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Predigt über Kol. 1,15-20: Jesus, der Überirdische

Freitag 6. September 2019 von Thomas Karker


Thomas Karker

Heute wollen wir einmal der Frage nachgehen: „Wer ist Jesus?“ Er ist ja ein Mann, der in kein Schema passt. Schon zu seiner Zeit war er für viele nur ein Zimmermann oder ein Fresser und Weinsäufer, dann wieder ein Brotkönig oder Wunderheiler. Im 17. und 18. Jhd. Hatten wir dann in der Theologie die Leben Jesu Forschung, da hat man gedacht, wenn wir nur den historischen Jesus entdecken könnten, so wie er wirklich gelebt hat, dann wüssten wir genau, wer Jesus ist, doch auch von dort kamen keine echten Impulse zur Beantwortung der Frage: „Wer ist Jesus?“

Ja dann schauen wir doch mal, was heute so zu Jesus gesagt wird:

Hanna Wolf (Psychologin) sagt auf unsere Frage: „Jesus ist der erste richtige Mann, denn so sagt sie, Jesus würde das männliche wie das weibliche vereinen.“ Oder Mahatma Gandhi, der große indische Staatsmann, sagte über Jesus: Jesus nimmt in meinem Herzen den Platz eines der großen Menschheitslehrers ein…“ Walter Hartmann schreibt: „… Wir müssen klipp und klar sagen, dass Jesus Mensch war und nichts als Mensch.“ (H. Grosch/K. Wegenast/W. Hartmann: Wundergeschichten der Bibel in der Grundschule. In: Evangelische Unterweisung, Febr. 1966, S.44). Jesus, nur ein Mensch? Dann könnten wir heute morgen auch miteinander Grimms Märchen hier lesen.

Wir haben vorhin in der Lesung gehört: Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes. So haben wir es als Zeugnis der Hl. Schrift, so haben wir das Zeugnis der Kirchenväter und so haben wir das Zeugnis der Gemeinde Jesu bis heute: Sohn Gottes.

Und jetzt beginnt meine Verlegenheit heute morgen, weil wir über einen Bibeltext nachdenken wollen, wo wir gehörig an unsere Verstehensgrenzen kommen.

Wer ist Jesus? Wir alle kennen die TV Sendung von ET, dem netten hilfsbereiten Außerirdischen, oder den Starwarshelden Anakin Skywalker, mit dem freundlichen R2D2 gegen Dark Fader gekämpft hat. Schwach gegen übermächtig, gut gegen böse, unbedarft gegen abgeklärt. Die Gefahr wie die Hilfe kam von außen, den Außerirdischen. Ist Jesus etwa auch so ein Außerirdischer?

Im Kolosserbrief entfaltet Paulus in einzigartiger Weise, wer Jesus ist. Die Gemeinde der Kolosser ist nicht durch ihn gegründet worden, er hat aber von einigen Dingen in der Gemeinde gehört, die ihm Kummer gemacht haben. Paulus geht gar nicht argumentativ auf die Verirrungen (Christus +) sondern er entfaltet ihnen zuerst, wer Jesus ist, bevor er ein wenig auf die Verirrungen eingeht.

Jetzt wollen wir den Text einmal lesen:

Er ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene vor aller Schöpfung. 16 Denn in ihm ist alles geschaffen, was im Himmel und auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare, es seien Throne oder Herrschaften oder Mächte oder Gewalten; es ist alles durch ihn und zu ihm geschaffen. 17 Und er ist vor allem, und es besteht alles in ihm. 18 Und er ist das Haupt des Leibes, nämlich der Gemeinde. Er ist der Anfang, der Erstgeborene von den Toten, auf dass er in allem der Erste sei. 19 Denn es hat Gott gefallen, alle Fülle in ihm wohnen zu lassen 20 und durch ihn alles zu versöhnen zu ihm hin, es sei auf Erden oder im Himmel, indem er Frieden machte durch sein Blut am Kreuz. (Kol. 1,15-20)

Vorhin hörten wir von Johannes: du bist Gottes Sohn. Wenn wir das jetzt gelesen haben, dann ist das wie bei einem Babuschka-Püppchen, das sich nach innen immer weiter entfaltet. Paulus verrät uns hier, was sich alles unter dem Begriff Sohn Gottes verbirgt, und er packt das Babuschka-Püppchen, wenn man das so sagen darf, kräftig aus.

