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Stellungnahme der Grace Community Church zum Versammlungsverbot fĂŒr Kirchen in Kalifornien

Dienstag 4. August 2020 von Grace Community Church


Grace Community Church

Christus ist das Haupt der Kirche, nicht CĂ€sar

Die biblische Verpflichtung fĂŒr unsere Kirchen offen zu bleiben

Christus ist Herr ĂŒber alles. Er ist das einzige wahre Haupt der Kirche (Epheser 1,22; 5,23; Kolosser 1,18). Er ist der König der Könige – Herrscher ĂŒber jede irdische AutoritĂ€t (1. Timotheus 6,15; Offenbarung 17,14; 19,16). Die Grace Community Church steht seit jeher unerschĂŒtterlich auf diesen biblischen Prinzipien. Als sein Volk sind wir seinem Willen und seinen Geboten unterworfen, wie sie in der Heiligen Schrift offenbart werden. Deshalb können und wollen wir eine von der Regierung auferlegte Sperre unserer wöchentlichen Gemeindegottesdienste oder anderen regelmĂ€ĂŸigen gemeinsamen Versammlungen nicht hinnehmen. Eine Einwilligung wĂ€re Ungehorsam gegenĂŒber den klaren Geboten unseres Herrn.

Vielleich denkt mancher, dass eine solch konkrete Aussage in direkten Widerspruch zu dem in Römer 13 und 1. Petrus 2 dargelegten Gebot steht, sich regierenden AutoritĂ€ten zu unterwerfen. Die Heilige Schrift gebietet einen sorgfĂ€ltigen, gewissenhaften Gehorsam gegenĂŒber allen regierenden AutoritĂ€ten, einschließlich Königen, PrĂ€sidenten, Arbeitgebern und ihren BevollmĂ€chtigten (d.h., um es mit den Worten des Petrus zu sagen: „nicht allein den guten und gelinden, sondern auch den verkehrten“ (1 Petrus 2,18). Soweit die Regierungsbehörden nicht versuchen, kirchliche AutoritĂ€t auszuĂŒben, oder Befehle zu erteilen, die unseren Gehorsam gegenĂŒber Gottes Gesetzen verbieten, ist ihrer AutoritĂ€t zu gehorchen, ob wir nun mit ihren Entscheidungen einverstanden sind oder nicht. Mit anderen Worten: Römer 13 und 1. Petrus 2 binden immer noch das Gewissen des einzelnen Christen. Wir sollen unseren irdischen AutoritĂ€ten gehorchen, da diese von Gott selbst eingesetzt sind.

Doch obwohl die zivile Regierung mit göttlicher AutoritĂ€t ausgestattet ist um den Staat zu regieren, gewĂ€hrt keiner der oben zitierten Texte (und auch kein anderer) den irdischen Machthabern die Rechtshoheit ĂŒber die Kirche. Gott hat drei Institutionen innerhalb der menschlichen Gesellschaft geschaffen: die Familie, den Staat und die Kirche. Jede Institution hat ihren eigenen AutoritĂ€tsbereich mit ZustĂ€ndigkeitsgrenzen, die respektiert werden mĂŒssen. Die AutoritĂ€t eines Vaters ist auf seine eigene Familie beschrĂ€nkt. Die AutoritĂ€t der KirchenfĂŒhrer (die ihnen von Christus ĂŒbertragen wurde) ist auf kirchliche Angelegenheiten beschrĂ€nkt. Und die Regierung ist speziell mit der Aufsicht und dem Schutz des bĂŒrgerlichen Friedens und Wohlergehens innerhalb der Grenzen einer Nation oder Gesellschaft betraut. Gott hat den irdischen Machthabern keine AutoritĂ€t ĂŒber die Lehre, die Praxis oder die Gestalt der Gemeinschaft in der Kirche verliehen. Der biblische Ordnungsrahmen beschrĂ€nkt die AutoritĂ€t jeder Institution auf ihre spezifische ZustĂ€ndigkeit. Die Kirche hat nicht das Recht, sich in die Angelegenheiten einzelner Familien einzumischen und die elterliche AutoritĂ€t zu ignorieren. Eltern haben nicht das Recht, öffentliche Angelegenheiten unter Umgehung der zustĂ€ndigen staatlichen Beamten zu regeln. Und ebenso wenig haben Regierungsbeamte das Recht, sich in kirchliche Angelegenheiten in einer Weise einzumischen, welche die von Gott verliehene AutoritĂ€t von Pastoren und Ältesten untergrĂ€bt oder missachtet.

