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Guten Morgen, liebe Sorgen

Dienstag 31. Oktober 2006 von Robert Rahm


Robert Rahm

Guten Morgen, liebe Sorgen
Evangelistisches Referat in Langenthal und Arbon (Schweiz)

Ich freue mich, zum Thema: „Guten Morgen, liebe Sorgen“ zu Ihnen sprechen zu dĂŒrfen. Ich möchte meinen Beitrag in die folgenden Punkte gliedern:

1. EinfĂŒhrung in die Welt der Sorgen
2. Woher kommen die Sorgen?
3. Wie können wir Sorgen vorbeugen?
4. Was sagt die Bibel ĂŒber das Sorgen?
5. Persönliche Erfahrungen im Umgang mit Sorgen

1. EinfĂŒhrung in die Welt der Sorgen

Es ist ja nicht immer einfach ein Thema zu finden, das möglichst alle Zuhörer anspricht. Mit dem Thema „Sorgen“, das sehr verwandt ist mit dem Begriff „Angst“ glaube ich, dass sich alle, die in diesem Raum sitzen, angesprochen fĂŒhlen. Auch Menschen, denen es eigentlich recht gut geht, keine Existenzangst haben mĂŒssten, sind interessanterweise fast laufend von Sorgen umgeben. Und eines ist sicher: Sorgen gefĂ€hrden die Gesundheit und Sorgen machen alt. Man spricht ja von Sorgenfalten.

Schon der SĂ€ugling hat die Sorge, die Eltern könnten weggehen, so ist es ganz wichtig, dass die Eltern besonders in dieser Zeit dem Kind durch ihre Anwesenheit Geborgenheit vermitteln. Das ist fĂŒr die seelische und körperliche Entwicklung sehr wichtig. Da gibt es in dieser Zeit Grenzen mit dem Doppelverdienen. Die Zeit, die man dem Kleinkind nicht schenkt ist ganz schlecht angelegt.

Das Schulkind hat grosse Sorge, die PrĂŒfung in der Schule nicht zu bestehen. Viele Kinder haben Sorge, die Eltern könnten auseinander gehen, sie könnten einen Elternteil verlieren. Es kommt die Sorge, die richtige Berufswahl zu treffen und eine Lehrstelle zu bekommen. Dann die schöne Sorge, den richtigen Lebenspartner zu finden. Bei manchen bleibt diese Sorge, allein bleiben zu mĂŒssen. Dann kommt die Sorge der eigenen Kinder, dass sie gesund bleiben, sich normal entwickeln, tĂŒchtig werden. Dann kommt die Sorge um den Lebensunterhalt, die Sorge um die vielen Rechnungen, die ins Haus flattern und rechtzeitig bezahlt sein wollen, vor allem solche, die man nicht budgetiert hat, Bussen oder Zahnarztrechnungen. Und dann kommt die Sorge um die Gesundheit. Wir erkennen, dass es gar nicht so selbstverstĂ€ndlich ist, dass wir gesund sind, wenn man sieht, was plötzlich bei Freunden passiert. Und im Alter kommt die Sorge das Geld könnte nicht reichen, was mit der AHV und den Pensionskassen viel milder geworden ist. Aber Junge wissen ja nicht, ob die nĂ€chste Generation das Geld noch aufbringen wird. Es kommt die Sorge um den Tod, dem keiner von uns entrinnen kann. Wir nehmen immer wieder an Beerdigungen teil und werden fĂŒr eine kurze Zeit daran erinnert, dass unser Leben sehr zerbrechlich ist.

Psychologen sagen, dass am Ende jeder Angst, letztlich die Todesangst steht. Der Mensch weiss, dass er einmal sterben muss und er weiss auch, dass das ganz unerwartet, plötzlich geschehen könnte, in einer Welt der Motorisierung, auf den gefĂ€hrlichen Strassen, im Zug, und im Flugzeug. Hören wir doch tĂ€glich von UnfĂ€llen und von schnellem Tod. Der Reformator Martin Luther hat einmal gesagt: „Mitten im Leben, sind wir stets vom Tod umgeben“. Das haben wir bei der grossen Tsunami-Katastrophe ende Dezember 2004 in Asien erlebt, wo auch viele Schweizer betroffen waren. Aber auch die Diagnose „Krebs“, die wir in unserer Umgebung immer öfters hören, lĂ€sst mehr und mehr den Gedanken in uns schlummern, es könnte plötzlich auch mich treffen.

