Gemeindenetzwerk

Ein Arbeitsbereich des Gemeindehilfsbundes

Bethel Church und Jesus Culture – Ein anderes Evangelium

Montag 11. August 2025 von Georg Walter


Georg Walter

Mich wundert, dass ihr euch so schnell abwenden lasst von dem, der euch durch die Gnade des Christus berufen hat, zu einem anderen Evangelium, während es doch kein anderes gibt; nur sind etliche da, die euch verwirren und das Evangelium von Christus verdrehen wollen. (Galater 1,6-7)

Vom 20. bis 23. Juni 2024 fand in der Olympiahalle München die „Eins sein Konferenz UNUM24“ statt. Auf der Rednerliste von UNUM24 standen der Landesbischof der Evangelisch Lutherischen Landeskirche Sachsens, Tobias Bilz; der katholischen Theologe und Gründer des Gebetshauses Augsburg, Dr. Johannes Hartl; der katholische Bischof des Bistums Dresden-Meißen, Heinrich Timmerevers sowie der US-amerikanische Charismatiker Bill Johnson, dessen Teilnahme an der Konferenz Kritik auslöste.

Tobias Bilz verteidigte gegenüber der Zeitschrift Eule die Teilnahme von Bill Johnson an der Veranstaltung. Er schätze die „Vielfalt der Teilnehmer:innen aus Freikirchen, orthodoxen und katholischen Gemeinden und die Vielfalt von ganz unterschiedlichen Frömmigkeitsformen …“ Aus seiner Sicht ist Einheit nur möglich, „wenn man unterschiedliche Meinungen zu einzelnen theologischen, ethischen oder auch gesellschaftspolitischen Fragen zurückstellt.“[1]

Philipp Greifenstein bringt es auf den Punkt, wenn er in Bezug auf diese und manch andere charismatische Großveranstaltungen schreibt:

„UNUM24 folgt dem bewährten Konzept einer Mischung aus emotionalisierter Konzertatmosphäre mit charismatischer Verkündigung, um vor allem junge Menschen zu erreichen. Wie bei neo-charismatischen Konferenzen üblich müssen die Gäste für ihre Teilnahme hohe Eintrittsgelder berappen, das Standardticket kostet 169 Euro. Wie auch bei den MEHR-Konferenzen Hartls in Augsburg wird der Versuch unternommen, durch die Einladung von Gästen aus der Ökumene in die weitere kirchliche Landschaft hineinzuwirken. Hartl und dem Gebetshaus kommt hierbei eine Scharnierfunktion zwischen der neo-charismatischen Bewegung und der katholischen Kirche zu.“[2]

Das Große Experiment

Bill Johnson begann als Pastor der Assemblies of God (AoG), der größten US-amerikanischen Pfingstdenomination. Nach seinem Wechsel in die Bethel Church in Redding, Kalifornien, im Jahre 1996 verließen etwa 1000 der 2000 Gemeindeglieder die Gemeinde, weil sie den extremcharismatischen Kurs ihres neuen Pastors nicht mittragen wollten. Johnson selbst bezeichnete diesen Kurs als „The Great Experiment“ (Das große Experiment). Dieses „große Experiment“, der neue Kurs unter Johnsons Führung, sollte „Erweckung“ hervorbringen, indem die Gottesdienste zu Orten übernatürlicher Gotteserfahrungen werden. Schon dies zeigt die Verengung des Erweckungsbegriffs auf „Zeichen und Wunder“. Bei den authentischen Erweckungen der Kirchengeschichte handelte es sich stets um Bußbewegungen, die die Heilige Schrift und die Heiligung in den Mittelpunkt rückten.

