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Die Hauptsache ist, dass uns der Missionsbefehl von Jesus wieder zur Hauptsache wird

Donnerstag 13. Januar 2022 von Pastor Uwe Holmer


Pastor Uwe Holmer

Wir stehen am Ende der christlichen Epoche Europas. Schon seit langem nimmt der Antichrist an Fahrt auf. Karl der Große war Weihnachten 800 n.Chr in Rom zum Kaiser gekrönt worden. Nachdem er die Sachsen unterworfen und sein Frankenreich nach Osten und Süden hin ausgedehnt hatte, hat er an der alten spätrömischen Geschichtsepoche erkannt, dass militärische und politische Macht noch nicht ein friedliches Zusammenleben unterschiedlicher Stämme schaffen konnten. Die ersten christlichen Kaiser hatten schon im 4. Jh. n Chr. gute Veränderungen bewirkt. Nun wollte Kaiser Karl eine umfassende Reform seines großen Reiches durchführen. Es war seine Überzeugung: Das Volk braucht innere, geistige Werte, die für jeden Bürger gelten und alle Stämme verbinden. So schuf er von Rom über Frankreich bis Germanien ein Heiliges Römisches Reich. Man nannte es auch „Das Christliche Abendland“. Die Christliche Lehre sollte den inneren Zusammenhalt bilden. Daher ordnete Kaiser Karl an, dass in seinem Reich jedes neugeborene Kind getauft werde, dass es schon früh das christliche Glaubensbekenntnis, die 10 Gebote und das Vaterunser lernen sollte. Jeder Gestorbene sollte christlich beerdigt werden. Später, nach der Teilung des Reiches wurde Mitteleuropa „Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation.“

Diese Art von allgemeinem Christentum habe ich noch als Kind erlebt:

Vor Palmsonntag hatte unsere Zeitung in Wismar noch eine Einlage, in der die etwa 180 Konfirmanden der Stadt aufgelistet waren, denen wir Kinder unserer Straße dann mit einer Karte gratulieren und ein Stück Kuchen ergattern konnten. Doch die Kehrseite war die: Nach der Konfirmation war die Pflicht erfüllt. Nun brauchte man die Kirche erst wieder an Weihnachten oder zur Trauung. Und ich, der ich sonntags in den Kindergottesdienst ging und mit meinen Eltern in den Gottesdienst, galt in meiner Klasse als Sektierer, während die Mitschüler sich selbst als „normale Christen“ sahen. Von der Bibel und christlichem Leben hatten zirka 80% meiner Mitschüler kaum etwas begriffen. Wenn man ihnen aber die Botschaft der Apostel weitergab: „Entscheide dich, ein Jünger, also Nachfolger von Jesus zu werden,“ so kam meist die Antwort: „Was willst du? Ich bin doch ein Christ, bin getauft und konfirmiert. In den Gottesdienst gehen, die Bibel lesen – das tun doch nur Superfromme.“ So waren Taufe und Konfirmation der Volkskirche fast zu einem Abwehrschild gegen die Bibel und den Missionsbefehl Jesu geworden, der ja im 2. Teil lautet: Lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Durch Bibel und Bibellesen geht doch das Leben mit Jesus erst richtig los! Bei vielen Namenschristen aber verstaubte die Heilige Schrift im Schrank.

Wer nur getauft ist und ein paar Eckpunkte christlicher Lehre gelernt hat, ist kein wirklicher Jünger Jesu. Denn nur halten und tun, was Jesus gelehrt hat, gibt dem Leben eines Christen Inhalt und Profil. Weil wir aber zu viele Scheinchristen hatten, hatte unsere Kirche nicht die Kraft, z.B. Hitler und Stalin zu widerstehen. Und auch deshalb nur gelang es der 1968er Studenten-Revolution, Kirche und Familie so erfolgreich zu bekämpfen.

