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Gemeinde Jesu hat Zukunft

Freitag 27. April 2018 von Pfr. Ulrich Hauck


Pfr. Ulrich Hauck

Gemeinde Jesu hat Zukunft [1]

Sie bzw. Ihr alle seid hoffentlich davon ĂŒberzeugt: Als Christen lebt ihr in einer Gemeinde mit Zukunft!

Da mein Herz fĂŒr die Gemeinde und das Gemeindepfarramt schlĂ€gt, betrachte ich dieses Thema in einer praktischen Zugangsweise. Wer also eine dogmatische Darlegung von Gemeinde erwartet, den kann ich mit Freude auf die zahlreiche Literatur zu diesem Thema verweisen.[2] Meinen Vortrag gliedere ich in fĂŒnf „Schlaglichter“, die die Lage der Gemeinde Jesu in der volkskirchlichen Situation in Deutschland beleuchten:

  1. Gemeinde Jesu ist getragen und trÀgt
  2. Gemeinde Jesu ist bedrÀngt
  3. Gemeinde Jesu bleibt bewahrt
  4. Gemeinde Jesu wird reformiert
  5. Gemeinde Jesu lebt in Aufbruch und Verheißung

1. Gemeinde Jesu ist getragen und trÀgt

Wenn Sie in den letzten Jahren die weltliche und kirchliche Presse verfolgt haben, dann ĂŒberschattet ein Wort die Landeskirchen – das Wort „Krise“.[3]

  • Glaubenskrise: Nur noch 20 Prozent der Kirchenmitglieder glauben an die leibliche Auferstehung der Toten. Und 90 Prozent der Pfarrerschaft glaubt nicht mehr, was im Apostolischen Glaubensbekenntnis festgehalten ist.
  • Mitgliederkrise: Bis 2030 verliert die Kirche weitere 20 Prozent ihrer Mitglieder. Schon heute gehören kaum mehr als 50% der deutschen Bevölkerung zu den beiden großen Kirchen. In die Gottesdienste gehen weniger als 4% ihrer Mitglieder, und das bei einer noch beschönigenden ZĂ€hlweise.[4]
  • Finanzkrise: Bis 2030 wird die Kirche die HĂ€lfte ihrer Finanzkraft verlieren.[5] Schon jetzt zahlt nur 1/3 der Kirchenmitglieder Kirchensteuer. Von hundert Euro Kirchensteuer kommt nur noch ein kleiner Teil in die Kirchengemeinde zurĂŒck[6], nach der Berechnung eines Kollegen sind es kaum mehr als 7 €, also „7% ihres Kirchensteueraufkommens bleiben, um eine örtliche Gottesdienstkultur mit Kirche, Kirchendienst, Organist usw. aufrechterhalten zu sollen, was so nicht mehr möglich ist“.[7]
  • Personalkrise: Nur noch 10 Pfarrer treten jĂ€hrlich in den Dienst der PfĂ€lzischen Landeskirche, aber 25 in den Ruhestand. Gemeindepfarrstellen können zunehmend nicht mehr bzw. lĂ€ngere Zeit nicht mehr besetzt werden.

Wie wird es also mit Kirche und Gemeinde weitergehen? Kann Kirche und Gottesdienst die Menschen heute ĂŒberhaupt noch erreichen? Gibt es bald keine Gottesdienste und keine Gemeinde mehr? Haben wir als Gemeinde Jesu eine Zukunft?

Im Apostolischen Glaubensbekenntnis bekennen wir:

Ich glaube 
 die heilige, christliche Kirche.

Die Kirche Jesu, die Gemeinde Jesu[8] – ich benutzte beide Begriffe hier parallel – hat Zukunft, weil sie heilig ist. Gott ist heilig, und er hat sich seine Kirche ausgesondert. Und was zu Gott gehört, das ist heilig. Erworben hat sich diese Kirche Jesus Christus mit seinem Opfertod auf Golgatha. Am tiefsten Punkt der Weltgeschichte, als der Sohn Gottes ans Kreuz geschlagen wurde, dort ist das Fundament gelegt fĂŒr die eine, heilige, christliche Kirche[9], die am ersten Pfingstfest durch den Heiligen Geist ins Leben gerufen wurde.

Die wahre Kirche Jesu Christi befindet sich deshalb auch nicht in den PalĂ€sten dieser Welt, nicht in den Schaltzentralen der MĂ€chtigen, auch nicht in einer einzigen Konfession, auch nicht in den kirchlichen Behörden oder Dekanaten, sondern dort wo Menschen glauben, das heißt vom Heiligen Geist zum Umkehr gefĂŒhrt werden, getauft werden, Christus bekennen und ihm nachfolgen und sich Sonntag fĂŒr Sonntag unter Gottes Wort versammeln und das Heilige Abendmahl gemĂ€ĂŸ der Einsetzung Jesu miteinander feiern.[10]

An dieser Stelle könnte man jetzt theologisch reflektieren: ĂŒber die sichtbare und unsichtbare Kirche; ĂŒber verschiedene Konfessionen und die Ökumene; ĂŒber Kirche als corpus permixtum, bestehend aus GlĂ€ubigen und Heuchlern. Und wer die auch Ă€ußerlich perfekte Gemeinde fĂŒr sich sucht, der wird sie nicht finden, weil wir in dieser Welt noch zugleich gerecht und SĂŒnder sind – simul justus et peccator.

Dennoch gilt: Die Gemeinde Jesu ist heilig, sie ist himmlisch, sie ist aber auch geerdet und sie ist getragen und sie trĂ€gt, weil sie auf den festen Grund- und Eckstein Jesus Christus erbaut ist.[11] Deshalb muss sie auch nicht vor Krisenzahlen erstarren[12], ihre entscheidende Blickrichtung geht weder auf die Finanzen, noch auf die gesellschaftliche Anerkennung, noch auf die Mitgliederzahl. Und auch die Jugend ist nicht die Zukunft der Kirche, wie von manchen Kirchenleuten immer wieder behauptet wird. Dietrich Bonhoeffer sagte in seinen 8 Thesen ĂŒber die Jugendarbeit in der Kirche: „Die Zukunft der Kirche ist nicht die Jugend, sondern der Herr Jesus Christus allein.“[13]

Deshalb finden wir im ‚Gottesdienst der feiernden Gemeinde Jesu‘ die Antwort auf die Frage, ob die Gemeinde Jesu eine Zukunft hat. Wir sind die Kirche: Die sonntĂ€gliche Versammlung der Heiligen im Gottesdienst ist der Leib Christi und Christus selbst ist unser Haupt.[14] Dank sei Gott, dass wir persönlich erleben dĂŒrfen: Die Gemeinde Jesu ist getragen und trĂ€gt.

2. Gemeinde Jesu ist bedrÀngt

Wenn Sie diese Überschrift hören, fallen Ihnen sicherlich viele bedrĂ€ngte Christen ein. Angefangen bei den Aposteln, im Mittelalter vielleicht Jan Hus oder Martin Luther, wĂ€hrend der Nazidiktatur Dietrich Bonhoeffer, aktuell vielleicht Pastoren, die weltweit in GefĂ€ngnissen sitzen. Open Doors, die Hilfsaktion MĂ€rtyrerkirche und idea-Spektrum weisen immer wieder darauf hin. Setzen wir uns fĂŒr diese Glaubensgeschwister ein und beten wir fĂŒr sie!

Ich möchte aber jetzt nicht das ganz große Rad drehen, sondern einmal schauen, wie und wodurch die Gemeinde Jesu Christi mitten unter uns bedrĂ€ngt ist.

ZunĂ€chst hinfĂŒhrend ein Zitat: „Nicht daran krankt unsere Kirche, dass wir das unfehlbare Lehramt eines Papstes ablehnen, sondern daran, dass wir zu viele in unseren Reihen haben, die dieses unfehlbare Lehramt gerne ausĂŒben möchten. Bei uns ist fast jeder Pfarrer, ja fast jedes Kirchenglied ein unfehlbarer Papst. Denn jeder tut, was er will. Jeder glaubt, was er will. Jeder bekennt, was er will. Und jeder liest und versteht seine Bibel, wie er will. Und wir glauben, dass dieser Zustand dem entspricht, was wir als Kronerbe unserer reformatorischen VĂ€ter in dieser Welt zu vertreten haben: Die Gewissensfreiheit des Christenmenschen. Auf Grund dieses Zustandes erhebt sich in unserer Kirche ein vielzĂ€hliges und vieldeutiges Stimmengewirr und in diesem Stimmengewirr geht die eine Stimme unter, die wir allein zu hören haben.“[15]

Als ich dieses Zitat zum ersten Mal las, dachte ich: Ja genau, hier ist unsere Situation zutreffend beschrieben. Überrascht war ich dann allerdings, als ich las, dass dieses Zitat ĂŒber 70 Jahre alt ist. Es stammt von Pfarrer Heinz Wilhelmy, aus der Predigt zur Eröffnung der vorlĂ€ufigen Landessynode in der Pfalz im August 1946.

