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Bekenntnis95 – Die 95 Thesen Martin Luthers umgeschrieben auf Johannes 14,6

Donnerstag 3. November 2016 von Bekenntnis95


Bekenntnis95
  1. Da unser Herr und Meister Jesus Christus spricht: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater denn durch mich“ (Johannes 14,6), hat er gewollt, dass alle Menschen allein durch Christi SĂŒhnetod und den Glauben an Ihn gerettet werden (Johannes 3,16).
  2. Dieses Wort kann nicht im Sinne einer allgemeinen ReligiositĂ€t – d.h. einem Glauben an eine höhere Macht, die durch irgendeine Religion oder Weltanschauung geprĂ€gt wird – verstanden werden.
  3. Es bezieht sich nicht auf eine willkĂŒrliche SpiritualitĂ€t oder Frömmigkeit, ja, eine solche wĂ€re keine christliche, wenn sie nicht durch den Glauben an den SĂŒhnetod Jesu Christi gewirkt worden wĂ€re.
  4. Daher bleiben die SĂŒndhaftigkeit des Menschen und der Zorn Gottes gegen jeden Menschen so lange bestehen, bis dieser zur wahren Herzensbuße gelangt ist, also bis zum Eingang in den Leib Christi durch Gnade und Glauben (Johannes 3,36; Kolosser 1,18-23).
  5. Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und andere christliche Kirchen dĂŒrfen nicht die Notwendigkeit der Buße fĂŒr unnötig erklĂ€ren und ebenso wenig den Aufruf zur Buße auf Grund eigener, tragisch zu nennender Entscheidungen und kirchlicher Satzungen verschweigen.
  6. Keine Kirche kann eine Schuld oder SĂŒnde erlassen oder vergeben, es sei denn, dass sie diese von Christi SĂŒhnetod her als erlassen und vergeben erklĂ€rt und bezeugt. NatĂŒrlich sollte sie deshalb stets das Evangelium von der Vergebung der SĂŒnden verkĂŒndigen; wenn sie diesen Dienst missachtet, bleibt die Schuld bei den Menschen, denen sie es verschwiegen hat, ganz und gar bestehen (MatthĂ€us 28,18-20; MatthĂ€us 18,18; Johannes 20,23).
  7. Gott erlĂ€sst ĂŒberhaupt keinem die Schuld, ohne ihn zugleich demĂŒtig in allem dem wahren Hohepriester Jesus Christus zu unterstellen (HebrĂ€er 7,17; HebrĂ€er 4,14-5,9).
  8. Die göttlichen Bestimmungen ĂŒber Jesus als die Wahrheit sind fĂŒr die Lebenden und Sterbenden heilsverbindlich; ihnen darf demgemĂ€ĂŸ nichts anderes verkĂŒndigt werden, da es dann ein falsches, ein „anderes Evangelium“ wĂ€re, was diesen keinen geistlichen und ewigen Nutzen bringen wĂŒrde (Galater 1,6-10).
  9. Daher handelt der Heilige Geist, der durch Gottes Wort wirkt, uns gegenĂŒber gut, wenn er uns im Zustand des geistlichen Todes unsere höchste Not und Verlorenheit aufzeigt (Johannes 16,7-11; Römer 10,17).
  10. Unwissend und schlecht handeln diejenigen Hirten, die den Lebenden und Sterbenden die Begegnung mit Jesus Christus fĂŒr das letzte Gericht aufsparen (Johannes 5,22-24).
  11. Die Meinung, dass man durch viele verschiedene Religionen und Weltanschauungen sowie durch jede Form pseudo-christlicher ReligiositÀt das Heil erlangen könne, ist ein Unkraut, das offenbar gesÀt worden ist, wÀhrend die geistliche Leiterschaft der Kirche schlief.
  12. UrsprĂŒnglich wurde den Menschen das Heil nicht vor, sondern nach ihrer Bekehrung zugesprochen, gleichsam als Vergewisserung ihrer Gotteskindschaft.