Nun hat Olaf Scholz erklärt, dass er es ablehnt, sein Amt „Im Bewusstsein der Verantwortung vor Gott“ zu führen. Und er kann es, weil eine Mehrheit des Volkes die „Verantwortung vor Gott“ ebenfalls ablehnt. So wird es wohl bald auch mit der „unantastbaren Würde des Menschen“ im Grundgesetz vorbei sein, dem Lebensrecht der Ungeborenen, auch wohl mit dem Erziehungs-Vorrecht der Eltern. Dann kommt sicher auch bald das Ende der Volkskirche. Zu Tausenden treten Menschen aus den Landeskirchen aus. Das ist bitter. Denn erst das Christentum hat Europa zu einem führenden Kulturbereich gemacht. Luther schrieb: „Wo das Evangelium nicht verkündigt wird, wird das Volk wild.“ Das bestätigen uns die Medien fast täglich.

Doch kann darin auch eine Chance liegen. Für den politischen Zusammenhalt sind die wenigen christlichen Grundsätze (Glaubensbekenntnis, Gebote, Vaterunser) von Karl dem Großen sicher hilfreich. Aber Jesus will mehr. Er will das ganze Leben prägen, auch Beruf, Ehe und Familie. Mehr noch: Als der „Friedefürst“ will er uns den Himmel aufschließen und uns zu Gott zurückbringen. Deshalb ruft er schon bei seinem ersten Auftreten: „Tut Buße (genauer: kehrt um), denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen.“

So beginnt Jesus den Bau seines Reiches mit der Berufung von Menschen für das Himmelreich.

 Und vor seiner Himmelfahrt ruft Jesus die Jünger noch einmal zu sich zu einem Abschiedswort.  Wir lesen es beim Evangelisten Matthäus (Kap. 28,18 ff):

Jesus sagt: „Geht hin,“ also brecht auf, hin zu euren Mitmenschen! Wartet nicht, bis die Menschen in die Kirche kommen, sondern geht zu ihnen hin, nutzt und sucht persönliche und missionarische Begegnungen,

auch christliche Verteilschriften u.a..

„macht zu Jüngern alle Völker.“ Jesus hat „Jünger gemacht“ indem er rief: „Komm, und folge mir nach!“

Ebenso rufen nun seine Jünger ihre Mitmenschen: „Komm und folge Jesus nach. Er schenkt Vergebung,

Versöhnung mit Gott und Ewiges Leben. Unterstelle Dich Seiner Herrschaft und Führung.“ Das kann man persönlich in ernsthaftem Gebet tun. Gewisser ist es, in Gegenwart eines Zeugen Jesus seine Sünden zu bekennen und IHM die Herrschaft über das ganze Leben zu geben. Der Zeuge darf dem Beichtenden volle Vergebung zusagen (Joh.-Ev. 20,23), darf aber anderen nichts aus dem Gehörten weitersagen. Hier gilt Römerbrief 10,13: Wer den Namen des Herrn anrufen wird, soll gerettet werden. Die Gebetsverbindung zu Jesus ist unser großes Vorrecht.

„Tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.  Mit der Taufe bestätigt Gott: „Du bist mein Kind und gehörst ewig zu mir.“ Und du bestätigst: „Ich will Dir gehören und gehorchen mein Leben lang.“ Wer schon als Kind getauft ist und nun Jesus nachfolgt, darf für seine Taufe einfach danken.

 „Und lehrt sie halten alles, was ich euch befohlen habe.“ Alles, was Jesus die Jünger gelehrt hat, prägt ihr Leben. Das sollen sie nun an neue Jünger weitergeben. Damit sind alle Jünger Jesu in seiner „Schule“. Ihr Schulbuch ist lebenslang die Bibel. Ohne Bibellehre bleiben Jünger „dumm“ und stumm, d.h. ohne Prägung des Lebens und ohne „Ausstrahlung.“  

Auch der 2.Teil vom „Missionsbefehl“ Jesu ist über alles wichtig. Wir sollen lernen zu halten alles, was Jesus seine Jünger gelehrt hat. Das muss jedem Prediger und allen gläubigen Christen vor Augen stehen. Wenn sie aber weder im Gottesdienst noch zu Hause hören, was Jesus gelehrt hat, gleichen sie Schülern, die überhaupt nicht in die Schule gehen. Sie sind Menschen, die sich einbilden Christen zu sein, es aber nicht sind. Was gäbe ich darum, wenn dies auch in unserer Zeit und unserer Kirche wieder klar wäre!

