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Studie: Alarmierender Anstieg von Transgender-W√ľnschen bei Jugendlichen

Mittwoch 5. Dezember 2018 von IMABE


IMABE

Der rasante Anstieg von Kindern und Jugendlichen, die Probleme mit ihrer Geschlechtsidentit√§t haben, birgt viele offene Fragen. Allein in Gro√übritannien stieg die Zahl der Minderj√§hrigen, die sich zwischen 2009 und 2017 einer Transgender-Behandlung unterzogen, von 97 auf 2.519 F√§lle, was einer 25-fachen Steigerung gleichkommt. Innerhalb der Gruppe stieg der Anteil der M√§dchen mit Geschlechtsdysphorie (GD) gar um 4.500 Prozent. Die britische Ministerin f√ľr Frauen und Gleichberechtigung, Penny Mordaunt, m√∂chte nun die Ursachen f√ľr diese extreme Zunahme untersuchen lassen. Auch in den USA waren unter den GD-betroffenen Teenagern 2009 noch weniger als die H√§lfte weiblich (41 Prozent). Bis 2017 stieg diese Zahl auf fast 70 Prozent.

Das Gef√ľhl, im falschen K√∂rper zu sein, bedeutet nicht zwingend auch eine Geschlechtsdysphorie (GD) oder Geschlechtsidentit√§tsst√∂rungen (GIS), wie zwei aktuelle Studien nahelegen. So waren in Gro√übritannien bei rund 35 Prozent der an die Londoner¬†Tavistock Clinic¬†√ľberwiesenen Jugendlichen m√§√üige bis schwer autistische Merkmale festzustellen, berichtet Co-Autorin Bernadette Wren, die seit 25 Jahren an dieser auf Transgender-Kinder spezialisierten Klinik arbeitet und die Abteilung der Klinischen Psychologie leitet. Psychotherapeuten warnen davor, dass Kinder falsch behandelt werden. Die britischen, im¬†Archives of Disease in Childhoodpublizierten britischen Zahlen legen nahe, dass 150 Kinder und Jugendliche f√§lschlich als Transgender diagnostiziert und dann unn√∂tigen Hormontherapien mit starken Nebenwirkungen unterzogen worden sind, mit teils irreversiblen Folgen.

Immer h√§ufiger tritt auch das Ph√§nomen auf, dass Jugendliche, die in der Vergangenheit keine geschlechtsspezifische St√∂rung hatten, pl√∂tzlich mitteilten, transgender zu sein. Eine in¬†PLOS¬†publizierte Studie (August 16, 2018) setzt diese sog.¬†Rapid Onset Gender Dysphoria¬†mit Gruppendruck und einer verst√§rkter Nutzung von sozialen Medien und einschl√§gigen Webseiten in Zusammenhang. Studienleiterin Lisa Littmann vom Institut f√ľr Verhaltens- und Sozialwissenschaften der¬†Brown University School of Public Health¬†vermutet eine Form von ‚Äěsozialer Ansteckung‚Äú.

In den von Minderj√§hrigen, die pl√∂tzlich eine GIS und GD zeigten, frequentierten Social-Media-Gruppen war es zu einem regelrechten Cluster-Outbreak gekommen. Bei der GD k√∂nnte es sich laut Littmann um eine Coping-Strategie handeln, √§hnlich wie eine Anorexie oder nichtsuizidales selbstverletzendes Verhalten, hinter denen andere psychische Probleme stehen. Die Medizinerin h√§lt fest, dass bei 62,5 Prozent der betroffenen Jugendlichen eine oder mehrere psychiatrische St√∂rungen diagnostiziert wurden, bevor sie ank√ľndigten, dass sie trans waren. 48,4 Prozent hatten eine Stress- oder Traumaerfahrung. 45 Prozent zeigten selbstverletzendes Verhalten und 58 Prozent wiesen Schwierigkeiten in der Gef√ľhlsregulation auf.

Littmanns Studie stie√ü auf starken Widerspruch, ihr wurde ‚ÄěTransphobie‚Äú vorgeworfen. Der australische Psychiater Roberto D’Angelo hingegen h√§lt Littmanns Ansatz f√ľr wichtig. Es sei notwendig, eine Patientengruppe klar zu identifizieren, um sowohl vor √úber- als auch Unterdiagnosen zu sch√ľtzen. Auch der deutsche Kinder- und Jugendpsychiater Alexander Korte von der¬†Universit√§t M√ľnchen¬†mahnte k√ľrzlich am¬†Kongress f√ľr Kinder- und Jugendmedizin in Leipzig¬†zu gr√∂√üerer diagnostischer Umsicht. Geschlechtsinkongruenz und GD w√ľrden heute zunehmend als Sinnangebote funktionieren: Sie w√ľrden Jugendlichen die M√∂glichkeit geben, ihrem individuellen Leiden in einer zu ihrer Zeit passenden und in ihrer Kultur akzeptierten Form Ausdruck zu verleihen. ‚ÄěSie verhei√üen gleichzeitig Aufmerksamkeit und Status des Besonderen‚Äú, so Korte.

Die klinische Psychologin Bernadette Wren hatte bereits Anfang 2018 vor einem zunehmenden Druck auf Kinder gewarnt, psychische Probleme scheinbar zu l√∂sen, indem sie ihr Geschlecht √§ndern (vgl.¬†IMABE 02/2018). Die nun vom britischen Ministerium in Auftrag gegebene Studie soll u. a. kl√§ren, welche Rolle soziale Medien und Schulen f√ľr die Ausweitung der Transgender-Problematik bei Kindern spielen.

Quelle: Institut f√ľr medizinische Anthropologie und Bioethik, www.imabe.org (November 2018)

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Mittwoch 5. Dezember 2018 um 9:35 und abgelegt unter Allgemein.