Wir stehen alle auch in einem Existenzkampf, wo die Sorgen uns tĂ€glich belasten wollen. Selbst in einem florierenden Betrieb, wie wir einen haben dĂŒrfen, gibt es auch fast tĂ€glich Sorgen. Da ist ein Wein, der sich nicht so gut entwickelt hat. Was mache ich damit? Da ist ein Mitarbeiter, der Schwierigkeiten macht. Wie löse ich das Problem? Da wird ein guter Kunde von der Konkurrenz aufgekauft. Wie finde ich einen Ersatz fĂŒr den verlorenen Umsatz? Da geht plötzlich durch das Oeffnen der Grenze und durch die EinfĂŒhrung der 0,5 Promillen-Grenze, der Umsatz unserer hiesigen Weine drastisch zurĂŒck und dahinter stehen Traubenproduzenten in unserer Region, die uns eine gewisse Menge Trauben zu kostendeckenden Preisen liefern wollen. Wenn uns das nicht egal ist und wir auch eine Verantwortung an unseren Lieferanten erkennen, so kann dies zu einer grossen seelischen Belastung werden.

Als ich letzthin einer befreundeten Privatperson einige solche Gedanken weitergab, sagte sie: „Da könnte ich keine Nacht mehr schlafen!“ Dann haben viele Unternehmer dazu noch finanzielle Sorgen. Banken, die den Kredit sperren, Lieferanten, die sie mahnen, die Lohnauszahlung kommt, die AuftrĂ€ge werden spĂ€rlicher und die Frage, wie das Personal beschĂ€ftigt werden kann. Notwenig gewordener Personalabbau. Guten Mitarbeitern kĂŒnden zu mĂŒssen, weil die Arbeit nicht mehr vorhanden ist. Das ist ein gewaltiger Druck auf Arbeitgebern.

Unternehmer sind nicht immer nur Menschen, die schnell viel Geld verdienen. Sie sind meist in erster Linie Arbeitgeber, die oft ganz grosse Spannungen zu ertragen haben – mehr als wir glauben. Es ist gut wenn wir dies auch sehen und vielleicht fĂŒr sie beten. Und wenn sie durch ehrliche Leistung gute Gewinne machen, wollen wir sie ihnen gönnen. Vor allem wenn sie auch fair sind mit den Mitarbeitdenden. Sie zahlen ja dann auch einen Grossteil der Steuern.

Sorgen können recht drĂŒcken und unseren Alltag belasten und wie ein Mehltau ĂŒber einem Leben schweben. Das wird einem manchmal bewusst, wenn man in die Ferien fĂ€hrt und man ein StĂŒck weit die Sorgen zurĂŒcklassen kann, wie man dann aufatmet. Wenn man aber dann von den schönen Ferien wieder in den Alltag zurĂŒckkommt, so können die Sorgen wie ein grosser Druck auf einem zukommen. Je Ă€lter man wird, desto mehr ist man diesem Druck ausgesetzt.

2. Woher kommen die Sorgen?

War das der Wille von einem Gott der Liebe, dass der Mensch mit Sorgen leben muss?

Wir kennen alle die biblische Schöpfungsgeschichte. Gott, der die Liebe in Person ist, kam auf den Gedanken, den Menschen zu schaffen, ihm zum Bilde, den er lieben kann und der auch Gott lieben soll. Gott setzte den Menschen in den Garten Eden. Das war das Paradies. So hatte es Gott fĂŒr den Menschen ausgedacht. Da war kein Schweiss, keine Sorge keine Existenzangst, keine Krankheit, und auch kein Tod! Die beiden ersten Menschen durften in der Gegenwart von Gott die Schöpfung bewahren und sich tĂ€glich freuen an den vielen FrĂŒchten im Garten Eden. Gott sagte:

„Ihr dĂŒrft von allen FrĂŒchten aller BĂ€ume essen, nur vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen, dĂŒrft ihr nicht essen. Wenn ihr davon esst, werdet ihr sterben.

