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Peter Hahne: Dankesrede zur Verleihung des Dr. h.c.

Sonntag 2. Oktober 2022 von Peter Hahne


Peter Hahne

Dankesrede von Peter Hahne, 1.10.2022 in Riehen bei Basel

‚ÄěWir erleben die Umwertung und Umw√§lzung aller Werte‚Äú

Am 1.10.2022 erhielt der bekannte ZDF-Journalist Peter Hahne die Ehrendoktorw√ľrde der Staatsunabh√§ngigen Theologische Hochschule (STH) Basel. Wir dokumentieren seine eindr√ľckliche und eindringliche Dankesrede.

Wenn mich einer fragt, wie so oft: fassen Sie doch mal in wenigen S√§tzen ihre Ansichten und Absichten zusammen, die Grundmotivation ihres Lebens und ihres Wirkens, also: was denken und was wollen Sie, dann sage ich: Sie brauchen auch noch ein paar T√∂ne dazu. Nehmen Sie sich 3:38 Zeit, und Sie wissen alles: Die M√§chtigen kommen und gehen. Und lehrt eure Kinder das Eine, dass √ľber Gott keiner mehr steht. Wer stirbt, der wird nicht nur zur Erde, Gott ruft ihn zum J√ľngsten Gericht vertraut auf den Herrn und sein Wort f√ľr immer.

Wir k√∂nnten jetzt zum¬†Ap√©ro gehen, mehr gibt es n√§mlich nicht zu sagen, auch zu meinem Thema nicht: Holt Gott zur√ľck in die Politik. Danke,¬†Lieber¬†Dr. Theo Lehmann, da√ü Du heute trotz gro√üer Strapazen mit J√∂rg Swoboda hier bist, bewegt mich tief. Seit Anfang der 1980er Jahre lasse ich Euer¬†Lied auf allen meinen Veranstaltungen singen, selbst Atheisten in Mitteldeutschland brauchen noch¬†nicht mal¬†den Text, stehen sogar auf. Eine Hymne des Widerstandes und der Zuversicht.

Tausende kamen zu Deinen Jugendgottesdiensten im damaligen Karl-Marx-Stadt. Nie hat ein Pfarrer regelmäßig vor so vielen Leuten gesprochen. Nie haben so viele Stasi-Leute von Jesus gehört. Du warst Staatsfeind Nummer eins, 16 Stasi-Leute in Deiner engsten Umgebung.

Beginn mit einem Stoßgebet

Und heute bist Du wieder Staatsfeind: Du warst ein Mann der ersten Stunde bei Pegida. Heute stehst Du an der Seite der Montags-Spazierg√§nger. Du k√§mpfst bis zum letzten Atemzug, wie auch¬†Winrich¬†Scheffbuch¬†in Stuttgart, der hier ist, Johannes¬†Holmer¬†in Mecklenburg und viele andere, auch die Spitzenjournalisten und Chefs der neuen Wahrheitsmedien. Wie zum Beispiel ihr neuer¬†Kontrafunk, lieber Burkhard M√ľller-Ullrich, der diese Rede √ľbertr√§gt. Alle sind hier heute vertreten! Echte Freunde! Vielfach neue Freunde! Wenn ich sie nennen w√ľrde, w√§re es abendf√ľllend. Roland¬†Tichy¬†hat gleich 20 Leser mitgebracht.

Und Ihr¬†wi√üt¬†ja: Wir alle erf√ľllten den Auftrag der deutschen Ampel-Regierung. Vor genau einem Jahr schrieben sie in den Koalitionsvertrag unter der Rubrik Medienpolitik die eherne Forderung: Wir treten ein f√ľr Diversit√§t und Vielfalt. Wir, liebe Regierung, sind diese Vielfalt und garantieren Euch die Diversit√§t! Wir sind sozusagen der bunte Regenbogen der Meinungsfreiheit. Wie langweilig w√§re es ohne Christen, ohne Alternativmedien, ohne einen Peter neben Claudia und Claus, also Roth und Kleber.

Verehrter lieber Laudator! Lieber Professor Harald Seubert! Ich¬†mu√ü mit einem Sto√ügebet beginnen: Herr, verzeih ihm all die Lobreden und da√ü er so wahnsinnig √ľbertrieben hat. Und Herr, verzeih auch mir, da√ü ich das alles glaube und genie√üe.

Alte Bekannte

Keine Sekunde habe ich gez√∂gert, als Sie mir die gute Nachricht √ľbermittelten, lieber Rektor Professor Jakob¬†Thiessen, lieber Senat dieser wunderbaren staatsunabh√§ngigen Universit√§t, ein Modell, das es in Deutschland nur bei den katholischen Universit√§ten gibt. Danke! Ich bin Ihnen seit Gr√ľndung verbunden, mit meinem Lehrer Prof. Peter¬†Beyerhaus¬†kam ich als Student aus T√ľbingen hierher. Ich sehe meinen alten Freund Prof. Werner Neuer, der vor 50 Jahren dabei war. Er hat‚Äôs akademisch wirklich¬†zu was¬†gebracht: Er geh√∂rt bis heute als einziger Lutheraner der Welt zum legend√§ren Sch√ľlerkreis von Papst Benedikt j√§hrlich in¬†Castell¬†Gandolfo. Du bist schon fast eine Reliquie, lieber Werner. √úbrigens vor zwei Jahren an der Spitze der ersten gro√üen Demo gegen den Corona-Wahn in Berlin.

Ich habe viele Vortr√§ge √ľber Medien und Kommunikation hier bei der STH gehalten und die Laudatio zur Ehrendoktorw√ľrde meines √§ltesten Freundes Helmut Matthies, mit der Nachrichtenagentur IDEA der wichtigste evangelische Publizist der letzten Jahrzehnte. Lieber Helmut, wer h√§tte das gedacht, als wir vor 50 Jahren in unseren Heidelberger Studentenwohnheimen regelm√§√üig Berge von linksextremistischen Propaganda-Gazetten dem M√ľllschlucker √ľbergaben und f√ľr Franz Josef Strau√ü Wahlkampf machten. Mitten im Roten Meer der 68er, der frauenfeindlichsten Ideologie der Neuzeit. Wir nannten diese besondere Form der Papier-Entsorgung M√ľllwerker-Evangelisation. Die sollten ja auch mal was Gutes lesen.