Die nun auf die Hälfte zusammengeschrumpfte Bethel Church trat aus der AoG aus, wuchs jedoch aufgrund des großen Interesses an dem „großen Experiment“ von Johnson im Laufe der Jahre auf 11.000 Gottesdienstbesucher an. Es wurde die Bethel School of Supernatural Ministry (Schule des übernatürlichen Dienstes) – ein Zentrum für die Ausbildung von Mitarbeitern, die „Wunder“ wirken sollen – gegründet, die jährlich mehr als 2600 Schüler aus aller Welt verzeichnet. Eine Reihe von Schülern dieser „Schule des übernatürlichen Dienstes“ sind sehr einflussreich in größeren Städten wie Wien, Prag, Stockholm und Nürnberg. Die Organisation Awakening Europe ging aus dieser Arbeit hervor. Tausende pilgern zu diesen Konferenzen, um Gott zu erleben, ihre „Geistestaufe“ und ihre „prophetische Berufung“ zu empfangen und um zu evangelisieren.

Dennoch war das enorme Wachstum der Bethel Church von Anfang an begleitet von vielen Kontroversen. Die Gemeinde, die sich als charismatisch betrachtet, ist weit über das hinausgegangen, was man an Praktiken und Lehren in gewöhnlichen charismatischen Gemeinden bislang kannte. Holly Pivec und Douglas Geivett legen diese Entwicklungen in ihrem kürzlich veröffentlichten Buch Das gefälschte Gottesreich (CV Dillenburg) dar.

Heilung garantiert

Eine der wohl umstrittensten Auffassungen von Johnson ist die Lehre, dass Gott Krankheiten immer heilen will, ohne Ausnahme! Ferner behauptet Bill Johnson, Heilung sei der Missionsauftrag der Gemeinde. Etwas anderes zu glauben, mache Gott zu einem kosmischen Kindesmisshandler[3]. Pivec zitiert Johnson mit den Worten: „Ich weigere mich, eine Theologie zu schaffen, die Krankheit zulässt.“[4] Weiß man um diese theologische Auffassung, ist es nicht verwunderlich, dass die Leiter der Bethel Church ihre Gemeinde zu einer „krebsfreien Zone“ erklärt haben. Bedauerlicherweise starb Beni Johnson, die Ehefrau von Bill Johnson, am 13. Juli 2022 nach vierjährigem Kampf gegen Brustkrebs. Sie verstarb trotz der vielen Proklamationen und Prophetien der Heilung.

Bereits 2004 war Bill Johnsons Vater an Pankreaskrebs verstorben. Nebenbei bemerkt, Bill Johnson ist bis heute Brillenträger. Was ist die Antwort von Bill Johnson auf diese offenkundige Realität von Krankheit, Leid und Tod auch unter Christen: „Wir können den Standard der Heiligen Schrift nicht auf unser Erfahrungsniveau herabsetzen. … Wenn jemand nicht geheilt wird, dann sei dir bewusst, dass das Problem nicht bei Gott liegt, und suche bei ihm nach Führung und nach einem persönlichen Durchbruch (größere Salbung für beständige Heilung).“[5] Gleichwohl zeigt die Bibel selbst, dass schon in apostolischen Zeiten nicht alle geheilt wurden. Paulus ließ Trophimus krank in Milet zurück (2Tim 4,20), und er schrieb Timotheus, er solle ein wenig Wein trinken wegen seiner Magenprobleme (1Tim 5,23). Paulus schrieb ferner in „großen Buchstaben“ (Gal 6,11), was auf ein mögliches Augenleiden des Apostel hinweist.

In vielerlei Hinsicht sind die Lehren Bill Johnsons mit der Schrift unvereinbar, wie auch David Schrock, Pastor der Occoquan Bible Church in Woodbridge, Virginia, darlegt. In seiner Rezension des Buches Und der Himmel bricht herein von Bill Johnson kommt er zu dem Schluss, dass er nicht nur vor den Inhalten des Buches, sondern auch vor dem Einfluss der Musik von Jesus Culture, der Band, deren Heimat die Bethel Church war, dringend warnen muss. Er schreibt:

