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Gefangen im Netz des Wohlstandes und der Lust

Dienstag 31. Oktober 2006 von Robert Rahm


Robert Rahm

Gefangen im Netz des Wohlstandes und der Lust

Ich freue mich, heute zu diesem Thema praktisch einige Dinge zu sagen, in der Hoffnung, mit meinen Aussagen vielen eine Ermutigung zu sein. Es gibt, solange Gottes Widersacher aktiv sein darf, viele Gefahren, ins Netz zu geraten, bewu├čter oder unbewu├čter. Ich m├Âchte zuerst einige Gefahren nennen, bei denen sich viele Christen unbewu├čt der Welt anpassen und nicht in der Vollmacht des Heiligen Geistes stehen sondern fleischlich handeln.

Ich versuche zu Beginn aufzuzeigen, wo wir, angesteckt vom Weltgeist, vor allem mit unserem egoistischen, materiellen Denken im Netz gefangen sein k├Ânnen und werde dann den Hauptteil dem Gefangensein im Netz der Lust widmen.

So m├Âchte ich meine Gedanken in die folgende Punkt ordnen:

1. Welchen Plan hat Gott mit unserem Leben?

2. Wo geraten Christen, oft unbewu├čt, ins Netz des Wohlstandes?

3. Wie geraten wir ins Netz der Lust und wie k├Ânnen wir diesem Netz entfliehen?

1. Welchen Plan hat Gott mit meinem Leben?

Die Bibel zeigt uns, da├č Gott, der die Liebe in Person ist, uns erschaffen hat, um uns zu lieben und er m├Âchte, da├č wir ihn von ganzem Herzen, von ganzem Gem├╝t und mit all unserer Kraft lieben, so sagt es uns Jesus als gr├Â├čes Gebot. Gott hat uns zu seiner Freude erschaffen, um vor seiner Gegenwart zu leben und seinen Willen zu tun.

Wir wissen, da├č der Mensch durch die Verf├╝hrung von Satan, das Paradies und die Gemeinschaft mit Gott, verloren hat. Wir Christen freuen uns aber zu wissen, da├č wir durch Jesus Christus und sein Sterben am Kreuz erl├Âst worden sind und durch die Vergebung der S├╝nden wieder den Zugang zu Gott haben.

Das Ziel unseres Lebens soll es sein, innerhalb der Familie Gottes, in die wir hineingeboren sind, in der Verbindung zu Jesus ihm ├Ąhnlicher zu werden und ihm mit unserem Leben unter der Leitung des Heiligen Geistes mit Freuden zu dienen und mitzuhelfen sein Reich zu bauen. Wenn wir so leben, dann leben wir sch├Âpfungsgem├Ą├č, vom Ziel her und finden zu einem erf├╝llten Leben.

Satan, Gottes Widersacher und Gegenspieler, stellt uns manches in den Weg, das ein Hindernis ist, unsere g├Âttliche Bestimmung auszuleben und er hindert uns, ein Leben zur Ehre Gottes zu leben, das seinen Namen verherrlicht.

2. Wo geraten Christen, oft unbewusst, ins Netz des Wohlstandes?

Wir stehen in Gefahr, uns vom Weltgeist leiten zu lassen und nicht vom Geist Gottes.

In der Welt gilt die Weltanschauung: Wenn es jemand materiell zu etwas gebracht hat, so hat er richtig gelebt, hat Sicherheit und kann durch seinen irdischen Besitz das Leben gro├čz├╝gig genie├čen. So konzentrieren sich auch viele Christen stark auf das Materielle und setzen ihre Zeit voll f├╝rs Verdienen ein, um dann das Leben genie├čen zu k├Ânnen.

Der Mammon ist ein G├Âtze, der uns ganz in Beschlag nimmt. Jesus sagt dazu: „Man kann nicht Gott und dem Mammon dienen.“ Er sagt nicht, man soll nicht dem Mammon dienen. Er sagt, man kann nicht. Entweder diene ich dem Wohlstand oder ich diene Gott. Der G├Âtze Mammon ist ein D├Ąmon, der Menschen bindet und sie im Netz gefangen h├Ąlt. Bei Unternehmern sieht man oft, da├č sie f├╝r die Karriere ihre Gesundheit und oft Ehe und Familie daf├╝r opfern.