Dem Namen alle Ehre

√úbrigens: bei der damaligen Ehrenpromotion sang der bekannte Mainzer Amerikanist und Liedermacher Prof. Manfred Siebald sein Lied: ‚ÄěEs geht ohne Gott in die Dunkelheit, aber mit ihm gehen wir ins Licht‚Ķ.‚Äú Was f√ľr eine Klammer zum heutigen Tag! Damals sagte der Gr√ľndungs-Rektor Professor K√ľlling: Herr Hahne, Sie sind dann der n√§chste. Das war noch im letzten Jahrtausend. Jetzt ist es endlich so weit. Ich w√ľrde allerdings auch keinem lebenden Theologen oder Publizisten eine Ehrung zuteil werden lassen. Wer wei√ü, wie der sich entwickelt in einer Zeit, in der diese beiden Berufsst√§nde meilenweit von ihrer Berufung entfernt sind: Wahrheit zu sagen und keine Hofierung der Herrschenden und des Zeitgeistes. Wir brauchen keine Hofprediger und keine Hofpresse.

H√§tte man mir den Grimme-Preis angeboten, dann w√ľ√üte ich, da√ü ich irgendwas falsch gemacht habe im Leben. Beim Bundesverdienstkreuz w√ľrde ich den Reich-Ranicki machen ‚ÄĒ siehe Deutscher Fernsehpreis damals. Die heutige Ehrung bewegt mich. Sie ist das gr√∂√üte Geschenk zu meinem runden Geburtstag, der nat√ľrlich, liebe Freunde aus Mitteldeutschland, auf den 9. November f√§llt.

F√ľhren mu√ü ich den neuen Titel nicht. In meinem Namen steckt alles, reif f√ľr neutestamentlich-kirchengeschichtliche Seminare: Die Schl√ľsselszene vor 2.000 Jahren f√ľr Petrus, dieses kirchliche Urgestein unter den Jesus-J√ľngern, war, als der Hahn dreimal kr√§hte. Auf diesem historischen Boden in Jerusalem steht seit dem 6. Jahrhundert die Kirche St. Petrus in Gallicantu, zu deutsch: Peter-Hahnenschrei-Kirche. Wenn mir einer sagt: Sie schreien immer so, antworte ich: Ich mu√ü dem Namen meiner Patronats-Kirche Ehre machen.

Regiert vom Mittelmaß

Dort hatte Petrus Jesus verleugnet. Das will ich nicht. Das ist mir seit meinem 9. Lebensjahr klar. Ich bin froh, da√ü meine Eltern mich nicht Kevin oder Lars Torben genannt haben. Obwohl sie damals nicht wu√üten, was die Kombination aus meinem Vor- und Nachnamen historisch und theologisch bedeutet. Ja, Zufall ist ein Pseudonym Gottes. Deshalb mein Lebens-Leitspruch aus R√∂mer 1, 16, wo Paulus schreibt: Ich sch√§me mich des Evangeliums von Jesus Christus nicht ‚ÄĒ denn dieses Evangelium, diese frohe Botschaft ist nichts anderes als Gotteskraft. Wer die nicht hat, ist arm dran.

Deshalb: wie kommen wir aus der gegenw√§rtigen Krise raus? Wie ist denn die Lage? Mit Ideologie soll ein Virus bek√§mpft werden. Wahnsinn! Ein intellektuell schwachbr√ľstiges Mittelma√ü regiert uns in Staat und Kirche. Was √ľbrigens inzwischen eine Beleidigung des Mittelma√ües ist. Ein Wirtschaftsminister empfiehlt allen Ernstes, die Pleite dadurch abzuwenden, da√ü man ein paar Monate nicht mehr produziert oder konsumiert. Klar, die Queen ist ja auch nicht tot. Sie hat nur f√ľr ein paar Wochen aufgeh√∂rt zu atmen. In der gr√∂√üten Not der Nachkriegszeit debattiert die CDU √ľber die Frauenquote und deren Vorsitzender Angela Merz kann auf die Frage, wieviele¬†Geschlechter es gibt, keine eindeutige Antwort geben.

Eine EKD-Ratsvorsitzende kann straffrei schwurbeln, da√ü es, ich zitiere, ‚Äěwissenschaftlich erwiesen ist, dass Corona-Impfungen keinerlei Nebenwirkungen haben.‚Äú Heller Wahnsinn! Die gr√∂√üte Verschw√∂rungstheorie aller Zeiten. Das sagt noch nicht mal Herr Biontec¬†mit der Mainzer Adresse ‚ÄěAn der Goldgrube‚Äú, in deren N√§he ich 15 Jahre wohnte. Ein Minister nervt die halbe Welt nach dem Motto: Deutschland, Deutschland √ľber alles ‚ÄĒ und an deutschen Wesen soll die Welt genesen, ein Minister, dem der Pr√§sident der Kassen√§rztlichen Vereinigung den Titel Arzt abspricht, weil er noch nie im Leben praktiziert hat.

Die B√ľrgerlichen schweigen

Harmlose Demonstranten nennt ein CDU-Innenminister Staatsfeinde, und der aktuelle Vorsitzende der Strau√ü-Partei CSU r√ľckt sie in die Ecke der RAF. Kritische Pfarrer, die sich dieser ewigen regierungsamtlichen Fakenews-Verschw√∂rungstheorie widersetzen, verlieren Funktionen, Journalisten erhalten geradezu Berufsverbot. Kritiker, die diese elende¬†Schwurbelei¬†der¬†Fast-Allparteien-Ideologie¬†nicht mitmachen, die dieses geistige Wandlitz satt sind, sitzen in den modernen Gulags der Herrschenden. Das geht bis zur Existenzvernichtung oder der Abschaltung von Kommunikationstechnik oder Bankkonten.

