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Der Lobgesang der Maria (Magnificat) 1520 – Teil III

Donnerstag 13. Dezember 2007 von Martin Luther (1483-1546)


Martin Luther (1483-1546)

Der Lobgesang der Maria (Magnificat) 1520 – Teil III

Es ist ein schlechter Schutz, wenn man um einer Person willen eine ganze Stadt in Gefahr bringt, oder wegen eines Dorfes oder Schlosses das ganze Land aufs Spiel setzt. Ausgenommen den Fall, daß Gott wie vor Zeiten eigens den Befehl gäbe, das zu tun. Es nimmt ein Wegelagerer einem Bürger sein Gut, und du brichst mit einem Heere auf, um das Unrecht zu strafen, und suchst das ganze Land mit Steuern heim: Wer hat hier mehr Schaden getan, der Wegelagerer oder der Herr? David sah vielmals durch die Finger, wo er nicht ohne Schaden für andere strafen konnte. Ebenso muß es jede Obrigkeit machen; andererseits muß auch ein Bürger etwas leiden um der Allgemeinheit willen, und er darf nicht verlangen, daß um seinetwillen alle die andern in größeren Schaden kommen. Es kann nicht immer gleich zugehen. Christus wollte (Mat. 13,29 f.) das Unkraut nicht ausrotten lassen, daß nicht auch der Weizen mit ausgerottet würde. Wollte man wegen jeder Rechtsverletzung Streit führen und gar nichts übersehen, so gäbe es niemals einen Frieden und dann noch lauter Verderben obendrein. Darum ist das Recht oder Unrecht nimmermehr ein genügender Grund, um unterschiedslos zu strafen oder zu streiten, obwohl Anlaß genug vorhanden ist, mit Fug und ohne Schaden für einen andern zu strafen; es muß jedenfalls ein Herr oder eine Obrigkeit mehr auf das sehen, was dem ganzen Volke, als auf das, was nur einem einzelnen Teile dient. Es wird ein Hausvater nicht reich werden, wenn er die Gans hinterdrein wirft, weil man ihr eine Feder ausgerupft hat. Aber es ist jetzt nicht Zeit, von Kriegen zu reden.

Ebenso muß man’s auch bei den Sachen machen, die Gott angehen, wie mit dem Glauben und Evangelium, welches die höchsten Güter sind; sie darf niemand fahren lassen. Aber ob ihnen Recht, Gunst, Ehre, Beifall und Anhängerschaft zuteil wird – das muß man auch darauf ankommen lassen und Gott darüber walten lassen. Nicht ums Gewinnen, sondern ums Bekennen soll man besorgt sein, und man soll es gerne leiden, wenn man darob als ein Ungerechter, ein Verführer, ein Ketzer, ein Irreführender, ein Frevler usw. vor aller Welt geschmäht, verfolgt, verjagt, verbrannt oder auf andre Weise umgebracht wird. Denn dabei ist Gottes Barmherzigkeit. Man kann einem wenigstens den Glauben und die Wahrheit nicht nehmen, wenn man einem auch das Leben nimmt. (Freilich gibt es in diesem Punkt nur wenige, die, wie es beim zeitlichen Gut und Recht der Fall ist, toben und sich wunderlich benehmen, um zu gewinnen und obzuliegen; denn es sind auch nur wenige, die es recht und aus Überzeugung bekennen.)

Doch wird ein solcher Mensch um anderer willen Leid tragen und klagen, weil ihnen durchs Unterliegen des Evangeliums ein Hindernis für ihrer Seelen Seligkeit bereitet wird; ja, er wird hier, jedoch vor Gottes Augen, zum Schutz vor solcher Schädigung der Seele viel mehr Klage erheben und sich abmühen, als die Moabiter es um ihre zeitlichen Güter und Rechte tun, wie oben gesagt wurde. Denn es ist zum Erbarmen, wenn Gottes Wort nicht gewinnt und obliegt, nicht um des Bekenners willen, sondern um derer willen, die dadurch hätten errettet werden sollen. Daher sehen wir bei den Propheten, bei Christus und den Aposteln so großes Leid und Klagen, weil das Wort Gottes unterdrückt wurde, obwohl sie doch fröhlichen Muts waren, jedes Unrecht und Schaden zu leiden; denn hier liegt ein andrer Grund vor, gewinnen zu wollen, als bei allen andern Gütern. Freilich soll darin doch niemand selber mit Gewalt zufahren und ein solches recht des Evangeliums mit Ungestüm und Unvernunft festhalten oder erringen, sondern man soll sich vor Gott demütigen, da man ja vielleicht dessen nicht würdig sei, daß ein solch großes Gut durch einen geschehe, und soll alles mit Bitten und Klagen seiner Barmherzigkeit anheimstellen.

Sieh, das ist das erste Werk Gottes, daß er barmherzig ist gegen alle, die ihre Meinung, ihr Recht, ihre Weisheit und was geistliche Güter sind, gerne entbehren und aus freiem Willen arm am Geiste bleiben. Das sind die rechten Gottesfürchtigen: sie dünken sich keiner Sache würdig, so geringfügig sie auch sein mag; sie stehen gern vor Gott und der Welt nackt und bloß da; was sie aber an Gütern haben, betrachten sie als etwas, was ihnen nur aus lauter Gnade ohne jedes Verdienst gegeben wurde, und benützen es mit Lob, Dank und Furcht wie fremde Güter; sie suchen nicht ihren eignen Willen, Lust, Lob oder Ehre, sondern allein die Gottes, dem sie gehören. Und Maria macht deutlich, wieviel lieber Gott solche Barmherzigkeit, sein edelstes Werk, erzeigt als das Gegenstück, die Strenge, indem sie sagt, es währe dieses Werk Gottes unaufhörlich von Kind zu Kind bei den Gottesfürchtigen, während jenes Werk nur bis ins dritte oder vierte Glied währt (2.Mo. 20,5), und in dem gleich folgenden Vers überhaupt kein Ziel und keine Zeit bestimmt wird, wie im folgenden deutlich wird.

Er hat Gewalt geübt mit seinem Arm und zerstreut die, die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn

Niemand lasse sich an der Verdeutschung irremachen, daß ich oben verdeutscht habe: „Er wirkt gewaltig“, und hier: „Er hat Gewalt geübt“. Es geschieht darum, daß wir die Worte desto besser verstehen; denn sie sollen an keine Zeit gebunden sein, sondern Gottes Art und Werke offen dartun, wie er sie allezeit getan hat, allezeit tut und allezeit tun wird. Es würde also gleichviel bedeuten, wenn ich’s in folgender Weise deutsch sagte: „Gott ist ein solcher Herr, dessen Wirken so vor sich geht, daß er kraftvoll die Hochmütigen zerstreut und barmherzig ist gegen die Gottesfürchtigen.“

Gottes „Arm“ heißt in der Schrift die ihm eigene Gewalt, womit er ohne Vermittlung der Kreaturen wirkt. Dabei geht’s still und heimlich zu, daß es niemand gewahr wird, bis es geschehen ist; derart, daß diese Gewalt (oder der Arm) nur allein durch den Glauben verstanden und erkannt werden kann. So klagt auch Jesaja darüber, daß so wenige Glauben haben an diesen Arm, wenn er Kap. 53,1 sagt: „Wer glaubt unserer Predigt, und wer sind die, denen der Arm Gottes bekannt ist?“ Das kommt alles daher, daß es, wie es eben dort nachher ausgeführt wird, heimlich zugeht, so daß diese Gewalt kein entsprechendes Ansehen hat. Auch Habakuk (Kap. 3,4) spricht davon, daß Hörner in Gottes Händen seien, um seine große Stärke anzuzeigen; und doch klagt er, seine Stärke sei daselbst verborgen. Wie geht das zu?

