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Danke Ungarn! – Warum Demokratie wieder Bodenhaftung braucht

Donnerstag 24. Juni 2021 von Egmond Prill


Egmond Prill

Sollten wir das „Affentheater“ nennen? Aber es wäre eine Beleidigung für jeden Affen. Aber was ist es dann? Ganz Deutschland leuchtet in Regenbogen-Farben, ein schier endloser Überbietungswettbewerb der Stadien und Rathäuser sowie der „Qualitätsmedien“. Der entfesselte Hass prasselt auf Ungarn nieder, dessen demokratisch gewählte Regierung und deren souveränen Gesetzgebung. Ausgerechnet auf Ungarn. Vor mehr als dreißig Jahren begann der Ostblock zu zerbröseln. In Polen und der Tschechoslowakei, in der DDR und vor allem in Ungarn regte sich der Geist des Wandels, wuchs die Sehnsucht nach Freiheit. Am 19. August 1989 war das „Paneuropäische Picknick“ ein entscheidender Schritt in die Freiheit, genauer gesagt: ein notwendiger Schnitt im Stacheldraht. Wir erinnern uns: Bereits am 27. Juni 1989 hatten der ungarische und der österreichische Außenminister, hatten Gyula Horn und Alois Mock, symbolisch die beide Staaten trennende Grenze aufgeschnitten. Beide zertrennten Teile des sogenannten Signalzaunes. Schon Anfang Mai hatte Ungarn begonnen, Überwachungsanlagen abzubauen. Die Bilder gingen um die Welt.

Und nun 2021: Ausgerechnet Deutschland!

Ein Land, wo kurzerhand Wahlen rückgängig gemacht werden, wo innerhalb von Wochen ein regierungsnaher CDU-Abgeordneter aus dem Deutschen Bundestag an die Spitze des eigentlich politisch unabhängigen Bundesverfassungsgerichtes wechseln kann, will Ungarn „Mores“ und Moral lehren. Eine Schande für Merkel-Deutschland und Söder-Bayern!

Denn es geht bei dieser Aktion nicht um sexuelle Vielfalt, es zeigt sich politische Einfalt. Tom Bohn moniert unter der Überschrift „Der verlogene Regenbogen“, dass München in den letzten Jahren das Zeichen nicht gezeigt hat – an jedem Bundesliga-Wochenende hätte es gepasst, „wenn man denn bereit gewesen wäre, erst einmal den Saustall im eigenen Haus aufzuräumen, bevor man mit dem schmutzigen Finger auf den Nachbarn zeigt. Leider scheint gerade das nicht zu passieren. Die Stadt München fordert nun für ein Match die regenbogenfarbige Umgestaltung der Arena: ausgerechnet während der Begegnung der deutschen Nationalmannschaft mit Ungarn. Womit wir leider wieder bei dem schmutzigen Fingerzeig auf den Nachbarn wären. Und bei einem knallharten, politischen Kalkül, das sich eben nur vordergründig für die Rechte der Schwulen, Lesben und Transsexuellen einsetzt. Sie sogar nur benutzt, um die eigene woke Weltanschauung stolz und effektiv in die weite Welt hinauszuorchestrieren. Mit einem regenbogenbunten Tusch.“ (WELT 2021-06-22).

Die UEFA hat weise entschieden und die Aktion als politischen Krieg gegen ein Mitgliedsland durchschaut und deshalb untersagt. Die Regenbogen-Armbinde des deutschen Spielführers wurde mit „Augen zu“ gestattet. Aber nun hieß es Augen auf, um nicht den letzten Rest politischer Unabhängigkeit zu verlieren. Sport und Politik vertragen sich nicht, Sport und Krieg erst recht nicht. Im antiken Griechenland war es die olympische Idee: Während der Spiele ruhen in Hellas die Waffen! Allein der sportliche Wettstreit zählt. Dieser Gedanke stand auch am Beginn der Olympischen Spiele der Neuzeit – für immer verbunden mit dem Initiator Pierre de Coubertin, geboren 1863 in Paris. „Coubertin gab den Spielen das Motto: ‚All sports, all nations‘ (‚Alle Sportarten, alle Nationen‘). Es war ihm wichtig, dass die Spiele unpolitisch waren. Sie sollten zur internationalen Verständigung beitragen und Toleranz unter den Nationen fördern. Coubertin erfand auch das Symbol der Olympischen Spiele: die fünf miteinander verbundenen Ringe, die die fünf Kontinente symbolisieren.“ (Nina Wiechers „planet-wissen.de“ 2017-11-02).

Vielleicht hätte den Ungarn empfohlen werde müssen: Beleuchtet eure Rathäuser und Stadien in der ersten Halbzeit mit dem schwarzen Hakenkreuz auf Nazi-Rot in Erinnerung an den Krieg gegen Osteuropa in diesem Zeichen. Und in der zweiten Halbzeit setzt den jüdischen Davidstern in strahlend Blau auf weißem Grund als Zeichen der Solidarität mit Israel und in Erinnerung an dieses deutsche Verbrechen: „Im Mai 1944 begannen die Deportationen nach Auschwitz-Birkenau. Etwa 424.000 Juden wurden innerhalb von 56 Tagen in Zügen deportiert. Diese Mordkampagne wurde effizient und systematisch von einem nationalsozialistischen Stab unter der Leitung von Adolf Eichmann durchgeführt.“ Das schreibt die israelische Gedenkstätte Yadvashem und erinnert an das Schicksal der ungarischen Juden.

