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Predigt zum Sonntag nach Weihnachten ├╝ber Luk 15

Samstag 30. Dezember 2017 von Martin Luther (1483-1546)


Martin Luther (1483-1546)

Dieses ist ein sehr sch├Ânes Evangelium, in welchen wir sehen, was der richtige Weg, der gewisse Weg zum ewigen Leben ist. Es scheint aber, dass man dieses Evangelium auf diesen heiligen Tag der Dreieinigkeit billigt, dass so fein der Unterschied der Personen angezeigt ist, in dem h├Âchsten und gr├Â├čten Werk das Gott mit uns armen Menschen handelt, dass er uns von S├╝nden frei, die recht und selig macht. Denn hier steht vom Vater, dass er die Welt geliebt und ihr seinen eingeborenen Sohn geschenkt hat. Das sind die zwei unterschiedlichen Personen, Vater und Sohn, eine jegliche mit ihren besonderen Werk. Der Vater liebt die Welt und schenkt ihr den Sohn; der Sohn l├Ąsst sich der Welt schenken, und, wie Christus hier sagt, l├Ąsst er sich wie die Schlange in der W├╝ste am Kreuz erh├Âhen, auf das alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Zu solchem Werk kommt danach die dritte Person, der Heilige Geist, welcher durch das Wasser der seligen Taufe den Glauben im Herzen anz├╝ndet, wohl uns also eine Wiedergeburt zum Reiche Gottes schenkt.

Dieses ist eine sehr tr├Âstliche Predigt, die uns ein fr├Âhliches Herz gegen Gott machen; darin wir sehen, dass alle drei Personen, die ganze Gottheit, sich dahin wendet und damit umgeht, dass den armen, elenden Menschen wider die S├╝nde, dem Tod und Teufel zur Gerechtigkeit, ewigem Leben und dem Reich Gottes geholfen werde. Wie k├Ânnen wir denn vor Gott unserer S├╝nden wegen uns f├╝rchten? Wie k├Ânnen wir ein b├Âses Herz zudem haben? Wenn er uns unserer S├╝nde willen verdammen wollte, wie wir immer wieder uns sorgen, besonders wenn das St├╝ndlein kommt: so w├╝rde der Vater seinen eingeborenen Sohn nicht gegeben haben, Vater und Sohn w├╝rden uns nicht zum Bad der Wiedergeburt und unter das Heiligen Geistes Fl├╝gel gef├Ârdert haben. Also ist dieser Artikel von der Dreieinigkeit auf das sch├Ânste und freundlichste hier angezeigt. Aber davon ist in der n├Ąchsten Predigt noch genug gehandelt, wollen deswegen jetzt das Evangelium von St├╝ck zu St├╝ck vor uns nehmen, in welchem wir h├Âren, wie der Herr mit Nikodemus, dem Schriftgelehrten, eine lange Diskussion hat, in welcher der alte gute Mann sich ganz und gar nicht zurecht finden dann. Wir m├╝ssen zuerst erkennen, was dem Nikodemus gehindert hat, dass er gar nicht wei├č, was der Herr redet und haben will.

Eine gute Sache ist es, dass Nikodemus dem Herrn nach geht, und weil er ├Âffentlich nicht darf, geschieht dieses zur Nacht. So sehen wir an seinen Worten auch, dass er es mit dem Herrn Jesus Christus nicht ├╝bel meint, sondern sehr viel von ihm h├Ąlt, ihn h├Ąlt f├╝r einen besonderen Prediger, welchen Gott in die Welt gesendet und seine Lehre mit herrlichen Wunderwerken best├Ątigt. Solche Worte redet er nicht aus einem falschen Herzen, wie die Pharis├Ąer, Matth├Ąus 22,16: ┬źMeister, wir wissen, dass du wahrhaftig bist, und lehrest den Weg Gottes recht du.┬╗ Nein, wie es Nikodemus redet, so meint er es auch in seinem Herzen, dass unser lieber Herr Jesus Christus muss ein besonderer und teurer Lehrer sein, weil Gott mit so trefflichen Wunderzeichen seine Lehre best├Ątigt.

Dieser Gedanke gef├Ąllt unseren Heiland wohl. Darum, weil Nikodemus ihn viel den h├Âchsten Lehrer r├╝hmt: also will er ihnen jetzt daf├╝r die h├Âchste Predigt halten, vor dem h├Âchsten und gr├Â├čten Werk, wo man von predigen kann, n├Ąmlich, wie man das Reich Gottes sehen k├Ânne, das ist, wie man k├Ânne von S├╝nden los werden, zu Gottes Reich kommen und das ewige Leben erlangen. Denn dieses ist die Predigt, welcher allein der Sohn Gottes vom Himmel zu uns auf Erden gebracht hat, wie Johannes sagte: ┬źder eingeborene Sohn, der im Scho├č des Vaters ist, der hatten es verk├╝ndigt.┬╗

