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Der reiche Mann – ein armer Mann; Schau, wie man sich doch verrechnen kann! (Lk. 12,15-21)

Samstag 19. Oktober 2019 von Thomas Karker


Thomas Karker

Von dem Tod wird nichts mehr berichtet, von dem Herzstillstand, von dem Herzinfarkt, vom Hirnschlag oder was es war, heute hätte man wahrscheinlich das RK benachrichtigt, die Sanitäter wären mit der Sauerstoffmaske gekommen, der Notarzt hätte vielleicht noch gesagt: „Dem Mann kann vielleicht noch geholfen werden‚“ und hätte den Defibrillator angesetzt. Aber, das hätte alles nichts mehr genützt, er war tot. Die Witwe sagt: „Du Liebster,“ die Tochter sagt, „Du Treuster,“ die Oma sagt, „Du Bester,“ und der Text sagt: „Du Narr. Du Dummkopf. Du Blödian.“ Warum? An dem bin ich hängen geblieben. Warum war der eigentlich ein Narr? Ein Dummkopf? Wir wollen uns auf Spurensuche begeben. Welchen Fehler hat er gemacht? Warum war er ein Narr? Warum?

ŒWar er wirklich dumm? Ein einfältiger Typ, der nicht auf 3 zählen konnte? War er ein Bauer, der eine prächtige Ernte auf sich zukommen sieht. Es ist ja gerade seine Pflicht nicht einfach alles zu vergraben, sondern er muss einbringen, er muss planen, er muss rechnen, er muss bauen. Und überhaupt, hat es Joseph in Ägypten anders gemacht? Er machte auch den Vorschlag von Vorratshäusern und er wurde sogleich damit Vizekanzler. Hier sagen wir der kluge Joseph und hier sagen wir: der dumme Mann.

Dann fragen wir: war er ein Wirtschaftstyp? Vielleicht will er nur Getreide horten, einen Milchsee und einen Butterberg anlegen, auf Halde alles stapeln, um sie dann, wenn die Preise wieder anziehen auf den Markt zu schmeißen. Ist er hinter jedem Pfennig her, so wie Teufel hinter jeder armen Seele. War er ein knickriger Geizhals? Von dem steht hier überhaupt nichts.

ŽMan könnte dann noch fragen, war er ein Managertyp? Immer hektisch, der nie ruhe gab, nie relaxte, nie joggte, nie nachgab, einer der immer durchgearbeitet hat, Sonntag und Weihnachten. Ja, bei dem ist der Herzinfarkt vorprogrammiert. Ein raffgieriger Karrieretyp, aber auch davon steht hier keine Silbe.

Der Mann kann einem ja fast sympathisch werden. „Liebe Seele, mach mal Pause, trink mal ne Cola, iss und trink.“ Und das soll ein Narr sein?

Wir müssen näher, noch näher ran auf unserer Spurensuche.

Der reiche Mann hat ja in seinem Monolog nur eine Frage: Was mache ich mit meinem Überfluss.

Vielleicht ist es gerade deswegen ein Wort für unsere Zeit, weil der irdische Sinn, der uns hier vorgestellt wird in der Person des habsüchtigen Bauers, eigentlich der Zeitgeist und die Zeitkrankheit ist in unserer fleischlichen, materiellen Zeit; weil auch am heutigen Sonntag Tausende in unserer Stadt  und in unserem Land anderes im Sinn haben als eine Sonntagsbetrachtung und mit dem reichen Mann sagen: „Liebe Seele, habe nun Ruhe, iss, trink und habe guten Mut;“ ja vielleicht ist hier in diesem Hause heute auch jemand mit einer ähnlichen Herzensstellung wie jener reiche Bauer, dem es nur um Irdisches geht.

Sollte dieser reiche Kornbauer im Gleichnis in der Tat Schicksalsgenossen auch unter uns haben? Sollte sich auch unter uns Einer im irdischen Streben diese Rechenfehler erlauben, alles auf sein Hab und Gut zu setzen?

Der reiche Mann – ein armer Mann; Schau, wie man sich doch verrechnen kann!

Vier grobe Rechenfehler begeht der reiche Mann im Gleichnis in seinem Trachten nach irdischem Hab und Gut:

  1. Rechenfehler: Er vergisst den Geber bei der Gabe;
  2. Rechenfehler: Er vergisst die fremde Not bei eigner Habe;
  3. Rechenfehler: Er vergisst bei sattem Leib das Seelenbrot;
  4. Rechenfehler: Er vergisst beim Weltgetriebe den drohnden Tod.

