Dient dem Herrn Christus in Ehe, Familie und Beruf! (Kol 3,18-4,1)
Sonntag 9. November 2025 von Johann Hesse

Im dritten Kapitel des Kolosserbriefes wird Paulus sehr praktisch. Hier geht es nun um die ganz konkrete Lebensgestaltung. Wie lege ich den alten Menschen ab und wie ziehe ich den neuen Menschen an? In Vers 17 schreibt Paulus: „Und alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken, das tut alles im Namen des Herrn Jesus und dankt Gott, dem Vater durch ihn“ (Kol 3,17). Und nun führt Paulus aus, was das bedeutet für das Miteinander in der Ehe, in der Familie und im Beruf. Wie wird das Ausziehen des alten Menschen und das Anziehen des neuen Menschen im Miteinander des Alltags gelebt? Wir hören auf Gottes Wort aus dem Kolosserbrief 3,18-4,1:
18 Ihr Frauen, ordnet euch euren Männern unter, wie sich’s gebührt in dem Herrn. 19 Ihr Männer, liebt eure Frauen und seid nicht bitter gegen sie. 20 Ihr Kinder, seid gehorsam den Eltern in allen Dingen; denn das ist wohlgefällig in dem Herrn. 21 Ihr Väter, kränkt eure Kinder nicht, auf dass sie nicht verzagen. 22 Ihr Sklaven, seid gehorsam in allen Dingen euren irdischen Herren; dient nicht allein vor ihren Augen, um den Menschen zu gefallen, sondern in Einfalt des Herzens und in der Furcht des Herrn. 23 Alles, was ihr tut, das tut von Herzen als dem Herrn und nicht den Menschen, 24 denn ihr wisst, dass ihr von dem Herrn als Lohn das Erbe empfangen werdet. Dient dem Herrn Christus! 25 Denn wer unrecht tut, der wird empfangen, was er unrecht getan hat; und es gilt kein Ansehen der Person. 1 Ihr Herren, was recht und billig ist, das gewährt den Sklaven und bedenkt, dass auch ihr einen Herrn im Himmel habt. 
1. Dient dem Herrn Christus in der Ehe
1.1Â Â Â Â Â Â Die Unterordnung der Frau
18 Ihr Frauen, ordnet euch euren Männern unter, wie sich’s gebührt in dem Herrn. 19 Ihr Männer, liebt eure Frauen und seid nicht bitter gegen sie. 
Der Zusammenhang dieser Verse macht deutlich, dass es um das Miteinander in der Ehe geht, denn Paulus spricht von der Liebe des Mannes zur Frau und von den Kindern, die ihren Eltern gehorsam sein sollen. Paulus spricht als erstes ganz direkt die Frauen an und fordert sie auf, sich ihren Ehemännern unterzuordnen.
1.1.1Â Â Â Ein rotes Tuch!
Für viele ist der Begriff „Unterordnung“ ein rotes Tuch. Er gilt als repressiv und überholt. Paulus sei hier noch gefangen im patriarchalischen Weltbild der römischen Antike. Das Konzept der Unterordnung habe einen sozio-kulturellen Hintergrund und tauge nicht für das Miteinander von Mann und Frau heute. Die Aufforderung zur Unterordnung habe in der heutigen Verkündigung nichts zu suchen.
Dass sich Widerstand regt, ist auch insofern verständlich, dass Ehemänner diese Aufforderung immer wieder missbraucht haben, um in unguter Weise über ihre Frauen zu bestimmen und zu herrschen. Dieser Missbrauch hat die Abwehr gegen die Unterordnung der Frau in der Ehe nur noch verstärkt.
1.1.2Â Â Â Der rechte Gebrauch
Doch es gilt auch hier der lateinische Grundsatz: „Abusus non tollit usum“ oder auf Deutsch: „Der Missbrauch hebt den rechten Gebrauch nicht auf“. Und den rechten Gebrauch lernen wir bei Jesus Christus selbst, der sich ganz und gar dem Vater unterordnet.
„Wenn aber alles ihm untertan sein wird, dann wird auch der Sohn selbst untertan sein dem, der ihm alles unterworfen hat, auf dass Gott sei alles in allem“ (1 Kor 15,28).