Es geht so zu: Wenn Gott durch Vermittlung der Kreaturen wirkt, so sieht man offenkundig, wo Gewalt oder Schwäche ist. Daher kommt das Sprichwort: „Gott hilft dem Stärksten.“ Wenn also ein Fürst den Krieg gewinnt, so hat durch seine Vermittlung Gott die andern geschlagen; wird jemand vom Wolf gefressen oder kommt er sonst zu Schaden, so ist das durch Vermittlung der Kreatur geschehen. In solcher Weise macht und zerbricht Gott eine Kreatur durch Vermittlung der andern; wer da liegt, der liegt, wer da steht, der steht. Wenn er dagegen selber wirkt durch seinen Arm, dann geht es anders zu; da ist’s zerstört, eher als man meint, umgekehrt erbaut, ehe man es noch meint, und ehe es jemand sieht. In dieser Weise wirkt er nur in Beziehung auf die Rechtschaffenen und die Bösen, bei denen zwei Arten von Menschen, in die man die Welt einteilen kann.

Da läßt er die Rechtschaffenen ihrer Kraft beraubt und unterdrückt werden, so daß jedermann meint, es sei mit ihnen aus, es habe ein Ende; aber eben dann ist er mit seiner Stärke am nächsten, so ganz verborgen und heimlich, daß es diejenigen nicht einmal selber empfinden, welche die Bedrückung leiden; vielmehr sind sie aufs Glauben angewiesen. Da ist die volle Stärke und der ganze Arm Gottes. Denn wo Menschenkraft hinausgeht, da geht die Gotteskraft hinein, wenn der Glaube da ist und darauf wartet. Wenn nun die Bedrückung aus ist, dann kommt’s heraus, was für eine Stärke unter der Schwäche dagewesen ist. Siehe, so ward Christus kraftlos am Kreuz, und eben daselbst bewies er die größte Macht; er überwand Sünde, Tod, Welt, Hölle, Teufel und alles Übel. In solcher Weise sind alle Märtyrer stark gewesen und haben’s gewonnen, und so gewinnen’s auch jetzt noch alle Leidenden und Unterdrückten. Darum spricht Joel (4,10): „Wer ohne Kraft ist, der soll sagen: Ich bin reich an Kraft“, aber im Glauben und nicht in der Empfindung, bis es ans Ende kommt.

Umgekehrt läßt Gott den andern Teil der Menschen sich groß und mächtig erheben. Er zieht seine Kraft von ihnen zurück und läßt sie nur aus eigner Kraft sich aufblasen. Denn, wo Menschenkraft hineingeht, da geht Gotteskraft hinaus. Wenn nun die Blase voll ist und jedermann meint, sie seien oben auf und hätten’s gewonnen, und wenn sie selber nun auch sicher sind und haben’s zu Ende geführt, so sticht Gott ein Loch in die Blase, dann ist’s ganz aus. Die Narren wissen nicht, daß gerade, indem sie zunehmen und stark werden, sie von Gott ausgestoßen sind und Gottes Arm nicht bei ihnen ist. Darum währt ihre Sache ihre bestimmte Zeit; dann verschwindet sie wie eine Wasserblase, und wird, als wäre sie nie gewesen. Davon ist Psalm 73 die Rede, wo der Psalmsänger sich sehr verwunderte, wie die Bösen so reich, sicher und mächtig seien in der Welt; zuletzt sprach er (Ps. 73,16 ff): „Ich habe es nicht verstehen können, bis ich in das Geheimnis Gottes Einblick gewann und wahrnahm, wie es ihnen zuletzt gehen würde. Da sah ich, daß sie nur erhaben waren, damit sie sich selber täuschten, und daß sie eben darin erniedrigt waren, worin sie erhaben waren. Wie bald sind sie vernichtet, wie schnell hat’s ein Ende mit ihnen gehabt, als wären sie nie gewesen, wie ein Traum vergeht bei einem, der aufwacht.“ Und Ps. 37,35 f. heißt es: „Ich habe einen gottlosen Mann gesehen, hoch aufgewachsen wie ein Zedernbaum auf dem Berg Libanon; ich bin nur ein wenig vorbeigegangen, und siehe da, er war schon dahin. Ich fragte nach ihm, da war von ihm nichts mehr da.“

Es fehlt nur am Glauben, daß wir nicht auch ebenso ein wenig die Zeit abwarten können; sonst würden wir es auch fein sehen, wie die Barmherzigkeit sich bei den Gottesfürchtigen mit aller Stärke Gottes findet, während der Arm Gottes sich gegen die Hoffärtigen wendet mit allem Ernst und aller Gewalt. Wir glaubenslosen Leute tappen mit der Faust nach der Barmherzigkeit und nach dem Arm Gottes, und wenn wir nichts davon spüren, so meinen wir, es sei bei uns verloren und bei den Feinden gewonnen, als wäre Gottes Gnade und Barmherzigkeit von uns gewichen und sein Arm gegen uns gerichtet. Das kommt daher, daß wir sein eigenstes Wirken nicht kennen; darum kennen wir ihn auch nicht, weder seine Barmherzigkeit noch seinen Arm; denn er muß und will im Glauben erkannt werden. Drum müssen die Sinne und die Vernunft das Auge schließen; es ärgert uns; drum soll man es ausstechen und wegwerfen (Mk. 9,47). Sieh, das sind zwei entgegengesetzte Werke Gottes; aus ihnen lernen wir, wie Gott so gesinnt ist, daß er ferne von den Weisen und Klugen ist und nahe den Nichtweisen und denen, die Unrecht haben müssen. Das macht dann Gott liebens- und lobenswert und läßt Seele und Leib und alle Kräfte getrost werden.

Nun betrachte die Worte:

„Er zerstört die, die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn.“

Das Zerstören vollzieht sich, wie gesagt, eben, wenn sie am allerklügsten und voll eigener Weisheit sind; dann ist Gotte Weisheit gewiß nimmer da. Wie könnte er sie aber besser zerstören, als wenn er ihnen seine ewige Weisheit entzieht und sie erfüllt werden läßt von ihrer zeitlichen, kurzen, vergänglichen Weisheit? Maria sagt ja: „Die da hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn“, d.h. ihnen gefällt ihr eignes Meinen, Denken und Verstehen, wie es nicht Gott, sondern ihr Herz eingibt, wie wenn es allein das richtigste, beste und weiseste von allen wäre. Damit erheben sie sich gegen die Gottesfürchtigen, unterdrücken deren Meinung und Recht, machen’s zuschanden und verfolgen’s aufs äußerste, damit ja nur ihre eigene Sache recht sei und Bestand habe; und wenn sie das erreichen, rühmen und erheben sie sich hoch. So handelten die Juden gegen Christus, sahen aber nicht, wie damit ihre eigne Sache zerstört und zuschanden wurde, während Christus zu allen Ehren erhoben ward.

