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Die Auferstehung Christi und das höchste Glück (Predigt über 1. Korinther 15,12-19)

Montag 24. April 2017 von Johann Hesse


Johann Hesse

Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ titelte in seiner Osterausgabe: „Ewiges Leben – demnächst für alle. Wie der Mensch den Tod besiegen will.“ Im Beitrag „Alchemie des ewigen Lebens“ heißt es dann: „Mit Blutextrakten, Wunderpillen und Tinkturen versuchen Forscher, das Alter zu überlisten. Zugrunde liegt ein Traum, der so alt ist wie die Menschheit: den Tod zu besiegen und Unsterblichkeit zu erlangen“ (Spiegel, 16/2017). Die Sehnsucht nach der Überwindung des Todes ist uns Menschen tief ins Herz geprägt. Auch im 21. Jahrhundert sehnen wir uns danach, Unsterblichkeit zu erlangen. Doch es ist paradox. Die Tatsache der Auferstehung Jesu Christi wird geleugnet und das Angebot Gottes des ewigen Lebens durch den Glauben an Jesus Christus wird abgelehnt. Stattdessen will die Menschheit den Tod durch wissenschaftlichen und technischen Fortschritt überwinden. Wir wollen unser Glück selbst in die Hand nehmen und werden daran wieder einmal grandios scheitern und entsetzliches Elend über uns bringen.

Doch die Leugnung der Auferstehung ist kein neues Phänomen. Schon Paulus setzte sich damit auseinander. In dieser Auseinandersetzung ist eines der schönsten und ermutigendsten Kapitel des Neuen Testaments entstanden. Aus diesem Kapitel wollen wir nun die Verse 12-19 etwas genauer betrachten.

„Wenn aber Christus gepredigt wird, dass er von den Toten auferstanden ist, wie sagen dann einige unter euch: Es gibt keine Auferstehung der Toten? 13 Gibt es keine Auferstehung der Toten, so ist auch Christus nicht auferstanden. 14 Ist aber Christus nicht auferstanden, so ist unsre Predigt vergeblich, so ist auch euer Glaube vergeblich. 15 Wir würden dann auch als falsche Zeugen Gottes befunden, weil wir gegen Gott bezeugt hätten, er habe Christus auferweckt, den er nicht auferweckt hätte, wenn doch die Toten nicht auferstehen. 16 Denn wenn die Toten nicht auferstehen, so ist Christus auch nicht auferstanden. 17 Ist Christus aber nicht auferstanden, so ist euer Glaube nichtig, so seid ihr noch in euren Sünden; 18 so sind auch die, die in Christus entschlafen sind, verloren. 19 Hoffen wir allein in diesem Leben auf Christus, so sind wir die elendesten unter allen Menschen.“

Die Leugnung der Auferstehung von den Toten im 21. Jahrhundert

Schon in der Antike wurde die Auferstehung der Toten heftig bestritten, sowohl unter Juden – wir denken an die Sadduzäer – als auch unter Griechen. Wir brauchen uns also nicht wundern, wenn der Mensch des 21. Jahrhundert die Möglichkeit einer Totenauferstehung heftig bestreitet. Eine Totenauferstehung sei experimentell nicht beweisbar oder wiederholbar, also könne sie auch nicht geschehen sein. Sie widerspreche zudem allen Grundsätzen der Evolutionstheorie. Was im evolutionären Denken graduell über ultralange Zeiträume geschehe, nämlich die Entstehung menschlichen Lebens, würde hier punktuell, spontan und losgelöst von naturgesetzlich vorgegebenen Entstehungsprozessen passieren. Das wiederum setze den Eingriff einer höheren Macht voraus. Weil es diese nicht gibt, können auch die Toten nicht auferstehen. Mit solchen oder ähnlichen Argumenten wird die Auferstehung von den Toten heute in Frage gestellt.

