Militärische Unterstützung „ausschöpfen“?
Mittwoch 13. August 2025 von Holger Lahayne

„Der Krieg muss nach Russland getragen werden. Russische Militäreinrichtungen und Hauptquartiere müssen zerstört werden. Wir müssen alles tun, dass die Ukraine in die Lage versetzt wird, nicht nur Ölraffinerien in Russland zu zerstören, sondern Ministerien, Kommandoposten, Gefechtsstände.“ So äußerte sich der CDU-Bundestagsabgeordnete Roderich Kiesewetter im Februar 2024 in einem Interview mit DW. Der erste Satz zog schnell weite Kreise und landete in vielen Überschriften der Presse. Kiesewetter, der Reserveoffizier, zeigte sich einmal wieder als politischer Falke. Seine markigen Worte überraschen bis heute kaum noch jemanden.
Doch was man da auf dem Portal „PRO Das christliche Medienmagazin“ am 16. Juli zu lesen bekam, brachte durchaus ins Stutzen: „Waffen mit begrenzter Reichweite zu liefern, ist politisch kurzsichtig“, so die Schlagzeile. Hat da jemand vom Schlage Kiesewetters ein Interview gegeben? Nein. PRO hatte mit dem frischgebackenen Politikbeauftragten der Evangelischen Allianz in Deutschland (EAD) ein Gespräch geführt. Johann Matthies gab sein erstes Interview im Amt.
Der langjährige Leiter von „Multiply MB-Mission“ in Europa, einer Missionsgesellschaft der Mennonitenbrüder, kennt die Region Osteuropa „so gut wie wenige Europäer“, wie es in der Einleitung heißt. Matthies „kennt sich mit Putins Kriegen aus“ schrieb Uwe Heimowski, sein Vorvorgänger im Amt bei der EAD, im April auf PRO. Der Mennonit sei „vor allem eine starke Stimme für Gerechtigkeit, für Frieden und Versöhnung auch in Deutschland“.
Laut Heimowski lässt Matthies „keinen Zweifel daran: Putins Ziel ist es, die gesamte Ukraine zu erobern. Er will nicht weniger als die Macht über das gesamte Gebiet der ehemaligen Sowjetunion.“ Und im Interview vom 16. Juli behauptet der Politikbeauftragte, Russland habe „explizit angekündigt“: nach der Ukraine wird „weiter gen Westen marschiert“. Der russische Bär drängt, so die Botschaft, mächtig nach Europa hinein: Es sei zu befürchten, dass „wir [bei einem Sieg Putins in der Ukraine] an unseren eigenen Grenzen“ kämpfen. Und weiter: „Der einzige Grund, warum Polen, Finnland, Belgien eine Armee brauchen, ist Russland.“ Richtig gelesen: Belgien! Zweieinhalbtausend Kilometer von Russland entfernt soll sich wohl auch dies kleine Land ernsthafte Sorgen machen, denn der böse Riese setzt zum Durchmarsch an.
„Matthies kann zu jeder Frage mindestens zwei Anekdoten erzählen, bei denen die Zuhörer ihren Ohren nicht trauen“, bemerken die PRO-Journalisten. Und sie wollen natürlich von der Episode von einer Begegnung mit Putin (und dessen damaligem Chef Sobtschak) in einem Zugabteil hören. Auch die Geiselnahme von Beslan im Jahr 2004 findet Erwähnung, da Matthies damals in der Region war. Wahrlich viel Anekdotisches. Matthies habe, wie er sagt, die „Handschrift“ Putins immer besser zu lesen gelernt.
Bei PRO hätte man aber tatsächlich seinen Ohren nicht trauen und wenigstens einmal kritisch nachfragen können und sollen: Seit drei Jahren beißt sich Russland in der Ukraine so manchen Zahn aus, die Verluste an Mann und Material sind auch für das große Land sehr schmerzhaft – und da droht der Russe bald an der Oder? Die NATO gab schon 2024 insgesamt 1,4 Billionen Euro für Waffen und alles Militärische aus, etwas mehr als die Hälfte der Militärbudgets aller Staaten der Welt zusammen. Ein kaum vorstellbar großer Batzen, und das vor der geplanten Erhöhung auf 5 Prozent des BIP. Polen ist schon jetzt bis an die Zähne bewaffnet. Aber nein, Putin will bis nach Berlin und Brüssel und es nicht nur mit den mutigen Polen, sondern auch mit drei Atommächten in der NATO aufnehmen. Diesen Unsinn müssen wir seit Jahren in den Medien ertragen, und nun spielt auch noch der Politikbeauftrage der Allianz sein Instrument in diesem Panikorchester.
