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Pfr. Ulrich Hauck: Einladung an Durstige. Eine Predigt zu Offenbarung 22, 16f.

Samstag 2. September 2023 von Pfr. Ulrich Hauck


Pfr. Ulrich Hauck

Offenbarung 22,16–17:
16 Ich, Jesus, habe meinen Engel gesandt, euch dies zu bezeugen für die Gemeinden. Ich bin die Wurzel und das Geschlecht Davids, der helle Morgenstern.

17 Und der Geist und die Braut sprechen: Komm! Und wer es hört, der spreche: Komm! Und wen dürstet, der komme; wer da will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst.

 

 

Liebe Gemeinde,

ist das hier nicht ein herrliches Fleckchen Erde? Bäume, Sträucher, Kräuter so weit das Auge reicht. Ein kleines Paradies für viele Insekten und Vögel. Und auch für Menschen, die hier zur Ruhe kommen können. Die Sonne strahlt an diesem Sommertag. Wir feiern Gottesdienst und unseren „Gemeindetag an der Lauter“.

Dieser kleine Fluss hat als Ursprung zwei Quellen im Pfälzer Wald, nördlich von Hauenstein und fließt durch Dahn, Wissembourg, dann durch den Bienwald und bei Neuburg in den Rhein. Wie könnten wir leben ohne solche Wasserquellen und ohne Flüsse als Lebensadern?

„Wasser des Lebens“ ist der Titel der heutigen Predigt. Wir machen nun aber keinen Naturkunde-Unterricht, sondern lassen uns erfrischen von dem wahren Lebenswasser, aus dem alles Leben kommt, es immer wieder erquickt und den Lebensdurst für immer stillt.

Drei Punkte:

  1. Einladung an Durstige
  2. „Wasser des Lebens“ umsonst
  3. Die Gemeinde zum Dienst und Segen berufen

 

 

  1. Einladung an Durstige (17b)

Schauen wir mal nach, was die „Künstliche Intelligenz“ dazu sagt. Bei ChatGPT habe ich mal eingegeben: „Durst nach Leben“. Als Antwort erschien: „Menschen haben eine breite Palette von Lebensdürsten oder Sehnsüchten“, und dann wurden als Möglichkeiten aufgelistet: „Abenteuer, Liebe, Erfolg, Kreativität, Wissen, Gemeinschaft, Spiritualität, Gesundheit, Familie, Freiheit, Frieden“.

Wenn man der Werbung folgt, so wird der „Durst nach Leben“ gestillt durch „Mein Haus, mein Auto, mein Boot“. So suggerierte es 30 Jahre lang die Sparkasse. Und nicht wenige schufften jahrelang, um sich diese Dinge leisten zu können. Oder zumindest die jährliche Urlaubsreise, in der Hoffnung, dadurch würde das Leben glücklicher. Aber seit Gott den Menschen aus dem Paradies vertrieben hat, wegen des Sündenfalls, ist der Mensch heimatlos und ruhelos geworden. Haus, Auto und Urlaub stillen nicht den Durst nach Leben, weil das alles vergängliche Dinge sind. Das kannst du einmal nicht mitnehmen, denn das letzte Hemd hat ja bekanntlich keine Taschen. Solange der Mensch von Gott getrennt lebt, ist ihm das eigentliche Leben abhanden gekommen. Deshalb hat er Durst nach Leben. Er ist auf der Suche nach seiner eigentlichen Identität.

Und ganz besonders groß ist der „Durst nach Leben“ bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Umso weniger sie gelingende, positive Vorbilder haben und umso weniger die Menschen Gott als Schöpfer allen Lebens kennen, desto weniger gelingt es ihnen, ihren Lebensdurst zu stillen, ihre Sehnsüchte nach Liebe, Freiheit, Frieden und Spiritualität zu erfüllen. Die seelische und körperliche Verunsicherung sind riesengroß. Die Praxen von Psychiatern und Psychotherapeuten sind überfüllt, seit Corona suchen auch vermehrt Kinder und Jugendliche Hilfe. Die Menschen suchen nach Halt, nach Identität, nach Individualität. Und viele haben Schwierigkeiten ein positives Verhältnis zu sich selbst und zu ihrem Körper zu finden. Und das alles wird noch verstärkt duch einen Perfektionswahn im Internet und den sozialen Netzwerken. Fotos mit makelloser Schönheit, dauerhafter Freizeit, Sex, Reichtum und Anerkennung durch Millionen von Klicks.