Nun wissen wir auch um die Versuchung durch die Schlange, durch den Teufel. Vom Teufel heisst es in der Bibel, er sei der Vater der LĂŒge. Er sĂ€ht zuerst Zweifel und sagt zu Adam und Eva: „Sollte Gott gesagt haben, ihr dĂŒrft nicht essen?“ Das meinte er nicht so genau. – Das ist bei jeder SĂŒnde so. Ein Seitensprung ist doch auch Liebe, das muss man nicht so genau nehmen. Aber Ehebruch ist SĂŒnde vor Gott und viele Ehen und Familien brechen deswegen notvoll auseinander – bald die HĂ€lfte aller Ehen. Was ist das fĂŒr eine LĂŒge des Teufels! Er verspricht Romantik und hinterlĂ€sst einen Scherbenhaufen, wo heute unzĂ€hlige Kinder leiden.

Dann versucht sie der Teufel mit einer grossen LĂŒge. Er sagt: „Wenn ihr von diesem Baum essen werdet, so werdet ihr nĂ€mlich nicht sterben, sondern ihr werdet sein wie Gott!“ Sein wie Gott, war schon immer der Wunsch des Menschen, sich nicht Gott unterordnen zu mĂŒssen und selbst Gott sein zu wollen. Das ist der Hauptgrund, weshalb sich so viele Menschen nicht von Gott leiten lassen wollen, weil sie autonom, selbst-stĂ€ndig sein wollen, selbst Gott sein wollen. Und Eva nahm eine Frucht und ass und gab auch Adam davon zu essen. Beim SĂŒndigen ist es uns eine Entlastung, wenn andere auch mit sĂŒndigen.

Mit diesem Ungehorsam Gott gegenĂŒber, dass der Mensch dem Versucher, dem Teufel mehr Glauben geschenkt hat, als Gott, ist die SĂŒnde in die Menschheit eingebrochen und der Mensch hat, bis zum heutigen Tag, das Paradies verloren. Der Mensch ist seit dem SĂŒndenfall von Gott getrennt. Wir sprechen heute von einer gefallenen Schöpfung. Adam und Eva erkannten, dass sie nackt waren und haben sich geschĂ€mt, das war offensichtlich vor dem SĂŒndenfall nicht so. Sie hatten Angst vor Gott und haben sich versteckt. Gott stellte sie zur Rede und verhĂ€ngte einen Fluch auf ihr Leben.

Gott sprach zu Eva: 1. Mose 3,16

„Ich will dir viel MĂŒhsal schaffen, wenn du schwanger wirst; unter MĂŒhen sollst du Kinder gebĂ€ren und dein Verlangen soll nach dem Manne sein und er soll dein Herr sein.“

Und zum Manne sprach Gott: Vers 17-19

„Weil du gehorcht hast der Stimme deines Weibes und gegessen von dem Baum, von dem ich dir gebot und sprach: Du sollst nicht davon essen – verflucht sei der Acker um deinetwillen! Mit MĂŒhsal sollst du dich von ihm nĂ€hren dein Leben lang. Dornen und Disteln soll er dir tragen und du sollst das Kraut auf dem Felde essen. Im Schweisse deines Angesichts sollst du dein Brot essen bis du wieder zu Erde werdest, davon du genommen bist. Denn du bist Erde und sollst zu Erde werden.“

Dann verwies er sie aus dem Paradies, denn in der heiligen Gegenwart Gottes kann keine SĂŒnde sein. Die SĂŒnde hat uns Menschen von Gott getrennt. Mit dem SĂŒndenfall ist letztlich die Angst und die Sorge ins Menschengeschlecht eingebrochen. Der Mensch muss im Schweisse seines Angesichtes arbeiten und hat mit ExistenzĂ€ngsten zu tun. Er hat seine Gesundheit nicht im Griff. Er kann krank werden, ja sogar sterben!

Die SĂŒnde des Menschen, das verlorene Paradies, die gefallene Schöpfung, das sind die Ursachen der Sorgen und der Angst. Wir haben es alle mehr oder weniger mit Angst zu tun.

3. Wie können wir Sorgen vorbeugen?

Ich möchte einige Punkte nennen, die gar nicht viel mit der Bibel zu tun haben, wie wir selbst Sorgen vorbeugen können.

3.1. Wir sollen fleissig arbeiten

Wenn schon ein Lehrling gewissenhaft arbeitet und seine Hausaufgaben erfĂŒllt, so ist die Angst vor einer LehrabschlussprĂŒfung wesentlich weniger gross, als wenn er nachlĂ€ssig oder faul ist. Auch die Bibel ermutigt, fleissig zu arbeiten und unsere Gaben einzusetzen.