Das ist wahr, dass alle Welt je und je sich damit bek├╝mmert, und sich besonderer weisen und Wege gemacht und ausgedacht hat, selig zu werden. Denn Nikodemus selbst kommt mit den Gedanken, er wisse, Gott Lob! Auch ohne Christum, wie er solle und k├Ânne selig werden. Meint, weil er ein Jude ist und das Gesetz hat, habe er den Vorteil, der k├Ânne wissen, was er tun soll, wenn er Gott zu gefallen leben und den besten Gehorsam erzeigen. An diesem meint er, hat der genug, denkt nicht, dass es eine ganz anderer Meinung hat, wie er jetzt von Christus h├Âren wird. Wie wir auch an den Katholiken sehen. Wenn ein M├Ânch es soweit bringt, dass er seinem Orden oder Kloster genug bringt, so denkt er, er s├Ą├če schon bei Gott im Scho├č, wie der Pharis├Ąer in Lukas 18. Kapitel, der sein Fasten, Zehnten geben und andere gute Werke r├╝hmt. In der Summe, die Menschenherzen sind so gestaltet. Wenn sie sich f├╝rchten und entsetzen, wenn sie ihre S├╝nde f├╝hlen: also trauen und hoffen sie, sie sind mit Gott wohl dran, wenn sie ├Ąu├čerlich fromm, und keine b├Âsen Taten haben, wo durch ihr Gewissen erschreckt und zaghaft wird. Darum nimmt sich einer dies, jener ein anderes vor, jeder wie es ihn am besten gef├Ąllt, womit er meint vor Gott bestehen zu k├Ânnen. Der Jude hat seinen Mose, ein M├Ânch sein Kloster. Wir sind alle in dem Wahn, wenn wir die Zehn Gebote halten, so h├Ątten wir keine Not vor Gott. So denkt Nikodemus auch. Aber weil er Christus f├╝r einen hohen, besonderen Prediger h├Ąlt, will Christus sich also gegen ihn beweisen und gibt ihm diesen Unterricht: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, es sei denn, dass jemand von neuem geboren werden, kann er das Reich Gottes nicht sehen.

Nun, hier steht der Handel mit klaren, runden Worten, und Christus l├Ąsst sich hier h├Âren als ein besonderer Lehrer; denn so etwas hat Nikodemus zuvor nicht geh├Ârt, darum versteht er es auch nicht. Dieses aber versteht er wohl, dass er noch nicht wiedergeborenen ist. Wie er aber zur Wiedergeburt kommen soll, davon wei├č er nichts.

Da denke nun du auch dr├╝ber nach, was doch unser Heiland mit diesem Spruch will. Denn so man das Reich Gottes nicht sehen kann, man sei erst wieder geboren: daraus folgt ja, dass wir, geboren sind, mit Vernunft, freien Willen, mit dem Gesetz und allen guten ├ťbungen, welche beides die Vernunft und der Wille kann erf├╝llen, m├╝ssen verdammt sein; dieses alles hilft nicht zum Reiche Gottes. Was ist aber das f├╝r ein j├Ąmmerlicher Handel, dass man die Leute von dieser Wiedergeburt nichts lehrt, sondern zeigt ihnen blo├č, wie der Papst tut, auf eigene Werke, dass sie dadurch selig werden sollen? Wie reimt sich diese Lehre mit Christus hier? Sie sprechen: gute Werke machen selig. Christus spricht: bist du nicht wieder geboren, so wirst du nicht selig.

Nun ist es aber wahr und kann man nicht leugnen, dass ein Mensch selbst und aus eigenen Kr├Ąften, wie man an den Heiden sieht, die sich zur Zucht, Ehrbarkeit und Tugend gew├Âhnen. Wie man sieht, dass nicht alle Menschen M├Ârder, Ehebrecher, Hurer, Diebe, Weins├Ąufer, M├╝├čigg├Ąnger sind, sondern viel frommer, ehrbare Leute vor der Welt sind. Solches sind alles herrliche, sch├Âne Tugenden und Werke, da zu man auch jedermann anhalten soll; denn Gott fordert dieses in den zehn Geboten. Aber das ist beschlossen, es k├Ânnen so viel gute Tugenden und gute Werke sein wie sie wollen, ist die Wiedergeburt nicht da, so geh├Ârt alles an Tugenden und Werken zum Teufel und in die H├Âlle. In den Himmel und in das Reich Gottes geht es dadurch nicht. Dieses sagt Christus selbst und es soll niemand daran zweifeln.

Die Vernunft aber ist gefangen, die Vernunft redet, Stehlen, Morden, Ehebrechen missf├Ąllt Gott und er straft es, da muss man ja denken, dass, wenn man diese S├╝nden meidet es Gott wohl gef├Ąllt und er es belohnt, sonst spricht die Vernunft, m├╝sste Gott ungerecht sein. Nun ist es wahr, es gef├Ąllt Gott wohl, solche und andere S├╝nde zu meiden und Gutes zu tun, dieses will er auch nicht unbelohnt lassen. Aber das Himmelreich sehen, da geh├Ârt etwas anderes und gr├Â├čeres zu, n├Ąmlich, dass man, wie hier steht, anders geboren werde. Darum ist Gott dem Pharis├Ąer in Lukas 18., nicht darum Feind, dass er kein R├Ąuber, kein Ehebrecher noch Ungerechter ist, wie andere Leute, dass der fastet und den zehnten gibt, solches l├Ąsst sich Gott wohl gefallen, wo nicht die sch├Ąndliche Untugend daran hinge, dass er meinte, er w├╝rde dadurch in den Himmel kommen, meint auch er w├Ąre viel besser als andere S├╝nder.