So sehen wir, daß dieser Vers von den geistlichen Gütern redet und davon, wie man darin Gottes Wirken nach beiden Seiten hin erkennt. Wir sollen also gerne arm am Ge3iste sein, Unrecht haben und unsern Gegner Recht haben lassen. Sie werden’s doch nicht lange treiben; die Verheißung ist hier zu stark: sie können dem Gottesarm nicht entrinnen, sie müssen herunter, so hoch wie sie sich erhoben haben, wenn wir das glauben. Wo aber der Glaube nicht ist, da wirkt Gott dieses Werk nicht; er läßt gehen und wirkt offenkundig durch Vermittlung der Kreaturen, wie oben gesagt ist. Das sind aber nicht die rechten Werke, daran man ihn erkennen kann; denn es laufen der Kreatur Kräfte mit unter, und es sind nicht bloß eigenste Werke Gottes. Die müssen so sein, daß niemand mit Gott zusammenwirkt, sondern er allein am Werke ist; das ist der Fall, wenn wir kraftlos werden und in unsrem Recht oder Sinn unterdrückt sind und Gottes Kraft in uns leiden; das sind edle Werke.

Wie meisterlich trifft Maria wieder die falschen Gleißner! Sie sieht ihnen nicht auf die Hände oder unter die Augen, sondern ins Herz, wenn sie sagt: „Die Hoffärtigen in ihres Herzens Sinn.“ Damit trifft sie besonders die Feinde göttlicher Wahrheit, wie es die Juden waren Christus gegenüber, und wie es auch jetzt noch Leute gibt. Diese Gelehrten und Heiligen sind ja nicht hoffärtig in ihren Kleidern oder Gebärden: sie beten viel, fasten viel, predigen und studieren viel, halten auch Messe; sie tragen das Haupt demütig und keine kostbaren Kleider. Sie wissen es selbst nicht anders, als daß es keinen größeren Feind der Hoffart, des Unrechts, der Gleißnerei gebe als sie selber, und keinen größeren Freund der Wahrheit und Gottes als sie: Wie könnten sie der Wahrheit überhaupt Schaden zufügen, wenn sie nicht so he3ilige, rechtschaffene, gelehrte Leute wären? Dieses ihr Wesen, das gibt den Schein und gleißt und macht Eindruck auf die Menge. Ach, sie meinen’s so herzlich gut, rufen den lieben Gott an und äußern ihr Bedauern über den armen Jesus, daß er so Unrecht tut und hoffärtig ist und nicht so rechtschaffen, wie sie sind. Von denen sagt er Mat. 11,19: „Die göttliche Weisheit wird von ihren eigenen Kindern gerechtfertigt“, d.h. „die sind gerechter und weiser als ich selbst, der ich die göttliche Weisheit bin. Wie ich’s mache, so ist’s nicht recht, und ich werde von ihnen geschulmeistert.“

Das sind die giftigsten, schädlichsten Menschen auf Erden, das ist eine abgrundtiefe, teuflische Hoffart des Herzens, der nicht zu raten ist. Denn solche Menschen hören nicht; was man sagt, das geht sie nicht an, sie beziehen es auf den armen Sünder, der solcher Lehre bedarf; sie selber bedürfen’s nicht. Johannes nennt sie Schlangengezüchte (Luk. 3,7) und ebenso Christus (Mat. 23,33). Das sind die eigentlich Schuldigen, weil sie Gott nicht fürchten; sie taugen nur dazu, daß Gott sie in ihrer Hoffahrt zerstreue. Denn niemand verfolgt Recht und Wahrheit mehr als sie, jedoch, wie gesagt, um Gottes und der Gerechtigkeit willen. Drum müssen sie auf dieser Seite unter den drei Feinden Gottes vornean stehen. Denn die Reichen sind die geringsten Feinde; viel mehr richten die Gewaltigen an; aber diese Gelehrten übertreffen alles, weil sie die andern reizen. Die Reichen vertilgen die Wahrheit bei sich selbst, die Gewaltigen verjagen sie von den andern, aber die Gelehrten löschen sie ganz aus, wie sie ist, und bringen anderes auf, ihres Herzens Eigendünkel, so daß die Wahrheit nicht wieder aufkommen kann. Soweit nun die Wahrheit, wie sie an sich ist, besser ist als die Menschen, in denen sie wohnt, soviel sind die Gelehrten ärger als die Gewaltigen und die Reichen. Oh, Gott ist ihnen in besonderer Weise feind, wie es billig ist.

Er hat die Gewaltigen abgesetzt von ihren Stühlen.

Dieses Werk und die nachfolgenden sind nun leicht zu verstehen aus den zwei vorhergehenden; Gott verfährt nämlich hier wie bei den Weisen und Überklugen. Diese macht er zunichte in ihrem eigenen Sinnen und Denken; denn darauf verlassen sie sich und damit treiben sie ihren Hochmut den Gottesfürchtigen gegenüber; die müssen Unrecht haben und ihr Sinn und Recht muß verdammt sein, wie es denn am meisten um des Gotteswortes willen vorkommt. Ebenso macht Gott auch die Gewaltigen und Großen in ihrer Macht und obrigkeitlichen Gewalt zunichte und setzt sie ab; denn darauf verlassen sie sich und damit üben sie ihren Übermut aus gegenüber den Untergebenen und rechtschaffen Demütigen; die müssen von ihnen Schaden, Pein, Tod und Übel aller Art leiden. Und wie er die tröstet, die Unrecht und Schande haben müssen um ihres Rechts, um der Wahrheit und um des Wortes willen, so tröstet er auch die, die Schaden und Übel erleiden müssen. Und sosehr er diese tröstet, so sehr erschreckt er jene. Das muß aber auch alles im Glauben erkannt und abgewartet sein. Denn er macht die Gewaltigen nicht so schnell zunichte, wie sie es verdienen; er läßt sie eine Weile gehen, bis ihre Gewalt aufs höchste und letzte gestiegen ist. Dann hält sie Gott nicht; sie vermag sich auch nicht selber zu halten, und so zergeht sie in sich selbst ohne jeden Lärm und gewaltsamen Bruch. Und dann kommen die Unterdrückten empor, auch ohne jeden Lärm; denn Gottes Kraft ist in ihnen: die bleibt dann allein, wenn jener am Boden liegt.