  13. Die mit Christus in der Taufe Gestorbenen (Römer 6,4) werden durch die geistliche Wiedergeburt (Titus 3,5) von der Herrschaft der SĂŒnde gelöst, und fĂŒr religiöse Satzungen und das mosaische Gesetz sind sie schon tot (Römer 7,4), weil sie aus Gnade und nicht aus Werken gerechtfertigt und dadurch erlöst werden (Epheser 2,8-9).
  14. Ist die Haltung eines Menschen und die Beziehung Gott gegenĂŒber nicht geklĂ€rt, so bringt ihm das oftmals große Furcht oder er verliert sich in GleichgĂŒltigkeit. Die Kirchen haben den Auftrag, die Menschen in diesem Zustand nicht im Stich zu lassen.
  15. Diese Furcht und dieser Schrecken wie auch die GleichgĂŒltigkeit sind Anzeichen fĂŒr die berechtigte Angst oder auch die Flucht vor dem Gericht Gottes; darum brauchen die Menschen nicht den trĂŒgerischen Schleier eines falschen Friedens, sondern das Evangelium der VersĂŒhnung fĂŒr SĂŒnder, die allein durch Jesus Christus gewirkt werden kann.
  16. Nach biblischem Zeugnis gibt es eine Unterscheidung nach dem Tod, eine ewige Trennung zwischen Himmel und Hölle, zwischen Rettung und Verlorensein (Offenbarung 20,11-15).
  17. Offensichtlich haben daher die Menschen ĂŒberall auf der Erde die VerkĂŒndigung des Gerichts Gottes genauso nötig wie die VerkĂŒndigung der Liebe Gottes.
  18. Offensichtlich ist es auch, dass weder durch Vernunft- noch SchriftgrĂŒnde erwiesen werden kann, dass Menschen sich außerhalb des Zustandes befinden können, in dem sie auf die vor Gott gĂŒltige SĂŒhne durch das Opferblut Jesu Christi – als dem ‚Lamm Gottes, das der Welt SĂŒnde trĂ€gt‘ – angewiesen wĂ€ren (Johannes 1,29).
  19. Offensichtlich ist auch dieses nicht erwiesen, dass alle Menschen sich ihrer ErlösungsbedĂŒrftigkeit bewusst und gewiss sind, wenngleich sich das Wort Gottes an dieser Stelle unmissverstĂ€ndlich ausdrĂŒckt (Römer 3,23-24).
  20. Daher meint die Bibel mit der vollkommenen Vergebung aller SĂŒnden nicht einfach den Erlass sĂ€mtlicher Strafen aller Menschen, sondern nur derjenigen, die sich auf den Kreuzestod und die Auferstehung Jesu Christi im Glauben berufen (Römer 3,21-22).
  21. Deshalb irren jene Prediger, die sagen, dass man auch durch eine andere Religion, eigene Werke oder das Festhalten an einem abstrakten Guten von jeder Strafe frei und los werden könnte.
  22. Vielmehr erlĂ€sst Gott den Menschen, die nicht von Herzen bekehrt, somit ohne SĂŒndenvergebung sind, keine einzige Strafe.
  23. Wenn ĂŒberhaupt irgendwem irgendein Erlass aller SĂŒnden gewĂ€hrt werden kann, dann gewiss allein denen, die mit ihrem Mund Jesus als ihren Herrn bekennen und in ihrem Herzen glauben, dass Gott ihn von den Toten auferweckt hat (Römer 10,9).
  24. Deswegen wird zwangslĂ€ufig ein Großteil des Volkes durch jenes in Bausch und Bogen und großsprecherisch gegebene Versprechen der Gotteskindschaft aller Menschen getĂ€uscht.
  25. Die gleiche Verantwortung, die jeder Christ bezĂŒglich der VerkĂŒndigung des Evangeliums im Allgemeinen hat, besitzt jeder Bischof, Ältester, Seelsorger oder Pfarrer in seinem Verantwortungsbereich im Besonderen.
  26. Die Kirche und ihre Vertreter handeln sehr richtig, wenn sie den Menschen keine falsche Vergebung zusprechen, sondern im Gebet und in der FĂŒrbitte fĂŒr ihre Umkehr und fĂŒr ihr ewiges Heil eintreten.