Darum ist es hier beschlossen: Vernunft ist ein edel, k├Âstliches Ding, der Willen zum guten ist auch sehr edel und ein k├Âstliches Ding, dass Gesetz und die Zehn Gebote, ein feiner, ehrbarer Wandel sind alles herrliche, gro├če gaben, wof├╝r man Gott danken soll: aber wenn man vom Reich Gottes sagt, wie man dazu kommen soll, da hilft weder Vernunft, Wille, Gesetz, oder andere gute Werke zu; allein das macht es, dass man von neuem geboren wird; anders kann man das Reich Gottes nicht sehen, sondern man muss mit Vernunft, freien Willen, Gesetz und zehn Geboten verdammt sein und bleiben.

Ja, sprichst du, so will ich besser gar nichts Gutes tun? Nein, das taugt auch nicht, und wird dir mit dieser Weise das Gericht Gottes nur noch schwerer werden. Darum tue beides, ├╝be dich, die Zehn Gebote zu halten, und bekenne doch mit rechtem Ernst daneben, dass du ein armer S├╝nder bist, der wegen seines Tuns wegen ewig m├╝sste verdammt sein. Danach w├Ąre uns am Heiland Christo weiter zu, wie er wiederum tr├Âstet, nachdem er, unserer ersten Geburt wegen, uns die Seligkeit so einfach abgesagt hat.

Nikodemus f├╝hlt das harte Urteil sehr wohl, er denkt sich, was doch die Wiedergeburt sei, und merkt, dass er in leiblicher Weise nicht noch einmal wieder geboren werden kann von Vater und Mutter, fragt deshalb, wie so etwas zu gehen soll? Denn daraus kann ja nichts werden, spricht er, dass ich noch einmal in meiner Mutter Leib kriechen und auf ein neues sollte geboren werden. Mit solcher Frage bringt er unseren Heiland dahin, dass er lehrt, wie die Wiedergeburt zugehen muss, und spricht:

Wahrlich, wahrlich, die sage dir, es sei denn, dass jemand geboren werde aus dem Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. Was vom Fleisch geboren ist, das ist Fleisch; und was vom Geist geboren wird, das ist Geist.

Hier spricht unser Heiland ein Urteil gegen die erste Geburt, dass diese fleischlich und voller S├╝nden ist, und zum Reich Gottes nicht geh├Ârt. Als wollte er sagen: du fragt, ob du von deiner Mutter anders geboren werden m├╝sstest. Wenn du tausendmal anders von deiner Mutter geboren w├╝rdest, so w├Ąrest du und bliebest der alte Nikodemus. Von Fleisch denn nichts denn Fleisch geboren werden. Darum geh├Ârt zu dieser Wiedergeburt nicht Vater und Mutter, wie beide Fleisch und voll S├╝nden sind; sondern es geh├Ârt dazu Wasser und Geist. Wer also wieder geboren ist, der ist ein neuer Mensch und wird in das Reich Gottes kommen.

Dieses werde ohne Zweifel den Nikodemus ein sehr l├Ącherlicher Handel gewesen sein, er wird gedacht haben: nun, soll es meint Vernunft und Wille, und auch das Gesetz und Mosel nicht k├Ânnen, und das Wasser vermag es: was ist dies f├╝r eine Meinung? Hier wird der gute Mann so irre, dass er nicht wei├č, was er sagen soll, wohl muss frei bekennen, dass er kein Mord versteht, obwohl er Mose und die Zehn Gebote sehr gut versteht, deswegen meint er auch er sei ein gro├čer Lehrer.

Lasst uns nun die Worte flei├čig merken und den Handel gut zusammen fassen. Beschlossen ist es, gute Werke sollen wir tun, und uns im Gehorsam des Gesetzes ├╝ben; aber dadurch sehen wir das Reich Gottes nicht. Wollen wir es aber sehen, so m├╝ssen nicht unsere Werke, sondern es muss ein anderer und neuer Mensch werden. Dieses geschieht nicht durch die leibliche Geburt, sondern durch Wasser und Geist; dieses sind die rechten Vater und Mutter zu dieser neuen Frucht

Das Wasser nun ist anderes nichts, als die heilige Taufe. Denn also spricht Christus, Markus im 16. Kapitel, Vers 16: ┬źwer glaubt rund getauft wird, der wird selig.┬╗ Nun aber hat das Wasser solche reine Kraft nicht von Natur aus. Denn Wasser ist Wasser, das ist, ein Element und Kreatur, die f├╝r sich selbst das Herz nicht r├╝hren rund nicht ├Ąndern kann, oder die S├╝nden ab waschen kann. Kleider, und was Unflat an der Haut ist, kann man mit Wasser reinigen und s├Ąubern; aber die Seele l├Ąsst sich durch Wasser nicht r├╝hren noch reinigen. Das Wasser aber, wovon der Herr hier spricht und wir dazu Taufwasser sagen, ist nicht ein blo├čes, nat├╝rlich es Wasser; sondern es ist ein Wasser, da Gottes Worte, Befehl und Verhei├čung drin ist. Da kommen zwei Dinge zusammen, Wasser und Wort, rund werden so ineinander gef├╝gt, dass man keines vom anderen Abschneiden kann. Tust du das Wort vom Wasser, so hast du keine Taufe; tust du das Wasser vom Wort, so hast du auch keine Taufe. Wenn aber Wasser und Worte zusammen bleiben, da ist dann ein solches Wasser, in welchem der Heilige Geist ist, und durch dasselbe wirst du zum Reich Gottes wieder geboren, das ist, dir deine S├╝nde vergeben und dich selig machen will.