Und das Schlimmste: die Frommen, die Konservativen, die B√ľrgerlichen, sie schweigen dazu. Sie schweigen! Die Ausnahme hat sich heute hier versammelt. Und ich hoffe, das Volk nimmt in den kommenden Monaten den Rat der √Ąrzte sehr, sehr ernst. Die einzige M√∂glichkeit, gesund und fit durch die Krise zu kommen: viel Spazierengehen. Das hilft! Vor allem¬†Montags. Das stabilisiert das Immunsystem, auch gegen den geistigen M√ľll.

Jesus war ja auch immer an der frischen Luft, er hatte ja sozusagen nur Freiluftveranstaltungen. Sein Preis f√ľr die Verk√ľndung der ewigen Wahrheit war hoch. Aber fragen Sie mal heute in einem Millionenquiz nach Golgatha, wie es mir G√ľnther Jauch mal erz√§hlte. Da kommt die Antwort: Das ist eine Zahnpasta. In einer Sendung mit der Ministerpr√§sidentin Malu Dreyer kamen wir auf die Bergpredigt zu sprechen. Am n√§chsten Tag kam folgende¬†Mail: ‚ÄěLieber Herr¬†Hahne, in ihrer Sendung war von einer Bergpredigt die Rede. K√∂nnten Sie mir bitte Autor und Verlag nennen?!‚Äú

Die Zeugen Coronas

Ist doch toll f√ľr die Bildung, da√ü wir freitags auf Demo gehen und die Kinder jahrelang einsperren und von Lehre und Lernen, von sozialen Kontakten und einer normalen Pubert√§t fernhalten. Vor allem Deutschland ist des Verbrechens schuldig, eine verlorene Generation produziert zu haben. Aus dem Land der Dichter und Denker ist das der Richter und Henker geworden.

Holt Gott zur√ľck in die Politik! Das prangte damals am 11. Dezember 1970 riesengro√ü auf der Titelseite der WELT ‚ÄĒ da lebte Axel Springer noch. Damit meinte¬†Solschenizyn¬†keine Kreuzz√ľge, keine Inquisition, kein ideologisches Wahrheits-Postulat ‚ÄĒ- also all das, was die Zeugen Coronas oder die Klima-Missionare heute praktizieren. Damit meine er nichts anderes als den, der uns die Grundlage des j√ľdisch-christlich gepr√§gten Abendlandes gebracht hat ‚ÄĒ in seinem Buch, der Bibel, der Grundurkunde unserer Kultur. Der Gott der zehn. Gebote und der Bergpredigt. Alles, was gerade in Lichtgeschwindigkeit unter dem Schweigen der wie immer in Mehrheit ahnungslosen Christen zerst√∂rt wird!

Wer heute Winnetou abschafft, schafft morgen die Bibel ab. Sie werden sich noch an meine Worte erinnern. Denn da stehen, nimmt man die Gr√ľnde der Karl-May-Kritiker zum Ma√üstab, viel, viel schlimmere Sachen drin. Schindluder wird nur mit der Bibel gemacht, an den Koran wagt sich keiner. Und heute glauben die Menschen alles, es darf nur nicht in der Bibel stehen. Lieber im veganen Kochbuch, im Handbuch f√ľr Fitne√ü oder in der schw√§bischen Energie-Sparfibel. Und Christen schweigen dazu! Wie bei der Okkupation des Regenbogens. Kein Widerstand. Und heute verbindet kein Mensch mehr mit dem Regenbogen das Segenszeichen¬†Gottes. Fragen Sie doch mal auf der Stra√üe.

Nehmt der CDU das C!

Das ist doch nur noch frommes Sondergut. √úbrigens hat Noah jeweils nur zwei Geschlechter mit auf die Arche genommen. Schon das spricht f√ľr striktes Bibelverbot. Apropos Bildungs-, Kultur- und vor allem Glaubensnotstand: die CDU twitterte zum Bundesparteitag vor genau drei Wochen in Hannover hochoffiziell: Wir beginnen wie immer mit einer √∂konomischen Andacht. Noch Fragen?Der geistliche Grundwasserspiegel sinkt reziprok zur Flut der Dummheit, das ist unser Problem. Mein Rat: Haltet die Bibel heilig. Ohne Bibel versteht ihr nur Bahnhof. Jeder Jurist wei√ü zum Beispiel, da√ü unterlassene Hilfeleistung in der westlichen Welt ein Strafgegenstand ist, verdanken wir dem Gleichnis vom barmherzigen Samariter.

Michael Gorbatschow sagte mir mal bei einer Springer-Veranstaltung, als wir √ľber genau dieses Thema von¬†Solschenizyn¬†sprachen: ‚ÄěDer Kommunismus kennt keine Barmherzigkeit!‚Äú Unvergessen! Wer zum Beispiel AfD-W√§hler von kirchlichen √Ąmtern oder sog. Kirchentagen aussperrt, dort aber antisemitisch-pro pal√§stinensische Parolen verbreitet ‚ÄĒ oder wer Gottesdienste rein digitalisiert, wer alte Menschen in die Isolation, in die¬†Einsamkeit treibt und¬†ungetr√∂stet¬†sterben¬†l√§√üt, ist ein unbarmherziger Tyrann. Und er sollte sich nicht mehr nach dem Namen des Christus nennen ‚ÄĒ vor allem Parteien nicht.

Nehmt der CDU/CSU endlich das C! Aktuell in diesen Tagen diskutiert die deutsche CDU, ob sie konservativ sein will, unter Helmut Kohl noch selbstverst√§ndlich. Nein, hei√üt es nun, wir sind nicht konservativ, wir sind christlich. Was f√ľr ein Etikettenschwindel! Bei der letzten Wahl stand erstmals keine Silbe zum wichtigsten christlichen Thema der Gegenwart im Programm: zur Millionenfachen T√∂tung ungeborener Kinder im Mutterleib. Keine Silbe!