Der Sohn ordnet sich freiwillig dem Vater unter. Paulus verwendet auch hier wie in Kol 3,18 und in Epheser 5,22 das Verb „upotasso“. Wenn ich verstanden habe, dass Jesus selbst sich freiwillig und aus Liebe zum Vater unterordnet, dann bekommt das Unterordnen einen anderen Klang und einen göttlichen Glanz. Wenn Jesus sich unterordnet, dann adelt er damit das Konzept der Unterordnung, es bekommt eine göttliche und geistliche Füllung und Färbung. Wenn Christus sich dem Vater unterordnet, dann ist Unterordnung ein innertrinitarisches Geschehen und kein sozio-kulturelles Konzept der römischen Antike, kein überholter Patriarchalismus, sondern ein überzeitliches göttliches Konzept, das auch heutigen Ehen zum Segen werden soll und will, wenn es recht gebraucht und angewandt wird.
1.1.3Â Â Â Unterordnung um des Herrn willen
18 Ihr Frauen, ordnet euch euren Männern unter, wie sich’s gebührt in dem Herrn.
Achten wir auf den kleinen, aber entscheidenden Hinweis: „wie sich’s gebührt in dem Herrn.“ Die Frau ordnet sich unter nicht um des Mannes oder um der römischen Kultur willen, sondern um des Herrn willen. Sie macht es für Christus und dient Christus auf diese Weise.
Elisabeth Elliot schreibt: „Eine junge Frau erzählte mir, wie sehr sie darüber verärgert war, dass sie sich ihrem Mann unterordnen sollte. Sie dachte vor allem, dass diese Ansicht für die Frau erniedrigend sei. Sich unterzuordnen hieß ihrer Meinung nach, weniger wert zu sein. Als sie dann die Herrschaft Christi in ihrem Leben anerkannte, begriff sie schließlich, dass Unterordnung unter ihren Ehemann einer der „Untertitel“ dieser Herrschaft Christi war. Sie hatte keine Schwierigkeiten mehr, sich unterzuordnen, nachdem sie ihr Leben grundsätzlich unter die Herrschaft Christi stellte.“[1]
Diese Frau erkannte, dass sie sich um des Herrn Willen ihrem Mann unterordnen sollte. Eine Frau, die Christus nachfolgen will, tut das in der Ehe auf dem Weg der Unterordnung unter den Mann, der von Christus die Aufgabe hat, das Haupt der Ehe zu sein. Auf diesem Wege bringt die Ehefrau Frucht, empfängt Segen und beiden gelingt das angefochtene Miteinander von Mann und Frau.
1.2Â Â Â Â Â Â Die Liebe des Mannes zur Frau
19 Ihr Männer, liebt eure Frauen und seid nicht bitter gegen sie. 
Nun wendet sich Paulus direkt an die Ehemänner. Er sagt ihnen nicht: „Herrscht über eure Frauen“, sondern „liebe eure Frauen und seid nicht bitter gegen sie“. Hier haben die Männer ihren Schwachpunkt und müssen erinnert werden, dass sie ihre Frauen lieben sollen. Dabei macht Paulus im Epheserbrief deutlich, woran sich diese Liebe zu orientieren hat und wo ihre Kraftquelle liegt:
„Ihr Männer, liebt eure Frauen, wie auch Christus die Gemeinde geliebt hat und hat sich selbst für sie dahingegeben“ (Eph 5,25).
Doch so wie die Frauen ihre Unterordnung am Vorbild der Gemeinde ausrichten sollen, sollen die Männer ihre Frauen so lieben, wie Christus die Gemeinde geliebt hat. Jesus Christus hat aus Liebe zu uns den Tod auf sich genommen: „Niemand hat größere Liebe als die, dass er sein Leben lässt für seine Freunde“ (Joh 15,12-13). Hier und nur hier hat die Liebe ihren unerschütterlichen Grund. In uns selbst finden wir keine Liebe.