1. Rechenfehler: Er vergisst den Geber bei der Gabe

Nicht wahr, diese Lage ist uns doch wohl bekannt. Genau so sind wir ja im Grunde auch dran. Wir haben genug zum Leben. Und viele haben sogar mehr als das. Auch unsere Arbeit hat viel eingebracht. Nicht nur unsere Gärten. Es gibt ja noch andere Felder, die Industrie, die Geschäftswelt, das Versicherungswesen, der Geldverkehr. Man muss nur im Wirtschaftsteil der Zeitungen die Berichte lesen über die Messen in Köln und Frankfurt, in Hannover und Leipzig und anderswo, um zu wissen, wie gut die Felder des industriellen und technischen Fortschritts in diesem Jahr getragen haben. Neue Märkte wurden erschlossen für unsere Produkte, neue Handelsverträge mit der ganzen Welt kamen zustande. Ja, es ist so: Unsere Felder haben gut getragen, in jeder Hinsicht.

Und dagegen wendet Jesus nicht das Geringste ein. Er beanstandet in keiner Weise, dass es dem Bauern so gut geht und dass er reich und vermögend ist. Er gönnt uns, dass wir Lebensmöglichkeiten haben, soviel wir brauchen. Und auch das steht keinesfalls unter dem Vorwurf Jesu, dass dieser Mann nun angestrengt überlegt, wie er seinen Überfluss bewältigen kann, dass er plant, seine Pläne verwirft, neue Pläne fertigt und dann zu dem Entschluss kommt: ich muss bauen, erweitern, vergrößern. Kein Wort dagegen!

Nur eines ist hier bedenklich: die Gesinnung.

Hörst du, was der Mann sagt in seinem Selbstgespräch? hast du gezählt wie oft das „ich“ und das „mein“ drin vorkommt? Mein Feld hat mir getragen, was soll ich tun?

Was du tun sollst, reicher Mann, auf deine gesegnete Ernte? Siehe, das hätten dir die Psalmen sagen können im 50. Psalm: „Opfere Gott Dank und bezahle dem Höchsten deine Gelübde!“ und im 106. Psalm: „Danket dem Herrn, denn Er ist freundlich und Seine Güte währet ewiglich.“ Aber daran denkt der Mann mit keinem Gedanken; über der Gabe vergisst er den Geber. Da hören wir nichts als „ich“ und wieder „ich“ und „mein“ und wieder „mein.“ Von einer Segenshand, die ihm das alles gegeben hat, von einem Danke, den er ihr schuldet, weiß sein Herz nichts.

Gibt’s irgendwo einen Gewinn einzuziehen: wie machen’s die Leute? Der Eine lobt seine solide Arbeit, womit er’s verdient, der Andere seine klugen Berechnungen, womit er’s erzwungen, der Dritte sein gutes Glück, das ihm gelächelt, der Vierte sagt achselzuckend: hätte können noch besser ausfallen, der Fünfte plagt sich gleich mit der Sorge: was ist nun zu tun, das Gewonnene zu erhalten und zu mehren? Aber kaum einer gibt Gott die Ehre, dem gütigen Gott, von dem alle gute und vollkommene Gabe kommt. – Ein grober Rechenfehler, meine Lieben!

Der reiche Kornbauer vergisst seinen Gott und nimmt sein Gut als sein Eigentum hin, über das er sich vor niemand zu verantworten hätte. Es hat einmal jemand gesagt, wenn man die Menschen kennen lernen wolle, müsse man nur darauf achten, wie viel mal sie in einer Viertelstunde „ich“ sagten – dann höre einmal hier den reichen Toren: siebenmal ist nur von ihm, von Gott aber gar nicht die Rede. Weder das Wort „Gott“ noch das Wörtlein „Dank“ steht in seinem Lexikon. Das ist die Grundmelodie seines Denkens und Handelns: ich, meiner, mir, mich.

Wer ist reicher, der hochmütige Kornbauer im Gleichnis, der mit geschwollener Brust stolz seine Getreidesäcke zählt, als wäre das alles sein, oder der fromme Erzvater Jakob, der demütig beim Blick auf seinen Reichtum ausruft: Herr, ich bin zu gering aller Barmherzigkeit und Treue, die Du an Deinem Knechte getan hast? (1. Mose 32,10) – O gewiss Jakob; denn mit dem Geschenk, das er in Empfang genommen, ergreift er zugleich die Vaterhand, den Vaterarm der ihn segnet, das Vaterherz, das ihn liebt.