1. Freundlich sagt der Vater zum Sohn, ich kenne dich doch ewig schon.

Jetzt weist Paulus die Kolosser nicht an zurückzusehen nach Golgatha, er weist sie nicht an hinunterzusehen auf ihre Schuld und Unvermögen, sondern er weist sie an hinauf zu sehen und dort sehen sie erst einmal das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, da gibt es etwas zu gucken, das Ebenbild des unsichtbaren Gottes.

Wie gewaltig spricht Paulus hier von Jesus! Das ist ja unsere Not: Gott ist unsichtbar. Die Religionen in der Welt sind ja auf der Suche nach ihm. In der Menschheit liegt das Ahnen um einen Gott, und das lässt uns nicht los. Jetzt kommt Paulus uns sagt: Wer Jesus anschaut, der schaut Gott an – wer Gott finden will, der muss zu Jesus kommen. Jesus sagt: „Wer mich sieht, der sieht den Vater.“ und weiter: „Ich und der Vater sind eins!“ In Jesus betritt Gott selbst die Bühne der Welt.

Luther sagt zu der Frage in seiner Kirchenpostille: „Diese Worte wollen mehr mit dem Herzen verstanden, denn mit der Zunge ausgedrückt werden, sie sind klarer als alle Kommentare (Glossen) und je mehr man sie kommentiert (glossiert), je finsterer werden sie. Hier ist Glaube Not und nicht viel spekulieren.“

Bei dem Thema wollen wir also nicht spekulieren, aber recherchieren, nämlich im Urtext. Hier steht das Wort eikon für den Begriff Ebenbild,  Jesus ist kein billiger Abklatsch, keine lumpige Kopie, sondern er ist so gnädig, dass er uns in seinem Sohn eine genaue Kopie seiner Selbst zum Anschauen gibt. Genau dasselbe Wort finden wir in der griechischen Übersetzung des Alten Testamentes in Bezug auf die Schöpfung: Zum Bilde Gottes schuf er sie. Doch dieses Ebenbild Gottes ist bei uns durch den Sündenfall entstellt, durch die Sünde zu einem Zerrbild geworden. Aus der orthod. Kirche kennen wir diesen Begriff ja auch für die Ikonen. Das sind solche Abbilder.

Aber ich möchte noch einen anderen Vergleich wagen, um uns die Ausmaße dieser Ebenbildlichkeit Jesu mit dem Vater zu verdeutlichen.

Der Begriff Icon kommt auch in deinem Handy oder Computer vor. Das sind die kleinen Bildchen, die auf jedem Bildschirm zu sehen sind. Und wenn man auf eines dieser Bildchen (Icons) draufklickt, dann öffnet sich das Programm, das sich dahinter verbirgt. Wer schon mal mit einem großen Bildbearbeitungsprogramm oder einem Office-Programm gearbeitet hat, der weiß, wie lange es dauert, bis man sich da dann einigermaßen damit auskennt.

Ich will im Bild bleiben: Jesus ist das eikwn zum Programm Gottes. Wenn wir da draufdrücken, dann öffnet sich auf einmal die ganze Welt Gottes. Diese Welt Gottes wird uns in der Bibel präsentiert. Jesus sagt: „Wer mich liebt, der hält mein Wort.“ Jesus führt uns dann in das Wort der Bibel und durch das Wort der Bibel, denn anders können wir von Jesus oder von Gott nichts wissen, hier hat er sich geoffenbart. Und er führt uns dann durch die verschiedensten Bereiche: Sünde, Vergebung, Gerechtigkeit, Mitarbeit in der Gemeinde, um nur einige Punkte zu nennen.

Jesus kommt aus der anderen Welt, um uns den Vater zu zeigen und uns den Weg wieder dahin zu öffnen.