Gewissen, die nicht mehr an Gottes Wort gebunden sind, sondern eine beliebig gewordene Freiheit des Einzelnen legitimieren sollen – das ist bis heute unser Problem. Ebenso wie das Überhören der einen Stimme – wir könnten auch sagen, das Bestreiten der einen Wahrheit.[16]

Genau dieses PhĂ€nomen hat Ulrich Parzany in seinem neuesten Buch „Was nun, Kirche?“ beschrieben: „Die Pfarrer bringen ihre unterschiedlichen, oft sogar gegensĂ€tzlichen theologischen Unterschiede 
 ein. Ich rede jetzt nicht von geringfĂŒgigen Unterschieden 
 Es geht um die Grundfragen 
: Ist die Bibel Gottes Wort? Ist Jesus tatsĂ€chlich auferstanden? War sein Grab leer? Wurde Jesus von der Jungfrau Maria geboren? Trug Jesus am Kreuz stellvertretend fĂŒr uns das Gericht Gottes? Gelten die Gebote Gottes heute? Wird Jesus wiederkommen zur Auferweckung der Toten, zum Weltgericht und zur Erschaffung des neuen Himmels und der neuen Erde?“[17] Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hat diese Unterschiedlichkeiten innerhalb der Kirche mit der These zusammengefasst „Das Christentum hat sich von der Wahrheit verabschiedet.“[18]

Als ich im letzten Sommerurlaub dann „Das Buch der Mitte“ von Vishal Mangalwadi (indischer Christ, Philosoph und Theologieprofessor) gelesen habe, ist mir sehr deutlich geworden, dass die Frage nach der Wahrheit ganz eng verknĂŒpft ist mit der Frage nach der Macht. Mangalwadi beschreibt, wie „aus der frommen Kirche Christi die mĂ€chtige Kirche Roms geworden“[19] ist, ausgestattet mit kirchlicher und weltlicher Macht. „Diese Macht verblendete die KirchenfĂŒhrung derart, dass sie begann, die Nachfolger Christi genauso zu verfolgen, wie es ĂŒber tausend Jahre zuvor die römischen Herrscher getan hatten. Die PalĂ€ste der Bischöfe wurden zu Folterkammern fĂŒr hingegebene Christen.“[20]

Das soll jetzt keine Katholikenschelte sein, sondern mir ist klar geworden, wie vergleichbar in vielen evangelischen Kirchen die Macht ĂŒber der Wahrheit dominiert, wenn auch mit anderen Mitteln.[21] Mangalwadi öffnet uns den Blick dafĂŒr, dass es den kirchlichen Machtapparaten nicht in erster Linie um das Evangelium und die Wahrheit geht, sondern eben um die Macht, um das Eigene. Deshalb ist man auch bereit, sich dem Zeitgeist anzupassen, sich politisch anzubiedern, den eigenen Verstand höher zu setzen als Gottes Wort.

Mangalwadi schreibt: „Die Bibel bleibt eine Bedrohung fĂŒr alle, die wollen, dass der Mensch mehr Macht hat als Gott.“[22] Deshalb wird die Bibel bis heute bekĂ€mpft. Wenn Kirchenleitungen und Synoden das Wort Gottes umdeuten oder fĂŒr nicht mehr gĂŒltig erklĂ€ren, dann geht es letzten Endes darum, keine AutoritĂ€t ĂŒber sich haben zu wollen und Macht auszuĂŒben.

Nicht an ihrem Ă€ußeren Schein und ihrer Anerkennung in der Gesellschaft kann man den Zustand von Kirchen ablesen, sondern an ihrer Treue zum Wort Gottes und am Hochhalten seiner Gebote. Allein daran kann man erkennen, ob eine Kirche wahre oder falsche Kirche ist. Dies hat auch Prof. Reinhard Slenczka in einem Gutachten dargelegt: „Es gibt nur den Anspruch und Nachweis, wahre Kirche Jesu Christi in der Übereinstimmung mit Schrift und Bekenntnis zu sein.“[23]

An einigen aktuellen Beispielen will ich nun aufzeigen, dass in Deutschland die eigentliche BedrĂ€ngnis nicht von außen, aus der Gesellschaft, kommt. Nein, es ist eine BedrĂ€ngnis von innen.[24] Indem innerhalb der Kirche die Wahrheit und damit Jesus Christus in Frage gestellt wird[25], beginnt die VerfĂŒhrung[26] und BedrĂ€ngung[27] der Christen.

Ich erwĂ€hne noch einmal das Apostolische Glaubensbekenntnis als Beispiel. Es gibt fast keine Zeile mehr darin, die innerhalb der Pfarrerschaft nicht umstritten ist bzw. von einem großen Teil abgelehnt wird. Wie weit verbreitet der Unglaube in der Kirche ist, erkennt man auch an Aussagen der Reformationsbotschafterin Margot KĂ€ĂŸmann. In einem Spiegel-Interview hatte sie u.a. gesagt „Ich denke, dass Josef im biologischen Sinne der Vater Jesu war“[28]. Damit erklĂ€rt sie mindestens zwei Aussagen des Glaubensbekenntnisses fĂŒr falsch: a) Empfangen durch den Heiligen Geist, b) Geboren von der Jungfrau Maria. Und das Schlimmste daran ist nicht, dass Frau KĂ€ĂŸmann dies bestreitet und die Bibel als Wort Gottes damit als LĂŒge bezeichnet. Nein, das Schlimmste ist, dass die Kirchenleitungen und Synoden ihr nicht widersprachen und ihr die Beauftragung als Reformationsbotschafterin nicht aberkannten.

Aber auch das „sola scriptura“ hat in der evangelischen Kirche keine GĂŒltigkeit mehr. In der EKD-Schrift zur Reformation heißt es: „Seit dem siebzehnten Jahrhundert werden die biblischen Texte historisch-kritisch erforscht. Deshalb können sie nicht mehr so wie zur Zeit der Reformatoren als »Wort Gottes« verstanden werden. Die Reformatoren waren ja grundsĂ€tzlich davon ausgegangen, dass die biblischen Texte wirklich von Gott selbst gegeben waren. Angesichts von unterschiedlichen Versionen eines Textabschnitts oder der Entdeckung verschiedener Textschichten lĂ€sst sich diese Vorstellung so nicht mehr halten. Damit aber ergibt sich die Frage, ob, wie und warum sola scriptura auch heute gelten kann.“[29]

Ulrich Parzany hatte im November 2017 bei unserer NbC-Profil-konferenz in Neustadt-Lachen darlegt, dass ohne das „sola scriptura“ auch das „solus christus“ keinen Bestand mehr hat.[30]

Diese ganze Infragestellung der Wahrheit von Gottes Wort und damit von Jesus Christus selbst[31] wird deutlich im Umgang und in der Bewertung des Islam. Ich will an dieser Stelle gar nicht das Thema Islam vertiefen; das ist heute nicht mein Thema und Sie finden dazu genĂŒgend gute BĂŒcher und Artikel.[32] Ich will vielmehr eine zeichenhafte Tat in Erinnerung rufen, die vor ĂŒber einem Jahr hohe Wellen geschlagen hatte. Am 20. Oktober 2016 hatten der EKD-Ratsvorsitzende, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, und der Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx den Tempelberg in Jerusalem besucht und beim Gang zur Klagemauer und Al-Aksa-Moschee ihre Amtskreuze vorher abgelegt.[33]

Das war kein Missgeschick. Selbst wenn man ihnen den Respekt im Umgang mit anderen Religionen als Motiv zugute hĂ€lt, so wird in ihrem Verhalten dennoch die theologisch-geistliche Not unserer großen Kirchen im Lande sichtbar.

Denn: Man hat Jesus Christus als die Wahrheit verloren. 500 Jahre nach der Reformation hat das „solus Christus – allein Christus“ sein Alleinstellungsmerkmal verloren und ist von der Hauptsache zur Nebensache geworden.

Hatte Martin Luther in seiner Schrift „Von der Freiheit eines Christenmenschen“ die Erlösung und Befreiung des Menschen noch einzig im SĂŒhneopfer Jesu durch seinen Kreuzestod auf Golgatha und der dort geschehenen Rechtfertigung des SĂŒnders gesehen[34], so entwickelt heute die Kirche den Freiheitsgedanken aus der Schöpfung Gottes: Da alle Menschen Geschöpfe Gottes sind, sind alle Gottes Kinder.[35]

Hierbei geschieht eine theologische Verschiebung vom zweiten zum ersten Glaubensartikel. Dabei wird der SĂŒndenfall ausgeblendet, ebenso Christus und sein Heilswerk, das ja auch nicht mehr gebraucht wird, wenn man den SĂŒndenfall nicht ernst nimmt. Und so wird aus der Rechtfertigung des SĂŒnders die Rechtfertigung des Menschen an sich.

Die postmoderne Theologie bezieht sich in gerader Linie zurĂŒck auf die Schöpfung. Und was kommt dabei heraus? VerkĂŒrzt und zugespitzt: Weil Gott alle Menschen geschaffen hat und alle Menschen liebt, werden auch alle in den Himmel kommen, jeder nach seiner Façon und Religion. Und wenn das „Solus Christus“ gefallen ist, kann man Abraham zum gemeinsamen Stammvater von Juden, Christen und Muslimen erklĂ€ren und davon ableiten, gemeinsam Gottesdienste zu feiern und zu beten, eben jeder auf seine Weise.