Merke aber, Maria sagt nicht, daß er die Stühle zerbreche, sondern: „Er wirft die Gewaltigen heraus.“ Sie sagt auch nicht: „Er läßt die Niedrigen in ihrer Niedrigkeit“, sondern: „Er erhebt sie.“ Denn solange die Welt steht, muß Obrigkeit, Regiment, Gewalt und die Stühle bleiben. Aber daß man sie in übler und Gott widersprechender Weise dazu benützt, um den Rechtschaffenen Unrecht und Gewalt anzutun, und daß man ein Wohlgefallen daran hat, sich dessen überhebt und sie nicht mit Gottesfurcht gebraucht zu seinem Lob und zum Schutz der Gerechtigkeit – das duldet er nicht lange. So sehen wir in allen Geschichtsbüchern und in der Erfahrung, wie Gott ein Reich aufrichtet, das andere niederwirft, ein Fürstentum erhebt, das andere unterdrückt, ein Volk mehrt, das andere vertilgt. So hat er’s mit Assyrien, Babylon, Persern, Griechen, Rom gemacht, obwohl diese doch meinten, sie würden ewig sitzen auf ihrem Stuhl. Ebenso vernichtet er auch nicht Vernunft, Weisheit und Recht (denn soll die Welt bestehen, so muß man Vernunft, Weisheit und Recht haben), sondern den Hochmut und die Hochmütigen, die sich selber damit dienen, Wohlgefallen daran haben, Gott nicht fürchten, die Rechtschaffenen und das göttliche Recht damit verfolgen und so die schönen Gaben Gottes gegen Gott mißbrauchen.

Nun ereignet sich’s in den Sachen, die Gott angehen, daß die Überklugen und die Hoffärtigen mit ihrer Einbildung sich gewöhnlich zu den Gewaltigen schlagen und diese gegen die Wahrheit aufwiegeln, wie Ps. 2,2 steht: „Die Könige der Erde haben sich erhoben, und die Fürsten sind zusammengetreten gegen Gott und seinen Gesalbten usw.“ So muß das Recht und die Wahrheit immer die Weisen, die Gewaltigen, die Reichen zugleich gegen sich haben, d.h. die Welt mit ihrem größten und höchsten Vermögen. Darum tröstet der Heilige Geist sie durch den Mund dieser Mutter, daß sie sich nicht beirren noch erschrecken lassen: „Laß sie weise, mächtig, reich sein; es währt nicht lange.“ Denn angenommen, die Heiligen und Gelehrten würden zusammen mit den Gewaltigen und Herren und außerdem noch mit den Reichen nicht gegen, sondern für das Recht und die Wahrheit eintreten, wo sollte das Unrecht bleiben? Wer würde etwas Böses erleiden? Nein, nicht so; die Gelehrten, die Heiligen, die Mächtigen, die Großen, die Rechen und das Beste an der Welt muß gegen Gott und Recht streiten und des Teufels Eigentum sein. In diesem Sinn heißt es Hab. 1,16: „Seine Speise ist lieblich und auserwählt“, d.h. der böse Geist hat ein Leckermaul und frißt gern das Allerbeste, das Feinste, das Auserlesene, wie der Bär den Honig.

Drum sind die Gelehrten, die heiligen Gleißner, die großen Herren, die Reichen des Teufels feine Leckerbissen; dagegen, was die Welt verwirft, die Armen, Niedrigen, Einfachen, Geringen, Verachteten erwählt Gott, wie S. Paulus 1.Kor. 1,28 sagt; er macht, daß der geringste Teil der Welt unter dem besten leiden muß, damit gewiß erkannt werde; nicht in dem, was Menschen, sondern allein in dem, was Gott vermag und bewirkt, besteht unser Heil, wie auch S. Paulus sagt (1. Kor. 2,5). Daher kommt’s, daß man recht mit Wahrheit sagt: „Die Gelehrten, die Verkehrten.“ „Ein Fürst ist Wildbret im Himmel“ „Hier reich, dort arm.“ Denn die Gelehrten lassen den Hochmut ihres Herren nicht, die Gewaltigen lassen ihre Gewalttat nicht, die Reichen lassen ihre Lust nicht; so geht’s dem Verderben zu.

Und er hat die Niedrigen erhoben.

Unter den „Niedrigen“ sollen hier nicht die Demütigen verstanden werden, sondern alle, die vor der Welt kein Ansehen genießen und ganz nichtig sind. Denn es ist eben das Wörtlein, das Maria oben von sich selber sagt: „Er hat die Nichtigkeit seiner Magd angesehen.“ Jedoch sind diejenigen, welche von Herzen gern so niedrig und nichtig sind un nicht hoch zu sein suchen, gewiß demütig.

Das „Erheben“ ist nun nicht so zu verstehen, daß Gott sie auf die Stühle und an die Stelle derer setzt, die er abgesetzt hat, geradesowenig wie er die Gottesfürchtigen, wenn er ihnen Barmherzigkeit erzeigt, an die Stelle der Hochgelehrten setzt; nein, er gibt ihnen viel mehr, daß sie, in Gott und durch den Geist erhoben, über Stühle und Gewalt und alles Können Richter werden hier und dort. Denn sie wissen mehr als alle Gelehrten und Gewaltigen. Wie nun das zugeht, ist oben gesagt beim ersten Werk und bedarf keiner Wiederholung. Es ist alles den Leidenden zum Trost und den Zwingherrn zum Schrecken gesagt, falls wir soviel Glauben hätten, daß wir’s für wahr halten.

Er hat die Hungrigen gesättigt mit Gütern, und die Reichen hat er leer gelassen.

Wie schon oben gesagt worden ist, sind unter den Niedrigen nicht Leute zu verstehen, die in unscheinbarer, verachteter Gestalt sind, sondern Leute, die gerne drin sind oder drin sein wollen, zumal wenn sie um des Gotteswortes oder des Rechte willen hineingezwungen werden. Dementsprechend sollen auch die Hungrigen nicht diejenigen sein, die wenig oder keine Speise haben, sondern die selber gerne Mangel leiden, zumal wenn sie von andern mit Gewalt um Gottes oder der Wahrheit willen dazu gezwungen werden. Was ist niedriger, nichtiger, dürftiger als der Teufel und die Verdammten, ferner diejenigen, die wegen ihrer Missetat gemartert, durch Hunger umgebracht, erwürgt werden, und alle, die unfreiwillig in Niedrigkeit und Dürftigkeit leben? Und doch hilft sie das nichts, ja es vermehrt und vergrößert nur ihren Jammer. Von denen redet die Mutter Gottes nicht, sondern von denen, die mit Gott eins sind und mit denen Gott eins ist, die an ihn glauben und auf ihn trauen.

Umgekehrt, was hindert es die heiligen Väter, Abraham, Isaak und Jakob, daß sie reich waren? Was hinderte den David sein Königstuhl, den Daniel seine Gewalt, die er in Babylonien inne hatte? Was hindert alle, daß sie3 in hohem Stand oder großem Reichtum waren oder noch sind, wenn ihr Herz nichts drauf gibt noch das Seine darin sucht? Salomo sagt Spr. 16,2: „Gott, der wiegt die Geister“, d.h. er richtet nicht nach dem äußerlichen Ansehen und den äußeren Formen, ob sie reich, arm, hoch oder niedrig sind, sondern nach dem Geist, wie sich der darin verhält. Es müssen solche Verschiedenheiten der Formen von Personen und Ständen auf Erden in diesem Leben bestehen bleiben; aber das Herz soll weder daran hängenbleiben noch davor fliehen: nicht haften an den hohen und reichen, nicht fliehen vor den niedrigen und armen. Ebenso sagt auch Ps. 7,10.12: „Gott erforscht das Herz und die Nieren; drum ist er ein rechter Richter.“ Menschen aber richten nach Augenschein; darum gehen sie oft fehl.