Es muss so sein, wie damals bei den ersten Jüngern: Jesus berief sie: „komm und folge mir nach.“ Dann haben sie 3 Jahre lang von Jesus gelernt. Danach sollten sie selbst andere Menschen zu Jüngern berufen.

Da in einer gesunden Gemeinde immer neu junge Menschen heranwachsen und auch Fremde kommen, muss es allen klar sein: Ein Jünger Jesu ist man nur, wenn man mit Herz und Gewissen auf Jesus hört – und sich entschließt: Ich will als Jünger von Jesus, „alles halten,“ was Er seine Jünger gelehrt hat.

So soll das Feuer meiner Bemühungen für den ultimativen Auftrag Jesu brennen:

Geht hin und macht zu Jüngern alle Völker:.. und lehrt sie halten alles, was ich euch befohlen habe.

Diesem Sendungswort des Auferstandenen, sind alle Jünger Jesu verpflichtet. Im Urtext steht wirklich „befohlen.“ Es ist also Jesu ausdrücklicher Befehl, dass seine Jünger zu allen Völkern gehen, um auch sie zu Jüngern zu berufen. Und dann sollen sie sie lehren, alles zu halten, was Jesus gelehrt hat.

Wie das geht, zeigt die erste christliche Predigt am Pfingstfest in Jerusalem (Apgesch.2): Petrus macht seinen Hörern klar: Ihr seid Sünder, mitschuldig am Tod Jesu. Das ging ihnen so sehr durchs Herz, dass sie fragten: „Was sollen wir tun?“ Petrus antwortete: „Tut Buße (das heißt: kehrt um), und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden, so werdet ihr empfangen die Gabe des Heiligen Geistes.“ Nicht nur Petrus hat Buße gepredigt, sondern alle Apostel.

So berichtet Paulus, wie die Gemeinde in Thessalonich (1Thess. 1,9) entstanden war. Er schreibt: Im ganzen Land, über Mazedonien und Achaja hinaus, erzählt man sich wie ihr euch bekehrt habt zu Gott, weg von den Abgöttern, um dem lebendigen Gott zu dienen und seinen Sohn vom Himmel zu erwarten. So also wird man ein Christ.

Eines jedoch wird zunehmend klar: Wo der Ruf zur Umkehr im Namen Jesu erklingt, gibt es Widerstand. Nichts fürchtet der Teufel so sehr wie den Ruf: Kehr um und werde ein Jünger von Jesus. Schon Petrus und Johannes wurden verhaftet, weil sie im Namen Jesu heilten und Jesus als den verheißenen Messias verkündigten. Sie erhielten Predigtverbot, erwiderten aber: „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.“ Immer gibt es Zoff, wenn Jesus als Messias und Weltenherrscher verkündigt wird. Später schreibt Petrus an die Christen von Kleinasien im Blick auf ihre ungläubige Umwelt: „Das befremdet sie, dass ihr euch nicht mit ihnen stürzt in das wüste, unordentliche Treiben, und sie lästern (1Petr. 4,4). Wo Jünger Jesu seinem Missionsbefehl folgen, werden sie diffamiert und wie Außenseiter behandelt. Für den aber, der nach Sinn und Ziel seines Lebens sucht, werden sie gerade dadurch interessant. Bußpredigt erregt zwar Widerstand. Aber Jesus sagt den Jüngern zu: Ich bin bei Euch alle Tage bis an das Ende der Welt. Das sollen die Jünger Jesu wissen und ihre Botschaft nicht abschwächen oder gar verschweigen. Wer sich anpasst an die antichristliche Ideologie seiner Umwelt, wird akzeptiert. Doch er verliert sein Profil als Jünger Jesu.

