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Lasst euch nicht verfĂŒhren (1 Kor 15,33)

Samstag 24. Mai 2014 von Jörgen Bauer


Jörgen Bauer

Bekannt ist das Sprichwort: „Zeige mir deine Freunde, und ich sage dir, wer du bist.“ In dieser Aussage steckt sehr viel Wahrheit, die durch die Spruchweisheit, „gleich und gleich gesellt sich gern“, bestĂ€tigt wird. Im Abschnitt, in dem der heutige Vers steht, geht es um Leute, die nach dem Motto, „lasset uns essen und trinken, denn morgen sind wir tot“, handeln, also um UnglĂ€ubige, von denen sich der Christ nicht zum Glaubensabfall verfĂŒhren lassen soll. FĂŒr Christen gilt deshalb, nicht am fremden Joch mit den UnglĂ€ubigen zu ziehen. Damit ist gemeint, keine gemeinsame Sache mit denen zu machen, die Gottes Gebote und seine Schöpfungsordnungen missachten. FĂŒr erwachsene Christen bedeutet dies, stĂ€ndig wachsam zu sein und dem Gottwidrigen und Gottfeindlichen zu widerstehen und sich nicht der gottfernen Welt gleichzustellen.

Dabei muss besonders auf die Kinder geachtet werden, damit sie nicht in schlechte Gesellschaft geraten, irregleitet und verfĂŒhrt werden. Eltern mĂŒssen sich hier mit ihren Kindern abgeben, sie ĂŒber Falsches und Verkehrtes aufklĂ€ren und sie frĂŒhzeitig zu einem selbstĂ€ndigen, kritischen Denken erziehen und dabei zum Glauben hinfĂŒhren. Letzteres ohne Druck und Zwang.

Was fĂŒr Kinder gilt, gilt im Prinzip auch fĂŒr „suchende Menschen“, die noch keinen festen Grund gefunden haben. Falschmeldungen und Irrlehren profitieren davon, dass sich Halbwahrheiten schlĂŒssi und ĂŒberzeugend vermitteln lassen, weil die darin enthaltene LĂŒge nicht ohne Weiteres durchschaut wird. Diese jeweils zu erkennen ist eine lebenslange Herausforderung fĂŒr Christen, die sich dazu laufend am Wort Gottes ausrichten und orientieren mĂŒssen.

In Sachen VerfĂŒhrung Kinder und Jugendlicher bin ich selbst ein Betroffener: Eigentlich bin ich christlich aufgewachsen und war glĂ€ubig – bis auch ich keine andere Möglichkeit sah, als an der Jugendweihe teilzunehmen. weil das in der DDR so erwartet wurde, wenn man ins Berufsleben einsteigen wollte. Etwas spĂ€ter wurde ich dann auch noch konfirmiert, womit allen recht getan war. Aber es rĂ€cht sich, vom richtigen Weg abzuweichen, indem man sich anpasst! Was in der Kirche der Konfirmandenunterricht ist, waren vor der Jugendweihe die „Jugendstunden“. Bereits die erste „Jugendstunde“ fĂŒhrte dazu, dass ich vom Glauben abfiel. Der Referent legte nĂ€mlich sehr schlĂŒssig dar, dass sich die Menschen frĂŒherer Zeiten, die Geschehnisse in der Natur – die wir heute, dank der Wissenschaft, erklĂ€ren können – nicht erklĂ€ren konnten, weshalb sie an Götter, die ĂŒber den Wolken thronen, glaubten, „was, wie wir heute wissen, barer Unsinn ist“.

„Der christliche Glaube sei somit ein Überbleibsel aus dieser Zeit der Unwissenheit“, wurde uns erklĂ€rt, wobei dann noch eingehend auf die „Verbrechen der Kirche“ eingegangen wurde, die sich die Unwissenheit der Menschen zunutze machte um diese zu unterdrĂŒcken, wobei die Kirche stets auf der Seite der “herrschenden Klasse” und damit der “Ausbeuter” stand. „Es ist der Mensch, der aufgrund seines Verstandes und mit Hilfe der Wissenschaft alles erkennt und damit den Fortschritt bewirkt, und da wurde bislang kein Gott nachgewiesen, weil es einen solchen nicht gibt.” So die Lehre, die in der DDR sehr nachhaltig gewirkt hat und immer noch nachwirkt.

Wenn man in der Bibel liest, könnte ein Unbedarfter tatsĂ€chlich zu einem Stockwerksglauben, mit Himmel oben, Erde unten und darunter die Hölle, gelangen, wo der, ĂŒber den Wolken sitzende Gott, Blitz und Donner schickt. Einen solchen Gott gibt es tatsĂ€chlich nicht. Wer seinen Glauben mit solchen Vorstellungen verbindet – auf der gleichen Ebene liegt auch eine Bindung an das jeweilige wissenschaftliche Weltbild, z.B. der Glaube an eine durch Gott gelenkte Evolution, muss Schiffbruch erleiden, weil das wissenschaftliche Weltbild einem stĂ€ndigen Wandel unterliegt, wobei speziell die Evolutionstheorie immer fragwĂŒrdiger wird.

Deshalb mĂŒssen die biblischen Wahrheiten in ihrer universellen, zeitlosen GĂŒltigkeit, einschließlich des biblischen Weltbildes, von der sichtbaren und der unsichtbaren Welt, vermittelt werden. Es hat zwanzig Jahre gedauert, bis ich, ĂŒber viele Umwege, dann doch zum Glauben, diesmal aber zu einem lebendigen Glauben, gefunden habe, der sich dazu bekennt, dass die Bibel inspiriertes geoffenbartes Wort Gottes, ohne Fehler und IrrtĂŒmer ist.

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Samstag 24. Mai 2014 um 11:03 und abgelegt unter Predigten / Andachten.