Christen sind in erster Linie dazu berufen, zu dienen. So sagt Paulus in Thess. 1,9 „Ihr habt euch bekehrt von den Abg├Âttern zu Gott, um zu dienen dem wahrhaftigen und lebendigen Gott.“ Dabei schenkt Gott gro├če Verhei├čungen auf einem solchen Leben, z.B. in Matth. 6,33 „Trachtet am ersten nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zufallen“. Oder Mal. 6,10, wo es um den Zehnten geht. Da sagt Gott: „Pr├╝fet mich hierin, ob ich nicht des Himmels Fenster ├Âffnen werde und herabsch├╝tte die F├╝lle, wenn ihr im Geben des Zehnten treu seid.“

Gott will uns ein Leben im Ueberflu├č g├Ânnen. Es soll aber nicht unser Lebensziel sein und es ist Gott ein Greuel, wenn wir unsere Sicherheit auf Materielles setzen und nicht auf Gott. So mu├č er im Blick auf den Reichen Kornbauern sagen: „Du Narr, heute Nacht wird man deine Seele von dir fordern und wes wird`s sein, das du bereitet hast. So geht es dem, der Sch├Ątze sammelt und ist nicht reich in Gott!“ Reich in Gott sollen wir sein. Uns freuen, da├č wir ihm geh├Âren, mit Freuden seinen Willen tun und ihm von Herzen dienen.

Viele Christen stehen in Gefahr, nach weltlichen, vernunftsm├Ą├čigen Gedanken zu handeln und nicht im Glauben. Wenn Gott Verhei├čungen gegeben hat, wie ich zwei genannt habe, so gilt es, diesen Verhei├čungen zu glauben. Viele Christen leben in einem Kleinglauben oder Unglauben und erleben wenig Wunder Gottes und in ihrem Verhalten sto├čen sie eher ab.

Sie glauben nicht, da├č Gott daf├╝r sorgen wird, da├č sie genug haben, wenn sie bewu├čt das Reich Gottes an die erste Stelle setzen. Oder sie glauben nicht, da├č die Mittel reichen werden, wenn sie Gott den Zehnten geben. Solche Menschen sind unbewu├čt in ein Netz des G├Âtzendienstes, des Kleinglaubens und des Unglaubens gefallen und finden nicht zu einem befreiten, frohen Leben. Im Hebr├Ąerbrief hei├čt es: „Ohne Glauben ist`s unm├Âglich, Gott zu gefallen“.

Es war mir als junger Gesch├Ąftsmann, bei allen Schw├Ąchen, die ich auch habe, ein Anliegen, als erstes nach dem Reiche Gottes zu trachten. So versprach ich Gott, ich werde nie sagen, ich habe keine Zeit, ich habe ein Gesch├Ąft, wenn Gott mich in eine Aufgabe berufen m├Âchte. Gott hat mich in einige christliche Aufgaben gestellt, so da├č ich w├Ąhrend meines ganzen Gesch├Ąftslebens einen rechten Teil der Gesch├Ąftszeit f├╝rs Reich Gottes eingesetzt habe und Gott hat ├╝ber Jahrzehnte hinweg einen sichtbaren, materiellen Segen geschenkt.

Es war mir auch ein Anliegen, vom Gewinn Gott zu geben was Gott geh├Ârt. Im Neuen Testament spricht Jesus ja nicht mehr vom Zehnten, sondern von Ganzhingabe. Man gibt soviel man kann, wobei der Zehnte vom AT. eine untere Richtlinie sein sollte. Gott hat unser Unternehmen so gesegnet, da├č wir viel geben durften und wir selbst mehr als genug haben. Wir haben weil wir geben, nicht umgekehrt. Bei Gott m├╝ssen wir nicht ├Ąrmlich leben. Wenn Gott segnet, k├Ânnen wir dienen und haben selbst genug. Das braucht allerdings eine Liebe zu Gott und Jesus Christus und ein Vertrauen in die biblischen Verhei├čungen.