„Es ist nach wie vor legitim, Häresien beim Namen zu nennen, doch nicht jede Uneinigkeit muss auf diese Ebene kommen, ob in der Argumentation, Rhetorik oder dem Ton. Daher schließen wir, wie wir begannen: Wir müssen vorsichtig sein, jemanden einen Häretiker zu nennen. Doch wir dürfen vor diesem Wort nicht zurückschrecken, wenn ein Lehrer oder eine Lehre geradeheraus den Glauben ablehnt, der den Heiligen ein für alle Mal überliefert wurde. … In diesem Fall wird in dem Buch Und der Himmel bricht herein wiederholt eine suborthodoxe Ansicht des dreieinigen Gottes angeführt. Ob der Autor das erkennt, weiß man nicht. Doch was man weiß, ist, dass diejenigen, die lehren, strenger beurteilt werden (Jak 3,1). … Noch einmal: Bill Johnsons Lehre entpersonalisiert den Vater, verunglimpft den Sohn und stellt den Heiligen Geist falsch dar. Machen wir uns nichts vor – dieses Buch entstellt die wahre Kraft des Evangeliums.“[6]

Großes Aufsehen erregte der Tod der zweijährigen Olive Alayne Heiligenthal am 14. Dezember 2019. Umgehend begann die Bethel Church in Redding für die Totenauferweckung des Mädchens zu beten. Auch Kari Jobe, Sängerin und Liederdichterin, mit mehr als 1,1 Millionen YouTube-Abonnenten und über 340 Millionen Kanalaufrufen, mit ca. 1 Million Instagram Followern, rief dazu auf, für die Totenauferweckung von Olivia zu beten. Und unter den Schlagworten #wakeupolive und #victoriousawakening verbreitete sich die Botschaft des Anliegens schnell in den sozialen Medien. Doch nach einer Woche wurden die Gebete und Proklamationen eingestellt und das Mädchen zu Grabe getragen. Dieser Fall erregte eine so große öffentliche Aufmerksamkeit, dass sogar die renommierte Washington Post zwei Artikel veröffentlichte.                                                                                                                                                                                                 

Charismatik vermischt sich mit New Age

Die Autoren Judy Franklin, Ellyn Davis und Kris Valloton – Valloton ist der „Prophet“ der Bethel Church sowie die rechte Hand Bill Johnsons – schrieben das Buch Die Physik des Himmels – Wie sich Gott in Klang, Licht, Energie, Schwingungen und Quantenphysik offenbart (Schleife-Verlag, 2014). Bill Johnson hat zu diesem Buch zwei Kapitel, seine Frau Beni ein Kapitel beigetragen.

Ein entsetzter Kunde schreibt in einer Kundenrezension auf SCM mit sehr direkten Worten: „Grottig! Dieses Buch zu lesen ist schlimmer als eine reine Zeitverschwendung. Wer meint, ein geistliches Buch in Händen zu halten, wird bitter enttäuscht. Es enthält leider nur halbgare esoterisch okkulte Artikel, die mit der Bibel oder dem Glauben an Jesus nichts zu tun haben. … Tut mir leid, dass ich hier so scharf reagieren muss, aber ich halte das Buch für ein schlimmes Machwerk. Am liebsten würde ich null Sterne vergeben, aber das geht leider nicht.“[7] So ist es auch nicht verwunderlich, dass Beni Johnson, die Frau von Bill Johnson, „Yahweh Yoga“ praktizierte und diese Praxis empfahl. Überdies pflegte sie nach eigenen Angaben regelmäßig Kontakt zu Engeln.

Bethel ist wie Disneyland

Johanna, ehemalige Schülerin an der Bethel School for Supernatural Ministry, berichtete: „Es wurde viel von Engeln geredet. Ich erinnere mich daran, dass Beni Johnson sogar mit einem Wohnwagen Arizona und Neu Mexiko durchquerte, um Engel aufzuwecken, die angeblich schliefen. (Ein anderes geflügeltes Wort war: ,Aufwachen‘). Ich konnte immer hören, wie Leute über ihre Begegnungen mit Engeln sprachen und wie sie den Himmel besucht haben. Eine junge Frau, die ich kannte, sagte, dass sie überall Engel sehen konnte. Sie redete mit ihnen die ganze Zeit, und sie half ihren Freunden, dieses auch zu tun. Bethel ist wie Disneyland. Es ist gefährlich leicht, alles andere zu vergessen und sich stattdessen auf alles zu konzentrieren, was man sieht und erlebt. Gott wird wie der Weihnachtsmann. Wenn das Evangelium nicht gepredigt wird, dann ist die Furcht des Herrn verloren.“[8]