Paulus fährt fort: „der Erstgeborene vor aller Schöpfung.“ Es ist ein Geheimnis, wie Jesus als Sohn Gottes aus dem Vater hervorgegangen ist. Paulus bezeichnet ihn hier als den Erstgeborenen, den prototokos. Hier geht es nicht um ein Ereignis in Raum und Zeit, hier ist von der Abkunft Jesu vom Vater die Rede, wie sie von Ewigkeit her bestand hat. Hier ist nicht gemeint, dass Jesus in der Abfolge der Erste ist, sondern der „Erstgeborene“ bedeutet einen Titel, der die Rangfolge angibt, die Jesus hat. Jesus ist von oberster Wichtigkeit. Jenseits der Zeit ist Jesus schon da und lebt zusammen mit seinem Vater und dem Heiligen Geist in der überirdischen Wirklichkeit. Jesus ist Gott und somit wesensmäßig geschieden von allem, was nur Schöpfung ist. Er steht wie der Vater über allem und deswegen ist auch in Jesus die ganze Fülle der Gottheit zu finden.

2. Die Schöpfung jauchzt ihm nun entgegen, der Du uns riefst im Wort des Lebens.

Zu dieser überragenden Stellung Jesu gehört jetzt auch, dass er der Schöpfer aller Dinge ist. Zu ihm hin ist die ganze Schöpfung geschaffen. Die ganze Schöpfung ist sein Eigentum und die Existenzberechtigung, ihren Wert und ihre Würde liegt allein in diesem Schöpfungsakt Jesu begründet. Bedenken wir das, wenn wir nachts einmal den Sternenhimmel betrachten? Alles durch Jesus geschaffen. Aber auch die kleine Blume im Wald, die niemand sieht und beachtet – durch Jesus und für Jesus blüht sie. Das Schaffen Jesu endet nicht bei dem Sichtbaren, sondern er schuf auch alles Unsichtbare und belebt auch die Himmel mit unzähligen Geschöpfen und erhält dies alles.

Paulus nennt hier besonders: Throne, Herrschaften, Mächte und Gewalten. Und das bezieht sich auf zwei Dinge: auf sichtbare Mächte und Gewalten, also Regierungen und Königreiche, auf Politiker und Könige – aber auch auf unsichtbare Mächte und Gewalten, und dabei denkt Paulus an Engel, aber auch an Dämonen. Und er sagt hier: Alles ist durch Jesus und für Jesus geschaffen.

Wir wollen uns einmal ein solches Geschöpf Gottes näher anschauen und ich kann dann nur staunen, wie genial die Schöpfermacht Jesu daran deutlich wird. Goldregenpfeifer ppt dazu. Vgl. Gitt Werner, „Wenn Tiere reden könnten“. (Clv -Verlag 9. Auf. 1995, S. 105 f.) Wenn Jesus schon für den Goldregenpfeifer so genau alles geplant hat, wie viel mehr wird es der Schöpfer aller Dinge bei uns an nichts fehlen lassen. Gar nichts ist dann jemals außerhalb der Macht Jesu. Egal, was kommt. Es gibt nichts, was außerhalb der Macht Jesu als Schöpfer wäre. Er ist der Herr über alles.

Nicht ein Es, nicht ein Fluidum, nicht irgendein Geist, nicht ein fremder Gott, sondern der Sohn des unsichtbaren Gottes, der schon damals dem Statthalter Pontius Pilatus ins Gesicht sagte: „Du hättest keine Macht über mich, wenn sie dir nicht von meinem Vater gegeben wäre.“ Man sieht ihn in dem Schiff, auf dem Meer das da tobte, und Jesus gebietet dem Sturm, und der Sturm war still. Über aller unsrer Ohnmacht steht die Allmacht dieses Herren.

Die Machtfrage ist geklärt und ich frage Dich diesen morgen: Warum siehst Du eigentlich immer wieder zurück und fürchtest Dich vor den Mächtigen dieser Erde oder vor andern Menschen? Warum schaust Du immer zurück? Warum schaust Du immer wieder nach vorne auf das was noch kommen könnte, morgen und übermorgen. Warum siehst Du immer wieder voraus und hast Angst? Warum zitterst du, warum hast du Tränen in den Augen und Schweiß auf der Stirn.