3.2. Man muss seine Berufung erkennen

Jeder hat seine besondere Begabungen und muss sich richtig einschĂ€tzen, wenn es um die AusĂŒbung des Berufes geht. Wir sollen an uns arbeiten und die Gaben vermehren, aber wir mĂŒssen auch demĂŒtig unsere Grenzen erkennen. Viele gute Handwerker meinten, sie könnten mehr verdienen, wenn sie sich selbststĂ€ndig machen wĂŒrden, aber sie hatten nicht die besondere Begabung als Unternehmer. Als Handwerker im Angestellten-verhĂ€ltnis waren viele fast sorgenfrei. Als Unternehmer hat sich mancher viele Sorgen eingebrockt, weil er zwar ein guter Facharbeiter, aber kein Kaufmann und kein Unter-nehmer war. Er war ĂŒberfordert und viele haben nach bitteren Sorgen die Bilanz deponieren mĂŒssen.

3.3. Wir sollen auch ausgewogen leben

Gott hat uns mit unserem Körper viel Kraft geschenkt, aber Gott hat uns auch Richtlinien gegeben, wie wir leben sollen. Arbeiten und Ruhen. Die Wissenschaft zeigt uns, dass der Mensch viel Stress ertragen kann und Stress als eine besondere Herausforderung fĂŒr den menschlichen Körper sogar gut ist. Was schlecht ist, ist der Dauerstress. Der Mensch braucht Entspannung. Mit der göttlichen Anleitung: „Sechs Tage sollst du arbeiten, aber am siebenten Tag sollst du ruhn“ ist uns Menschen eine weise Anleitung fĂŒr einen gesunden Rythmus gegeben. Wir tun gut daran, wenn wir ihn einhalten. Nach einem strengen Tag: Feierabend – Entspannung. Nach einer strengen Woche – ein arbeitsfreier Sonntag. Nach einer strengen Zeit, einige erholsame Ferientage, sind hilfreich. Wenn wir durch periodisches Ausspannen die Spannkraft erhalten, so sind wir wesentlich weniger gefĂ€hrdet, von Sorgen ĂŒberschĂŒttet zu werden.

4. Was sagt die Bibel ĂŒber das Sorgen?

Wenn wir vorher gesehen haben, dass der Mensch durch den SĂŒndenfall von Gott getrennt wurde und er das Paradies, das sorgenfreie Leben, verloren hat, so vernehmen wir im Evangelium, das heisst ja „Frohe Botschaft“, dass Jesus Christus uns Menschen wieder mit Gott versöhnt und die Trennung von Gott aufgehoben hat.

Jesus Christus hat durch seinen Tod am Kreuz den grössten Fluch des SĂŒndenfalles, den ewigen Tod, aufgehoben. Jeder Mensch, der Jesus Christus als seinen Erlöser im Glauben annimmt und es ihm ein Anliegen ist, Jesu Willen zu tun, der darf ein Gotteskind werden. So sagt Johannes in Joh. 1,12:

„Alle die aufnahmen, denen gab er Anrecht, Gottes Kinder zu werden, die an seinen Namen glauben.“

In Joh. 3,16 heisst es:

„So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass es seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben nicht verloren gehen, sondern das Ewig Leben haben.“

Die Trennung von Gott und dem Menschen, wie sie durch den SĂŒndenfall im Paradies geschah, ist durch den Tod Jesu am Kreuz aufgehoben, weil Jesus unsere SĂŒnde vergeben hat, die uns von Gott trennte.

Wenn ein Mensch zu diesem Stand findet, ein Gottes Kind wird und ewiges Leben hat, so ist die grösste Macht der Sorge gebrochen. Ein Kind, das gewiss weiss, dass seine Eltern gegenwÀrtig sind, hat keine Angst und Sorge. Wenn ein Kleinkind von seinen Eltern getrennt ist, so muss es jedoch voller Angst sein.