Eiseskälte der Gesellschaft

In meiner Bibel steht der einladende Grundsatz des Christentums seit 2000 Jahren, n√§mlich das Jesus-Wort: Kommet her zu mir ALLE, die ihr m√ľhselig und beladen seid! Alle! Daraus machten Christen 2020: ‚Ķ nur, die ihr geimpft und geboostert seid. Eine Schande! Jesus ist inklusiv und grenzt niemand aus, hei√üt es doch in der queeren Regenbogenfrage gebetsm√ľhlenartig. Ach! Und wo bleiben die Querdenker, die Ungeimpften und die, die getrenntes M√ľllsammeln eben nicht f√ľr Evangelisation halten? Manchen Mode-Bisch√∂fen und Zeitgeist-Evangelikalen rate ich zu einer Bibeltherapie, zu einer Luther-Kur.

Die Ikone gerade der Links-Christen ist doch Nelson Mandela (S√ľdafrika). Der sagte einst beschw√∂rend: ‚ÄěDie Humanit√§t eines Volkes zeigt sich daran, wie es mit ungeborenem und sterbendem Leben umgeht.‚Äú Daran gemessen ist unsere heutige Zivilisation eine erb√§rmliche Karikatur ‚ÄĒ auch¬†mit Hilfe von Christen. Wir erleben eine Eisesk√§lte in unserer Gesellschaft. Und es ist fast schon symbolisch, da√ü nun auch die physische K√§lte kommt. Viel Spa√ü im kommenden Winter!

Wir feiern doch auch in den kirchengeschichtlichen Seminaren der STH die Helden der Mission.¬†Leute, die zu den Lepra- und Pestkranken gingen, zu den Parias, zu den Ausgesto√üenen, zu den Stigmatisierten, Inkriminierten, Denunzierten gingen ‚ÄĒ die feiern wir ‚ÄĒ ich denke da auch an die Nonne und √Ąrztin Dr. Ruth Pfau aus Leipzig, die noch in meiner Sendung war. 2017 bekam sie in Pakistan als erste Frau und Nichtmilit√§r der Geschichte ein Staatsbegr√§bnis. Warum? Weil sie 60 lange Jahre nie von der Seite der ansteckenden Leprakranken gewichen ist. Und wir schotten uns voller Panik ab, haben Angst vor einer st√§rkeren Grippe, wie die WHO sie offiziell nennt.

Erfurter Allerlei

Keiner unter den Christen heute hat solche Kenntnisse angesammelt, wie Hartmut¬†Steeb, der Woche f√ľr Woche seine Analysen der wissenschaftlichen und politischen Landschaft liefert.¬†M√ľ√üten¬†nicht zumindest alle christliche Organisationen Dich, lieber Hartmut, Tag und Nacht zu Vortr√§gen einladen? Nein, diese Kreise wollen in ihrer fatalen Staats- und Medien-H√∂rigkeit, mit ihren wohligen¬†Schwurbeleien¬†unter sich bleiben.

Vor Jahren noch waren Katholische Kirche und¬†evangelikale Bewegung Hand in Hand H√ľter christlicher Prinzipien auf der politischen B√ľhne. Heute st√ľrzt sich der Katholizismus in Lichtgeschwindigkeit in den Selbstmord. Und die¬†Evangelische¬†Allianz hat aus denselben Gr√ľnden keinerlei politischen¬†Einflu√ü¬†mehr, keinen.

Wie es um den gesamt-christlichen Niedergang bestellt ist, kann man √ľbermorgen am Tag der Deutschen Einheit betrachten. In Erfurt findet diesmal die Zentralveranstaltung statt. Im Dom, vom ZDF √ľbertragen, ein sogenannter √∂kumenischer Gottesdienst. Auf ihm sprechen und beten erstmals Juden, Muslime,¬†Konfessionslose¬†und dezidierte Atheisten. Wo ist der Aufschrei der Christen √ľber den¬†Mi√übrauch¬†und den Etikettenschwindel? Warum nennt man das nicht interreligi√∂s? Warum nicht Erfurter Allerlei? Was hat das alles noch mit Gott, dem Vater von Jesus Christus zu tun? Geht der Verstand inzwischen im Weihrauch fl√∂ten? Macht doch lieber einen Inter-ideologischen Fr√ľhschoppen!

Eine Angstreligion

Es gibt in unserem Land keinen offenen, vorurteilsfreien wissenschaftlichen Diskurs mehr. Nur noch die Ideologie der Halbgebildeten. Studenten wollen gewarnt werden, wenn in den historischen Vorlesungen¬†patriarchalistische, gewaltverherrlichende,¬†queer-feindliche Passagen vorkommen. Sich also die Ohren zuhalten. Bitte, machen Sie hier an Ihrer Uni ein psychologisches Seminar n√§chstes Semester, hoch spannend (ich k√∂nnte Ihnen √ľbrigens einen ganzen Lehrplan schreiben, und das hat alles mit unserem Thema zu tun!): Wie ist es zu erkl√§ren, da√ü dasselbe Volk, das Kindern Indianerkost√ľme oder Wasserpistolen verbietet, geradezu kriegsgeil¬†nach schweren Waffen lechzt.

Die EKD steht ja kurz vor einer neuerlichen wilhelminischen Waffensegnung. Daß in einer queer-pazifistischen Waschlappen-Welt (Gruß an die Schwaben!) der martialische Krieger, der muskelbepackte bis an die Zähne bewaffnete Held plötzlich zum Ideal erhoben wird? Bis in die Mode hinein. Ja, haben wir denn unsere Köpfe nur noch zum Essen?!

Meine Freunde! Wenn ich eins beklage, dann neben all dem Genannten dies: Wir Christen haben aus der Hoffnungsbotschaft des Evangeliums eine Angstreligion gemacht! Erstmals in der Geschichte des Christentums!¬†Fr√ľher war es das Markenzeichen der Kirchen und der Christen, Hoffnung in hoffnungsloser Zeit zu spenden, indem man die Leute sammelte, tr√∂stete, mit ihnen gemeinsam Gottesdienst feierte ‚ÄĒ ob in Stalingrad (mein Vater berichtete bewegend davon), Auschwitz, in Pest und¬†Cholera oder den Untergrundkirchen. Das war christliche Kernkompetenz. Kein anderer machte das, allein Christen.