Wen macht das glĂĽcklicher? – Höchstens diejenigen, die damit schamlos Geld verdienen und auf Kosten anderer ihr Leben gestalten. Der Durst nach Leben kann so aber nicht gestillt werden. Im Gegenteil, wir sehen wie immer mehr Leben zerstört wird. Einsamkeit, Beziehungsunfähigkeit, Orientierungslosigkeit, Selbstverachtung, Selbstverletzungen, Magersucht und Bulemie, Alkohol und Drogen sind nur einige der Anzeichen. Dazu kommt eine groĂźe Verunsicherung vieler, wie sie ihr Mann-Sein oder ihr Frau-Sein leben sollen. Und so gibt es auf der einen Seite geradezu einen Körperkult. Die Schönheitschirurgie boomt, Lippen aufspritzen, BrĂĽste vergrößern und vieles andere mehr. Männer nehmen Hormone und Anabolika zum Muskelaufbau, um ihre Männlichkeit zu betonen. Und mit Tattoos will man sich erkennbar machen, ein Zeichen setzen oder auf der Haut festhalten, wovor die Seele Angst hat, es zu verlieren. Dieser ganze Körperkult ist völlig ĂĽberzogen, eine täuschende „VerhĂĽllung“ der inneren Probleme und SehnsĂĽchte.

Neben diesem Körperkult gibt es auf der anderen Seite einen manipulativen und selbstzerstörerischen Umgang mit dem Körper. Der Leib soll nicht mehr sein, was er ist. Alle biologischen Fakten werden nivelliert, der Mensch soll sich selbst neu kreieren, als Mann oder Frau oder Trans oder sonst irgendein erfühltes Geschlecht.

Menschen stehen in der heutigen Konsumgesellschaft und Scheinwelt zunehmend unter Druck, ihre Identität einzig über ihren Körper zu konstruieren. Ein perfektes Selbst verlangt in dieser Logik einen perfekten Körper. Dieser krankhafte Körperkult ist verbunden mit einem Streben nach Selbstverwirklichung und Autonomie, die es so gar nicht gibt. Das alles führt zu einer Selbstüberforderung, Selbstausbeutung und Selbstentfremdung.

Ein Menschenbild, das die Bezeichnung schöpfungsgemäß und human verdient, nimmt hingegen den Menschen als Person in ihrer Ganzheit in den Blick. Der Mensch ist eine Leib-Geist-Seele-Einheit.

Doch wie kann dieser ganzheitliche Blick gelingen, also eine Sichtweise, die allen „Durst nach Leben“ stillt und zu gelingendem Leben führt?

Für diese Blickänderung reicht eine kleine Korrektur der Augen nicht aus. Es reicht auch keine Kehrtwende um 180 Grad. Dietrich Bonhoeffer hat einmal gesagt: „Wenn ich in den falschen Zug steige, nützt es nichts im Gang gegen die Fahrtrichtung zu laufen. Ich werde immer am falschen Ort ankommen.“

Notwendig ist eine komplett neue Sichtweise, eine neue Perspektive, ein Neuanfang – auf einem neuen Fundament.

Und es ertönt die Einladung an alle, die „Durst nach Leben“ haben:

„Komm! Und wen dürstet, der komme!“

  • Du, der du Durst hast, nach echtem und ewigen Leben: Komm!
  • Du, der du nicht genau weiĂźt, wo und wie deine Sehnsucht nach Leben und Identität gestillt werden soll: Komm!
  • Du, der du dich abgetrennt fĂĽhlst von der Quelle wahren Lebens: Komm!
  • Und selbst wenn Du bereits am Verdursten bist, es ist fĂĽr dich noch nicht zu spät: Komm!

Komm! Wen dürstet, der komme! Und wer da will, der nehme das „Wasser des Lebens“ umsonst!

 

 

  1. „Wasser des Lebens“ umsonst (17c)

„Durst nach Leben“ ist kein neues Phänomen. Vor fast 2.000 Jahren begegnete Jesus am Jakobsbrunnen einer Frau aus Samarien. Die Juden pflegten aber mit den Samaritanern keine Gemeinschaft, weil diese einen falschen Glauben und einen falschen Berg der Anbetung Gottes hatten. Dazu kommt, dass diese Frau ein verfahrenes, gottwidriges Leben führte. Sie hatte bereits fünf Männer. Und der, mit dem sie gerade zusammen war, war gar nicht ihr Mann. Diese Samaritanerin hatte tief drinnen aber eine große Sehnsucht nach dem wahren Glauben, nach echter Beziehung, nach wahrer Liebe und Geborgenheit. Sie war auf der ständigen Suche nach Frieden in ihrem Herzen, in ihrem Leben.