Die Leugnung der Auferstehung von den Toten in der Kirche

Mit Blick auf Vers 12 darf es uns dann auch nicht wundern, dass auch in der Evangelischen Kirche unserer Tage die Totenauferstehung geleugnet wird. So heißt es in einem aktuellen Grundlagenpapier der EKD mit dem Titel „Für uns gestorben“: „Es ist für die Auferstehungshoffnung nicht konstitutiv zu wissen, ob das Grab voll oder leer war“. Oder anders ausgedrückt: Es ist egal, ob der Leichnam Jesu im Grab verwest ist oder nicht. Nichts genaues weiß man nicht und außerdem ist das auch nicht so wichtig. Auf die Auferstehung hoffen könne man auch ohne den auferstandenen Jesus. Doch ist es für die Auferstehungshoffnung tatsächlich nicht konstitutiv – also entscheidend – zu wissen, ob das Grab voll oder leer war? Gerade darum ist 1 Kor 15 geschrieben worden. Es ist eben nicht egal. An der Totenauferstehung hängt der ganze Glaube. „Gibt es keine Totenauferstehung, ist auch Christus nicht auferstanden, ist Christus nicht auferstanden, dann sind wir die elendsten unter allen Menschen.“ Aber nun der Reihe nach:

1. Weil Christus von den Toten auferstanden ist, verkündigen wir das Evangelium

1.1       Volles Grab und leere Botschaft

„Gibt es keine Auferstehung von den Toten, so ist auch Christus nicht auferstanden. Ist Christus nicht auferstanden, so ist unsere Predigt vergeblich“ (Vers 14).

Für Paulus steht und fällt die ganze Evangeliumsverkündigung mit dieser Tatsache. Wenn die Toten nicht auferstehen, dann kann auch Christus nicht auferstanden sein. Wenn aber Christus nicht auferstanden ist, dann haben wir nichts mehr zu sagen, dann müssen wir schweigen, dann sind unsere Worte „Schall und Rauch“. Wörtlich sagt Paulus: Die Verkündigung ist leer. Auf den Punkt gebracht: volles Grab, leere Botschaft!

Die Verkündigung der Apostel würde sich als hohl und leer erweisen. Wir alle kennen den Trick, mit dem wir schon unsere Eltern beim Sonntagsfrühstück gefoppt haben: Das leere Ei andersherum in den Eierbecher gestellt sieht aus wie ein volles Ei. Gemerkt haben es die Eltern erst, wenn sie versuchten, das Ei zu essen. Ein Schlag mit dem Löffel und das Ei zerbrach. Das Ei war leer. Ein Christentum mit vollem Grab, ist wie ein leeres Frühstücksei. War das Grab voll, dann ist die Botschaft hohl und leer. Nur ein „Schicksalsschlag“ genügt, um die dünne Schale eines solchen Christentums zu zerbrechen. Die Botschaft vom vollen Grab Christi trägt nicht im Leben und erst recht nicht im Sterben.

1.2       Hohle und leere Worte

An der Auferstehung Christi von den Toten hängt einfach alles, was die Botschaft der Bibel ausmacht.

  • Die Propheten hatten das Leiden, Sterben und Auferstehen des Messias vorhergesagt. Ist Christus nicht auferstanden, dann hätten sich diese Prophetien als falsche Prophetien erwiesen. Leere Worte.
  • Jesus Christus hatte seinen Jüngern mehrfach angekündigt, dass er leiden, sterben und auferstehen würde. Jesus Christus wäre als falscher Prophet entlarvt worden und wäre damit zu Recht an ein Holz gehängt worden.
  • Die Frauen und nach ihnen die Apostel waren dem Auferstandenen begegnet. Der Engel hatte gesagt: „Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, er ist auferstanden.“ Diese Tatsache und nichts anderes trieb die Apostel auf die Straße und öffnete ihnen den Mund. Das gab ihnen die Kraft und den Mut, den Mund aufzutun: „Wir können es ja nicht lassen, von dem zu reden, was wir gesehen und gehört haben“ (Apg 4,20). Die Botschaft der Apostel hätte sich als leeres Gerede erwiesen.

1.3       Leere Worte sind Lügenworte

Aber Paulus wird hier noch deutlicher. Die Lehre der Apostel wäre nicht nur leeres Gerede, sondern eine ganz gemeine und gefährliche Lüge.

„Wir würden dann auch als falsche Zeugen Gottes befunden werden, weil wir gegen Gott bezeugt hätten, er habe Christus auferweckt, den er nicht auferweckt hätte, wenn doch die Toten nicht auferstehen“ (Vers 15).