Der theologische Preis, den man dafĂŒr bezahlt, ist hoch. Denn der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, der durch die ErwĂ€hlung seines Volkes Israel und durch seinen Sohn Jesus Christus die Rettung und das Heil fĂŒr alle Menschen erwirkt hat und ihnen anbietet, hat in einer solchen Theologie keinen zentralen Platz mehr.[36] Durch die Verschiebung – man könnte auch sagen: Auflösung – der Christologie in die Schöpfungstheologie hinein, konstruiert man eine Offenheit und GĂŒltigkeit fĂŒr alle und alles, weil es ja so von Gott geschaffen und gewollt sei. Wenn so das SĂŒhneopfer Jesu am Kreuz seine Bedeutung verliert, dann hat es eben auch keine große Bedeutung mehr, wenn man das Kreuz vor dem Gang zur Klagemauer und Al-Aksa-Moschee ablegt. Und auch das hĂ€ngt wieder mit der Machtfrage zusammen. Wenn man Christus und damit Gott entmachtet hat, dann hat der Mensch die Macht; so meint man.

Durch die Auflösung der Christologie wird die Wahrheit geleugnet und alle VerkĂŒndigung zur Unwahrheit. Den Menschen wird ihre Rettung aus Gnade und Glaube vorenthalten. In meiner frĂŒheren Gemeinde Schweigen-Rechtenbach gibt es ein Wegekreuz, auf dem steht „Im Kreuz ist Heil“; wer das erkannt hat, der wird sein Kreuz niemals öffentlich ablegen. Die Auflösung der Christologie ist weder biblisch noch reformatorisch, sondern Ausdruck eines postmodernen Zeitgeistes, der von „der Wahrheit“ nichts mehr wissen will.[37]

Ulrich Parzany schreibt: „Wenn in den Kirchen die AutoritĂ€t der Bibel als Wort Gottes infrage gestellt wird, verschwindet auch das Evangelium ‚Christus allein‘. Jeder bastelt sich seinen Jesus nach eigener religiöser Meinung.“[38] Man könnte auch sagen, in der Evangelischen Kirche sind aus den vier „Soli“ der Reformation lauter „Solisten“ geworden.

Um es deutlich zu sagen: Es geht bei den Unterschieden innerhalb der Kirche nicht um Formen, Methoden oder Frömmigkeitsstile, wie so oft behauptet wird. Es geht um die Wahrheit und das Sein als Kirche Jesu Christi an sich.

Der ehemalige bayerische Landesbischof und EKD-Ratsvorsitzende Hermann Dietzfelbinger hat bereits 1971 in prophetischer Weitsicht formuliert: „Wenn nicht alles tĂ€uscht, so stehen wir heute in einem Glaubenskampf, einem Kirchenkampf, gegenĂŒber dem der Kirchenkampf im ÂŽDritten ReichÂŽ nur ein Vorhutgefecht war. Das Unheimliche dabei ist, dass dieser heutige Kampf vielfach kaum erkannt, ja allermeist verharmlost wird und unter Tarnworten wie Pluralismus voranschreitet.“ [39]

Haben nun die vielen Feierlichkeiten zum ReformationsjubilĂ€um die Kirche wieder nĂ€her zu Christus gefĂŒhrt? Ich kann das leider nicht erkennen. Im „Evangelischen Kirchenboten“[40], unmittelbar vor dem ReformationsjubilĂ€um, ist eine ganzseitige Andacht unseres KirchenprĂ€sidenten Christian Schad ĂŒber die Noahgeschichte abgedruckt. Es geht um das böse Herz des Menschen, um Gottes Zuwendung und Rettung. Auffallend ist, dass Schad dabei gĂ€nzlich ohne Jesus Christus auskommt. In der gleichen Ausgabe zieht der KirchenprĂ€sident Bilanz des 500. ReformationsjubilĂ€ums. Wieder eine ganze Seite, wieder ohne Jesus Christus. Wie weit ist das weg von der Reformation mit ihrem „Solus Christus“?!

Wir benötigen eine neue Reformation, ein zurĂŒck zu den Wurzeln von Bibel und Bekenntnis, so wie es vor 500 Jahren seinen Ausdruck gefunden hat in den vier „soli“: allein Christus, allein die Schrift, allein aus Gnade und allein durch Glauben.

Wenn man die HintergrĂŒnde vergleicht, wie die Kirche vor 500 Jahren zur Sicherung ihrer Macht und ihrer Finanzen gegen die reformatorische Bewegung gekĂ€mpft hat und wie die Situation heute ist, dann fallen viele Ähnlichkeiten auf.[41]

Und jedem von Ihnen fallen sicherlich Beispiele aus seiner Umgebung ein, wie gegen bibeltreue Gemeinde gekĂ€mpft wird. Ich habe das selbst erlebt. 13 Jahre lang durfte ich als Gemeindepfarrer mit meiner Familie in der dörflichen Kirchengemeinde Schweigen-Rechtenbach wirken, gemeinsam mit dem Presbyterium, mit vielen Ehrenamtlichen in Gruppen, Kreisen und Diensten. Wir taten alles mit den Gaben, die uns geschenkt waren, nach bestem Wissen und Vermögen. Wichtig war uns, dass Predigt, Lehre und Gemeindeaufbau gemĂ€ĂŸ Gottes Wort geschah, auch öffentlich sind wir fĂŒr Schrift und Bekenntnis eingetreten. Der HErr schenkte uns viel Gelingen, einen feierlichen Gottesdienst, zu dem auch viele Menschen von außerhalb der Gemeinde kamen. Wir hatten unter der Woche die unterschiedlichsten Angebote fĂŒr Jung und Alt, wir konnten Kirchen und GebĂ€ude sanieren und bekamen außergewöhnlich viele Spenden. Es gab auch Misslungenes und UnvollstĂ€ndiges und es gab von Anfang an Auseinandersetzungen mit dem Dekan und dem Kirchenbezirk ĂŒber die Inhalte und Formen in VerkĂŒndigung und Gemeindeaufbau. Am Ende wurden dann Hirte und Gemeinde mit einem Verwaltungstrick[42] gegen ihren beiderseitigen Willen getrennt. Das ist eine lĂ€ngere Geschichte, die vielen bekannt und gut dokumentiert ist.

Warum ich das erwĂ€hne? Hinterher hat ein Pfarrer in hoher Funktion der Landeskirche zu uns in einem kleinen Kreis gesagt: ‚Die Landeskirche ist ein sinkendes Schiff; damit es wieder auf Kurs kommt, gilt es Ballast abzuwerfen.‘ Ohne uns als Gemeinde zu benennen, machte er ĂŒberdeutlich klar, dass mit dem Ballast unsere lebendige Gemeinde gemeint war, die an Bibel und Bekenntnis festhielt. Statt die verbliebenen Verbindungen zur Wurzel zu stĂ€rken, will man sich am liebsten auch noch von denen trennen, die weiter daran festhalten; sie stören ja den religiösen Betrieb. So scheint die Sichtweise von Landeskirchen zu sein, denen es um einen reibungslosen Erhalt von Macht und Finanzen geht.

Was auf einem sinkenden Schiff notwendig ist, dazu nachher mehr. Wir mĂŒssen aber damit rechnen, dass ein schweres und sinkendes Schiff von sich aus nicht in der Lage ist, wieder Fahrt aufzunehmen und auf den richtigen Kurs zu kommen.

Wenn dann zudem Reformation nicht als „zurĂŒck zu den Wurzeln“ verstanden wird, sondern als ein stĂ€ndiges weiter Voranschreiten, sich fĂŒr alles Öffnen, sich an die Welt Anpassen, alles dabei Störende als Ballast Abwerfen, dann sieht es fĂŒr diese Kirche dĂŒster aus.

Im Evangelischen Gesangbuch, Lied 198, heißt es:

Herr, dein Wort, die edle Gabe, diesen Schatz erhalte mir;

denn ich zieh es aller Habe und dem grĂ¶ĂŸten Reichtum fĂŒr.

Wenn dein Wort nicht mehr soll gelten,
worauf soll der Glaube ruhn?

Mir ist’s nicht um tausend Welten, aber um dein Wort zu tun.

Ohne die Treue zu Gottes Wort helfen alles Ballast Abwerfen und auch alle Reform- und Strategiepapiere nichts. Prof. Christian Möller hat 2012 auf der NbC-Profilkonferenz in Speyer einen Vortrag gehalten zu dem Strategiepapier der PfÀlzischen Landessynode vom Mai 2011. Er beginnt:

„Am meisten 
 hat mich der erste Satz des Strategiepapiers beeindruckt: ‚Die Kirche lebt aus dem Geist Gottes.‘ 
 Im Licht dieser programmatischen Ansage erschienen mir nun auch die drei thematischen Schritte des Strategiepapiers verheißungsvoll: In der Kraft des Geistes ‚mutig voranschreiten‘, geleitet vom Geist ‚den Wandel gestalten‘, erfĂŒllt vom Heiligen Geist ‚Gott vertrauen‘. So stelle ich mir eine Kirche vor, die aus dem Geist Gottes lebt, sei es in der Pfalz oder anderswo.