Elisabet Elliot schreibt: „Du möchtest, dass deine Frau sich unterordnet? Dann musst du lange und ständig auf die Art von Liebe schauen, die Christus gab. Sie beruhte auf Selbstopferung. Dies ist die Grundlage für Autorität. Sie beginnt mit dem Opfer. Sie wird durch Opfer erhalten. Napoleon sagte einmal, dass er ein Reich auf Gewalt errichtet habe, während Jesus ein Reich auf Liebe gebaut hat…Keine Macht auf Erden kann sich mit der Macht der opfernden Liebe messen.“[2]
Mann, blicke nicht auf deine GefĂĽhle fĂĽr deine Frau, die mal so und mal so sind, sondern blicke auf Christus! Das Geheimnis ewiger, treuer und hingegebener Liebe finden wir nur in Jesus, der sein Leben fĂĽr die Freunde hingibt und fĂĽr seine Brautgemeinde in den Tod geht.
1.3Â Â Â Â Â Â Erika Kirk ĂĽber Charlie Kirk
In ihrer Trauerrede vom 21. September 2025 in Glendale / Arizona berichtet Erika Kirk, dass ihr ermordeter Mann Charlie Kirk, ihr jede Woche einen Liebesbrief schrieb:
„Und am Ende stellte er immer die schönste Frage: „Bitte lass mich wissen, wie ich dir als Ehemann besser dienen kann, Charlie.“ Er verstand Gottes Rolle für einen christlichen Ehemann vollkommen. Ein Mann, der führt, damit er allen Männern dienen kann, die weltweit zuschauen. Nehmt Charlies Herausforderung an und lebt echte Männlichkeit. Seid stark und mutig für eure Familien. Liebt eure Frauen und führt sie. Liebt eure Kinder und beschützt sie. Seid das geistliche Oberhaupt eures Hauses. Aber bitte seid ein Führer, dem es sich zu folgen lohnt. Eure Frau ist nicht eure Dienerin. Eure Frau ist nicht eure Angestellte. Eure Frau ist nicht eure Sklavin. Sie ist eure Helferin. Ihr seid keine Rivalen. Ihr seid ein Fleisch, das gemeinsam für die Ehre Gottes arbeitet.“
Oder um es in den Worten von Dietrich Bonhoeffer zu sagen:
„In allem seid ihr frei bei der Gestaltung eures Hauses, nur in einem seid ihr gebunden: die Frau sei dem Manne untertan, und der Mann liebe seine Frau. Damit gibt Gott Mann und Frau die ihnen eigene Ehre. Es ist die Ehre der Frau, dem Manne zu dienen, ihm eine Gehilfin zu sein – wie es in der Schöpfungsgeschichte heißt [I. Mose 2, 20] -, und es ist die Ehre des Mannes, seine Frau von Herzen zu lieben. Er „wird Vater und Mutter verlassen und an seinem Weibe hangen“ [Matth. 19, 5], er wird sie „lieben wie sein eigenes Fleisch“. Eine Frau, die über ihren Mann herrschen will, tut sich selbst und ihrem Manne Unehre, ebenso wie ein Mann durch mangelnde Liebe zu seiner Frau sich selbst und seiner Frau Unehre zufügt, und beide verachten die Ehre Gottes, die auf dem Ehestand ruhen soll.“[3]
2. Dient dem Herrn Christus in der Familie
20 Ihr Kinder, seid gehorsam den Eltern in allen Dingen; denn das ist wohlgefällig in dem Herrn. 21 Ihr Väter, kränkt eure Kinder nicht, auf dass sie nicht verzagen. 
Paulus spricht erst die Frauen, dann die Männer und nun die Kinder in den Familien an. Er fordert sie dazu auf, dass vierte Gebot zu beachten: „Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf dass dirs wohlgehe und du lange lebest auf Erden.“ (5. Mose 5,16; vgl. 2 Mose 20,12; Eph 6,1ff). Das vierte Gebot sagt, dass Kinder ihre Eltern ehren sollen. Praktisch bedeutet das, dass sie den Anweisungen der Eltern Folge leisten sollen. Ausdrücklich heiß es, dass das „in allen Dingen“ geschehen soll.
2.1Â Â Â Â Â Â Der groĂźe Lohn dieses Gebotes
Wie wichtig dieses Gebot ist, wird schon daran deutlich, dass es bereits an vierter Stelle der 10 Gebote steht. Wir hören hier, dass es dem Herrn wohlgefällig ist, wenn Kinder ihren Eltern gehorchen. Und es ist ein Gebot, dass eine wichtige Verheißung hat. Wenn du es hältst, wird es dir wohlgehen und du wirst lange leben auf Erden. Das Gebot die Eltern zu ehren ist von höchster Priorität!