Dass Jesus Kontakt mit ihr suchte, sie sogar ansprach und Wasser von ihr erbat, davon war sie völlig überrascht. Sie sprach: Wie, du bittest mich um etwas zu trinken, der du ein Jude bist und ich eine samaritische Frau? Jesus antwortete und sprach zu ihr: Wenn du erkenntest die Gabe Gottes und wer der ist, der zu dir sagt: Gib mir zu trinken!, du bätest ihn und er gäbe dir lebendiges Wasser. … wer von dem Wasser trinken wird, das ich ihm gebe, den wird in Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, das wird in ihm eine Quelle des Wassers werden, das in das ewige Leben quillt.

Liebe Gemeinde!

Wie kann Jesus das sagen? Wie kommt er dazu, einer solchen Frau die Stillung all ihrer Sehnsüchte zuzusagen? Jesus will bei dieser Frau ihren ganzen „Durst nach Leben“ stillen. Er will ihr Glaube, Hoffnung, Liebe schenken. Er will ihr inneren Frieden geben und Frieden mit Gott. Dazu will er ihr „lebendiges Wasser“ geben. Was soll das sein? So lebendig, dass diese Frau weder in ihrem irdischen Leben noch in Ewigkeit mehr dürsten wird nach vollkommenem Leben? Wie kann Jesus solches lebendiges Wasser geben?

Die Antwort finden wir in Gottes Wort. Im Alten Testament wird Gott selbst mehr als 35-mal als „Fels“ bezeichnet. Gott ist nicht nur der Schöpfer aller Dinge, er ist zugleich das feste Fundament, auf dem alles Bestand hat. Und Gott ist auch der Versorger seiner Geschöpfe. Das erkennen wir deutlich nach dem Auszug der Israeliten aus Ägpyten, wie der HErr sie auf ihrer 40-jährigen Wanderung in der Wüste versorgte. Doch das Volk murrte immer wieder. Als es sie einmal nach Wasser dürstete, sprachen sie zu Mose: Gib uns zu trinken! Und der HErr sprach zu Mose (2Mo 17): Tritt hin vor das Volk und nimm einige von den Ältesten Israels mit dir und nimm deinen Stab in deine Hand, mit dem du den Nil schlugst, und geh hin. Siehe, ich will dort vor dir stehen auf dem Fels am Horeb. Da sollst du an den Fels schlagen, so wird Wasser herauslaufen, dass das Volk trinke.

Was es mit diesem Felsen auf sich hat, erläutert uns der Apostel Paulus in 1. Korinther 10: Und haben alle denselben geistlichen Trank getrunken; sie tranken nämlich von dem geistlichen Felsen, der ihnen folgte; der Fels aber war Christus.

Jesus Christus ist also der Fels. Und dieser geistliche Fels ist der Geber des lebendigen Wassers.

Deshalb sagt Jesus auch in seiner Bergpredigt, dass jeder, der seine Worte hört und danach handelt, wie ein Baumeister ist, der sein Haus auf einen „Felsen“ gründet. Dieses Haus hält stand, auch bei großem Sturm und starkem Regen. Wer aber seine Worte hört und nicht danach handelt, der baut sein Haus auf Sand. Sobald ein Sturm aufkommt, bricht es mit einem gewaltigen Einsturz zusammen. Jesus und sein Wort sind der Felsen, auf dem wir alle unser ganzes Leben aufbauen sollten, wenn es dauerhaft Bestand haben soll. Wer Sehnsucht hat nach erfülltem Leben, nach gelingenden Beziehungen, nach Frieden, Freiheit und Ewigkeit, der muss sein Lebenshaus auf den Fels „Christus“ gründen. Wer eine Identität für sein Leben sucht, die allen Verunsicherungen, allen Angriffen, allen Krisen und Krankheiten und selbst dem Tod standhält, der findet sie nur in Jesus Christus. Wer sein Leben nicht auf Sand bauen will, der gründe sich auf Christus. Dieser Fels ist der Dreh- und Angelpunkt der gesamten Weltgeschichte. Stärker als der Tod, stärker als alle Finsternis. Von ihm heißt es (Ps36,10): Denn bei dir ist die Quelle des Lebens, und in deinem Lichte sehen wir das Licht.