Diese Werke geschehen auch wie die obengenannten heimlich, daß sie niemand fühlt bis ans Ende. Ein reicher Mensch wird nicht gewahr, wie gar leer und elend er ist, außer wenn er stirbt oder sonst verdirbt; dann sieht er, wie sehr es alles nicht gewesen ist, alle seine Habe. In diesem Sinne heißt es Ps. 76,6: „Sie sind entschlafen, und da fanden sie, daß nichts in ihren Händen haben alle Männer, die Reichtümer besaßen.“ Die Hungrigen andererseits wissen nicht, wie voll sie sind, bis es ans Sterben geht; da finden sie dann, wie wahr das Wort Christi (Luk. 6,21) ist: „Selig sind die Hungrigen und Durstigen; denn sie werden satt werden“, und wie wahr hier die tröstliche Versicherung der Mutter Gottes ist: „Er hat die Hungrigen erfüllt mit Gütern.“

Es ist jedenfalls nicht möglich, daß Gott jemand leiblich Hungers sterben lasse, der auf ihn vertraut; es müßten eher alle Engel kommen und ihn speisen. Elias ward von den Raben gespeist (1.Kön. 17,6), und mit einer Hand voll Mehles ward er samt der Witwe zu Sarepta eine lange Zeit ernährt (1.Kön. 17,15 f.). Gott kann die nicht verlassen, die ihm vertrauen; darum spricht David Ps. 37,25: „Ich bin jung gewesen und alt geworden und habe noch nie einen Gerechten verlassen gesehen oder seine Kinder nach Brot gehen“. (Gerecht aber ist, wer Gott vertraut). – Ferner Ps. 34,11: „Die Reichen sind bedürftig und hungrig geblieben; aber die Gott suchen, haben keinen Mangel an irgendeinem Gut.“ Und Samuels Mutter, S. Hanna, 1.Sam. 2,5: „Die vorher satt und voll waren, haben sich lagern müssen, um Brot zu bekommen, und die Hungrigen sind gesättigt worden.“

Es steht aber der leidige Unglaube allezeit im Wege, so daß Gott solche Werke nicht in uns wirken kann, und wir sie nicht erfahren und erkennen können. Wir wollen satt sein und von allen Dingen genug haben, ehe der Hunger und die Notdurft kommt, und versorgen uns mit Vorrat für zukünftigen Hunger und Notdurft, so daß wir Gott und seine Werke nicht mehr brauchen. Was ist das für ein Glaube, der Gott traut, solange du fühlst und weißt, wie du mit deinem Vorrat dir helfen kannst? Der Unglaube bewirkt, daß wir Gottes Wort, die Wahrheit, das Recht unterliegen, das Unrecht siegen sehen und stille dazu schweigen, nicht tadeln, kein Wort darüber verlieren, nicht wehren und gehen lassen, was da geht. Warum? Wir haben Sorge, man greife uns auch an und mache uns arm, so daß wir dann Hungers sterben und für immer erniedrigt würden.

Das heißt doch, zeitliches Gut höher als Gott achten und an seiner Stelle zum Abgott machen. Damit werden wir dann nicht würdig, diese tröstliche Gottesverheißung zu hören und zu verstehen, daß er die Niedrigen erhebe, die Hohen erniedrige, die Armen erfülle, die Reichen leer mache; daher kommen wir auch niemals zur Erkenntnis seiner Werke, ohne die es doch keine Seligkeit gibt, und müssen so ewig verdammt sein, wie Ps. 28,5 sagt: „Sie haben von den Werken Gottes keine Kenntnis, verstehen auch die Schöpfungen seiner Hände nicht. Darum wirst du sie zerbrechen und nimmermehr aufrichten.“ Und das ist auch billig; denn sie glauben diesen seinen Verheißungen nicht, achten ihn wie einen leichtfertigen, lügenhaften Gott und haben den Mut nicht, auf seine Worte etwas zu wagen oder anzufangen. So gar nichts halten sie von seiner Wahrheit. Es muß jedenfalls versucht und gewagt sein auf seine Worte hin; denn Maria sagt nicht: „Er hat die Vollen erfüllt, die Hohen erhoben“, sondern „die Hungrigen erfüllt, die Niedrigen erhoben.“

Du mußt im Hunger mitten in die Notdurft hineingekommen sein und erfahren, was Hunger und Notdurft ist, so, daß ein Vorrat und eine Hilfe bei dir oder den Menschen nicht vorhanden ist, sondern allein bei Gott; denn das Werk soll jedenfalls allein Gottes Sache sein als etwas, was für alle andern unmöglich ist. Ebenso darfst du nicht bloß an Erniedrigung denken und davon reden, sondern mußt hineinkommen, darin stecken, von niemand mehr Hilfe finden, daß Gott allein hier wirken könne; oder mußt du das wenigstens begehren und darfst es nicht scheuen, falls es mit der Tat nicht dazu kommen kann. Darum sind wir Christen und haben das Evangelium, das der Teufel und die Menschen nicht leiden können, damit wir dadurch zu Notdurft und Erniedrigung und so auch Gott in uns zu seinen Werken kommen kann. Denke du selber darüber nach: wollte er dich sättigen, ehe dich hungert, oder erhöhen, ehe du erniedrigt wärest, so müßte er sich gerade nur wie ein Gaukler stellen und könnte das nicht tun, was er vorgäbe, und seine Werke wären nichts als ein Spott, wo doch Ps. 111,7 geschrieben steht: „Seine Werke sind Wahrheit und Ernst.“ Wollte er auch gleich schon wirken, wenn deine Notdurft und Erniedrigung erst im Anfang begriffen ist, oder helfen, wenn deine Notdurft und Erniedrigung noch klein ist, so wären die Werke zu gering für Gottes Gewalt und Majestät, von denen doch Ps. 111,2 sagt: „Gottes Werke sind groß und auserlesen nach all seinem Begehren.“

Laß das Gegenteil sehen! Würde er die Hohen und Reichen zerbrechen, eh sie hoch und reich wurden, wie wollte er sich dazu stellen? Sie müssen zuerst so ganz in die Höhe und zu Reichtum kommen, daß es ihnen selber und jedermann so vorkommt, ja im Grunde auch so ist, daß niemand sie stürzen, niemand ihnen wehren könne; sie müssen ihrer Sache gewiß werden und sagen, wie von ihnen und Babylonien Jesaja /47,8 f.) sagt: „Höre zu, du Feine, die du so sicher sitzest und sprichst in deinem Herzen: Hier bin ich, und niemand kann mir etwas antun; ich bin gewiß, daß ich nicht eine Witwe noch ohne Kinder (d.h. ohne Stärke und Beistand) sein werde! Wohlan, es soll dies alles beides über dich hereinbrechen auf einen Tag usw.“ Da kann dann Gott in ihnen sein Werk wirken. So ließ er Pharao sich über die Kinder Israel erheben und sie unterdrücken, wie 2. Mo. 9,16 Gott selber von ihm sagt: „Darum habe ich dich erhoben, auf daß ich an dir mein Tun erzeige und mein Lob davon verkündigt werde, so weit die Welt ist.“ Und von solchen Beispielen ist die Bibel voll; sie lehrt ja nichts anderes als Gottes Werk und Wort und verwirft der Menschen Werk und Wort.