Die Christen der ersten 3 Jahrhunderte haben gelernt, was Jesus gelehrt hatte. Und sie haben anders gelebt als die Römer. So erkannten immer mehr Römer: Wie die Christen leben, das ist besser. Bei denen kümmert ein Vater sich um seine Kinder. Er ist seiner Frau treu und vergnügt sich nicht mit einer Magd. Die Christen gehen nicht ins Kolosseum, wo man sich begeistert für Schwertkämpfe und Hurra schreit, wenn einer todeswund am Boden liegt. Sie halten das Leben für eine Gabe Gottes, auch das ungeborene, und gehen mitfühlend mit Kranken und Armen um. Sie sind liebevoll und ehrlich. So gewinnen sie Respekt in ihrer Umwelt. Und wenn man sie nach dem Grund fragt, antworten sie: Jesus hat es so gelehrt.

So waren die Christen den Römern zwar fremd, oft auch verhasst und verfolgt. Aber ihre Lebensweise hat langsam, doch stetig immer mehr Menschen bewogen, auch Jünger von Jesus zu werden.  Das ist auch heute unsere Chance:

Wenn wir leben, wie Jesus es uns gelehrt hat, strahlt unser Leben etwas aus von Wahrheit und Liebe, von Verantwortung und Treue, von Verlässlichkeit und Bereitschaft zum Helfen, von Frieden und lebendiger Hoffnung. So wächst Offenheit für den Glauben an Jesus. Er sagt: Ich bin das Licht der Welt und sogar auch zu seinen Jüngern: Ihr seid das Licht der Welt!

Wir müssen erkennen, dass in jüngster Zeit das Christliche Abendland ein Ende nimmt. Es wird ungemütlicher für Christen in der Welt, auch in Europa. Der Widerstand gegen alles Christliche nimmt zu. Hören wir eigentlich hin, oder verdrängen wir es, wenn Fachleute berichten, dass heute mehr Christen für ihren Glauben an Jesus verfolgt, gefoltert und getötet werden als je zuvor? Und ebenso wird uns das Wunder berichtet, dass heute weltweit mehr Menschen zum Glauben an Jesus kommen, denn je zuvor.

Umso mehr sollten wir dankbar sein, dass wir noch in relativem Frieden Gottesdienst halten, predigen und zum Glauben an Jesus einladen dürfen.

Die Einladung zu Jesus ist aber nicht nur eine ernste Pflicht, sondern auch eine große Freude: Wir sind Königsboten, die zum großen Abendmahl Gottes einladen. Wer durch Jesus Vergebung seiner Sünden gefunden hat, darf zurück ins himmlische Paradies. Gott hat Großes mit seinen Geschöpfen vor. Denn nur an Gott wird die tiefste Sehnsucht der Menschen satt. Gott hat jeden Menschen zu seinem Ebenbild geschaffen. Er hat uns „die Ewigkeit ins Herz gelegt“ (Prediger 3, 11). Welch eine Perspektive für jeden Menschen, gerade auch, wenn er an seinen Tod denkt! Jedem Jünger Jesu gilt die Berufung zur ewigen Herrlichkeit bei Gott. Und Jesus ist die Tür dorthin (Joh.–Ev. 10,9). So liegt in dem Missionsbefehl Jesu zugleich der ganze Himmel.