Wenn eine der drei Institutionen die Grenzen ihrer ZustĂ€ndigkeit ĂŒberschreitet, ist es die Pflicht der anderen Institutionen, diese Überschreitung einzuschrĂ€nken. Wenn etwa ein Regierungsbeamter Anordnungen erlĂ€sst, die in den Gottesdienst eingreifen (wie z.B. Gesangsverbote, Anwesenheitshöchstgrenzen oder Verbote von Versammlungen und Gottesdiensten), ĂŒberschreitet er die legitimen Grenzen seiner gottgegebenen AutoritĂ€t als AmtstrĂ€ger und maßt sich eine AutoritĂ€t an, die Gott ausdrĂŒcklich nur dem Herrn Jesus Christus als Herrscher ĂŒber sein Reich, die Kirche, gewĂ€hrt. Seine [Christi] Herrschaft wird den Ortsgemeinden durch jene Pastoren und Ältesten vermittelt, die sein Wort lehren (Matth 16,18-19; 2. Timotheus 3,16-4,2).

In Anbetracht der jĂŒngsten staatlichen Anordnung, die die Kirchen in Kalifornien dazu verpflichtet, alle Versammlungen auf unbestimmte Zeit zu beschrĂ€nken oder auszusetzen, informieren wir, die Pastoren und Ältesten der Grace Community Church, unsere bĂŒrgerlichen Regierungsvertreter respektvoll darĂŒber, dass sie ihre rechtmĂ€ĂŸige ZustĂ€ndigkeit ĂŒberschritten haben. Unser Gehorsam zu Christus verbietet es uns, den BeschrĂ€nkungen zu folgen, die sie unseren gemeinsamen Gottesdiensten auferlegen wollen.

Anders ausgedrĂŒckt: Es gehörte niemals zum Recht der irdischen Regierung, Gottesdienste anzuordnen, zu modifizieren, zu verbieten oder zu befehlen. Wann, wie und wie oft die Kirche Gottesdienste duchfĂŒhrt, ist nicht CĂ€sars Entscheidung. CĂ€sar selbst ist Gott untergeordnet. Jesus bekrĂ€ftigte dieses Prinzip, als er zu Pilatus sagte: „Du hĂ€ttest keine AutoritĂ€t ĂŒber mich, wenn sie dir nicht von oben gegeben wĂ€re“ (Joh 19,11). Und weil Christus das Haupt der Kirche ist, gehören kirchliche Angelegenheiten zu seinem Königreich, nicht zu dem des Kaisers. Jesus unterschied zwischen diesen beiden Reichen deutlich, als er sagte: „Gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört“ (Markus 12,17). Unser Herr selbst hat CĂ€sar immer das gegeben, was CĂ€sar gehörte, aber er hat CĂ€sar nie das angeboten, was allein Gott gehört.

Als Pastoren und Älteste können wir den staatlichen AutoritĂ€ten keine ZustĂ€ndigkeit oder keine Vollmacht zugestehen, die allein Christus als Haupt seiner Kirche gehören. Pastoren und Älteste sind diejenigen, denen Christus die Pflicht und das Recht gegeben hat, seine geistliche AutoritĂ€t in der Kirche auszuĂŒben (1. Petrus 5,1-4; HebrĂ€er 13,7.17) – und allein die Schrift definiert, wie und wem sie zu dienen haben (1. Korinther 4,1-4). Sie sind nicht verpflichtet, Anordnungen einer zivilen Regierung zu befolgen, die versucht, den Gottesdienst oder die Leitung der Kirche zu regeln. TatsĂ€chlich haben Pastoren, die ihre von Christus delegierte AutoritĂ€t in der Kirche an einen staatlichen Herrscher abtreten, sich ihrer Verantwortung vor ihrem Herrn entzogen und die von Gott bestimmten AutoritĂ€tsebenen ebenso verletzt wie der sĂ€kulare AmtstrĂ€ger, der seine AutoritĂ€t der Kirche unrechtmĂ€ĂŸig aufbĂŒrdet. In dem Glaubensbekenntnis unserer Kirche ist dieser Absatz seit mehr als 40 Jahren enthalten:

Wir lehren die Autonomie der Ortskirche, frei von jeder Ă€ußeren AutoritĂ€t oder Kontrolle, mit dem Recht der Selbstverwaltung und der Freiheit gegenĂŒber der Einmischung irgendeiner Hierarchie von Einzelpersonen oder Organisationen (Titus 1,5). Wir lehren, dass es fĂŒr wahre Kirchen biblisch ist, bei der Lehre und Verbreitung des Glaubens miteinander zusammenzuarbeiten. Jede Ortskirche sollte jedoch durch ihre Ältesten und deren Auslegung und Anwendung der Heiligen Schrift allein ĂŒber das Maß und die Methode ihrer Zusammenarbeit entscheiden. Die Ältesten sollten auch alle anderen Angelegenheiten in Bezug auf Kirchenmitgliedschaft, Kirchenordnung, Gemeindezucht, diakonische Dienste und Gemeindeleitung entscheiden (Apg. 15,19-31; 20,28; 1. Korinther 5,4-7.13; 1. Petrus 5,1-4).

Kurz gesagt, als Kirche brauchen wir nicht die Erlaubnis des Staates, um unserem Herrn zu dienen und ihn so anzubeten, wie er es befohlen hat. Die Kirche ist die kostbare Braut Christi (2. Korinther 11,2; Epheser 5,23-27). Sie gehört Ihm allein. Sie existiert durch seinen Willen und dient unter seiner AutoritĂ€t. Er duldet keinen Angriff auf ihre Reinheit und keinen Verstoß gegen Seine Herrschaft ĂŒber sie. All das wurde festgelegt, als Jesus sagte: „Ich will meine Kirche bauen, und die Pforten des Hades werden sie nicht ĂŒberwĂ€ltigen“ (Matth 16:18).

Die AutoritĂ€t Christi ist „hoch ĂŒber jedes FĂŒrstentum und jede Gewalt, Macht und Herrschaft und jeden Namen, der genannt wird nicht allein in diesem Zeitalter, sondern auch in dem zukĂŒnftigen. Wobei er [Gott der Vater] alles unter seine [Christi] FĂŒĂŸe tat und ihn zum Haupt ĂŒber alles der Gemeinde gab, welche sein Leib ist, die FĂŒlle dessen, der alles in allen erfĂŒllt“ (Epheser 1,21-23).

Dementsprechend folgt aus der Anerkennung und dem Respekt, welche wir unseren irdischen Machthabern und Richtern rechtmĂ€ĂŸig schulden (Römer 13,7), kein EinverstĂ€ndnis damit, wenn solche AmtstrĂ€ger versuchen, die gesunde Lehre zu untergraben, die biblische Moral zu verderben, kirchliche AutoritĂ€t auszuĂŒben oder Christus als Haupt der Kirche auf irgendeine andere Weise zu verdrĂ€ngen.

Die biblische Ordnung ist klar: Christus ist Herr ĂŒber CĂ€sar, nicht umgekehrt. Christus, nicht CĂ€sar, ist das Haupt der Kirche. Umgekehrt herrscht die Kirche in keiner Weise ĂŒber den Staat. Nochmals: Hier handelt es sich um zwei verschiedene Königreiche – und Christus ist ĂŒber beide souverĂ€n. Weder Kirche noch Staat haben eine höhere AutoritĂ€t als die von Christus selbst, welcher erklĂ€rte: „Mir ist alle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden“ (Matth 28,18).