Nun siehe, ein starker Trost liegt darin, daß nicht ein Mensch, sondern Gott selber den Hungrigen nicht bloß etwas gibt, sondern sie erfüllt und „sättigt“. Außerdem sagt Maria: „Mit Gütern“, d.h. dieses Erfüllen so unschädlich, nützlich und heilvoll sein, daß es Leib und Seele samt allen Kräften wohl tue. Aber das weist auch darauf hin, daß sie vorher von allen Gütern entblößt sind und voll von allem Mangel. Denn, wie oben gesagt, unter dem „Reichtum“ sollen hier zeitliche Güter aller Art zur Befriedigung des Leibes begriffen werden, wovon die Seele auch fröhlich wird. Dementsprechend soll umgekehrt „Hunger“ hier nicht bloß Mangel an Speisen, sondern an allen zeitlichen Gütern bedeuten. Ein Mensch kann ja alle Dinge einmal entbehren außer der Speise (weshalb fast alle Güter um der Nahrung willen da sind); ohne Speise kann niemand leben, auch wenn er ohne Kleid, Haus, Geld, Gut und Leute zu leben vermöchte. Somit begreift hier die Schrift das zeitliche Gut unter dem, was man am allernotwendigsten braucht und benützt und am allerwenigsten entbehren kann, ebenso nennt sie darum auch die Geizigen und die auf zeitliches Gut Erpichten „Diener des Bauches“ (Röm. 16,18) und Paulus nennt den Bauch ihren Gott (Phil. 3,19).

Wie könnte nun jemand stärker, trostreicher zu freiwilligem Hungern und Armsein reizen als solche trefflichen Worte dieser Mutter Gottes, daß Gott alle Hungrigen mit Gütern erfüllen will? Wen diese Worte und solches Ehren und Preisen der Armut nicht reizt, der ist gewißlich glaubens- und vertrauenslos wie ein Heide. Wie könnte man andererseits den Reichtum stärker zurückweisen und die Reichen greulicher erschrecken als damit, daß Gott sie leer läßt? Oh, wie sind’s beide so große, überschwengliche Dinge, wenn Gott erfüllt und wenn Gott verläßt? Wie ganz unmöglich ist’s da für eine Kreatur, dagegen zu raten und zu helfen! Es erschrickt ein Mensch, wenn er hört, daß sein Vater sich von ihm lossagt oder sein Herr ihm ungnädig ist, und wir Hohen und Reichen erschrecken nicht, wenn wir hören, daß Gott uns eine Absage gibt, ja nicht bloß absagt, sondern uns zu stürzen, zu erniedrigen und arm zu machen droht. Umgekehrt ist’s eine Freude, wenn der Vater gütig, der Herr gnädig ist, und mancher verläßt sich so darauf, daß er Leib und Gut darüber läßt. Und wir haben hier eine solche Verheißung Gottes, einen so starken Trost, und können sie weder brauchen noch genießen, noch dafür danken noch uns darüber freuen! O du leidiger Unglaube, wie stockhart, wie steindürr bist du, daß du solch große Dinge nicht empfindest!

Damit sei von den sechs Werken Gottes genug gesagt.

Er hat Israel, seinen Diener, aufgenommen, nachdem er gedacht an seine Barmherzigkeit.

Nach den Gotteswerken an ihr und allen Menschen kommt Maria wieder auf den Anfang und das Erste zurück und beschließt das Magnifikat mit dem großen Hauptwerk aller Werke Gottes, nämlich der Menschwerdung des Gottessohnes. Und sie bekennt hier frei, daß sie eine Magd und Dienerin aller Welt sei, indem sie bekennt, dies Werk, das in ihr vollbracht sei, sei nicht allein ihr, sondern ganz Israel zu gut geschehen. Doch trennt sie Israel in zwei Teile und nimmt nur auf den Teil Bezug, der Gott dient; niemand dient aber Gott, als wer ihn seinen Gott sein und seine Werke in sich wirken läßt, wovon oben die Rede war.

Man versteht und gebraucht freilich leider zur Zeit – dahin hat man es gebracht – das Wörtlein „Gottesdienst“ so andersartig, daß der Hörer gar nicht an solche Werke denkt, sondern an den Glockenklang, an das Stein- und Holzwerk der Kirchen, an das Rauchfaß, an die Flammen der Lichter, an das Geplärre in den Kirchen, an das Gold, die Seide und die Edelsteine der Chormäntel und Meßgewänder, an die Kelche und Monstranzen, an die Orgel und die Bilder, an die Prozession und den Kirchgang und, was das Wichtigste ist, an das Maulplappern und Paternosterzählen. Dahin ist’s leider mit Gottes Dienst gekommen, wovon doch Gott so gar nichts weiß, während wir sonst nichts als dieses wissen; wir singen täglich das Magnifikat mit hoher Stimme und herrlicher Pracht und schweigen doch seinen rechten Ton und seine rechte Bedeutung je länger je mehr tot.

Aber es steht der Text fest da. Wenn wir diese Werke Gottes nicht lehren und uns gefallen lassen, so wird auch kein Gottesdienst dasein, kein Israel, keine Gnade, keine Barmherzigkeit, kein Gott, wenngleich wir uns in den Kirchen zu Tode mühten mit Sang und Klang und alles Gut der Welt zusammen hineinstifteten. Gott hat nichts davon geboten; darum hat er auch ohne allen Zweifel gar kein Gefallen daran. Solchem Israel nun, das Gott dient, dem kommt die Menschwerdung Christi zu gut; das ist sein eignes, liebes Volk, um dessen willen er auch Mensch geworden ist, um sie aus der Gewalt des Teufels, der Sünde, des Todes, der Hölle zu erlösen und sie heraus in die Gerechtigkeit, ins ewige Leben und in die Seligkeit zu bringen. Das ist das „Aufnehmen“, von dem Maria hier sing. In diesem Sinne sagt Paulus Tit. 2,14, Christus habe sich für uns gegeben, daß er sich ein Volk zum Erbe und Eigentum reinigte. Und S. Petrus schreibt (1. Petr. 2,9): „Ihr seid das heilige Volk, das Volk, das Gott selber erworben hat, ein königliches Priestertum usw.“

Das sind die Reichtümer der göttlichen, unergründlichen Barmherzigkeit, die wir aus keinem Verdienst, sondern aus lauter Gnaden bekommen haben. Drum sagt Maria: „Er hat gedacht an seine Barmherzigkeit“; sie sagt nicht: „Er hat gedacht an unser Verdienst und Würdigkeit“. Bedürftig waren wir, aber ganz unwürdig. Darin besteht nun sein Lob und seine Ehre, und darüber muß unser Rühmen und Vermessen verstummen. Er hatte nichts „anzusehen“, was ihn bewegt hätte, als daß er barmherzig wäre. Und diesen Namen wollte er bekannt machen. Warum sagt Maria aber vielmehr: Er habe an seine Barmherzigkeit „gedacht“, und nicht, er habe sie „angesehen“? Deshalb, weil er sie verheißen hatte, wie der folgende Vers sagt. Nun hat er es lange hinausgezögert, sie zu geben, so daß es aussah, als hätte er sie vergessen, wie ja alle seine Werke aussehen, als vergäße er unser. Aber als er kam, da wurde erkannt, daß er nicht vergessen hatte, sondern unaufhörlich daran gedacht, sie zu erfüllen.