Ich begann jedoch zu stutzen, als ich das Strategiepapier mit der Frage durchging, wie sich die Kirche dem Wirken des Geistes nun im Detail zur VerfĂŒgung stellt. Von den Verheißungen des Geistes oder von der Unterscheidung der Geister ist aber in den drei Hauptteilen des Papiers keine Rede mehr. Stattdessen heißt es immer wieder: ‚Wir wollen 
‘ ‚Wir wollen Kirche fĂŒr andere und fĂŒr alle sein und bleiben.‘ ‚Wir wollen in diesem Sinne Volkskirche bleiben.“[43]

Und dann stellt Möller die Frage: „Will das denn auch der Heilige Geist, oder sind das nur gut gemeinte VorsĂ€tze von Menschen?“[44] Danach zeigt er auf, dass die Krisen der Landeskirche eben nicht mit Zwangsfusionen[45] von PfarrĂ€mtern und mit landeskirchlich verordneten Kooperationen von Kirchengemeinden zu lösen sind, weil diese Dinge nicht der „Kirche des Geistes und der Freiheit“ entsprechen, sondern als landeskirchliches Gesetz Macht ausĂŒben und lebendige Gemeinden zerstören. In solchen Konstrukten können bekennende Gemeinden nicht mehr glaubwĂŒrdig arbeiten, wenn sie mit Kollegen und Presbyterien verbunden werden, die nicht mehr an Schrift und Bekenntnis festhalten und somit ein anderes Evangelium (Gal.1,8) verkĂŒnden.[46]

So regiert in den Kirchen eben nicht unbedingt der Geist Gottes, sondern Gesetz und Verwaltung. Unsere Kirchengemeinden sind weitgehend theologisch und finanziell entmĂŒndigt und durch Zentralismus und Verwaltung gelĂ€hmt. Es verwundert deshalb nicht, dass sonntags die KirchenbĂ€nke weitgehend leer bleiben, in immer mehr Gemeinden an Sonn- und Feiertagen kein Gottesdienst mehr stattfindet, in immer mehr PfarrhĂ€usern das Licht ausgeht und bei nicht wenigen Pfarrern und Kirchengemeinden die theologischen[47] und ethischen[48] Grundlagen nicht mehr eingehalten werden.

In diesem Jahr feiert die Evangelische Kirche der Pfalz ihr 200-jĂ€hriges UnionsjubilĂ€um, also den Zusammenschluss von Lutheranern und Reformierten. In der Unionsurkunde von 1818 heißt es: Es gehört „zum innersten Wesen des Protestantismus 
. immerfort auf der Bahn wohlgeprĂŒfter Wahrheit 
 mutig voranzuschreiten“[49].

Wenn die Feststellung vom „sinkenden Schiff“ zutreffend ist, wie sie jener Kirchenmann geĂ€ußert hat, wĂ€re hingegen ein Umdenken, Buße und Umkehr dringend notwendig und nicht ein „Weiter so“. In einer solchen Situation weiterhin „mutig voranschreiten zu wollen“ kann schnell lebensbedrohlich werden, wenn man am Abgrund steht bzw. kurz davor ist, auf Grund zu laufen und zu zerbrechen.

In unserer Landeskirche wird im JubilĂ€umsjahr gerade darĂŒber gestritten, ob sie ĂŒberhaupt ein verbindliches Bekenntnis hat. Auf der einen Seite stehen die BefĂŒrworter, wie z.B. der Pfarrer und Historiker Dr. Bernhard Bonkhoff, mit der Auffassung, dass neben den altkirchlichen Bekenntnissen die Confessio Augustana Variata von 1540 GĂŒltigkeit hat. So ist es auch im Anhang unseres Gesangbuches festgehalten.[50]

Auf der anderen Seite vertritt z.B. der frĂŒhere KirchenprĂ€sident Eberhardt Cherdron die Meinung, dass unsere Landeskirche ĂŒberhaupt kein Bekenntnis hat, sondern alle Bekenntnisse, wie in der Unionsurkunde formuliert, nur „in gebĂŒhrender Achtung“ zu halten seien. Die Frage, was „in gebĂŒhrender Achtung“ konkret bedeutet, bleibt bis heute offen. Statt einer vom Heiligen Geist geleiteten Übereinkunft, was Glaubens- und Lehrnorm in der Kirche sei, triumphiert mit dem Rationalismus seit dem 19. Jahrhundert auch in der Kirche die autonome Vernunft und Religionskritik ĂŒber Bibel und Bekenntnis.

Wie auch immer die Auseinandersetzung historisch und kirchenrechtlich zu entscheiden ist, es bleibt die Frage: Was bleibt von einer Kirche ohne Bekenntnis ĂŒbrig?

Der Erlanger Systematiker Prof. Dr. Werner Thiede hat aktuell ein Buch mit dem Titel veröffentlicht: „Evangelische Kirche – Schiff ohne Kompass?“. Darin stellt er die Anfrage: Droht nicht eine Kirche ohne Volk, eine Kirche ohne Bekenntnis, ohne Mission und ohne Heiligkeit?

Bei unserer diesjÀhrigen NbC-Profilkonferenz am 27. Oktober 2018 in Neustadt-Lachen werden sich Prof. Daniel von Wachter und Pfarrer Olaf Latzel genau mit dieser Frage auseinandersetzen.

3. Gemeinde Jesu bleibt bewahrt [51]

Zu Beginn hatte ich auf die dramatisch zurĂŒckgehende Mitgliederzahl in den Kirchen verwiesen. Solche Zahlen und Hochrechnungen der EKD hat Prof. Michael Welker einmal in die Zukunft hochgerechnet und fand heraus, dass dann in 100 Jahren alle evangelische Christen verschwunden sein werden und in 150 Jahren alle Deutschen.[52]

Prof. Möller hatte in seinem Vortrag den Umgang der EKD mit den Zahlen und mit der Zukunft problematisiert: „als stĂŒnde uns die Zukunft zur VerfĂŒgung und sei nicht Sache des Geistes, der uns in alle Wahrheit und so auch in die Zukunft fĂŒhren wird“.[53]

Doch alle die negativen Zahlen und vorhandenen Krisen dĂŒrfen uns nicht wie das Kaninchen vor der Schlange erstarren lassen, denn: Die Gemeinde Jesu hat Zukunft!

Prof. Möller plĂ€diert deshalb fĂŒr einen anderen Umgang mit Zukunft; er nennt ihn den „adventlichen Umgang“. Ich zitiere: „Zukunft wird hier das, was sie schon rein sprachlich ist: das, was uns zukommt. ‚Trachtet zuerst nach dem, was euch als Reich Gottes zukommt, so wird euch das andere alles zufallen‘ (Mt 6,34). Wie sieht ein Mensch aus, der diesen Umgang mit Zukunft als dem uns Zukommenden praktiziert? Der dĂ€nische Philosoph Sören Kierkegaard, der sich diesem Kapitel der Bergpredigt 
 wieder und wieder zugewandt hat, umreißt das Bild eines Ruderers, der sich dem Ziel entgegenarbeitet, indem er ihm den RĂŒcken umgekehrt hat.[54] Dagegen könne es einen Menschen nur zerstreuen, wenn er jeden Augenblick ungeduldig nach dem Ziel sehe. ‚Nein, sei fĂŒr ewig und im Ernst entschlossen, so wendest du dich ganz deiner Arbeit zu und dem Ziel den RĂŒcken. So ist man gestellt, wenn man ein Boot rudert, und so ist man gestellt, wenn man glaubt. Der Glaube wendet dem Ewigen den RĂŒcken zu, um es gerade an dem heurigen Tag bei sich zu haben.‘“[55]

Weiter sagt Möller: „Es ist auch das wahrhaft ZukunftsfĂ€hige, denn nur der ist wirklich der Zukunft fĂ€hig, wer den Augenblick in Acht nimmt und ihn geistesgegenwĂ€rtig gestaltet, weil er die Zukunft als Gottes Zeit kommen lĂ€sst, die dem Menschen und seinen ZukunftsplĂ€nen nicht verfĂŒgbar ist. Zu dieser Art von ‚ZukunftsfĂ€higkeit‘ gehört auch ein Planen, Gestalten und Rechnen mit der Zukunft, das nicht im Zeichen der Sorge um die Zukunft steht, sondern den Charakter von tĂ€glicher, alltĂ€glicher Besorgung hat.“[56]

Adventlicher Umgang bedeutet also Vorbereiten, Besorgen, Buße Tun und Freude auf das, was kommt! Als Gemeinde Jesu dĂŒrfen wir adventlich leben, denn wir haben ja lĂ€ngst die Zukunft im RĂŒcken.

Was das allerdings konkret fĂŒr die Zukunft unserer beiden großen Institutionen Kirche in Deutschland bedeutet, wer vermag das genau zu sagen?

Schon Luther mahnte mit Nachdruck: »Denn das sollt ihr wissen, Gottes Wort und Gnade ist ein fahrender Platzregen, der nicht wiederkommt, wo er einmal gewesen ist. Ihr Deutschen dĂŒrft nicht denken, dass ihr ihn ewig haben werdet; denn Undank und Verachtung wird ihn nicht lassen bleiben. Drum greift zu und haltet zu, wer greifen und halten kann!«[57]

Wenn man weltweit schaut, dann gibt es mutmachende geistliche AufbrĂŒche und Wachstum in der Christenheit, gerade auch in islamischen LĂ€ndern. Das darf uns dankbar machen und hoffnungsvoll. Es gibt aber auch geistliche Verflachung und Irrlehre mitten in großen AufbrĂŒchen und Megakirchen. Wir brauchen die Gabe, die Geister zu unterscheiden.[58] Das entscheidende Kriterium hierfĂŒr ist und bleibt das Kreuz.[59] Solange wir als Christen in diese Welt gestellt sind, ist Kirche nicht triumphierende Kirche, sondern vielmehr kĂ€mpfende und umkĂ€mpfte Kirche.[60] Kirche lebt im Schatten des Kreuzes Christi. Und nur hier ist und bleibt sie bewahrt!