Du schau doch endlich wieder dorthin. Schau auf den, der alle Macht hat, der gesagt hat, „mir ist gegeben alle Macht.“ Wir haben es in allem immer nur mit Jesus zu tun. Er sagt es denen, die meinen, gegen die Krankheit sei kein Kraut gewachsen. Mir ist gegeben alle Gewalt. Er sagt es denen die meinen, der Tod sei die Großmacht schlechthin. Er sagt Ihnen „Freunde, mir ist gegeben alle Macht auch über den Tod.“ Seit ich die Macht habe, sind Friedhöfe nur noch Kleiderablagen für die Ewigkeit, mehr nicht. Mir ist gegeben alle Gewalt. Deswegen haben wir es in allem nur mit Jesus zu tun. Sieh doch auf die Allmacht unseres Herrn.

Liebe Geschwister, immer ist einer mehr als man Köpfe zählt. Wir sind keinen Tag auf uns gestellt, weil der mit uns ist, der alle Tage bei uns ist. Und es gibt keinen Quadratmeter Erde, auf dem wir allein wären, weil er bei uns ist, bis an das Ende der Welt. Wenn du morgen zur Arbeit gehst, ins Krankenhaus kommst oder in schwierigen Verhältnisse bist, überall haben wir es nur mit Jesus zu tun und stehen unter der Schutzmacht dieses Herren.

3. Die Gemeinde nimmt ihn wahr, als den Ersten, das ist klar.

Jesus ist von Gott zum Haupt der Gemeinde eingesetzt worden. Manche denken, er sei nur der Fuß auf dem die Gemeinde steht. Es gebe ja so einen christlichen Grund und Boden, so einen abendländischer Humus auf dem manches ins Kraut schießt, aber Jesus ist nicht nur der Fuß, er ist das Haupt der Gemeinde.

Manche meinen, er sei nur die Hand, er sei die Hand, die sich ausstreckt. Eine Gemeinde müsse nur die Hand ausstrecken und der ganze Glaube erschöpfe sich in Nächstenliebe. Mehr als eine Diakoniestation sei ohnehin nicht nötig, aber er ist nicht nur die Hand. Er ist das Haupt der Gemeinde.

Andere meinen, er sei nur der Mund, der Mund der Gemeinde, den man kräftig aufreißen müsse, die Gemeinde als Vormund für Entrechtete und Kaputte, aber Jesus ist nicht nur der Mund, er ist das Haupt der Gemeinde.

Wieder andere meinen, er sei nur ein Teil der Gemeinde, auch in anderen Religionen gebe es Teile dieses Christus. Alle hätten ihre Wahrheiten. Und deshalb komme es nicht darauf, zu missionieren, sondern zu dialogisieren. Es ist wie bei einem Pussel, der kosmische Christus soll wieder zusammengesetzt werden.

Aber er ist nicht nur ein Teil, er ist das Haupt der Gemeinde. Ohne Christus als Haupt der Gemeinde ist die Gemeinde kopflos. Ohne Haupt, ohne Jesus als Haupt der Gemeinde ist die Gemeinde enthauptet und reif zur Schlachtung, ohne Jesus als Haupt der Gemeinde ist die Gemeinde tot und deshalb, und deshalb redet dieser Herr. Er beauftragt mit Vollmacht: Gehet hin und sagt den Leuten in der Welt, wer in der Welt das Sagen hat.

Glaube ich doch keine Geschmackssache, die dem einem das Leben versüßt und dem andern die Suppe versalzt.

Glaube ist doch keine Ansichtssache, die der Hochintellektuelle so sieht, anders als der einfach Gestrickte.

Glaube ist doch keine Privatsache, die man mit sich und seinem Herzen allein abmacht.

Glaube ist Eilsache, Glaube ist Eilsache, weil sie mit Wahrheit zu tun hat: Wo verbringe ich meine Ewigkeit? Deshalb gibt das Haupt der Gemeinde nicht den Sozialbefehl: „Gehet hin und helfet allen zu einem besseren Leben,“ sondern er gibt den Missionsbefehl und der ist immer Marschbefehl, da es um Leben und Tod geht.