Man beachte, dass wir in dieser BegrĂŒndung kein verfassungsrechtliches Argument anfĂŒhren, auch wenn der Erste Zusatzartikel [First Amendment] der Verfassung der Vereinigten Staaten dieses Prinzip in seinen einleitenden Worten ausdrĂŒcklich bekrĂ€ftigt: „Der Kongress darf kein Gesetz erlassen, welches eine Religion etabliert oder deren freie AusĂŒbung verbietet.“ Das Recht, auf das wir uns berufen, wurde nicht durch die Verfassung geschaffen. Es ist eines jener unverĂ€ußerlichen Rechte, die allein von Gott gewĂ€hrt werden, der die menschliche Regierung eingerichtet hat und sowohl die Rechte als auch die Grenzen staatlicher AutoritĂ€t festlegt hat (Römer 13,1-7). Unsere Argumentation stĂŒtzt sich daher bewusst nicht auf diesen Ersten Artikel; sie grĂŒndet vielmehr auf denselben biblischen Prinzipien, auf denen auch die Verfassung selbst grĂŒndet. Die AusĂŒbung der wahren Glaubens ist eine göttliche Pflicht, die den MĂ€nnern und Frauen, die nach dem Bilde Gottes geschaffen wurden, auferlegt ist (Genesis 1,26-27; Apg 4,18-20; 5,29; vgl. Matth 22,16-22). Mit anderen Worten: Die Freiheit der ReligionsausĂŒbung ist ein Gebot Gottes und kein vom Staat gewĂ€hrtes Privileg.

In diesem Zusammenhang ist noch ein weiterer Punkt zu benennen: Christus ist immer treu und wahrhaftig (Offenb 19,11). Menschliche Regierungen sind nicht in gleichem Maße vertrauenswĂŒrdig. Die Schrift sagt: „Die ganze Welt liegt in der Macht des Bösen“ (1. Johannes 5,19). Das bezieht sich natĂŒrlich auf Satan. Joh 12,31 und 16,11 nennen ihn „den Herrscher dieser Welt“, was bedeutet, dass er durch die politischen Systeme dieser Welt Macht und Einfluss ausĂŒbt (vgl. Lukas 4,6; Epheser 2,2; 6,12). Jesus sagte von ihm: „Er ist ein LĂŒgner und der Vater der LĂŒge“ (Joh 8,44). Die Geschichte ist voller schmerzlicher Beispiele, dass die Regierungsmacht leicht und hĂ€ufig fĂŒr böse Zwecke missbraucht wird. Politiker können Statistiken manipulieren, und die Medien können unbequeme Wahrheiten verschweigen oder verharmlosen. Daher kann eine wachsame Kirche nicht passiv bleiben oder automatisch einwilligen, wenn die Regierung die Sperre von Gemeindeversammlungen anordnet – selbst wenn der Grund dafĂŒr die Sorge um die öffentliche Gesundheit und Sicherheit ist.

Die Kirche ist per definitionem eine Versammlung. Das ist die wörtliche Bedeutung des griechischen Wortes fĂŒr „Kirche“ – ekklesia – die „Versammlung der Herausgerufenen“. Eine sich nicht versammelnde Versammlung ist ein Widerspruch in sich selbst. Christen ist es daher geboten, die Praxis des Zusammenkommens nicht aufzugeben (HebrĂ€er 10,25) – und kein irdischer Staat hat das Recht, die Versammlung von GlĂ€ubigen einzuschrĂ€nken, zu beschneiden oder gar zu verbieten. Wir haben deshalb auch die Untergrundkirchen in LĂ€ndern, in denen der christliche Gemeindegottesdienst seitens des Staates als illegal deklariert wurde, immer unterstĂŒtzt.

Wenn die Regierung den Kirchenbesuch auf eine bestimmte Anzahl von Besuchern eingrenzen will, versucht sie, eine BeschrĂ€nkung durchzusetzen, die es den GlĂ€ubigen unmöglich macht, sich als Kirche zu versammeln. Wenn AmtstrĂ€ger das Singen in Gottesdiensten verbieten, versuchen sie, eine Regelung aufzustellen, die es dem Volk Gottes unmöglich macht, den Geboten von Epheser 5,19 und Kolosser 3,16 zu gehorchen. Wenn Beamte Distanzierung anordnen, versuchen sie, eine BeschrĂ€nkung aufzuerlegen, die es prinzipiell unmöglich macht, die enge Gemeinschaft zwischen GlĂ€ubigen zu erfahren, die in Römer 16,16; 1. Korinther 16,20; 2. Korinther 13,12 und 1. Thessalonicher 5,26 geboten wird. In all diesen Bereichen mĂŒssen wir uns unserem Herrn unterordnen.