Wie kommen wir aus dem Netz des Wohlstandes heraus? Indem wir Bu├če tun und Jesus ├╝ber dieser materialistischen Gesinnung um Vergebung bitten und neu unsere Sinnen und unser Vertrauen auf Gott und Jesus Christus setzen. Die Liebe zu Jesus Christus und die Bereitschaft, ihm von ganzen Herzen und mit dem ganzen Leben zu dienen, entspricht unserer Berufung. So wird das Leben sinnvoll. Ein solches Leben zieht auch Junge an und ich darf es erleben, da├č es unsere vier Kinder alle auch so machen und erf├╝llt und gl├╝cklich sind.

3. Wie geraten wir ins Netz der Lust und wie k├Ânnen wir diesem Netz entfliehen?

Das ist allerdings ein Netz, das Satan mit seinen D├Ąmonen in der letzten Zeit mit steigendem Erfolg weit ausbreitet hat und auch viele Christen darin gefangen werden. Die Bibel spricht ja viel von der Gefahr, sich in dieser Welt zu verunreinigen. Als ich mich auf diesen Vortrag vorbereitet hatte, wurde mir neu bewu├čt, wie viel die Bibel davon spricht, da├č wir darauf acht haben sollen, nicht in die Unzucht zu fallen. Und die Bibel wurde geschrieben, als es noch kein Fernsehen, keine Kinos und kein Internet gab.

Was in den letzten Jahren ├╝ber die Menschheit gekommen ist, ist tats├Ąchlich wie ein Dammbruch der Unreinheit, der sich ├╝ber die ganze Menschheit ergie├čt durch die Pornographie, die uns durch die verschiedenen Medien ins Wohnzimmer und ins B├╝ro geliefert wird. Viele Menschen sind Sklaven der Pornographie und der Unzucht geworden. Die Scheidungen und Abtreibungen, die einen direkten Zusammenhang mit der verschmutzten Atmosph├Ąre haben, haben ein trauriges Ausma├č angenommen. Die Leidtragenden sind in erster Linie die Kinder! Und dieser Schmutz geht nicht an den Gl├Ąubigen vorbei.

Das Problem ist, da├č der Teufel sehr listig ist. Er fl├╝stert ein, da├č wir etwas verpassen, wenn wir das nicht machen, was Gott verboten hat. Dann beginnt er mit etwas Kleinem und sagt, das machen ja alle und wir geben ihm den kleinen Finger – mit etwas Pornographie. Uns schon verunreinigen wir unsere Fantasie, was den intimen Umgang in der Ehe st├Ârt, weil ja mit diesen Models nicht die Frau gezeigt wird, mit allen Aufgaben, die sie in einer Familie zu erf├╝llen hat. Dadurch w├Ąchst beim Mann Unzufriedenheit und der Wunsch mehr zu erleben. Man ├╝berschreitet weitere Grenzen und landet – leider auch mehr und mehr Christen – beim Ehebruch. Das ist eine gro├če Schande f├╝r den Leib Jesu, wenn das durch Gotteskinder geschieht!

Wenn Jesus sagt, da├č wir Licht und Salz der Welt sein sollen, so glaube ich, da├č in einer versexualisierten Zeit, wo Familien auseinander fallen und Kinder Spezialunterricht und den Psychiater brauchen, lebendige Christen ein leuchtendes Zeugnis sein k├Ânnen, mit intakten Kindern, die sie in die Schule schicken, ohne dem Staat besondere Lasten zu verursachen, dank einem Leben unter der Herrschaft Jesus.