Wann und wo wurde denn von Moskau „explizit angekündigt“ nach der Ukraine weiter gen Westen marschieren zu wollen? Hat die russische Führung nicht explizit das genaue Gegenteil bekräfigt? Nun mag dies Lüge oder Täuschung sein. Es bleibt die Frage: Worauf bezieht sich Matthies? Wer sich so vollmundig ausdrückt, sollte Belege liefern können. Das gilt auch für die Überzeugung, Putin wolle „nicht weniger als die Macht über das gesamte Gebiet der ehemaligen Sowjetunion“. Natürlich hat Russland Machtinteressen in der Region, aber die haben auch Kasachstan oder Aserbaidschan – um nur einmal zwei der mächtigen Player in dem Gebiet zu nennen. Matthies befördert weiter den Glauben, Putin wolle die Sowjetunion bzw. den Moskauer Machtraum in Gänze wiederherstellen. Belege für diese politische Vision gibt es nicht. Ach so intime Handschriftenkenntnisse helfen da auch nicht weiter.
„Staatsterror“
Die PRO-Journalisten stellen aber eine wirklich gute Frage: „Die Arbeitsgemeinschaft Mennonitischer Gemeinden hat sich gegen Waffenlieferungen an die Ukraine ausgesprochen. Die Evangelische Allianz hat sich zu Waffenlieferungen bisher nicht geäußert. Wie stehen Sie persönlich dazu?“ Matthies vertritt die Mennonitenbrüder, die nicht zu dieser Arbeitsgemeinschaft gehören. Da die Mennoniten und die täuferische Tradition aber insgesamt für Friedensdienst und Gewaltlosigkeit stehen, bleibt die Frage sehr interessant.Â
Matthies will „weiter ausholen“, um „angemessen“ zu antworten. Er spricht von seinem „persönlichen Pazifismus“, habe selbst „nie eine Waffe getragen“. „Bundeswehr, Polizei oder Spezialkräfte“ brauchen nach seiner Überzeugung nicht entwaffnet zu werden. „Die entscheidende Frage, die wir uns als Christen stellen sollten, lautet vielmehr: Sollten wir selbst ein Schwert führen? Also: eine Waffe besitzen – und sie im Ernstfall auch einsetzen? Diese Frage muss jeder im Gespräch mit Gott für sich selbst beantworten.“ So weit, so gut. Matthies skizziert hier eine Position, die z.B. auch Dietrich Bonhoeffer u.a. in seiner Ethik vertrat.
Von der persönlichen wechselt Matthies nun in den Bereich der politischen Ethik. Seine „Friedensethik“ frage auch „nach dem Schutz der Opfer von Gewalt“. Und dann kommt’s: „Wenn wir unsere militärische Unterstützung für ein Land, das unsere Werte teilt und Teil des freien, gemeinsamen Hauses Europa sein will [also die Ukraine], nicht ausschöpfen, machen wir uns mitschuldig an dem Leid, das dort geschieht.“ Die militärische Unterstützung, also vor allem Waffenlieferungen des Westens, darunter Deutschland, müsse ausgeschöpft werden. „Ausschöpfen“ in diesem Kontext bedeutet alles, was möglich ist, auch zu liefern. Andernfalls mache man sich schuldig.   Â
Hat man sich hier etwa verhört bzw. verlesen? Nein. Matthies nennt russischen „Staatsterror“ und fügt hinzu: „In Anbetracht dieser Realität nicht alles zu tun, was zur Flugabwehr möglich wäre und stattdessen zu sagen: ‚Wir liefern Waffen, aber nur mit begrenzter Reichweite‘ ist nicht nur politisch kurzsichtig. Aus Sicht der ukrainischen Bevölkerung ist es zynisch.“ Der Begriff „begrenzte Reichweite“ ist seit den Diskussionen in Deutschland um den TAURUS allen bekannt. Wohl auch deshalb landete der Satz in der Überschrift des Beitrags. Was dieser deutsch-schwedische Marschflugkörper oder andere weitreichende Waffensystem mit „Flugabwehr“ zu tun haben sollen, ist nicht klar. Sei’s drum. Die Grundaussage ist eindeutig: alles „tun“, alles liefern.
