĂ€tigkeit nichts, Nullkommanull Euro kommen am Ende fĂŒr jahrzehntelange Haus- und Familienarbeit heraus.

Frauen wird nicht mehr erlaubt, bei ihren kleinen Kindern zuhause bleiben zu dĂŒrfen, indem man sie finanziell unter Druck setzt. Sie können es sich wirtschaftlich nicht leisten. Denn ihr Daheimbleiben ist teuer. Und sie erhalten keinen Cent dafĂŒr. Wahlfreiheit? Das monatliche Geld fĂŒr einen Krippenplatz  1000 bis 1500 Euro.

Und die Kinder? Nun, kaum jemand erkundigt sich nach ihrem Wohlergehen. Ihre natĂŒrlichen BedĂŒrfnisse nach NĂ€he, Liebe und Geborgenheit der dazu von der Natur ausgesuchten Person, der Mutter alleine, werden bei den staatspolitisch ausgerichteten Dringlichkeiten in keinerlei Weise berĂŒcksichtigt. Die zum Teil verheerenden Folgen einer Trennung von der Mutter und ihrem Kleinkind sind durch internationale Studien und Untersuchungen wissenschaftlich lĂ€ngst eindeutig erkannt und belegt: Die Entwicklung fĂŒr das gesamte weitere Leben nimmt einen anderen, schwierigeren Verlauf, das Risiko fĂŒr persönliche Probleme steigt. DarĂŒber mĂŒssen wir auch nicht mehr diskutieren, wir wissen es! Kinder, die in den ersten drei, vier Lebensjahren genĂŒgend Zuwendung von ihren MĂŒttern bekommen und deren BedĂŒrfnisse erfĂŒllt werden, entwickeln fĂŒr den Rest ihres Lebens ein stabileres Selbstbewusstsein und Urvertrauen als diejenigen, die fremd betreut wurden. Diese ersten Jahre werden in der Psychologie die „prĂ€genden Jahre“ genannt, denn hier wird angelegt, was fĂŒr den Rest des Lebens gilt, wohlgemerkt, fĂŒr den Rest des Lebens.

Jenen Kindern, deren UrbedĂŒrfnisse nach NĂ€he, Liebe, Zeit und Zuwendung durch die eigene Mutter nicht erfĂŒllt werden können – ihnen wird das ganze Leben grundsĂ€tzlich schwerer fallen. Wenn sie zusĂ€tzliche Risikofaktoren mitbringen wie eine Existenz als Scheidungskind, oder wenn Alkohol- oder Suchtprobleme eines der Elternteile oder psychische Schwierigkeiten vorhanden sind, werden die Hindernisse, glĂŒcklich zu werden, wachsen. Es fehlt vielen Kindern, die frĂŒhmorgens das Haus verlassen mĂŒssen und zu fremden Leuten gebracht werden, bereits in jungen Jahren an Selbstbewusstsein, Lebensfreude und an menschlichem, beruflichem und gesundheitlichem Erfolg. Dabei gilt: Je mehr Risikofaktoren bestehen, desto grĂ¶ĂŸer ist die Gefahr der UnfĂ€higkeit, sein Leben zu bewĂ€ltigen.

Und wer macht sich fĂŒr die Kinder hier im Lande zum wahren Anwalt? Kaum Jemand! Außer, es geht um pressewirksame TV-Charity-Aktionen fĂŒr misshandelte oder schwerstkranke Kinder, wo man bei Lachs und Champagner ĂŒber die armen Kleinen mitleidig diskutiert! DafĂŒr steht dann auch die Presse dankbar zur VerfĂŒgung. Doch wer hĂ€lt schon seinen Kopf in den ungĂŒnstigen Wind hier im Land, der zunehmend zum Sturm wird und bei dem man sich nicht nur die Frisur ruiniert, sondern wo einem der Kopf abgerissen werden kann
?!