Und weiter Ihr Lieben!

Bei dem Thema „Wasser des Lebens“ können wir natürlich nicht an der Begebenheit vorbeigehen, als sich Jesus selbst offenbart und eine wunderbare Verheißung ausgesprochen hat. Es geschah in Jerusalem beim Laubhüttenfest, es erinnert an die 40-jährige Zeit der Wüstenwanderung und wird als Erntedankfest gefeiert. Es ist eines der wichtigsten Feste im jüdischen Kalender und dauerte 7 Tage. Am Ende dieses Festes, an Höhepunkt der Feierlichkeiten, trat Jesus mitten in die Versammlung. Im Johannesevangelium, Kapitel 7, steht geschrieben:

Aber am letzten Tag des Festes, der der höchste war, trat Jesus auf und rief: Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke! Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt, von dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen. Das sagte er aber von dem Geist, den die empfangen sollten, die an ihn glaubten; denn der Geist war noch nicht da; denn Jesus war noch nicht verherrlicht.

Jesus sah die feiernden Menschen, er sah aber auch ihre leeren Herzen. Er sah ihren Durst nach Leben, nach echtem, erfüllten Leben. Wie gesegnet ist es, die Worte des Erlösers zu hören: „Wenn jemand dürstet, so komme er zu mir und trinke.“

Es ist die gleiche Einladung wie im Heilandsruf Matthäus 11, Jesus lädt ein: „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.“

Jesus Christus ist der Erlöser und Heiland für alle Menschen. Auch für Dich! Er hat sein Leben hingegeben für Dich! Warum hat er das getan? Warum war das notwendig? Weil Du mit Deinem Leben immer hinter dem vollkommenen Anspruch Gottes zurückbleibst. Weil Du ein Sünder bist, ein böses Herz hast von Jugend auf, und alle deine Bemühungen und guten Taten können deinen Zustand vor Gott nicht verändern. Du brauchst einen, der sein sündloses, heiliges Leben für dich einsetzt und hingibt, damit deine Sünde gesühnt wird. Jesus hat am Kreuz von Golgatha sein Leben geopfert für uns! Das hat Jesus seinen Jüngern bei der Einsetzung des Abendmahls klargemacht, als er Brot und Wein ihnen gab und sprach: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird. Das ist mein Blut, das für euch vergossen wird zur Vergebung der Sünden!

Mit seinem Sterben am Kreuz geschah, was in Johannes 3 geschrieben steht: Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.

Jesus hat das aus Liebe zu dir getan. Allein der Glaube an Jesus Christus rettet Dich aus SĂĽnde, Tod und ewiger Verlorenheit. Allein aus Gnade geschieht das, weil wir einen barmherzigen Gott haben. Das Heil und das ewige Leben kann sich niemand erkaufen oder verdienen. Deshalb heiĂźt ja auch die Einladung in unserem Predigtabschnitt: Komm! Wen dĂĽrstet, der komme; und wer da will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst.

Und in dem Moment, wo du Jesus als deinen Erlöser in dein Leben aufnimmst, indem du an ihn glaubst, da wird er auch zu deinem Fels, der dir „lebendiges Wasser“ gibt. In diesem Moment kehrt Frieden in dein Leben ein. Frieden mit Gott. Und dann auch Frieden mit dir selbst. Du empfängst Vergebung all deiner Sünden. Du bist nun gerecht und heil durch Christus. In Christus hast du eine völlig neue Identität. Und darin ist dein „Durst nach Leben“ gestillt, alle deine Sehnsüchte werden zur Ruhe kommen. Wie Jesus zur Samaritanerin sagte: „den wird in Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, das wird in ihm eine Quelle des Wassers werden, das in das ewige Leben quillt.“

 

 

  1. Die Gemeinde zum Dienst und Segen berufen (17a)

Jesus Christus, der Sohn Gottes, ist der Heiland der Welt. Und wenn wir das Buch der Offenbarung lesen, dann finden wir dort auch viel über Satan, über den Antichristus, über die Hure Babylon, wie Gott alle und alles richten wird, wie Himmel und Erde vergehen und Gott einen neuen Himmel und eine neue Erde schafft. Die Offenbarung als Apokalypse. Aber das wäre viel zu einseitig gedacht. Denn die Offenbarung beschreibt, dass Jesus Christus das A und O ist, der Mittelpunkt allen Geschehens im Himmel und auf Erden, nämlich der das ist und der da war und der da kommt. Die Offenbarung ist ein Buch der Anbetung und der Freude, für alle, die an den Namen des HErrn glauben und seinen Namen preisen. Und seit fast 2.000 Jahren warten die Gläubigen, dass ihr HErr wiederkommt, wie er es verheißen hat.