2.2Â Â Â Â Â Â Die Folgen seiner Missachtung
Dem entspricht die Tatsache, dass die Heilige Schrift deutlich davor warnt, die Eltern zu verunehren und ihnen nicht zu gehorchen.
„Wer seinem Vater und seiner Mutter flucht, dessen Leuchte wird verlöschen in der Finsternis.“ (Sprüche 20,20)
„Ein Auge, das den Vater verspottet, und verachtet, der Mutter zu gehorchen, das werden die Raben am Bach aushacken und die jungen Adler fressen.“ (Sprüche 30,17) 
2.3Â Â Â Â Â Â Die Eltern als Spiegel Gottes
Warum ist dieses Gebot von so hoher Bedeutung? Weil die Eltern in ihrer elterlichen Stellung und Autorität eine Repräsentation Gottes für die Kinder sind. An den Eltern sollen die Kinder zuerst lernen, wie und wer Gott ist. Eltern sollen in gewisser Weise ein Spiegel sein, in denen sich Gottes Wesen und Eigenschaften spiegeln. In der Ehre und dem Gehorsam den Eltern gegenüber lernen Kinder die Tatsache kennen, dass über ihnen eine Autorität ist. Mithilfe der elterlichen Autorität lernen Kinder Gottes Autorität kennen.
Wenn Kinder ihren Eltern gehorchen, gehorchen sie zugleich der Autorität Gottes, denn Gott hat die Eltern als Autorität über die Kinder eingesetzt und hat den Kindern geboten, die Eltern zu ehren. Gott hat versprochen, dass er die Kinder und Familien segnen wird, wo das geschieht. Luther schreibt im Großen Katechismus: „So präge man der Jugend ein, ihre Eltern so vor Augen zu haben, als stünden sie an Gottes statt da.“
2.4Â Â Â Â Â Â Den Eltern gehorchen
Was bedeutet es nun konkret, die Eltern zu ehren und ihnen zu gehorchen? Wir lassen dazu an dieser Stelle noch einmal Luther im GroĂźen Katechismus zu Wort kommen:
„So lerne nun zum Ersten, was die Ehrerbietung gegenüber den Eltern bedeutet, die in diesem Gebot verlangt wird, nämlich dass man die Eltern über alle Dinge wert achtet als den höchsten Schatz auf Erden, dass man außerdem ihnen gegenüber auch mit Worten bescheiden auftritt, sie nicht missgelaunt anfährt, ihnen nicht lautstark Vorhaltungen macht und nicht in rüdem Ton zu ihnen spricht, sondern sie Recht behalten lässt und schweigt, auch wenn sie einmal zu weit gegangen sind; drittens soll man ihnen auch mit Taten, das heißt mit eigener Person und mit dem eigenen Besitz insofern Ehrfurcht erweisen, als man ihnen zur Hand geht, ihnen hilft und sie versorgt, wenn sie alt, krank, gebrechlich oder bedürftig sind, und das nicht nur gern, sondern darüber hinaus mit Demut und unter Wahrung ihrer Würde, im Bewusstsein, dies vor Gott zu tun. Denn wer das weiß, wie er sie im Herzen achten soll, wird sie nicht Not oder Hunger leiden lassen, sondern sie hochschätzen und für sie sorgen, so gut er kann. (Martin Luther, Großer Katechismus, Das vierte Gebot)
2.5      Göttliche, elterliche und staatliche Autorität
Die Linksautonomen auf den Straßen Berlins, die gegen den Marsch für das Leben demonstrieren, skandieren seit Jahren: „Kein Gott, kein Staat, kein Patriarchat.“ Diese Leute haben in ihrem anarchischen Denken begriffen, dass hier ein enger Zusammenhang zwischen göttlicher, elterlicher und staatlicher Autorität besteht. Dort, wo das vierte Gebot nicht mehr beachtet wird, folgt der Umsturz aller Autoritäten im ganzen Land. Wer die Eltern nicht ehrt, der ehrt auch den Lehrer nicht, den Polizisten, den Beamten oder den Politiker. Die Missachtung der elterlichen Autorität führt zur Missachtung aller Autoritäten bis hin zur Autorität Gottes. Eine Gesellschaft, in der es massenhaft zur Übertretung des vierten Gebotes kommt, wird eine anarchische, zerfallende und gottlose Gesellschaft sein.