  27. Irrlehre verkĂŒndigen die, die sagen, dass der Mensch von Grund auf gut sei und sich somit seine Seele nach dem Tod automatisch zum Himmel emporhebe.
  28. Gewiss, sobald die Botschaft von der SĂŒndhaftigkeit des Menschen verschwiegen wird, können gesellschaftliches Ansehen der Kirche und ein falscher Frieden wachsen, aber ohne die FĂŒrbitte und VerkĂŒndigung des Wortes Gottes in Gesetz und Evangelium handelt die Kirche nicht nach dem Willen Gottes.
  29. Wer weiß denn, ob alle Menschenseelen ĂŒberhaupt ins Himmelreich wollen, wie es beispielsweise bei manchen Atheisten oder auch Satanisten ja nicht der Fall zu sein scheint.
  30. Jeder, der sich der Echtheit seiner Reue (aufgrund eines vom Heiligen Geist gewirkten SĂŒndenbewusstseins) und des entsprechenden Zuspruchs des Wortes Gottes gewiss ist, darf wissen, dass Christus fĂŒr ihn den völligen Erlass aller SĂŒndenstrafen vollbracht hat.
  31. Somit gilt auch, dass sooft ein Christ in rechter Weise Buße tut, sooft vergibt Gott ihm seine SĂŒnden und reinigt ihn von aller Ungerechtigkeit (1. Johannes 1,9).
  32. Wer glaubt, durch eine andere Religion, allgemeine SpiritualitĂ€t oder das „Gute im Menschen“ sein Heil gewinnen zu können, wird auf ewig mit seinen Lehrmeistern verloren gehen (Judas 1,4).
  33. Nicht genug kann man sich vor denen hĂŒten, die den Heilspluralismus der Religionen jene unschĂ€tzbare Gabe Gottes nennen, durch die der Mensch mit Gott auf verschiedene Weise versĂŒhnt werde.
  34. Jene HeilspluralitÀt bezieht sich nÀmlich nur auf abstrakte, geistliche Wesen und nicht auf den dreieinigen Gott, der sich uns in der Heiligen Schrift offenbart.
  35. Nicht christlich predigen jene, die sagen, dass fĂŒr die, welche meinen, in einer anderen Religion Gott gefunden zu haben, Mission nicht nötig sei.
  36. Jeder Christ, der wirklich im Glauben an Christus umkehrte und seine SĂŒnden bereute, erhĂ€lt durch Gottes Gnade völligen Erlass von Strafe und Schuld geschenkt.
  37. Jeder wahre Christ, sei er lebendig oder tot, hat Anteil an allen GĂŒtern und Verheißungen Christi, von Gott ihm im Glauben durch Taufe und Wiedergeburt zugesprochen.
  38. Doch dĂŒrfen der Erlass und der Anteil (an der genannten Verheißung), die allein Jesus Christus vermittelt, keineswegs durch irgendwelche scheinbaren Alternativen geringgeachtet werden, weil sie – wie schon gesagt – die ErklĂ€rung der göttlichen Vergebung darstellen (1. Timotheus 2,5-6).
  39. Auch den gelehrtesten Theologen dĂŒrfte es sehr schwerfallen, vor dem Volk sowohl die FĂŒlle der religiösen Alternativen als auch die Einzigartigkeit und Alleinstellung Jesu Christi als dem einzigen Weg zum ewigen Heil zu rĂŒhmen (Apostelgeschichte 4,12).
  40. Aufrichtige Reue sieht und erkennt die Ausweglosigkeit des eigenen sĂŒndigen Daseins. Die FĂŒlle der scheinbaren Möglichkeiten, das ewige Heil zu erlangen, verschließt die Augen vor dieser Reue und macht ihr gegenĂŒber gleichgĂŒltig, wenigstens legt sie das nahe.
  41. Nur mit Vorsicht und gemĂ€ĂŸ biblischer Zuordnung darf die Heiligung der Christen durch Werke der Liebe gepredigt werden, damit die Zuhörer nicht fĂ€lschlicherweise meinen, auch auf dem Weg „guter Werke“ könnte man vor Gott gerecht werden (Epheser 2,8-10).