Hatte das der ungarische Außenminister Péter Szijjártó vor Augen, als er in einem Interview mit der Presse-Agentur „MTI“ erklärte. „Eine Sportveranstaltung mit Politik zu mischen, ist schlecht“, sagte er und weiter: „Die Geschichte zeigt, dass das schlecht ist, und die Deutschen sollten das ganz genau wissen.“ Oder spielt Szijjártó darauf an, dass gerade der Stadtrat und der neosozialistische Bürgermeister Münchens die oberlehrerhafte Zurechtweisung der Ungarn beschloss? München, war das nicht zu Zeiten die „Hauptstadt der Bewegung“ als Inbegriff des Ungeistes?

Übrigens: Ungarn war das erste EU-Land, das dem US-Präsidenten Trump folgte, der Jerusalem als Hauptstadt des Staates Israel anerkannte und 2018 die Botschaft der USA in Jerusalem eröffnete. 2019 hatte Ungarn die Eröffnung einer diplomatischen Vertretung in Jerusalem angekündigt und inzwischen vollzogen. Nach Gesprächen mit Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu sagte Ministerpräsident Orban in Jerusalem, sein Land wolle ein Handelsbüro mit diplomatischem Status in dieser Stadt einrichten, eine De-facto-Ausdehnung der ungarischen Botschaft in Tel Aviv. Brüssel-Europa schäumte.

Immer wieder neu erkennt Ungarn die Zeichen der Zeit und die Zeit zu handeln.

Erinnert an das zeitlos gültige Bibelwort:

„Ein jegliches hat seine Zeit,
und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde:
Geboren werden hat seine Zeit, sterben hat seine Zeit; pflanzen hat seine Zeit, ausreißen, was gepflanzt ist, hat seine Zeit; töten hat seine Zeit, heilen hat seine Zeit; abbrechen hat seine Zeit, bauen hat seine Zeit.“ (Prediger 3,1-3).

Die Ungarn erkannten im Sommer 1989, dass der „Eiserne Vorhang“ seine Zeit hatte. Denn genau zu der Zeit war seine Zeit vorbei. Die ungarische Regierung verfügte die Öffnung des Todesstreifens an der Grenze zur Republik Österreich. Über 600 DDR-Bürger wählten spontan die Ausreise aus dem Honecker-Staat ohne offiziellen Antrag an den Staatsratsvorsitzenden. Das waren die ersten Hammerschläge, die zum Fall der Mauer am 9. November 1989 führten.

Heute sind es wieder die Ungarn, die die Zeichen der Zeit verstehen und entsprechend handeln. Richtig handeln, denn es ist höchste Zeit, um der Demokratie Bodenhaftung zu geben. Auf Grundlage der ungarischen Verfassung wurde ein Gesetzespaket verabschiedet, um die sexuelle Zeitgeist-Geschlechter-Ideologie einzubremsen. „In der ungarischen Verfassung steht die Idealfamilie: Der Vater ist ein Mann, die Mutter eine Frau. Transgeschlechtliche Menschen dürfen ihren Geschlechtseintrag in Ausweisen nicht ändern lassen – selbst nach einer Angleichung des Körpers an die Geschlechtsidentität. Künftig sind auch Bücher, Broschüren, Aufklärungskampagnen und Werbung, die eine andere Familie zeigen, verboten. Das bedeutet: Aufklärungskampagnen in der Schule, aber auch Werbespots im Vorabendprogramm im Fernsehen, wie der von Coca-Cola, der im vergangenen Jahr ein gleichgeschlechtliches Paar zeigte, sind untersagt. (tagesschau.de 2021-06-15). Damit sind die ungarische Verfassung und die aktuelle Gesetzgebung christlich geerdet. Nach Auskunft der Bibel ist der Mensch „ab Werk“ männlich oder weiblich, Mann oder Frau – übrigens gleichwertig. Dass die EKD noch vor der Abstimmung im Deutschen Bundestag die „Ehe für alle“ propagierte, markiert in Hybris geradezu den Gegensatz zu Gottes Schöpfungsordnung.

Der Westen ist unfähig zu verstehen, was Völker und Menschen in Mittel- und Osteuropa wirklich bewegt. Dem Westen Europas fehlt die Einsicht, dass Tschechen, Slowaken, Polen und Ungarn eigenständige, selbst bestimmte und freie Völker sein wollen, dass sie überhaupt eigene Völker und Vaterländer bleiben wollen.

Für viele Tschechen ist Brüssel das neue Moskau. In Prag und Warschau, in Budapest und Bratislava wächst der Widerstand gegen Brüssel-Europa. Diese „Visegrád-Staaten“ wollen sich die mühsam erkämpfte Freiheit weder nehmen noch mit Milliarden Euro abkaufen lassen. Zu lange, zu oft und zu furchtbar waren zum Teil über Jahrhunderte hin Fremdherrschaft und Zwang. Diese kleinen Nationen mit ihren je eigenen Muttersprachen, Kulturen und Traditionen wollen nicht in „West-Europa“ aufgehen. So wurden Parteien gewählt, die Genderwahn, Klima-Religion, Islamisierung und Frühsexualisierung kritisch sehen. Und außerdem wurde erkannt: Die absolute Gesinnungsführerschaft einer militanten Minderheit über die Mehrheit der Gesellschaft führt im Namen von „Toleranz“ in eine Meinungsdiktatur.

Danke Ungarn! Helft Deutschland auf dem Weg in eine Demokratie nach dem Sinn des Wortes „Volkes Herrschaft“! Im Artikel 20 Grundgesetz heißt es: „Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt.“

Egmond Prill – Alle Rechte vorbehalten. Juni 2021 ©

www.egmond-prill.de

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Donnerstag 24. Juni 2021 um 9:49 und abgelegt unter Ehe u. Familie, Gesellschaft / Politik.