Lass dich da nicht verunsichern. Auch heute nicht. Lass dich nicht verunsichern. Er schickt seine Leute auf die Straßen und Gassen, an die Hecken und Zäune als Botschafter. Sie soll deshalb missionieren, weil seine Herrschaft schon weltweit ist. Die Welt will von dem eingenommen sein, dem sie heute schon gehört, Menschen warten doch darauf. Vielleicht gehörst Du dazu.

Mission ist sein Auftrag, ist Bringeschuld, ist Rettungseinsatz.

4. Der Tod konnt ihn nicht fassen, als den Ersten musst er ihn lassen.

Als am ersten Ostermorgen die Frauen an’s Grab des Auferstandenen kamen, da saß auf dem weggewälzten Grabstein ein Engel, ein himmlischer Gast. Noch heute sitzt auf dem Grabstein des Erstandenen ein Engel und weist uns nach oben; zu den himmlische Hoffnungen, alle Verheißungen ruhen auf der Auferstehung Christi, ohne die es traurig ist zu leben und schrecklich wäre zu sterben.

Es wäre traurig zu leben, selbst für eine Christen. Wenn du dem Christen sein Jenseits nimmst, seinen Himmel absprichst, so hast du ihm sein Bestes geraubt; wenn auf das Glauben kein Schauen, auf das Hoffen keine Erfüllung, auf das selbstsüchtige Wesen dieser Zeit keine Ewigkeit folgt, war er noch elender als der, der ohne Jesus lebt, der nichts Besseres will, als diese Welt heute. Wir aber sehnen uns danach im innersten Seelengrund, wir trösten uns damit unter tausend Leiden, wir versagen uns darum tausend Weltgenüsse – sollten wir nur träumende Narren sein? – Ohne Auferstehung Jesu wäre es traurig zu leben, vor allem für die Christen.

Und es wäre schrecklich zu sterben, vor allem für die Christen. „Ist Christus nicht auferstanden, so sind auch die, so in Christo entschlafen sind, verloren.“ (Paulus) „Verloren,“ das ist ein schreckliches Wort. Auf ewig im Grabe verloren sein, getilgt aus Gottes Weltall für ewige Zeiten, nichts übrig von mir nach ein paar Jahren oder Jahrzehnten, als der Staub, der sich mit der Erde vermischt hat, – o das ist ein entsetzlicher Gedanke, gegen den jede Faser meines Herzens sich sträubt.

Auch verloren wären die gläubigen Seelen, denen Jesus ihr Leitstern war im Leben und ihr Trostlicht im Sterben, ihr letzter Gedanke, ihr letzter Seufzer, ihr letztes Lächeln, ihre letzte Hoffnung im Todeskampf. Verloren, die in Hoffnung eines ewigen Lebens ihr Kreuz hier ihrem Jesus nachgetragen haben; verloren auch alle Lieben, die im Herrn Jesus entschlafen sind. Verloren die edlen Freunde, verloren alle die Millionen Menschenseelen, in denen einst auch Gottes Abbild gelebt hat. – Nein, das ist ein Gedanke, den wir nicht fassen können, gäbe es keine Auferstehung der Toten.

Und Gott sei Dank, wir brauchen ihn auch nicht zu fassen. Wie klingt das so tröstlich, so friedlich, so verheißungsvoll über die Sterbebetten der Christen, über die Grabhügel der Erde hin. Christus, das Urbild der Menschheit, das Ebenbild Gottes, der Schöpfer des Weltalls, das Haupt der Gemeinde, Er ist wieder auferstanden aus dem Grabe; an Ihm, dem Erstlinge hat Gott der Allmächtige und Ewiglebende gezeigt, was Er an allen Seinen Kindern tun will, nämlich Leib und Seele durch’s dunkle Todestor einführen in eine himmlische Heimat.

Und dieser Jesus soll in allem der Erste sein. Jetzt überleg Dir: Eins, zwei, drei, ob er auch bei dir der Erste sei?

Amen

Prädikant Thomas Karker, Bremen

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Freitag 6. September 2019 um 12:12 und abgelegt unter Predigten / Andachten.