Andersherum gilt aber auch, dass ein Land und eine Gesellschaft gesegnet sein wird, in der Kinder ihre Eltern ehren.
„Wenn man das nun wirklich täte, würde uns Gott auch reichlich segnen und es gelingen lassen, dass man solche Leute erzöge, von denen Land und Leute Vorteil hätten, überdies tüchtige, wohlerzogene Bürger, anständige und häusliche Frauen, die dann auch entsprechend rechtschaffene Kinder und Bedienstete aufziehen würden. Da überlege nun selbst, einen wie entsetzlichen Schaden du anrichtest, wenn du in dieser Angelegenheit nachlässig bist und lässt es an dir scheitern, dass dein Kind nützlich und im Einklang mit Gott erzogen werde, und wie du Sünde und Zorn auf dich lädst und auf diese Weise die Hölle an deinen eigenen Kindern verdienst, selbst wenn du sonst rechtschaffen und heilig wärest. Deswegen bestraft auch Gott, weil man das missachtet, die Welt so schrecklich, dass man weder Ordnung noch Regierung oder Frieden hat, was wir auch alle beklagen, ohne aber zu sehen, dass es unsere Schuld ist; denn wie wir sie aufziehen, dementsprechend haben wir ungeratene und ungehorsame Untergebene.“ (Martin Luther, Großer Katechismus, Das vierte Gebot)
2.6      Die Verantwortung der Väter
21 Ihr Väter, kränkt eure Kinder nicht, auf dass sie nicht verzagen. 
Nach den Kindern werden nun die Väter angesprochen. Sie sollen die Kinder in der Erziehung nicht kränken, nicht provozieren, nicht reizen. Auch wenn der Erziehungsauftrag Väter und Mütter in gleicher Weise betrifft, so trägt der Mann als Haupt in der Ehe doch die Verantwortung für die Erziehung der gemeinsamen Kinder. Die Bibel fordert die Väter auf, die Kinder mit Strenge zu erziehen, aber eine Strenge, die mit Liebe und Gerechtigkeit gemischt ist. Wie viel Schaden ist in der Erziehung schon angerichtet worden, weil die Väter zu streng, zu gesetzlich, zu hart, zu autoritär, erzogen haben. Wieviel Schaden wird abgewendet, wenn die nötige Strenge eingebettet ist in ein liebevolles Miteinander. An die Epheser heißt es etwas ausführlicher:
Und ihr Väter, reizt eure Kinder nicht zum Zorn, sondern erzieht sie in der Zucht und Ermahnung des Herrn. (Eph 6,4).
Nancy Pearcey schreibt in ihrem Buch „Der toxische Kampf gegen Männlichkeit – Wie das Christentum die Geschlechter versöhnt“ über die Studie des Psychologen Vern Bengston, die über einen Zeitraum von 35 Jahren angelegt war.
„Sein bemerkenswertestes Ergebnis ist, dass 68% der Kinder mit einer engen Beziehung zum Vater im gleichen Maß religiös aktiv werden wie der Vater: „Wirklich interessant ist, schreibt Bengston, dass eine enge Beziehung zum Vater sogar noch wichtiger ist als eine enge Beziehung zur Mutter.“ Väter haben einen großen Einfluss, ob sie wollen oder nicht. Der Schlüsselbegriff ist jedoch „enge Beziehung“.[4]
3. Dient dem Herrn Christus im Beruf
22 Ihr Sklaven, seid gehorsam in allen Dingen euren irdischen Herren; dient nicht allein vor ihren Augen, um den Menschen zu gefallen, sondern in Einfalt des Herzens und in der Furcht des Herrn. 23 Alles, was ihr tut, das tut von Herzen als dem Herrn und nicht den Menschen, 24 denn ihr wisst, dass ihr von dem Herrn als Lohn das Erbe empfangen werdet. Dient dem Herrn Christus! 25 Denn wer unrecht tut, der wird empfangen, was er unrecht getan hat; und es gilt kein Ansehen der Person.