Nach den Aussagen von Psychiatern ist die letzte Ursache der Angst des Menschen, die Todesangst. Die Gewissheit fĂŒr einen Christen, ewiges Leben zu haben, ist eine ganz grosse Hilfe, nicht voller Angst in dieser Welt stehen zu mĂŒssen, man könnte krank werden oder sogar sterben. Paulus sagte: „Christus ist mein Leben und Sterben ist mein Gewinn“. Wenn ich hier auf Erden lebe, freue ich mich an Jesus, der mit mir ist und an seinem wunderbaren Handeln an mir und wenn ich sterbe, so ist das ein Gewinn, denn in der jenseitigen Welt ist es noch viel schöner. Dort sind wir dann ganz erlöst von unserem Sorgen.

Warum wehren wir uns Menschen so sehr, Christus zu gehören, Gottes Willen zu tun und in ihm geborgen zu sein und seine Hilfe in Anspruch zu nehmen? Es ist unser Stolz. Wir wollen es ohne Gott schaffen und wir wollen uns nicht Gott unterziehen. Schon im AT hat sich Gott als Immanuel bezeichnet, d.h. „Gott mir uns“. Das Leben wird einfacher, gradliniger, gesegneter, wenn wir diesen Immanuel bei uns haben!

Wenn wir um diese Gotteskindschaft wissen, so dĂŒrfen wir die Anweisungen und Verheissungen der Bibel in Anspruch nehmen: Jesus weist uns z.B. im „Unser Vater“ an, kindlich zu bitten: „Gib uns heute unser tĂ€gliches Brot“. Diese Bitte schliesst alles ein was unsere Existenz und die ErnĂ€hrung beinhaltet. Die Arbeitsstelle, die Ernte, die Arbeit im GeschĂ€ft, die Mitarbeiter, den Ertrag usw. Es ist fĂŒr einen Christen eine grosse Entspannung, wenn er weiss, dass er diese Spannung nicht allein tragen muss, sondern weiss, dass unser himmlischer Vater, der VerhĂ€ltnisse Ă€ndern und Wunder tun kann, um meine Anliegen weiss.

In der Bibel spricht uns Jesu an vielen Stellen Mut zu, z.B. in Matth. 11,28

„Kommet her zu mir alle, die ihr mĂŒhselig und beladen seid, ich will euch erquicken“.

Was bedeutet das, wenn wir mĂŒde und mutlos sind, wenn wir so zu Jesus kommen und bei ihm abladen können und es erfahren, dass er Erquickung schenkt.

Dann kennen wir das Wort in 1. Petr. 5,7:“Alle Eure Sorgen werfet auf ihn, denn er sorgt fĂŒr euch.“ Die Sorgen können wirklich an uns kleben. Deshalb sollen wir sie auf Jesus werfen, dass sie nicht kleben bleiben.

Dann gibt es fĂŒr GlĂ€ubige noch ein weiteres Geheimnis, von Sorgen befreit zu werden. Paulus sagt 1. Tess. 5,18 „Seid dankbar in allen Dingen, denn das ist der Wille Gottes“

In allen Dingen! Auch in schwierigen Situationen. Wer in schwierigen Situationen Gott dankbar bleiben kann, der lebt in einem grossen VertrauensverhĂ€ltnis zu Gott und weiss, dass Gott auch mit dieser schwierigen Situation nur gute Absichten hat. Das ist die Spitze des Glaubens, wenn ein Christ auch in schweren Wegstrecken dankbar bleiben kann. Diese Dankbarkeit befreit von der Sorge. Dieser Mensch fĂŒhlt sich in Gott geborgen, er kann nicht weiter fallen als in seine Hand!

Dann geschieht noch etwas ganz Entscheidendes, wenn ein Mensch Jesus aufnimmt. Er bekommt eine neue IdentitĂ€t. Ich denke, besonders MĂ€nner möchten jemanden sein und die Frauen unterstĂŒtzen diesen Trieb noch, indem sie zum Ausdruck bringen, dass sie an einem Mann aufschauen möchten. Das kann einen eher fein empfindenen Mann verunsichern und die Gefahr ist gross, dass solche MĂ€nner sich immer zu behaupten suchen und oft eine Maske tragen mĂŒssen, sich anders darstellen mĂŒssen als sie eigentlich sind. Das braucht Kraft!