  42. Man soll die Christen lehren: Das Bekenntnis der evangelischen Kirche ist es nicht, dass die spirituellen Erfahrungen anderer Religionen in irgendeiner Weise mit der Seligkeit in Jesus Christus zu vergleichen seien.
  43. Man soll die Christen lehren: Dem Armen zu geben oder dem BedĂŒrftigen zu leihen, sind Werke, die aus dem Glauben heraus geboren werden. Sie sollten gemeinsam mit der VerkĂŒndigung des Evangeliums und nicht alternativ zu ihr geschehen.
  44. Denn aus dem neuen Leben heraus erwÀchst die Liebe und wird der Mensch gerechtfertigt; aber durch gute Werke wird er noch nicht einmal teilweise von seiner Schuld befreit.
  45. Man soll die Christen lehren: Wer meint, das Evangelium zu verkĂŒndigen, dabei aber die Armen und Schwachen außer Acht lĂ€sst, tut nicht den Willen Gottes, sondern handelt sich dessen Zorn ein.
  46. Man soll die Christen lehren: Die, die im Überfluss leben, sollen sich auf das lebensnotwendige Fundament Jesus Christus besinnen und weltliche Dinge großzĂŒgig an andere weitergeben (1. Timotheus 6,17-19).
  47. Man soll die Christen lehren: Das Auskaufen der Zeit und das Tun von Liebeswerken ist durch das Doppelgebot der Liebe allen Menschen, die mit Ernst Christen sein wollen, aufgetragen und geboten (Epheser 5,15-17; MatthÀus 22,37-40).
  48. Man soll die Christen lehren: Die EKD und andere Kirchen haben bei der AusfĂŒhrung der geistlichen LehrtĂ€tigkeit ein fĂŒr sie dargebrachtes Gebet nötiger und es ist fĂŒr sie deshalb auch wichtiger als fĂŒr sie zur VerfĂŒgung gestellte Kirchensteuern oder Geldspenden.
  49. Man soll die Christen lehren: Die Mitgliedschaft und das Engagement in einer Gemeinde sind nĂŒtzlich, wenn man nicht darauf seine Heilshoffnung setzt.
  50. Man soll die Christen lehren: Wenn Martin Luther die falschen Heilsversprechen mancher protestantischer Kirchen heute wahrnĂ€hme, sĂ€he er lieber die EKD in Asche sinken, als dass sie mit Werken von Holz und Stroh auf den Sand des religiösen Heilspluralismus gebaut wĂŒrde (MatthĂ€us 7,26-27; 1. Korinther 3,11-17).
  51. Man soll die Christen lehren: Die evangelische Kirche sollte, wie es ihre Pflicht ist, bereit sein – wenn nötig –, die kompletten Feierlichkeiten des ReformationsjubilĂ€ums des Jahres 2017 aufzugeben, um von den dadurch frei werdenden personellen und finanziellen KapazitĂ€ten das biblische Evangelium zu all jenen zu bringen, die durch wĂ€ssrige Lehren verunsichert wurden.
  52. Auf einem anderen Weg, an Christus vorbei, das Heil zu erwarten, ist nichtig, auch wenn Pfarrer oder Prediger, ja, Bischöfe und Theologieprofessoren selbst ihre Seelen dafĂŒr verpfĂ€ndeten.
  53. Die, die fördern, dass um der Toleranz und Weltoffenheit willen das Wort Gottes in den Kirchen an den jeweiligen Zeitgeist angepasst und dem Inhalt nach relativiert werden mĂŒsse, sind Feinde Christi und der Christenheit (Philipper 3,17-21).
  54. Dem Wort Gottes geschieht Unrecht, wenn in ein und derselben Predigt den politischen, gesellschaftlichen oder philosophischen Themen die gleiche oder höhere Aufmerksamkeit gewidmet wird als dem biblischen Evangelium von Jesus.
  55. Die Meinung der Kirche sollte unbedingt diese sein: Wenn das ReformationsjubilĂ€um 2017 – als das Geringste – mit einer Sonderbeauftragten, einer Großveranstaltung und einem Festgottesdienst gefeiert wird, sollte vielmehr noch das biblische Evangelium – als das Höchste – von hunderten von Sonderbeauftragten, in hunderten Großveranstaltungen und hunderten Festgottesdiensten gepredigt werden.