Soaking – „Salbung aufsaugen“

Eine weitere weitverbreitete Praxis ist das „Soaking“ (Einweichen). Darunter versteht man seit dem Toronto Segen die intensive Gegenwart Gottes, die meist mit physischen Erfahrungen einhergeht, um die „Salbung des Heiligen Geistes“ oder die „Salbung einer besonders bevollmächtigten Person“ zu empfangen. Hierbei werfen sich die Anhänger dieser okkulten Praxis sogar auf die Gräber verstorbener Pfingstler oder Charismatiker, um die Salbung des „Heilers“ oder der „Heilerin“ wie ein Schwamm regelrecht „aufzusaugen“. Im Zuge dieser Praktiken kommt es zu körperlichen Manifestationen, die viele ehemalige Anhänger des New Age aus ihrer Zeit vor der Bekehrung kennen.

So beschreibt eine Person über ihre Erfahrungen mit Soaking: „Ich erinnere mich, dass ich zu einigen Treffen gegangen bin, wo Leute an all das glaubten, was du über das ,Einweichen‘ (Soaking) gesagt hast. Ich habe das Schütteln, Kribbeln, das elektrische Gefühl, das durch meinen Körper ging mit vielen anderen Dingen erlebt, von denen sie sagten, es sei der Heilige Geist und nicht merkten, dass es der Kundalini Geist war.“[9] Die hypercharismatischen Erscheinungen und Manifestationen der Bethel Church haben offenbar Tradition und reichen bis in die 1960er Jahre zurück, wie ein auf YouTube veröffentlichtes Video aus dem Jahre 1967 beweist. Schon damals „tanzten“ die Glieder der Gemeinde „im Geist“, fielen rückwärts zu Boden, „prophezeiten“, zuckten und zitterten.[10]

Christliche Tarotkarten und Kontextualisierung

Nachdem die Bethel Church in die Kritik geriet, die Praxis „christlicher Tarotkarten“ zu verbreiten, veröffentlichte die Leitung der Bethel Church eine öffentliche Stellungnahme, in der man betonte, es handle sich nicht um eine offizielle Praxis der Gemeinde. Gleichwohl heißt es in der Stellungnahme beschönigend:

„In letzter Zeit gab es einige Bedenken bezüglich des Dienstes von Christalignment und der angeblichen Verwendung von ,christlichen Tarotkarten‘. Obwohl die Leiter dieses Dienstes [Ken und Jenny Hodge] mit mehreren Mitgliedern unserer Gemeinde verbunden sind, ist Christalignment nicht offiziell mit Bethel assoziiert. Wir schätzen jedoch sehr, was sie zu erreichen versuchen. … Es ist unsere Aufgabe als Gläubige, die Menschen dort, wo sie sind, mit der Wahrheit und der Liebe Gottes zu erreichen. Viele Menschen werden nicht in unsere Gemeinden kommen, obwohl sie eine persönliche Begegnung mit Jesus dringend nötig haben. Die Hodges fühlen sich berufen, das Evangelium mit einer Bevölkerungsgruppe zu teilen, bei der die meisten von uns unsicher wären, wie man ihnen begegnen könnte. Wir schätzen ihre Bemühungen, Nichtchristen auf eine Art und Weise zu dienen, die es ihnen leichter macht, das Evangelium anzunehmen, an Orten wie z. B. bei New-Age-Festivals.“[11]

Kontextualisierung

Die Stellungnahme verweist ferner darauf, dass die Hodges versuchen, das „Evangelium zu kontextualisieren“. Man beruft sich auf Apostelgeschichte 17,22-34, wo Paulus die Heiden auf den unbekannten Gott verwies, um diesen dann das Evangelium des christlichen Schöpfergottes zu verkündigen. Doch Apostelgeschichte 17 ist keineswegs ein Beweis für diese neue postmoderne Evangelisationsmethode der Kontextualisierung, denn Paulus konfrontiert seine griechischen Zuhörer postwendend mit der Botschaft des Evangeliums. Er verkündigt ihnen die Botschaft der Auferstehung, was sofort den Widerstand einiger Zuhörer hervorrief (Apg 17,32).