Das haben auch die Journalisten verstanden, und deshalb fragen sie wegen der Waffenlieferungen schon ein zweites Mal zurück: „Das heißt, es sollte keine Beschränkungen bei Waffenlieferungen aus Deutschland geben?“ Und wieder keine offene Antwort. Die anfängliche Bereitschaft der Bundesregierung Helme liefern zu wollen, erntet nur Spott von Matthies: „Das war kein Symbol der Vorsicht, sondern der Preisgabe. Man hätte auch gleich sagen können: Wir liefern euch Ukrainer eurem Schicksal aus.“ Implizit bekräftigt Matthies das neue, den Atem raubende 5-Prozent-Ziel des BIP fürs Militär (die NATO wird dann bei 70% der weltweiten Ausgaben liegen; was da die Chinesen wohl denken – und machen werden?). Der „einzige Grund“ für diese gigantische Aufrüstung der NATO-Staaten von eh hohem Ausgabenniveau aus (s.o.) sei natürlich Russland. Die Ukraine mache nun die „Drecksarbeit“ für Europa, „für uns“. Kiesewetter und Strack-Zimmermann, Masala und Neitzel, Pistorius und Merz – alle hätten sie ihre Freude an solchen Sätzen.
Und die Arbeitsgemeinschaft Mennonitischer Gemeinden? Hält Matthies deren Beschluss für falsch? Es scheint ja ganz so zu sein. Warum sagt er es nicht? Vielleicht deshalb, weil die Mehrheit der täuferischen Christen gar nicht so denkt wie er? Keine Reichweitenbeschränkung, also Angriffe im russischen Hinterland – wird das von der EAD gutgeheißen? Ist es nicht vielsagend, dass sich Matthies trotz immerhin dreier Fragen zu den Waffenlieferungen um eine klare Antwort herumwindet, weit ausholt, sich aber nicht offen bekennen will zum neuen Leitbild der „Kriegstüchtigkeit“?
Es ist mir völlig schleierhaft, wie ein Mennonit aus der ehrwürdigen Tradition der Täufer, die dieses Jahr auch noch ihr 500. Jubiläum begehen, solche Sätze von sich geben kann. Auf der einen Seite „ich rühre keine Waffe an“ und auf der anderen „Frieden schaffen mit immer mehr Waffen“ – so ’sauber‘ lassen sich persönliche und politische Ethik wahrlich nicht trennen.   Â
„Herrschaft der Gewalt“
Als ob ihm die eigene Rede gar zu kämpferisch erschien und nun doch zu viel von Waffen die Rede ist, ergänzt Matthies: „Natürlich gibt es auch andere und weitere Mittel im Kampf gegen den russischen Angriffskrieg: politische Gespräche, diplomatischer Druck, internationale Solidarität. Und ich selbst bete, dass Putins System von innen zerbricht, dass diese Herrschaft der Gewalt nicht weiter triumphiert – auch nicht in Russland selbst!“
Da hätte man sich von einem Mennoniten, einem Anhänger der Friedenskirchen, doch etwas mehr erhofft, Stichwort diplomatische Initiativen. Aber wieder ist vom „Kampf“ die Rede, von Mitteln gegen den Krieg. Welches könnten denn die Mittel für den Frieden sein? Klingt so eine „starke Stimme“ für Frieden in der Welt? Sollte sich ein Mennonit nicht z.B.  für Kriegsdienstverweigerer und ihre Rechte einsetzen – in Russland und der Ukraine? Und wenn schon gegen die „Herrschaft der Gewalt“ und des Unrechts angebetet wird – warum nur gen Kreml blicken? Sitz dort wirklich der einzige Dämon, der uns Sorgen machen müsste? Machen sich Augustinus‘ „Räuberbanden“ nicht auch anderswo in den Staatsspitzen breit? (Dass die Russen NordStream gesprengt hätten, glaubt inzwischen niemand mehr; also bleibt irgendein Land, „das unsere Werte teilt“: die USA, die Ukraine, Norwegen, Polen oder sonst wer – es gibt eben auch „demokratische“ Räuberbanden…)
Matthies Sätze seien „starke politische Statements“, so die Journalisten. Sicher, wer heute immer mehr Waffenlieferungen fordert, gilt nun als stark. Stark wäre es von Matthies gewesen, wenn er um den heißen Brei der Waffenlieferungen nicht herumgeredet hätte. Nach meiner Überzeugung sind diejenigen in Wahrheit stark und mutig, die sich von dem plumpen Mantra „Stärke zeigen!“ nicht vereinnahmen lassen; die den Krieg in der Ukraine differenzierter sehen und auch mal gegen den Strich bürsten. Hier ist natürlich an    Johannes Varwick, Erich Vad, Gabriele Krone-Schmalz oder Petra Erler zu denken, die jedoch meist als naive Putinversteher oder Schlimmeres geframt werden.