Vor zwei Jahren hat man bei einem christlichen M├Ąnnertag von Chrischona und FEG, da waren viele ├älteste darunter, eine Umfrage gemacht, wer nie, selten, gelegentlich oder t├Ąglich, Pornographie konsumiere. Es waren nur wenige Prozente, die schreiben konnten: „Nie“ und eine ganze Anzahl, die sehr ehrlich „t├Ąglich“ ausgef├╝llt habt. Welche N├Âte und K├Ąmpfe stehen dahinter! Es gibt bestimmt Unterschiede. M├Ąnner, denen das kein gro├čes Problem bedeutet und M├Ąnner, die wirklich einen Kampf haben, dies zu lassen, wenn man diese Bilder heute so einfach haben kann.

Ich selbst geh├Âre zu den M├Ąnnern, die nicht nur Zuckerwasser in den Adern haben. So hatte ich von Jugend an M├╝he, die Gedankenwelt rein zu halten. Weil ich schon als junger Bursche zu einem pers├Ânlichen Verh├Ąltnis zu Jesus gefunden habe und Jesus mit meinem Leben von Herzen dienen wollte, habe ich es aber nicht nur widerstandslos hingenommen, sondern habe um die Reinheit gek├Ąmpft. Es war meiner Frau und mir ein gro├čes Anliegen, bis zur Ehe zu warten, was sich wohl gelohnt hat. Es war uns ein Anliegen, keine schlechte Saat in unsere zuk├╝nftige Ehe zu streuen.

Ich denke, da├č es f├╝r die meisten M├Ąnner, die Frauen kenne ich weniger, einen lebenslangen Kampf bedeutet. Aber es ist wichtig, da├č wir nicht in einer gesetzlichen Art den Kampf selbst f├╝hren. Ich m├Âchte von Gottes Wort und von meinen Erfahrungen her einiges sagen, wie wir diesen Kampf f├╝hren k├Ânnen:

Wir scheitern oder es ist mindestens ein gro├čer Krampf, wenn wir denken, wir m├╝├čten durch disziplinierte Anstrengung gegen Satan k├Ąmpfen. Satan ist listig und kennt unsere Schw├Ąchen und wir liegen bald am Boden.

Mein erstes Leitwort in dieser Frage hei├čt: Wandelt im Geist, so werdet ihr die L├╝ste des Fleisches nicht vollbringen. Es geht um einen Kampf gegen Satan. Da haben wir immer die 2 auf dem R├╝cken! Wenn ich mit dem Auto durch den Urwald fahre und ein L├Âwe kommt auf mich zu, so habe ich keine Chance, wenn ich aussteige und gegen ihn k├Ąmpfe. Wenn ich aber im verschlossenen Auto bleibe, bin ich gesch├╝tzt. Nur wenn wir in Jesus bleiben, haben wir den Schutz. Es hei├čt zwar in der Bibel, wir sollen dem Teufel widerstehen. Das hei├čt nicht, gegen ihn k├Ąmpfen, sondern im Auto bleiben. Die T├╝r gar nicht ├Âffnen!

Im ├╝brigen m├╝ssen wir ein geisterf├╝lltes Leben f├╝hren. Nur der Heilige Geist kann uns helfen. Mit der eigenen Kraft sind wir zu schwach. Wir wissen um Petrus, der, vor Pfingsten, in seiner eigenen Kraft zu Jesus gesagt hat, da├č er bereit sei mit ihm zu sterben. Als dann die Versuchung kam, versagte er sch├Ąndlich. Nach Pfingsten stand er jedoch in der Kraft des Heiligen Geistes auf und predigte unerschrocken, soda├č 3000 Menschen zum Glauben an Jesus Christus fanden. Und er war sp├Ąter bereit, erf├╝llt vom Heiligen Geist, den M├Ąrtyrertod zu sterben.

Wie werden wir mit dem Heiligen Geist erf├╝llt? Jeder Mensch, der Jesus Christus als seinen Erl├Âser und Herrn im Glauben aufnimmt, wird mindestens vom Heiligen Geist bewohnt. Je mehr er dem Geist Gottes Raum gibt in seinem Leben, wird er mehr erf├╝llt. Paulus sagt in Eph.5,18 zu den gl├Ąubigen Christen: „Werdet voll Geistes!“ und er gibt einige Tipps, wie man mehr mit dem Heiligen Geist erf├╝llt werden kann. Als erstes sagt er: „Redet untereinander in Psalmen und Lobges├Ąngen und geistlichen Liedern, singet und spielet dem Herrn in euren Herzen“ Wir sollen also Gottes Wort lesen, Loblieder singen und diese Wahrheiten im Herzen bewegen.