Auch wenn wir in Amerika nicht daran gewöhnt sein mögen, dass die Regierung in die Kirche unseres Herrn Jesus Christus eindringt, so ist dies doch keineswegs das erste Mal in der Kirchengeschichte, dass es Christen mit staatlichen Übergriffen oder feindlichen Machthabern zu tun haben. TatsĂ€chlich war die Verfolgung der Kirche durch staatliche Behörden in der gesamten Kirchengeschichte die Norm und nicht die Ausnahme. „Und alle“, so sagt die Schrift, „die gottselig leben wollen in Christus Jesus, mĂŒssen Verfolgung leiden“ (2. Timotheus 3,12). Historisch betrachtet waren die beiden Hauptverfolger der Kirche immer eine sĂ€kulare Regierung oder falsche Religion. Die meisten MĂ€rtyrer des Christentums sind gestorben, weil sie sich weigerten, solchen AutoritĂ€ten zu gehorchen. Dies ist schließlich das, was Christus angekĂŒndigt hat: „Wenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen“ (Joh 15,20). In der letzten Seligpreisung sagte er: „Selig seid ihr, wenn sie euch schmĂ€hen und verfolgen und lĂŒgnerisch allerlei Arges wider euch reden um meinetwillen! Freut euch und seid fröhlich, denn euer Lohn im Himmel ist groß; denn so haben sie auch die Propheten verfolgt, die vor euch gewesen sind“ (Matth 5,11-12).

FĂŒr den Fall, dass sich die Regierungspolitik immer weiter von biblischen Prinzipien entfernt und der rechtliche und politische Druck gegen die Kirche zunimmt, mĂŒssen wir erkennen, dass der Herr diesen Druck möglicherweise als Mittel zur LĂ€uterung benutzt, um die wahre Kirche zu offenbaren. Sich dem staatlichen Übergriff zu beugen, könnte dazu fĂŒhren, dass Kirchen auf unbestimmte Zeit geschlossen bleiben. Wie kann sich dann die wahre Kirche Jesu Christi in einem so feindseligen Klima als eine solche erweisen? DafĂŒr gibt es nur einen Weg: kĂŒhne LoyalitĂ€t gegenĂŒber dem Herrn Jesus Christus.

Selbst dort, wo Regierungen der Kirche wohlwollend gegenĂŒber zu stehen schienen, mussten sich christliche Leiter oft aggressiver Staatsbeamter erwehren. In Calvins Genfer Katechismus mussten zum Beispiel kirchliche AmtstrĂ€ger zeitweise Versuche des Stadtrates abwehren, die zum Ziel hatten, gewisse Aspekte des Gottesdienstes, der Kirchenordnung und der Gemeindezucht zu regeln. Auch die Kirche von England hat sich nie vollstĂ€ndig reformiert, eben weil sich die britische Krone und das Parlament immer in kirchliche Angelegenheiten eingemischt haben. Im Jahr 1662 wurden die Puritaner von ihren Kanzeln verwiesen, weil sie sich weigerten, sich den RegierungsauftrĂ€gen bezĂŒglich des Gebrauchs des „Book of Common Prayer“, des Tragens von GewĂ€ndern und anderer zeremonieller Aspekte des staatlich geregelten Gottesdienstes zu beugen. Der britische Monarch behauptet immer noch, oberster Herrscher und öffentliches Haupt der Anglikanischen Kirche zu sein.