  56. Denn die biblische Lehre vom SĂŒhnetod Jesu Christi am Kreuz und von seiner leibhaftigen Auferstehung von den Toten, aufgrund derer die Kirche das Heil verspricht, sind bei dem Volke weder genĂŒgend genannt noch bekannt.
  57. Offenbar sind sie keine zeitliche und subjektive Wahrheit, denn diese wĂŒrde sonst nicht in vielen Christen ein Feuer entfachen, das Evangelium selbst unter Lebensgefahr zu verkĂŒndigen.
  58. Der SĂŒhnetod und die Auferstehung Jesu Christi bestehen aber auch nicht aus einer „Karfreitagserstarrung“ und einer vergeistigt-abstrakten Ostererfahrung der JĂŒnger, weil diese weder Gnade fĂŒr den inwendigen Menschen noch Tod fĂŒr den „alten Adam“ bewirkten.
  59. Der Schweriner Landesbischof Ulrich behauptete kĂŒrzlich, dass Jesus tot sei und nur seine göttliche Haltung und Leidenschaft in den JĂŒngern „auferstanden“ sei (http://www.biblisch-lutherisch.de/welt-kirche/bischof-leugnet-leibl-auferstehung-jesu-christi/ [Stand: 13.10.16]). Diese Deutung des Heilswerkes Christi entspricht leider der Auffassung vieler Theologen der heutigen Zeit, aber nicht der der Bekenntnisschriften der Evangelisch-Reformatorischen Kirchen und erst recht nicht der der Bibel (1. Korinther 15,12-20).
  60. WohlbegrĂŒndet sagen wir, dass der Auftrag der Kirche die VerkĂŒndigung des SĂŒhnetods sowie der leiblichen Auferstehung Jesu Christi umfasst und von ihm als dem einzigen Weg zum Heil bei Gott, der absoluten Wahrheit und dem wahren Leben spricht (Römer 10,9).
  61. SelbstverstĂ€ndlich genĂŒgt die Kraft des Evangeliums allein zum Erlass von Strafen und zur Vergebung von SĂŒnden im Allgemeinen und im Besonderen (Römer 5,8-10; 1. Johannes 1,9-2,2).
  62. Der wahre Weg zum Vater liegt in Jesus Christus, der vom allerheiligsten Evangelium von der Herrlichkeit und Gnade Gottes bezeugt wird.
  63. Das Evangelium ist zu Recht allgemein verhasst, weil es aus scheinbar guten religiösen Menschen SĂŒnder macht.
  64. Die MĂ€r des von Grund auf guten Menschen ist jedoch außerordentlich beliebt, weil sie aus armen SĂŒndern eingebildete Selbstgerechtfertigte macht.
  65. Also ist das Evangelium das Netz, mit dem man die verlorenen Seelen aus dem Wasser des geistlichen Todes fischt.
  66. Der Heilspluralismus ist der Eimer, mit dem man das Wasser des geistlichen Todes in das Schiff der Gemeinde Christi schĂŒttet.
  67. Die ZugestĂ€ndnisse anderen Religionen und Weltanschauungen gegenĂŒber, die von einigen Predigern lautstark als Akt der außerordentlichen Liebe angepriesen werden, können tatsĂ€chlich dafĂŒr gelten, wenn damit die Liebe zur Gesellschaft und zur Welt gemeint ist.
  68. Doch verfehlt eine Liebe, die dem Menschen den Weg zum ewigen Leben zugunsten irdischer Harmonie verschweigt, in der Tat vollkommen ihr Ziel.
  69. Die Christen in den Gemeinden und an den UniversitĂ€ten sind gehalten, die Pfarrer, Pastoren, Bischöfe und Professoren in ihrem Amt zu unterstĂŒtzen.
  70. Aber noch mehr sind die Christen dazu angehalten, Augen und Ohren anzustrengen, dass jene nicht anstelle des Evangeliums ihre eigenen Phantastereien predigen (Galater 1,6-10).