Darum sollen wir diesen Spruch flei├čig merken, haupts├Ąchlich gegen das blinde Volk der Wiedert├Ąufer, welche die Kindertaufe f├╝r unt├╝chtig und unfruchtbar achten. Aber wie kann diese Taufe unt├╝chtig sein, so du hier h├Ârst, dass Christus das Wasser dazu auch wird, dass es zur Wiedergeburt durch die Mitwirkung des Heiligen Geistes helfen soll? So nun die Kinder bed├╝rfen, dass sie wieder geboren werden, und sonst das Reich Gottes nicht sehen k├Ânnen: warum wollte man doch ihnen die Taufe verweigern? Oder es daf├╝r halten, als sollte solches Wasser, so in Gottes Worte gefasst und mit Gottes Wort verbunden ist, ihnen zur Wiedergeburt nicht hilfreich sein? Ist es nicht wahr, dass die Worte Christi uns dahin dringen, wer wieder geboren werden will, der muss durch das Wasser wieder geboren werden? Also, obwohl das Wasser ohne den heiligen Geist nichts schafft, so will dennoch der Heilige Geist seine Wirkung ohne dass Wasser in uns nicht haben.

Deswegen ist es ein schrecklicher gro├čer Irrtum, dass an etlichen Orten etliche Prediger die Kinder ohne Wasser gekauft haben. Denn soll die Taufe richtig sein und der Mensch zur Wiedergeburt kommen, so muss nicht allein Wort, nicht allein Geist, sondern auch Wasser dabei sein. Denn so hat es Christus hier geordnet, und dieser Ordnung soll niemand brechen.

Das Wassertaufen sieht man mit den Augen, aber die Wirkung der Wiedergeburt, welche der heilige Geist durch solches taufen dem Herzen anrichtet, sieht man nicht. Auf das man aber um solcher heimlicher, unsichtbarer Wirkung Willen des Heiligen Geistes das ├Ąu├čerliche, schlechte, unansehnliche Wassertaufen nicht verachte, darum spricht der Herr zu Nikodemus weiter:

Lass dichÔÇÖs nicht wundern, dass ich dir gesagt habe: ihr m├╝sst von neuem geboren werden. Der Wind bl├Ąst, wo er will, und du h├Ârst sein sausen wohl; aber du wei├čt nicht, von wo er kommt, und wohin er f├Ąhrt. Also ist ein jeglicher, der aus dem Geist geboren ist.

Dieses sind sehr einf├Ąltige Worte, wie auch das Werk einf├Ąltig und schlecht ist. Denn es hat kein besonderes Ansehen bei unserer Vernunft. Dass man ein Kind, oder einen alten Menschen herbringt, und bekennt, es liege wegen der S├╝nden unter des Teufels Banden, und kann sich selbst davon nicht freimachen, und soll doch in solcher hoher, gro├čer Not mehr nicht tun, denn das man im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes ein wenig ins Wasser tauche oder mit Wasser begie├če. Aber, spricht Christus, verachte Jahr niemand um solches schlechten Aussehens willen dieses Werk. Denn der Heilige Geist f├╝hrt sein Werk heimlich; da geh├Ârt der Glaube zu, der die Worte fasst, und nicht daran zweifelt, es sei also, wie die Worte hier lauten. Denn mit den Augen wirst du es nie sehen, verstehen noch fassen k├Ânnen. Eben wie es mit dem Wind auch ist: den Wind h├Ârst du sausen; aber das durch ihn so solltest fassen, dass du sagen k├Ânntest: hier f├Ąngt er an, da h├Ârte auf, das ist nicht m├Âglich. Also geht es hier auch zu. Das ├Ąu├čerliche Werk mit dem Wasser sieht man, und h├Ârt das Worte klingen oder sausen, dass es geschehe in Namen Jesu, zur Abwaschung der S├╝nden. Wer an das Wort sich nicht halten, und den Geist und seine Wirkung anders fassen oder suchen will, der wird fehlen. Denn soll er aus dem Geist geboren werden, so geh├Ârt mehr nicht dazu, denn das wer sich taufen l├Ąsst mit Wasser, und auf das sausen (das ist, auf das Wort) merke auf dasselbe und mit Glauben annehme; so wird er zu dem Reich Gottes wieder geboren, und durch nichts anderes.

Wo sind nun die l├Ąsterlichen Rotten und Schw├Ąrmer, die mehr nicht k├Ânnen, denn vom Geist schreien und r├╝hmen? Aber der ist der b├Âse Geist, der Teufel selbst, der sie leibhaftig besessen hat, weil sie Taufe, Sakrament, Wort, die uns Christus selbst teuer erworben hat, als unn├Âtige, unn├╝tze Dinge zur Seligkeit, verworfen haben. Gott Strafe den L├Ąstergeist. (Rotten und Schw├Ąrmer sind die Wiedert├Ąufer) Also lehrt aber Christus hier nicht, sondern wei├čt uns auf die heilige Taufe und sausen, das ist, auf das Wort; und warnt, wo wir uns am Wasser und sausen nicht gen├╝gen lassen k├Ânnen so werden wir nichts vom heiligen Geist behalten und nie zu einer neuen Geburt kommen. Deswegen lasst uns unsere Taufe und das Wort als unseren h├Âchsten Schatz befohlen sein, da wir gewiss wissen, wenn wir dabei bleiben, dass wir zum Reich Gottes wieder geboren sind.