Der verstorbene PfĂ€lzische KirchenprĂ€sident Theo Schaller hat 1969 gesagt: „Die Kirche wird lernen mĂŒssen, daß sie in der Welt Diaspora ist, das heißt vereinsamt steht.“[61]

Im Schatten des Kreuzes, in dieser Welt, wie sie ist, in dieser Kirche, wie sie ist, da haben wir unseren Auftrag. Und solange wir das Evangelium frei bekennen und weitersagen können, haben wir, jeder an seinem Platz, auch die Verpflichtung dazu. Allzu schnell wird heutzutage von frommen Gemeindegliedern ein Gemeindehopping betrieben, oftmals aus nebensĂ€chlichen GrĂŒnden.[62] Allerdings wird es fĂŒr Gemeindeglieder zunehmend schwierig bis unmöglich, in einer Gemeinde zu bleiben, in der die grundlegende biblisch-reformatorische Wahrheit keine Beachtung mehr findet und ein anderes Evangelium gepredigt wird.[63]

FĂŒr Pfarrer und Gemeindeleiter muss man die Grenze anders ziehen. Solange sie noch das Wort Gottes treu verkĂŒnden können und ihre Gewissen nicht durch Dinge belastet werden, die ihnen aufgetragen werden, die aber gegen Gottes Wille und Gebot sind, solange können bzw. mĂŒssen sie bei ihrer anvertrauten Herde bleiben und dĂŒrfen nicht fliehen.

Dazu nur ein paar kurze Hinweise:

  • Jona hatte von Gott einen Auftrag – einen menschlich gesehen sehr unangenehmen Auftrag, aber er konnte sich nicht dauerhaft verweigern. Gott ließ nicht zu, dass Jona vor seinem Auftrag floh.
  • Oder Mose: Ihm war das Volk Gottes anvertraut. Was fĂŒr eine Aufgabe, ein solch wankelmĂŒtiges und undankbares Volk auch geistlich zu leiten! Menschlich gesehen hĂ€tte Mose viele GrĂŒnde gehabt, zu verzweifeln und davonzulaufen. Und wie oft hat Mose an diesem Volk gelitten. Aber Gott entließ ihn nicht aus seinem Auftrag, und er musste die Last des Volkes tragen.
  • Der Apostel Paulus hatte eine ganze Reihe Gemeinden gegrĂŒndet und mit aufgebaut. Wieviel Anfeindung, Anfechtung, Streit und Missgunst sind ihm entgegengeschlagen. Welch gefĂ€hrliche ZustĂ€nde und falsche Verhaltensweisen hatten sich in diesen Gemeinden zum Teil breit gemacht. Aber Paulus hat diese Gemeinden nicht im Stich gelassen oder gar verflucht. Nein, er hat sich wie der gute Hirte um seine Herde gekĂŒmmert, alles im Namen des HErrn Jesus Christus.
  • An vorbildhaften Hirten habe ich selbst begreifen lernen, wie wichtig es ist, standhaft zu bleiben. Lesen Sie etwa die Lebensbiographien von Paul Gerhard[64], von Wilhelm Löhe[65], von Paul Schneider[66], von Dietrich Bonhoeffer[67] und Theo Lehmann[68].

4. Gemeinde Jesu wird reformiert

Warum ist die Gemeinde Jesu gerade auch in BedrĂ€ngnis und Verfolgung nicht hoffnungslos? Pfarrer Dr. Bernhard Bonkhoff schreibt in seiner PfĂ€lzischen Kirchengeschichte: „Doch in der Bedrohung wĂ€chst auch die Rettung, denn Gott, der Herr, lĂ€ĂŸt seine durch das Blut seines Sohnes begrĂŒndete und erhaltene Herde nicht ohne seine Hilfe in der Welt zurĂŒck.“[69]

Darauf dĂŒrfen wir uns verlassen. Und wenn jener Pfarrer und KirchenfunktionĂ€r behauptet: ‚Die Landeskirche ist ein sinkendes Schiff; damit es wieder auf Kurs kommt, gilt es Ballast abzuwerfen‘ – also die Frommen und Bibeltreuen loszuwerden – so haben wir uns mit dieser Situation zu beschĂ€ftigen und zu beten und zu fragen, was der HErr von uns will.

Nehmen wir einmal an, er hat mit dem „sinkenden Schiff“ recht – vieles spricht ja auch dafĂŒr – dann muss man analysieren, warum das Schiff sinkt. Ich bin nicht der Überzeugung, dass die 5 bis 10 Prozent Frommen das Schiff zum Sinken bringen. Ich höre nicht auf das Gerede vom „Ballast“. Die Frommen waren doch all die Jahre diejenigen, die das Schiff lebendig, sichtbar und erkennbar gemacht haben. Das Schiff sinkt deshalb, weil es einen riesengroßen Riss im Rumpf hat. So wie die Titanic durch einen Eisberg aufgeschlitzt wurde, so konnten die feindlichen MĂ€chte das Kirchenschiff leckschlagen, weil man nicht Kurs gehalten hatte mit Gottes Wort und in seinem Geist. Und so wie viele damals die Titanic aufgrund ihrer Konstrukteurskunst fĂŒr unsinkbar gehalten hatten, so hatten auch viele geglaubt, mit Macht, Geld und gesellschaftlicher Anerkennung wĂ€re die Kirche gesichert und man könne sie ĂŒberall hinsteuern.

Menschliches Denken ist aber nicht unfehlbar, und wenn Hochmut und Gottvergessenheit dazukommen, dann bleibt die Katastrophe nicht aus.

Auf der Titanic hatte man aus Hochmut zu wenig Rettungsboote und diese auch nicht rechtzeitig vorbereitet und startklar gemacht. Dieser Fehler sollte uns nicht unterlaufen. Ich denke, es ist notwendig, Rettungsboote bereitzuhalten, diese zu vernetzen und zu ĂŒberlegen, wie sie weiter zusammenbleiben können, selbst wenn das Mutterschiff sinken und auf dem Grund zerbrechen sollte.

Ob, wann und wie das geschieht, bleibt unserem HErrn ĂŒberlassen. Ein guter KapitĂ€n geht als letzter von Bord, d.h. die SchwĂ€chsten sind zuerst zu versorgen. Der gute Hirte hat fĂŒr die Schafe zu sorgen und die Herde zusammenzuhalten. Und solange die Blaskapelle an Bord noch spielt, sollten wir nicht untĂ€tig sein, sondern die Zeit auskaufen.[70]

Nicht dass Sie meinen, ich oder irgendjemand anderer hĂ€tte einen fertigen Plan, den man nur abarbeiten mĂŒsste. Nein, ich glaube, dass der HErr uns immer nur den nĂ€chsten Schritt zeigt und nicht gleich den kompletten Rettungsplan. Aber so wie die Jungfrauen das Öl fĂŒr ihre Lampen bereithalten sollen[71], so ist es unsere Aufgabe, die entsprechenden Vorbereitungen und Schritte zu tun. Und ich habe den Eindruck, dass Gott lĂ€ngst dabei ist, mit uns Schritte zu gehen, die in unterschiedlichen Regionen durchaus auch unterschiedlich sein können.

FĂŒr unseren Bereich in der Pfalz haben wir den Eindruck, dass es an der Zeit ist, kleine Zellen, die in der Kirche zum Teil heimatlos geworden sind, miteinander zu verbinden. Das können Hauskreise, Gemeinschaften, Gemeinden sein – was auch immer, wo zwei oder drei in seinem Namen versammelt sind[72]. Diese sind nicht zu einer neuen großen Einheit, sondern in ihrer jeweiligen Struktur miteinander zu vernetzen[73], zu stĂ€rken, zu trösten und zuzurĂŒsten mit der geistlichen WaffenrĂŒstung[74]. Und so wie Petrus auf dem See dem Ruf von Jesus gefolgt ist, so auch wir. Von Petrus mĂŒssen wir aber auch lernen, nicht auf die bedrohlichen Wellen zu schauen, sondern auf unseren HErrn Jesus Christus, der uns entgegenkommt!

Bis zu ihrer EntrĂŒckung bleibt die Gemeinde Jesu ‚semper eccelsia reformanda‘![75] In einem solchen Prozess sind wir gerade verstĂ€rkt drin. Die Katholische Kirche hat sich bereits offiziell davon verabschiedet, „Volkskirche“ zu sein. Die Evangelischen Landeskirchen haben noch nicht diese Einsicht, obwohl die Fakten lĂ€ngst eine andere Sprache sprechen. Der frĂŒhere Bundesfinanzminister Hans Apel hatte bereits 2003 ein Buch geschrieben mit dem Titel: „Volkskirche ohne Volk“[76]. Aber unsere Landeskirche weigert sich hartnĂ€ckig, einen Plan B zu entwicklen.[77]

Notwendig wĂ€re beispielsweise auch, so wie in anderen Landeskirchen, ganz bewusst und gezielt Profilgemeinden als Rettungsboote zu genehmigen bzw. zu grĂŒnden. Wir brauchen missionarische, lebendige, bekennende Gemeinden. Der HErr selbst hat ja seine Zusage der Bewahrung an den Missionsbefehl gebunden.[78] In jedem Kirchenbezirk mĂŒsste es zumindest 1 bibel- und bekenntnistreue Gemeinde geben, die von inhaltlichen und strukturellen Fesseln befreit ist. DafĂŒr spricht sich Ulrich Parzany aus, ebenso Prof. Christian Möller aus Heidelberg wie auch Prof. Michael Herbst aus Greifswald[79]. Sogar das Impulspapier der EKD „Kirche der Freiheit“ hĂ€lt dies fĂŒr erforderlich[80], aber in der Pfalz wird dies beharrlich verwehrt und zugeschaut, wie viele GlĂ€ubige, gerade auch junge Erwachsene und Familien, verloren gehen oder in Freikirchen abwandern.