Sterben hat keinen Platz mehr in der Gesellschaft

Statt dessen √ľbertreffen wir heute die gottlose Welt mit panischer Angst. Bei der ZDF-Gala ‚ÄěEin Herz f√ľr Kinder‚Äú sa√ü ich neben der √Ąrztin Schwester Rafaela¬†aus Tansania. Als sie das Corona-Gejammer von der B√ľhne¬†h√∂rte¬†sagte sie entsetzt: ‚ÄěHerr¬†Hahne, was ist nur aus Deutschland geworden! Die haben ja alle Angst vor dem Tod. Greift denn da keiner ein?!‚Äú Ein t√ľrkischer Taxifahrer fuhr mich anschlie√üend vom Studio Adlershof nach Hause: ‚ÄěIch wei√ü, Sie sind Christ. K√∂nnen Sie mir sagen, warum Sie jetzt alle so Angst vor dem Tod haben?‚Äú

Das ist der Kern des Dilemmas, DAS ist die Krise! Wir haben aus der Hoffnungsbotschaft eine Angstreligion gemacht, und dieses Etikett werden wir nie wieder los. Ich ernte breiteste Zustimmung bei den Konsumenten von¬†Tichy,¬†Kontrafunk, Reitschuster, in Talkshows wie¬†Riverboat¬†und in hunderten von Vortr√§gen. Aber sogar tief b√ľrgerlich-bodenst√§ndige H√∂rer schreiben: ‚ÄěHerr¬†Hahne, alles gut und sch√∂n. Aber lassen Sie uns mit diesem Glauben in Ruhe.‚Äú Das ist die wahre Lage.

Unsere jungen Studenten hier ahnen gar nicht, wie sehr ihnen der Wind aus allen Richtungen ins Gesicht blasen wird. Deshalb brauchen wir universit√§re Einrichtungen wie die STH n√∂tiger denn je. Jeden Cent sollte uns das wert sein. Es gibt ein einfaches Rezept, seine Spenden zu konzentrieren. √úbrigens: Ich spende niemandem, der mich in Gender-Gaga als Spender*in oder so anschreibt, ich k√ľndige alle Abos mit Sternchen-Allotria. Seitdem ist mein Konto voll und mein Briefkasten leer!¬†Der Schrei nach verl√§√ülichen Seelsorgern und keinen verhinderten Politikern ist gr√∂√üer denn je. Sonst sucht die Welt sich eben Ersatz: Die Gesundheit mutiert zum Ersatzgott. Die √Ąrzte ersetzen die Pfarrer, die Kliniken ersetzen Kirchen und Kathedralen, Beichte gibts in Talkshows und der Impfausweis ist der neue Taufschein. Sterben hat in dieser neuen Religion keinen Platz mehr. Daf√ľr ermorden wir lieber die Seelen unserer Kinder.

Gott wird vergessen

Deshalb: Holt Gott zur√ľck in die Politik! Aber auch zur√ľck in die Kirchen und Gemeinden! Wir k√ľmmern uns um Gendergerechte Sprache und all dieses wirklichkeitsferne Allotria, aber haben die Fundamental-Botschaft vergessen. Ja, inzwischen haben wir vergessen, da√ü wir Gott vergessen haben. Statt dem Star von Bethlehem die Sternchen von Absurdistan! Das ist die Crux.

Und apropos Kreuz: Was soll ein normal tickender Mensch, der alle Sinne beisammen hat, denn von einer Organisation halten, deren oberste Repräsentanten einen Kilometer Luftlinie von Golgatha ihr Kreuz ablegen, wenn sie die Al-Aqsa-Moschee auf dem Jerusalmnewr Tempelberg besuchen.

Oder aktuell in dieser Woche die Deutsche Fu√üballnationalmannschaft, die doch so gerne ganze Stadien in Regenbogenfarben h√ľllt, vor allem gegen Ungarn, gegen die sie dann auf dem Rasen j√§mmerlich verlieren. Doch wenn es drauf ankommt, jetzt in Katar, dann haben diese milchgesichtigen Memmen noch nichtmal den Mumm, stolz und wiederst√§ndig ihren Regenbogen zu tragen. Nein, da kriechen sie mit selbst-kreieren Micky Maus-Armbinden auf den Platz. Erb√§rmliche Feiglinge! Was √ľbrigens symbolisch f√ľr unsere ganze Gesellschaft steht: Gratismut, wo es nichts kostet‚ÄĒ aber wehe, der Preis ist zu hoch.

Die Politik kuscht

Auch die Politik kuscht. Buckeln erst vor Putin, jetzt vor den Israel-Zerst√∂rern, den √Ėl- und Gas-Scheichs. Erst kommt die Energie, dann die Moral. Das unterscheidet sie von Leuten, die mit Ernst Christ sein wollen. Wer Gott in die Bilanz seines Lebens einkalkuliert, rechnet mit Widerstand und f√§llt nicht aus den Puschen, wenn der tats√§chlich eintritt. Im Gegenteil: wo Jesus segnet, verdammt der Teufel am heftigsten. Ohne Gott h√§tte ein¬†Solschenizyn¬†nicht √ľberlebt, h√§tte es keine friedliche Revolution in der DDR gegeben oder h√§tten viele nicht die Kraft, in diesen verheerenden Monaten jetzt durchzuhalten.

Wir verabschiedeten uns fr√ľher im Jugendkreis mit den Worten: la√ü dich halten! Gem√§√ü der Parole der Bekennenden Kirche: Teneo,¬†quia¬†teneor ‚ÄĒ Ich halte stand, weil ich gehalten werde. Meine Freunde, mal ganzen pers√∂nlich: da haut mich das bi√üchen H√§me im Internet oder bei den ehemals Frommen oder den Kollegen doch nicht um. Das meiste hake ich ab unter der Schlagzeile der Neuen Osnabr√ľcker Zeitung, die √ľber ein Portr√§t von mir die Schlagzeile setze: Neid ist die Mehrwertsteuer des Erfolges. Der Autor, Axel Rothkehl, sitzt hier.

