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HĂ€retische Handreichung, 2. Auflage

Freitag 12. Oktober 2007 von Pfr. i.R. Reiner Vogels


Pfr. i.R. Reiner Vogels

HĂ€retische Handreichung, 2. Auflage
Die neue Handreichung ist nicht besser als die alte

Stellungnahme des Vorsitzenden des Lutherischen Konvents im Rheinland, Pfr. Reiner Vogels, zur 2. Auflage der landeskirchlichen Handreichung „Beim Wort genommen – Gerechter Sprachgebrauch im Gottesdienst“ vom September 2007

Nachdem die rheinische Kirchenleitung Anfang des Jahres ihre Handreichung ĂŒber „gerechte“ Sprache im Gottesdienst nach einem Sturm öffentlicher Kritik zurĂŒckgezogen und eine ĂŒberarbeitete 2. Auflage angekĂŒndigt hatte, konnte man die Hoffnung haben, daß die Kirchenleitung einlenken und ihren hĂ€retischen Kurs korrigieren wĂŒrde. Die am 12.10.2007 in der Öffentlichkeit prĂ€sentierte neue Handreichung beweist leider das Gegenteil. Zwar enthĂ€lt der neue Text einzelne der schlimmsten Formulierungen des alten Textes nicht mehr, in der Sache jedoch hat sich nichts geĂ€ndert. Auch die neue Handreichung ist hĂ€retisch. Die rheinische Kirchenleitung ist offensichtlich verblendet und im Irrtum gefangen.

Im Folgenden soll an Hand einiger Beispiele dieses Urteil erlÀutert werden:

1. Die Handreichung öffnet die christliche Theologie
fĂŒr heidnischen Polytheismus

Weil in der Heiligen Schrift Gottes Handeln durch vielerlei Vergleiche beschrieben wird, kommt die Handreichung zu Schlußfolgerung, daß es vielfĂ€ltige Gottesbilder in der Bibel gebe (S. 5). Diese Schlußfolgerung ist absurd. Ein bildhafter Vergleich dafĂŒr, wie Gott handelt, ist rein logisch etwas vollkommen anderes als ein Gottesbild, also ein Bild, das Gott selbst abbildet. Derartige Gottesbilder gibt es in der Bibel nicht, und sie sind in den 10 Geboten ausdrĂŒcklich verboten. Ähnlich verhĂ€lt es sich mit der in einem Gebet (S. 13) aufgestellten Behauptung, Gott habe viele Namen. Das stimmt einfach nicht. Gott hat Mose am Dornbusch seinen Namen offenbart, und einen anderen Namen Gottes nennt die Bibel nicht. Beide falschen Behauptungen, die von den angeblich vielfĂ€ltigen Gottesbildern und die von den angeblich vielen Namen Gottes, sind deshalb gefĂ€hrlich, weil sie den christlichen Glauben weit zum Polytheismus und zum Synkretismus hin öffnen: Wenn es wirklich viele verschiedene Gottesbilder in der Bibel gĂ€be, was sprĂ€che dagegen, daß die einen Gott als Weltgeist, als unbewegten Beweger und wieder andere ihn als Lebenskraft, Natur und als absolutes Sein beschreiben wĂŒrden? Und wenn Gott wirklich viele Namen hĂ€tte, was sprĂ€che dagegen, wenn die einen ihn Gott, die anderen Manitu, wieder andere Allah, Shiva etc. nennen wĂŒrden? Die Handreichung fĂŒgt sich – absichtlich oder unabsichtlich – fugenlos ein in das große Pantheon aller Weltreligionen und bereitet den Boden fĂŒr die antichristliche Welteinheitsreligion, die schon die Offenbarung des Johannes fĂŒr die Endzeit angekĂŒndigt hat.

2. Die Handreichung kniet vor der Gender-Ideologie,
aber sie steht auf gegen die Ordnung der Schöpfung Gottes

In einem Gebet (S. 11f) wird um ein „partnerschaftliches Leben“ gebeten, „in dem es nicht mehr um richtiges Mannsein und typisches Frausein geht“. Dieses Gebet kommt aus der törichten Lehre der Gender-Ideologie, die besagt, daß die Unterschiede der Geschlechter allein gesellschaftlich bedingt seien. Theologisch ist dieses Gebet verwerflich und ein Aufruhr gegen Gottes Schöpfung. Nach dem Zeugnis der Heiligen Schrift hat Gott den Menschen als Mann und Frau bzw. als mĂ€nnlich und weiblich geschaffen. Wer die Geschlechter im Sinne der Gender-Ideologie einebnen will, unternimmt den – zum Scheitern verurteilten – Versuch, Gottes Schöpfung zu zerstören. Es ist geradezu widersinnig, ausgerechnet den Schöpfer selbst in einem Gebet um Hilfe bei diesem Versuch zu bitten.