  71. Wer gegen die Wahrheit des Evangeliums spricht, der sei verworfen und verflucht (Galater 1,8-9).
  72. Aber wer gegen irrefĂŒhrende Lehre, falsche Gesetzlichkeit und zĂŒgellosen Richtgeist auftritt, der sei gesegnet (MatthĂ€us 7,1-3; Markus 7,6-9).
  73. Wenn Gott als Richter durch die Schrift zu Recht das Gericht fĂŒr die ankĂŒndigt, die in weltlichen Angelegenheiten nach Betrug und Gewinn trachten,
  74. so trifft noch vielmehr diejenigen das Gericht Gottes, die unter dem Vorwand der christlichen VerkĂŒndigung und der Aufbietung der Geistesgaben sich selbst bereichern, wobei sie die heilige Liebe und Wahrheit gegen Sensationslust, effekthascherisches Ansehen und Wunderglaube eintauschen (MatthĂ€us 7,15-23; MatthĂ€us 12,38-40).
  75. Es ist irrsinnig zu meinen, dass ein anderer Weg als nur der in Christus mĂ€chtig genug sei, einen Menschen von Schuld und SĂŒnde loszusprechen, wenn dieser nahelegen wĂŒrde – was ja unmöglich ist –, dass es einen Weg zum Vater ohne den Sohn gĂ€be (1. Johannes 2,23).
  76. Wir behaupten dagegen, dass der Weg zum Vater allein durch den SĂŒhnetod Jesu Christi fĂŒhrt und keine andere Anstrengung irgendeine Schuld wegnehmen kann.
  77. Wenn es heißt, Martin Luther wĂŒrde, wenn er heutzutage die evangelische Kirche reformieren mĂŒsste, sie in einen Heilspluralismus der Religionen hineinfĂŒhren, so ist das eine SchmĂ€hung von Gottes mĂ€chtigem Werk in der Reformation und ein Widerspruch zum Grundanliegen Martin Luthers.
  78. Wir behaupten dagegen, dass jener, wie jeder andere von Gott berufene Reformator damals und heute, gewiss andere Anliegen vertreten wĂŒrde, nĂ€mlich die, die evangelische Kirche zurĂŒck zu ihren GrundsĂ€tzen zu fĂŒhren: Solus Christus, sola scriptura, sola gratia, sola fide – und dies alles soli Deo gloria.
  79. Zu meinen, dass das in mehreren StĂ€dten geplante „House of One“ mit göttlichem Segen ausgestattet sei, ist GotteslĂ€sterung, wenn man damit zum Ausdruck bringen möchte, dass irgendwelche ReligionsgrĂŒnder dem HERRN Jesus Christus als dem Sohn Gottes gleichkĂ€men.
  80. Bischöfe, Pfarrer, Älteste, Kirchenvorsteher und Theologen, die dulden, dass man dem Volk solche irrefĂŒhrenden Inhalte predigt, werden dafĂŒr vor Gott Rechenschaft ablegen mĂŒssen (Hesekiel 34,10).
  81. Diese freche HeilspluralitĂ€tspredigt macht es auch gelehrten GlĂ€ubigen nicht leicht, das Ansehen der protestantischen Kirchen vor scharfer Kritik oder sogar vor spitzfindigen Fragen der Laien zu schĂŒtzen.
  82. Zum Beispiel: Wenn doch sowohl die Bibel als auch der Koran von Gott inspiriert sein sollen, wie kann es dann sein, dass in der Bibel der SĂŒhnetod Jesu Christi als der einzige Weg zum Vater proklamiert wird, dieser aber im Islam ausdrĂŒcklich verneint wird (Sure 4, 157-158. 171-172) und in anderen Religionen nicht einmal auftaucht?
  83. Oder: Wie kann die Kirche gleichzeitig in der Confessio Augustana (Artikel 20: 1. Teil) den Glauben an Jesus Christus als unseren Herrn und Erlöser als heilsnotwendig bekennen und dennoch behaupten, dass auch andere Religionen den Menschen in Verbindung mit dem einen, wahren Gott bringen könnten?