Weil wir Gott verloren haben, schaffen wir uns die Surrogate, die Placebos, die Ersatzreligionen. Wenn Bischöfe eine schwedische Schulschwänzerin heiligsprechen und der Erzbischof von Berlin sie einreiht in die Trias von Vater, Sohn und Heiligem Geist, dann bedarf es keiner weiteren Worte mehr. Wegen dieses Unsinns verlieren Millionen in den nächsten Wochen ihre Existenz. Klima und Corona haben alle Ingredienzien einer Religion: Ikonen (die heilige Greta, der heilige Karl), Wahrheits-Postulat, Inquisition, Rituale.

Haltung wird wichtiger als Leistung

Wer Gott los geworden ist, braucht einen Ersatz. Ernst J√ľnger stellte einst scharfsinnig fest: Die leeren Alt√§re werden von D√§monen bewohnt. Wenn Gott abgeschaltet wird, wenn der Lichtschalter ausgeknipst wird, entsteht kein finsteres Vakuum. Das ist physikalisch-theologisch nicht m√∂glich. Wer auch freitags in der Schule war wei√ü: es¬†mu√ü¬†etwas an die Stelle der¬†Leere¬†treten, Nihilismus ist unertr√§glich. Also her mit den Feindbildern, den Ersatzreligionen, den neuen Heiligen der Kriegs-, Klima- und Coronareligion.

Wenn Immanuel Kant recht hat, da√ü Aufkl√§rung der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unm√ľndigkeit ist, dann sind ausgerechnet seine Landsleute heute versklavt in selbstverschuldeter Unfreiheit. Sie folgen schlicht den falschen Propheten. Und das wissentlich und willentlich. Verkauft unter dem Etikett Haltung. Beim deutschen diplomatischen Dienst gilt ja die neue feministische Au√üenpolitik, und die wird durch die Ministerin offiziell (!) so erkl√§rt: Haltung ist wichtiger als Leistung und F√§higkeit. Meine Empfehlung an die Kliniken: diesen Ideologen bei einer Operation k√ľnftig sagen: wir haben zur Zeit¬†leider keinen feministischen Chefarzt zur Hand, das √ľbernimmt heute mal unsere¬†Putzfrau¬†‚ÄĒ aber mit Haltung!

Um zu zerst√∂ren, braucht man keine F√§higkeiten. Es reichen Radikalit√§t, Gewissenlosigkeit und das Gef√ľhl, dazu berufen zu sein. Aus allem wird dann, in religi√∂ser √úberh√∂hung, eine Wende, das moderne Tarnwort f√ľr Zerst√∂rung. Was heute unter Haltung l√§uft, halten Orthop√§den f√ľr Haltungssch√§den, weil das R√ľckgrat fehlt.

Der kirchliche Lockdown ist ein Verbrechen

Der gro√üe Erlanger Theologe Walter¬†K√ľnneth¬†nannte das √ľbrigens:¬†Sacramentum¬†diabolicum. Ja, das ist teuflisch und zerst√∂rend, was uns heute auch mit frommem Augenaufschlag geboten wird. Wir erleben ein Wohlstands-verwahrlostes Christentum. 35 Prozent der Freikirchlicher finden zum Beispiel die M√∂glichkeit zum j√§hrlichen Geschlechtswechsel ganz toll, so das pr√§ziseste deutschsprachige Umfrageinstitut INSA, deren gesamte Inhaberfamilie¬†Binkert heute hier ist. Ich h√§tte √ľbrigens auch nichts gegen diese j√§hrliche Wechselei ‚ÄĒ unter einer Bedingung: wenn ich denn k√ľnftig auch meinen Kontostand selber bestimmen kann.

Also: Theo Lehmann, Rolf¬†Scheffbuch¬†und Papst Benedikt haben √ľbereinstimmend recht: Der Antichrist kommt aus der Sakristei, und nicht aus der b√∂sen Welt. Das Gericht¬†mu√ü¬†also am Hause Gottes beginnen, schreibt √ľbrigens kein¬†Geringerer als Petrus. F√ľhrende Intellektuelle der¬†neomarxistsichen Frankfurter Schule und einer der renommiertesten Existenzphilosophen lassen an unserem Thema keinen Zweifel: Ja, holt Gott zur√ľck in die Mitte unseres Lebens, auch in Staat und Politik.

Max Horkheimer sagte zum Ende seines Lebens: Politik ohne Religion ist absurd. Man h√∂re und staune. J√ľrgen Habermas meinte in seiner denkw√ľrdigen Disputation mit dem damaligen Kardinal Ratzinger, und es klingt wie die Kapitulation des Atheismus: Christen verf√ľgen mit ihrer zweckfrei gelebten Gemeinschaft √ľber Ressourcen, die niemand sonst hat. Schon allein deshalb ist der kirchliche Lockdown ein Verbrechen!

Die Wahrheit wird euch frei machen

Und schlie√ülich Martin Heidegger, geradezu testamentarisch, und es durfte erst nach seinem Tod ver√∂ffentlicht werden und wurde zum Titel des Spiegels am 31. Mai 1976. Unvergessen! Abgedruckt als Original-Handschrift: Nur ein Gott kann uns noch retten! Wen brauchen wir denn sonst noch als Zeugen?! Wie intellektuell flach und gottlos dagegen eine Kirche, die offiziell ihren Bankrott erkl√§rt, mit einer aktuellen Schlagzeile der Welt am Sonntag: Wir m√ľssen uns daran gew√∂hnen, da√ü niemand mehr nach uns fragt. Wie erb√§rmlich!

Warum also Gott? Weil wir mit ihm all die Eigenschaften erhalten (im doppelten Wortsinn: erhalten), die mit ihm biblisch verbunden sind: Wahrheit, Freiheit, Frieden, Gewi√üheit, Gebote, Gemeinschaft (Habermas!), den guten Hirten, das Brot und das Wasser des Lebens. All das wird uns genommen, wenn wir uns von ihm verabschieden. Unsere Gegenwart ist das beredteste Zeugnis f√ľr diese These. Trotz Gott in der Verfassung sind wir heute v√∂llig aus der Fassung.