Noch einmal: Christus ist das einzig wahre Oberhaupt seiner Kirche, und wir beabsichtigen, diese lebenswichtige Wahrheit in allen unseren Versammlungen zu ehren. Aus diesem entscheidenden Grund können wir die ĂŒbergriffigen Sperren, die Regierungsbeamte unserer Gemeinde jetzt auferlegen wollen, nicht akzeptieren und werden uns ihnen nicht beugen. Wir geben diese Antwort ohne Groll und auch nicht aus einem kĂ€mpferischen oder rebellischen Herzen heraus (1. Timotheus 2,1-8; 1. Petrus 2,13-17), sondern in dem nĂŒchternen Bewusstsein, dass wir uns vor dem Herrn Jesus fĂŒr die Haushalterschaft verantworten mĂŒssen, die er uns als Hirten seiner kostbaren Herde anvertraut hat.

Unseren Regierungsbeamten sagen wir respektvoll mit den Worten der Apostel: „Entscheidet ihr selbst, ob es vor Gott recht ist, euch mehr zu gehorchen als Gott“ (Apg. 4,19). Und ohne Zögern beantworten wir diese Frage genauso wie die Apostel: „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen!“ (Apg. 5,29).

Es ist unser Gebet, dass jede treue Gemeinde gemeinsam mit uns im Gehorsam gegenĂŒber unserem Herrn feststeht, wie es die Christen durch die Jahrhunderte hindurch getan haben.

Nachtrag

Wenn die Ältesten der Grace Church die ursprĂŒngliche Regierungsanordnung (1. Sperre) akzeptiert und unabhĂ€ngig voneinander mitgetragen haben, geschah dies nicht weil wir glaubten, der Staat habe das Recht, den Kirchen vorzuschreiben, wann, ob, und wie sie Gottesdienste abhalten sollen. Um es klar zu sagen: Wir sind der Überzeugung, dass die ursprĂŒngliche Verordnung ein ebenso unrechtmĂ€ĂŸiges Eindringen der staatlichen AutoritĂ€t in kirchliche Angelegenheiten war, wie es sich momentan darstellt. Da wir jedoch nicht den wirklichen GefĂ€hrlichkeitsgrad des Virus gekannt haben oder vorhersehen konnten, und weil wir uns um das Wohlergehen der Menschen sorgen, gleich wie sich unser Herr darum gesorgt hat, glauben wir, dass der Schutz der öffentlichen Gesundheit vor ernsthaften Ansteckungen eine rechtmĂ€ĂŸige Aufgabe der Christen wie auch der zivilen Regierung ist. Deshalb folgten wir freiwillig den ursprĂŒnglichen Empfehlungen unserer Regierung. Es ist natĂŒrlich legitim, dass sich Christen im Falle einer Krankheit oder einer unmittelbaren Bedrohung der öffentlichen Gesundheit vorĂŒbergehend der Versammlung der Heiligen enthalten.

Als die verheerende Ausgangssperre begann, ging man davon aus, dass dies eine kurzfristige Notlösung sei, mit dem Ziel, „die Kurve abzuflachen“ – das heißt, die Infektionsrate zu verlangsamen, um sicherzustellen, dass die KrankenhĂ€user nicht ĂŒberlastet werden. Und es gab verheerende Prognosen bezĂŒglich der Sterberate. Angesichts dieser Faktoren unterstĂŒtzten unsere Pastoren die Maßnahmen, indem sie sich an die Richtlinien hielten, die fĂŒr die Kirchen erlassen wurden.

Jedoch gaben wir damit unsere geistliche AutoritĂ€t nicht an die sĂ€kulare Regierung ab. Wir entschieden von Anfang an, dass sich unsere freiwillige Entscheidung zur Einhaltung der Richtlinien Ă€ndern werde, wenn sich diese ĂŒber das erklĂ€rte Ziel hinaus erweitern sollten und wenn Politiker sich unangemessen in kirchliche Angelegenheiten einmischen wĂŒrden. Das gleiche gilt, wenn Gesundheitsbehörden BeschrĂ€nkungen hinzufĂŒgen wĂŒrden, die versuchen, den Auftrag der Kirche zu untergraben. Wir trafen jede Entscheidung in bewusster Wahrnehmung unserer eigenen Verantwortung. Wir haben am Anfang schlichtweg die Gelegenheit genutzt, die Anliegen der Gesundheitsbehörden zu unterstĂŒtzen und diese Anliegen auch unter unseren Kirchenmitgliedern zur Geltung zu bringen. Dies geschah aus dem Wunsch heraus, in Sorgfalt und Vernunft zu handeln (Phil. 4,5).