Geht hin zu euren Mitmenschen, sagt der Missionsbefehl! Richtet überall die frohe Botschaft aus: Jesus lebt! Er ist die Tür zum Himmel Er hat den Tod besiegt und schenkt jedem, der sich im Glauben Ihm anvertraut, das ewige Leben. Damit nimmt Er dem Tod seinen Schrecken und gibt eine lebendige tröstende Hoffnung schon jetzt. In Begegnungen, Hausbesuchen und im Verteilen einladender Schriften machten unsere Väter und Mütter sich auf die Beine und riefen es ihren Mitmenschen zu: „Tut Buße/ kehrt um, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen!Sie machten es genauso, wie Jesus es getan hatte, als Er sein Werk auf Erden begann. Ich brenne darauf, dass Mission auch heute wieder zum Hauptthema in unseren Kirchen, Freikirchen und Gemeinschaften wird.

So schauen wir nicht zurück auf die Zeit von Karl dem Großen, sondern nach vorn auf das Ziel, auf die Wiederkunft Jesu! Die Zukunft der Welt wird allezeit, auch heute, von Jesus bestimmt und von niemandem sonst! Das macht froh. 

In unserem Dorf Serrahn leben 3 Männer, die ganz kaputt vom Alkohol bei uns ankamen. Sie erlebten hier Menschen, die durch den Glauben an Jesus von der Großmacht der Alkoholsucht frei geworden waren, deren Leben nun eine ganz neue Perspektive erhalten hat. So begannen auch sie zu beten: „Herr Jesus, wenn Du auch mir hilfst, will auch ich Dir nachfolgen.“  Sie bekehrten sich und unterstellten ihr Leben Jesus, sie fanden hier Arbeit, z.T. auch auswärts. Sie konnten eine Familie gründen und sind lebendige Glieder unserer Gemeinde. Und sie wurden stabil an Leib und Seele.

Zwei weitere Beispiele:

  • Eine Frau kommt in die Seelsorge und sagt: „Ich habe 20 Jahre Dunkelheit in meinem Herzen, seit mein Mann von mir verlangte: <Das Kind muss weg>. Seit der Abtreibung ist es dunkel in mir. Ich bete, gehe auch in die Kirche. Aber es geht nicht weg.“ Ich sagte: Dafür gibt es volle Vergebung bei Jesus. Sie sagt: Deshalb bin ich gekommen. So bat sie Gott, um Vergebung für Ihre Sünden. Und ich konnte ihr zusprechen. „Dir sind Deine Sünden vergeben.“ Als sie von Ihren Knien aufstand, seufzte sie und sprach: „Wie bin ich froh, dass das jetzt weg ist.“

Ein anderes Beispiel: Es war etwa 1965. Auf einer Tagung in Berlin sagte ein Theologie-Professor aus Sumatra: Was das Evangelium in unserem Stamm der Bataks bewirkt hat, können Sie vielleicht ermessen, wenn ich Ihnen sage: „Mein Großvater hat noch Menschen gegessen.“ Er als sein Enkelsohn wusste mehr von Luther und Bibel als ich. Der Missionar Ludwig Nommensen hatte den Bataks ab 1862 das Evangelium von Jesus gebracht. Und das Volk der Bataks wurde so nachhaltig verändert, dass aus Kannibalen Menschen nach dem Bilde Gottes wurden. Heute gibt es dort ca. 3 Millionen Christen.

Jesus sagt: „Ihr seid das Licht der Welt.“

Der Apostel Paulus erklärt jungen Christen, was nötig ist, damit sie ein Licht in der Welt sein können. Im Kolosserbrief (Kap. 3, 12-17) schreibt er: „ Zieht euch königlich an, (aber nicht mit Seide, sondern mit innerer Schönheit): mit herzlichem Erbarmen, mit Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld; und ertrage einer den anderen und vergebt euch untereinander, wenn jemand Klage hat gegen den anderen; wie der Herr euch vergeben hat, so vergebt auch ihr!  Über alles aber zieht an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit.  Und der Friede Christi, zu dem ihr auch berufen seid in einem Leibe, regiere in euren Herzen; und seid dankbar.