Der entscheidende Punkt ist, dass es trotz gegenteiliger Behauptung der Landeskirchen eben nicht nur um unterschiedliche Frömmigkeitsstile geht, sondern um unterschiedliche Standpunkte zur biblischen Wahrheit.[81] Das will man sich nicht eingestehen, und deshalb werden alle Kirchengemeinden und Pfarrer mit Macht und Geld in sogenannte Regionen und Kooperationszonen eingebunden, statt die lebendige SelbstÀndigkeit von Gemeinden zu fördern. Weiter gedacht, wird es am Ende gar keine Zuordnung von Pfarrer und Gemeinde, von Hirte und Herde mehr geben, sondern Kirchenbezirke oder Verbandspfarreien werden zu regionalen religiösen Dienstleistern.

Und auch aus einem weiteren praktischen Grund braucht es dringend Profilgemeinden, um nachhaltig lebendige Gemeinden bauen zu können. Es muss damit endlich das alte Prinzip der Kirchenleitungen beerdigt werden, dass nach einem „frommen“ Pfarrer ein „liberaler“ Pfarrer in die Gemeinde geschickt wird, mit dem Argument, man mĂŒsse es ja allen Recht machen. Herausgekommen sind aber meist verstörte Gemeinden, deren Lebendigkeit und Wirksamkeit verloren ging. Ich kenne Gemeinden, in denen Pfarrer bis zu 35 oder 40 Jahren segensreich gewirkt hatten und unter deren Nachfolger die Treue zu Bibel und Bekenntnis untergraben wurde und innerhalb kĂŒrzester Zeit der Gottesdienst und das Gemeindeleben einer Intensivstation glich, wo kĂŒnstlich versucht wurde, noch etwas am Leben zu erhalten.

Semper eccelsia reformanda! ZurĂŒck zu den Wurzeln! ZurĂŒck zu Bibel und Bekenntnis!

„ZurĂŒck in die Zukunft“ – so hieß ein Kinofilm in den 80er Jahren, und das wĂ€re ein gutes Motto fĂŒr die Kirche. Die geistlich-theologischen Grundlagen von Kirche bleiben nĂ€mlich die gleichen und sind in den meisten Kirchenverfassungen auch noch in guter Weise erhalten. Sie mĂŒssen aber in der VerkĂŒndigung, in der Praxis, im Gemeindeleben wieder Relevanz gewinnen. Und wo dies in den gegenwĂ€rtigen Strukturen nicht möglich ist, dort mĂŒssen nicht die Inhalte, sondern die Strukturen gewechselt werden. Wir brauchen eine geistliche Erneuerung, eine „Reformation gegen die Deformation von Kirche“, wie es Prof. Reinhard Slenczka ausgedrĂŒckt hat.[82]

Ein Kenner der europĂ€ischen Kirchengeschichte schrieb bereits 1957: „Die Zukunft der evangelischen Kirchen der Welt wird sich daran entscheiden, ob sie in freier Zustimmung die Botschaft ihrer Vergangenheit, die Botschaft der Reformation von der Norm biblischer Offenbarung und der SĂŒnde und freier Kreuzesgnade wiederum aufnimmt, oder ob sie das VermĂ€chtnis der Reformation endgĂŒltig in die Vergangenheit entlĂ€ĂŸt und damit, innerlich entwurzelt und entmĂ€chtigt, stromabwĂ€rts in die Zukunft treibt.“[83]

Trotz allem stimme ich Ulrich Parzany zusammenfassend zu: „Auch in den Landeskirchen baut Jesus Christus seine Gemeinde. Das ist nicht nur meine Erfahrung. Das bleibt meine Überzeugung und Hoffnung. Dabei dĂŒrfen wir mitwirken. 
 Wir schauen auf eine reiche Segensgeschichte zurĂŒck.“[84]

5. Gemeinde Jesu lebt in Aufbruch und Verheißung

In meinem Vortrag dĂŒrfte klar geworden sein, dass man ĂŒber die Zukunft der „verfassten Kirche“ nur schwer verlĂ€ssliche Aussagen machen kann. Die „Gemeinde Jesu“ hingegen hat auf jeden Fall eine Zukunft, und das nicht nur als eine Möglichkeit, sondern zugesagt als Verheißung. Und zwar eine zweifache Zukunft: hier auf Erden bis zu ihrer EntrĂŒckung in den Himmel[85] und dort dann eine ewige Zukunft in Gottes Herrlichkeit.

Ich schließe mit Verheißungen zu den 5 Schlaglichtern:

  1. Gemeinde Jesu wird getragen und trĂ€gt, weil Gottes Wort Bestand hat. „Denn ‚alles Fleisch ist wie Gras und alle seine Herrlichkeit wie des Grases Blume. Das Gras ist verdorrt und die Blume abgefallen; aber des Herrn Wort bleibt in Ewigkeit‘ (Jesaja 40,6-8)“.[86]

Und der HErr macht uns gewiss und sagt uns zu: „Gleichwie der Regen und Schnee vom Himmel fĂ€llt und nicht wieder dahin zurĂŒckkehrt, sondern feuchtet die Erde und macht sie fruchtbar und lĂ€sst wachsen, dass sie gibt Samen zu sĂ€en und Brot zu essen, so soll das Wort, das aus meinem Munde geht, auch sein. Es wird nicht wieder leer zu mir zurĂŒckkommen, sondern wird tun, was mir gefĂ€llt, und ihm wird gelingen, wozu ich es sende.“[87]

  1. Gemeinde Jesu ist bedrĂ€ngt. Darauf hat uns Christus vorbereitet und Seligkeit verheißen: „Und es werden sich viele falsche Propheten erheben und werden viele verfĂŒhren. Und weil die Missachtung des Gesetzes ĂŒberhandnehmen wird, wird die Liebe in vielen erkalten. Wer aber beharrt bis ans Ende, der wird selig. Und es wird gepredigt werden dies Evangelium vom Reich in der ganzen Welt zum Zeugnis fĂŒr alle Völker, und dann wird das Ende kommen.“[88]
  2. Gemeinde Jesu bleibt bewahrt, weil Christus es den Seinen von Anfang an versprochen hat: „Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht ĂŒberwĂ€ltigen.“[89]
  3. Gemeinde Jesu wird reformiert. Sie wird immer wieder zu ihren Wurzeln, zu den Quellen lebendigen Wassers gefĂŒhrt, weil Christus derselbe ist gestern, heute und in Ewigkeit: „Einen andern Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.“[90]
  4. Gemeinde Jesu lebt in Aufbruch und Verheißung

So wie der Sohn Gottes sich selbst entĂ€ußerte und Knechtsgestalt annahm[91] bis hin zum Tod am Kreuz, so leidet auch die Gemeinde, als sein Leib, unter den MĂ€chten dieser Welt. Dies geschieht aber in der Gewißheit, dass Gott ihn erhöht hat und „ihm den Namen gegeben, der ĂŒber alle Namen ist“[92]. Und „alles, was aus Gott geboren ist, ĂŒberwindet die Welt; und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt ĂŒberwunden hat.“[93]

Weil wir hier in dieser Welt „Fremdlinge und Pilger“ sind[94] und unser tatsĂ€chliches BĂŒrgerrecht im Himmel ist[95], deshalb haben wir „hier keine bleibende Stadt, sondern die zukĂŒnftige suchen wir“[96].

Ulrich J. Hauck, Pfarrer
Im großen Sand 8
76889 Barbelroth
Telefon: 06343-9395286
Mobil: 0151-22122180
E-Mail: ulrich-xp@t-online.de

[1] Den Vortrag „Gemeinde Jesu hat Zukunft“ habe ich beim JubilĂ€umskongress des Gemeindehilfsbundes in Krelingen am 4. November 2017 und am 1. Februar 2018 beim „Netzwerk bekennender Christen – Pfalz“ in Landau-Mörzheim gehalten. FĂŒr die schriftliche Fassung habe ich den mĂŒndlichen Vortragsstil weitgehend beibehalten.

[2] Leicht verstÀndlich: Karl Baral, Handbuch der biblischen Glaubenslehre, HÀnssler 2001.

[3] Die folgenden Angaben erinnere ich aus diversen Zeitungsartikeln und aus Angaben in kirchlichen Papieren.

[4] Die 5 ZĂ€hlsonntage sind Invokavit, Karfreitag, Erntedank, 1.Advent, Heiligabend.

[5] Bemerkenswert bleibt, dass die seit Jahren negativen Finanzprognosen im Widerspruch stehen zu den jedes Jahr steigenden Kirchensteuereinnahmen. Hat man eventuell die Kirchengemeinden mit den Prognosen und InstandhaltungsrĂŒcklagen bewusst arm gerechnet und als nicht zukunftsfĂ€hig hingestellt, um die mittlere Ebene, Regionalisierungen und danach die Auflösung der Ortskirchengemeinden mit eigenem Pfarrer als „alternativlos“ durchzufĂŒhren?