Jedoch ist es wahr, daß mit dem Wörtlein „Israel“ allein die Juden gemeint sind und nicht wir Heiden. Aber freilich wollten sie ihn nicht haben; dennoch hat er einige von ihnen auserlesen, hat damit dem Namen „Israel“ Genüge getan und hinfort ein geistliches Israel hergestellt. Das wurde 1. Mo. 32,25 ff. veranschaulicht, als der heilige Erzvater Jakob mit dem Engel rang und dieser ihm die Hüfte lähmte. Das sollte bedeuten, daß seine Kinder sich hinfort nicht der fleischlichen Geburt rühmen sollten, wie die Juden tun. Dort bekam er auch den Namen, daß er fernerhin Israel heißen solle, als ein Erzvater, der nicht allein Jakob, der leiblichen, sondern auch Israel, der geistlichen Kinder Vater sein sollte. Dazu stimmt das Wörtlein „Israel“; das heißt „ein Herr Gottes“. Das ist ein ganz hoher, heiliger Name und schließt das große Wunder in sich, daß ein Mensch durch die göttliche Gnade gleichsam Gottes mächtig wurde, so daß Gott tut, was der Mensch will. In solcher Weise ist, das sehen wir, durch Christus die Christenheit mit Gott vereinigt wie eine Braut mit ihrem Bräutigam, so daß die Braut Recht und Macht hat über des Bräutigams Leid und über alles, was er hat. Das geschieht alles durch den Glauben; da tut der Mensch, was Gott will, und andererseits Gott, was der Mensch will. So ist also „Israel“ ein gottähnlicher und gottmächtiger Mensch, der in Gott, mit Gott und durch Gott ein Herr ist, alle Dinge zu tun und zu vermögen.

Sieh, das heißt Israel. Denn „sar“ heißt „ein Herr“, „Ein Fürst“; „el“ heißt Gott; tu’s zusammen, so wird auf hebräisch „Israel“ daraus. Ein solches „Israel“ will Gott haben; als Jakob mit dem Engel gerungen und es gewonnen hatte, sprach der darüber zu ihm (1. Mo. 32,29): „Du sollst Israel heißen; denn, wenn du stark bist Gott gegenüber, so wirst du auch stark sein den Menschen gegenüber.“ Davon ist viel zu sagen, denn es ist „Israel“ ein wunderbar hohes Mysterium.

Wie er geredet hat zu unsern Vätern, Abraham, und seinem Samen in Ewigkeit.

Da liegt alles Verdienst, alle Vermessenheit am Boden und ist so die lautere Gnade und Barmherzigkeit Gottes erhoben; denn Gott hat Israel nicht um ihres Verdienstes willen angenommen, sondern um seiner eigenen Verheißung willen. Aus lauter Gnade hat er es fest versprochen, aus lauter Gnaden hat er es auch erfüllt. Darum sagt S. Paulus Gal. 3,17 f., Gott habe vierhundert Jahre vorher, ehe er das Gesetz Moses gab, Abraham ein festes Versprechen gegeben, damit ja niemand rühmen oder sagen könnte, er habe diese Gnade und Zusage durchs Gesetz oder durch Gesetzeswerke verdient und erlangt. Eben diese Zusage preist und erhebt hier die Mutter Gottes auch über alles und schreibt dies Werk der Menschwerdung Gottes völlig den göttlichen, gnädigen, unverdienten Zusagen zu, die er Abraham gemacht hat. Die Verheißung Gottes an Abraham steht hauptsächlich 1. Mo. 12,3 und 22,18; auch sonst wird an vielen Stellen auf sie Bezug genommen. Sie lautet folgendermaßen: „Ich habe bei mir selber geschworen: In deinem Samen sollen gesegnet werden alle Geschlechter der Erde.“ Diese Worte Gottes hält S. Paulus hoch und alle Propheten, wie es billig ist. Denn mit diesen Worten ist Abraham samt allen seinen Nachkommen gerettet und selig geworden, und auch wir sollen noch alle darin selig werden; ist doch Christus darin enthalten und zugesagt als aller Welt Heiland. Und das ist der „Schoß Abrahams“ (Luk. 16,22), worin alle, die vor Christi Geburt selig geworden sind, geborgen gewesen sind, und ohne diese Worte ist niemand selig geworden, auch wenn er alle guten Werke getan hätte. Das wollen wir sehen.

Es folgt zuerst aus diesen Gottesworten, daß alle Welt außerhalb von Christus in Sünden, Verdammnis und verflucht ist samt all ihrem Tun und Wissen. Denn wenn Gott sagt, nicht „einige“, sondern „alle“ Völker sollen gesegnet werden in Abrahams Samen, so wird es ohne diesen Samen Abrahams keinen Segen geben in allen Völkern. Was brauchte Gott mit so großem Ernst und teurem Eide Segen versprechen, wenn bereits Segen und nicht lauter Fluch da wäre? Aus diesem Spruch haben die Propheten viel herausgelesen und geschlossen; nämlich, daß alle Menschen böse, nichtig, lügnerisch, falsch, blind und kurzum ohne Gott seien, so daß es in der Schrift keine große Ehre ist, ein Mensch zu heißen. Denn es gilt dieser Name vor Gott nicht mehr, als wenn jemand vor der Welt ein Lügner und ein Treuloser genannt würde; so ganz ist der Mensch durch Adams Fall verderbt, daß ihm die Verfluchung angeboren, ja geradezu seine Natur und sein Wesen wird.

Zweitens folgt daraus, daß dieser Same Abrahams nicht auf natürliche Weise von Mann und Weib geboren werden durfte; denn diese Geburt ist verflucht und gibt lauter verfluchte Frucht, wie eben gesagt wurde. Sollte nun in diesem Samen Abrahams alle Welt von diesem Fluch erlöst und dadurch gesegnet werden, wie die Worte und Eide Gottes lauten, so mußte der Same schon vorher gesegnet sein: er durfte von diesem Fluch weder berührt noch befleckt sein, sondern mußte lauter Segen sein, voller Gnade und Wahrheit. Wenn nun Gott, der nicht lügen kann, zusagt und schwört, es solle Abrahams natürlicher Same sein, d.h. ein natürliches, wirkliches Kind, das von seinem Fleisch und Blut geboren würde, so muß andererseits dieser Same ein richtiger, natürlicher Mensch sein vom Fleisch und Blut Abrahams. Da steht nun eins gegen das andere: natürliches Fleisch und Blut Abrahams sein, und doch nicht von Mann und Weib natürlich geboren werden. (Denn darum gebraucht Gott das Wort „dein Samen“ und nicht das Wort „dein Kind“, daß es ja klar und gewiß wäre, es solle sein natürliches Fleisch und Blut sein, wie es ja der „Same“ ist; ein „Kind“ kann ja gut auch nicht ein natürliches Kind sein, wie man weiß. Wer will hier einen Mittelweg finden, daß Gottes Wort und Eid wahr bleibe, worin solche sich widersprechenden Dinge aufeinander stoßen?