Lassen Sie uns einen genaueren Blick auf dieses Thema werfen: Die Kleinen sind oft nur wenige Monate alt, wenn sie frĂŒhmorgens aus dem Bettchen gerissen und in die Fremdbetreuung gebracht werden. Eine ungewisse Zukunft, weil man nicht weiß, was in dieser Kinderkrippe alles geschieht. SelbstverstĂ€ndlich gibt es auch einige gute Einrichtungen, in denen man bemĂŒht ist, das Beste fĂŒr die Kleinen zu tun. Doch immer ist es eine ungewohnte Umgebung mit fremden Menschen, in der es keine individuellen RĂŒckzugsmöglichkeiten fĂŒr die Kinder gibt. Immer sind sie in der Gruppe und dem damit verbundenen Gruppenzwang verhaftet und in alltĂ€glichen Konfliktsituationen können die Betreuerinnen nicht immer im Sinne und zum Wohl des einzelnen Kindes entscheiden. Auch hier fehlt es an Zeit, Raum und Geld. Und natĂŒrlich an der individuellen Liebe.

Wir schneiden bei den internationalen Vergleichsstudien, bei  der OECD-Studie beispielsweise, was die QualitĂ€t der Betreuungsangestellten angeht, seit Jahren mit den Noten mangelhaft und ungenĂŒgend ab! Nichts ist in Ordnung, weder die Ausbildung des Erziehungspersonals, noch der BetreuungsschlĂŒssel und vieles mehr. Monatelang gingen in Deutschland die Erzieherinnen zu Zehntausenden auf die Straßen – ausgebrannt, völlig ĂŒberarbeitet und unterbezahlt. Die ErlĂ€uterungen einzelner Erzieherinnen – haben Sie sie gehört? Sie halten es nicht mehr aus! Sie können das Elend der Kleinen, die nach ihren MĂŒttern rufen, nicht mehr ertragen! Es sind zu Viele, und sie, die Betreuerinnen, sind zu wenig, um sich der Nöte annehmen zu können. Wir reden von Krippen, in denen Kinder von Null Jahren an betreut werden, meine Damen und Herren. Unsere Familienministerin jedoch bezeichnet den Aufenthalt in einer Krippe weiterhin ohne Probleme als „frĂŒhkindliche Bildung“.

Abgesehen davon, dass kleine Kinder Bindung, aber nicht Bildung brauchen, außer es handelt sich um Herzensbildung, sind wir in deutschen Kinderkrippen Lichtjahre entfernt von dieser wohl gepriesenen Bildung. Im besten Fall kann es sich meist um Aufbewahrung handeln, in nicht seltenen FĂ€llen besteht die akute Gefahr der VernachlĂ€ssigung! Das ist die Wahrheit, die keiner hören will, und noch viel weniger aussprechen möchte!

Meine persönliche Abneigung gegen Krippen hat neben den genannten GrĂŒnden ebenfalls mit ihrer in unserer Gesellschaft weit verbreiteten Glorifizierung zu tun, die derzeit durch die Politik und viele Medien stattfindet. Die Krippe gilt als Allheilmittel, als einziges Modell zur Förderung der Kinder. Dies ist ausgemachter Humbug mit gefĂ€hrlichen und verheerenden Folgen. Sie  dient einzig und alleine dazu, kleine Kinder abzuschieben, damit die MĂŒtter arbeiten gehen können. Nicht genug, dass die AusbildungsqualitĂ€t fĂŒr das Erziehungspersonal vieler Orten sehr zu wĂŒnschen ĂŒbrig lĂ€sst. Wir haben außerdem, wie erwĂ€hnt, keinen geregelten BetreuungsschlĂŒssel in Deutschland, jedes Bundesland kann ihn individuell handhaben, eingeschritten wird meist nicht. Ein gesetzlich geregelter BetreuungsschlĂŒssel wĂŒrde bedeuten, dass klar vorgegeben wird, wie viele Kinder maximal von einer Betreuerin versorgt werden dĂŒrfen. Die fachĂ€rztliche Empfehlung sind drei bis vier Kinder, die von einer Erzieherin betreut werden dĂŒrfen, wenn es sich um Kinder unter drei Jahren handelt.

Hierzulande kann es jedoch durchaus passieren, dass eine nicht ausreichend ausgebildete Erziehungsperson zwischen 15 und 20 kleine Kinder, manchmal noch mehr, betreuen muss. Wenn wir uns vorstellen, dass es sich zum Teil um Kinder handelt, die nicht einmal ein Jahr alt sind, die gewickelt, getragen, geschaukelt werden mĂŒssen, die dringend angewiesen sind auf die Förderung ihrer Anlagen und vor allem auf die Liebe der Erwachsenen, ahnen wir das Drama.  Die oft mangelhafte Ausbildung des Erziehungspersonals , die Zeitnot und die massive Überlastung mĂŒssten uns aufschrecken und uns dringend handeln lassen, denn es geht hier um das Wertvollste, was wir besitzen: Unsere Kinder. 