[6] Prof. Christian Möller hatte in einer Aussprache geĂ€ußert, dass die Kirche wieder vom Kopf auf die FĂŒsse gestellt werden muss; das geschieht erst dann, wenn die Finanzhoheit in der Gemeinde liegt und diese nicht mehr EmpfĂ€nger und Bittsteller ist.

[7] Dr. Karl Richard Ziegert, „Das Spiel ist aus – ĂŒber das verdrĂ€ngte Sterben der EKD-Kirchenwelt“, Deutsches Pfarrerblatt 2014/10.

[8] ekklesia tou theou. Im neutestamentlichen Sprachgebrauch gibt es keinen Unterschied zwischen „Kirche“ und „Gemeinde“.

[9] NizĂ€nisches Glaubensbekenntnis: „die eine, heilige, allgemeine und apostolische Kirche“.

[10] Confessio Augustana, 1530, Artikel VII: „Es wird auch gelehret, daß alle Zeit mĂŒsse eine heilige christliche Kirche sein und bleiben, welche ist die Versammlung aller GlĂ€ubigen, bei welchen das Evangelium rein gepredigt und die heilige Sacrament laut des Evangelii gereicht werden.
Denn dieses ist genug zu wahrer Einigkeit der christlichen Kirchen, daß da eintrĂ€chtiglich nach reinem Verstand das Evangelium gepredigt und die Sacrament dem göttlichen Wort gemĂ€ĂŸ gereicht werden. Und ist nicht Not zu wahrer Einigkeit der christlichen Kirchen, daß allenthalben gleichförmige Ceremonien, von den Menschen eingesetzt, gehalten werden, wie Paulus spricht Ephes 4: Ein Leib, ein Geist, wie ihr berufen seid zu einerlei Hoffnung eures Berufs, ein Herr, ein Glaub, ein Taufe.“

[11] Epheser 2, 20

[12] „Die gegenwĂ€rtigen kirchlichen Reformvorhaben setzen beim Mangel an. Sie setzen an beim Mitglieder- und Kirchensteuermangel. Sie fangen mit der Angst an, mit der Angst vor Bedeutungsverlust. Sie fangen mit dem Ziel an, den Mangel zu beheben, den angeblichen Mangel an Geld, den Mangel an Mitgliedern, den Mangel an ReligiositĂ€t, den Mangel an christlichem Wissen 
 Eine Reformation aber hat ihren Anfang in der Gewissheit und in der Leidenschaft. Reformation fĂ€ngt damit an, dass Menschen fĂŒr etwas brennen, dass der Glaube bei ihnen zĂŒndet.“ SĂŒddeutsche Zeitung 21.10.2017, zitiert in idea-Spektrum 43.2017.

[13] Bonhoeffers 8 Thesen ĂŒber die Jugendarbeit in der Kirche 1933, in Eberhard Bethge (Hrsg.), Dietrich Bonhoeffer, Theologie – Gemeinde, Vorlesungen. Briefe. GesprĂ€che. 1927 bis 1944 in Dietrich Bonhoeffer – Gesammelte Schriften, Dritter Band, MĂŒnchen: Chr. Kaiser Verlag, 1960, S. 292f.

[14] Epheser 4, 15

[15] Pfarrer Heinz Wilhelmy, 1946 auf der Landessynode in der Pfalz; in Bernhard Bonkhoff, Geschichte der Vereinigten Protestantisch-Evangelisch-Christlichen Kirche der Pfalz, Bd. II, S. 452.

[16] Das entspricht ganz dem postmodernen Denken, das die Wahrheit an sich auflösen bzw. subjektiv verorten will. Auch Pontius Pilatus fragte: „Was ist Wahrheit?“ (Joh.18,38) Die Antwort ist Jesus in Person (Joh.14,6).

[17] Ulrich Parzany, Kirche, was nun?, SCM-Verlag, 2017, S. 119

[18] Ulrich Parzany, Kirche, was nun?, SCM-Verlag, 2017, S. 119

[19] Vishal Mangalwadi, Das Buch der Mitte, Fontis-Verlag, 5. Auflage 2016, S.209

[20] Vishal Mangalwadi, Das Buch der Mitte, Fontis-Verlag, 5. Auflage 2016, S.209

[21] Katholisch: Tradition, Hierarchie. Evangelisch: Anpassung, Zeitgeist, Pseudodemokratie.
Es wird keine theologische Auseinandersetzung gefĂŒhrt, sondern mit Kirchengesetzen, wie z.B. dem „Ungedeihlichkeitsparagraphen“, die Wahrheit in die Schranken gewiesen. So kann eine Handvoll Unzufriedener bewirken, dass ein Pfarrer seine Stelle verliert. Kritik daran u.a. von Prof. Gisela Kittel, „Erneuerung der Kirche – unser Werk? Kritische Fragen zum gegenwĂ€rtigen Reformprozess“, Deutsches Pfarrerblatt 4/2018.

[22] Vishal Mangalwadi, Das Buch der Mitte, Fontis-Verlag, 5. Auflage 2016, S.228

[23] Dogmatisches Gutachten zu der von Pfarrer Dr. Joachim Cochlovius fĂŒr das Gemeindenetzwerk gestellten Frage „Wann der Punkt erreicht ist, dass ein bibel- und bekenntnisgebundener Pfarrer in der Landeskirche bei uns in Deutschland nicht mehr mit gutem Gewissen seinen Dienst tun kann?“, Erlangen 2007

[24] Selbst bei staatlichen Gesetzen gegen Gottes Ordnung ist die Kirche Vorreiter, UnterstĂŒtzer oder Handlanger gewesen, so z.B. beim Gesetz „Ehe fĂŒr alle“ und der Förderung des Islam (Religionsunterricht u.a.).
Im Gegensatz dazu heißt es in der Theologischen ErklĂ€rung von Barmen, 1934, These III: „Wir verwerfen die falsche Lehre, als dĂŒrfe die Kirche die Gestalt ihrer Botschaft und ihrer Ordnung ihrem Belieben oder dem Wechsel der jeweils herrschenden weltanschaulichen und politischen Überzeugugen ĂŒberlassen.“
Anschaulich auch unser offener Brief an den KirchenprĂ€sidenten zum Thema „Evangelisches Profil in KindertagesstĂ€tten“, in NbC-Rundbrief 1/2017, www.nbc-pfalz.de

[25] So war es bereits auch im Alten Bund. Der Prophet Hesekiel wurde vom HErrn berufen und beauftragt mit den Worten: „Und du, Menschenkind, sollst dich vor ihnen nicht fĂŒrchten noch vor ihren Worten fĂŒrchten. Es sind wohl widerspenstige und stachlige Dornen um dich, und du wohnst unter Skorpionen; aber du sollst dich nicht fĂŒrchten vor ihren Worten und dich vor ihrem Angesicht nicht entsetzen – denn sie sind ein Haus des Widerspruchs –, sondern du sollst ihnen meine Worte sagen, sie gehorchen oder lassen es; denn sie sind ein Haus des Widerspruchs.“ (Hes.2,6)

[26] Jer.23,13; 50,6; Mt.18,6, 1.Petr.4,12-19

[27] Röm.5,3; Jak.1,2 u.v.a.m.

[28] Interview im SPIEGEL 22.7.2013

[29] Grundlagentext des Rates der EKD 2014, Rechtfertigung und Freiheit, 500 Jahre Reformation 2017, S. 83f.

[30] Ulrich Parzany, 500 Jahre: Zwischenbilanz der Reformation – Was bleibt zu tun?, „Netzwerk bekennender Christen-Pfalz“, Profilkonferenz, 21. Oktober 2017.

[31] Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit. Joh.1,14.

[32] Christine Schirrmacher, Islam und christlicher Glaube, HÀnssler 2008; Eberhard Tröger, Der Islam und die Gewalt, Brunnen 2016; u.a.

[33] Als noch weiter gehende Verleugnung des Glaubens und Bekennens könnten hier die zahlreichen gemeinsamen Gottesdienste in Kirchen genannt werden, in denen die Muslime „Allahu Akbar“ rufen. Übertretung des 1. Gebotes!

[34] „Christus ist ja Gott und Mensch, der noch nie gesĂŒndigt hat, und seine Rechtschaffenheit ist unĂŒberwindlich, ewig und allmĂ€chtig. Wenn nun er die SĂŒnden der glĂ€ubigen Seele durch ihren Brautring (d.h. den Glauben) sich selbst zu eigen macht und geradeso tut, als hĂ€tte er sie getan, so mĂŒssen die SĂŒnden in ihm verschlungen und ersĂ€uft werden; denn seine unĂŒberwindliche Gerechtigkeit ist allen SĂŒnden zu stark.“ Von der Freiheit eines Christenmenschen, GTB Siebenstern 1983, Abschnitt Zwölftens, S. 169.