Und es gibt nur einen Grund, weshalb der HErr nicht schon längst wieder sichtbar gekommen ist, um alles zu vollenden: Die Zeit seines Missionsauftrages ist nämlich noch nicht zu Ende. Seit fast 2.000 Jahren bis heute lautet sein Auftrag: „Machet zu Jüngern alle Völker!“

Und jetzt kommt die Überraschung. Nachdem in der Offenbarung alles geschildert wurde, was am Ende der Zeiten geschehen wird, da wird dieser Missionsauftrag bekräftigt.

Nachdem zunächst der Engel des HErrn vieles erläutert hat, ergreift der auferstandene HErr noch einmal selbst das Wort: „Ich, Jesus, habe meinen Engel gesandt, euch dies (alles) zu bezeugen für die Gemeinden. Ich bin die Wurzel und das Geschlecht Davids, der helle Morgenstern.“

Diese Offenbarung hat einen Adressaten: „euch dies zu bezeugen für die Gemeinden“.

Die Gemeinde Jesu, alle Gläubigen aus den Juden und den Heiden, werden im Neuen Testament als „Braut“ ihres Bräutigams Jesus bezeichnet. Und nun heißt es in unserem Predigtabschnitt weiter: „Und der Geist und die Braut sprechen“. Der Heilige Geist und die Gemeinde als Braut, sie sprechen gemeinsam nochmals die Einladung aus: „Komm! Und wer es hört, der spreche: Komm! Und wen dürstet, der komme; und wer da will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst.“

Als Christen sind wir gesendet zu den Menschen. Wir können das Evangelium, die frohmachende Botschaft, nicht für uns behalten. Denn wer seinen Lebensdurst von Jesus gestillt bekam und an ihn glaubt, wie die Schrift sagt, von dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen.

Als Christ bist du ein Segenskanal für diese Welt, dies geschieht durch die Kraft des Heiligen Geistes, der in jeden einkehrt, der Christus glaubt. Und was braucht diese Welt, die in all ihrem Elend einer ausgedörrten, todbringenden Wüste gleicht, dringender als „Ströme lebendigen Wassers“. Wir können nur staunen, dass wir diese Kanäle sind, durch welche diese Ströme fließen. Jeder Christ, jede Gemeinde ist daher beauftragt und befähigt zum Zeugnis, zum Dienst und zum Segen.

Indem wir selbst unsere Identität in Christus bekommen haben, alle unsere Sehnsüchte und Lebensdurst gestillt sind, haben wir den Auftrag die Herde Christi zu weiden, das Verlorene suchen, Irregehende zurechtbringen, Kranke, Arme, Trauernde, Witwen und Weisen zu besuchen, lau Gewordene zu aktivieren und alle zu Christus zu führen.

Möge das unsere Freude sein, dass wir Segenskanal seiner Liebe sind. „Ströme lebendigen Wassers“ sollen von uns fließen, keine Bäche oder Flüsse. Ströme! Möge in unserem alltäglichen Leben die Schönheit und Anziehungskraft der Gnade Jesu hervorstrahlen. Lasst uns immer wieder von seinem Wort nehmen und von seinem Geist trinken. Tag für Tag! Sonntag für Sonntag!

Und allen, die noch in ihren Sünden und im Tod feststecken, und auch allen, die noch nicht beständig von der Quelle des Lebens trinken, denen gilt die Einladung Jesu: Und der Geist und die Braut sprechen: Komm! Und wer es hört, der spreche: Komm! Und wen dürstet, der komme; und wer da will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst.

Amen.

 


 

Gehalten beim Gemeindetag an der Lauter, 13.08.2023

Christliche Vereinigung Südpfalz – www.cvsuedpfalz.de

 

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Samstag 2. September 2023 um 19:00 und abgelegt unter Predigten / Andachten, Seelsorge / Lebenshilfe.