Bei Jesus dĂŒrfen wir sein wer wir sind. Mangelhaft, schwach und sĂŒndig. Aber Jesus wohnt in mir und ich darf seine IdentitĂ€t tragen. Paulus sagt: „Mit Gott kann ich ĂŒber die Mauer springen. Das braucht Demut, nicht zu sagen: „Ich springe ĂŒber Mauern“, sondern: „Mit Gott kann ich..“ Der HochmĂŒtige braucht Gott nicht. Der DemĂŒtige traut auf Gottes Grösse, auf seine grosse Kraft und Allmacht. Die Bibel sagt dazu: „Den HochmĂŒtigen widersteht Gott, aber den DemĂŒtigen gibt er Gnade.“

So möchte ich auch die Frauen ermutigen, an ihren MĂ€nnern aufzusehen, wenn sie demĂŒtig die Hilfe von Gott erbitten, nicht nur wenn sie Supperkerle sind. Solche MĂ€nner sind in Gottes Augen die Grösseren.

5. Persönlich Erfahrungen im Umgang mit Sorgen

Ich musste sehr frĂŒh grosse Verantwortung im GeschĂ€ft ĂŒbernehmen. Mein Vater war zwar ein Pionier und hat das GeschĂ€ft als Landwirt begonnen, aber mein Bruder hat ihm schon zu Beginn die Buchhaltung gemacht und ich habe mich schon mit jungen Jahren dem technischen Betrieb angenommen.

Ich habe in der Bibel auch bald entdeckt, dass uns Gott gerne Gelingen schenkt, wenn wir seinen Willen tun. So hat mich als junger GeschÀftsmann das Wort Jesu in Matth. 6,33 angesprochen:

„Trachtet am ersten nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zufallen“.

Ich habe schon frĂŒh gelernt, dass wir viele Sorgen nicht zu tragen haben, wenn wir Gottes Verheissungen Glauben schenken, glauben, dass wenn wir unser Leben nach dem Reich Gottes, nach Gottes Willen, ausrichten, dass Gott fĂŒr das sorgt, was uns allgemein oft viel Sorge bereitet.

So habe ich zu Jesus schon als junger GeschĂ€ftsmann gesagt, als das GeschĂ€ft noch klein war, ich möchte nie sagen, ich hĂ€tte keine Zeit fĂŒr eine Aufgabe, weil ich ein GeschĂ€ft habe, wenn er in eine Aufgabe beruft. Gott hat mich in einige christliche Aufgaben berufen. Ich habe die Arbeit im GeschĂ€ft so delegiert, dass ich Zeit dazu fand und es ist interessant, dass ich wĂ€hrend einigen Jahrzehnten einen zunehmenden Segen Gottes im GeschĂ€ft wahrnehmen durfte. Wenn Gott TĂŒren auftut, die wir nicht auftun können und die Arbeit bestĂ€tigt, so sind wir auch von vielen Sorgen befreit. Misswirtschaft und wenn sie noch selbst verschuldet ist, drĂŒckt doch am meisten!

In Maleachi 3,10, sagt Gott, dass sein Volk ihn prĂŒfen solle, ob er nicht des Himmels Fenster öffnen werde und herabschĂŒtten die FĂŒlle, wenn es bereit wird, Gott den Zehnten zu geben. Es war mir immer ein grosses Anliegen, auch vom materiellen Ertrag weiterzu-geben, da wo Not ist und wo das Evangelium weitergegeben wird und Gott hat so gesegnet, wie ich es mir vor 50 Jahren nie hĂ€tte trĂ€umen lassen.

Die Bibel sagt auch, dass wir unsern Kindern im Glauben Vorbilder sein sollen und wir sie in Liebe zum Glauben an Jesus Christus anleiten sollen. Wir haben das in aller Schwachheit versucht und Gott schenkte es, dass all unsere vier Kinder zum lebendigen Glauben finden durften und jedem ein glÀubiger Ehepartner geschenkt wurde. Was hat uns diese Tatsache vor Sorgen bewahrt! Gottes Willen tun, als erstes nach dem Reich Gottes trachten, bewahrt vor vielen Sorgen weil sich Gott an seine Verheissung hÀlt und uns mit dem versorgt was wir brauchen. Das durfte ich mindestens so erfahren.

Das heisst aber nicht, dass wir dann keinerlei Sorgen hĂ€tten. Trotzdem wir Christen sind und viel GĂŒte Gottes erleben dĂŒrfen, wollen die Sorgen tĂ€glich auf uns zukommen, so dass wir immer wieder davon Gebrauch machen mĂŒssen, unsere Sorgen auf Jesus zu werfen oder uns von der Bibel her Frieden zusprechen zu lassen.