3.1Â Â Â Â Â Â Die Gemeinde als sozialer Schmelztiegel
Die fünfte und sechste Gruppe, die Paulus nun anspricht, ist die Gruppe der Sklaven und Herren. Wir sehen daran, dass in den Gemeinden nicht nur Männer, Frauen und Kinder, sondern eben auch Sklaven und Herren, Niedrige und Hohe ihren Platz hatten. Auch wenn die Apostel die Wirtschaftsform der Sklavenhaltung nicht angriffen, so waren die Gemeinden des Neuen Testaments doch ein Motor einer soziokulturellen Umwälzung. Die Gemeinden wurden zu sozialen Schmelztiegeln. Hier knieten Sklaven und Herren vor demselben Gott, dienten demselben Herrn und empfingen Brot und Wein aus der Hand der Ältesten.
Im 19. Jahrhundert gab es während der Zarenzeit es eine Erweckung in Familien des russischen Hochadels. In einer Petersburger Zeitung hieß es über die christlichen Versammlungen im Palast der Fürstin Natalie Lieven:
„Eigenartige Gottesdienste finden im Haus der Fürstin Lieven statt! Da steht ein alter Engländer, spricht mit viel Feuer auf Englisch, und ein älteres Fräulein übersetzt ihn Satz für Satz ins Russische. Vor ihnen sitzen nebeneinander eine Fürstin, dann ein Kutscher, weiter eine Gräfin und neben ihr ein Hausmeister, ein Student, ein Stubenmädchen, ein Baron, ein Fabrikarbeiter…. Alle hören sehr aufmerksam zu, und dann knien alle zum Gebet nieder, jeder seinem Stuhl zugewandt.“[5]
Wenngleich der christliche Glaube soziale Unterschiede nicht einfach auflöste, förderte er doch die Erkenntnis, dass alle Menschen nur Geschöpfe des einen Schöpfers sind und alle gemeinsam einem Herrn und Gott gehörten und sich einmal vor ihm verantworten müssen. Langfristig ist die Abschaffung der Sklaverei eine Folge der Ausbreitung des Christentums, man denke nur an die Abschaffung der Sklaverei im Britischen Empire durch den bekennenden Christen William Wilberforce.
 3.2     Den irdischen Herren dienen
22 Ihr Sklaven, seid gehorsam in allen Dingen euren irdischen Herren; dient nicht allein vor ihren Augen, um den Menschen zu gefallen, sondern in Einfalt des Herzens und in der Furcht des Herrn. 
Paulus forderte die Sklaven nicht dazu auf, gegen die irdischen Herren zu rebellieren, sondern er fordert sie auf, ihnen zu gehorchen. Josef ist ein wunderbares Beispiel dafĂĽr:
„Und sein Herr sah, dass der HERR mit ihm war; und alles, was er tat, ließ der HERR in seiner Hand glücken, 4 sodass er Gnade fand in seinen Augen und sein Diener wurde. Er setzte ihn über sein Haus; und alles, was er hatte, gab er in seine Hände. 5 Und von der Zeit an, da er ihn über sein Haus und alle seine Güter gesetzt hatte, segnete der HERR des Ägypters Haus um Josefs willen, und es war lauter Segen des HERRN in allem, was er hatte, zu Hause und auf dem Felde.“ (1. Mose 39,3-5)
Josef arbeitete in Potifars Haus in Einfalt des Herzens und in der Furcht des Herrn, nicht um Menschen, sondern um Gott zu gefallen. Das wiederum fĂĽhrte dazu, dass er das Herz seines irdischen Herrn gewann und dessen Haus gesegnet wurde.
3.3Â Â Â Â Â Â Christus dienen, nicht den Menschen
23 Alles, was ihr tut, das tut von Herzen als dem Herrn und nicht den Menschen, 24 denn ihr wisst, dass ihr von dem Herrn als Lohn das Erbe empfangen werdet. Dient dem Herrn Christus! 25 Denn wer unrecht tut, der wird empfangen, was er unrecht getan hat; und es gilt kein Ansehen der Person.