Das ist nun die Lehre, wie man zur Wiedergeburt, das ist, zum Reich Gottes, kommen soll; eine neue, unerh├Ârte Predigt in der Welt, aber die allein gewiss und richtig ist, und uns nicht bel├╝gt. Dagegen sind aber alle anderen Lehren falsch und bel├╝gen uns, sie haben vor der Welt einen gro├čen Schein. Es hatte auch das Leben der Pharis├Ąer und das Judentum, sowie das ganze Papsttum mit den M├Ânchen, dieses ist auch ein besonderer Schmuck und gro├čer Schein, wenn Menschen sich fein z├╝chtig, ehrbar und nach den zehn Geboten halten: aber durch dieses alles wird man nicht wieder geboren. Allein das Wasser und der Geist muss es tun, welcher doch sich nicht anders sehen oder merken lassen will, denn wie der Wind durch sein Sausen. Wer das Sausen annimmt, das ist, wer dem Wort glaubt und getauft wird, der ist wieder geboren und wird selig.

Aber Nikodemus steckt so tief in seinen Gedanken vom Gesetz und von guten Werken, dass er diese Predigt nicht fassen und verstehen kann. Wie wir ja bei den Katholiken auch sehen, die es richtig meinen und auch nicht b├Âse sind, aber das liegt ihnen im Wege, dass sie denken, soll unser Tun denn nichts sein? Soll es den Gott nicht gefallen, dass wir so viel beten, fasten, Tag und Nacht ihm dienen, so ein strenges Leben f├╝hren? Darum f├Ąhrt Christus den Nikodemus auch h├Ąrter an, Walter unseren Heiland nicht Glauben und auch nicht weisen lassen will, so spricht er:

Bist du ein Meister in Israel, und wei├čt das nicht?

Als wollte er sagen: du bist ein Meister im Volk Gottes, dass du Lehren und ihm den Weg zur Seligkeit zeigen sollst. Ach deines Lehrens und Wegweisens! Du bist nicht einmal so weit gekommen, dass du deine eigene Natur und dein eigenes Wesen gerecht erkennen kannst, dazu noch in den Gedanken stehst, du w├╝rdest denn den Himmel kommen, auch wenn du nicht von neuen geboren bist. Damit verwirft unser Heiland den Nikodemus und alle Prediger, die nicht mehr als von Gesetz und guten Werken predigen k├Ânnen, als irrige und verf├╝hrerische Prediger: nicht darum, als sollte es nicht richtig sein Gute Werke zur Lehren und die Leute dazu vermahnen; denn dieses tut Gott selbst durch sein Gesetz, darum ist es recht gut getan, aber das ist Unrecht, dass man die Leute bei dieser Lehre l├Ąsst, als wenn man nicht mehr zum ewigen Leben braucht. Denn hier steht es klar, wenn man Gesetz und Werke aufs beste befolgt, so k├Ânnen Sie doch zum Reich Gottes nicht helfen, das sei denn, dass man wieder geboren wird durch Wasser und Geist.

Der Geist nun ist es, der durch das Wasser und Wort anderen Menschen und neue Herzen macht. Das Gesetz und die Werke ├Ąndern an den Menschen und an den Herzen nichts. Deswegen, wer die Leute zum Himmelreich richtig unterweisen will, der h├Âre was der Heiland hier sagt, fange es nicht mit Werken und Gesetz an, welche das alte Herz nicht ├Ąndern, sondern weise die Menschen zur Taufe und Geist, das ist, zum Wort, dadurch der Heilige Geist die Herzen anweht und neu gebiert. Denn eben wie wir von dem Winde mehr nicht erkennen und wissen, als das Sausen: also haben wir vom heiligen Geist auch nicht mehr denn als das Wort; da m├Âgen wir uns dran halten, und des Heiligen Geistes und seiner Wirkung warten. Was nun solches Wort sei, und wieder heilige Geist sause, lehrt der Herr Christus weiter, und spricht:

Niemand f├Ąhrt in den Himmel, denn der vom Himmel herunter gekommen ist, n├Ąmlich des Menschen Sohn, der im Himmel ist.