Paulus passte sich demnach nicht dem griechischen Denken der Heiden an. Der Apostel begann bspw. nicht, wie in seiner Zeit üblich, Amulette oder Götzenbilder unter die Heiden zu bringen, um damit „Brücken“ zu bauen – zu „kontextualisieren“. Den Bericht der Apostelgeschichte als Blaupause zu gebrauchen, um die Praktiken von Christalignment zu rechtfertigen, stellt den Bericht der Apostelgeschichte auf den Kopf. Und genau dies tun die Hodges, beflügelt von der positiven Einschätzung der Bethel Church.

Theresa Dedmond, die dem pastoralen Team der Bethel Church angehörte und die die Studenten an der School of Supernatural Ministry unterwies, schrieb in ihrem Buch Born to Create: Stepping Into Your Supernatural Destiny (dt. Ausgabe: Born to Create: Ergreife deine übernatürliche Bestimmung): „Während des Schuljahres lasse ich die Studenten der School of Ministry am Willkommenstisch von Bethel sitzen und den Neuankömmlingen durch Karten der Bestimmung (destiny cards), Gesang und das Spielen von Instrumenten prophezeien. Manche Menschen hören zum ersten Mal ein Liebeslied von ihrem Vater im Himmel oder erhalten ein Bild von Gottes Gedanken für sie, was ihr Leben radikal verändern kann. Es gibt so viele kreative Möglichkeiten, diejenigen zu segnen, die in unseren Willkommenszentren nach Anschluss suchen.“[12] Die hier erwähnten „destiny cards“ kommen den „christlichen Tarotkarten“ sehr nahe. Die Bestimmung und Berufung des erlösten Menschen durch „destiny cards“, prophetischen Gesang oder „prophetisches Musizieren“ erkennen zu wollen, erinnert mehr an das New Age als an die Wahrheit der Bibel. In der Bibel jedenfalls beruft Gott Menschen durch sein Wort.

Jesus Culture = Bethel Culture

Jesus Culture ist aus dem modernen charismatischen Lobpreis nicht mehr wegzudenken. Auf Facebook hat Jesus Culture mehr als zwei Millionen Freunde. Die Musik ist „völlig von der Bethel Kultur durchtränkt, in der sie ihren Ursprung hat. … Die Lobpreisleiter in Bethel sind Brian und Jenn Johnson, die auch viele Musikalben veröffentlicht haben. Jenn Johnson ist für ihre etwas skandalöse Aussage über den Heiligen Geist bekannt geworden. Sie hat oft von der Bühne aus erklärt, dass sie den Heiligen Geist wie ,Jeannie aus Aladins Wunderlampe‘[13] betrachtet. Sie beschreibt ihn auch als ,blau-gefärbt‘, ,spaßig‘, ,gewieft‘ und ,witzig‘.“[14] Selbst Charismatiker wie Andrew Strom rücken einen solchen Umgang mit dem Heiligen Geist in die Nähe der Lästerung des Heiligen Geistes.

Durchlauferhitzer – Bleibt am Ende nur Rauch und Asche?