Oft ist man auch mĂŒde und dann erlebe ich es oft, dass besonders in der Nacht Sorgen bis ExistenzĂ€ngste hoch kommen können. Da ist ein grosser Weintank mit 50 000 Liter Inhalt und einem Wert von ĂŒber 300 000 Franken, dessen QualitĂ€t bei der letzten Degustation einem nicht gefallen hat. Ich habe mit dem Kellermeister besprochen, wie er ihn behandeln soll, aber es fehlt der Glaube, dass sich die QualitĂ€t so positiv Ă€ndern wird, wie ich es mir vorstelle. Da darf ich aber Jesus bitten, der aus Wasser einen vorzĂŒglichen Wein machen konnte, auch diesen mangelhaften Wein gut werden zu lassen. Irgendwie ist die Sorge auf Jesus geworfen, der Wunder tun kann und der allmĂ€chtig ist und ich durfte es mehrmals erleben, wie sich die QualitĂ€t sogar so positiv verĂ€ndert hat, dass die Leute diesen Wein spontan rĂŒhmten.

Oder da ist ein GeschĂ€ftsabschluss, der wesentlich weniger gut ist als gewohnt und zudem neue, drohende Gewitter am Himmel stehen. Da darf ich Gott darauf aufmerksam machen, dass das GeschĂ€ft letztlich ihm gehört und ich nur sein Verwalter bin und darf ihn, den AllmĂ€chtigen bitten, seine bewahrende und segnende Hand darĂŒber zu halten. Diese Gewissheit, der AllmĂ€chtige weiss um meine Not, gibt mir Distanz zum Problem.

Oft ist es schon vorgekommen, dass ich morgens um drei oder vier Uhr mit Angst erwachte und die Sorge in der Dunkelheit der Nacht mÀchtig auf mir lasten wollte. Da sagte ich oft den 23. Psalm auf und sprach ihn meiner Seele zu:

„Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.
Er weidet mich auf einer grĂŒnen Aue und fĂŒhret mich zum frischen Wasser.
Er erquicket meine Seele, er fĂŒhret mich auf rechter Strasse um seines Namens willen.
Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fĂŒrchte ich kein UnglĂŒck;
denn du bis bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.
Du bereitest vor mit einen Tisch im Angesicht meiner Feinde.
Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein.
Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang
und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.“

Oft habe ich diesen 23. Psalm zwei-drei Mal der Seele zugesprochen, bis ich im Frieden wieder einschlafen konnte. Wenn ich dann am andern Morgen zusammen mit meiner Frau einen Abschnitt aus der Bibel las, staunte ich immer wieder, wie uns Gottes Wort, besonders in Zeiten der Anfechtung, Trost und Zuversicht zuspricht. Wie z.B. das Josuawort:

„Lass dir nicht grauen, denn der Herr dein Gott ist mir dir, in allem was du tust.“

„Der Herr denkt an uns und segnet uns.“ Ps. 115.12

„Meine Kraft ist in den Schwachen mĂ€chtig“. 2. Kor. 12,9

„Euer Vater weiss, was Ihr bedĂŒrfet, bevor ihr ihn darum bittet.“Matth. 6,8

Christen haben es gut, dass sie nicht allein die Probleme lösen mĂŒssen. Da hörte ich von einer WeinhĂ€ndlersfrau von unserer Gegend, die sagte, sie hĂ€tte fast einen Schlag bekommen, als sie die Buchhaltung sah und sie bekam tatsĂ€chlich auch einen Schlag und wurde einseitig gelĂ€hmt. Die tĂ€glichen Sorgen können uns oft fast erdrĂŒcken und unsere Gesundheit angreifen.

Man sagt mir immer wieder, man wĂŒrde es mir nicht ansehen, dass ich schon 67 jĂ€hrig sei. Ich wĂŒrde viel jĂŒnger aussehen. Ich denke, dass dies – nebst dem Genuss von Traubensaft und einem tĂ€glichen Glas Rotwein – ganz viel damit zu tun hat, ob ich mich von den irdischen Sorgen quĂ€len lassen muss oder ob ich sie abgeben kann und auch Durchhilfe erfahre.