Lasst das Wort Christi reichlich unter euch wohnen: lehrt und ermahnt einander in aller Weisheit; mit Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern singt Gott dankbar in eurem Herzen. Und alles, was ihr tut mit Worten oder Werken, das tut alles im Namen des Herrn Jesus und dankt Gott, dem Vater durch ihn.

Wahrlich: Durch Jesus wird das Leben – und das Zusammenleben schön. Und das hat Wirkung!

Unser Leben bekommt Ausstrahlung, wenn wir tun, was Jesus uns gelehrt hat. Die Sonne geht auf, wenn eine Krankenschwester oder ein Pfleger das Thermometer bringt oder den Morgenkaffe und dabei Freundlichkeit ausstrahlt – Oder wenn die Mutter Freundlichkeit ausstrahlt oder sogar der Vater oder Du und ich.

Übrigens kann keine Gemeinschaft, auch keine Ehe auf Dauer gelingen, wo man nicht kennt, was Paulus im Brief an die Epheser im 4.Kapitel, 25-27 schreibt: „Lasst die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen, und gebt nicht Raum dem Teufel.“ In der Anfangszeit unserer Ehe haben wir auch manchen Ärger „weggedrückt.“ Aber es belastete das Gemüt. Später haben wir vor Sonnenuntergang die Probleme geklärt. Unser Motto lautet heute: „Rechtbehaltenhaben ist der traurigste Sieg in der Ehe.“ Das passt zu dem Wort Jesu: Nicht siebenmal vergeben, sondern siebzigmal siebenmal (Matth. 18). Armer Mensch, der da noch zählt. Wie klug ist der, der dem Wort Christi glaubt, der es liest, hört und weitergibt. Menschenworte vergehen – Gottes Wort bleibt und verändert uns zum Guten. Daran sollen wir uns halten.

Corrie ten Boom, die holländische KZ-Überlebende und weltweite Evangelistin, sagte öfter:

„Arme Welt, wenn die Kinder Gottes Lichtsperre haben!“

Auch sie erinnert uns an Jesu Wort zu den Jüngern: „Ihr seid das Licht der Welt.“

Nun denn, Ihr Christen, seid „das Licht der Welt“! Seid entschiedene Nachfolger von Jesus. Lernt, was Jesus gelehrt hat. Sucht euch eine Gemeinde, die lehrt, was Jesus gelehrt hat. Nehmt euch die Zeit für den Gottesdienst und die Bibelstunde ja, auch für das persönliche Bibellesen zu Hause.

Keine Zeit? Falsch! Unsere Mutter hat abends für 7 Personen die Strümpfe gestopft, oft bis ihr die Augen zufielen. Jeden Monat stand sie fast 2 Tage in der Waschküche, an der Wäscheleine und am Bügelbrett. Was wir in der Stadt zu besorgen hatten, erledigten wir zu Fuß. Nur der Vater hatte ein Fahrrad, um zur Arbeit zu fahren. Dass wir Kinder helfen mussten, hat uns gefordert und gefördert. Und die ganze Familie ging am Sonntag in den Gottesdienst: Summa summarum: Wir betrügen uns selbst, wenn wir keine Zeit für Gott und sein Wort haben. Unsere Ewigkeit hängt davon ab, dass wir von der Zeit, die Gott uns gibt, einen Teil nutzen, um auf unseren Schöpfer zu hören. Ihm zu gehorchen und zu dienen.  Zum Lob unseres Schöpfers beizutragen, ist ja Sinn und Ziel unseres Lebens. Und danach? Dafür hat Corrie ten Boom ein schönes Bild: Der Tod ist für die Kinder Gottes der alte Hausknecht, der die Tür öffnet, wenn die Kinder Gottes nach Hause kommen. 

Pfr. Uwe Holmer, Serrahn, Neujahr 2022

 

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Donnerstag 13. Januar 2022 um 10:25 und abgelegt unter Gemeinde, Kirche.