O das macht erst recht froh an guten wie in bösen Tagen, wenn man weiß und bekennt: vom Himmel kommt mir der Segen, der Herr ist mein Hirt, mir wird nichts mangeln! Dann haben wir bei der Einnahme unseres irdischen Guts die rechte Antwort auf die Frage: was soll ich tun? Am guten Tag heißt die Antwort: Danket dem Herrn, denn er ist freundlich und Seine Güte währet ewiglich. Und am bösen Tag heißt die Antwort: Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf Ihn, er wird’s wohl machen.

2. Rechenfehler: Er vergisst die fremde Not bei eigener Habe.

Einen zweiten Rechenfehler begeht der reiche Mann im Gleichnis bei der Verwaltung seines Vermögens: er vergisst die fremde Not bei eigener Habe. „Was soll ich tun? ich habe nicht, wo ich meine Früchte hintun kann. Ich will meine Scheunen abbrechen und größere bauen . . .“ O du armer Mann! Wer an Gott denkt, der ihm alles gegeben hat, der wird dann auch des armen Bruders gedenken, der auf Hilfe wartet.

Daran hat der reiche Kornbauer so wenig gedacht wie an seinen Gott. Was für Sorgen und Verlegenheiten bereitet ihm sein überreicher Erntesegen! Wo soll ich hin damit? Wohin? Ach, wie vielen ist die Unterbringung ihres Kapitals eine dauernde Sorge und Frage: wo sind die sichersten Banken und besten Hypotheken? Wie schwankt da das Herz mit dem Steigen und Fallen der Papiere hinauf und hinunter! Wo sind die diebes- und feuerfesten Schränke, die keine Diebe aufbrechen können?

„Alles, was mir gewachsen ist: meine Güter, meine Früchte will ich sammeln“ – sehet, da steckt schon ein großer Irrtum. – Meinst du, das alles Gewachsene: deine Früchte und deine Güter dir gehören? – „Und warum nicht? Ist’s nicht mein Acker, darauf sie gewachsen sind? Ist’s nicht mein Schweiß, der darüber geflossen ist? Ist’s nicht meine Ernte, die ich eingeholt habe?“ – Ja, so denkt freilich Walter Weltmensch. Aber Gottes Kinder, die denken anders. Die denken: ich bin Gottes Haushalter auf Erden, und alles, was ich habe, das gehört nicht mir, sondern das gehört zuerst Ihm, der mir’s geliehen hat. Und dann gehört es auch den Brüdern, denen ich mit meinen Gaben dienen soll, denen ich aushelfen soll mit meinem Überfluss. So haben die ersten Christen gedacht, von denen es heißt: „Keiner sagte von seinen Gütern, dass sie sein wären.“

Die Antwort auf das Wohin hätte er leicht finden können. „Brich dem Hungrigen dein Brot und führe die, so im Elend sind, in dein Haus.“ Seine vollen Scheunen sollen ihn an die leeren seiner Brüder erinnern. Gott gab, damit er aus seinem Überfluss geben sollte.

Heinrich Kemner hat auf die Frage, wie viel wir geben sollen eine gute Antwort: „So jetzt nimmt jeder einmal sein Portmonee heraus und holt da 5 Mark heraus.“ Nachdem die Zuhörer das getan hatten sagte er: „Und die könnt ihr jetzt behalten, alles andere in die Opferschale.“

Nun, da schlucken wir ganz schön, aber wie viel sollen wir denn jetzt geben? Die Bibel ist ja voller praktischer Anweisungen, und wir lesen da in Mal. 3,10: „Bringt den 10. in mein Kornhaus…“ Du wirst vielleicht wieder sagen: „Man, ich komme ja schon mit dem was ich so habe kaum aus, dann noch 10%, das ist zu viel.“ Ich will Dir eine kleine Geschichte erzählen, die einer unserer Jungens beim FSJ Jahr in Ecuador erlebt hat.