Die Apostel und Jesus wären dann als Lügner entlarvt. Auch die Propheten wären Lügner gewesen. Die Bibel wäre ein Lügenbuch (N. B. „…und dass er auferstanden ist am dritten Tage nach der Schrift“ (Vers 4). Gott wäre ein anderer, aber sicher nicht der Gott der Bibel. Die Apostel und Propheten waren ausdrücklich der Wahrheit verpflichtet und sahen sich als Zeugen der Wahrheit Gottes. So schreibt zum Beispiel Paulus im zweiten Kapitel des 1. Timotheusbriefes: „Dazu bin ich eingesetzt als Prediger und Apostel, ich sage die Wahrheit und lüge nicht, als Lehrer der Heiden im Glauben und in der Wahrheit“. Die ganze Bibel ist ein Buch der Wahrheit und erweist sich auch als glaubwürdig und wahr, wenn der Mensch bereit ist, sich auf sie als Gottes Wahrheit einzulassen (vgl. z. B. 2 Petr 1,20).

1.4       Verkündiger einer herrlichen Botschaft

Nein, die Apostel redeten, weil das Grab leer war. Das war ihr Antrieb und ihre innerste Motivation. Die ganze Überzeugungskraft ihrer Botschaft lag nicht in ihrer Rhetorik, sondern in der Tatsache der Auferstehung.

An einem Freitag war ich in Weinheim an der Bergstraße aus dem Zug gestiegen. Auf dem Bahnhof mitten im Gewimmel der Menschen sah ich einen Afrikaner mit einer Bibel sitzen. Ich ging auf ihn zu und sprach ihn an und zeigte ihm meine Bibel. Er erzählte mir, dass seine Kirche am heutigen Tag den Karfreitag feiere, also eine Woche nach unserem Karfreitag. Und so sprach ich ihm zu, dass Christus für unsere Sünden gekreuzigt wurde und er nicht im Grab geblieben ist, sondern wahrhaftig auferstanden ist. Möglicherweise hatte Gott mich genau zu diesem Mann geschickt, vielleicht um ihn mitten im fremden Land zu ermutigen. Ich weiß es nicht. Eines aber weiß ich sicher: Nie wäre ich auf diesen Mann zugegangen, wenn ich nicht die feste Gewissheit im Herzen hätte: Jesus Christus ist wahrhaftig auferstanden!

Nur diese Gewissheit gab den Aposteln die Kraft, das Evangelium zu bezeugen und das unter Todesgefahr (vgl. Vers 32). Nur diese Tatsache gibt heute Missionaren Mut, in fremde Länder zu reisen, um dort das Evangelium zu verkündigen. Nur diese Gewissheit gibt ehemaligen Muslimen Mut, Christus als Herrn und Heiland in ihren Heimatländern zu bezeugen. Nur die Botschaft vom leeren Grab trägt die Kraft unsterblichen Lebens in sich. Nur die Botschaft vom leeren Grab bewährt sich in den Nöten des Lebens und erst recht in der letzten Stunde. Auf den Punkt gebracht: leeres Grab, volle Botschaft!

2. Weil Christus von den Toten auferstanden ist, haben wir einen lebendigen Glauben

„Ist aber Christus nicht auferstanden, ist unsere Predigt vergeblich, so ist auch euer Glaube vergeblich“ (Vers 14 und vgl. Vers 17).

Was für die Predigt gilt, gilt auch für den Glauben. Ist Christus nicht auferstanden, dann ist der Glaube genauso leer wie die Predigt vom Glauben. Beides hängt ja ganz unmittelbar zusammen. Der Glaube kommt aus der Predigt und die Kraft des Glaubens kommt aus der Kraft der Botschaft und diese Kraft kommt aus der Tatsache der Auferstehung. So schreibt Petrus:

„Gelobt sei Gott der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns wiedergeboren hat nach seiner großen Barmherzigkeit zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten zu einem unvergänglichen, unbefleckten und unverwelklichen Erbe, das aufbewahrt wird im Himmel für euch, die ihr aus Gottes Macht durch den Glauben bewahrt werdet zur Seligkeit“ (1 Petr 1,3ff).