[35] Hierzu nur zwei Beispiele: Familiengottesdienst zu Gal 4,28 „Ihr seid alle Gottes Kinder“. In dieser Bibelstelle heißt es aber richtig: Ihr aber, BrĂŒder und Schwestern, seid wie Isaak Kinder der Verheißung.
https://hulbee.com/?query=EKD%20alle%20menschen%20sind%20gottes%20kinder&region=browser&uiLanguage=browser&page=11
Papst Franziskus: „Wir aber mĂŒssen zur Begegnung kommen und mit unserem Glauben eine »Kultur der Begegnung « schaffen, eine Kultur der Freundschaft, eine Kultur, in der wir BrĂŒder und Schwestern finden, wo wir auch mit denen sprechen können, die nicht so denken wie wir, auch mit denen, die einen anderen Glauben haben, die unseren Glauben nicht teilen. Alle haben etwas mit uns gemeinsam: Sie sind Ebenbilder Gottes, sind Kinder Gottes.“ Petersplatz , Samstag, 18. Mai 2013; http://w2.vatican.va/content/francesco/de/speeches/2013/may/documents/papa-francesco_20130518_veglia-pentecoste.html

[36] Den Zusammenhang zwischen Altem und Neuem Bund, zwischen Israel und Gemeinde, mit ihren jeweiligen Verheißungen, muss beachtet werden.

[37] Vgl. auch 1.Joh.2,18ff

[38] Ulrich Parzany, Kirche, was nun?, SCM-Verlag, 2017, S. 88

[39] Hermann Dietzfelbinger, VerÀnderung und BestÀndigkeit. Erinnerungen, Claudius Verlag 1984, S. 304

[40] Evangelischer Kirchenbote zum 29.10.2017, Nr.44/2017

[41] Z.B. in Bezug auf falsche Lehre, falsches ethisches Verhalten in den Kirche, keine inhaltliche Überzeugung, kein Gewissensschutz, Machtstrukturen, Persönliche Vorteile und Karrieren, staatliche Anerkennung.

[42] Dazu Bernd Dietsche, Nachtrag zu Schweigen und Rechtenbach – der Prozess, PfĂ€lzisches Pfarrerblatt 2017/3.

[43] Prof. Dr. Christian Möller, Gemeinden beginnen den Aufbruch, indem sie mit Gottes Geist rechnen, Vortrag beim „Netzwerk bekennender Christen – Pfalz“, Speyer, 17.11.2012

[44] ebd.

[45] Bei den anstehenden Zwangszusammenlegungen von PfarrĂ€mtern im Dekanat Bad Bergzabern hatte man am Vormittag Prof. Möller eingeladen, um seine geistgeleiteten Perspektiven anzuhören. Es gab große Zustimmung, anschließend Mittagessen, danach ging es dann um die konkrete Umsetzung der landeskirchlichen StellenkĂŒrzung. Nun wurde nur mit Zahlen, Verwaltung und Strukturvorgaben diskutiert, als hĂ€tte beides nichts miteinander zu tun. Das „Wehen des Geistes“ ließ man außen vor.

[46] „Nicht, ‚was Gottes Wille ist‘ Röm 12,2, scheint im Vordergrund der Überlegungen und Planungen zu stehen, sondern wie sie sich selbst zu einer öffentlichen GrĂ¶ĂŸe machen kann, die gesellschaftliche Anerkennung, öffentliche Wahrnehmung und Bedeutung erlangt und so ihre Zukunft sichert. Doch wird eine solche Kirche auch in den Augen Gottes eine Zukunft haben? Wird sie, derart auf sich selbst ausgerichtet, Menschen zu Jesus Christus fĂŒhren und, wie behauptet, missionarisch wirken können? Ja, ist sie selber noch die Gemeinde des Gekreuzigten, bereit, zu ihm aus dem Lager hinauszugehen, um seine Schmach zu tragen? (Hebr 13,13)“, Prof. Gisela Kittel, „Erneuerung der Kirche – unser Werk?, Kritische Fragen zum gegenwĂ€rtigen Reformprozess“, Deutsches Pfarrerblatt 4/2018.

[47] Gal.1,8

[48] 1.Tim.3,1-12

[49] Evangelische Kirche der Pfalz, Unionsurkunde 1818

[50] Die Generalsynode der Landeskirche hat 1853 in Speyer die CA Variata (1540) als Konsensbekenntnis zwischen Lutheranern und Reformierten beschlossen. Damit sollte einem Zerfall der jungen Unionskirche zu einer reinen Verwaltungsunion vorgebeugt werden. Dieser Beschluss ist bis heute gĂŒltig. Dies wird auch im Evangelischen Gesangbuch bestĂ€tigt; dort heißt es: „In unserer PfĂ€lzischen Landeskirche gilt das Augsburger Bekenntnis in der Fassung von 1540.“

[51] ErgĂ€nzend mĂŒsste der Abschnitt heißen „
 und wirkt“; mit einer Darlegung von Mission, Diakonie, Seelsorge, Unterricht u.a.

[52] Kirche ohne Kurs? Aus Anlass der EKD-Studie „Christ-Sein gestalten“, Neukirchen 1987, S.11

[53] s. Anm. 43

[54] Sören Kierkegaard, Christliche Reden 1848, Jena 1929, S.65f

[55] s. Anm. 43

[56] s. Anm. 43

[57] Luther, Martin – An die Burgermeister und Ratherrn allerlei StĂ€dte in deutschen Landen, daß sie christliche Schulen aufrichten und halten sollen. 1524

[58] 1.Kor.12,10

[59] 1.Kor.1,18ff

[60] „Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und folgt mir nach, der ist meiner nicht wert.“ Mt.10,38

[61] Bernhard Bonkhoff, Geschichte der Vereinigten Protestantisch-Evangelisch-Christlichen Kirche der Pfalz, Bd. II, S. 462

[62] Leider fehlen in den meisten Gemeinden die mĂŒndigen Presbyterien und Ältestenkreise, die das Recht und die Pflicht der Gemeinde wahrnehmen, welche Martin Luther 1523 darlegte in der Schrift: »Dass eine christliche Versammlung oder Gemeinde Recht und Macht habe, alle Lehre zu beurteilen und Lehrer zu berufen, ein- und abzusetzen.« Schon vor dieser Schrift gab Luther der Gemeinde ein Doppeltes: die Macht, eigene Lehrer zu berufen, und das Recht, diese, sofern sie Irrlehren verbreiten, auch wieder abzusetzen. Nur – und das ist entscheidend – kein Recht rĂ€umte Luther der Christengemeinde ein, ihren Seelsorger auch aus anderen GrĂŒnden abzuwĂ€hlen.

[63] 2.Kor.11,4; Gal.1,8f

[64] Karl Hesselbacher, Paul Gerhardt. Sein Leben – seine Lieder, Neukirchener Verlagsgesellschaft 2007

[65] Erika Geiger, Wilhelm Löhe 1808-1872, Leben-Werk-Wirkung, Freimund-Verlag 2003

[66] Margarete Schneider, Paul Schneider – Der Prediger von Buchenwald, SCM-HĂ€nssler 2009

[67] Eric Metaxas, Bonhoeffer – Pastor, Agent, MĂ€rtyrer und Prophet, SCM-HĂ€nssler 2011

[68] Theo Lehmann, Freiheit wird dann sein, Aussaat 2005

[69] Dr. Bernhard Bonkhoff, Geschichte der Vereinigten Protestantisch-Evangelisch-Christlichen Kirche der Pfalz, Bd. II, S. 464

[70] Eph.5,16; Kol.4,5

[71] Mt.25,1ff

[72] Mt.18,20

[73] Regional, z.B. im NbC-Pfalz und EKD-weit im „Netzwerk Bibel und Bekenntnis“

[74] Eph.6,10ff

[75] Dazu interessante ErlĂ€uterungen unter https://landeskirchenforum.ch/ecclesia-semper-reformanda; ebenso Prof. Gisela Kittel, „Erneuerung der Kirche – unser Werk?, Kritische Fragen zum gegenwĂ€rtigen Reformprozess“, Deutsches Pfarrerblatt 4/2018.

[76] Hans Apel, Volkskirche ohne Volk, Brunnen-Verlag 2003

[77] Z.B. das Schweizer Kirchenmodell: keine mittlere Ebene, hohe EigenstÀndigkeit und Verantwortung der Gemeinden.

[78] Mt.28,18-20

[79] Michael Herbst, My God is mighty to save, Deutsches Pfarrerblatt 9/2017, S.523

[80] Ulrich Parzany, Kirche, was nun?, S.124

[81] Diese Position vertritt das „Netzwerk bekennender Christen – Pfalz“ bereits in seiner „Theologischen ErklĂ€rung“ anlĂ€sslich seiner GrĂŒndung; gleicher Meinung Ulrich Parzany, Kirche, was nun?, S.122f

[82] Prof. Reinhard Slenczka, Reformation gegen Deformation in der Kirche, Sonderdruck der Bekenntnisbewegung „Kein anderes Evangelium“

[83] Joseph Chambon, Was ist Kirchengeschichte? MaßstĂ€be und Einsichten, Göttingen 1957, S. 106, zitiert in Bernhard Bonkhoff, Geschichte der Vereinigten Protestantisch-Evangelisch-Christlichen Kirche der Pfalz, Bd. II, S. 465

[84] Ulrich Parzany, Kirche, was nun?, S.114

[85] Joachim Cochlovius, Siehe, ich mache alles neu, S.14ff

[86] 1.Petr.1,24f

[87] Jes.55,10f

[88] Mt.24,11ff

[89] Mt.16,18

[90] 1.Kor.3,11

[91] Phil.2,7

[92] Phil.2,9

[93] 1.Joh.5,4

[94] 1.Petr.2,11

[95] Phil.3,20

[96] Hebr.13,14

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Freitag 27. April 2018 um 12:12 und abgelegt unter Gemeinde, Kirche, Theologie.