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GlĂŒcksfaktor Familie

Montag 21. MĂ€rz 2022 von Institut fĂŒr Demographie, Allgemeinwohl und Familie e. V.


Institut fĂŒr Demographie, Allgemeinwohl und Familie e. V.

Das „Human Improvement Project“ bietet Informationen und Rat zu Familie, Kindererziehung und Beziehung im Web, als App und in vielen Sprachen. „Wer das GlĂŒck sucht, findet die Familie“, schrieb Paul Kirchhof in seinem Vorwort zum Buch „Abenteuer Familie“ von Martine und JĂŒrgen Liminski. Kirchhof hat recht. Seine Aussage lĂ€sst sich durch Studien belegen. Familie ist und bleibt ein GlĂŒcksfaktor – allen ideologischen AbgesĂ€ngen zum Trotz. Die Sehnsucht nach Ehe und Familie ist ungebrochen. Umfragen unter Jugendlichen zeigen, dass eine große Mehrheit ihr Lebensideal in der GrĂŒndung einer Familie sieht.

Familie als GlĂŒcksfaktor und Sehnsuchtsort. Stimmt, hört man MĂŒtter und VĂ€ter sagen, aber das klingt derzeit ziemlich gequĂ€lt. Familien sind am Anschlag. Sie zĂ€hlen zu den Opfern der Corona-Pandemie, die es besonders hart getroffen hat. Was Familien in Corona-Zeiten mitgemacht haben, lĂ€sst sich mit keinem Inzidenzwert messen. Was sie geleistet, gelitten und geschultert haben, interessiert aber nur am Rande, wenn ĂŒberhaupt. Milliarden-Programm fĂŒr die Wirtschaft. Wer rettet die Familien? Wie unter einem Brennglas verdeutlicht die Corona-Krise, wie es um das Thema Familie bestellt ist. Die Politik ist weitgehend blind fĂŒr die BedĂŒrfnisse von Familien und Kindern. Seit Jahrzehnten orientiert sich selbst die Familienpolitik vor allem am ökonomischen Nutzen. Familie sind die Lastenesel der Nation. War die Luft zum Atmen schon vor Corona dĂŒnn, so pfeifen viele Familien nun endgĂŒltig aus dem letzten Loch. Materiell und emotional. Kinder- und Jugendlichentherapeuten können sich vor Nachfrage nicht mehr retten. Die Wartelisten sind lang, die Not ist groß.

„Die Familie verfĂŒgt ĂŒber große schöpferische KrĂ€fte, zerfĂ€llt sie, wĂ€chst ihr ein Ă€hnlich großes Potenzial an Zerstörungskraft zu“, schrieb der amerikanische Psychiater Robin Skynner. Seine Aussage ist erfahrungs- und faktenbasiert. Der Psychiater markiert den neuralgischen Punkt: Familien haben große schöpferische KrĂ€fte. Davon lebt und profitiert die gesamte Gesellschaft. Aber das ist kein Automatismus. Der Zerfall der Familie entfesselt eine zerstörerische Dynamik. Wer das nicht ernst nimmt, darf sich ĂŒber ein böses Erwachen nicht wundern.

Ob und wann die Politik aufwacht, ist schwer zu sagen. Warten sollte man darauf besser nicht. Schon jetzt ist der Handlungsdruck riesig. Darum darf man dankbar fĂŒr all jene Initiativen und Projekte sein, die dazu beitragen, Familien zu helfen, sie zu stabilisieren, ihren Zusammenhalt zu fördern und Eltern mit Informationen und Rat zur Seite zu stehen. Eine solche Initiative ist das US-amerikanische „Human Improvement Project“ (HIP).

Das HIP ist eine privat finanzierte, gemeinnĂŒtzige Forschungseinrichtung mit Sitz in Colorado. Es sieht seine Aufgabe darin, Programme zu fördern, die besonders positive Auswirkungen auf Kinder haben. Geleitet wird das „Human Improvement Project“ von Matt Larson und Rustin Banks. Beide Unternehmer, die sich der Aufgabe verschrieben haben, Fachleute aus Bereichen wie Psychologie und Neurowissenschaften zusammenzubringen, um Forschungen zum Thema Elternschaft und Wohlbefinden zu initiieren und zu bĂŒndeln. Das HIP arbeitet mit Wissenschaftlern an verschiedenen Institutionen, Kinderpsychologen, Psychiatern und Hirnforschern zusammen. Nach eigenen Angaben fĂŒhrt das HIP selbst Forschung durch und finanziert Forschung an UniversitĂ€ten.