Hier geht die Predigt an, da der Herr von sagt: ┬źglaubt Ihr mir nicht, wenn ich euch von irdischen Dingen sage; wie werdet Ihr mir glauben, wenn ich euch von himmlischen Dingen sagen w├╝rde┬╗? Denn diese Predigt ist nie binnen eines Menschen Herz gekommen, sondern der eingeborene Sohn, in der in des Vaters Scho├č ist, hat es uns verk├╝ndigt. Nun hat solche Predigt zwei Teile. Der erste Teil ist sehr hart und trefflich; denn da ist kurz beschlossen: ┬ź Niemand f├Ąhrt in den Himmel, denn der hernieder gekommen ist.┬╗

Das ist genauso als wenn gesagt ist, wie oben: ┬ź Es sei denn, dass jemand wieder geboren werde, so kann er das Reich Gottes nicht sehen.┬╗; das ist, kein Mensch kann zur Vergebung der S├╝nden, Gerechtigkeit, Seligkeit und ewigem Leben kommen durch das Gesetz, Gute Werke, Vernunft noch freien Willen; ja wenn gleich das Gesetz, gute Werke, Vernunft rund freier Wille auf das Beste ist, hilft es doch nicht, wir sind und bleiben arme, verdammte S├╝nder, und k├Ânnen in den Himmel nicht kommen. Dieses ist ein heller und klarer Spruch, der den Juden und Katholiken, wo sie es glaubten, alles Vertrauen auf eigene Werke und Fr├Âmmigkeit nehmen sollte. Denn, sage mir, welcher Mensch ist vom Himmel gekommen? Keiner, Adam und Eva selbst nicht; der eingeborene Sohn Gottes von der Jungfrau Maria ist es, wie Johannes hier sagt. So denn nun niemand in den Himmel fahren soll, denn der vom Himmel heruntergekommen ist, so ist es fest beschlossen, und wird immer mehr kein Mensch es anders machen k├Ânnen. Alle Menschen, wie sie von Vater und Mutter auf diese Welt geboren sind, m├╝ssen unten bleiben, und werden in den Himmel so nicht kommen, kommen sie aber in den Himmel nicht, wo werden sie denn bleiben? Auf Erden haben sie auch keine gewisse, best├Ąndige Herberge, denn sie m├╝ssen sterben. Wenn sie aber nicht in den Himmel kommen, so m├╝ssen sie im Tode bleiben. Dieses ist das Urteil, welches Christus ├╝ber die ganze Welt f├Ąllt, niemand ausgenommen, es sei Adam, Eva, Abraham, Mose, David, alle m├╝ssen sie hier unten bleiben und k├Ânnen von sich selbst nicht in den Himmel kommen. Denn der allein f├Ąhrt in den Himmel, der vom Himmel herunter gekommen ist. Wo bleiben denn nun die guten Werke, Verdienst, Gesetz, freier Wille? Alles dieses geh├Ârte in die H├Âlle, und hilft uns nicht in den Himmel, das ist gewiss.

Ja, sprichst du, sollen denn alle Menschen verdammt sein und verloren werden? Ja, ihretwegen ist es unm├Âglich, dass es k├Ânnte anders sein, sie tun und lassen, was sie immer wollen oder k├Ânnen, sie werden doch keinen Weg oder ein Loch in den Himmel machen. Ein einziger Weg aber ist es, den wir nicht machen, sondern der Sohn Gottes. Davon Predigt Christus weiter, und sagt:

wie Moses in der W├╝ste eine Schlange erh├Âht hat, also muss des Menschen Sohn erh├Âht werden. Auf das alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.

Dieses ist der andere Teil von dieser himmlischen Predigt, und das rechte sausen des Heiligen Geistes; und es ist ja so tr├Âstlich, wie der erste Teil schrecklich ist. Denn ein schreckliches Urteil ist es, dass niemand in den Himmel fahren und selig werden soll. Es dient aber solches schreckliches Urteil dazu, dass der Herr damit zeigen will, wie unsere erste Geburt s├╝ndhaft ist, und nichts an uns ist, dessen wir des ewigen Lebens wert sind, auf das wir nicht allein sicher, noch hoff├Ąrtig werden, sondern in uns schlagen, uns vor Gott dem├╝tigen und Gnade begehren. Da geht dann der richtige Trost an, dass, eben wie du vorher geh├Ârt hast, kein Mensch in den Himmel kommt: also h├Ârst du hier, dass alle, die da glauben an Jesus Christus, die sollen nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Das ist nun das liebliche Sausen, wo man den heiligen Geist sp├╝ren und fassen kann.

Denn da m├╝ssen beide Predigten in der Christenheit gesprochen werden. Die erste, von der S├╝nde und unserer verdorbenen Art und Natur, dass wir unseres Werkes, Lebens, tun und Lassens wegen ganz verzagt sein m├╝ssen, dass wir merken, so kommen wir nicht in den Himmel. Wo nun die Herzen durch solche Predigt richtig getroffen und erschreckt sind, da muss auch der Trost folgen, wie Jesus Christus, der Sohn Gottes, vom Himmel herunter auf die Erde gekommen, unser Fleisch und Blut an sich genommen, und den Tod unserer S├╝nde erlitten hat, auf das wir dadurch von den S├╝nden frei und wieder zum Erbe des ewigen Lebens gebracht werden sollen. Wer diese Predigt annimmt, dass er es f├╝rwahr h├Ąlt und sich tr├Âstet, der ist genesen, dass ihn Christus nicht hier unten auf Erden und im Tode lassen, sondern will ihn mit sich hinauf in den Himmel f├╝hren.