Alles, was wir tun, soll von Herzen als dem Herrn getan werden und nicht den Menschen. Auch wenn der Sklave vordergründig für seinen irdischen Herrn arbeitet, ist diese Arbeit dann geheiligt, wenn sie von einem Christen unter Gebet und im Glauben an Gott und mit Gottesfurcht im Herzen getan wird. Gott selbst hat sechs Tage gearbeitet, als er die Erde erschuf und der Sohn Gottes war ein Handwerker und Unternehmer im Hause seines Vaters, die Apostel arbeiteten mit ihren Händen und auch wir dürfen alle Arbeit die wir tun vor Gott und zu seiner Ehre tun: Ob ich auf einem Schlepper sitze und das Feld beackere, ob ich an einer Maschine stehe oder vor einem Computer sitze und eine Internetseite gestalte oder ob ich an einer Werkbank stehe, als Ingenieur eine Maschine optimiere oder als junge Mutter das Kind wickele oder den Abwasch mache, Hemden bügle oder für meinen Mann Essen koche: 23 Alles, was ihr tut, das tut von Herzen als dem Herrn und nicht den Menschen, 24 denn ihr wisst, dass ihr von dem Herrn als Lohn das Erbe empfangen werdet. Dient dem Herrn Christus! 
Wir dĂĽrfen alle Arbeit fĂĽr Christus tun und werden dafĂĽr belohnt werden mit einem ewigen Erbe.
3.4Â Â Â Â Â Â Herren und Sklaven haben einen Herrn
4,1 Ihr Herren, was recht und billig ist, das gewährt den Sklaven und bedenkt, dass auch ihr einen Herrn im Himmel habt. 
Der gemeinsame Glaube an Jesus Christus veränderte automatisch auch das Verhältnis der Sklaven zu ihren Herren und der Herren zu ihren Sklaven. Die Herren waren nun nicht mehr die uneingeschränkten Herrscher ihrer Untergebenen, sondern sie sollten bedenken, dass sie einen gemeinsamen Herrn im Himmel haben. Der Sklave ist nun nicht mehr ein Gegenstand, den man nach Gutdünken bestrafen und schlecht behandeln kann, sondern ein geliebter Bruder. Das veränderte selbstverständlich das Miteinander.
So schreibt Paulus an den Philemon ĂĽber dessen entlaufenen und dann durch Paulus in der Gefangenschaft zum Glauben gekommenen Sklaven Onesimus:
„Wenn vielleicht war er darum eine Zeit lang von dir getrennt, damit du ihn auf ewig wiederhast, 16 nicht mehr als einen Sklaven, sondern als einen, der mehr ist als ein Sklave: ein lieber Bruder, besonders für mich, wie viel mehr aber für dich, sowohl im leiblichen Leben wie auch im Herrn.“ (Philemon 15-16)
- Dient dem Herrn Christus in der Ehe
- Dient dem Herrn Christus in der Familie
- Dient dem Herrn Christus in Arbeit und Beruf
Doch woher soll die Kraft kommen für diesen Dienst? Sie kommt aus der lebendigen, vertrauensvollen und betenden Beziehung zu Jesus Christus, der von sich gesagt hat und das auch bis zum Tod am Kreuz gelebt hat: Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und sein Leben gebe als Lösegeld für viele. (Mk 10,45)
Alles, was ihr tut, das tut von Herzen als dem Herrn und nicht den Menschen, 24 denn ihr wisst, dass ihr von dem Herrn als Lohn das Erbe empfangen werdet. Dient dem Herrn Christus!
Johann Hesse, Predigt in DĂĽshorn am 2.11.2025
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[1] Elisabeth Elliot, Mann sein – Frau sein, S. 52,
[2] Elisabeth Elliot, Mann sein – Frau sein – Verschiedenartigkeit und Gleichberechtigung, S. 104.
[3] Â Dietrich Bonhoeffer, Traupredigt aus der Zelle (1943)
[4] Nancy Pearcey, Der toxische Kampf gegen Männlichkeit – Wie das Christentum die Geschlechter versöhnt, Betanien, Augustdorf 2024, S. 363.
[5] Winrich und Beate Scheffbuch, Mit Freuden ernten, Hänssler-Verlag, Holzgerlingen 1999, S. 79.
Dieser Beitrag wurde erstellt am Sonntag 9. November 2025 um 6:24 und abgelegt unter Predigten / Andachten.