  84. Oder: Wie tragisch und verhĂ€ngnisvoll ist eine allversöhnerisch klingende Frömmigkeit und SpiritualitĂ€t vor Gott und den Menschen, in denen einem Gottlosen und Suchenden zugesprochen wird, bereits gerettet und mit Gott versĂŒhnt zu sein – auch ohne Glauben an Jesus Christus –, und dadurch dieser von Gott geliebte Mensch nicht mehr darauf angesprochen wird, dass er nur durch die frei geschenkte Gnade Christi gerettet werden kann?
  85. Oder: Warum fördert die evangelische Kirche es, dass ihre Vertreter in ihrem Namen Lehren verbreiten, die dem Glaubenskern in Form von Bibel und Bekenntnisschriften, zudem auch dem Apostolicum, dem Nicaeno-Constantinopolitanum und dem Athanasianischen Bekenntnis entgegenstehen?
  86. Oder: Warum verkauft die EKD, die heute geistlich Ă€rmer erscheint als manche ihrer Geschwisterkirchen, ihre Glaubensgrundlagen fĂŒr ein Linsengericht der weltlichen Anerkennung und des unchristlichen Ansehens und verrĂ€t damit die eigene Basis, indem sie die Ökumene der Weltreligionen verkĂŒndet?
  87. Oder: Wer oder was gibt der EKD oder anderen Kirchen das Recht und die Vollmacht, Leuten, die sich selbst nicht als Christen verstehen, das Heil Gottes ohne biblische Grundlage zuzusprechen?
  88. Oder: Warum werden messianische Juden vom Kirchentag ausgeschlossen, wenn doch der christlichen Kirche nichts Besseres geschehen könnte, als dass das Wort des Apostels Paulus von der Rettungskraft des Evangeliums „den Juden zuerst“ gegenwĂ€rtig erneut Wirklichkeit wird (Römer 1,16; Römer 9,1-5)?
  89. Wieso sucht die evangelische Kirche die Anerkennung der Gesellschaft mehr als den Frieden mit Gott? Warum hebelt sie damit frĂŒher beschlossene, an der Bibel orientierte Glaubens- und Bekenntnisschriften aus, die doch heute noch gĂŒltig sind (Jakobus 4,4)?
  90. Diesen Ă€ußerst peinlichen EinwĂ€nden der Laien mit humanistischen Phrasen statt mit Bibelstellen zu begegnen und sie nicht durch biblisch fundierte Gegenargumente zu beseitigen, heißt, die evangelische Kirche und die Christenheit dem GelĂ€chter der Welt preiszugeben.
  91. Wenn das Evangelium dem Geiste Gottes und der Auffassung der Bibel gemĂ€ĂŸ gepredigt werden wĂŒrde, lösten sich viele dieser EinwĂ€nde ohne weiteres auf, ja, es gĂ€be sie womöglich ĂŒberhaupt nicht.
  92. Darum weg mit all jenen Hirten, die dem Volk predigen: „Friede, Friede“, und ist doch kein Friede (Hesekiel 13,10; Hesekiel 34,1-6).
  93. Wohl möge es jedoch allen Hirten gehen, die dem Volk predigen: „Kreuz, Kreuz“, und ist doch kein Kreuz, weil Christus es fĂŒr uns getragen hat (Römer 8,31-39; 1. Korinther 15,54-57).
  94. Man soll die Christen ermutigen, dass sie ihrem Haupt Christus durch öffentlichen Druck, gesellschaftliche VerÀnderungen und weltliche sowie kirchliche Verachtung hindurch dennoch nachzufolgen trachten (Römer 12,2; MatthÀus 5, 11-12)
  95. und dass sie lieber darauf trauen, durch viele TrĂŒbsale und Unbequemlichkeiten ins Himmelreich einzugehen, als sich und andere in falscher geistlicher Sicherheit zu beruhigen (Apostelgeschichte 14,22).

Im Jahre 2016

Abgefasst und verantwortet von Studenten der evangelischen Theologie:

Tobias Kolb, Konstantin Vogel, David Schwarz, Philemon Greiner, Timotheus Kuhs

Quelle: www.bekenntnis95.de

 

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Donnerstag 3. November 2016 um 9:40 und abgelegt unter Gemeinde, Kirche, Theologie.