Wenn man sich gleichzeitig klar macht, dass diese ersten drei Jahre die so genannten prĂ€genden Jahre fĂŒr das ganze Leben eines Menschen sind, bekommt das Thema katastrophale Dimensionen.

Mangelndes Selbstbewusstsein und fehlendes Urvertrauen sind stĂ€ndige Begleiter. Die SpĂ€tfolgen wie Depression, Alkohol- und DrogenabhĂ€ngigkeit, berufliche und partnerschaftliche Erfolglosigkeit, aber auch weitere soziale Probleme wie Gewaltbereitschaft und exzessives Leben werden durch die Wissenschaft als Folge bestĂ€tigt. Die ersten drei Jahre, so auch die internationale Bindungsforschung, sind das RĂŒstzeug fĂŒr uns. Stabile Zuwendung hat stabiles Urvertrauen zur Folge, VernachlĂ€ssigung wird immer zu Defiziten fĂŒhren.

Wer heute darĂŒber spricht, dass wir belastungsfĂ€hige, junge Menschen fĂŒr das kĂŒnftige Berufsleben brauchen, die die QualitĂ€t deutscher Erzeugnisse und innovativen Handelns und Entscheidens gewĂ€hrleisten und die dem Facharbeitermangel entgegenwirken sollen, der muss wissen, dass wir die dafĂŒr nötigen Menschen nicht in Kinderkrippen heranziehen! Sondern einzig und allein in natĂŒrlichen, stabilen Familien, in denen Liebe, Zuwendung, auch Disziplin und ZuverlĂ€ssigkeit, RĂŒcksichtnahme, Hilfsbereitschaft und VerantwortungsgefĂŒhl erlernt und fĂŒr das ganze Leben vermittelt werden.

Wir sollten uns dazu zwei Zitate ansehen, zum ersten jenes des 1820 geborenen Politikers Friedrich Engels, der gemeinsam mit Karl Marx den berĂŒhmten „Marxismus“ und die „GrundsĂ€tze des Kommunismus“ entwickelte und erarbeitete. Er sagte:

„Die BeschĂ€ftigung der Frau in der Fabrik löst die Familie notwendig gĂ€nzlich auf, und diese Auflösung hat in dem heutigen Zustande der Gesellschaft, der auf der Familie beruht, die demoralisierendsten Folgen, sowohl fĂŒr die Eheleute wie fĂŒr die Kinder. Eine Mutter, die nicht Zeit hat, sich um ihr Kind zu bekĂŒmmern, ihm wĂ€hrend der ersten Jahre die gewöhnlichsten Liebesdienste zu erweisen, eine Mutter, die ihr Kind kaum zu sehen bekommt, kann diesem Kinde keine Mutter sein, sie muss notwendig gleichgĂŒltig dagegen werden, es ohne Liebe, ohne FĂŒrsorge behandeln wie ein ganz fremdes Kind, und Kinder, die in solchen VerhĂ€ltnissen aufgewachsen, sind spĂ€ter fĂŒr die Familie gĂ€nzlich verdorben, können nie in der Familie, die sie selber stiften, sich heimisch fĂŒhlen, weil sie nur ein isoliertes Leben kennengelernt haben, und mĂŒssen deshalb zur ohnehin schon allgemeinen Untergrabung der Familie bei den Arbeitern beitragen. Eine Ă€hnliche Auflösung der Familie wird durch die Arbeit der Kinder herbeigefĂŒhrt.“

Es folgt die Aussage des einstigen, sozialistisch-kommunistischen Kommissars fĂŒr Erziehung in der damaligen Sowjetunion, Anatoli Lunacharski (1875-1933), welche er vor fast hundert Jahren zum Ausdruck brachte. Wörtlich sagte er:

„Unsere jetzige Aufgabe ist die Zerstörung der Familie und die Ablösung der Frau von der Erziehung ihrer Kinder. Wenn wir in unseren GemeinschaftshĂ€usern gut vorbereitete Abteilungen fĂŒr Kinder organisiert haben, ergibt es sich zweifellos, dass die Eltern ihre Kinder von allein dorthin senden werden, wo sie durch medizinisch und pĂ€dagogisch qualifiziertes Personal ĂŒberwacht sind. Dadurch werden zweifellos AusdrĂŒcke wie meine Eltern oder unsere Kinder immer weniger gebraucht werden und durch Begriffe wie die Alten, die Kinder, die SĂ€uglinge ersetzt werden.“

Michael Gorbatschow nahm etwa achtzig Jahre spĂ€ter in seinem Buch Perestroika zu jenen sowjetischen Familienmaßnahmen, die den Staat jahrzehntelang verĂ€nderten und zerstörten, klar und deutlich Stellung. Angesichts verfallener Familienstrukturen und u.a. 40 Millionen Alkoholikern schrieb Gorbatschow wörtlich :

„Wir haben erkannt, dass viele unserer Probleme im Verhalten vieler Kinder und Jugendlicher – in unserer Moral, der Kultur und der Produktion – zum großen Teil durch die Lockerung familiĂ€rer Bindungen und die VernachlĂ€ssigung der familiĂ€ren Verantwortung verursacht werden. Dies ist ein paradoxes Ergebnis unseres ernsthaften und politisch gerechtfertigten Wunsches, die Frau dem Mann in allen Bereichen gleichzustellen.“

Soweit die ehrlichen Worte eines anerkannten Politikers, der weltweit bekannt geworden ist fĂŒr seinen Mut, umzudenken! Übrigens – nicht nur in der ehemaligen sozialistischen Sowjetunion kam man nach jahrzehntelanger Krippenkultur zu diesem Ergebnis, Ă€hnliche Tendenzen beim aufrichtigen Bilanzieren der Frauenemanzipation zeichnen sich in Schweden ab.

Schweden ist das Herzeigeland, welches wir immer als leuchtendes Beispiel fĂŒr gelungene Familienpolitik heranziehen. Doch vor drei Jahren waren in diesem Land ĂŒber 80% der Bevölkerung plötzlich dafĂŒr, dass hĂ€usliche Erziehung durch die Mutter finanziell gefördert werden solle. Bisher gab es nur Geld vom Staat, wenn beide Eltern berufstĂ€tig waren. Dies hatte zur Folge, dass seit Anfang 2008 in Schweden 300 Euro fĂŒr die ersten drei Jahre fĂŒr jedes Kind bezahlt werden, die Zahl der MĂŒtter, die nun bei ihren kleinen Kindern zuhause bleiben, steigt stetig an.

Und vielleicht nicht ganz uninteressant: Aktuelle Studien der Cambridge University weisen auf eine wachsende Anzahl von Leuten in England hin, die besorgt sind ĂŒber die Auswirkungen der arbeitenden MĂŒtter auf das Familienleben.

Die Zustimmung fĂŒr die althergebrachte Sichtweise nimmt zu, eine Frau gehöre eher nach Hause als ins BĂŒro. Übrigens fallen die Ergebnisse in den USA, wo ja auch bereits seit Jahrzehnten die Gleichstellung der Frau gefördert wurde, noch drastischer aus als in England.

Kanada ist ebenso lĂ€ngst zurĂŒckgerudert, hier gibt es seit einigen Jahren erhebliche BemĂŒhungen, Frauen das Zuhausebleiben zu erleichtern.

Man kann also deutlich beobachten, dass diejenigen LĂ€nder, die die Gleichstellung der Frau mit aller Kraft vorantrieben, angesichts der zum Teil dramatischen gesellschaftlichen Folgen auf dem RĂŒckzug sind bzw. haben sie erkannt, dass der einzig mögliche Weg, um eine gesunde und stabile Gesellschaft zu formen, jener des Familienzusammenhaltes, der Kultur, der Tradition und der Liebe ist.

Und was machen wir hier in unserem schönen Lande? Wir hĂ€ngen uns weiterhin beharrlich an die Rockzipfel von BrĂŒssel, wir wollen nicht auf die VerĂ€nderungen der anderen sehen, sondern tapfer singen wir das Lied der Marktwirtschaft und des Kapitalismus, wĂ€hrend wir dabei mit sozialistischen Instrumentarien unsere Gesellschaft umbauen. In Richtung VollerwerbstĂ€tigkeit der Frau.