Ich hatte vor drei Jahren wie aus heiterem Himmel die Diagnose „Prostatakrebs“. Es hat mich schon etwas berĂŒhrt, glaubte ich doch ich sei der gesĂŒndeste Mensch, der mit Traubensaft und Wein lebt. Ich bin dankbar, dass mich diese Meldung nicht umgehauen hat. Ich sagte Gott, wenn es sein Wille ist, mich so frĂŒh heimzuholen, so freue ich mich auf die Ewigkeit, wenn es aber sein Wille ist, mich zu heilen, so möchte ich ihm weiterhin von Herzen dienen. Der Prediger und zwei Älteste haben ĂŒber mir mit Handauflegung gebetet und so ging ich getrost den Weg zum Urologen, zur Operation und zur 40maligen Bestrahlung. Und ich denke, dass ich ĂŒberall mit meiner Haltung ein Zeugnis sein durfte. Im Wartsaal im Spital Winterthur durfte ich mit einigen Patienten ins GesprĂ€ch kommen und ihnen ein hilfreiches BĂŒchlein abgeben. Vielleicht musste ich deswegen 40mal zur Bestrahlung. Am Schluss konnte der Urologe feststellen: PSA-Wert nicht mehr feststellbar. FĂŒr mich ein Wunder von Gottes Eingreifen. Ich bin ihm von Herzen dankbar und will die Jahre wie neu geschenkte Jahre nutzen.

Da las ich in einem Schreiben von der Krebsliga von einem Mann, dem die Diagnose „Krebs“ mitgeteilt worden ist. Er sagte:

„Ich hatte schreckliche Angst vor dem Tod und fand keine Kraft, an irgend etwas Positives zu denken.“

Wie schlimm ist das, wenn Menschen ohne Glauben, ohne einen Halt zu haben, mit solchen Sorgen fertig werden mĂŒssen.

Kennen Sie Jesus als Ihren Erlöser und Herren? Im Glauben an ihn macht er Sie zu einem Gotteskind, wo sie Geborgenheit finden. Und im Glauben an Jesus Christus haben wir Vergebung unserer SĂŒnden und haben schon jetzt ewiges Leben. Das Sterben ist dann nur noch Uebergang zum Himmel.

Jesus hat ein Gleichnis erzÀhlt, dass zwei Menschen ein Haus bauten. Der eine auf einen sandigen Boden, der andere auf den Felsen. Bei schönem Wetter dachte der erste, das grosse Fundament des andern Hauses wÀre doch nicht nötig gewesen, es geht ja alles gut. Bis die Flut kam. Dann blieb das Haus auf dem Felsen stehen und das andere ohne festes Fundament schwemmte es weg. Die grösste Flut unseres Lebens ist wohl unser Sterben. Da zeigt es sich, ob wir ein festes Fundament haben. Jesus ist unser Fundament im Leben und im Sterben.

Sie können sich heute dieses Fundament schenken lassen und Jesus als Ihren Erlöser und Herrn aufnehmen. Das können sie mit einem einfachen Gebet tun wie es in dem kleinen BĂŒchlein „Gott persönlich kennen lernen“ aufgezeichnet ist. Es kommt nicht auf die Formulierung an, sondern auf Ihre ehrliche Einstellung. Ich sage ein Gebet zuerst vor und dann bitte ich Sie, mir es leise nachzusprechen.

Vater im Himmel, mir ist klar geworden, dass ich mein Leben selbst bestimmt habe und von dir getrennt bin. Vergib mir meine Schuld. Danke dass du meine SĂŒnden vergeben hast, weil Jesus Christus fĂŒr mich gestorben und mein Erlöser geworden ist. Herr Jesus, bitte ĂŒbernimm die Herrschaft in meinem Leben und verĂ€ndere mich so, wie du mich haben willst. Amen.

Wenn es einzelne Menschen hat, die dieses Übergabe-Gebet gesprochen haben, so bitte ich Sie, kurz bei mir vorbeizukommen. Ich möchte ihnen gratis ein BĂŒchlein geben fĂŒr die erste Zeit im Glauben.

Angebot einer BibelgesprÀchsrunde am Samstag, 17. September 2005 in Hallau. Einladungen liegen auf.

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Dienstag 31. Oktober 2006 um 15:51 und abgelegt unter Predigten / Andachten, Seelsorge / Lebenshilfe.