Eine „klare Haltung“ habe Matthies zum derzeit tobenden Krieg in Osteuropa, so in der Einleitung. Das mag wohl so sein. Vom Politikbeauftragten der EAD erwarte ich aber nicht nur persönliche Anekdoten, sondern tatsächlich politische Aussagen, und zwar solche, die von einem evangelikalen Leiter zu erwarten sind und die auch in Anspruch nehmen können, die Evangelikalen zu repräsentieren.
Im Hinblick auf den letzten Punkt hat Matthies in seinem „ersten Interview“ voll danebengetroffen. „Die Evangelische Allianz hat sich zu Waffenlieferungen bisher nicht geäußert“, so in einer PRO-Frage. Und jetzt wissen wir, dass ihr höchster politischer Vertreter über Begrenzungen spottet, das „Ausschöpfen“ von Waffenlieferungen will, das 5%-Ziel wohl mitträgt und, so scheint es, immer noch auf eine Art von Sieg der Ukraine setzt. Ist das jetzt die politische Position der EAD oder doch nur die „Haltung“ von Matthies? Sehen sich andere Mennoniten durch solche Sätze repräsentiert? Â
Außerdem ist das Interview auf der politischen Seite erschreckend dünn. Statt von einer Begegnung mit Putin zu erzählen, die zur Sache nichts beiträgt, hätte man gerne ein wenig politische Analyse des Konfliktes und seines Hintergrunds gelesen, etwas zu Nationalismus und Sprachenkonflikten, zum politischen, kulturellen und geistlichen Erbe der Sowjetunion wie z.B. zur Korruption (alles nicht nur in Russland zu finden). Mehrere Staaten Zentraleuropas sind aus den internationalen Abkommen von Dublin (Streumunition) und Ottawa (Antipersonenminen) ausgestiegen. Wie ist das politisch-ethisch einzuordnen? Und dann haben wir noch die Religionsfreiheit – ein klassisches Thema der Allianz. Sie ist seit einer Weile in Russland bedroht und nun auch in der Ukraine gefährdet.
Matthies behauptet, die EAD habe „die nötige Tiefe und Kompetenz, um bei gesellschaftlichen Themen zu gemeinsamen Stellungnahmen und Orientierungen zu kommen. Dabei bleiben wir parteipolitisch neutral.“ Im Interview ist von tiefer politisch-ethischer Analyse so gut wie nichts zu sehen; und Kompetenz erwirbt man nicht automatisch durch intensive Reisetätigkeit und viel Erfahrung. Parteipolitische Neutralität? Wenn Matthies manchmal wie ein weiterer Pressesprecher des Kanzlers klingt und auch noch seine CDU-Mitgliedschaft erwähnen muss, dann weiß man: die Linie von Uwe Heimowski und Vorgänger Frank Heinrich, ehemals CDU-Bundestagsabgeordneter, wird treu fortgesetzt. Auch wenn die „prophetische Stimme“ der Allianz, „Mahnung“ und „Widerspruch“ Erwähnung finden – die Kiesewetters der deutschen Politik können beruhigt sein: von Matthies & Co. wird bestimmt nicht zu viel Kritik kommen.