Schon im AT sagt der Psalmist in Ps. 1 „Wohl dem der nicht wandelt im Rat der Gottlosen…. sondern hat Lust zum Gesetz des Herrn und redet von seinem Gesetz Tag und Nacht!“ Und dann hei├čt es im n├Ąchsten Vers: Der ist wie ein Baum, gepflanzt an den Wasserb├Ąchen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit und seine Bl├Ątter verwelken nicht; und was er macht, das ger├Ąt wohl.

Oder in Josua 1,8 wo Josua als Nachfolger von Mose die gro├če Aufgabe ├╝bernehmen mu├čte, um das Volk ins Land Kanaan zu f├╝hren, gibt ihm Gott die Weisung: Und la├č dieses Wort nicht von deinem Munde kommen, sondern betrachte es Tag und Nacht, auf da├č du haltest und tust alle Dinge nach dem was darin geschrieben steht. – Alsdann wird es dir gelingen in allem was du tust, und du wirst weise handeln k├Ânnen.“

Oder wir kennen das bekannte Wort in Ps. 119,9: „Wie wird ein J├╝ngling seinen Weg unstr├Ąflich gehen? Wenn er sich h├Ąlt nach deinen Worten.“

Das Bewegen von Gottes Wort im Herzen, Tag und Nacht, ist ein gro├čer Schutz. Es ist mir pers├Ânlich ein Anliegen, da├č der ganze Tag ins Wort Gottes eingebettet ist. Am Morgen mache ich zusammen mit meiner Frau eine ausgiebige Stille Zeit unter Gottes Wort, mit Gebet, F├╝rbitte, Lob und Dank. Nach dem Mittagessen lesen wir einen Abschnitt aus einem Andachtsbuch und vor dem ins Bett gehen habe ich begonnen, immer einen Abschnitt aus der Bibel zu lesen, um einmal die ganze Bibel kennen zu lernen. Wenn wir unsere Sinnen und Gedankenwelt mit Gottes Wort f├╝llen, so werden wir mit dem Geist Gottes erf├╝llt. In einer solchen Haltung konnte Josef entr├╝stet zur Frau von Potiphar sagen: „Sollte ich ein solch gro├č ├ťbel tun und vor meinem Gott s├╝ndigen?“

Gottes Wort lesen, allein und zusammen mit Geschwistern und am Sonntag die Predigt h├Âren und im Herzen bewegen, das ist die gr├Â├čte Waffe gegen den Feind.

So hat jemand einmal gesagt. Es sei wie wenn er zwei Hunde in sich h├Ątte, einen Guten und einen B├Âsen. Auf die Frage, welcher denn der St├Ąrkere sei, meinte er treffend: Derjenige, den ich mehr f├╝ttere! Wir m├╝ssen den guten Hund in uns f├╝ttern und den b├Âsen aushungern lassen. Das ist der Weg! Wenn Jesus einmal mahnend zu seinen J├╝ngern sagte: „Was kommen f├╝r Gedanken in eure Herzen?“ so zeigt dies, da├č wir selbst eine Kontrolle haben, was wir denken wollen.

In Phil. 4,8 sagt Paulus das sch├Âne Wort: „Was wahrhaftig ist, was ehrbar, was gerecht, was rein, was lieblich, was wohl lautet, ist etwa eine Tugend, ist etwa ein Lob, dem denket nach!“ Wir m├╝ssen unsere Gedankenwelt mit Sch├Ânem f├╝llen. Es gibt ja viele gute Lobpreiskassetten, die wir auch im Auto h├Âren k├Ânnen, wenn wir ├╝ber Land fahren. Und wenn wir auch Freude haben an Sch├Ânem, an Musik, an einem erf├╝llenden Hobby, so ist uns das im Blick auf pornographische Gedanken, eine Hilfe. Der Mensch braucht Freude! Geben wir unserem Herzen viel Freude! Meine Frau uns ich spielen oft vor dem ins Bett gehen ein Halma oder ein Rummy. Das geh├Ârt auch zur Intimit├Ąt.