Der Glaube hat ja eine ganz konkrete und lebendige Hoffnung. Es ist die Hoffnung auf die Auferstehung von den Toten und ein ewiges Leben in der Herrlichkeit Gottes. Doch die Kraft für solch einen unerschütterlichen Glauben können wir nicht aus uns heraus beziehen. Der Verstand ist nicht im Stande, dies zu glauben, und eine solche Hoffnung hat keine wissenschaftliche Beweisbarkeit. Diese lebendige Hoffnung fußt nur auf einer Tatsache: die Tatsache der Auferstehung. Nur weil er auferstanden ist, kann der Mensch von neuem geboren werden. Nur weil er auferstanden ist, kann ich eine lebendige Hoffnung haben, die über den Tod hinausgeht. Nur weil er auferstanden ist, weiß ich um ein Leben nach dem Tod. Nur weil er auferstanden ist, kann ich glauben. Nur dieser Glaube trägt durch die Höhen und Tiefen des Lebens und nur dieser Glaube, der um die wahrhaftige Auferstehung Christi weiß, trägt durch die letzten Stunden des Sterbens hindurch.

Jesus sagte zu Maria: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt und wer da lebt und glaubt an mich, der wird leben, auch wenn er stirbt“ (Johannes 11,25). Jesus fragte damals Maria und heute auch uns: Glaubst Du das? Wenn Jesus wie jeder andere im Grab geblieben und verwest wäre, würde ich dies nicht glauben können. Weil er aber lebt, können wir diese Frage mit einem vollen und fröhlichen Ja! beantworten. Glaubst Du, dass er lebt?

3. Weil Christus von den Toten auferstanden ist, sind unsere Sünden vergeben

3.1       Die Kraft des Kreuzes

„Ist aber Christus nicht auferstanden…, so seid ihr noch in euren Sünden“ (Vers 17).

Kreuz und Auferstehung gehören untrennbar zusammen. Für den unbekehrten Paulus konnte Jesus nicht der Christus sein. Denn wer am Kreuz hängt, ist ein von Gott Verfluchter. So steht es im Gesetz. Erst in der Auferstehung beglaubigt Gott seinen Sohn und offenbart, dass der am Kreuz Verfluchte unseren Fluch und unsere Sünde trug. Der Ostermorgen stellt das Kreuz in das helle Licht Gottes und zeigt uns dort den Sohn, der für unsere Sünden starb und den Sieg über die Sünde, den Tod, den Teufel und die Hölle errang. Ohne Auferstehung gäbe es also keine Vergebung der Sünden, wären wir der Macht der Sünde, des Todes, der Dämonen und des Teufels vollständig und schutzlos ausgeliefert.

So schreibt Paulus in Römer 4,25: „Er ist um unserer Sünden willen dahingegeben und um unserer Rechtfertigung willen auferweckt“. Ohne Auferstehung wäre Christus zu Recht ein am Kreuz verfluchter falscher Prophet. Durch die Auferstehung erweist sich der am Kreuz Verfluchte als das Lamm Gottes, das die Sünden der Welt trägt.

Aus der Tatsache der Auferstehung kommt die Kraft der Umkehr und der Reinwaschung von den Sünden:

„Weder Unzüchtige noch Götzendiener, Ehebrecher, Lustknaben, Knabenschänder (wörtlich: Männer, die mit Männern schlafen), Diebe, Geizige, Trunkenbolde, Lästerer oder Räuber werden das Reich Gottes ererben. Und solche sind einige von euch gewesen. Aber ihr seid reingewaschen, ihr seid geheiligt, ihr seid gerecht geworden durch den Namen des Herrn Jesus Christus und durch den Geist unseres Gottes“ (1 Kor 6,9-11).

In Israel haben wir im März während der von der DMG und dem Gemeindehilfsbund organisierten „Biblisch-archäologischen Spurensuche“ Ohad und Schlomit Schaul getroffen. Ohad war verstrickt in die Machenschaften der israelischen Mafia. Durch ein gottloses Leben und eine wachsende Drogenabhängigkeit geriet er in eine tiefe Sinnkrise. In seiner Verzweiflung lief er hinaus in die Wüste und schrie um Hilfe: Wenn es einen Gott gibt, der ihm helfen könne, dann möge er ihm helfen. Er schlief ein, wachte auf und lief zurück nach Eilat. Dort kam er durch Gottes Führung und Fügung zu einem Haus, das von Christen geführt wird. Diese Christen begrüßten ihn mit seinem Namen, den sie vorher nicht kannten. Er wurde herzlich aufgenommen und versorgt. Ohad lernte hier die Bibel und den gekreuzigten und auferstandenen Messias kennen. Seither lebt er als messianischer Jude und möchte zusammen mit seiner Frau Menschen für den Messias gewinnen.