Dieses ist die Predigt von himmlischen Dingen, diese will aber auch heute nicht in die Leute, und besonders nicht in den Nikodemus, das ist, wenn die, so mit den Gedanken kommen, wenn man das Gesetz halte, so bedarf man weiter zur Seligkeit nichts mehr. Denn diese sind es, die erstlich nicht wissen, obgleich das Gesetz recht und gut ist, dass es doch uns darum nicht helfen und n├╝tzen kann, weil wir von Natur b├Âse sind, und um solcher angeborenen mitgebrachten Bosheit bewegen dem Gesetz nicht genug k├Ânnen tun, ob wir auch gleich dem Schein der ├Ąu├čerliche Werke etwas tun. Zum anderen wissen sie das viel weniger, dass wir durch diesen Menschen, den Sohn Marias, der allein vom Himmel gekommen ist, in den Himmel kommen werden. Hier raus w├Ąchst ein anderer sehr gro├čer Schaden, dass sie nicht allein sich auf Werke und eigene Gerechtigkeit verlassen, sondern sie verachten und verfolgen die Gerechtigkeit, die da kommt aus dem Glauben an Jesu Christum. Wie wir an den Katholiken sehen, die nichts weniger dulden k├Ânnen, ja gegen nichts heftiger streiten, denn dass wir lehren, wir m├╝ssen allein durch den Glauben an Jesus Christum selig werden, mit guten Werken werden wir es nicht ausrichten. Das haben wir nicht erdacht; Christus, unseren Herrn, reden wir das nach, der die Wahrheit selbst ist. Wer diesem nicht glauben will, der lasse es.

Im vierten Buch Mose, 21. Kapitel, steht eine solche Geschichte, dass das Volk Israels in der W├╝ste verdrossen geworden war und gegen Mose gemurrt, und besonders die herrliche Wohltat, dass ihnen Gott in der W├╝ste ein Himmelsbrot gegebenen hat, verachtet haben. Solche S├╝nde straft Gott also, dass er giftige Schlangen kommen lie├č, die bissen die Israeliten. Von diesem Biss entz├╝ndete sich der Leib, und brannte wie das h├Âllische Feuer das sie umfielen und viele davon sterben mussten. Da erkannten sie ihre S├╝nde, dass sie Unrecht getan hatten, und gingen zu Mose, und baten, Mose soll den Herrn bitten, dass er ihnen von der Plage der Schlangen helfen soll. Der Herr befahl Mose, er sollte einen eherne Schlange machen und sie in der W├╝ste aufrichten, wer dann auf die eherne Schlange sieht, der soll gesund werden und nicht sterben.

Diese Geschichte f├╝hrt der Herr hier ein und zieht sie auf sich, dass er auch also m├╝sse erh├Âht werden, wie die Schlange. Wer dann das Ansehen, das ist, wie er selbst auslegt, an ihn glauben wird, der soll nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.

Hier lasst uns zum ersten die Ursache des schrecklichen Urteils, dass der Herr vorher zweimal ├╝ber alle Menschen gef├Ąllt hat, da er spricht: niemand fahre in den Himmel, denn des Menschen Sohn, der vom Himmel herunter gekommen ist, also: es sei denn, dass jemand von neuem geboren werde, k├Ânne er das Himmelreich nicht sehen. Wo kommt nun dem Menschen dieser Jammer her, dass er nicht so in den Himmel kommen und bleiben kann, so wie er von erster Geburt ist, auf ewig verloren ist? Nirgendwo anders wo her, denn dass die alte Schlange, der Teufel, den ersten Menschen so gebissen und durch die S├╝nde so vergiftet hat, dass er den Tod am Halse hat, und ist unm├Âglich, dass er sich selbst eine Arznei geben oder sich selbst helfen k├Ânnte. Wie man an den guten sieht, was gebissen war, war des Todes, es gab keine Arznei. Also ist es mit uns allen. Denn der S├╝nden Sold ist der Tod, und wo S├╝nde ist, da muss der Tod auch folgen. Weil nun alle Menschen in der ersten Geburt von Vater und Mutter als S├╝nder geboren werden, m├╝ssen sie auch das Urteil tragen und den Tod darum leiden. Wie der Herr dem Adam und Eva mit ausdr├╝cklichen in Worten droht: ┬ź Welchen Tag ihr von diesem Baum essen werdet, sollt ihr des Todes sterben.┬╗

Aber da l├Ąsst Gott seine Barmherzigkeit leuchten, dass der solche arme, vergiftete und zum Tode verurteilte Menschen nicht verderben will, und eben, wie er dort hei├čt eine eherne Schlange aufrichten, die den anderen Schlangen gleich aussah, aber dass sie kein Gift hatte und wieder dem Gift helfen sollte, also l├Ąsst er seinen Sohn erh├Âhen am Stamm des Kreuzes, auf das alle, die ihn Ansehen, nicht verloren, sondern vom Tode Heil werden und das ewige Leben haben sollen. Unser Heiland f├╝hrt am Kreuz auch die Gestalt der giftigen Schlange, aber wer ist kein Gift, sondern nur das blo├če Ansehen. Denn Christus, ob er wohl unser Fleisch und Blut angenommen hat, so ist es doch ein Fleisch und Blut ohne Gift und S├╝nde, ja, es dient dazu, dass uns von den Gift und den S├╝nden geholfen wird.