Als zweites sagt Paulus im Blick auf das Erf├╝lltwerden durch den Heiligen Geist: „…und saget Dank allezeit und f├╝r alles….“ Wenn wir Gott f├╝r alles danken, so bringen wir zum Ausdruck, da├č wir Gottes Wegen vertrauen und dankbar sind, da├č wir genug haben, denn Satan will uns immer einfl├╝stern, da├č uns noch etwas fehlt. Diese Haltung erf├╝llt uns mit dem Geist Gottes. Diese dankbare Haltung ist eine Waffe gegen den Geist der Unreinheit.

Als drittes nennt Paulus noch einen Weg, wie wir mit dem Heiligen Geist erf├╝llt werden k├Ânnen: „…und seid einander untertan in der Furcht Christi“. Wenn wir uns einander dem├╝tig unterordnen, einer den andern h├Âher achtet als sich selbst, so nimmt auch der Geist Gottes Raum in unserem Herzen. Eine solch dem├╝tige Haltung ist auch eine Waffe gegen die Anl├Ąufe des Feindes, denn den Dem├╝tigen gibt Gott Gnade.

In Gal. 5,22 wird die Frucht des Geistes beschrieben. Nebst Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, G├╝tigkeit, Glaube, Sanftmut, nennt Paulus die Keuschheit als eine Frucht des Heiligen Geistes. Die ist also nicht von uns produziert, sondern w├Ąchst in einem Leben in der engen Gemeinschaft zu Jesus Christus. Menschen, die sich vom Heiligen Geist f├╝llen lassen, werden als Frucht Enthaltsamkeit ernten. Das ist nicht ein Krampf, sondern Christus wirkt diese Heiligung in uns und unser Leib darf zum Tempel des Heiligen Geistes werden.

Die Disziplin mu├č also nicht so sehr im Kampf gegen die S├╝nde, sondern vielmehr auf der Ebene liegen, nahe beim Wort Gottes, nahe bei Jesus zu sein, um diese Eigenschaft der Keuschheit zu bekommen. Wenn wir es selbst durch Disziplin schaffen wollen, wird es zum Krampf und wir werden gerne gesetzlich und oft geht es nicht ohne Heuchelei ab, weil es nicht wahr sein darf, da├č ich s├╝ndige Gedanken habe.

Ein zweiter Leitvers, den Paulus in 1. Kor. 6,18 sagte, ist mir vor allem im Blick auf unser schmutziges Umfeld wichtig geworden: „Fliehet die Unzucht!“

Als unsre Kinder aus der Schule kamen, haben wir uns entschlossen, einen Fernseher anzuschaffen, um wenigstens die Nachrichten, den Wetterbericht und hie und da eine interessante politische Sendung sehen zu k├Ânnen, wie nat├╝rlich auch die sehr guten Sendungen von Fenster zum Sonntag. Der TV-Verk├Ąufer hat mir dann eine Sch├╝ssel installiert, um m├Âglichst viele Sender zu empfangen. Als ich nach kurzer Zeit entdeckte, was vor allem bei ausl├Ąndischen Sendern ab 23.00 Uhr f├╝r Bettszenen ins Haus geliefert werden, begann ein Kampf in mir, in schwachen Stunden, wenn ich von meiner Frau nicht beobachtet war, einzuschalten. Am Schlu├č war man dann besch├Ąmt, soviel Schmutz aufgesaugt und so viele ehebrecherische Bilder im Kopf und im Herzen zu haben.