Apropos Wahrheit: An der Fassade der Freiburger Universit√§t prangt in Gold ausgemalt das Motto seit Gr√ľndung im Jahr 1457: Die Wahrheit wird euch frei machen. Ein w√∂rtliches Zitat von Jesus Christus aus dem Johannes-Evangelium. Darauf ruht deutsche Bildung! Wo wir Gott¬†loswerden, geht auch Bildung, Erziehung, Kultur und die Freiheit der Wissenschaft fl√∂ten. Wo die Wahrheit nicht mehr gesucht wird, findet man nur noch L√ľge! Unsere aktuelle Lage spricht B√§nde!

Spätrömische Dekadenz

Wir erleben die Umwertung und Umw√§lzung aller Werte. Wir haben Ma√ü und Mitte verloren. Ohne Gott ist alles wertlos ‚ÄĒ weil sinnlos.Inzwischen¬†haben wir statt ‚Äěin Verantwortung‚Äú vor Gott, der alles entscheidenden Pr√§ambel des Grundgesetzes, den Grundsatz: in Verantwortung vor der herrschenden Mode und den Umfragen.¬†In¬†der Schweiz hei√üt es sogar: ‚ÄěIm Namen Gottes des Allm√§chtigen‚Äú. Wissen Sie eigentlich: Das wurde am 15. Juni dieses Jahres erst mit absoluter Mehrheit im Nationalrat wieder best√§tigt. Daf√ľr werden Sie gesegnet in der Schweiz, schon allein mit der W√§hrung. Deutschland steht unter einem Verdikt, das der alte Paulus an die R√∂mer schreibt: dahingegeben. Ich sage nur: sp√§tr√∂mische Dekadenz!

Wir m√ľssen wieder von Jesus reden, dem Erl√∂ser. Und nicht von einem Allerweltsgott, der f√ľr intellektuell Schwache obendrein noch gleichgesetzt wird mit Allah, Buddha oder wer wei√ü wem. Unsere Gemeinden sind zerfressen vom t√∂dlichen Virus der Jesus-Demenz! Evangelium ist immer nur da, wo von Jesus geredet wird. Ich bin wie viele √Ąltere hier mit der wunderbaren Liedersammlung des unvergessenen Friedrich¬†H√§nssler¬†(mein erster Verleger mit 4 Millionen Auflage!) aufgewachsen: Jesu Name nie verklingen.

Und das Entscheidende zum¬†Schlu√ü¬†‚ÄĒ dieser Rede und der Weltgeschichte: Wir m√ľssen, liebe Theologen, wieder den forensischen Aspekt der Eschatologie in die Mitte unserer Verk√ľndigung und Lehre stellen. Das ist der Schl√ľssel. Unvergessen mein letztes Interview mit dem fr√ľheren SPD-Vorsitzenden Hans Jochen Vogel. Sein Bruder Bernhard fragte an, er wolle vor seinem 90. Geburtstag nochmal ein l√§ngeres Interview geben¬†‚ÄĒ und zwar bei mir. Mein spontaner Reflex: Er wei√ü doch, da√ü ich ihn nie gew√§hlt habe. Wir zogen also mit dem ganzen Technik-Team in sein Altersheim nach M√ľnchen. Ob er Angst habe vor dem Tod, wollte ich wissen. Nein, seit ich Jesus kenne, nicht mehr. Wow! Was er denn in seinem langen Politiker-Leben bereue? Da√ü¬†ich Jesus erst so sp√§t kennengelernt habe. Denn ich h√§tte vieles anders gemacht.

Christen sind Kreuz- und Querdenker

Und dann der Hammer, eine Minute vor¬†Schlu√ü¬†der Live-Sendung: Mein lieber junger Freund, das sicherste und wichtigste Datum der Zukunft ist das J√ľngste-Gericht. Wir werden alle einmal Rechenschaft ablegen m√ľssen vor dem ewigen Gott. Das ist forensische Eschatologie in Reinkultur: Am Ende stehen wir vor dem Gericht Gottes.

Liebe Freunde, w√ľrden all die hier genannten Politiker, w√ľrden Parteien, Wirtschaft, Kirchen und Staat, ja w√ľrden Sie und ich nur eine einzige Woche nach dieser Maxime leben, wir h√§tten das Paradies auf Erden. Also ist dieser Appell doch mehr als logisch: Holt Gott zur√ľck in die Politik!¬†Suchet¬†der Stadt bestes und betet f√ľr sie. So der Prophet Jeremia. Stellt Euch dieser Welt nicht gleich. So der Apostel Paulus. Seid Salz der Erde, sagt Jesus ‚ÄĒ und nicht der¬†Zuckergu√ü¬†des Zeitgeistes. Und seid Licht. Aus diesem hellen Licht des Evangeliums werden nun selbst bei den fr√∂mmsten Theologen reine Tranfunzeln. Statt Scheinwerfer, Armleuchter, das ist die christliche Energiekrise.

Christen sind Kreuz- und Querdenker. Keine vom Zeitgeist getriebenen Anpasser. Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom. Christen sind nicht Welt-hörig und Welt-förmig, sie sind weltzugewandt. Und ihr politisches Engagement ist keine Ideologie, sondern die Freiheit des von Gott gegebenen Verstandes. Hoch explosiv und keine Sekunde langweilig, das ist diese Spannung der biblischen Staatsethik: auf der einen Seite: Seid untertan der Obrigkeit, schreibt Paulus in Römer 13. Und mein Namensvetter sagt: Man soll Gott mehr gehorchen als den Menschen. Das ist die großartige Spannung des christlichen Glaubens, der eben Gedanken- und Entscheidungsfreiheit kennt und eben deshalb weder eine Religion noch eine Ideologie ist.