Aber jetzt leben wir nun schon seit mehr als zwanzig Wochen mit unaufgehobenen EinschrĂ€nkungen. Es ist offensichtlich, dass die ursprĂŒnglichen Todesprojektionen falsch waren und das Virus sich nirgendwo als nur annĂ€hernd so gefĂ€hrlich erwiesen hat, wie ursprĂŒnglich befĂŒrchtet. Dennoch sind etwa vierzig Prozent des Jahres vergangen, in denen es unserer Kirche nicht möglich war, sich auf normale Weise zu versammeln. Die Möglichkeit der Pastoren, ihre Herden zu hĂŒten, ist stark eingeschrĂ€nkt worden. Die Einheit und der Einfluss der Kirche sind bedroht. Den GlĂ€ubigen wurden Gelegenheiten verwehrt, um zu dienen und einander beizustehen.

Auch das Leiden von Christen, die in Schwierigkeiten, Angst, BedrĂ€ngnis, Gebrechen oder anderweitigen Sorgen dringend Gemeinschaft und Ermutigung gebraucht hĂ€tten, wurde durch die BeschrĂ€nkungen in einem Ausmaß verschlimmert, das in keiner Weise als gerechtfertigt oder notwendig betrachtet werden kann. Wenn grĂ¶ĂŸere öffentliche Veranstaltungen, die fĂŒr 2021 geplant waren, bereits abgesagt werden, signalisiert man, dass sich Regierungsstellen offensichtlich darauf vorbereiten, die EinschrĂ€nkungen bis ins nĂ€chste Jahr und darĂŒber hinaus aufrechtzuerhalten. Das zwingt die Kirchen, sich zwischen dem klaren Befehl unseres Herrn und dem der Regierenden zu entscheiden. Deshalb, weil wir der AutoritĂ€t unseres Herrn Jesus Christus folgen, entscheiden wir uns freudig dafĂŒr, ihm zu gehorchen.

Stehen Sie uns bei in der UnterstĂŒtzung des biblischen Auftrags, sich zum gemeinsamen Gottesdienst zu versammeln!

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Quelle: https://www.gracechurch.org/news/posts/1988

Veröffentlicht:  24.7.2020

Verfasser: Dr. John McArthur & die Ältesten der Grace Community Church, Sun Valley, California

Homepage der Grace Community Church: https://www.gracechurch.org/

Übersetzung: Dr. Anne Lemnitzer, University of California, Irvine, USA und Dr. Wolfgang Nestvogel, Bekennende Evangelische Gemeinde Hannover, Deutschland (1.8.2020)

Zur UnterstĂŒtzung der Grace Community Church bitte hier unterschreiben (Petition):

https://www.gracechurch.org/forms/786

Link zum Orginaldokument der Versammlungsverordnung in Kalifornien:

http://www.publichealth.lacounty.gov/media/Coronavirus/docs/protocols/Reopening_PlacesofWorship .pdf

Anmerkung zum aktuellen Kontext:

Das erste Versammlungsverbot fĂŒr Großveranstaltungen (eingeschlossen Gottesdienste) galt, Ă€hnlich wie in Deutschland, fĂŒr April/Mai diesen Jahres. Dabei wurde vorausgesetzt, dass die neu erlassenen Regelungen zeitlich befristet sind und schrittweise gelockert werden. Im Juni und zu Beginn des Juli konnten Gottesdienste unter besonderen Maßnahmen wieder stattfinden. Das hier veröffentlichte Statement bezieht sich auf eine erneute, zweite Sperre, die im Juli erlassen wurde und nun speziell und unbefristet jegliche AusĂŒbung von Religionsveranstaltungen, einschließlich Gottesdiensten und anderen Gemeindeveranstaltungen, in Kalifornien verbietet (siehe Link zur Versammlungsverordnung in Kalifornien).

 

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Dienstag 4. August 2020 um 9:09 und abgelegt unter Allgemein.