Gemeindenetzwerk

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Veränderung ist möglich – Bericht über die Konferenz „Körper, Identität und Sexualität – Geschlechtsidentitätsverunsicherung und therapeutische Unterstützung“

Donnerstag 22. November 2018 von Johann Hesse


Johann Hesse

Rund 150 Personen aus 23 Nationen trafen sich zu einer Konferenz zum Thema „Körper, Identität und Sexualität – Geschlechtsidentitätsverunsicherung und therapeutische Unterstützung.“ Der Kongress wurde mit zwei Fallstudien eröffnet, in denen gezeigt wurde, dass Transsexualität nicht immer ein unabwendbares Schicksal sein muss. Eine Frau, die schon von frühester Kindheit an ein Junge sein wollte, gab sich einen männlichen Namen, ließ sich mit Hormonen behandeln und unterzog sich schließlich einer sog. geschlechtsangleichenden Operation. Doch keineswegs waren damit die Lebensprobleme gelöst. Sie fand zum christlichen Glauben. In der Begegnung mit einem anderen Psychotherapeuten arbeitete sie tiefsitzende Kindheitstraumata auf und erlebte dadurch eine Veränderung ihrer transsexuellen Gefühlswelt. Nach vielen Jahren transsexuellen Lebens kehrte sie zurück zu ihrer weiblichen Identität und lebt heute wieder als Frau.

Am Samstagmorgen stellte der kalifornische Psychotherapeut Timothy D. Long die sog. Re-Integrative Therapie vor. In dieser Therapie arbeitet der Therapeut zusammen mit dem Klienten tief in der Seele verschlossene Traumata (seelische Verletzungen) auf. Im Verlauf der Therapie erlebt ein großer Teil der Klienten das Nachlassen bi- und homosexueller Gefühle gewissermaßen als Nebenprodukt der Therapie, die eigentlich nur die Aufarbeitung des Traumas zum Ziel hat. Auch die US-amerikanische Psychologieprofessorin Carolyn Pela, die mit der sog. Narrativen Therapie arbeitet, konnte in ihrem Vortrag bestätigen, dass die Therapie dazu führen kann, dass ihre lesbischen Klientinnen ein Abnehmen ihrer homosexuellen Gefühle erleben. Dabei bekräftigten die Referenten, dass dies auch ganz unabhängig von der Weltanschauung sowohl der Therapeuten als auch der Klienten geschehe.

Beeindruckend, aber auch beklemmend war der Beitrag des Endokrinologen Quentin van Meter (USA). Als Mediziner am berühmten Johns Hopkins Medical Center (Baltimore) wurde er Zeuge der betrügerischen und unwissenschaftlichen Anfänge der Transgender-Medizin. Er machte deutlich: Durch massiven politischen Druck und die erfolgreiche Lobbyarbeit von LSBTQIA-Gruppen wurde wissenschaftliche Erkenntnis mehr und mehr durch ideologisches Gedankengut ersetzt. Obwohl es manchmal möglich ist, transsexuelle Gefühle durch Traumatherapien zu überwinden, wird hilfesuchenden Klienten dieser Weg viel zu wenig aufgezeigt. Psychologen und Therapeuten empfehlen ihren Klienten zunehmend den Weg der Geschlechtsumwandlung. Ärzte, die der Transgender-Ideologie widersprechen, so van Meter, müssen damit rechnen, von ihren Berufsverbänden ausgeschlossen zu werden. Berufliche Richtlinien für US-amerikanische Kinderärzte empfehlen den Weg der Annahme einer transsexuellen Identität selbst für hilfesuchende Kinder. Immer mehr Eltern lassen sich auf diesen Weg ein, der dann nach dem 18. Lebensjahr in eine operative Geschlechtsumwandlung mündet. Während es im Jahr 2006 in den USA eine TransgenderKlinik gab, die operative Geschlechtsumwandlungen anbot, gibt es heute über 50 solche Zentren allein in den USA.

Wir leben in einer Zeit, in der es für Menschen mit homosexuellen und transsexuellen Gefühlen nur die eine Antwort zu geben scheint, welche die Pop-Sängerin Lady Gaga so auf den Punkt gebracht hat: „You are born this way“. In anderen Worten: Du bist so und musst auch so bleiben.

Die ermutigende Botschaft dieser Konferenz lautet: Es gibt eine Alternative zu dieser Sichtweise. Menschen, die ihre bi-, homo- oder transsexuellen Gefühle als ungewünscht erleben, können in manchen Fällen und im Laufe eines längeren Prozesses eine Abnahme dieser Gefühle erreichen. Diese Abnahme ist nicht selten ein „Nebenprodukt“ einer ganz üblichen Therapie.

Die Konferenz wurde veranstaltet von der International Federation for Therapeutic and Counselling Choice (Internationale Vereinigung für Beratungs- und Therapiefreiheit) mit Sitz in London. Die Vereinigung setzt sich für Beratungs-, Therapie- und Forschungsfreiheit ein. Auf ihrer sehr empfehlenswerten Internetseite findet man Videoberichte von Betroffenen und Experten sowie weiterführende Informationen (www.iftcc.org).

Johann Hesse, Geschäftsführer des Gemeindehilfsbundes

Dieser Beitrag wurde erstellt am Donnerstag 22. November 2018 um 12:04 und abgelegt unter Allgemein.