Keine Angst vor dem Tod

Festhalten an der Bibel, daran steht und f√§llt alles. Bibeltreue und¬†Jesustreue sind zwei Seiten derselben Medaille. Festhalten an den Zehn Geboten. Doch inzwischen glauben selbst Fromme, da√ü es mehr Geschlechter gibt als Gebote. Ich setze dagegen mit den Worten Ernst Moritz Arndts von 1819: ‚ÄěIch wei√ü, was ewig bleibet, wo alles wankt und f√§llt, wo Wahn die Weisen¬†treibet¬†und Trug die Klugen prellt.‚Äú Wir sind umgeben von diesen Klugen, vom Kinderbuchautor bis hin zu¬†Kreuzeverleugnern¬†im Bischofsamt. Die Kirche geht zugrunde an ihren unberufenen Dienern, so einst der gro√üe bayerische Bischof Hermann¬†Bezzel, mit dessen streng lutherischer Theologie ich Dank Heinrich¬†Kemner¬†und Klaus Vollmer ausgewachsen bin.

Apropos Bayern: Nach einer Folge der ARD-Talkshow ‚Äěhart aber fair‚Äú sprach ich lange mit dem gro√üartigen Joachim Fuchsberger. Es ging um den wunderbaren Film mit Jan Josef Liefers ‚ÄěDie Sp√§tz√ľnder.‚Äú In seinem legend√§ren Film ‚ÄěHonecker und der Pastor‚Äú setzt¬†Liefers¬†Margot und Erich im Hause meines v√§terlichen Freundes Uwe¬†Holmer¬†vor die Flimmerkiste der ‚Äěheute‚Äú-Nachrichten, und dreimal kr√§hte nicht der Hahn, sondern d√ľrfen Sie raten, wer zu ihnen sprach. Also: Blacky Fuchsberger sagte mir: Ich wohne direkt neben ihrem fr√ľheren Kollegen Harry¬†Valerien. Wir sind uns in allem total einig und √§hnlich, was wir w√§hlen, wohin wir verreisen, wie wir die politische Lage beurteilen. Nur, da√ü er mir dauernd ihre B√ľcher schenkt und von Jesus erz√§hlt. Aber er hat keine Angst vor dem Tod. Wir haben lange geredet. Wenige Monate sp√§ter starb er.

Christen haben einen langen Atem, weil sie nicht problemorientiert, sondern¬†verhei√üungsorientiert¬†sind: Unsere Heimat ist im Himmel! Wir haben eine¬†Ewigkeits-Perspektive. F√ľr die gottlose Welt formulierte Merkel ganz offiziell ihre absurde These: Wir fahren auf Sicht. Zu Deutsch sollte das stolz hei√üen:¬†Wir sind keine¬†Phantasten. Doch auf Sicht fuhr die Titanic. Und erleben wir jetzt nicht gerade das Abschiedskonzert auf den B√ľhnen des sinkenden Schiffes? Der Lebensstil der herrschenden Politiker hat doch biblische Dimension: la√üt uns fressen und saufen, denn morgen sind wir tot. Ich sage nur Lindner, Sylt und Hochzeit.

Glauben heißt: Wissen, was trägt!

Dieter Pfaff, ber√ľhmt in seiner ihm buchst√§blich auf den Leib geschriebenen Anwaltsserie ‚ÄěDer Dicke‚Äú, sagte mir bei der Verleihung der Goldenen Kamera in den 90ern im Konzerthaus Berlin: ‚ÄěHerr¬†Hahne, das Schlimmste ist doch, wenn das im Leben, was man f√ľr das Stimmen der Instrumente gehalten hat, in Wahrheit schon das ganze Konzert war.‚Äú Ich k√∂nnte endlos fortfahren. Peter Struck, als Verteidigungsminister am 11. September 2001 in meiner Sendung, damals sieben lange Stunden live mit allen Spitzenpolitikern. Er stand neben mir, als der zweite Turm einst√ľrzte. Tr√§nen im Gesicht. Dann der Seufzer: ‚ÄěHerr¬†Hahne, Sie haben wenigstens einen Glauben.‚Äú

Seit meiner Jugend pr√§gt mich ein Lied, das der schw√§bische Pietist Otto¬†Riethm√ľller¬†1932 als Bollwerk gegen die braunen Sozialisten geschrieben hat, √§hnlich wie Theo Lehmann und J√∂rg Swoboda das ihre gegen die roten. Es war jeweils der¬†Abschlu√ü¬†des j√§hrlichen¬†Ahldener¬†Jugendtages mit Pastor Heinrich¬†Kemner¬†in der¬†L√ľneburger Heide, √ľber 10.000 junge Leute, stehend Hand in Hand ‚ÄĒ von¬†Riethm√ľller, dem die Nazi-Schergen den Lockdown bescherten und der 1938 daran zugrunde ging, in Stuttgart beerdigt. Das ist Kirchengeschichte. In den entscheidenden Strophen hei√üt es geradezu flehentlich, und das ist mein Gebet f√ľr uns alle, weil es aktueller denn je ist:

In die Wirrnis dieser Zeit
fahre, Strahl der Ewigkeit;
zeig den Kämpfern Platz und Pfad
und das Ziel der Gottesstadt.

Herr, wir gehen Hand in Hand,
Wandrer nach dem Vaterland;
laß dein Antlitz mit uns gehn,
bis wir ganz im Lichte stehn.

Manche mögen vielleicht jetzt meinen: Na ja, wer’s glaubt, wird selig. Wenn Sie das jetzt denken, haben Sie alles verstanden, was ich meinte. Denn Glauben heißt: Wissen, was trägt!

Peter Hahne, Riehen bei Basel am 1.10.2022

Laudatio zur Verleihung der Ehrenpromotion an Peter Hahne von Prof. Dr. Harald Seubert.

Herzliche Einladung zur Profilkonferenz mit Peter Hahne am 22. Oktober 2022 in Landau/Pfalz!

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Sonntag 2. Oktober 2022 um 12:19 und abgelegt unter Corona, Gemeinde, Gesellschaft / Politik, Kirche.