Das hat Gott selber getan. Er kann erfüllen, was er verheißt, obwohl es niemand begreift, bevor es geschieht. Darum erfordert sein Wort und Werk nicht Vernunftgründe, sondern einen freien, lauteren Glauben. Sieh, wie er diese zwei Stücke in Einklang gebracht hat: Er schafft dem Abraham den Samen, einen natürlichen Sohn von einer seiner Töchter, einer reinen Jungfrau, Maria, durch den Heiligen Geist, ohne Zutun eines Mannes. Da liegt keine natürliche Geburt und Empfängnis mit ihrem Fluch vor und hat diesen Samen nicht berühren dürfen; und doch ist der natürliche Same Abraham hier gerade so wirklich vorhanden wie in allen andern Kindern Abrahams. Sieh, das ist der gesegnete Same Abrahams, in dem alle Welt von ihrem Fluche los wird. Denn wer an diesen Samen glaubt, ihn anruft, ihr bekennt und an ihm hangen bleibt, dem ist aller Fluch vergeben und aller Segen gegeben, wie die Worte und Eide Gottes lauten: „In deinem Samen sollen gesegnet werden alle Völker der Erde“, d.h. alles, was gesegnet werden soll, muß und soll durch diesen Samen und sonst auf keine Weise gesegnet werden. Sieh, das ist der Same Abrahams, der von keinem seiner Söhne -darauf haben die Juden allezeit gesehen und gewartet – sondern allein von seiner einigen Tochter Maria geboren ist.

Das meint nun hier die liebe Mutter dieses „Samens“, wenn sie sagt, Gott habe Israel angenommen laut seiner Verheißung, die er dem Abraham gegeben hat, ihm und allen seinen Samen. Da sah sie wohl, daß die Verheißung in ihr erfüllt war; darum sagt sie, es sei nun erfüllt und er habe angenommen, seinem Wort Genüge geleistet. Hier sehen wir den Grund des Evangeliums, warum alle Lehre und Predigt darin zum Glauben an Christus und in den Schoß Abrahams treiben; es gibt nämlich sonst keinen Rat und keine Hilfe, wo dieser Glaube nicht ist, in welchem der gesegnete Same ergriffen wird, und fürwahr, es hängt die ganze Bibel an diesem Eidspruch Gottes, handelt sich doch alles in der Bibel um Christus. Weiter sehen wir, daß alle Väter im Alten Testament samt allen heiligen Propheten den gleichen Glauben und das gleiche Evangelium gehabt haben, das wir haben, sie S. Paulus 1. Kor. 10,1 ff. sagt; denn in diesem Eidspruch Gottes und Schoß Abrahams sind sie alle mit festem Glauben geblieben und so errettet worden; nur daß sie an den zukünftigen und verheißenen Samen geglaubt haben, während wir an den erschienenen und hingegebenen glauben. Es ist aber alles eine Wahrheit der Zusage, ebenso auch ein Glaube, ein Geist, ein Christus, ein Herr (Eph. 4,5), heute wie zu jener Zeit und in Ewigkeit, wie S. Paulus Heb. 13,8 sagt.

Daß aber später den Juden das Gesetz gegeben wurde, entspricht dieser Zusage nicht; das ist deshalb geschehen, daß sie durch das Licht des Gesetzes ihre fluchbeladene Natur desto besser erkennen möchten und nach diesem verheißenen Samen des Segens desto heißer und begieriger verlangen sollten. Damit haben sie einen Vorteil vor den Heiden aller Welt gehabt. Aber sie haben den Vorteil verkehrt und einen Nachteil daraus gemacht, indem sie es unternahmen, das Gesetz aus sich selber zu erfüllen, anstatt ihre Bedürftigkeit und Verfluchtheit dadurch zu erkennen; sie haben damit sich selber die Türe zugetan, so daß der Same hat vorübergehen müssen, und sie verharren noch dabei, Gott gebe, nicht lange. Amen.

Und das ist der Streit aller Propheten mit den Juden gewesen. Denn die Propheten verstanden des Gesetzes Absicht wohl (daß man darin unsere verfluchte Natur erkennen und Christus anrufen lernen solle); deshalb verwarfen sie alle „guten“ Werke und das „gute“ Leben der Juden, weil es sich nicht in dieser Richtung bewegte. So wurden dann jene zornig auf sie und töteten sie, weil sie Gottesdienst, gute Werke und gutes Leben verwürfen. So machen es ja immer die Heuchler und die Heiligen, die der Gnade nicht teilhaftig sind. Davon wäre viel zu sagen.

Wenn Maria aber sagt: „seinem Samen in Ewigkeit“, so soll die „Ewigkeit“ dahin verstanden werden, daß solche Gnade bei Abrahams Geschlecht (welches die Juden sind) von jener Zeit an durch alle Zeit hindurch währt bis an den Jüngsten Tag. Denn obwohl die große Masse verstockt ist, gibt es doch immer, wie wenig es auch sein mögen, solche unter ihnen, die sich zu Christus bekehren und an ihn glauben; denn diese Zusage Gottes lügt nicht, daß Abraham und seinem Samen die Zusage geworden sei nicht auf ein Jahr, nicht auf tausend Jahre, sondern in Saecula, d.h. von einem Menschheitszeitalter auf das andere, ohne Aufhören.

Daher sollten wir die Juden nicht so unfreundlich behandeln; denn es sind noch zukünftige Christen unter ihnen und werden’s täglich. Zudem haben sie allein und nicht wir Heiden solche Zusage, daß es allezeit unter Abrahams Samen Christen geben werde, die den gesegneten Samen erkennen; unsere Sache steht auf lauter Gnade ohne Zusage Gottes, wer weiß wie und wann. Wenn wir christlich lebten und die Israeliten mit Güte zu Christus brächten, das wäre wohl die rechte Weise. Wer möchte Christ werden, wenn er Christen so unchristlich mit Menschen umgehen sieht? So soll es nicht sein, liebe Christen; man sage ihnen gütlich die Wahrheit; wollen sie nicht, dann laß sie fahren. Wieviel Christen gibt es, die Christus nicht achten, seine Worte auch nicht hören, die ärger als Heiden und Juden sind: und die lassen sie doch im Frieden gehen, fallen ihnen sogar zu Füßen und beten sie bald wie einen Abgott an. Damit lassen wir’s diesmal bewenden und bitten Gott um ein rechtes Verständnis dieses Magnifikat, daß es nicht allein leuchte und rede, sondern brenne und bleibe in Leib und Seele. Das verleihe uns Christus durch die Fürbitte und den Willen seiner lieben Mutter Maria.

Amen.

Anmerkung
Luther schrieb diese Schrift 1520, vor seiner Übersetzung der Bibel ins Deutsche. Zumeist zitiert er Bibelstellen aus dem Gedächtnis; was das Neue Testament angeht, so hat er sich hauptsächlich auf den lateinischen Text der Vulgata berufen. Von daher ergeben sich Abweichungen zu heutigen Bibeln und auch zu seiner eigenen Übersetzung. In einigen Fällen beruft er sich auf Stellen aus den alttestamentlichen Apokryphen, die er zu dieser Zeit noch als biblische Bücher gelten ließ.

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Donnerstag 13. Dezember 2007 um 11:48 und abgelegt unter Theologie.