Ich habe mich dann schnell entschlossen, dem TV-Lieferanten zu sagen, er solle die Sch├╝ssel abmontieren, mir w├╝rden die DRS-Sendungen gen├╝gen und habe ihm den Grund gesagt. Er solle selbst entscheiden, welchen Betrag er mir noch zur├╝ckerstatten k├Ânne. Der TV-Lieferant, ein ernsthafter Katholik, hatte sehr Achtung vor meinem Entschlu├č und r├Ąumte die Sch├╝ssel ab. Er nahm anschlie├čend, zusammen mit seiner Frau, von mir eine Einladung zu einem IVCG-Vortragstreffen an, wie zur anschlie├čenden Bibelgespr├Ąchsrunde in meinem Haus und beide, Mann und Frau nahmen in meiner Stube neben dem Fernseher, ohne Schmutzsendungen, Jesus auf!

Vor einigen Jahren hat mir mein Sohn auf meinem PC das Internet eingerichtet und lachend gesagt: Jetzt geh├Ârst du auch zu den Internetten! Bald erkannte ich, was f├╝r Bilder man da unter dem Stichwort Erotik und Sex hervorholen kann. Ich hatte einen solchen Kampf, immer wieder anzuklicken, da├č ich meinen Sohn fragte, was man da machen k├Ânne, um diese Bilder zu sperren: Da sagte lachend der Sohn zum Vater: „Eine Kindersicherung!“ Ich gab ihm sofort den Auftrag, eine Kindersicherung einzubauen, denn Gotteskinder brauchen eine Kindersicherung zur Abschirmung vor dem Schmutz der Welt!

Eine weitere Gefahr ist auch, wenn wir zu wenig Aufgaben haben, nicht ausgef├╝llt sind. Ein Sprichwort sagt: M├╝├čiggang ist aller Laster Anfang.“ Es war mir ein Anliegen, was mir nicht sehr schwer viel, im Gesch├Ąft und in verschiedenen Aufgagen im RG in der Arbeit zu stehen. Geistliche Dienste waren mir immer auch eine Hilfe, vor S├╝nde bewahrt zu bleiben, im Wissen, da├č man nicht mit Gottes Segen in der Arbeit rechnen kann, wenn der Heilige Geist durch bewu├če Unreinigkeit getr├╝bt wird. Auch im Ruhestand bin ich erfreulicherweise immer noch mit vielen Diensten, mehr au├čergesch├Ąftlichen, ausgef├╝llt.

Der Unzucht entfliehen, ein Leben unter der Herrschaft des Heiligen Geistes f├╝hren und sein Herz mit Sch├Ânem f├╝llen lassen, das ist der Weg zur Reinheit.

Eine weitere Hilfe ist nat├╝rlich auch ein harmonisches Verh├Ąltnis in der Ehe. Die Frau soll die Einf├╝hlsamkeit, die Geborgenheit und Liebe des Mannes sp├╝ren und die Frau soll den Mann achten und sich ihm nicht ohne Grund verweigern. Wenn diese Harmonie nicht stimmt, erh├Âht sich die Gefahr zu ehebrecherischen Gedanken und Handlungen sehr stark.

Manchmal braucht es auch eine Lossprache durch einen erfahrenen Seelsorger von Bindungen von Vorfahren. Als junger Mann lie├č ich mich auch lossprechen, weil ich ahnte, da├č bei meinen Vorfahren in dieser Beziehung manches nicht sauber war. Wenn der D├Ąmon dann ausgefahren ist, so ist es wichtig, unser Haus mit Christus zu f├╝llen. Sonst kommt der D├Ąmon, wie die Schrift sagt, mit sieben anderen D├Ąmonen ins Haus zur├╝ck und es ist noch schlimmer als zuvor!

