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Christliche FlĂĽchtlinge werden in Deutschland bedroht

Mittwoch 30. März 2016 von Hilfsaktion Märtyrerkirche e.V.


Hilfsaktion Märtyrerkirche e.V.

Als Elias und Jacob (Namen geändert) von ihrer Rettung erzählen, wirken die BrĂĽder wie unter Strom: Ihre Augen leuchten, die Hände wirbeln herum. Sie sprechen von „einem Wunder“, das ihnen Mitte August auf der Flucht von Syrien nach Deutschland widerfahren ist. Damals kauern sie mit 120 FlĂĽchtlingen in einem kleinen Boot, sie wollen es ĂĽber das Mittelmeer nach Griechenland schaffen. Sie haben gut die Hälfte des Weges hinter sich, als bei rauer See plötzlich Wasser eindringt, die Schaluppe droht zu kentern.

Hilfe? Ist nicht in Sicht, und niemand an Bord hat Handy-Empfang. Bis Jacob als Einziger doch ein Signal erhält. Er alarmiert die griechische KĂĽstenwache und gibt die per App ermittelte GPS-Position des Bootes durch. Heute sind die BrĂĽder ĂĽberzeugt, dass der unverhoffte Handy-Empfang „göttliche FĂĽgung“ war. Dass ihr Gott – es ist der Gott der Christen – ein Wunder gewirkt hat.

In Hamburg mussten die BrĂĽder schnell feststellen, dass ihr Wunder wirkender Gott nicht gut ankommt. FĂĽr sein Bekenntnis zum Christentum sei er in einer Hamburger zentralen Erstaufnahmeeinrichtung fortlaufend schikaniert und diskriminiert worden, sagt Jacob. „Ich konnte nicht offen sagen, dass ich Christ bin.“ Sein Bruder Elias nickt. Er habe es nicht anders erlebt.

Elias und Jacob, ein Diakon und eine in der FlĂĽchtlingshilfe engagierte Politikerin sitzen im Raum eines Gemeindehauses im Nordosten von Hamburg. Jacob, dem jĂĽngeren der BrĂĽder, fällt es besonders schwer, ĂĽber seine Erlebnisse zu sprechen. Am rechten Handgelenk trägt er ein schwarzes Lederarmband, an dem ein winziges Kreuz baumelt, er knetet und reibt es pausenlos. Immer wieder legt der Diakon dem 25-Jährigen tröstend einen Arm um die Schulter. „Mensch, Jacob, du bist ja richtig blass.“

Aus Angst um das Wohl der BrĂĽder und um ihre laufenden Asylverfahren zu schĂĽtzen, wollen sie anonym bleiben. Hinzu kommt, dass das Thema religiös motivierte Ăśbergriffe in AsylunterkĂĽnften in vielen kirchlichen und politischen Gremien nicht wohlgelitten sei. „Eine Diskussion darĂĽber wird mit Verweis auf rechtspolitische Reflexe in der Bevölkerung häufig abgewĂĽrgt“, sagt die Politikerin. Sie selbst habe lange gezögert, mit dem Thema an die Ă–ffentlichkeit zu gehen. „Doch Verschweigen bringt nichts, so wird das Problem nur verschleppt.“

Nach Repressionen in einer groĂźen Erstaufnahme leben die BrĂĽder mit fĂĽnf weiteren Christen in einer Wohnung, die ihnen die Gemeinde zur VerfĂĽgung gestellt hat. Der Diakon und die Politikerin hatten die Männer Mitte September in einer „Nacht-und-NebelAktion“ aus der Unterkunft geholt – mit Wissen und Billigung der Heim­leitung. Sie leben jetzt auĂźerhalb einer Erstaufnahme, sind aber weiter dort gemeldet, um Problemen mit den Behörden aus dem Weg zu gehen. SchlieĂźlich gilt fĂĽr alle FlĂĽchtlinge eine strikte Residenzpflicht.

„Es ging einfach nicht mehr weiter“, sagt die Politikerin. Als sie im September mit dem Diakon die Erstaufnahme besucht, trifft sie auf Elias, Jacob und die anderen fĂĽnf Männer. Sie hausen seit drei Tagen in einem leer stehenden BĂĽro, aus Furcht vor Ăśbergriffen trauen sie sich nicht zur Essensausgabe. „Ich habe nie zuvor Männer gesehen, denen die Angst so ins Gesicht geschrieben stand“, sagt sie.

Die BrĂĽder erinnern sich an mehrere heikle Situationen in dem FlĂĽchtlingsheim, an eine besonders lebhaft. Als sie in der Unterkunft schlafen wollten, seien andere Bewohner, einer mit einem Messer bewaffnet, die ganze Nacht um ihre Betten geschlichen. „Die haben uns beschimpft, wir konnten kein Auge zutun“, sagt Elias. Neben ihm habe ein 18-jähriger Syrer gelegen, der ein tätowiertes Kreuz auf dem HandrĂĽcken trug. „Sie sagten ihm: Wir gehen jetzt mit dir runter zu den Toiletten und hacken dir die Hand ab.“ Nach heftiger Gegenwehr hätten die Männer doch von ihm abgelassen.

Quelle: Hilfsaktion Märtyrerkirche e. V. (www.verfolgte-christen.org nach Informationen des Hamburger Abendblattes vom 17.3.2016)

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Mittwoch 30. März 2016 um 17:37 und abgelegt unter Christentum weltweit, Gesellschaft / Politik.