Er war ein Jahr mit der LM in Ecuador und hat dort Gemeindearbeit gemacht. Als FSJler bekommt man ca 100 € Taschengeld, uns davon müssen sie, die FSJler, sich auch noch die Verpflegung kaufen. Wie wir uns einmal über Skype unterhalten haben, da fragte er mich, ob er auch den 10. geben solle, sie hätten darüber in einer Bibelarbeit nachgedacht. Er sagte, dass dies für sie doch nicht gelten würde, da sie ja auf Spendenbasis arbeiten würden und überhaupt mit 100 € kämen sie nur knapp über die Runden und dann nur noch 90 €! Wie sollte das gehen? Ich ermutigte ihn doch dem biblischen Worte gemäß zu handeln, was sie dann wohl auch getan haben.

Wochen später skypten wir wieder und er erzählte, dass sie Außergewöhnliches erlebt hätten: Sie wären in einem großen Supermarkt zum wöchentlichen Einkauf gewesen, der Einkaufswagen war randvoll und nun standen sie in einer Schlange an einer Kasse. Sorgenvoll haben sie alle in ihre Geldbeutel geschaut um einen Überblick zu bekommen, ob das wohl reichen könnte. Als sie als nächste ihre Waren auf das Förderband legen wollten ertönte eine Lautsprecherdurchsage, dass gerade an der Kasse, wo sie jetzt standen, der nächste Kunde, der bezahlen wollte den ganzen Inhalt des Einkaufswagen umsonst bekommen würden, dies wäre gerade eine besondere Aktion des Hauses.

So hat sich Gott zu dem Glaubensgehorsam der FSJler gestellt.

Nein, so lang es noch Arme gibt, soll kein Christ in Verlegenheit kommen: wohin mit meinem Überfluss?

Darum, liebe Freunde, wenn Gott dir einmal ein Übriges gibt, dann mach nicht den Rechenfehler und vergiss die fremde Not bei eigener Habe; denk nicht bloß an dich, an das neue Kapital, das du anlegen, oder an das neue Haus, das du herrichten, oder an den neuen Acker, den du kaufen, oder an das neue Kleid, das du dir anschaffen willst, sondern denk auch an den armen Bruder: Wer sich des Armen erbarmet, der leihet dem Herrn, der wird ihm wieder Gutes vergelten. (Spr. 19,17)

3. Rechenfehler: Er vergisst bei sattem Leib das Seelenbrot.

Den dritten Rechenfehler macht der reiche Mann im Text beim beabsichtigten Genuss seiner Habe. Er vergisst bei sattem Leib das Seelenbrot, die hungernde Seele. – Wie? die eigene Seele vergisst er? Aber wie freundlich meint er’s mit der! „Und will sagen zu meiner Seele: liebe Seele, du hast einen großen Vorrat auf viele Jahre! habe nun Ruhe, iss, trink, und habe guten Mut.“ Da ist wieder jedes Wort ein Irrtum.

Als ob Essen und Trinken das Einzige wäre, was zum guten Mut gehört, als ob volle Kühlschränke eine Seele satt machen könnten! Ich sehe sie vor mir, die Weltmenschen von heute, deren Leben ganz aufgeht im Trachten nach irdischen Dingen: ihr Gott der Bauch, ihr Schatz der Mammon, ihr Schmuck schöne Kleider, ihr Gesetz: du musst reich werden, ihr Evangelium: gut Essen und Trinken, ihre Sonntagsfeier: lasst uns feiern und entspannen, ihr Paradies und Himmelreich sind die Vergnügungspaläste dieser Welt.

O jämmerliche Rechnung: den Leib mästen und die Seele verderben lassen!

Lasset euch vom Herrn mahnen: „Niemand lebet davon (wird davon wahrhaft glücklich, hier oder dort), dass er viele Güter hat.“ Wir brauchen eine gewisse Hoffnung des ewigen Lebens, nach dem Spruch Christi: trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das Übrige alles zufallen.

Seele, was ermüdst du dich

In den Dingen dieser Erde,

Die doch bald verzehren sich

Und zu Staub und Asche werden!

Suche Jesus und sein Licht

Alles andre hilft dir nicht.

4. Rechenfehler: Er vergisst beim Weltgetriebe den drohnden Tod.

Aber das ist der vierte Rechenfehler des Kornbauern. Er vergisst beim Weltgetriebe den drohenden Tod. – Er hat ja auf Jahre hinaus klug gerechnet. Schon sieht er im Geiste die neuen Scheunen dastehen, da greift eine gewaltige Hand in seine Träume herein und macht ihm einen schwarzen Strich durch seine Rechnung.

Unsere Zeitrechnungen und sein Zeitpunkt, die prallen hier hart aufeinander. Wer nicht mit dem Tode rechnet, der verrechnet sich gründlich liebe Freunde. Wer die Tatsache des Todes nicht einkalkuliert ist ein kompletter Narr.