3. Die Handreichung macht Gott zum Zwitter
und ebnet den Weg zur Vergottung des Diesseits

Mehrfach wird in Gebetstexten von Gott als „sie“ gesprochen. Gott soll so als mĂ€nnlich und als weiblich angesprochen werden. Abgesehen davon, daß nirgendwo in der Heiligen Schrift von Gott als „sie“ die Rede ist, beruht die Redeweise der Handreichung auf einer törichten Verwechslung von grammatischen und tatsĂ€chlichem Geschlecht: Obwohl es im Deutschen heißt: der Löffel, die Gabel und das Messer, kommt niemand auf die Idee, einen Löffel als mĂ€nnlich und eine Gabel als weiblich anzusehen. Ebenso wenig berechtigt die Tatsache, daß das Wort „Gott“ im Deutschen in der Grammatik mĂ€nnlich ist, zu der Annahme, daß Gott etwa ein Mann sei. Mann und Frau, mĂ€nnlich und weiblich sind Unterscheidungen innerhalb der Schöpfung Gottes. Gott jedoch ist kein Teil der Schöpfung, sondern er steht unendlich weit ĂŒber ihr. Wenn man wie die Handreichung Gott sowohl als mĂ€nnlich als auch als weiblich bezeichnet und ihn damit zu einem zweigeschlechtlichen Zwitterwesen macht, macht man Gott zu einem Bestandteil der von geschlechtlichen Unterschieden bestimmten Schöpfung. Man hebt die Distanz zwischen Schöpfer und Geschöpf auf und macht Gott zu einem Teil der Welt. Am Ende wird man, wie es der Apostel Paulus in Römer 1,19ff beschreibt, Schöpfer und Geschöpf verwechseln und statt des ungeschaffenen Gottes die geschaffene Welt anbeten. Auf diese Weise öffnet die Handreichung die christliche Theologie fĂŒr die heidnische Anbetung des Diesseits.

4. Die Handreichung zerstört den Dreieinigkeitsglauben

Die Handreichung spricht nicht von der Dreieinigkeit Gottes, sondern lediglich davon, daß in der „christlichen Tradition“ trinitarisch von Gott geredet werde (S. 5). Damit macht sie aus der Dreieinigkeit Gottes, die seit dem Konzil von NicĂ€a in der Weltchristenheit bekannt und angebetet wird, eine bloß innerchristliche, in der „christlichen Tradition“ beheimatete Sprachregelung fĂŒr Theologen. Auf S. 6 schreibt die Handreichung: „Der trinitarische Name hat im Offenbarungsgeschehen exklusiv seinen Ursprung und Ort“. Damit gibt sich die Handreichung als Vertreterin der schon im Konzil von NicĂ€a verworfenen modalistischen Irrlehre zu erkennen, die besagte, daß die drei Personen der TrinitĂ€t nur unterschiedliche Erscheinungsweisen des einen Gottes seien. Damit zerstört die Handreichung die christliche Dreieinigkeitslehre in ihrem Kern. Die Dreieinigkeit Gottes jedoch ist keine bloße christliche Redeweise. Sie sagt etwas aus ĂŒber Gott selbst. Gott ist bei sich selbst ein lebendiges Miteinander und ein GegenĂŒber von drei Personen, nĂ€mlich von Vater, Sohn und Heiliger Geist. Dies geht aus der Gottesoffenbarung der Heiligen Schrift und insbesondere aus der Erkenntnis hervor, daß Jesus wirklich Gottes Sohn ist. Wer dieses Urbekenntnis der Christenheit antastet, stellt den gesamten christlichen Glauben zur Disposition.

Ergebnis: Die rheinische Kirchenleitung steuert die Kirche in Richtung auf ihre Verwandlung in eine hÀretische, feministisch-synkretistische Sekte.

Swisttal, den 12.10 2007

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Freitag 12. Oktober 2007 um 12:51 und abgelegt unter Kirche, Theologie.