Dieses ist das richtige sausen des Heiligen Geistes, dadurch Christus die neue Geburt im Herzen anrichtet, dass man glaube, und solche eherne Schlange mit gewisser Zuversicht Ansehen und gesund werde. Aber es wird bei den Juden nicht anders gegangen sein, einige werden es verachtet und gesagt haben, meinst du, dass dieser Anblick helfen wird? Ich glaube, wenn man diese oder einer andere Arznei h├Ątte, was aber soll die eherne Schlange f├╝r eine Kraft haben? Oder, so eine Kraft bei ihr w├Ąre, wie soll solche Kraft wirken, wenn man die Schlange anfassen und aufs Maul dr├╝cken, aber das nur durch das Ansehen uns soll geholfen werden?

So geht es noch heutigen Tages mit der rechten ehernen Schlange, unseren Heiland Jesus Christus. Alle Menschen denken, soll ihnen geholfen werden, so kann es das blo├če Ansehen oder der Glaube nicht tun. Wer gute Werke tut und sich nicht vers├╝ndigt, der m├╝sste bei Gott mehr Vorteile haben. Darum predige man, es hilft doch nicht. Dieser nimmt sich dieses vor, ein anderer etwas anderes, denn der Glaube ist nicht jedermanns Ding. Sie wollen einen anderen Weg zu der Gesundheit finden, denn das Ansehen, das ist, den Glauben an Jesu Christus. Aber du lerne: Beschlossen ist es, der Teufel hat dich durch die S├╝nde so vergiftet, um das du den ewigen Tod am Halse hast; da kannst du nicht weglaufen, sondern musst schlecht herhalten. Soll dir aber von solchen Gift und dem Tod geholfen werden, so denke du an keine andere Arznei, denn nur an diesen Anblick, dass du den erh├Âhten Christus am Kreuz mit rechten Augen an siehst, dass er f├╝r dich gestorben, sein Leben geopfert, mit seinem Tode f├╝r deine S├╝nde bezahlt, und dich also mit Gott vers├Âhnt hat. Glaubt du das und bist getauft, so bist du richtig wieder geboren durch den Heiligen Geist zum Reich Gottes, da sollst du nicht dran zweifeln. Denn das hast du oben geh├Ârt, dass diese Wiedergeburt so zugeht, dass es auch kein anderes Mittel gibt denn nur das Sausen, das ist, an das Wort muss man sich halten, und Glauben, wie es Christus uns vorsagt, dass es also wahr und Amen sei.

Also haben wir auf das einf├Ąltigste die Lehre des heutigen Evangeliums: dass wir Menschen von Natur S├╝nder und des ewigen Todes w├╝rdig sind. Aber dadurch sollen wir vom ewigen Tod erl├Âst werden, wenn wir den Menschen Christum Jesum am Kreuz Ansehen, dass er f├╝r uns da bezahlt, den Tod erw├╝rgt, und uns mit Gott vers├Âhnt und zum ewigen Leben gebracht hat.

Diese Lehre ist es, die andere Menschen und ganze neue Herzen macht, dass wir in S├╝nden, im Tod und anderen Anfechtung sagen k├Ânnen. ┬źEs ist wahr, die alte Schlange, der Teufel, hat mich ├╝bel gebissen und schrecklich vergiftet, aber dagegen tr├Âste ich mich, dass ich wei├č, wenn auch mein Herr Jesus Christus seiner Menschheit wegen auch das Ansehen hat, er sei voller Gift wie eine andere Schlange, so hat er doch kein Gift an sich, sondern darum h├Ąngt, dass er mich von meinem Gift reinigen, und mir helfen will gegen meine S├╝nden, Tod und Teufel. Deswegen lass nur den Teufel getrost kommen, lass den Teufel mich fressen und mir alles Ungl├╝ck anlegen, ich will mich an meinen Herrn und Heiland Jesus Christus halten, und mich dessen Tr├Âsten, dass er darum erh├Âht ist, auf das die, die an ihn Glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.

Wo also dieser Trost gegen das ewige Gift in Herzen ist, da wird auch weiter ein feines, freundliches Leben folgen gegen andere Leute. Wir k├Ânnen so etwas von unseren Herrn Jesus Christus erwarten, dass er uns gegen alles Ungl├╝ck hilft, so sollen auch wir Hilfe erweisen wo wir k├Ânnen. Denn ein solcher Mensch sieht weit um sich, und ob ihm gleich von anderen Leuten Unrecht geschieht, so l├Ąsst er sich doch nicht zum Zorn reizen, sondern erbarmt sich ├╝ber sie. Denn er sieht, dass solches nirgends anders her kommt, denn von dem Gift, welches wir alles durch den Biss des Teufels empfangen haben, sucht deswegen Mittel, wie er andere auch dahin bringen kann, dass sie zu dieser Arznei kommen und von den sch├Ądlichen Gift erl├Âst werden. Also ist diese Lehre der rechte Brunnen und Quelle, da alle Tugend, alle Trost, alle Freude und Sicherheit her kommt. Gott, der allm├Ąchtige, barmherzige Vater, m├Âchte uns um seines lieben Sohnes Christi Willen in dieser Lehre erhalten und dass wir von Tag zu Tag darin wachsen, dass wir ja den Anblick nicht verlieren, und also durch rechten Glauben an Jesus Christus vom ewigen Tode erl├Âst werden, Amen.

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Samstag 30. Dezember 2017 um 13:15 und abgelegt unter Predigten / Andachten.