Die mittelalterlichen Mönche sagten zu einander: Memento mori. Gedenke, dass Du sterben musst.

Wo der reiche Mann Gottes Mahnung verachtet, für Seine Stimme kein Ohr und keine Zeit gehabt hatte in seinem Weltgetriebe, spricht Jesus jetzt markdurchdringend: „Du Narr! Du Narr! Diese Nacht wird man deine Seele von dir fordern!“ Du Narr – das ist eine harte Rede. Und dabei hatte dieser Mann nichts anderes getan, als umsichtig sein Kapital angelegt und seine Güter gesichert. Auf den ersten Blick hat er keines der göttlichen Gebote übertreten. Und dennoch war das entscheidende Gottesgebot verletzt: Ich bin der Herr, dein Gott, du sollst keine andern Götter, keine irdischen Höchstwerte neben mir haben.

Der Mann wollte sein Leben sichern, weil man ja nicht wissen kann, was die Zukunft bringt, und hatte doch das Allergewisseste, das auf uns zukommt, außer acht gelassen: den Tod. Diese Nacht, diese Nacht! Verkehrsunfall. Mord. Blitzschlag. Herzinfarkt. Gehirntumor. Krebs… Diese Nacht! Und wer bekommt dann, das du gerafft hast? Wird er seine Scheunen mitnehmen? Nichts davon als 6 Bretter zum Sarg!

Niemand lebt davon, dass er viele Güter hat, ein volles Bankkonto, Aktien, krisensichere Wertpapiere, Grundstücke, Mietshäuser, Eigentumswohnungen, Fabrikgebäude oder auch nur das regelmäßig auf dem Konto erscheinende Monatsgehalt. Niemand lebt davon, niemand.

Luther hat für solche Menschen zwei Formulierungen: Erstens sagt Luther: sie hängen am Geschaffenen. Es ist wie ein Insekt im Spinnennetz man versucht sich zu lösen und verstrickt sich immer mehr. Wer Jesus nicht kennt muss an irgendetwas anderem hängen und verstrickt sich an irgendetwas anderem und kommt nicht mehr raus, ob es Drogen sind, Sexualität ist, Musik ist, Literatur, wer Gott vergisst der hängt in einem Netz. Und der Mann hat nur noch Getreide und Silos und sein Geld im Kopf. Luther sagt zweitens: Er ist verkrümmt in sich selbst. Er dreht sich nur noch um sich selbst und dann kommt der Sturz. „Diese Nacht wird man deine Seele, dein Leben von dir fordern.“

Dein Leben ist verfehlt, und stürzt dann ins Bodenlose. Dafür hat die Bibel ein Wort, die Hölle. Es ist nicht gut wenn wir dieses Wort verdrängen. Da brauchen wir nicht an eine Folterkammer denken und kleinen Teufelchen. Das Leben, das ich auf dieser Erde führe wird dann ewig von Gott getrennt sein. Und dann bekommt es den Stempel der Unendlichkeit nach dem Tod. Hölle heißt einmal nichts anderes als an das gebunden sein, was wir auf Erden vergöttert haben.

Liebe Freunde, das Gleichnis gipfelt ja in der Frage Jesu: Wofür leben wir eigentlich? Leben wir von dem und für das, was wir an irdischen Gütern haben? Wenn das unser ganzer Besitz ist, dann sind wir arm bei allem Wohlstand. Es geht ja im letzten und tiefsten Grunde um das Leben selbst. Reich in Gott heißt nichts anderes als das was Jesu sagt: „Ich bin das Leben, bei mir ist volle Genüge zu haben!“ „Ich selbst“ sagt Jesus „bin das Leben.“ Der ist reich in Gott, der durch Wort und Sakrament aus Jesu guter Hand lebt, der unter der Weisung des göttlichen Wortes durch seine Tage geht und begleitet von diesem Wort die Pforte des Todes durchschreitet.

So lassen sich die 4 Rechenfehler des reichen Mannes umgehen.

Alles, alles, was wir sehen,
Das muss fallen und vergehen;
Wer Jesus hat, bleibt ewig stehen.

Amen

Prädikant Thomas Karker, St. Markus Gemeinde Bremen den 06.10.2019

 

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Samstag 19. Oktober 2019 um 10:44 und abgelegt unter Predigten / Andachten.