Wir bauen unser Krippennetz auf 750000 PlĂ€tze aus – ein Plan, den die SPD-Familienministerin Renate Schmidt einst in BrĂŒssel entwarf und absegnete, und den die jetzige, christlich-demokratisch gewĂ€hlte Familienministerin von der Leyen weiter eifrig und stolz in die Tat umsetzt. Und wenn es um die Erhöhung des Kindergeldes von zehn Euro geht, dann haben wir ein Staatsproblem, und es wird dieser Erhöhung nicht stattgegeben, wĂ€hrend wir Hunderte Milliarden den Banken und dem Finanzsystem zukommen lassen. Nun – einen Vorwurf kann man unserer Regierung bestimmt nicht machen, nĂ€mlich, dass die PrioritĂ€ten nicht klar wĂ€ren. Deutlicher geht’s nicht.

Meine Damen und Herren, die Werte, die als die gestrigen und verstaubten Werte bezeichnet werden, sind Urwerte, die zu unserem Sein in diesem Universum selbstverstĂ€ndlich dazugehören. Sie haben uns bis heute das Überleben gesichert. Aufgrund der dramatischen demografischen Negativkurven wissen wir aber: das System, mit und in welchem wir existieren, ist unbrauchbar – es funktioniert nicht. Wir sind im Begriff, uns selbst abzuschaffen, denn es gilt als unumstĂ¶ĂŸliche Tatsache: Wir schaffen die demographische Kurve nicht mehr aus eigener Kraft.

Was einer Gesellschaft verloren geht, wenn sie die ErwerbstĂ€tigkeit ĂŒber die natĂŒrliche und schöpfungsgewollte Aufgabe der Frau stellt, ist immens. Durch meine Karriereerfahrungen ĂŒber all die Jahre hinweg musste ich zunehmend feststellen, dass man als Frau mit all den typischen weiblichen Anlagen im harten Berufskampf nicht weit kommt. Vielmehr ist es erforderlich, dass Frauen sich in der immer noch mĂ€nnlich dominierten Arbeitswelt die Instrumentarien der MĂ€nner aneignen mĂŒssen, um  sich durchzusetzen. Um ein Beispiel zu nennen: Niemand kann  in einer Konferenz, wo es hart hergeht, einfach in TrĂ€nen ausbrechen, nur weil einem etwas nicht in den Kram passt.

Eine Karrierefrau muss darauf verzichten, ihre GefĂŒhle zu zeigen, wenn sie ernst genommen werden will.  Es heißt vielmehr, sich durchsetzungsfreudig durch jeden Tag zu kĂ€mpfen, stark und belastbar zu wirken und zu jeder Zeit jedem geistesgegenwĂ€rtig Paroli bieten zu können. Gefragt sind vorwiegend mĂ€nnliche Eigenschaften, um da draußen zu bestehen. Also eignet man sich diese an, und bemerkt dabei kaum, dass man als Frau seine weiblichen Anlagen zunehmend unterdrĂŒckt und sie teilweise gĂ€nzlich abschafft.  Weibliche Eigenschaften sind nun einmal völlig andere als mĂ€nnliche, auch wenn die Gender-Experten heute steif und fest behaupten, es gebe keine Unterschiede zwischen den Geschlechtern. 

Alleine der Umstand, dass MĂ€nner keine Kinder zur Welt bringen können und Frauen nun einmal fĂŒr die Zeugung den körperlich komplett anders ausgestatteten Mann brauchen, ist fĂŒr jedes Kleinkind bereits deutlich erkennbar. Die Hirnforschung, die nicht ideologisch ĂŒberfrachtet arbeitet, bringt zahlreiche glasklare Beweise ĂŒber die Differenzen des mĂ€nnlichen und weiblichen Gehirns fĂŒr diejenigen, die ĂŒberhaupt noch wissenschaftliche ErklĂ€rungen dafĂŒr brauchen. Dies alles jedoch wird eisern ignoriert und es wird beharrlich weiterhin behauptet, Mann und Frau seien gleich.

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Dienstag 15. September 2009 um 9:58 und abgelegt unter Demographie, Ehe u. Familie, Gesellschaft / Politik.