„Wie wird Friede?“
„Wie wird Friede?“ So fragte Dietrich Bonhoeffer gleich mehrfach in seiner berühmten Rede auf der ökumenischen Fanö-Konferenz im August 1934. Der nächste Weltkrieg lag noch in der Zukunft, aber das Thema Frieden bestimmte diesen kurzen Text des deutschen Theologen. Im Interview von PRO taucht Frieden nur zwei Mal auf, und das in Wortkombinationen („Fiedensethik“, „Friedensstifter“), in beiden Fällen geht es nur um die persönliche Haltung. Ein blutiger Krieg tobt gerade in Europa – wäre da nicht auch einmal zu fragen „Wie wird Friede?“ Ist es nicht vielsagend (und erschreckend), dass die Überschrift ausgerechnet mit dem Wort „Waffen“ beginnt? Machen nun auch die Evangelikalen einen auf „kriegstüchtig“?
(Das war wohl auch der EAD nicht so lieb, und so änderte man die Überschrift des von PRO übernommenen Interviews in „Dr. Johann Matthies: Warmherzig einen kühlen Kopf behalten!“ In dickern Lettern heißt es dann: „Johann Matthies will in Berlin eine Stimme für jene sein, die nicht gehört werden. Verfolgte Christen etwa“. Nun ja, „verfolgte Glaubensgeschwister weltweit“ werden im Interview ein einziges Mal in einer Auflistung genannt – und das war’s auch. Es scheint, dass das ‘waffenstarrende’ Interview der EAD wohl nicht so ganz genehm erschien, so dass redaktionell ein anderer Spin versucht wurde.)
Wir brauchen, so Matthies, „Brückenbauer, Friedensstifter, Menschen, die nicht auf Abgrenzung, sondern auf Versöhnung setzen.“ Richtig! Aber nicht nur in der deutschen Gesellschaft und in Berlin, sondern auch zwischen verfeindeten Völkern. Bonhoeffer betonte in seiner Rede, dass Christen, Brüder und Schwestern, „durch das Gebot des einen Herrn Christus“ und durch den einen Heiligen Geist „unzertrennlicher verbunden [sind] als alle Bande der Geschichte, des Blutes, der Klassen und der Sprachen Menschen binden können.“ Solche „innerweltlichen“ Bindungen an Staaten, Kulturen usw. sind „gültige, nicht gleichgültige, aber vor Christus auch nicht endgültige Bindungen“. Oder anders gesagt: Christen, die in verfeindeten Ländern wohnen, verbindet durch Christi Gebot und Geist, in Glaube und Gehorsam, ein unzertrennliches Band.
Das ist eine tiefe geistliche Wirklichkeit und gleichzeitig eine große Herausforderung. Wie kann dieses Band in Kriegszeiten sichtbar gemacht werden? In der Ukraine und Russland (und andere Länder wären hier natürlich zu ergänzen) leben Christen, die ihre Heimat lieben; sie ist ihnen nicht gleichgültig. Was können Christen im Westen dazu beitragen, dass Gläubige neu erkennen, was endgültig ist; dass wenigstens sie nicht aufeinander losgehen und sich vom Hass mitreißen lassen?
„Wie wird Friede?“ Der Martin-Luther-Bund macht zeichenhaft vor, wie’s geht. Seine Leiter setzen sich dafür ein, dass das Band des Gesprächs zwischen ukrainischen und russischen Christen nicht ganz abreißt. Damit ist schon viel getan. Solche Möglichkeiten gilt es auszuschöpfen. So kann vielleicht Feindschaft überwunden werden. Angesichts des neuen Aufrüstungswahnsinns als Christ mehr Waffen das Wort zu reden, ist dagegen politisch und theologisch kurzsichtig.
Holger Lahayne
www.lahayne.lt
Dieser Beitrag wurde erstellt am Mittwoch 13. August 2025 um 10:00 und abgelegt unter Christentum weltweit, Gemeinde, Gesellschaft / Politik, Kirche.