Sichtbare ErtrĂ€ge der Arbeit des HIP sind dessen Website und die dazugehörige kostenlose APP. Vom Umgang mit Emotionen, ĂŒber die Bedeutung der Bindung, Erkenntnisse der Hirnforschung, bis hin zu Fragen der zwischenmenschlichen Kommunikation und Informationen zu psychischen Störungen reicht die breite Themenpalette der Lektionen der APP. Die Website informiert ĂŒber die Arbeit des HIP. Der Family-Blog der Seite bietet zahlreiche Mini-Lektionen rund um das Thema Erziehung und Familie. Nicht nur als Text-BeitrĂ€ge, sondern mit zahlreichen Videos.

„Wie können Sie Ihren Liebsten zeigen, dass Sie sie so lieben, wie sie sind?“, „Wie geht man mit streitenden Geschwistern um“, „Sehen Sie die positiven Eigenschaften Ihres Kindes?“, „Darf mein Kind zu Hause seine GefĂŒhle zeigen?“ „Glauben Sie, dass Ihr Partner gute Entscheidungen trifft?“ Mit Themen wie diesen wird Information und Wissen vermittelt und zur Selbstreflexion eingeladen. Alles ein bisschen amerikanisch, aber in Gestaltung und Handling ansprechend und professionell. Die Internetseite www.humanimprovement.org gibt es in englischer Sprache. Die dazugehörige kostenlose App ist auch in deutscher Sprache zu haben: https://www.humanimprovement.org/the-happy-child-app

Keine Website und keine App der Welt kann den zwischenmenschlichen Kontakt und den persönlichen Austausch ersetzen. Das ist klar. Aber sie können Hilfen und Informationen geben, Faktenwissen vermitteln, wissenschaftliche Erkenntnisse verstÀndlich aufbereiten und ZusammenhÀnge beleuchten. So lÀsst sich Erziehungs- und Beziehungskompetenz stÀrken.

Die Internetseite und die APP des HIP tun dies nicht theoretisch, sondern lebenspraktisch und konkret. Als digitaler Ratgeber und praktische Infobörse ist die APP fĂŒr ihre User Erziehungs- und Beziehungshilfe. Umfragen unter den Nutzern zeigen, dass die APP aktiv in Familien angewandt wird, und weisen eine hohe Zufriedenheit aus. Die Apps „Das glĂŒckliche Kind“ und „Verliebt in die Elternschaft“ wurden bereits in 15 Sprachen ĂŒbersetzt und werden laut HIP in 165 LĂ€ndern genutzt.

Liebe, Beziehung, Kommunikation brauchen Zeit. Das GlĂŒck, das in der Familie zu finden ist, wie Paul Kirchhoff schrieb, muss wahrgenommen, empfunden, erfahren werden können. FĂŒr Kinder und fĂŒr Eltern. Dazu bedarf es Zeiten der Zuwendung. „Die Kernkompetenz der Familie heute ist die Pflege und die StabilitĂ€t der emotionalen Befindlichkeit. Diese Funktion ist durch nichts zu ersetzen“, schrieb der viel zu frĂŒh verstorbene Journalist und Publizist JĂŒrgen Liminski, fĂŒr den Familie ein Lebensthema war. Eine App kann keine menschliche Zuwendung und keine HerzenswĂ€rme schenken, aber sie kann das Bewusstsein dafĂŒr schĂ€rfen, wie notwendig eben diese persönliche Zuwendung ist.

Til R. Schneider, Institut fĂŒr Demographie, Allgemeinwohl und Familie e.V., Im Blickpunkt, 19.03.2022

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Montag 21. MĂ€rz 2022 um 11:12 und abgelegt unter Ehe u. Familie, Gesellschaft / Politik.