Andreas Hahn (EZW) beleuchtet in seinem Artikel Heiliger Geist oder inszenierte Manipulation? Die Tour der „Holy Spirit Night“ die Auftritte der Band Jesus Culture im Jahre 2016 in Städten wie Berlin, München oder Lemgo. Er weist in seinem Artikel darauf hin, dass weder für die „Neubekehrten“ noch für die „Geheilten“ irgendeine Art von Betreuung vorgesehen war und keine Verantwortung übernommen wurde. Er fasst seine Bedenken, die er im Zusammenhang mit den Veranstaltungen gewonnen hat, mit folgenden Worten zusammen:

„Mein Eindruck daher: Was zählt, ist der schnelle und demonstrierbare Erfolg, der sich in großen Zahlen ausdrückt. Vielleicht haben auf lange Sicht die eher trägen, aber ortsnahen Kirchen doch einen größeren Einfluss, und die Holy Spirit Night bleibt demgegenüber ein Durchlauferhitzer. … In einem wohl unfreiwillig zweideutigen Bild formulierte der Veranstalter seine Hoffnungen: ,Das, was wir hier erlebt haben, soll sich ausbreiten über das ganze Land wie ein Waldbrand [sic!].‘ Dann bleibt nur zu hoffen, dass von den Erlebnissen der Menschen mehr bleibt als nur Rauch und Asche.“[15]

Georg Walter

Mit freundlicher Genehmigung des Verfassers. 

[1] Philipp Greifenstein, UNUM24: Falsche Propheten an der Isar? URL: https://eulemagazin.de/falsche-propheten-unum24-hartl-bilz-muenchen-csd/. Aufgerufen am 24. Juli 2025.

[2] Ebd.

[3] Holly Pivec, Bethel’s new understanding …“, Facebook, 26. März 2024.

URL: https://www.facebook.com/photo.php?fbid=958321976255447&id=100062329599935&set=a.531834345570881.

[4] Ebd.

[5] Bill Johnson, Is it Always God’s Will to Heal Someone?, 9. März 2020. URL: https://healingrooms.info/is-it-always-gods-will-to-heal-someone. Aufgerufen am 24. Juli 2025.

[6] URL: https://www.evangelium21.net/media/663/und-der-himmel-bricht-herein. Aufgerufen am 24. Juli 2025.

[7] URL: https://www.scm-shop.de/die-physik-des-himmels.html#Bewertungen. Aufgerufen am 24. Juli 2025.

[8] Andrew Strom, Kundalini-Warnung – Erobern falsche Geister die Gemeinde Jesu?, Revival School, 2015, S. 61. Kostenloser Download URL: https://verfuehrungderbraut.wordpress.com/wp-content/uploads/2015/09/kundalini-warnung-update9d-2015-deutsch.pdf. Aufgerufen am 24. Juli 2025. Hinweis: Andrew Strom ist ein moderater Charismatiker.

[9] Ebd., S. 29.

[10] Bethel Church Promo Reel 1967 – Rare footage from Bethel Redding from the 60s. URL: https://www.youtube.com/watch?-

v=85l0mDAnInI. Aufgerufen am 4. November 2021.

[11] Bethel Statement Regarding Christalignment, 5. Januar 2018. URL: https://www.bethel.com/about/christalignment/. Aufgerufen am 7. Oktober 2021.

[12] URL: https://churchwatchcentral.com/2020/02/19/the-evidence-michael-brown-jen-hodge-and-bethel-did-not-want-you-to-see-in-

todays-line-of-fire/. Aufgerufen am 2. November 2021.

[13] Nach der Fernsehserie Bezaubernde Jeannie, wonach Jeannie in einen Flaschengeist verwandelt wurde. Jeannie, die über magische Kräfte verfügt, hat die Gestalt einer schönen blonden Frau und muss demjenigen gehorchen, der die Flasche öffnet.

[14] Andrew Strom, Kundalini-Warnung – Erobern falsche Geister die Gemeinde Jesu?, Revival School, 2015, S. 135.

[15] 227 Andreas Hahn, Heiliger Geist oder inszenierte Manipulation? Online-Artikel der EZW 11/2016. URL: https://www.ezw-berlin.de/publikationen/artikel/heiliger-geist-oder-inszenierte-manipulation/. Aufgerufen am 24. Juli 2025.

Dieser Beitrag wurde erstellt am Montag 11. August 2025 um 15:20 und abgelegt unter Christentum weltweit, Gemeinde, Theologie.