Dann mu├č auch gesagt werden, da├č gerade Christen, die Zeugen Jesu sind und in einem fruchtbaren geistlichen Dienst stehen, oft besonders angefochten sind. Wir m├╝ssen mehr f├╝r solche Menschen beten. Und wenn wir trotzdem schuldig werden? Wenn Jesus in der Bergpredigt sagt: „Wer ein Weib ansieht, ihrer zu begehren, hat schon die Ehe gebrochen“, so m├╝ssen wir eingestehen, da├č wir alle schwache Menschen und anf├Ąllig auf S├╝nde sind. Eine gro├če Hilfe ist das Bekennen. Es ist gut, wenn wir einen Menschen haben, dem wir anvertrauen k├Ânnen, wo wir unsere Anfechtungen haben und ihm unsere Schuld bekennen k├Ânnen, wenn wir gefallen sind. Ich gehe seit Jahren jeweils zu meinem Prediger, zu dem ich ein br├╝derliches Verh├Ąltnis habe, der wei├č einerseits, wieviel mich der Herr in verschiedenen Diensten braucht, dann darf er auch wissen, da├č ich kein S├╝ndenloser bin. Im Bekennen liegt eine gro├če Verhei├čung, hei├čt es doch in 1. Joh. 1,9 „So wir unsere S├╝nden bekennen, so ist er treu und gerecht, da├č er uns die S├╝nde vergibt und reinigt uns von aller Untugend.“

Es braucht Demut einem Menschen zu bekennen, wer ich wirklich bin. Aber Gottes Wort sagt: „Dem Dem├╝tigen gibt Gott Gnade“. Das Aufatmen k├Ânnen, da├č vor Gott alles in Ordnung ist, l├Ą├čt eine Liebe zu Jesus Christus wachsen. Und Liebe heilt! Und zudem ist uns zugesagt, da├č Jesus uns auch reinigen wird, die schmutzige Phantasie wegnehmen kann, wenn ich sie nicht erneut aktiviere.

David war ein Ehebrecher. Weil er aber seine S├╝nde vor Gott und Menschen bekannte, hat er Vergebung erfahren und er wurde sogar „Der K├Ânig nach dem Herzen Gottes“ genannt. Gl├╝cklicherweise gibt es diese Vergebung bei Gott! Gl├Ąubige, die auf diesem Gebiet vielleicht nicht so stark angefochten sind, k├Ânnen sehr hart ├╝ber angefochtene Menschen denken, urteilen und richten. Die Gefahr ist aber dann gro├č, da├č sie unbarmherzig oder sogar selbstgerecht werden. Selbstgerechte Menschen, die ja meist ├╝ber ihrer Selbstgerechtigkeit nicht Bu├če tun, sind Gott ein gr├Â├čerer Greuel als Menschen, die in moralische S├╝nde fallen und Bu├če tun. So sagt Jesus vom Z├Âllner, der bekannte: „Herr sei mir S├╝nder gn├Ądig!“- „Er ging gerechtfertigt davon, nicht aber jener Pharis├Ąer, der sagte: Ich danke dir Gott, da├č ich nicht bin wie jener Z├Âllner und S├╝nder….“

Dr. Bill Bright hat das t├Ągliche geistliche Atmen gelehrt: Wie ich die unreine Luft ausatme und die reine Luft einatme, so soll ich auch im Blick auf das geistliche Leben das Unreine, S├╝ndige ausatmen (bekennen) und die frische Luft, die Vergebung Jesu, einatmen. So lebe ich seit vielen Jahren und bin Jesus dankbar, da├č bei ihm viel Vergebung ist. Ich freue mich, wenn in der jenseitigen Welt diese Anfechtungen einmal ein Ende haben werden und wir in Jesu Bild gleichgestaltet sein werden. So hei├čt es in 1. Kor. 15, 43 „Es wird ges├Ąt in Unehre und wird auferstehen in Herrlichkeit. Es wird ges├Ąt in Schwachheit und wird auferstehen in Kraft. Das ist Evangelium! Das ist unser aller Hoffnung – darauf wollen wir uns t├Ąglich freuen!

Buchempfehlung: „Die Macht der Leidenschaft“
von Erwin W. Lutzer (Edition Trobisch)

Vortrag am 8.4.2006

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Dienstag 31. Oktober 2006 um 15:41 und abgelegt unter Seelsorge / Lebenshilfe.