Wie ist solch eine Umkehr und Reinwaschung von Sünden möglich? Sie ist möglich, weil Jesus Christus tatsächlich gestorben und auferstanden ist. Wir haben es mit einem lebendigen Herrn zu tun, der in der Lage ist, in unser Leben einzugreifen und uns von unseren Abwegen zu retten.

Aber auch für unsere vielleicht etwas weniger dramatischen Sünden, Nöte und Lebenswege gilt: Weil Christus lebt, können wir unsere Sünden bekennen, können wir Vergebung empfangen, finden wir die Kraft, von den Sünden zu lassen und uns ihrer Macht und Herrschaft zu entziehen. Weil er lebt, ist ein Neubeginn möglich.

4. Weil Christus von den Toten auferstanden ist, sind wir die glücklichsten Menschen

Paulus fügt dann hinzu: „Hoffen wir allein in diesem Leben auf Christus, so sind wir die elendesten unter allen Menschen“ (Vers 19).

Wenn es keine Auferstehung gibt, wir aber trotzdem alle unsere Hoffnung auf Christus gesetzt haben, dann sind wir wirklich die elendesten und erbärmlichsten Menschen der Welt. Wie dumm kann man sein, alle seine Hoffnungen auf einen Mann zu setzen, der als Hochstapler, Größenwahnsinniger und religiöser Fanatiker an einem Kreuz starb und dann in einem Grab verweste, wie Millionen von Menschen nach ihm und vor ihm.

Paulus führt die Folgen recht deutlich aus: Wenn die Toten nicht auferstehen, dann lasst uns lieber essen, trinken und Party machen, denn schon morgen sind wir tot (1 Kor 15,32). Ohne Totenauferstehung gibt es keinen Grund, sich das Leben durch Ordnungen, Verzicht und Selbstopfer unnötig schwer zu machen.

Wie erbärmlich und dumm wäre es, für diesen toten Jesus verfolgt zu werden und in den Arenen Roms gegen Löwen und schwer bewaffnete Gladiatoren zu kämpfen. Nein, wenn Jesus im Grab geblieben ist, dann ist man wirklich einer ganz üblen Lüge auf den Leim gegangen und dann ist man tatsächlich einer der erbärmlichsten und elendsten aller Menschen.

„Nun aber ist Christus von den Toten auferstanden, als Erstling unter denen, die entschlafen sind. Denn da durch einen Menschen der Tod gekommen ist, so kommt auch durch einen Menschen die Auferstehung von den Toten. Und wie sie in Adam alle sterben, so werden sie in Christus alle lebendig gemacht. Als Erstling Christus, danach, wenn er kommen wird, die die Christus angehören“ (Verse 20-23).

BMW hat eine Werbekampagne für einen neuen Wagen gemacht. „The first of a new kind“ (Der Erste einer neuen Art). Das ist Christus. Er ist der Erste einer neuen Art. Er ist auferstanden und wir, die wir an ihn glauben, werden wie er auferstehen in eine neue Leiblichkeit. Wir werden einen Herrlichkeitsleib erhalten und wir werden in Ewigkeit mit Gott leben (vgl. Verse 42-44).

Wenn Christus im Grab geblieben wäre, wären wir die elendsten unter allen Menschen. Weil er aber auferstanden ist von den Toten, sind wir die glücklichsten unter allen Menschen. Das bedeutet nicht, dass wir ein sorgloses Leben führen können. Nein, denn Christus hat uns viel Not und Bedrängnis vorausgesagt. Die Nachfolge bringt Leiden mit sich. Aber mitten in der Traurigkeit dieser Zeit, trotz mancher Not und durch viel Bedrängnis hindurch sind wir die glücklichsten unter allen Menschen, weil Jesus Christus nicht im Grab geblieben, sondern von den Toten auferstanden ist.

Amen

Johann Hesse, Predigt am 23. April 2017 am Sonntag Quasimodogeniti in Landau – Mörzheim

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Montag 24. April 2017 um 11:24 und abgelegt unter Predigten / Andachten.